Bericht: 70 Jahre NRW mit dem Gendertreff

Nordrhein-Westfalen wurde 70 Jahre alt und das wurde in Düsseldorf ausgiebig gefeiert. In der gesamten Innenstadt gab es ein riesiges, dreitägiges Bürgerfest. Über den Gemeinschaftsstand der Düsseldorfer Selbsthilfegruppen war der Gendertreff auf der 70-Jahr-Feier von NRW vertreten.

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70 Jahre NRW und das Wetter feierte mit: Bei rekordverdächtigen Temperaturen informierten wir die Besucher der 70-Jahre-NRW-Feier über Transidentität.

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Der Gemeinschaftsstand der Düsseldorfer Selbsthilfegruppen wurde über das Selbsthilfe-Service-Büro im Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf organisiert. Direkt am Landtag positioniert war er Teil der politischen Meile des Stadtfestes.

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Wie man sieht, lockten die Feierlichkeiten und das Traumwetter richtig viele Besucher in die Düsseldorfer Innenstadt. So konnten wir viele Menschen mit unserer Aktion Grüne Karte für Diversity erreichen und auch jede Menge Gespräche führen.

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„Fang die Ente“ – Hier konnte man tatsächlich etwas gewinnen. Wir hatten fleißig gesammelt und wer die richtige Punktzahl hatte und auch noch eine einfache Frage richtig beantworten konnte, bekam ein kleines Geschenk.

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Die Punktzahl war unten auf den Plastikenten zu finden, die in den beiden Bottichen schwammen. Um die Punkte richtig addieren zu können, musste jeweils eine gelbe und eine pinke Ente gefangen werden.

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Die Kinder hatten natürlich riesigen Spaß an der Aktion, aber auch die Erwachsenen machten gerne mit.

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Bei den Erwachsenen wurden die Fragen etwas anspruchsvoller. Aber Fragen wie „Was ist Transidentität?“ sollte mit Hilfe des Gendertreff eigentlich jeder beantworten können. 😉

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Nathalie erläutert das Informations- und Selbsthilfeangebot des Gendertreff.

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Ava im Gespräch mit Marita Schormann vom Selbsthilfe-Service-Büro der Stadt Düsseldorf.

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Xenia bei der Arbeit: Sie füllte aus, was für den Gendertreff Heimat in NRW bedeutet. Für den Gendertreff bedeutet Heimat in NRW: Gelebte Vielfalt.

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Natürlich hatten wir auch wieder reichlich Info-Material dabei.

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Bei der Hitze und in der Hektik des Standalltags brauchte Nathalie eine Erfrischung.

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Die Enten werden von Kindern belagert.

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Also wurden weiter fleißig Enten gefischt, Fragen beantwortet und Preise abgeräumt.

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Den Kindern und auch den Eltern hat es offenbar riesigen Spaß gemacht.

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Und Kinder und Eltern lernten ganz nebenbei, dass Transidentität viel häufiger vorkommt, als man vielleicht denkt.

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Auch unsere Grüne Karte für Diversity wurde natürlich wieder fleißig verteilt. Und wer genau hinsieht stellt fest, dass auch an der Laterne im Vordergrund Grüne Karten befestigt sind. Em Ende waren über 1.000 Grüne Karten verteilt. Wir haben bei unserem „Entenspiel“ jede Menge Preise abgegeben, uns an Aktionen beteilgt und jede Menge Gespräche geführt.

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Wieder einmal ging ein Tag mit erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Transidentität zu Ende, den wir – einer guten Trandition folgend – bei einem leckeren Abendessen beendeten.

>> Heimat in NRW ist für mich: Gelebte Vielfalt

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70 Jahre NRW mit dem Gendertreff

Vom 26. – 28. August 2016 finden in der Landeshauptstadt Düsseldorf die Feierlichkeiten zum 70sten Geburtstag Nordrhein-Westfalens statt. Am 1. August 1946 wurde durch den Verbund des Rheinlands und Westfalens das Land „Nordrhein-Westfalen“ mit der Landeshauptstadt Düsseldorf gegründet.

Die Gründung von NRW vor 70 Jahren wird nun mit einem riesigen Stadtfest und einem bunten Programm gefeiert. Neben vielen weiteren Angeboten in der gesamten Düsseldorfer Innenstadt wird in Sichtweite des Landtags, im Bürgerpark Bilk, die Ehrenamtsmeile im sog. Landesquartier eingerichtet. Hier wird gezeigt, was bürgerschaftliche Engagement in Düsseldorf und NRW für Menschen bewegen kann.

Das Selbsthilfe-Service-Büro im Gesundheitsamt Düsseldorf stellt den Düsseldorfer Selbsthilfegruppen einen Pavillon zur Verfügung. Auch die Selbsthilfe-Transorganisation Gendertreff hat somit Gelegenheit, ein breites Publikum über ihre Arbeit zu informieren. Auf der Ehrenamtsmeile im Bürgerpark Bilk werden wir über das Thema „Transgender“ informieren können und auf unsere Aktionen „Trans* am Arbeitsplatz“, „Anders als erwartet, „Grüne Karte für Diversity“ sowie auf unsere regelmäßigen Selbsthilfetreffen hinweisen können. Denn der Gendertreff wurde in Düsseldorf gegründet und das Selbsthilfetreffen in der Landeshauptstadt, der Gendertreff Düsseldorf, findet nun schon seit fast 12 Jahren regelmäßig immer am dritten Sonntag im Monat statt.

Von Düsseldorf aus haben wir in NRW weitere Selbsthilfeangebote aufgebaut. Neben unserem Gendertreff-Forum sind dies der Gendertreff Leverkusen und der Gendertreff Iserlohn. Von der Landeshauptstadt in die Bundeshauptstadt: Mit dem Gendertreff Berlin sind wir in diesem Jahr nun über die Grenzen Nordrhein-Westfalens gewachsen und bieten somit erstmals auch außerhalb von NRW ein Selbsthilfetreffen an.

Wir sind schon gespannt auf die vielen Gespräche und freuen uns auf zahlreiche Gäste.

Gruß
Team Gendertreff

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Hier ist sie, die Geschichte zu Sabines GaOP

Autorin: Sabine

Ich möchte nicht auf Operationsmethoden und medizinische Details eingehen. Das können andere besser und haben das hier auch schon hinreichend getan. Mir geht es vielmehr um die Hintergründe und Erlebnisse, die mit so einer Entscheidung verbunden sein können.

Nach langem hin und her mit Krankenkasse und MDK lag sie nun vor mir, die Kostenübernahme.
Jetzt wurde es ernst mit meiner Entscheidung, mit der ich solange gezaudert hatte. Einer Entscheidung für die ich mir sehr viel Zeit genommen habe. Eine Zeit in der ich mit meiner Partnerin, mit Frauen die den Weg gegangen sind darüber gesprochen habe. Die Zeit die man sich nehmen sollte, um die Entscheidung zu treffen die unumkehrbar ist. Es ging in dieser Zeit um sehr viel Emotionen, Wünsche und auch um Erwartungen an eine solche OP. Es ging um Risiken und darum, dass am Ende all dies nicht in Erfüllung gehen könnte.

Was verbinde ich eigentlich damit? Bin ich dann Frau? Bin ich ohne Operation keine Frau? Macht mich die Operation zur Frau? Oder ist es die Erkenntnis zu der ich für mich persönlich gekommen bin. Zu der Erkenntnis, dass die OP nichts weiter ist als eine kosmetische Korrektur. Sie macht keine Frau aus mir, die ich ohnehin nie sein kann. Ich war, bin und werde immer eine Transfrau bleiben, daran ändert die OP auch nichts. Es ist halt meine Sichtweise auf die Dinge, die nicht die Sichtweise anderer sein muss. Dennoch, hier ist sie, meine Entscheidung für die ich mir solange Zeit genommen hatte. Ich hab es getan und ich bereue es nicht. Auch wenn, wie in meinem Fall das schlimmste was einen erwischen kann eingetreten ist.

Ob ich das noch einmal machen würde? Die Frage ist so einfach nicht zu beantworten. Sie unterteilt sich wohl in einen rationalen und in einen emotionalen Teil. Rational betrachtet wohl eher nicht. Denn die Situation in den Krankenhäusern darf man durchaus als äußerst schwierig betrachten. Die behandelnden Ärzte stehen im Dauerstress, die stationäre Nachsorge ist gezeichnet von schierer Ahnungslosigkeit, Desinteresse der Mitarbeiter und der Tatsache, dass niemand Zeit hat, wenigstens die dringlichsten Fragen zu  beantworten. Das Ganze lebt davon, dass man sehr viel mitdenken und auch selber agieren muss, trotz der Umstände dass man gerade operiert worden ist. Es sind die Folgen eines kranken Gesundheitssystems, unter dem alle Beteiligten zu leiden haben. Die Krankenhäuser werden unter dem ständig wachsenden Kostendruck zum Kaputtsparen genötigt. Der Profit darf natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Diese Zustände dürften auch mit dazu beigetragen haben, dass durch die erste Operation eine rekto-vaginale Fistel entstanden ist. Ein Umstand der in naher Zukunft durch eine dritte Operation beseitigt werden soll. Es ist halt schief gelaufen und das sollte noch nicht alles sein. Beim kommenden Eingriff muss zusätzlich eine Narbenbildung im Vaginalkanal beseitigt werden. Die inneren Labien müssen verkleinert werden, zum einen aus optischen Gründen, zum anderen machen diese Probleme beim Wasserlassen. Eine Woche nach Entlassung aus dem Krankenhaus stellten sich Wundheilungsstörungen und heftige Blutungen ein.

