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Am Fuß der Zugspitze

6 Damen in Oberbayern vom 03.06. – 16.06 2017

 

3 Pausen und rund 650Km trennten uns von unserem Urlaubsort. Gegen 18:00 Uhr dann Touch-Down in Grainau/Obb. 1:0 für Kirsten, Marina, Rita, Stefanie, Ute und Xenia.

Natürlich gleich nach dem Koffer ausschütten, in den nahegelegenen Biergarten und genießen.

Am nächsten Tag probierten wir das Schwimmbad in Grainau aus und danach spazierten wir durch das Städtchen.




Besichtigung des Schloß Linderhof stand auf dem Programm. Abends genossen wir das gute deftige bayerische Essen mit Getränkebeilage 😀



Nach dem guten Frühstücksbuffet fuhren wir mit dem Zug nach Innsbruck. Und natürlich musste dort das „Goldene Dach“ fotografiert werden.

Abends genossen wir noch den Sonnenuntergang über dem Wettersteingebirge.


Schloß Neuschwanstein am nächsten Tag.



Und wir trauten uns auf die ca. 90m hohe Marienbrücke.



Vor dem abendlichen Grillen ließen wir uns durch die schöne Gegend kutschieren.

Dann spazierten wir ca. 3,5Km um den halben Eibsee am Fuße der Zugspitze und wollten dort am Steg die Fähre zurück zum Parkplatz nehmen. Okay, die Fähre fuhr uns vor der Nase weg. Stefanie lief dann noch die restlichen 4Km und informierte uns über den Stand der Dinge. Wir zurückgebliebenen wollten schon aufgeben zu warten und wieder zurück laufen, da kam der erlösende Anruf, dass noch eine Fähre die Fahrt aufgenommen hat. Wir wurden gerettet

Später beim Grillen war natürlich auch Felix vom Hotel Alpspitz dabei.

Am nächsten Morgen oder war es schon fast Mittag fuhren wir nach Garmisch-Partenkirchen und spazierten an der Olympia-Sprungschanze vorbei

zur Partnachklamm.









Schnell zum Brezeln in die Ferienwohnung, denn für den Heimatabend wollten wir gut aussehen. Ich denke es war uns gelungen.

So standen wir an der Haltestelle und warteten auf den Bus.

Die Haltestelle war schon speziell aber immerhin fuhr hier ein Bus. In Grainau gibt es nämlich Haltestellen an denen nie ein Bus hält. Sie nennen sich Soda-Haltestellen, sie stehen halt so da…..


Wir schauten auf das Treiben auf der Bühne des Heimatabends bis wir das Gefühl hatten das sich alles irgendwie wiederholt. Es ging zurück zur Ferienwohnung und wir stellten fest, dass es für eine Beleuchtung des schönen Wanderwegs am Waldesrand wohl nicht mehr gereicht hatte. Zum Glück war es noch nicht stockdunkel.

*

Während eine Gruppe mit der Zugspitzbahn auf die Zugspitze und 2min. Seilbahn zum Gipfel fuhr, besuchten die anderen das Kloster von Benediktbeuren und fuhren durch die herrliche Natur.  Immerhin kostet die Fahrt zum Gipfel stolze 53€ und das Kloster war kostenlos. Zu Fuß wäre dann auch die Zugspitze kostenlos




*


Den Abend beendeten wir wieder gemeinsam beim Grillen.







Zwischendurch besuchten wir das Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen, versackten in einem irischen Pub und unternahmen diverse Nachtspaziergänge. Minigolf spielten wir noch zum Abschluss, bei dem der Tagesrekord geholt wurde.

Wir machten noch einen Spaziergang durch die wunderschöne Gegend und belohnten uns mit einem leckeren großen Stück Kuchen.




In einem gemütlichen Biergarten ließen wir es uns noch einmal so richtig gut gehen um am nächsten Tag so langsam die Koffer zu packen.

Am Freitag traten wir nach dem leckeren und üppigen Frühstück die stress- und staufreie Heimfahrt an. Bei einem leckeren Essen in der Heimat endete dieser schöne Urlaub, bei dem wir auch viel Spaß hatten und viele nette und tolle Menschen kennen gelernt haben.

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Transsexuelle Gedanken zum Sonntag „Kantate“ 2017

Autorin: Johanna

Die Deutsche Gemeinde in Malmö der EKD hat mich eingeladen, im Gottesdienst am Samstag vor dem Sonntag „Kantate“ eine persönliche Ansprache zu halten. Ich habe versucht, vom Predigttext der Woche ausgehend, auf mich selbst und die Situation von Transpersonen einzugehen. Mein Ziel war es, zu einem besseren Umgang mit Transpersonen beizutragen und ganz allgemein für Vielfalt zu werben.

Der Predigttext zum Sonntag „Kantate“, 3. Jahrgang, steht im Matthäus-Evangelium, 21. Kapitel, Verse 14-17. Ich lese aus der Einheitsübersetzung:
Im Tempel kamen Lahme und Blinde zu ihm [Jesus], und er heilte sie. Als nun die Hohen Priester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder im Tempel rufen hörten: „Hosanna dem Sohn Davids!“ da wurden sie ärgerlich und sagten zu ihm: „Hörst du, was sie rufen?“ Jesus antwortete ihnen: „Ja, ich höre es. Habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob‘?“ Und er ließ sie stehen und ging aus der Stadt hinaus nach Betanien: dort übernachtete er.
Ich denke, dieser Bibelabschnitt ist zum Sonntag „Kantate“, „Singet“ ausgewählt, weil dort von Lobgesang die Rede ist, auf jeden Fall in der aktuellen schwedischen Bibelübersetzung, während in der deutschen Einheitsübersetzung und in der Lutherbibel nur das Wort „Lob“ steht. Es ist Jesus selbst, der hier den 8. Psalm, Vers 3, zitiert, „Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob“ oder „Lobgesang“. Die Kinder im Tempel lobpreisen also Jesus als Sohn Davids, und dieses aktuelle Geschehen wird als Erfüllung eines Wortes aus der heiligen Schrift gedeutet. Das ist ein wiederkehrendes Motiv in den Evangelien: Etwas geschieht – und erweist sich als Erfüllung einer Vorhersage aus dem Alten Testament. Ich denke, diese Stellen sollen beweisen, dass Jesus der Messias ist.

