Mein Weg zur (fast) vollständigen Weiblichkeit – Teil 2

Autorin: MartinaL

OP-Termin ist an Halloween 31.10.2023 in der Urologischen Klinik München Planegg.

Das Absetzen der Hormonmedikamente ist eine veraltete Ansicht der Operateure, genaueres kann dir die Linde dazu mitteilen. Bei meinen Vorgesprächen hat sich Folgendes ergeben: Urologie Weiden – Hormone weiter nehmen ohne Pause; München Bogenhausen – Hormone nach Anweisung des behandelnden Endokrinologen einnehmen; München Planegg – keinerlei Einschränkung der Hormoneinnahme. Andere Frauen können ja auch ihre Östrogenproduktion nicht anhalten für eine OP.
Ich muss übrigens auch kein Abführmittel einnehmen, ich komme um 6:40 Uhr am 31.10.2023 im Krkhs an und um 9 Uhr rum wird zu schnippeln begonnen. Ich soll nur sechs Stunden davor keine feste Nahrung zu mir nehmen, Wasser darf ich trinken.

Mein OP- und Anästesievorgespräch ist am 16.10. um 12:15 Uhr, notwendige Untersuchungen werden da durchgeführt, es ist keine PräOP beim Hausarzt nötig.

Ich habe mich natürlich im Laufe der letzten Wochen oft gefragt warum ich die Mühen und Wagnisse dieser OP überhaupt auf mich nehme. Ich habe keinerlei Geschlechtsdisphorie und finde (zumindest zum Pinkeln im Freien ) das männliche Anhängsel nicht so schlecht. Aber inzwischen habe ich bei einem Blick in den großen Spiegel das Problem, das, bedingt durch den Erfolg der inzwischen 17 Monate dauernden Hormontherapie, das Teil zwischen den Beinen irgendwie nicht mehr zum Rest des Körpers passen will. Der typische Männerbauch ist bei mir nahezu verschwunden und es rundet sich da wo es in der weiblichen Anatomie auch hingehört. Das in meinem Alter noch solche körperlichen Veränderungen möglich sind hätte ich nie zu träumen gewagt, das liegt aber vermutlich zum Teil an meiner genetischen Besonderheit. Irgendwie komme ich mir vor wie eine früher stark gespannte Feder die sich nun langsam entspannt.
Diese OP, vor der ich eigentlich keine Angst habe soll eigentlich nur meinen Körper weitgehend in einen Zustand versetzen, von dem ich annehme das es von der Natur schon so vorgesehen war bis dann irgendwas reinfunkte. Ich denke schon das ich das Ergebnis schnell adaptieren werde weil es, zumindest meiner Meinung nach, einfach so passt. Bei mir kommt eigentlich nicht die Frage auf ob ich das Richtige mache, eher frage ich mich immer mehr, warum ich so lange gewartet habe.

Ich habe vor fast genau 20 Jahren meine Freundin Leoni, die erste Trans*- Person in meinem Leben, kennengelernt. Sie hat in zwei Jahren die komplette Transition (Brustaufbau, Nasen- und Adamsapfel OP, Stimmband OP, Nadelepi, Logopädie, Psychotherapeutische Behandlung sowie schlussendlich die GaOP) durchgezogen und ich war in irgendeiner Weise fast immer als beste Freundin irgendwie dabei (sie wusste von meinem XX). Damals hätte ich schon die Möglichkeit gehabt einfach bei ihren Behandlern auch vorstellig zu werden, ich habe ja sogar die damals führende Chirurgin für GaOPs kennengelernt. Tja, aber damals wollte ich eigentlich nur ein richtiger Mann sein und habe alles unternommen um zumindest wie einer zu wirken. Gedreht hat sich das Ganze eigentlich erst wie ich vor ca. 8 Jahren in die Pubertät kam und kurz darauf meine Wechseljahre hatte. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde mir langsam bewusst das ich nicht mehr gegen meinen Körper ankämpfen sollte und ihn vielmehr unterstützen muss. Ab diesem Moment begann mein Körper die Schäden zu reparieren, die ich ihm durch übertriebene Maskulinität zugefügt hatte.
Ganz einfach ist die Sache für mich aber trotzdem nicht gewesen, da ich mich ja über ein halbes Jahrhundert extrem bemühte habe wie ein Mann zu agieren und dadurch einige Verhaltensmuster entstanden, die jetzt nur sehr schwer zu beseitigen sind. Ich habe das große Glück das ich von allen möglichen Seiten Unterstützung bekomme die es mir doch sehr erleichtern den Weg zu gehen.
Derzeit merke ich das mir das Leben als Martina zusehends leichter fällt und immer weniger vom alten Ich bleibt. Das ist ein schönes Gefühl und ich hoffe das es die Schmerzen und Unannehmlichkeiten der bevorstehenden OP egalisiert.