Es gibt aber auch positives zu berichten. Ich war eines der ersten Mädels die im April nach der kombinierten Methode operiert worden sind. Angenehm fand ich, als die Stationshilfe am Morgen nach der OP kam und sagte, dass ich aufstehen müsse. Der gesamte operierte Bereich ist nicht so unter Spannung wie bei der ursprünglichen Verfahrensweise, was einen Quantensprung für die Betroffenen bedeutet.

Zurück zur Frage…würde ich das noch einmal machen… und zum emotionalen Teil der Antwort darauf. Ja ich würde es noch einmal machen, trotz der Folgen. Denn was wäre die Alternative? Für mich gab es keine, also stellt sich die Frage eigentlich gar nicht. Ich fühle mich gut und hoffe darauf, dass ich den Rest auch noch hin bekomme.

Abschließend kann ich sagen, dass es ein langer Weg war, der noch nicht zu Ende ist. Er dauert nun mehr als sieben Jahre an. Es bedarf sehr viel Disziplin, kritischer Selbsteinschätzung und Unterstützung durch sein Umfeld. Dazu gehört auch eine in der Sache kompetente SHG, die ich hier gefunden habe. Ohne die ich nicht die wäre, die ich heute sein kann. Sabine…….ich denke, dass es sich gelohnt hat, trotz aller Steine auf meinem Weg.

LG
eure Sabine

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Chrissie: Mein Flyer

Autorin: Chrissie

 

Guten Tag

Mein Name ist Dina Jessika Christine und ich bin ein Transgender. Sicherlich ist diese Situation für Sie etwas ungewohnt. Ich möchte Ihnen daher einige Hintergrundinformationen geben, so dass Sie sich selbst ein Bild von Transgendern machen können, da es doch noch viele falsche Vorstellungen über dieses Thema gibt.

„Chrissie: Mein Flyer“ weiterlesen

Chrissie: Beschreibung meiner Outings

Autorin: Chrissie

Ich möchte heute über meine letzten Outings berichten um denjenigen etwas Mut zu machen, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen. Ich weiß, dass man die Situationen jedes einzelnen nicht miteinander vergleichen kann und warne daher davor meinen Weg einfach 1 zu 1 zu übernehmen. Das kann klappen, muss es aber nicht. Gern stehe ich aber beratend zur Verfügung um mit Euch Eure persönliche Situation zu erörtern. Ich habe z.B.  meinen Plan im Vorfeld mit meinem Psychiater besprochen.

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Transidentität – Zwei Kolleginnen im Interview

Auch im Arbeitsalltag hält das Thema Transidentität immer deutlicher Einzug. Immer mehr Firmen bekennen sich offen zu Diversity & Inclusion. Ein positives Beispiel dafür ist die Firma Sodexo, die mittlerweile sogar schon 2 transidente Mitarbeiterinnen hat und die den Internationalen Tag gegen Homophobie (17.05.) zum Anlaß genommen hat, Ihre Mitarbeiterinnen zu Ihrer Transidentität zu interviewen.

Danke an die Projektmanagerin für interne Kommunikation der Firma Sodexo für die Freigabe des Interviews, welches in der aktuellen Ausgabe der Sodexo-Mitarbeiterzeitung DACH-Blick erschienen ist!

 

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Gendertreff beim CSD Duisburg 2016

Hafen der Vielfalt – so lautete das Motto des CSD Duisburg 2016. Der Gendertreff zeigte Flagge für Vielfalt und Toleranz: Mit der Grünen Karte für Diversity, einem Infostand und mit der Teilnahme an der Demonstration in der Duisburger Innenstadt.

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Warum Hafen der Vielfalt? Ganz einfach: Duisburg besitzt den größten Binnenhafen der Welt.

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Und so zeigte auch der Gendertreff Flagge im Hafen der Vielfalt. Klar, dass wir auch die Grüne Karte für Diversity verteilten.

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Besonders wichtig war uns, dass der CSD Duisburg wieder einen Standort in der Duisburger Innenstadt bekommen hatte. Denn nur dort, wo man mit Menschen ins Gespräch kommt, ist Öffentlichkeitsarbeit möglich.

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Unser Standplatz erlaubte es, unseren Infostand an zwei Seiten für Gespräche zu öffnen. Und tatsächlich gab es kurz nach dem Standaufbau bereits die ersten Gespräche.

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Kirsten und Jenny am Gendertreff-Stand.

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Natürlich gab es auch wieder das obligatorische Foto mit der Standbesetzung. Wir alle zeigen auf dem Foto Flagge für Vielfalt und Toleranz – mit der Grünen Karte für Diversity.

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Kurz darauf begannen die Vorbereitungen für die Demonstration.

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Dann gingen wir zum Rathaus, wo es eine kurze Kundgebung gab.

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Der Duisburger Oberbürgermeister hielt eine Rede, in der er sich klar zu Vielfalt und Toleranz bekannte. Denn egal, woher ein Mensch kommt, welche Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität ein Mensch hat: Jeder Mensch hat das Recht auf Anerkennung und Chancengleichheit. Wir haben ihm deshalb spontan eine Grüne Karte für Diversity verliehen.

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Mit Ralph Morgenstern zeigte ein weiterer Prominenter Flagge für Vielfalt und Toleranz.

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Dann setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Dabei wurde seitens der Veranstalter Wert darauf gelegt, dass es sich um eine echte Demonstration handelte. Es gab also keine Wagen mit lauter Musik. Wir vom Gendertreff begrüßen das ausdrücklich, denn dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Themas Diversity.

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Rita während der Demonstration mit der Grünen Karte für Diversity.

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Die Demonstration wurde von zwei Kundgebungen in der Duisburger Innenstadt unterbrochen.

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„Mein Partner ist Transgender“ – Auch das ist ein klares Statement für Vielfalt und Toleranz.

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Denn in einer Partnerschaft kommt es darauf an, dass zwei Menschen sich finden und zusammen durch Dick und Dünn gehen.

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„Mein Partner ist Transgender“: Kirsten ist mit Rita, einer Transfrau, verheiratet. Johannas Partner Ayden ist ein Transmann.

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Der Gendertreff versteht sich als Ansprechpartner und Selbsthilfeorganisation für Trans*-Personen und ihre Angehörigen. Kirsten und Johanna zeigen, wie wichtig es ist, die Angehörigen einzubeziehen und auch ihnen eine Plattform zum Austausch zu bieten.

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Rita und Jenny mit der Grünen Karte für Diversity.

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Die zweite Kundgebung während der Demonstration vor dem „Lebensretter“-Brunnen von Niki de Saint Phalle in der Duisburger Innenstadt.

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Dann setzte sich der Demonstrationszug wieder in Bewegung.

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Über die Königsstraße – die Duisburger Fußgängerzone – ging es zum CSD-Gelände.

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Hier sehen wir noch einmal die Fußgruppe des Gendertreff kurz vor dem Ziel.

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Auf dem CSD-Gelände wurden am Gendertreff-Stand derweil zahlreiche Gespräche geführt.

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Wir kamen mit Transgendern, Angehörigen oder Freund_inn_en ebenso ins Gespräch wie mit Passanten, die wir mit Flyern, Grünen Karten für Diversity oder in Gesprächen über Transidentität informierten.

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Wir stellten unsere Selbsthilfeangebote, das Gendertreff-Forum und unsere Selbsthilfetreffen in Düsseldorf, Leverkusen, Iserlohn und Berlin vor, berichteten von unseren eigenen Erfahrungen mit der Transidentität und beantworteten die vielen Fragen.

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Auch die Netzwerk-Arbeit mit anderen, auf dem CSD vertretenen Organisationen kam nicht zu kurz.

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Nathalie am Gendertreff-Stand.

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Ava beim Netzwerken am Stand des Völklinger Kreises.

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Die Bilanz des CSD Duisburg: Jede Menge Netzwerkarbeit und jede Menge Informationsgespräche. Wir verteilten Gendertreff-Ballons an die Kinder und Flyer, Grüne Karten für Diversity und Gendertreff-Kugelschreiber an die Erwachsenen. Weitere Aktionen werden folgen.