Aus heutiger Sicht problematisch ist hierbei, dass man damals jeden Bibelvers für sich gedeutet hat, auch und vielleicht sogar gerade dann, wenn er aus dem Zusammenhang gerissen eine ganz andere Bedeutung erhält. Außerdem wird nicht der hebräische Originaltext zitiert, sondern die damals gängige griechische Übersetzung, die Septuaginta. Im hebräischen Original steht dagegen sinngemäß: „Ich will deine himmlische Pracht mit dem Mund eines Kindes, eines Säuglings besingen. Du hast einen Schutz gegen deine Feinde errichtet…“ (Bibel 2000, dt. Übers. J.M.-N.). Wenn im hebräischen Original der Psalmist selbst singt, und von einem Schutz die Rede ist, wohingegen in der Septuaginta von singenden Kindern und Lob oder Lobgesang gesprochen wird, dann fällt dieser Messias Beweis natürlich in sich zusammen. Aber dass der Beweis hinkt, schließt natürlich nicht aus, dass die Schlussfolgerung, Jesus ist Messias, trotzdem wahr ist.

Wie dem auch sei, ob es der Psalmist ist, dessen Verstand sich im Vergleich zu Gottes Größe wie die geistigen Fähigkeiten eines Kleinkindes ausnimmt, oder ob es tatsächlich Kinder sind, die Jesus als Sohn Davids, also den versprochenen Retter, Messias, erkennen – Kindermund tut Wahrheit kund, wie ein Sprichwort sagt – so haben wir hier auf jeden Fall den Gegensatz zwischen einem wundersamen Geschehen, Kranke werden geheilt, und Lobpreis einerseits und andererseits der Ablehnung durch die Gelehrten, die es eigentlich besser wissen müssten. Dieser Bibelabschnitt steht nach dem Einzug in Jerusalem und der Tempelreinigung und weist bereits deutlich auf den Konflikt mit dem religiösen Establishment hin, der schließlich zu Jesu Kreuzigung führt. Was ich spannend finde, ist, dass Jesu Wunderheilungen durch die unselige Diskussion mit den missbilligenden Theologen ein abruptes Ende finden. Die glückliche Stimmung wird zerstört, und Jesus bleibt nichts anderes übrig, als den Schauplatz seiner Wunder zu verlassen.

Ich möchte mehr zu den Heilungen sagen. Es sind also Blinde und Körperbehinderte, die hier geheilt werden, Heilungen von Gebrechen, die vermutlich damals medizinisch unheilbar waren. Auch heute, trotz aller medizinischen Fortschritte, sind Krankheiten nicht besiegt. Bei Fürbittengottesdiensten habe ich oft erlebt, dass Bitten um Heilung von sich selbst oder Nahestehenden einen großen Anteil der Fürbitten einnehmen. Jesus heilt aber nicht nur körperliche Gebrechen, sondern die Heilungen im Neuen Testament beinhalten häufig auch die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft, zum Beispiel als Aussätzige geheilt werden oder die Frau mit den schweren Blutungen, die sich alle als Unreine außerhalb der Gesellschaft aufhalten mussten. Auch im heutigen Bibelabschnitt könnte es, nach einem Vers im zweiten Samuels Buch zu urteilen (2 Sam. 5:8), so gewesen sein, dass diese Behinderten keinen Zugang zum Tempel hatten, und dass die Heilung ihnen also wieder die Teilhabe an der religiösen Gemeinschaft ermöglichte.

Wenn wir uns selbst in der Nachfolge Jesu verstehen, wie können wir zur Heilung zumindest der Seele beitragen und vermeiden, wie die Priester und Gelehrten zum Hindernis einer Heilung zu werden? Ich glaube, eine Gefahr liegt darin, wenn man sich wie diese selbst überschätzt und genau weiß, wie ein Betroffener es anstellen müsste, um seine Probleme in den Griff zu bekommen. Und dann womöglich noch ungeduldig oder ärgerlich wird, wenn der Betreffende den guten Ratschlägen nicht folgt. Ich habe mich vor einiger Zeit im Internet einer Gruppe von Menschen angeschlossen, bei denen das biologische Geschlecht nicht mit dem selbst erlebten psychologischen Geschlecht übereinstimmt, also z. B. so wie bei mir, die nach Mann aussehen, sich aber als Frau empfinden (und umgekehrt). Im Gendertreff-Forum sammeln sich besonders Menschen mit einer ganzen Reihe von Problemen, und da wir alle so hilfsbereit sind, hagelt es dann gute Ratschläge. Doch wenn wir selbst in der Lage der Betroffenen wären, würden wir vermutlich recht schnell merken, dass die Wirklichkeit komplizierter ist als erwartet und dass viele der guten Ratschläge nicht so richtig funktionieren. Aufgrund eigener Erfahrungen bin ich sehr vorsichtig geworden, was das Erteilen von Ratschlägen angeht, wie man „einfach mal“ eine Sache lösen könnte.

Natürlich würde ich jederzeit einen Freund oder Bekannten warnen, wenn ich befürchte, dass er oder sie dabei ist, einen Fehler zu begehen, und natürlich gebe ich auch weiterhin Ratschläge, wenn ich denn welche habe. Aber ich bin sehr vorsichtig geworden, was ihre Umsetzbarkeit angeht, und formuliere sie lieber nur als Empfehlungen, an was man mal denken könnte. Das Wichtigste, glaube ich, ist Zuhören. Nicht nur, wer Probleme hat oder wem es schlecht geht, sondern auch, wer etwas Wesentliches erlebt hat, hat vermutlich ein Bedürfnis, davon zu erzählen. Zuhören, Bestärkung geben, das kann ungeheuer wertvoll sein. Das gilt insbesondere bei Erfahrungen außerhalb des Gewöhnlichen: Erfahrungen, über die man nicht spricht, z. B. psychische Erkrankungen von einem selbst oder in der Familie, oder wie ich jetzt erfahren durfte, die Zugehörigkeit zum Regenbogenspektrum. Noch immer ist es so, dass viele Homosexuelle oder, wie in meinem Fall, Transsexuelle/Transidente und deren Angehörige Angst haben vor Diskriminierung, und diese Angst steht in vielen Fällen einem Leben in Würde und im Einklang mit sich selbst im Wege. Selbst habe ich glücklicherweise extrem viel positiven Zuspruch erfahren und das ist mir in meiner Selbstfindung eine unschätzbar wertvolle Hilfe gewesen und hat mir Mut gegeben, meine Identität offen zu leben und mich zum Beispiel auch heute vor Sie hinzustellen und als Transperson zu offenbaren. So lange man sich noch die Frage stellt, „wie werden die Leute reagieren?“, so lange es im Internet Hass gegen die lesbische Bischöfin Eva B. (Stockholm) gibt, so lange ist diese Vielfalt von Lebensformen offensichtlich nicht zur Selbstverständlichkeit geworden und die Unterstützung, die ich glücklicherweise erfahren habe, ist absolut nötig. Ich hoffe, dass wir irgendwann dahin kommen, Vielfalt ganz allgemein als Bereicherung zu empfinden. Als ich einer Kollegin davon erzählte, welche Freiheit ich empfinde, indem ich als Frau leben darf, kam sie auf die Idee, sie würde sich so gerne die Freiheit nehmen, wieder Musik zu machen. Ich finde, das ist genau die richtige Einstellung: Gott hat uns unterschiedlich geschaffen, mit unterschiedlichen Begabungen, Neigungen, Interessen, und diese gilt es zu entfalten und uns wechselseitig darin zu unterstützen und einander zu helfen, wo wir Schwierigkeiten haben, nicht durch besserwisserische Ratschläge, sondern durch respektvolles Zuhören.