Die GaOP, unendliches Warten. Wir befinden uns an Tag 35 vor Schniedel-ab. Mit seiner einpersonigen Besatzung dringt das Unikum Martina in Körperregionen vor die nie ein Mensch erblicken wollte…… .
Jetzt ist es nur noch wenig über einem Monat und langsam steigt die Anspannung…. Aber weniger bei mir als in fast meinem gesamten Umfeld. Es vergeht kein Tag an dem mich nicht irgend jemand aus meinem Dunstkreis fragt wie ich mich fühle, jetzt wo es nicht mehr so lange hin ist. Meistens sind diese Personen dann schwer enttäuscht das ich eigentlich noch ganz relaxed bin. Mein Chef erwähnt bei nahezu jedem Telefonat wann es bei mir denn soweit wäre und er das auf keinen Fall durchstehen könnte. Seit einigen Tagen sitze ich auch wieder fleißig jeden Tag auf dem Hometrainer und strample 20 Minuten mit 150 Watt. In der Sommerhitze habe ich das ein bisschen schleifen lassen da ich ab 23 Grad Raumtemperatur bei Anstrengung zur Auflösung und Verflüssigung neige. Um gleich den großen Sportlern die Butter vom Brot zu nehmen: Mit meinem Asthma und der sehr kleinen Lunge ist das schon eine ganz schöne Leistung, mehr könnte zu größerem Sauerstoffmangel führen.
Auch auf der Hormonfront tut sich wieder etwas; nachdem der letzte Messwert unter aller S.. war bin ich nun wieder auf den mir verschriebenen 3 mg Sisare-Gel und spüre auch schon den seit einiger Zeit vermissten Wachstumsschmerz im Brustbereich. Die Dosierung werde ich nun bis zur OP beibehalten und dann auf 2 mg zurückschalten. Ein paar Wochen nach der OP laufe ich dann bei meiner Endokrinologin in der Uni Erlangen auf und lasse dort einen kompletten Blutcheck wie bei der Erstuntersuchung durchführen.
Inzwischen sind auch meine drei Periodenhöschen gekommen. Ich hätte doch vielleicht ein, zwei Nummern größer bestellen sollen, soviel wird nun auch wieder nicht weggehobelt.

>> Mein Weg zur (fast) vollständigen Weiblichkeit – Teil 3

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Mein Weg zur (fast) vollständigen Weiblichkeit – Teil 1

Autorin: MartinaL

Mit diesem Thread möchte ich so eine Art Tagebuch für die letzten Tage bis zu meiner Gk(orrigierenden)OP einrichten damit andere eventuell mitbekommen was an Vorbereitungen zu treffen sind (Vorschläge sind willkommen) und was so an Gefühlen auf einen einprasseln. „Mein Weg zur (fast) vollständigen Weiblichkeit – Teil 1“ weiterlesen

Präsenz zeigen

Statt bei 33°C am Strand zu liegen, machten Ute und ich Öffentlichkeitsarbeit für den Gendertreff e.V.. Der Andrang blieb aus und der Bedarf an Informationen war eher mau. Die Passanten absolvierten ihre Einkäufe und hatten wohl auch eher Lust auf chillen statt auf informieren. So konnte man sich in den 4 Stunden unter den Teilnehmern kurzschließen und Kontakte knüpfen.

Zusammen mit dem Paritätischen NRW e.V. teilten wir uns einen Pavillon auf dem Gesundheitstag Leverkusen am 09.09.2023. Der Aufbau auf dem Friedrich-Ebert-Platz, direkt vor der Einkaufsmall, fand am Samstag um 8:30 Uhr statt. Abbau erfolgte dann nach Veranstaltungsende gegen 14:00 Uhr.

Angestellte der Stadt Leverkusen kümmerten sich während des Veranstaltungstags sehr gut um die Menschen an den teilnehmenden Stände.

Ein herzliches Dankeschön an die Stadt Leverkusen.

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Nach der Messe ist vor der Messe

… und so stecken wir bereits schon wieder in den Vorbereitungen, denn am 15. Juni 2024 ist es wieder soweit. Auflage FÜNF der Gendertreff Messe & Fachtagung öffnet ab 10:00 Uhr seine Pforten. Geballte Informationen und Austausch zwischen den Teilnehmern, Gästen, Besuchern und Interessierten an einem Tag an einem Ort.

