Geschichte & Kulturen

Geschichte

Transidentität in der Geschichte:

Transidentität gibt es seit jeher. Schon in der Antike lebten Menschen in anderen Geschlechterrollen als ihrem bei der Geburt zugewiesenen. Wissenschaftlich untersucht wurde das Phänomen erst ab dem frühen 20. Jahrhundert:
Magnus Hirschfeld prägte 1910 den Begriff „Transvestit“ und 1923 „seelische Transsexualität“.

Historische Beispiele:

    • Kaiser Elagabalus (3. Jh. n. Chr.) trug Frauenkleidung und wünschte sich eine geschlechtsangleichende Operation.
    • König Heinrich III. von Frankreich erschien 1577 in Frauenkleidern vor dem Abgeordnetenhaus.
    • Chevalier d’Eon (18. Jh.) lebte jahrzehntelang als Frau – allerdings möglicherweise aus politischen Gründen.

Medizinische Meilensteine:

    • Erste Hormontherapien und Operationen gab es ab den 1920er Jahren.
    • Eine der ersten nachweislichen geschlechtsangleichenden Operationen wurde 1930 in Dresden bei Einar Mogens Wegener durchgeführt, die sich später dann Lili Elbe nannte.
    • 1952 wurde die erste bekannte geschlechtsangleichende Operation in den USA öffentlich (Christine Jorgensen).

Fazit:

Die hier zitierten Beispiele für Transgender in früheren Epochen erheben keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr zeigen sie, dass das Phänomen der Transidentität so alt ist wie die Menschheit selbst.


Kulturen

Transidentität in verschiedenen Kulturen:

Transidentität und Geschlechtervielfalt gibt es weltweit – in manchen Kulturen wurden und werden sie respektiert und wertgeschätzt:

    • Nordamerika: Viele indigene Völker kennen „Two-Spirit“-Personen, die sowohl männliche als auch weibliche Anteile in sich vereinen und oft spirituelle Rollen einnehmen.
    • Südasien: In Indien, Bangladesch und Pakistan sind Hijras als „drittes Geschlecht“ anerkannt und spielen eine wichtige Rolle in religiösen Ritualen.
    • Samoa: Fa’afafine sind Männer, die sich weiblich identifizieren und gesellschaftlich voller Akzeptanz begegnen.
    • Antike: Schon in Griechenland und Rom gab es Raum für Geschlechtervielfalt, etwa durch Persönlichkeiten wie die Dichterin Sappho.

Heute:
Im Westen gibt es Fortschritte, aber noch immer viel Diskriminierung. Aufklärung und Selbsthilfegruppen helfen, das Verständnis zu verbessern.

Links:
Hier sind spezifische Links, um mehr über die kulturelle Vielfalt in Bezug auf Geschlechtsidentität zu erfahren:

Two - Spirit der nordamerikanischen Ureinwohner.
Hijara in Indien und Pakistan.
Chanith oder Khanit im Oman.
Kathoey in Thailand.
Futanari in Japan.
Fa'afafine (MzF) und Fa'atama (FzM) in Samoa.
Fakaleiti in Tonga.
Mahu in Hawaii.
Akava'ine und akatāne der Cook Inseln.
Femminiello in Neapel (Italien).
Mukhannathun im Islam.
Trans*-Menschen im Iran.
Muxe in der Kultur der Zapotec in Mexiko.
Bissu in der Kultur der Bugis in Indonesien.
Cogender in den indigenen Kulturen Südamerikas.
Bacha Bazi in Afghanistan.
Bacha Poshin Afghanistan.
Trans*-Menschen in China.
Köçek in der Türkei.
Maknyah in Malaysia.
tobelija, tybelí, ostajnica, muskobanja, virgjineshtë, burrnesha im Balkan.
Takatāpui bei den Maori.