Zum Abschluss möchte ich gerne ein Lied singen, das zum Ausdruck bringt, dass niemand anderes die eigenen Sorgen so tief versteht, wie Jesus, und dass es Liebe ist, die Heilung bringt. Oft wird die Liebe dadurch spürbar, dass wir einander Zeit und ein offenes Ohr schenken.

Refrain:
Nobody knows the trouble I’ve seen, Nobody knows but Jesus.
Nobody knows the trouble I’ve seen, Glory hallelujah.
1. Sometimes I’m up, sometimes I’m down, Oh, yes, Lord.
Sometimes I’m almost to the ground, Oh, yes, Lord.
Refrain
2. Although you see me goin’ ‘long so, Oh, yes, Lord.
I have my trials here below, Oh, yes, Lord.
Refrain
3. One day when I was walking ‘long, Oh, yes, Lord.
The element opened and love came down, Oh, yes, Lord.
Refrain

Quellen:
Alexander, P. & Alexander, D. (red.), Fahlgren, S. (svensk red.). (2001). Libris stora handbok till Bibeln. Örebro: Libris.
Deutsche Bibelgesellschaft (Hrsg.). (1964). Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers mit 221 Kupferstichen von Matthaeus Merian. Köln: Naumann & Göbel.
Katholische Bibelanstalt (Hrsg.). (1980). Die Bibel: Einheitsübersetzung Altes und Neues Testament. Stuttgart: Herder. (Psalmen und Neues Testament gemeinschaftlich mit katholischen Bischöfen herausgegeben u.a. im Auftrag des Rates der EKD)
Svenska Bibelsällskapet & Libris förlag (utg.). (2000). Bibeln: Bibelkommissionens översättning. Örebro: Libris.

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„Sex Change“ als Verkleidung: Ein Motto verstört

Autorin: Flora

 

Es ist jedes Jahr dasselbe. Kurz nach den schriftlichen Abiturprüfungen treffen verwirrte Ältere in Bus, Bahn und auf der Straße auf extrem merkwürdig gekleidete junge Leute- auch dieses Jahr.

Da ich nicht weiß, wie weit diese Tradition verbreitet ist, sollte ich es wohl kurz erklären: Zumindest in der Region in der ich lebe ist es üblich, dass die Abiturklassen sich eine Woche zwischen schriftlichem und mündlichem Abitur aussuchen, und sich Mottos für jeden Tag der Woche überlegen, nach denen sie sich dann verkleiden können. Es ist eine unschuldige, lustige Aktion, die in der entspannten Frühjahrszeit hilft, die vorherigen Prüfungen ein wenig zu vergessen.

So hatte sich auch meine Stufe (wohlgemerkt per Mehrheitsbeschluss) fünf Mottos ausgesucht und alle hatten sich eifrig darauf vorbereitet, ein witziges Kostüm zu haben. Im Großen und Ganzen habe auch ich mich auf die Aktion gefreut, doch eines der Mottos bereitete mir wochenlang Kopfschmerzen: „Sex Change“.

Das Konzept ist alt, schon seit ich denken kann laufen jedes Jahr zur Mottowoche männliche Abiturienten in Kleidern und Röcken durch die Gegend, reden den ganzen Tag in Quiek-Stimme und bemühen sich, jedes weibliche Klischee zu erfüllen, das die Welt gesehen hat. Und während ich trotzdem weiterhin die witzige Seite an dem Ganzen erkenne, wurde mir in den letzten Jahren immer mehr die Problematik des Mottos bewusst.

Das Ganze ist nicht nur problematisch, weil es Klischees verstärkt und für Mädchen bescheuert ist, die statt Jeans und T-Shirt an diesem Tag…nun, Jeans und T-Shirt tragen müssen. Nein, es gibt zwei große Probleme, die so gut wie niemand hier wahrzunehmen scheint.

Zuerst ist es ein schlimmer Fehler, eine Aktion dieser Art mit „Sex Change“ zu betiteln. Der Ausdruck ist so etwas wie das englische Äquivalent zur deutschen „Geschlechtsumwandlung“, ein Wort, das ursprünglich eine geschlechtsangleichende Operation beschreibt, aber auch verallgemeinernd für eine Transition verwendet wird. Beide Ausdrücke sind aber in den trans* Communities extrem unbeliebt, weil sie völlig veraltet, teils diskriminierend oder sogar faktisch falsch sind. Und dieser, sind wir einmal großzügig, holprige Ausdruck für eine Transition bei transidenten Menschen wird nun verwendet, um eine Aktion zu beschreiben, bei der sich Leute als übertriebene, auffällige und klischeehafte Versionen eines anderen Geschlechts – Achtung – verkleiden. Wir haben also eine Show, die zur Unterhaltung und Belustigung dienen soll, und verwenden dafür einen ernsten, veralteten Ausdruck für eine Transition. Gegen eine solche Vermischung von Transidentität und Formen der Unterhaltung wie Travestie wehrt sich die trans* Community schon seit langem. Da aber sowieso niemand in dieser Klassenstufe zu wissen schien, was genau der Ausdruck „Sex Change“ bedeutet, fiel das Alles niemandem auf.