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Juliens Mastektomie

Autor: Julien

Tag vor der OP
Vor dem eigentlichen OP Termin und Einzug ins Krankenhaus, wurde noch ein Gespräch mit dem operierenden Arzt geführt. Dieses war im Grunde nichts anderes, wie die Voruntersuchung beim ersten Termin im Krankenhaus. Diesmal sollte ich nur noch die Einweisung von meinem Hausarzt mitbringen. Die anderen Unterlagen waren beim ersten Gespräch notwendig, bevor ich das Schreiben für die Kostenübernahme der Krankenkasse bekommen habe. Ich brachte einfach alles mit, was ich zu dem Zeitpunkt hatte. Unterlagen vom meinem Endokrinologe, die Gutachten von meiner / und auch der vorläufige Beschluss, den ich vom Gericht schon hatte. Dann die Indikation von meiner Therapeutin und der Trans*Lebenslauf.
Der Arzt ratterte nun alles an Informationen runter, als hätte er eine Kassette abgespielt. Ich will sicher auch gar nicht wissen, wie oft er diese Kassette einlegen muss. Dann wird noch die Unterschrift fällig, dass man über alle Risiken informiert wurde. Dann ging es weiter zur Verwaltung, wo ich dann nun angemeldet worden bin. Auch da musste die obligatorische Waschmaschine gekauft werden, indem man auch da wieder ein Autogramm hinterlassen hat. Mit dem nun größeren Papierstapel ging es dann weiter zur Narkoseabteilung. Der so muntere ‚Narkosateur‘, gefühlt auf Speed, ratterte dann noch seine Liste von Risiken der Narkose runter. Wäre ich an dem Tag nicht so aufgeregt gewesen, dass mir sogar schlecht war, hätte ich mich vielleicht ein wenig mehr hinreißen lassen können. So aber war mir das ein wenig zu viel. Auch dieser Schritt wurde dann mit einer Unterschrift meinerseits besiegelt. Man muss ja dazu sagen, dass der Teil eigentlich immer schön war. Immerhin konnte man seine neue Unterschrift überall drunter kritzeln und sich jedes Mal denken, wie toll das doch auf Papier aussieht. Jetzt musste der Stapel an Papieren nur wieder bei der Sekretärin der ersten Station abgegeben werden und fertig. Dann hieß es ab nach Hause und am nächsten Morgen um 7:00 Uhr auf der Matte stehen. Wie sollte ich das nur packen? Mir war so schon so schlecht gewesen und ich hatte Angst, dass ich am nächsten Tag doch noch irgendwo hin spucken müsste.

Der OP Tag
Geschlafen hatte ich gut. Die Baldriantablette hatte geholfen, die ich mir noch in der Apotheke besorgt hatte und der Filmabend mit meiner Mutter war auch schön gewesen. Ich bin entsprechend früh ins Bett gegangen und war vor dem Wecker Klingeln wieder wach. Keine Übelkeit und keine Aufregung. Das Baldrian musste ja bombe sein, auch wenn ich bezweifle, dass es wirklich daran lag. Nach der langen Wartezeit war es nun endlich soweit und ich hatte das Gefühl, dass mir und der OP nun wirklich nichts mehr dazwischen kommen konnte. Das war der Grund meiner Ruhe und Gelassenheit, gar meiner Zufriedenheit.
Ich wurde mit einem anderen Mann in ein Zimmer geführt, wo ich das sexy (Popofreien) Krankenhaushemd anziehen sollte. Es gab eine Art Netzunterhose dazu. Genauso heiß, ja. Ein Mann der geistig behindert war, war bereits im Raum und den anderen machte ich auch als Biomann aus. Ich entschied mich für das kleine Badezimmer, um mich dort umzuziehen. Abgesehen davon, dass es mir unangenehm war mich sonst frei um zu ziehen, hätte es den geistig behinderten Mann sicher auch sehr verstört, wenn ich mich da offen umgezogen hätte. Das die Schwester mich in dieses Zimmer brachte, halte ich auch jetzt noch für unüberlegt. Das hätte nicht sein müssen. Die Jungs dort waren auch wegen OPs an ihrem Bein dort. Als ich von dem neugierigen Mann, oder eher neugierigen Kind im Mann gefragt wurde warum ich da sei, habe ich gesagt, dass meine Brustdrüsen entfernt werden. Näher wollte ich nicht drauf eingehen und ich glaube, dass hat er auch gemerkt. Diese Menschen haben mehr Empathie als man ihnen vielleicht zugesteht.
Nun hieß es warten. Doch diese Wartezeit war völlig entspannt. Es gab dann auch noch die LMAA Tablette. Ich hätte sie nicht gebraucht, aber wer weiß wie ich später ohne sie noch drauf gewesen wäre. So hatte es mir dann auch nichts ausgemacht, dass ich bei der Narkose auch ein Übungsobjekt einer Studentin wurde, die es nicht packte meinen Zugang dafür zu legen. Ihr wurde dann aber noch geholfen und man sagte mir, dass es an der Hand nun was warm werden konnte. „Das fühlt sich eher drückend an, als w….“ Da war ich auch schon weg. Ich dachte eigentlich, ich würde das anzeichnen noch mitbekommen und danach würde ich erst schlafen gelegt – da hatte ich mich getäuscht. Als ich zu mir kam hatte ich Hunger und wollte ein Steak!

Eine Narkose ist nicht zu unterschätzen
Nach der Operation fühlte ich mich sehr gut. Schmerzen hatte ich überhaupt keine. Ich spürte nur den Druck des Verbandes an meiner Brust, aber sonst nichts. Erst am folgenden Morgen wurde mir  richtig bewusst, dass meine Brüste nun nicht mehr da sind. Ich schlug die Augen auf und da klatsche dieser eine Gedanke in mein Hirn, der mich augenblicklich einfach völlig einnahm und so zufrieden stimmte. Es war kein Feuerwerk von Glücksgefühlen, wie ich es erwartet hatte, sondern eine so tiefgreifende Tiefenentspannung und Glückseligkeit. Ich hatte es endlich geschafft und das Gefühl, dass ich nun ausruhen konnte. Der Stress der letzten Monate fiel von mir ab. Es war einfach nur herrlich!
Da ich mich so gut fühlte, wollte ich mir auch noch was die Beine vertreten und ging in der Nacht raus. Dass die Narkose aber noch nicht einfach so überstanden war, wusste ich nicht. Ich hatte keinerlei Erfahrung mit OPs. Das war meine erste überhaupt gewesen. Vor die Tür kam ich, aber dann sackte mir der Kreislauf weg. Ich schaffte es grad noch so mich auf eine Bank zu legen und versuchte einem Mann neben mir zu vermitteln, dass er mir doch bitte Hilfe holen soll. Leider sprach der Mann nur türkisch (mein ich zu mindestens das es diese Sprache war) und verstand mich nicht. Es kam glücklicherweise noch eine Frau, die dann den Notarzt holte. Der Arzt machte mich dann so richtig zur Sau, weil er von der Notzentrale wegen mir weg musste und da nun keiner mehr war und das ich bescheuert bin so schnell ohne Begleitung nach einer OP herum zu laufen. Am nächsten Morgen bekam ich auch noch eine Standpauke von meinem Arzt. Ich kann es ja verstehen. Jetzt. Ich habe definitiv draus gelernt, bin trotzdem der Meinung man hätte mir das vorab begreiflich machen können. Nochmal werde ich aber ganz bestimmt nicht so schnell schon wieder auf Reisen gehen, auch wenn ich mich gut fühle. Die Schmerztabletten können wunderbar für Täuschung sorgen.

Rolf
Da hängt man nun einige Tage im Krankenhaus und hat tatsächlich ein Zimmer für sich ganz allein, auch wenn sich das am vierten Tag ändern sollte. Bisher vermisste ich aber doch etwas Gesellschaft. Ab und an ging ich nach draußen, wobei man öfters einem älteren Herrn begegnet ist. „Beim dritten Mal bekomm ich einen ausgegeben.“, sagte der alte Mann. Das nahm ich beim Wort und fragte meinen Pfleger nach irgendwas, dass ich dem Mann ausgeben könnte. Ich bekam ein verpacktes Knäckebrot. Damit ging ich nach unten auf die Pflegestation. Ich war mir dann aber unsicher. Immerhin wusste ich nicht, ob er das Brot verträgt. Ich fragte die Pflegerin, die mir dann auch sagte, dass Knäckebrot nicht das richtige sei. Besser ein Jogurt. Später habe ich von dem Mann dann auch erfahren, dass er Speisröhrenkrebs hat und das er Rolf heißt. Also bin ich wieder hoch auf meine Station und habe noch den Jogurt besorgt. Rolf hat sich so darüber gefreut, auch ob der Gesellschaft, die ich ihm schenkte. Ich war dann auch immer mal wieder bei ihm, um ein paar Worte zu wechseln. Es tat auch mir gut. Besonders wenn man den ganzen Tag nur rumgammeln kann ist so eine kleine Patientenfreundschaft eine willkommene Abwechslung. Beschweren kann ich mich aber wirklich nicht. Jeden Tag habe ich Besuch bekommen, worüber ich mich so gefreut habe. Hier auch nochmal herzlichen Dank an euch alle, die da waren.