Wir werden wieder Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet begrüßen dürfen und freuen uns auf zahlreiche Besucher. Denn der persönliche Kontakt ist immer noch besser als alles Digitale.

Vielen Dank an alle Vereine, Institutionen, Selbsthilfegruppen, Organisationen, Landesverbände, Bundesverband, Politik, Universitäten, Kliniken, Praxen, etc. für die Bewerbung dieser Veranstaltung. Denn sie kommt Trans*-Menschen und deren Angehörige, sowie Teilnehmern zu Gute.

Tatsächlich gibt es bereits die ersten Anmeldungen:

  • Fachstelle ALTERN UNTERM REGENBOGEN
  • Polizei NRW
  • Deutscher Verband Elektro-Epilation e.V.
  • Freemyskin-Haarentfernung Jutta Jasmin Bär
  • Institut Schall- Elektroepilation / Nadelepilation- permanente Haarentfernung

Und auch die ersten Vorträge sind vergeben.

 

Wir sehen uns bei der 5. Messe & Fachtagung der Selbsthilfeorganisation Gendertreff e.V.
für Trans*-Menschen, Angehörige und Interessierte

 

>> Gendertreff Messe
>> Inhaltsverzeichnis

Erster Erkrather CSD

Naja CSD, vielleicht besser Infoveranstaltung für Vielfalt, Queer, Inklusion und Diversity. Erstmals wehte die Regenbogen- und die Trans*- Flagge auf dem Hochdahler-Markt.

Der SPD-Ortsverein lud uns zu dieser 3-Stündigen Informationsveranstaltung auf dem Hochdahler Markt in Erkrath-Hochdahl ein. Zum Glück konnten wir diese Öffentlichkeitsarbeit noch zwischen Vorstandssitzung und Selbsthilfetreffen unterbringen. Und so traf man sich gegen halb 10 vor dem Einkaufszentrum zum Aufbau.

Wettermäßig war es nicht der Bringer aber wir konnten mit unserer Promotheke unter dem Dach geschützt stehen. Die Beachflag platzierten wir gut sichtbar in Mitten des Marktes. Einige von den Düsseldorfer und Mettmanner Jusos trafen noch ein und so waren wir bereit für erste Gespräche.

Die drei Stunden vergingen wie im Fluge, denn es gab viel gute Gespräche und einen regen Austausch mit Erkrather Bürger_innen. Schnell waren wir uns einig, dass diese Art der Information nächstes Jahr wiederholt werden müsse. Und so war klar, dass Toni, Vorstandsvorsitzender der SPD Erkrath, sich schon im Herbst mit Parteien, Institutionen und Gruppierungen zu einer Terminabsprache für 2024 zusammensetzen will. Natürlich haben wir bereits unsere Zusage zur Teilnahme gegeben.

Von einer interessierten Bürgerin wurde uns angetragen, dass es bereits jetzt schon wieder Hassbotschaften in den sozialen Medien gibt, u.a.: „Muss das jetzt nun auch noch in Erkrath stattfinden!“ usw.
Ja, muss es! Solange diese Menschen anonym und uninformiert Unsinn im Netz verbreiten, statt in den Austausch und das Gespräch zu gehen, muss es diese Aufklärung und Information weiterhin geben. Die „Grüne Karte für Diversity“ steht für unsere Gesprächsbereitschaft und es ist uns ein Bedürfnis mit Menschen, die zu diesen Themen Fragen haben ins Gespräch zu kommen und unbegründete Vorurteile abzubauen. Queere Menschen sind in der Mitte der Gesellschaft verankert und sind Menschen wie Du und ich. Und wer meint, dass ein CSD immer bunt, schrill und laut sein muss, der irrt sich gewaltig. Der CSD ist im Grunde eine Informationsveranstaltung über queere Thematiken. Nicht mehr und nicht weniger.

Rundum war es eine erste gelungene Veranstaltung die auch von der Presse begleitet wurde. Wir freuen uns auf`s nächste Jahr.

>> RP-Online

>> Erkrath Jetzt

>> Lokalanzeiger Erkrath

>> Grüne Karte für Diversity

>> Inhaltsverzeichnis

Gemeinsam lohnt sich

Ein Grund zum Feiern, denn der CSD in Düsseldorf feierte seinen 20igsten Geburtstag. Wieder unter einem (Zelt-)Dach gratulierten „Altern unterm Regenbogen“, „Queerhandicap e.V.“, „Anders & Gleich“, „(M)(K)ein Geschlecht“ und „Gendertreff e.V.“ zum Jubiläum.