Das zweite, mindestens genauso wichtige Problem scheint ein bisschen oberflächlicher zu sein, ist es aber nicht. Die Frage muss lauten: Warum nur an diesem einen Tag? Warum braucht es einen besonderen Tag im Jahr, damit alle wirklich alles anziehen dürfen, was sie wollen? Und warum muss dabei jedes Mal auf übertriebene Art und Weise unterstrichen werden, dass das alles ein Spaß ist, damit ja niemand auf die Idee käme, man hätte diese Kleidung gerne an?
Fakt ist: Schon seit ich denken kann, war es mir nicht klar, warum ein Stück Stoff ein Geschlecht zuweisen soll. Es ging mir einfach nicht in den Kopf, warum Frauen sich erst das Recht hatten erkämpfen müssen, Hosen zu tragen. Und genauso wenig konnte ich verstehen, warum es eine ach so große Schande sein sollte, wenn ein Mann einen Rock oder ein Kleid trägt. Im Endeffekt ist alles nur Stoff mit ein paar Nähten, und es sollte jede_m_r selbst die Entscheidung überlassen werden, was er_sie trägt. An einem Mann im Rock ist genauso wenig lächerlich wie an einer Frau in Hosen. Dennoch kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Junge, der eines Tages beschließt, in Röcken und Kleidern zur Schule zu kommen, eine allzu gute Zeit hätte. Homo- und transphobe Beschimpfungen und eine Infragestellung seiner Männlichkeit wären sehr gut möglich, dabei- ich sage es gerne nochmal- ist auch ein Rock im Endeffekt nur ein Stück Stoff. Mit all dem im Hinterkopf bekommt diese alljährliche Aktion einen noch komischeren Beigeschmack, denn hier wird sich sehr aktiv über genau diese Menschen lustig gemacht. Die Outfits werden so gestaltet, dass sie absolut lächerlich wirken und genau das ist ja auch das Ziel. Dieses sehr ernste Problem wird ins Lächerliche gezogen und damit auch alle Menschen, die regelmäßig damit zu kämpfen haben.

Nichtsdestotrotz ist all das eine Spaßveranstaltung. Und da mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit niemand überhaupt von diesen Themen weiß, ist es auch wahrscheinlich niemandes direkte Absicht, diese Probleme zu verstärken. Ich glaube nicht, dass an diesem Tag alle mit der Intention aufstehen, ein paar Klischees zu verstärken und sich über Diskriminierung lustig zu machen. Außerdem muss gesagt sein: Nichts hiervon betrifft mich persönlich. Ich bin zwar transident, darf aber dank meiner weiblichen Identität (fast) alles tragen was ich will, ohne dass ich schräg angeschaut werde. Außerdem fühle ich mich von „Sex Change“ gar nicht erst angesprochen, dieser Begriff beschreibt nicht meine Erfahrungen. Ich möchte nicht, dass die oben genannten Probleme mit meiner Transidentität vermischt werden- sie haben nichts damit zu tun. Aber trotzdem bleiben sie bestehen, und ich wollte zumindest ein kleines Zeichen dagegen setzen. Ich wollte die Aktion nicht verhindern, das wäre es nicht wert, aber wenn ich wenigstens ein paar Leute sensibilisieren konnte, hat sich der Aufwand schon gelohnt. Deshalb habe ich diese Zeilen geschrieben und für den Tag das T-Shirt, das auf dem Bild zu sehen ist, getragen.

Und was soll ich sagen- die Botschaft kam (zumindest in Teilen) bei vielen an, und es gab viel Verständnis für meine Entscheidung, das Motto so anzugehen. Die Hoffnung bleibt also, dass sich hier- wie überall- ganz langsam und stetig Veränderung anbahnt. Steter Tropfen höhlt den Stein!

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Veränderung im Kindergarten

Autorin: Susanne

Ich kann mal beschreiben, wie es bei mir abgelaufen ist.
Ich wohne auf dem Dorf, wo ich die letzten 20 Jahre meinen Handwerksbetrieb hatte. Durch meine älteren zwei Kinder kennt man sich auch im Kindergarten ganz gut.
Zu Beginn meiner Transition, Coming-Out bei Familie einschließlich Kinder abgeschlossen, habe ich den Kindergärtnerinnen mitgeteilt, dass Veränderungen in nächster Zeit stattfinden werden und ich den Zeitpunkt des Wechsels ihnen bekanntgeben würde.

Gesagt, getan. Ich stand wie immer mit den anderen Müttern im Gespräch vorm Kindergarten und wartete auf den Jüngsten. Durch die Türe konnte ich sehen, wie ein Mädchen mit ihm über mich sprach: „Wer kommt dich denn heute abholen?“ – „Das ist mein Papa, der ist jetzt eine Frau“. Punkt! Für die Kinder war damit alles erledigt, ist so.

Drei Tage später kam ein Anruf vom Kindergarten, sie würden sich doch gerne mal mit mir unterhalten. Alle Kindergärtnerinnen und ich trafen uns nachmittags auf Kaffee und Plätzchen. Es waren ein paar tolle Stunden, viele Fragen wurden gestellt. Es stellte sich heraus, dass eine das Gespräch von meinem Sohn mitbekommen hatte und in totale Panik verfiel wie sie denn jetzt reagieren solle.
Am Ende des Abends waren alle Sorgen gelegt und die Kindergärtnerin konnte feststellen, dass Kinder viel pragmatischer mit solchen Situationen umgehen und Erwachsene noch viel von Kindern lernen können.

LG Susanne

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Ein zweites DortBunt mit dem Gendertreff

Eine Woche vor Muttertag feierte Dortmund wieder in seiner ganzen Vielfalt.

Am 07. Mai 2017 zeigten die Dortmunder wie sie mit Diversity umgehen.

Auch der Gendertreff wurde wieder eingeladen sein ehrenamtliches Engagement mit einem Stand zu präsentieren.

Alle traten gemeinsam für ein friedliches Miteinander und auch der Gendertreff lud zum Dialog ein. Der Standort war perfekt!

Bei relativ schönem Wetter waren wieder tausende Bürger_innen in der Stadt unterwegs um zu schauen, zu genießen und sich zu informieren. Beim Gendertreff gab es zusätzlich zu den umfangreichen Informationen, Luftballons für die Kleinen, Rosen für die Mütter und Kugelschreiber für alle.

Es wurden wieder zahlreiche Gespräche am Stand geführt. Wir informierten über Transidentität und  stellten unsere Standpunkte zu Aktionen rund um das Thema Diversity vor.

Gegen 15:00 Uhr war die letzte der ca. 150 Muttertagsrosen verteilt. Alle haben sich über den besonderen Gruß vom Gendertreff sehr gefreut. Aber nicht nur deshalb haben viele Besucher_innen den Weg zu uns gefunden.

Zudem kamen auch einige Fachbesucher aus den Bereichen Kinderpsychiatrie, Sozialarbeiterinnen und andere zu uns. Es gab wieder viele gute und informative Gespräche bei denen wir über das Thema „Transidentität“ aufklären konnten.

Das gesamte Event DORTBUNT! ging über die gesamte Innenstadt und stellte allen Mitmenschen, egal welcher Hautfarbe, sexueller Orientierung und/oder Identität, Nationalität und Religion ein tolles Forum für Diskussionen und den Austausch von Erfahrungen.

Natürlich nehmen wir derartige Aktionen auch immer wieder zum Anlass für einen regen Austausch mit unseren Kooperationspartnern, denn natürlich waren TransBekannt e.V. und Lili Marlene auch mit einem eigenen Stand vertreten.