Transmann entdeckt
Auch wenn wir nicht im selben Zimmer lagen und auf der Station selbst auch noch nicht über den Weg gelaufen sind, haben Markus und ich uns draußen gefunden. Anders kann man es wohl nicht sagen. Irgendwie hat man einen Radar für transidente Menschen. Ich habe ihm gleich mal vom Gendertreff erzählt, da er noch keine Selbsthilfegruppe hat. Wahrscheinlich wird er sich aber eher der Gruppe in Essen anschließen, in der auch sein Zimmergenosse ist. Ist eben auch praktisch, wenn man dort in die Stadt zieht. Trotzdem ist es schön auch weitere Kontakte zu finden und wir haben auch gleich mal Kontaktdaten ausgetauscht. Markus sollte an dem Tag operiert werden, als ich entlassen wurde. Er hat mir später geschrieben, dass soweit alles gut gelaufen ist. Es sammelte sich nur danach Flüssigkeit in der Brust, sodass er leider noch mal auf den OP Tisch musste. Nun aber ist alles gut und ich wünsche ihm hier an der Stelle auch noch alles Gute.

Wieder Daheim
Ehrlich gesagt, wollte ich nicht unbedingt wieder nach Hause, aber die Ärzte hatten keinen Grund mich länger im Krankenhaus zu lassen. Der erste Tag daheim war auch noch ganz gut und es war ein Ausflug zur Eifel am Wochenende geplant. Leider ging es mir bereits am nächsten Tag schon nicht mehr so gut. Die Hitze in meiner Dachgeschoßwohnung setzte mir sehr zu, dazu auch Schmerzen die ich mit Bewegung hatte. Der Mieder drückte mir zusätzlich auf das Gemüt und ich hatte manchmal das Gefühl kaum noch Luft zu bekommen, sodass ich mich flach auf den Rücken gelegt habe und den Mieder geöffnet habe. Es wurde nicht besser und so habe ich auch den Ausflug in die Eifel absagen müssen. Ich flüchtete ins Gästezimmer meiner Mutter eine Etage unter meiner Wohnung. Die Nacht dort war auch eindeutig besser und kühler. Miro und meine Schwester waren auch für mich da, haben mir Trinken gebracht, Essen und auch echt wohltuendes Eis. Ich hoffe, dass es mir in den nächsten Tagen wieder besser gehen wird. Ich muss auch die Woche zu einem Chirurgen, der sich die Nähte ansehen soll. Mein Hausarzt ist der Meinung, dass eine Korrektur notwendig sein wird. Mal sehen was der Chirurg dazu sagt.
Es ist schon heftiger, als ich gedacht habe und wirklich nicht ohne. Aber auch das wird wieder vergehen und heilen. Ich bereue nichts und die Schmerzen sind es wert sie zu ertragen, um endlich das Leben führen zu können, das meines ist.

 

Julien

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Bin ich so Exotisch?

Autorin: Flora

Als allererstes danke für eure Antworten zum letzten Beitrag! Ich freue mich jedes Mal. 🙂
In letzter Zeit war ich ja (leider?) etwas weniger aktiv im Forum, was an schwierigen Problemen in meinem Freundeskreis lag. Aber vielleicht kann ich zu einem späteren Zeitpunkt etwas mehr darüber schreiben. Ich kann aber sagen, dass ich wahrscheinlich in nächster Zeit wieder mehr beitragen werde! 🙂

Jetzt aber zu dem, worüber ich schreiben wollte:
Das mag vielen anderen Trans*Menschen zwar anders gehen, aber für mich ist es ziemlich leicht, im Alltag zu vergessen, dass ich Trans* bin. Ich bin vollständig geoutet, mittlerweile traut sich niemand mehr, mich offen anzufeinden, weitgehende Toleranz und an so mancher Stelle auch wohltuende Akzeptanz sind für mich normal. Und dafür bin ich unglaublich dankbar!! Aber manchmal, so auch in letzter Zeit, nimmt es mich dann umso mehr mit, wenn mir plötzlich unerwartet oft vor Augen geführt wird, dass ich „normal“ im Sinne der Gesellschaft wohl nie sein werde.

Angefangen hat es vor ein paar Wochen, als mein Bruder mir erzählte, ein Kumpel von ihm hätte nach mir gefragt. Besagter Typ ist Anfang 20 und hat sich in seinem ganzen Leben nicht die Bohne für mich interessiert- mit seinem Bruder hatte ich sogar regelmäßig Konflikte, als wir noch zur selben Schule gingen. Und genau dieser Typ hatte ihn jetzt nach mir gefragt, nach meinen „Veränderungen“, wie ich denn jetzt aussehe usw. Kommentar von meinem Bruder: „Du bist halt jetzt Dorfgespräch!“
Ich will jetzt gar nicht lange alle Arten ausbreiten, auf die mich die ganze Situation aufgeregt hat, deshalb die Kurzfassung: Leute, denen ich immer völlig egal war, interessieren sich jetzt auf einmal für mich, weil ich ja ach so exotisch bin. „Dorfgespräch“…als hätten die alle nichts Besseres zu tun. Und wie es mir geht, was mein Umfeld macht, das alles hat ihn nicht interessiert, nur wie ich denn jetzt aussehe. Da habe ich mich doch glatt gefühlt wie ein Ausstellungsstück im Museum. Alle glotzen es an, finden es mehr oder weniger interessant, reden ausgiebig darüber, aber es ist trotzdem hinter einer Scheibe, getrennt von den Menschen und ihren Gesprächen.

Kurze Zeit später hatte meine Oma Geburtstag, also fuhren meine Eltern und ich hin. Mein Bruder kam auch nach der Arbeit, genauso wie mein Onkel und meine Tante. Es war insgesamt ein schönes Fest(chen), ein typischer Familien-Kaffeeklatsch eben. Aber im Nachhinein wird meine Erinnerung daran überschattet von ein paar wenigen Momenten: Ein paar Mal ging es wieder mal um mich und meine Transidentität. Warum genau, weiß ich schon gar nicht mehr, ich glaube es ging um die / oder so, aber immer wieder fiel mein alter Name im Zusammenhang mit meiner Vergangenheit. Zu allem Überfluss bekam dann meine Oma noch einen Anruf von ihrem Bruder, der sich nicht mehr daran erinnern konnte, dass ich nicht Enkel sondern Enkelin bin. Meine Oma musste es ihm dann so mühsam am Telefon erklären wie es eben ist. Insgesamt hat sie es toll gemacht, aber die Benutzung von Pronomen war eine Katastrophe. Als ich am Abend mit meiner Mutter nach Hause fuhr, habe ich ihr versucht zu erklären, warum es mich so stört, wenn von mir immer noch als „er“ mit meinem alten Namen geredet wird. Dass es für meine Identität schlicht falsch ist, wenn man davon ausgeht, dass ich einmal ein Junge gewesen wäre. Dass ich nicht einfach durch einen komischen Zaubertrick von einer Sekunde zur anderen auf einmal zur Frau wurde. Dass es mich eben einfach verletzt, wenn meine Weiblichkeit mehr oder weniger unterbewusst so oft hintereinander in Frage gestellt wird. So richtig eingesehen hat sie es nicht. Da musste ich merken, dass es egal ist, ob man noch so tolles „Passing“ hat, wie lange man schon zu seiner Identität steht, wie aufgeschlossen und tolerant gegenüber Intoleranz man ist- es gibt immer noch Dinge, die zu fest in den Köpfen der anderen verankert sind, um sie zu ändern. Dass ich eine Frau bin, haben alle verstanden. Dass ich aber nie ein Junge war, das geht auch in die Köpfe der nettesten Menschen offensichtlich noch nicht rein.

Und dann heute die Krönung:
Unsere Stufe plant momentan unser Abimotto für das nächste Jahr, weshalb in der WhatsApp-Gruppe viel los ist. Normalerweise halte ich mich da zurück, aber ich schickte diesmal eine Nachricht zu dem Motto, was ganz banales, das nichts mit dem zu tun hatte, was danach kam. Wenig später kam eine Sprachnachricht von irgendeinem Typen, der sich offensichtlich das Handy von einem aus meiner Stufe geschnappt hatte. Sie war nur 2 Sekunden lang, also hörte ich es mir an. Es war…etwas anderes als ich erwartet hatte. Die fremde Stimme stöhnte theatralisch erregt meinen Namen ins Mikro. Kurz darauf das ganze nochmal mit einem passenden „Jaaa“ dazu. Ich war (wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt) ziemlich geschockt und verwirrt. Da ich zu dem Zeitpunkt wo die Nachrichten geschickt wurden nicht online war, also bloß eine halbe Stunde später das ganze Gespräch lesen bzw hören konnte, konnte ich auch die Antworten der anderen aus dem Chat lesen. Nach einem „Was hast du für Freunde?“ kam noch ein „Name des Typen am Mikro ist cool!!!!!!!“ von zwei anderen ging es dann wieder weiter mit dem Gespräch über das Abimotto. Da war ich wieder richtig wütend, weil das typisch ist. Einer baut scheiße, 65 Leute schauen zu und tun nichts dagegen. Es läuft eben online genauso wie auf der Straße.