Alleine ist manchmal etwas schwierig und so kann es sich lohnen, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht. Gemeinsam lohnt sich! Im Alltag, in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, etc etc. Gelebte Vielfalt mit erhobener Regenbogenfahne. Jeder Mensch kann dazu beitragen!

Gemeinsam lohnt sich – Das Motto des CSD Düsseldorf 2023

Gemeinsam unter einem Zelt bedeutet auch, dass wir in Düsseldorf gemeinsam vernetzt sind und kooperieren. Das neue queere Zentrum ist ein Symbol dafür.

Kurzum konnten Besucher*innen in einem Zelt die geballte Vielfalt nutzen um sich zu informieren und zu diskutieren. Von dem reichhaltigen Informationsangebot wurde wieder zahlreich Gebrauch gemacht.

CSD Düsseldorf
Queer

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7 Freundinnen im Berchtesgadener Land

2020 Gebucht und wegen Corona storniert.
2022 Nächster Versuch und wieder wegen Corona gescheitert.
2023 Gebucht, Überwiesen und los ging’s. Juchhu!

Donnerstag war Anreise und das wurde auch abends am Urlaubsort im Hotel gefeiert. Alle hatten eine relativ entspannte Anfahrt. Außer einem Pärchen war der gesamte Vorstand im Urlaubsmodus.

Freitag ein paar Bahnen im hauseigenen Pool schwimmen, dann Frühstück. Es folgte bei schönem Wetter und zu Fuß eine Erkundung Berchtesgadens. Danach wurde nach dem Abendessen (Halbpension) und bei einigen Kaltgetränken ein Schlachtplan für die nächsten Tage geschmiedet. Immerhin musste man sich ein wenig nach dem Wetter richten. Da gab es aber nichts zu kritisieren.

Samstag dann wieder treffen zum schwimmen und frühstücken. Dann ging es mit den Pkws nach St. Wolfgang am Wolfgangsee in Österreich. Die älteren Semester kennen bestimmt noch die Filme mit Peter Alexander vom Weißen Rössl am Wolfgangsee. Dort mussten wir uns doch mal umschauen und einen Kaffee mit Kuchen genießen.
Der schöne Ausflug endete am späten Nachmittag wieder im Hotel in Berchtesgaden.

Sonntag wurde etwas früher gefrühstückt, denn wir wollten zum 1938 fertiggestellten Kehlsteinhaus. Erst ging es mit einer Gondel zum Obersalzberg, dann wurde man mit Bussen zur heute genutzten Berggaststätte gebracht. Die Spezialbusse schraubten sich durch viele Serpentinen und fünf Tunnels, vorbei an Felsen und Schluchten, nach oben und so endete die atemberaubende Fahrt nach ca. 15 Minuten. Vom Plateau aus ging es dann durch einen Tunnel zu einem mit Messing verkleideten Fahrstuhl, der ca. 20 Personen aufnahm und uns die letzten 124 Meter auf 1.834 Meter nach oben brachte. Dort oben gab es tatsächlich noch Schnee und Eis und es war für einige zu abenteuerlich, die wenigen Meter zum Gipfel zu wagen. Eine wahnsinnige Aussicht über das Berchtesgadener und Salzburger Land. Wir konnten sogar unser Sporthotel von oben erkennen. Und die Alpenkulisse war einfach mega. Nach rund einer Stunde fuhren wir wieder mit dem Fahrstuhl runter zum Plateau, denn dort wartete unser eingeteilter Bus auf die Abfahrt. Es war echt ein unbeschreibliches Erlebnis. Der Abend endete wie gewohnt im Hotel.

Auch am Montag war schönes Wetter angekündigt. So fuhren wir mit dem Bus zum Königssee. Bootstickets hatten wir bereits im Hotel kaufen können, so dass wir ohne Warteschlange ganz entspannt an Bord gehen konnten. In witziger Weise wurden uns die Geschichten rund um den Königssee übermittelt. Auch das berühmte Echo vom See wurde uns vorgeführt. Wir machten Halt am St. Bartholomä, gingen spazieren und genossen den frisch geräucherten Saibling in einer kleinen aber gemütlichen Holzhütte. Dann fuhren wir weiter mit dem Elektroboot hinten an den Obersee – Endstation Salet. Dort angekommen spazierten wir in Richtung des größten Wasserfalls Deutschlands. Zwei von uns hatten sich etwas mehr vorgenommen und wollten bis unter den Wasserfall. Sie kamen teilweise erschöpft später zum Hotel. So löste sich die Gruppe etwas früher auf, um Dienstagmorgen gegen acht Uhr wieder beim Frühstück zu sitzen.