DORTBUNT! in Dortmund war ein gelungenes Event mit vielen guten Gesprächen und vielen guten Kontakten. Der Gendertreff wird auch in Zukunft gerne wieder dabei sein und die Grüne Karte für Diversity zeigen.

>> Grüne Karte für Diversity

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Outing in der Ausbildung

Autorin: Beccy-Jane

Hey liebes Arbeitervolk! Endlich gibt es was zu Erzählen.
Nach Langem hin und her überlegen, abwägen und Panik schieben, hab ich mich endlich dazu durchgerungen mein Outing am Arbeitsplatz in Angriff zu nehmen! Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich an die Sache rangehe. Da mein Bekannter ein Mitglied des Betriebsrats ist, habe ich ihn angesprochen und er hat den Betriebsratsleiter informiert.

Am Dienstag hatten wir dann ein Treffen zu dritt (Betriebsratleiter, mein Bekannter und ich). Ich war ziemlich nervös, doch gewillt die Sache durchzuziehen, also sprang ich ins kalte Wasser. Wir setzten uns an den Tisch, ich bekam einen Kaffee und dann ging´s los. Da er ja schon über den Grund informiert wurde hatte der Leiter erst mal 2 Tage recherchiert, was ich schon mal sehr cool fand. Wir sprachen über den Stand der Dinge (wie weit bin ich mit was), darüber was alles auf mich zukommt in meiner Transition wie das evtl. im Konflikt mit der Ausbildung stehen könnte etc. Nachdem ich die meisten Bedenken aus dem Weg schaffen konnte, überlegten wir wie es weiter gehen sollte. Wir einigten uns darauf ein Treffen mit der Geschäftsleitung und meinen Vorgesetzten zu organisieren,  welches dann in den nächsten Wochen stattfinden sollte. Nach fast 2 Stunden Gespräch verließ ich das Betriebsratsbüro und ging wieder an die Arbeit. Ich war erleichtert, dass alles so gut geklappt hatte und machte mir schon Gedanken für das „große“ Treffen.

Am Mittwochmorgen kam dann der BR-Leiter und meinte: „Also Morgen um 13:30 Uhr Treffen mit der Geschäftsleitung und Co.“
Ich fiel aus allen Wolken. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Natürlich freute ich mich darüber dass es so schnell geht, andererseits wäre ich vor Panik beinahe umgekippt.

Der Donnerstag brach an und schon beim Aufstehen dachte ich bereits an das anstehende Treffen. Die Zeit flog und um halb 1 saß ich dann wieder im Büro des BR. Wir sprachen nochmal alles durch und warteten. Dann war es so weit, Geschäftsführer, Personalchefin, Abteilungsleiter und mein Ausbilder betraten das Zimmer. Mir schlug das Herz bis zum Hals und ich wäre am liebsten davon gerannt. 🙂

Da saßen wir nun und der BR-Leiter ergriff das Wort und erzählte was wir am Dienstag so alles besprochen hatten. Dann erzählte ich ein bisschen. Zu meinem Erstaunen wurde alles ziemlich locker aufgenommen. Wir unterhielten uns, es wurden dieselben Bedenken geäußert bezüglich Ausbildung usw. Ich versicherte dass die Ausbildung nicht darunter leiden wird und wir überlegten wie es weitergehen sollte, wie ich gegen evtl. Mobbing geschützt werden könnte etc. Wir vereinbarten dass wir uns in ein paar Wochen nochmal treffen, wenn ich aus der Schule zurück bin und mit meiner Therapeutin gesprochen habe. Dann wird geklärt wie meine Kollegen und die anderen Mitarbeiter informiert werden.
Alle waren sehr fürsorglich und entgegenkommend. Wenn es Probleme mit meinen Kollegen oder so geben sollte, solle ich sofort Bescheid sagen oder wenn durch HRT bedingt Stimmungsschwankungen oder sonstige Nebenwirkungen auftreten sollten, soll ich ebenfalls Bescheid geben, damit meine Vorgesetzten nicht denken ich hätte auf einmal kein Bock mehr auf meine Ausbildung. Nach einer Stunde war das Gespräch zu Ende. Als sie alle das Büro verlassen hatten, sackte ich erstmal auf meinem Stuhl zusammen.

Ich war so erleichtert und glücklich. Sämtliche Spannung und Anspannung wich aus meinem Körper. Der große Schritt war getan. Jetzt wird mich nichts mehr aufhalten!!! Das Versteckspiel hat endlich ein Ende und ich kann endlich „FREI LEBEN“ und meine Transition ohne Bedenken durchziehen! Ich bin jetzt schon gespannt wie meine Kollegen darauf reagieren werden und ob sie damit klarkommen. Aber was auch geschieht es wird mich nicht aufhalten mein LEBEN zu GENIESSEN. 😀

Ich bin froh dass ich ein so schönes und positives Ereignis mit euch teilen kann und hoffe, dass es vielleicht Anderen hilft und Mut gibt zu sich selbst zu stehen auch bei der Arbeit.

Ich werde natürlich berichten, wie es weiter geht bzw. wie meine Kollegen reagieren wenn es soweit ist.
Liebe Grüße Eure BJ

>> Trans* am Arbeitsplatz

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Brust-OP, der hoffentlich letzte Teil

Autorin: Jasmin

Es war einmal … so fangen Märchen an, und im Grunde ist es für mich fast wie ein Märchen, aber ein reales!

Am vergangenen Freitag (der 21.4.2017) durfte ich morgens um 8 Uhr im Krankenhaus bzw. im dortigen Brust-Zentrum erscheinen. Grund war die sogenannte stationäre Aufnahme, d.h. es wurde sämtlicher Papierkram erledigt, noch einige kurze Untersuchungen durchgeführt (u.a. auch Blut abgenommen) und die Aufklärungsgespräche mit Ärzten und Anästhesisten durchgeführt. Um 14 Uhr durfte ich das Krankenhaus erst einmal wieder verlassen, hatte jedoch den Termin in der Tasche das ich mich am Sonntag ca. 18 Uhr dort wieder einfinden soll.

Sonntag, 23.01.2017: ca. 18 Uhr Ankunft in der Station und superfreundliche Aufnahme durch die dortigen Schwestern, Bezug des Zimmers (ich staunte nicht schlecht das ich ein Einzelzimmer bekam) und kurze Instruktionen zu den schon bereitliegenden Utensilien (OP-Hemd usw.), Bereitstellung eines leichten Schlafmittels falls ich vor Aufregung nicht hätte schlafen können. Und ja … ich war aufgeregt aber schlafen konnte ich dann wider Erwarten doch recht gut.