Jedenfalls habe ich dann die Initiative ergriffen und ihn im Einzelchat angeschrieben. Sinnlos provozieren und dann abhauen, damit sollte er nicht davon kommen. Ich wollte ihn zumindest stellen, auch wenn ich dafür noch mehr einstecken müsste. Die Details über den…“Austausch“ will ich euch lieber ersparen, aber so viel vielleicht: Ich erklärte ihm, dass ich das total ekelhaft fand und dass er was auch immer lieber privat und nicht in so einem Chat machen soll. Es ging dann hin und her, er schickte immer nur kurze Antworten und erzählte mir wirre Geschichten davon, wie er mich von der Bettkante stoßen würde oder davon dass sein Freund einen großen …. hätte, genau wie ich. Irgendwann bekam ich ihn aber zum Reden und am Ende erklärte er mir (in überraschend passender Wortwahl im Verhältnis zu davor), dass er gar nichts gegen Transgender hätte (er kannte sogar das Wort!!!) und dass ich einfach nur seinen „Humor“ (Damit meinte er die Nachrichten im Gruppenchat) nicht verstanden hätte. Wir verblieben dann so, dass er das nicht mehr in so einem großen Chat macht und ich mich mit seinem „Humor“ abfinde. Er wünschte mir sogar ein schönes Wochenende.

Ich weiß nicht, wie die Situation auf euch jetzt wirkt, vor allem in eingekürzter Version (gut, ganz so kurz war sie auch wieder nicht…), aber dafür, dass ich einen schwer pubertierenden, betrunkenen Typen vor mir hatte, der sich auf irgendeiner Party das Handy von seinem Kumpel geschnappt hat um damit wahllos Leute zu erniedrigen, lief es doch ganz gut! Ich muss dazu sagen, dass ich (leider) viel Erfahrung mit dieser Art Junge habe, deshalb waren meine Erwartungen sehr niedrig. Umso besser, dass es so ausgegangen ist!

Also halten wir fest: Auch als „gestandene“ Transfrau (und als solche empfinde ich mich mittlerweile) können solche Dinge immer wieder passieren. Entscheidend ist aber, was man daraus macht! Die (auf gut Deutsch gesagt) strunzblöden Meinungen kann man vielen nicht nehmen, aber man kann sie zumindest dazu bringen, sich bewusst zu werden, dass sie sie nicht einfach folgenlos irgendwo auskotzen können. Es kostet zwar viel Kraft, aber danach fühlt man sich gleich viel stärker!

Liebe Grüße,
Flora

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Interview mit Msoke in Berlin

Interview mit Msoke am 11.6.2016

Vielen Fernsehzuschauern aus Deutschland ist Msoke durch seine Auftritte in der Gesangs-Castingshow The Voice of Germany 2013 in Erinnerung geblieben. Mit Seiner Version des Songs „I Need A Dollar“ von Aloe Black überzeugte er die Juroren Nena und Max Herre.

Direkt zu Beginn der Show outete Msoke sich als Transmann. Wie es dazu kam berichtet der sympathische Sänger in einem Interview mit dem Gendertreff. Auch über seine Transidentität hinaus kann Msoke von einem bewegten Leben berichten: Geboren wurde er in der Schweiz, zog dann nach Tansania, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Später zog er zurück in die Schweiz, wuchs in Zürich auf und pendelt heute zwischen der Schweiz und Berlin. Die Texte seiner Songs stammen aus seiner Feder und auch seine Musik schreibt er in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern selbst.

Der Gendertreff traf Msoke in Berlin zum Interview. Das Interview führten Andrea, Jasmin und Brigitte von der Gendertreff Ortsgruppe Berlin am 11.06.2016 durch.

Interview Msoke 2016-07 001

Gendertreff: Die Fragen sind aus der Community. Das heißt, sie sind im Gendertreff-Forum gesammelt worden.
Msoke: Fragen an mich direkt … oder …?
Gendertreff: Ja!
Msoke: Im Ernst!
Gendertreff: Ja.
Msoke: Sorry, ich bin immer so excited. Ich möchte mich auch nochmal bedanken. Ich bin echt … Ja … Wir haben wirklich wenig solche Communities und darum finde ich es schön, wie die verschiedenen Communities ihr Ding durchziehen. Und wenn ich einen Teil dazu beitragen kann, finde ich das gut.

Gendertreff: Wie gehst du persönlich mit deiner Transidentität um?
Msoke: Ok, das fängt sehr persönlich an. Ich sehe das. Das sind persönliche Fragen von Transgendern.
Gendertreff: Wenn du solche Fragen nicht beantworten willst, sag Bescheid und dann ist es okay.
Msoke: Das ist für mich auch interessant zu wissen, dass das gesammelte Fragen von euren Foren-Leuten sind. Das ist für mich echt interessant. Meine Frage, sind die meisten … sind das nur Transgender oder sind da auch nicht … (er ließ den Satz unvollendet)
Gendertreff: Der Gendertreff ist eine Transgender-Plattform, von und für Trans*-Personen, aber offen für alle, also auch Angehörige, Partner*innen und genauso auch non-binary-Personen.
Msoke: Also … wie gehe ich damit um? Also, für den Gendertreff und die Mitglieder kann ich sagen, ich bin ein Künstler, ich bin ein Entertainer. Wenn ich auf die Bühne gehe, muss ich entertainen. Das heißt nicht, dass ich nicht zeigen kann, wie schwer dieses Leben ist, für mich auch, aber mein Privatleben ist – auch für mich als Transgender – nicht einfach jeden Tag zu bewältigen. Und das hat nicht mit meiner Musik zu tun, sondern mit dem Alltag, mit dem wir alle zu kämpfen haben. Sprich – also es ist jeden Tag ein Kampf für mich, was ich so nicht oft sage.

Gendertreff: Wann war dir klar dass du transident bist?
Msoke: Für mich war das schon immer klar. Seit ich denken kann wollte ich kein Mädchen sein. Meine Pflegeeltern wussten das, haben das gespürt. Und ja, als ich in die Pubertät kam sowieso. Ich hatte nie das Bedürfnis ein Mädchen zu sein. Aber wurde natürlich so sozial erzogen, wie ein Mädchen zu sein hat.
Jasmin (Gendertreff): In umgekehrter Form kennen wir das auch.
Andrea (Gendertreff): Im Prinzip ist es also wie fast überall.
Msoke: Ja.

Gendertreff: Tja … OK … In deinem Heimatland – wir wissen ja nun nicht wie lange du dort warst – wie war die Situation dort?
Msoke: Mein Heimatland ist Tansania und ich bin nicht dort geboren und aufgewachsen, ich bin in der Schweiz geboren. Ich bin dann für drei Jahre zurück, was am Anfang für ein bisschen Verwirrung in den Medien sorgte. Ich war drei Jahre dort aber ich bin dann von der ersten Klasse meiner Schulzeit nur noch in der Schweiz gewesen. Ich war in der Kindheit drei Jahre in Tansania aber ich habe da nur noch Ausschnitte aus meinem Leben, also von dieser Zeit. Ich habe noch ein paar Bilder, wie es war aber … ich war damals drei oder vier Jahre alt. Dann war ich immer in der Schweiz, also echt europäisch aufgewachsen.

Gendertreff: Wie gehen deine Freunde, Verwandten und Bekannten mit deiner Transidentität um?
Msoke: Meine Freunde haben keine Probleme damit, meine Verwandten sind nicht alle da … also schwierig. Die Verwandten die da sind: Meine Mutter hat es sehr cool aufgenommen für eine afrikanische Frau, würde ich jetzt mal sagen. Meine Schwestern sind teils … ihr kennt den Spruch sicher: „Ooooh wir haben kein Problem damit, aber sprechen wir lieber nicht darüber“.
Andrea (Gendertreff): Darf ich mal eine Zwischenfrage stellen? Im Moment ist ja gerade so ein bisschen das Thema Outing. Wie war das bei dir? Wie hast du dein Outing bzw. dein Coming-out gestaltet?
Msoke: Jetzt als Homosexueller oder als Transsexueller? Wir müssen da ja zwei Steps beachten. Ich habe mich einmal geoutet und dann nochmal geoutet.
Jasmin (Gendertreff): Aha
Msoke: Ja
Brigitte (Gendertreff): Ich denke mal es geht hier um die Transidentität.
Msoke: Sag jetzt die Frage nochmal. Ich überlege, wie ich das zusammenfasse.
Andrea (Gendertreff): Meine Zwischenfrage war, wie du dein Coming-Out gestaltet hast. Hast du da jetzt alle in einem Kreis – sage ich mal – versammelt, oder hast du jeden einzeln mitgenommen?
Msoke: Okay, ich habe jeden einzelnen zu jeweils verschiedenen Zeitpunkten ausgesucht. Ich habe nicht ein Datum ausgesucht und alle zusammengetrommelt oder eine E-Mail gesendet. Nur in dem Geschäft, in dem ich arbeite und wo ich ja jeden Tag Kunden habe, da musste ich es kommunizieren, dass ich ab dann einfach er bin. Es heißt jetzt einfach er, ihr müsst euch jetzt … das braucht ein bisschen bis das Umfeld das drin hat oder man wandert aus oder verlässt die Stadt, was viele machen.

Msokes Beschreibung des eigenen Coming-outs führte zu einer kleinen Diskussion, in der auch Jasmin kurz über ihr eigenes Coming-out berichtete. So kehrte sich kurzfristig das Verhältnis um: Interviewer wurden zu Interviewten.