Montag, 24.4.2017: Der OP-Termin war zu „kurz nach 10 Uhr“ angesetzt, die Schwester erschien kurz vorher im Zimmer, kontrollierte ob ich mich – wie am Vor-Abend instruiert – ausstaffiert hatte, und gab mir nun die LMAA-Pille sowie ein Schmerzmittel (von beidem spürte ich rein gar nichts). Ich durfte mich nun wieder ins Bett legen und wurde mit diesem auf den Flur geschoben wo ich dann einige Augenblicke später von einem Pfleger abgeholt wurde und quer durch das Krankenhaus gerollt wurde. In den Vor-Räumen des OP-Bereiches wurde ich dann auf eine OP-Liege „umgebettet“ und dann begannen die Vorbereitungen. Ein Zugang im Handrücken mit dazu passendem Tropf, EKG und Blutdruckmesser wurden angeschlossen und ich schaute auf die Uhr die dort an der Wand hing: Mittlerweile war es 11:20 Uhr. Das war auch das letzte was ich noch registrierte, dann war ich auch schon weggetreten.

Das nächste an das ich mich erinnere war eine weitere Uhr an einer Wand im Aufwach-Raum welche 14:15 Uhr anzeigte. Die anschließende Fahrt zurück zur Station ist schon wieder aus der Erinnerung verschwunden und auch wie ich in mein Zimmer zurückkam. Meine Frau, die auf mich wartete, sagte mir später ich hätte ihr sogar zugewinkt und gelächelt. Den Rest des Tages habe ich mehr oder weniger vor mich hin gedämmert, registrierte jedoch schon den relativ unangenehmen Druck auf meinem Brustkorb, der von den sehr festen Verbänden her rührte. Nachdem ich so einigermaßen wieder auf dem Damm war fuhr meine Frau beruhigt nach Hause und für mich begann meine erste Nacht ausschließlich auf dem Rücken liegend. Alle 2 Stunden erschien eine Schwester und kontrollierte ob alles in Ordnung war.

Dienstag, 25.4.2017: Da ich kaum geschlafen hatte war ich ziemlich gerädert, aber mein Empfinden kehrte immer mehr zurück und damit natürlich auch ein gewisser Schmerz der aber gut zu ertragen war. Ich durfte sogar aufstehen um im Gemeinschaftsraum zu Frühstücken (Buffet mit allem was das Herz begehrt). Kurz nach 8 Uhr kam dann der Chefarzt (der mich auch operiert hatte) ins Zimmer und nun wurde der Verband geöffnet, so dass ich die Pracht darunter das erste Mal sehen konnte … WOW … der Arzt war sehr zufrieden, erklärte mir noch so einiges bezüglich der nun extrem gespannten Haut, denn es wurden keine Expander eingesetzt sondern sofort die endgültigen Implantate von je 530ccm. Mir wurde auch erklärt, dass die Implantate durch meine sehr feste Haut noch sehr stark gequetscht werden und die Brüste erst in einigen Wochen die volle Größe erreichen (Ziel ist ein C-Körbchen). Dann wurde die Pracht wieder unter einer dicken Lage Verbandsmaterial versteckt und ich durfte mich weiter erholen. Weiterhin waren die „Schmerzen“ gut zu ertragen und auch meine Beweglichkeit wurde nicht über die Maßen eingeschränkt. Ich hatte da mit wesentlich mehr gerechnet und war sehr positiv überrascht.

Mittwoch, 26.4.2017: Bei der Visite am Morgen wurde festgestellt, dass es gute Fortschritte machte und für den Nachmittag wurde das Entfernen der Drainagen angesetzt. Außerdem wurde der Verband entfernt und ich erhielt nun das „Folterinstrument“ Kompressions-BH inklusive Stuttgarter Gurt. Diesen BH darf ich nun mindestens 4 Wochen lang fast ununterbrochen tragen, natürlich zum Waschen und Duschen entsprechend kurzzeitig ausziehen. Das Schlafen ist für mich auf dem Rücken liegend eine Qual da ich normalerweise nur auf der Seite schlafe, aber es muss sein da sonst die Implantate verrutschen könnten.

Donnerstag, 27.4.2017: Den Chefarzt habe ich heute leider nicht mehr gesehen denn nach dem Frühstück durfte ich meine Sachen packen und das Krankenhaus verlassen. Die üblichen Unterlagen wurden ausgestellt und übergeben und schon stand ich auf der Straße und wurde von meiner Frau abgeholt.

Alles in allem muss ich sagen, dieses Krankenhaus ist einfach nur super. Man bekommt auch als „normale“ Kassenpatientin das Gefühl Patientin erster Klasse zu sein. Das gesamte Personal ist ohne jede Einschränkung immer sehr nett und freundlich, teilweise richtig fröhlich gewesen, die Unterbringung im Einzelzimmer genial und das Essen Spitze. Die Betreuung rund um die OP war ausgesprochen gut und die Aufklärung sehr ausführlich … Ich würde jederzeit wieder dorthin gehen.
Ich bin gespannt wie es sein wird, wenn ich in 3 Wochen zur Kontrolle wieder dorthin gehe.

Das war mein OP-Bericht.
LG von einer sehr glücklichen Jasmin

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Aha in (nach) Fulda

7 Freundinnen trafen sich am Karfreitag in einem Hotel in der Barockstadt Fulda. Gegen 14:00 Uhr war sogar Marina schon eingetroffen, die den längsten Anfahrtsweg hatte (ca. 25 Km). Ute und Xenia schafften es nicht so ganz, denn sie mussten noch überprüfen, ob das Navi und der Verkehrsfunk auch die richtige Meldung brachten und steckten so auf der A5 im Stau. Kurz vor 3 begrüßten sie aber auch die Wartenden.

Fulda

Es ging gleich zum Aufstieg zum Kloster Frauenberg.

Fulda

Fulda

Danach folgte ein Rundgang durch die Stadt um es sich abends im Brauhaus gut gehen zu lassen.

Fulda

 

Am Samstag besichtigten wir den Dom zu Fulda an der Pauluspromenade und gegenüber das Stadtschloss.

Fulda

Fulda

Genial das uns der rote Teppich ausgerollt wurde. 😀

Fulda

Fulda

 

Nach so viel Kultur wurden noch die Geschäfte in der schönen Innenstadt unsicher gemacht und die Trophäen in den Tragetaschen zum Hotel transportiert. 🙂

Fulda

Abends aßen wir Indisch. Das Restaurant war direkt über die Straße, gegenüber dem Hotel. Nach dem sehr leckeren Essen gab es noch ein Betthupferl an der Bar im Hotel.

 

Ostersonntag fuhren wir zum „Point Alpha“ an die Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Hier verlief die innerdeutsche Grenze bis 1989 und trennte Deutschland und Europa. Das Museum und die Originalschauplätze erinnern an die schreckliche Grenze zwischen Ost und West und regten zu Gesprächen an. Viele von uns hatten Verwandtschaft hüben wie drüben.

Fulda

Fulda

Fulda

Fulda

 

Zur Kaffeezeit fuhren wir zu Marinas Eltern und tranken Kaffee und es gab leckeren Kuchen. Aber da gab es noch etwas interessantes, was wir im Rheinland so ähnlich kennen. Es ist ein 38%iger Kräuterlikör mit dem außergewöhnlichen Namen „AHA“. Lecker Tröpfchen und Marinas Stiefvater schenkte Xenia eine Flasche.

Für den Abend hatte unsere „Fremdenführerin“ Marina wieder ein interessantes Restaurant mit Blick auf Fulda ausgesucht. Nach dem wir wieder lecker gegessen hatten und fast die letzten Gäste waren, nahmen wir noch einen Abschiedsdrink an der Bar im Hotel.

Fulda

Nach dem Frühstück am Ostermontag fuhren wir bei Schneetreiben und 1°C Richtung Heimat. Das Rheinland begrüßte uns mit 12°C und Sonnenschein.

Ein schöner Osterausflug mit einer gut informierten Fremdenführerin ging damit zu Ende. Danke Marina! 😉

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Transidentität in der Schule: Ein Rückblick

Autorin: Flora99Transidentität in der Schule: Flora berichtet über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Empfindungen sowie ihre Transition während der Schulzeit.

In zwei Wochen gehe ich ins schriftliche Abitur, und damit wird meine Schullaufbahn (fast) zu Ende sein. Ich habe die letzten acht Jahre auf demselben, mittelgroßen Gymnasium zwischen Menschen aller Art verbracht und wäre mit Sicherheit damals nie darauf gekommen, wie mein Leben heute aussieht. In die Zeit auf dieser Schule fiel nahezu mein gesamter bisheriger „transidenter Lebenslauf“, wie man so schön sagt, weswegen ich jetzt so kurz vor dem Schluss viel darüber nachgedacht habe, wie er denn so verlaufen ist, mein „Weg“ in diesem Umfeld.

Eins ist klar: Obwohl ich vor acht Jahren nicht die geringste Ahnung hatte, dass ich eines Tages eine Transition antreten würde (im Gegensatz zu so manch anderer trans*-Geschichte war mir das nicht „schon immer klar“), hätte ich damals keine bessere Wahl treffen können. Die Schule ist mit knapp 700 Schüler_innen nicht allzu groß und das Kollegium habe ich durchgehend als aufgeklärt und unterstützend erlebt. Ich hatte bei verschiedensten Problemen die Unterstützung der Schulleitung, eine Rückendeckung, die alles andere als selbstverständlich ist. Auch sind die Schüler_innen (größtenteils) zumindest weltoffen genug erzogen, Themen wie Transidentität nicht feindlich gegenüber zu stehen. Und seien wir mal ehrlich: Für Kinder und Jugendliche zwischen, sagen wir, 10 bis 18 Jahren ist das schon eine ganze Menge.

Ich könnte viele Momente aufzählen, in denen ich von meinen Mitschülerinnen (und selten auch mal von Mitschülern) Unterstützung bekam. Die Klassenfahrt nach Mannheim vor ziemlich genau zwei Jahren wäre wohl das beste Beispiel, denn dort outete ich mich endgültig in der Schule. Ich erinnere mich bis heute daran, wie ich eines der ehrlichsten Gespräche über meine Transidentität mit meinen Mitschülerinnen hatte, bei Sonnenuntergang am alten Wasserturm. Es war genau die richtige Mischung aus Unterstützung und Wachrütteln die ich dort nötig hatte, und ich bin den Beteiligten bis heute dankbar.

Das bringt mich aber auch zu meinem großen Kritikpunkt: Solche Gespräche gab es danach nicht mehr oft. Ich „transitionierte“ so vor mich hin, Haare, Makeup, Klamotten und parallel das Selbstbewusstsein wurden komplettüberholt und aufgebessert, und es ging mir immer besser. Heute, zwei Jahre später, gibt es an meiner Rolle als Frau in der Schule absolut gar nichts mehr zu rütteln, von keiner Seite. Alle möglichen Idioten und Uninformierten wurden teils durch mich und teils hinter meinem Rücken abgewehrt, aufgeklärt oder auch beides. Mittlerweile habe ich oft das Gefühl, viele haben meine Transidentität schon wieder vergessen, und bei manchen Neuen weiß ich nicht einmal, ob ihnen überhaupt jemand davon erzählt hat. Was mein großes Problem dabei ist, wird am besten am Beispiel einer Mitschülerin von mir klar, die sich gern sehr weltoffen gibt. Sie ist immer engagiert und hilft wo sie kann, schützt mich auch mal in meiner Abwesenheit vor Lästerattacken usw. Jedoch bin ich mir auch bei ihr immer sicherer, dass sie eigentlich viel weniger Ahnung von Transidentität hat als sie vorgibt. Wenn sie mich nach zwei Jahren als Frau an dieser Schule auf einmal fragt, welche Toilette ich benutze, macht mich das schon stutzig. Ihr fiel auch erst neulich auf, dass „Transsexualität“ ja offiziell eine psychische Störung sei und dass man es als transidente Person ja doch nicht so einfach hätte bei Ämtern und Gerichten. Außerdem kommen von ihr manchmal Sätze, die sehr falsch rüberkommen können, sowas wie „Du solltest echt froh über deinen Körper sein, wenigstens kriegst du deine Tage nicht“. Dieses Statement könnte man in einem eigenen, seitenlangen Text diskutieren, aber ich glaube der Punkt ist klar: Nettes Mädchen, hat aber von vielem keine Ahnung.

Geübte Gendertreff-Leser_innen kennen das Patentrezept, das hier helfen würde: Reden, aufklären, an das Thema vielfältig heranführen. Und genau da liegt mein Problem und das, was ich an meiner Zeit auf dieser Schule manchmal bereue: Dass ich genau dazu so wenig Gelegenheiten hatte, und sie mir nicht selbst geschaffen habe.