Msoke: … und Toleranz?
Jasmin (Gendertreff): Die Toleranz war immer recht groß, Akzeptanz ist schon wesentlich weniger vorhanden.
Msoke: Man merkt, wer die wirklichen Freunde sind.
Jasmin (Gendertreff): Freunde sind erheblich weniger geworden, selbst meine Eltern haben immer noch Probleme damit.
Andrea (Gendertreff): Ich hatte ja vorher einen Freundeskreis und da habe ich mich geoutet und nachher waren wir eine Clique. Und danach war es eigentlich noch besser.
Msoke: Ich sag … den inneren Seelenfrieden. Es geht ja nicht darum, was jetzt alles noch zu tun ist auf diesem langen Weg, sondern einfach mal in erster Linie das zu kommunizieren hat mir sehr viel Erleichterung gebracht. Obwohl ich noch gar nichts gemacht habe im ersten Affekt, aber du hast eine Erleichterung, das zu kommunizieren. Das ist der Weg, den ich gehe und ihr müsst das jetzt so hinnehmen oder nicht. Und dann war jeder Schritt auch selbstverständlich und für mich logisch zu tun.
Jasmin (Gendertreff): Man macht dann irgendwann einfach einen Schritt nach dem anderen.
Msoke: Wenn man bereit dafür ist.

Gendertreff: Inwieweit fließen die Erfahrungen mit deiner Transidentität in deine künstlerische Arbeit ein?
Msoke: Ob ich über das singe meinst du?
Gendertreff: Ja, und ob du das Thema Transidentität in deiner Arbeit verwirklichst oder eher nicht.
Msoke: Musikalisch, wenn ich das jetzt vergleiche mit FaulenzA, kennt ihr sie?
Gendertreff: Nein.
Msoke: Eine Transfrau aus Berlin. Sie spricht ihre Transidentität in ihren Texten offen an, so quasi … Guck mich nicht so an, weil ich nicht so bin wie ihr das wollt und so. Da habe ich mich dann auch gefragt … oder … ich habe ihr auch gesagt: Du bist sehr mutig, wie du die Texte schreibst und verarbeitest in deinen Songs. So mach ich das nicht. Ich schreibe nie darüber. (kurze Pause) Doch, es gibt vielleicht einen Track, den ich gemacht habe. Auf dem Album „Make some Noise“, da gibt es eine Zeile, in der ich schreibe „here I am, black proud transgender-man“. Das kann ich schon noch sagen, das ist nicht das Problem. Aber ich singe jetzt nicht einen ganzen Song non-stop über Transidentität.

Gendertreff: Du bist spätestens durch The Voice of Germany ins Licht der Öffentlichkeit gerückt und dabei wurde von Seiten der Medien auch deine Transidentität thematisiert. Wie hast du diese Berichterstattung empfunden? Gab es Aspekte, die dich besonders geärgert haben oder die du positiv hervorheben möchtest?
Msoke: Also, zu The Voice of Germany muss ich ganz klar sagen: Ein Fernseh-Format ist unberechenbar bis zu einem gewissen Punkt. Oder wie man das kontrollieren kann. Ich habe extra The Voice ausgesucht, weil ich wusste, dass zum Beispiel DSDS viel radikaler ist. Da hätten sie dieses Thema viel extremer ausgeschlachtet.

Bei The Voice bin ich auch da gewesen weil es in erster Linie um die Voice ging und die Stimmung, man hat die Kandidaten nicht gesehen. Die Juroren mussten für mich buzzern, wenn sie meine Stimme gehört haben. Das Konzept hat mich überzeugt.

Ich habe eine Einladung bekommen, ich habe mich nicht dafür beworben. Die Hälfte der Kandidaten der Show wird eingeladen, um das Niveau hoch zu halten und die andere Hälfte meldet sich an. Da ich in Deutschland in einer Gruppe dabei war, hat die Produktionsfirma von The Voice deren Manager angerufen und gefragt, ob wir ohne Casting mitmachen wollen. Das sind so Background-Informationen. Ich habe gedacht, ich hab nichts zu verlieren, bin kurz da, um mitzumachen, ohne vorher das Casting durchzumachen.

Ich bin dahin und habe vor ein paar Schlipsträgern gesungen. War wie ein Vorstellungsgespräch. Sie wollten dann so tun, als wäre das auch ein Casting, aber ich sagte sorry, habt ihr mich angerufen um mir jetzt zu sagen, dass ich wieder nach Hause kann? Ich wusste sicher dass ich die erste Show dabei sein kann und dann hängt es vom Glück ab, wie gut oder wie schlecht du bist oder ob sie buzzern oder nicht. Und ich hatte das Glück, dass Nena und Max gebuzzert haben.

Ich habe dann auch überlegt, dass es viele Interviews in diesen ganzen Vorproduktionen gibt und ich habe dann auch überlegt, wie und wann ich das Thema Transgender erwähne und ich habe es sehr lange gar nicht erwähnt. Bis ich dann … irgendwann wollten sie dann … hab ich es dann so beiläufig erwähnt … dann ging das Interview nochmal eine Stunde länger. Weil die das dann ausgeschlachtet haben. Aber es waren nur die Background-Interviews. Das, was sie mich da gefragt haben, wurde gar nicht ausgestrahlt. Das sind so Vor-Produktions-Fragen. Als die Sendung dann gelaufen ist, war ich überrascht, wie wenig sie gebracht haben. Ich war echt positiv angetan von der Menge. Sie hätten es viel extremer ausschlachten können und ich habe ja nachher gar nicht mehr so viel gesagt. Es wurde kurz gesagt und that‘s it. Von daher … Also ich weiß nicht wie das außen ankam oder wer wie was gesehen hat aber ich habe mich jetzt gar nicht in meiner Ehre verletzt gefühlt.
Gendertreff: Gut … also weder geärgert noch positiv.
Msoke: Ich habe es als gute Erfahrung mitgenommen. Aber man muss ganz klar sagen: Bei Mediensachen muss man aufpassen.

Interview Msoke 2016-07 002

Gendertreff: Nun wird’s ein bisschen politisch: Wie nimmst du als (Trans*-)Person of Colour die derzeitige politische Situation in Europa wahr?
Msoke: Im Trans*-Bereich oder im Migrationsbereich? Es sind zwei Probleme hier in Europa.
Gendertreff: Trans* ist in Klammern, von daher erstmal Person of Colour.
Msoke: Ich muss sagen, seit dieser Flüchtlingssituation kommt für mich immer wieder das andere Problem auf mich zu, das ja nicht mit Trans* zu tun hat. Ich merke auch, dass der Rassismus und all das … es ist immer so eine Welle … manchmal ist es besser oder schlechter, aber es ist immer so ein Teufelskreis. Ich merke, dass die Leute jetzt viel angespannter sind. Sie sind wieder misstrauischer, sie haben weniger … ja wie soll ich jetzt sagen … es gibt wieder so einen kleinen Rechtsruck, muss ich jetzt beinahe so sagen. Den spüre ich auch und das Problem ist: Alles, was politisch passiert, fällt aber auch auf die Leute zurück, die hier schon lange leben und die hart arbeiten für das, was sie tun. Da passiert eine Sache und dann sind wieder alle im gleichen Text und das ist so anstrengend, sich jedes Mal wieder zu rechtfertigen. Warum man hier ist, wie lang man hier ist und so weiter. Nach 30 Jahren bin ich einfach ein Flüchtling, nur weil ich so aussehe, wie ich aussehe. Nur wenn ich meinen Mund aufmache, merken sie, dass ich Schweizer bin … ja, ich muss mich immer rechtfertigen und dazu habe ich einfach keine Lust. Ich tue dann manchmal auch so, als würde ich nichts verstehen, um zu sehen, wie die Reaktionen sind und um dann zu sagen „Hey, ich hab dich verstanden – jetzt sprechen wir Klartext“

Das ist die Sache, die mich beschäftigt und die ich auch mit meinen vergangenen Beziehungen nicht besprochen habe. Ich will in diese Welt keine Kinder setzen, wenn ich selber… Die sagen immer, die Kinder seien unsere Zukunft. Man soll auch immer optimistisch und positiv denken, aber ich möchte nicht annehmen, dass mein Kind das durchmacht, was ich durchgemacht habe. Und das nur als Migrant. Dazu habe ich keinen Bock. Und wenn es [das Kind] nur annähernd so sensibel ist wie ich, dann lieber nicht.

Das ist eigentlich eine frustrierende Bilanz, so etwas. Ich finde die Aussage leicht traurig von mir. Aber die Gedanken habe ich schon lange. Ich hatte schon immer das Gefühl, eine Familie gründen zu wollen, aber ich hatte auch mal eine Mutter, also eine Bekannte, die Mutter war, die gesagt hat: „Ich würde mir ganz genau überlegen, ob ihr ein schwarzes Kind wollt.“ So musste ich sagen, dass ich Transgender bin und gar keine Kinder zeugen kann. Aber diese Aussage ist krass … und die Mutter war selber schwarz. Suche den Fehler.

Und weißt du, das ist dann schon echt tragisch, wenn eine Migrantenmutter sagen muss, nee ich würde – die ist eine andere Generation als ich – ich würde mir heute zweimal überlegen oder meiner Tochter empfehlen, eher Richtung weiß zu gehen. Weißt du… es sollte doch keine Rolle spielen. Und das ist für mich auch eine Sache, die mich sehr beschäftigt.