In einem Schulsystem, dessen Lehrpläne das Thema Geschlechtsidentität (noch) komplett außen vor lassen ist es schwer, es in den Unterricht einzubauen, ohne dass es zum nervigen „hier kommt Flora zum zehnten Mal mit ihrem Gerechtigkeits-Firlefanz“-Dauerbrenner wird. Und es ist genauso schwierig, eine offene Diskussion auf das Thema umzulenken, wenn niemand sonst Ahnung oder Lust genug hat, darüber mit dir zu diskutieren. Am allerschlimmsten ist aber der Fakt, dass sich nahezu niemand traut, Fragen zu stellen.
Ich sehe das aus meiner persönlichen Erfahrung heraus als ein riesiges Problem an. Die Leute bekommen nur extrem wenig tatsächliche Information über Transidentität, werden aber überschüttet mit irreführenden trans*-Reality-Shows und Gruselgeschichten über all die „social justice warriors“ und „political correctness-Fanatiker“ die alles, absolut alles ankreiden würden, was nicht 100% unangreifbar korrekt ausgedrückt sei. Natürlich sind das größtenteils übertriebene Ammenmärchen. Dennoch ist es wahr, dass es oft genau die kleineren Diskussionen über bestimmte Ausdrücke, einen schlecht dargestellten Film, oder irgendeine problematische Promi-Aussage sind, die tatsächlich die breitere Öffentlichkeit erreichen, anstatt die großen Probleme, die viel mehr trans* Menschen betreffen, wie die medizinische Versorgung oder juristische Hürden. In den Köpfen existieren also nicht nur die altbekannten Vorurteile, sondern auch die ständige Angst davor, etwas Falsches zu sagen, und damit den Zorn des Gegenübers auf sich zu ziehen.

Ich habe es für meine Verhältnisse schon viel zu oft erlebt, dass wenn sich überhaupt einmal jemand traut, eine Frage zu stellen, davor erstmal eine fünfminütige Einleitung à la „ich will dir ja wirklich nicht zu nahe treten“ kommt, obwohl die Frage völlig harmlos ist. Und ich bin davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dieser Angst, etwas falsch zu machen und unserem Verhalten als trans* Menschen (ich schließe mich da nicht aus). Wenn z.B. eine bekannte Person, auch wenn sie ganz offensichtlich nicht transphob ist, wegen einer Fehlformulierung von der Community öffentlich zerlegt wird, sendet das natürlich ein anderes Signal als eine trans* Community, die freundlich und sachlich aufklärt und auch innerhalb verschiedene Meinungen zulässt.

Mir ist dieser „Fehler“, wenn man es denn so nennen will, auch schon passiert. Ich wusste schon früh genau, dass „Geschlechtsumwandlung“ kein passendes Wort ist und habe das auch offen kommuniziert. Dass es aber vielleicht nicht das Einladendste ist, wenn man gleich bei der ersten Frage, die jemand stellt, Formulierungsdetails bemängelt, hatte ich nicht bedacht. Dass danach (wenn überhaupt) nur noch vorsichtig nachgefragt wird, ist dann ja wohl kein Wunder. Für mich war es selbstverständlich, dass das Lernen der „richtigen“ Wörter dazu gehört, wenn man sich über Transidentität informiert. Aber für viele der Leute, mit denen ich darüber spreche, ist das Thema absolutes Neuland, sie wagen bei jeder Frage den Sprung ins kalte Wasser. Und für diese Leute kam es dann wahrscheinlich so an, als würde ich mit erhobenem Zeigefinger korrigieren und ihnen vorhalten, wie wenig sie wissen. Und das zerstört natürlich jede Unterhaltung, die danach hätte kommen können.

Ich weiß jetzt, dass es eines meiner Ziele sein wird, Transidentität in meinem Umfeld nicht nach hinten zu schieben, sondern es für die anderen so normal zu machen wie für mich selbst. Die Leute sollten nicht nur mit einem „ich bin so tolerant, macht ihr doch wie ihr wollt“-Ansatz denken, sondern auch tatsächlich etwas darüber wissen, wie man als trans* Mensch lebt, und was das alles für Probleme mit sich bringt. Und damit das so wird, muss man als trans* Mensch auch auf die Leute zugehen, geduldig sein, nicht Leute gleich als „problematisch“ abstempeln, und immer bereit sein zu erklären. Zumindest sehe ich das im Moment so und werde auch versuchen, das besser zu machen. Und wer weiß, vielleicht hole ich damit in den wenigen verbliebenen Wochen auf dieser Schule ja noch so einiges nach!

Trotz allem muss eins klar sein: Dass es mich enttäuscht hat, wie wenig Wissen über Transidentität letztendlich bei vielen in meiner Schule da war, ist eigentlich ein Luxusproblem. Ich hatte nur das Gefühl, dass durch mein mittlerweile souveränes Auftreten als Frau und durch die wenigen Gespräche über das Thema bei vielen der Eindruck entstanden war, dass man sich als trans* Frau outet, sich die Haare wachsen lässt und dann ist alles super. Es hat mich geärgert, dass fast niemand von den vielen Kämpfen wusste, die für jeden Erfolg auf diesem Weg nötig sind. Trotzdem ist der Umgang meiner Schule insgesamt schon fast vorbildlich, schließlich wären die meisten anderen jungen trans* Menschen froh und dankbar, hätten sie so ein verständnisvolles Umfeld in der Schule gehabt. Es gibt so viele Geschichten von kleinen Nettigkeiten die ich aus meiner Schulzeit erzählen kann, wie von meinem Oberstufenberater, der mich monatelang immer wieder gefragt hat wie es um meine Personenstandsänderung steht, weil er mir endlich ein Zeugnis „richtig“ ausstellen wollte. Die Leute auf meiner Schule mögen zwar keine Expert_innen zum Thema Transidentität sein, aber haben mich im Großen und Ganzen wie selbstverständlich aufgenommen.

Anfang Juli findet nun der Abiball statt, der endgültige Abschluss meiner Schulzeit. Dort werde ich nicht nur als eine ganz normale Schülerin mein Abiturzeugnis entgegennehmen, sondern darf auch als Moderatorin durch den Abend führen. Wie selbstverständlich in einem Kleid auf der Bühne vor dieser vollen Halle stehen zu dürfen, wird letztlich einer von vielen Beweisen sein, dass „Trans* und Schule“ in meinem Fall trotz aller Makel eine Erfolgsgeschichte war.

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Vom zurückhaltenden Mann zur selbstbewussten Frau

Aus dem Berlin-Lichtenberger Rathaus:

 

An dem Schreibtisch, an dem früher Heinz saß, sitzt heute Doris. Die Leiterin des Fachbereiches Naturschutz im Bezirksamt Lichtenberg ist nicht in den Ruhestand gegangen und auch nicht versetzt worden. Sondern hat sich geoutet.

50 Jahre hat sie versucht ein Mann zu sein und hat dabei eine Rolle gespielt………………Heinz ist früher durch die Gänge im Amt geschlichen, heute schwebt sie über den Flur.

Und eine Selbsthilfegruppe unterstützt die Transfrau dabei, in ihrem neuen Leben anzukommen.

 

Quelle: Rathausnachrichten Lichtenberg