Oder wir waren in einem Restaurant. Mir wurde ein Restaurant empfohlen, in dem sie super gespeist hat. Wir sind ins gleiche Restaurant und wir wurden so schlimm bedient. Wir wurden offensichtlich anders bedient. Und wir haben auch gesehen, wie die anderen bedient wurden, was bei den anderen gemacht wurde. Und dann ist meine Partnerin irgendwann durchgedreht und ist aufgestanden und hat gefragt: „Warum werden bei denen diese Sachen gemacht?“ Das waren Gesten: Sie haben Reis geschöpft für jeden. Sie haben Ausreden gefunden und meine Partnerin hat auch noch gesagt, man merkt es mit der Zeit, in der sie mir mit zusammen ist. Sie hätte nie gedacht, dass die Welt, oder dass die Menschen so sind. Sie hat einfach in ihrer rosaroten … oder ja, klingt jetzt krass … ihrer weißen Welt gelebt. Ich will die Welt nicht böse machen, aber ich habe keine Kraft mich jedes Mal aufzuregen über das und jedes Mal auf „frontal“ gehen… Ich habe keine Kraft. Weißt du, ich muss mir aussuchen bei welchen Aktionen ich wirklich „kontra“ gebe und sage „so geht es jetzt nicht“.

Gendertreff: Man muss sich aussuchen, wo man die Kraft reinsteckt.
Msoke: Richtig.

Gendertreff: Eigentlich wollten wir noch fragen, wie du die Situation als Trans*-Person mit Migrationshintergrund speziell in der Schweiz wahrnimmst? (…) Das hast du im Grunde aber alles schon gesagt. Welche Staatsangehörigkeit besitzt du eigentlich?
Msoke: Ich bin Schweizer. Ich habe keine doppelte Staatsbürgerschaft, nur einen Schweizer Pass.
Gendertreff: Es hätte ja sein können, dass du noch einen Tansanianischen Pass hast.
Msoke: Das Problem ist, wegen der Musik und wegen dem Visum. Ich habe auch immer ein Visum gebraucht für Deutschland (…) Ich muss flexibler reisen können, wenn ich Musik mache und darum, ja. Aber ich wollte eigentlich lange gar keinen Schweizer Pass, weil ich mich nicht zu Hause fühle da. Ich war lange sehr jung und naiv, sagen wir es mal so. Ich hab immer getrotzt „Ich will den Pass nicht, weil ich … weil die mich hier nicht mögen“. Aber businesstechnisch musste ich irgendwann sagen, es ist doch besser und cleverer. Weil jetzt, zu diesem Zeitpunkt, bei der neuen Abstimmung in der Schweiz hätte ich echt verloren, wenn ich jetzt keinen Schweizer Pass hätte, weil durch diese Flüchtlingssituation, die jetzt passiert ist, haben sie jetzt ein neues Gesetz – auch für die, die schon lange da leben und können sie die jetzt auch schneller abschieben. Sprich hätte ich jetzt noch… ich müsste nur einmal einen Joint rauchen oder so und … könnten sie da auch härtere Bandagen anziehen oder so. Ja, sie haben das jetzt ein bisschen verschärft. Ist leider angenommen worden.

Gendertreff: Wie ist der formale Ablauf einer Transition in der Schweiz geregelt und welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Was war besonders positiv und was hast du als besonders negativ und belastend empfunden?
Msoke: Nun ja, ich habe gerade erst diese Woche wieder mit der Fachstelle in Zürich gesprochen – mit Hannes, der ist auch in Berlin, und ich muss sagen, es hat sich einiges getan. Es sind bei mir jetzt schon wieder sechs Jahre vorbei und damals…man hat mir diese Woche gesagt, jetzt übernimmt die Krankenkasse die OPs. Bei mir… ich hab die OPs selber bezahlt, ich hab sie in Berlin gemacht. So Sachen (waren) enttäuschend für mich, weil ich wollte nicht warten, konnte nicht warten. Jetzt ist es so, haben sie durchgebracht auch nach langen Kämpfen, dass es jetzt schneller übernommen wird haben sie gesagt. Konnte ich leider keinen Nutzen draus ziehen, aber es ist gut für die Nachfolgenden. Die Personenstandsänderung ist jetzt endlich auch ohne Probleme durchzuführen, ohne dass wir die Gebärmutter rausreißen müssen – das war der Streit, das Problem in der Schweiz, dass sie das nur ändern wollten, wenn wir die Gebärmutter rausoperieren und da haben wir auch dagegen gekämpft. Ist jetzt auch möglich, kann ich jetzt auch machen – weil das habe ich immer noch, das „F“ auf der ID, das stresst mich einfach psychologisch noch. Oder man kommt in gewissen Situationen, je nachdem wie der Zöllner, der Polizist guckt… „F“…“M“ …der schnallt das dann nicht und dann hast du wieder diese Fragen und so. Und das ist für mich der letzte Schritt, um da noch was zu ändern. Weil wenn ich in andere Länder gehe, habe ich leider von anderen Transgendern auch schon gehört, dass das „F“/“M“ sehr viel Probleme gebracht hat … und Striptease da und so. Also es hat da geheißen „Entweder ausziehen, oder du reist nicht ein, dann reist du zurück“. Und ich hab ihn gefragt, was hast du gemacht, denn er war auch auf einer Mission um Transgendern zu helfen, in Ägypten oder so … und er hat … das war für mich … weil ich auch in gewisse Länder reisen möchte, gerne … Diese Sachen zu machen ist für mich auch, um wenig Probleme beim Einreisen und beim Zoll zu haben. Ich habe keine Lust, da schon so einen Stress zu haben. Ich will da einfach so gut wie möglich reinkommen. Ja.

Also ich würde mal sagen: Zu meiner Zeit enttäuschend, aber gut, was sich entwickelt hat. Es hat sich verbessert für die Nachkommenden.

Gendertreff: Ziele – Deine Ziele, berufliche Ziele, persönliche Ziele und natürlich auch in Bezug auf Trans*.
Msoke: Das sind vier Fragen in einer!
Gendertreff: So ungefähr, ja! Sagen wir mal so. Die Frage lautet: Was sind deine Ziele? Beruflich, persönlich und in Bezug auf die Transidentität. Also sind’s drei.
Msoke: Meine Ziele beruflich: Mich über Wasser halten zu können. Ich bin selbstständig, das ist nicht so einfach. Wenn ich das nicht kann, gehe ich wieder arbeiten. Was war dann?
Gendertreff: Persönliche…
Msoke: „Persönliche“ würde ich mal sagen heißt „privat“. Ich würde mal sagen das ist der Sektor, wo ich am wenigsten erfahren oder professionell bin, würde ich sagen, weil da wirklich am meisten auf der Strecke bleibt, weil ich sehr viel unterwegs bin und es früher oder später immer an der Zeit mangelt, bei der Familienplanung. Irgendwo liegt immer der Haken, früher oder später, je älter man wird spürt man das einfach so. Und darum ist es ein Thema, dass ich ja früher oder länger … nicht so viel Energie reinstecken will, weil es mich sehr mitnimmt. Weil es Energie kostet, wenn es dann nicht funktioniert. Also, ich gehe meistens sehr sachlich damit um. Das ist auch sehr beängstigend. Weil es auch nicht gut ist, keine Hoffnung zu haben. Aber wenn die Leute mir sagen „Du bist ein Pessimist“ sage ich immer „Nein, ich bin Realist“. Es klingt nur meistens wie ein Pessimist.
Gendertreff: Ja, weil die Realität ja sehr schnell in das Pessimistische umschlägt.
Msoke: Ja… Und nach dem persönlichen war?
Gendertreff: Nach dem Persönlichen war noch die Transidentität.
Msoke: Das ist für mich schwer. Ich sage immer: „Was kann ich für mich alleine machen?“ Das ist eben falsch. Ich denke schon, jeder kleine Stein kann was bewegen und zusammen können wir einen Berg bewegen. Together we can move mountains, you know? Und ich denke … mein persönliches Ziel ist die Jugend … auch wenn ich selber keine Kinder habe, sind die Kinder unsere Zukunft. Wenn wir dort ansetzen können zu sensibilisieren, einfach den Menschen zu respektieren. Ich versuche, viele Workshops zu machen, an den Schulen und so. Ich versuche nachhaltige, ich will nachhaltige Arbeit leisten – musikalisch so wie auch kommunikativ. Obwohl ich nicht Pädagoge bin, habe ich doch auch Möglichkeiten bekommen, in der Schule etwas zu unterrichten. Das möchte ich gerne noch ein bisschen ausbauen, vor allem beim Thema Trans* oder, ja, in diesem Bereich. Ich möchte Gleichgesinnte finden, Migration, transident, dieses Thema. Das sind meine Ziele, weil ich nicht möchte, dass, auch wenn das nicht meine Kinder sind, dass zukünftige Kinder gleich leiden wie wir, weil sie keine Ansprechpersonen haben so wie wir.
Jasmin (Gendertreff): Das, ja, zum anderen diese unverständnisvollen Blicke von den Kindern. Das passiert mir sehr oft. Wenn ich Kinder oder Jugendliche im Bus oder sonst irgendwo sehe, die gucken mich an und verstehen nicht. Da ist einfach Aufklärungsarbeit zu leisten.
Msoke: Das ist sehr wichtig. Und dann hören die irgendwas von den Eltern, irgendwo um die Ecke, was nur halb so ist … und ich denke, nur eine Stunde, nur eine Lektion … man kann so viel, weißt du, man kann so viel bewirken, denke ich. Ich denke immer, es kann nicht so falsch sein und da setze ich momentan an in der Schweiz, weil ich da connections habe. Weil in ein Schulsystem reinzukommen ist nicht so einfach. Aber wenn du dann mal drin bist, weißt du…

Andrea (Gendertreff): Was mir aufgefallen ist, ich sag es mal so …. dein Passing ist 1++++++++, weil da ist überhaupt nichts.
Msoke: Danke schön.

Gendertreff: Du pendelst zwischen Zürich und Berlin. Welche Unterschiede hast du in Bezug auf deine Transidentität und deinen Migrationshintergrund feststellen können? Wirst du hier mehr akzeptiert oder in Zürich?
Msoke: (schweigt länger). Die Schweiz ist sehr konservativ. Wenn ich es so jetzt im Globalen angucke … das einzige ist die Sprache. Wenn sie hören, was ich spreche, dann ist es ein bisschen leichter, aber trotzdem… es ist schwer, da hineinzukommen. Sie lassen dich schwer integrieren, sagen wir. (…) Als ich das erste Mal nach Berlin gekommen bin, also weißt du, ich hab gedacht, wenn ich hierher komme und versuche, mich als Künstler zu promoten und meinen Namen hier ein bisschen zu spreaden, ist es viel schwerer. Ich hab gedacht, nichts wird mir geschenkt, es wird eine harte Nummer von Zero nur ein kleines Gehör zu finden und als ich hierhergekommen bin, hatte ich so viele motivierte Menschen kennengelernt, und alle wollten … Viele machen gemeinnützige Sachen und gratis, oder aus einer Motivation heraus an die sie glauben … Sowas gibt es bei uns überhaupt nicht. Ohne Geld bewegt sich kein Schwein bei uns irgendwie. Und Leute, die mehr arbeiten… Ich bin einfach nonstop inspiriert und fasziniert von Berlin. Wieviel Inspiration, wieviel Hilfe ich hier bekomme ohne groß zu … weißt du, ja, ich kann es gar nicht in Worte fassen … ausdrücken, wie unterschiedlich diese zwei Länder für mich persönlich jetzt sind, obwohl ich die Sprache ja verstehe und ich in beiden Ländern ja eigentlich gut kommunizieren kann, sehe ich hier viel mehr Möglichkeiten, Optionen für mich als Künstler.

Als ich 20 war oder 15 haben wir immer gedacht „ihr musst nach Amerika – nur dann habt ihr es geschafft, nur dann sind wir berühmt, nur dann!“ Aber mittlerweile habe ich für mich gesagt, ist auch Europa mein Amerika, weil … man kann auch hier gut leben, ohne in Amerika ein Star zu sein. Ich habe mich einfach nur auf Europa konzentriert und man kann hier so viel ausschöpfen, es gibt so viel zum Ausschöpfen was ich nicht mal annähernd habe bis jetzt. Und ja, das inspiriert mich einfach sehr, ja. Konkurrenz brauche ich, Inspiration – das gibt es bei uns nicht so viel. Alles ist für sich, wir machen unsere Sachen für uns, keiner (darf) reinschauen, nee und so…

Gendertreff: Ich denk mal auch, dass Berlin ein bisschen mehr multikulti angehaucht ist.
Msoke: Ja… Obwohl Zürich auch viele Kulturen hat. Ich sehe immer die Unterschiede… Aber global sind sie auch wirklich konservativer. Vielleicht habt ihr ja auch konservative Deutsche. (…)

Gendertreff: Was jetzt vielleicht nicht ganz passt, aber was mir gerade so durch den Sinn gegangen ist: Wenn du einen Live Act machst, wieviel Aufwand steckt dahinter? Also wieviel Personen, wieviel Equipment brauchst du wirklich um sowas auf die Beine zu stellen?
Msoke: Um ein Konzert zu geben?
Gendertreff: Ja, sagen wir mal so. Ich denke jetzt an eine kleine Kneipe, eine Bar…
Msoke: Ist das eine Anfrage? (lacht)

Ich sage, wie es ist. Es gibt zwei Formationen: entweder mit einer Band, das sind mehrere Personen, oder alleine mit Soundsystem, da komme ich entweder mit dem Laptop oder hab einen CD Player da … was kann man noch alles anschließen? Na so elektronische Sachen … da lasse ich meinen Sound laufen und brauche nur ein Mikro und los geht’s. Dafür brauche ich noch nicht mal eine Bühne – ich kann überall rocken, weiß du. Wenn man natürlich eine Band hat, dann ist es viel aufwändiger, denn dann braucht man ein Schlagzeug, man braucht das richtige PA (Gendertreff: Ein Bühnen-Sound-System). Wenn man einen Club hat, der keine richtige Soundanlage hat, dann wird es für dich natürlich ein bisschen aufwändiger, weil das bringe ich nicht mit. Aber sonst kann man den Rest natürlich anstecken, je nachdem, in jedem Club.

Ich möchte Gleichgesinnte auch motivieren, zu kollaborieren. Weil ich finde es nicht gut, wenn wir jetzt anfangen schwarze und weiße Transgender zu trennen, das ist nicht mein Ziel, die zu trennen, sondern lets be together! Darum finde ich den Aspekt nicht schlecht, in verschiedenen Vereinen vielleicht auch mal Präsenz zu zeigen und, wenn ich das dann machen würde, zu einem XY Datum, dass man dann auch, was ich diese Woche auch besprochen habe, dass man dann auch die migrantischen Transgender aufruft, weil… die anderen sind ja schon da. Ihr habt ’ne Basis schon aufgebaut, jetzt mal blöde gesagt, aber… ich kann es einfach nicht glauben, dass kein Schwein… dass … weiß du… Es gibt Black Cracker den Künstler, das ist der einzige Künstler, den ich kenne, der ist ein Transmann. Aber er … es gibt natürlich auch Transgenderleute, nach dem Passen, die wollen nicht mehr darüber sprechen, weißt du. „Lasst mich einfach in Ruhe, lasst mich einfach mein Leben leben“ und das ist auch okay, weißt du, und lass mein Ding, meine Arbeit das ist zu tun, dann mache ich das einfach, aber trotzdem möchte ich sagen „ich bin da“ und wer einen Ansprechpartner sucht… oder… ich will einfach eine Plattform bieten für alle… für migrantische Transgender.

Dann würde ich Vorfeld auch eine Diskussionsrunde machen… weil ich überlege mir auch immer bei den Konzerten, da gibt es auch immer die Möglichkeit, im Vorfeld einen Workshop zu machen und das versuche ich noch auszuarbeiten und vielleicht zu kombinieren, weil das ein paar Künstler auch machen von meinem Label Springstoff. Springstoff fördert solche Ideen sehr. Ich habe noch näheren Bezug zu den Leuten, wenn es Vorfeld einen kleinen Workshop gäbe. Das möchte ich auch im musikalischen so einbauen auf jeden Fall. Es ist nicht ausgeschlossen!

Gendertreff: Im Grunde ist die Frage schon beantwortet – empfindest du Diskriminierung in Bezug auf deine Transidentität und/oder deinen Migrationshintergrund? Gibt es hier Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz? Empfindest du es überhaupt als diskriminierend?
Msoke: Wie du schon gesagt hast, mein Passing ist ziemlich gut gelaufen. Also wenn ich durch die Straße gehe, ist das eigentlich Problem jetzt nicht als transident … sondern als Migrant erkannt zu werden. Das ist schon eher das erste, auf das ich angesprochen werde. Wenn es dann zu Situationen kommt, wo es dann auch mein Geschlecht oder so betrifft, oder wenn ich sehe, wie Männer über Frauen sprechen oder so, wenn ich in einer Gruppe bin und dann muss ich schnell was sagen, dann sind Situationen zum Teil schon überraschend – wenn ich eine Partei ergreife, oder danach sage, „Hey, sorry, mir kannst du das nicht erzählen so und so“ – „Ach! Nee?!“ und dann merkst du gerade, wie Leute dann schon anders sprechen oder so. Oder Frauen, die versuchen mich zu bezirzen, nur weil sie was billiger bekommen wollen… Und ich sage „hey, da hast du aber falsch geguckt…solche Spiele… nee“

Gendertreff: Was möchtest du den Menschen da draußen sagen? Hast du eine Message an die Leute da draußen?
Msoke: Hoffnung ist eine gute Sache, auch wenn es die einzige ist, die wir noch haben. Ohne Hoffnung würde ich das alles nicht machen. Hätte ich die Hoffnung verloren … ich kann nur das sagen. Das ist keine Garantie für nichts, was wir erreichen wollen oder können – aber ohne Hoffnung gäbe es keinen Drive in mir. Ich hoffe, dass ich auch viel Hoffnung säen kann und geben kann.

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