Es ging mit dem ersten völlig überfüllten Bus nach Salzburg. Alte Steine wurden angeschaut, wir klapperten die kleinen Gassen ab und es wurde Kaiserschmarrn gegessen. Hmm lecker! Nachmittags fuhren wir wieder mit dem Bus zurück nach Berchtesgaden.

Beim Abendessen wurden wir von anderen Gästen angesprochen, ob wir Lust zum Kegeln hätten. Ja hatten wir und so traf man sich gegen 20:00 Uhr im Keller auf den zwei Kegelbahnen. Puh aber was uns da erwartete war nicht schön. Es waren gerade Bahnen mit Bande und Kugeln mit Grifflöchern (wie beim Bowling). So etwas kannten wir nicht, denn in unserer Region kennt man nur Scherenbahnen mit Rinne links und rechts (Pudel) und Kugeln in verschiedenen Größen ohne Löcher. Aber okay damit konnten wir umgehen, aber die Bahnen waren in einem katastrophalen Zustand. Die Kugeln suchten sich ihren eigenen Weg, egal wie geworfen wurde und sie hüpften mehr, als das sie rollten. So schmissen wir ein paar Mal in die Vollen und spielten mehr schlecht als recht Fuchsjagd. Danach verschwanden wir auf unseren Zimmern.

Mittwoch Morgen – Was für ein trostloser Anblick. Nebel, tief hängende Wolken, keine Berge zu sehen und Regen, Regen und nochmal Regen.
Zum Glück war das nur von kurzer Dauer und der Regen hörte auf. Nebelschwaden zogen durch die Hänge und es wurde wärmer. Vier von uns fuhren ins Salzbergwerk ein, zwei gingen Einkaufen und eine hatte leider dienstliche Termine.
650 Meter geht es mit der Lorenbahn in den Berg bis zur Salzkathedrale. Dort wartet eine Rutsche die 34 Meter ins Sinkwerk führt. Von dort aus geht es zur Steinsalzgrotte und weiteren interessanten Stationen. Eine weitere Rutsche führt dann zum Spiegelsee. Dieser wird mit einem Floß überquert, begleitet von einer atemberaubenden Lichtshow. Danach geht es mit der Lorenbahn wieder hinaus aus dem Berg.
Die beiden anderen, die schon Jahre zuvor in dem Salzbergwerk waren, hatten sich Zwischenzeitlich mit bayrischen Köstlichkeiten aus der Region eingedeckt. Die heimische Bar wurde aufgefüllt u.a. mit: Kräuterenzian, Haselnußlikör usw. 🙂

Nachmittags fuhren einige von uns in die Berchtesgadener Therme und ließen es sich gut gehen. Leider fing es wieder an zu regnen, so dass jegliche Außenaktivitäten gestrichen wurden. Nach dem Abendessen wurden wieder Kontakte mit dem Personal und weiteren Gästen gepflegt. Natürlich wurde dabei das ein oder andere Glas geleert.

Ein schöner sonniger Donnerstag morgen empfing uns zum Frühstück. Danach fuhren wir mit den Pkws zum Hintersee, um im Zauberwald spazieren zu gehen. Das reichte uns aber nicht und wir wanderten zur Hängebrücke im Klausbachtal. Was für ein Panorama! Wir verweilten, verschnauften und genossen den Blick auf die Berge und die Klamm. Zurück an den Autos fuhren wir nach Ramsau, um noch ein paar Fotos von der tollen Kulisse zu machen. Bei der Gelegenheit wurde in einem gemütlichen Cafe Kaffee getrunken und leckerer Kuchen verspeist. Später dann trafen wir uns in einem zünftigen Biergarten in Berchtesgaden und verschlangen Haxe. Absacker bzw. Betthupferl gab es wieder im Hotel.

Freitag nach dem Frühstück fuhren wir mit der Bahn nach Bad Reichenhall. Kurz an der alten Saline vorbei und ab in die Shoppingmeile. Man wurde fündig und so füllten sich die Einkaufsbeutel. Zum Abschluss gab es dann noch leckeren Kuchen und Kännchen Kaffee in einem Cafe mit nostalgischem Flair. Es folgte die Rückfahrt mit dem Zug und die Koffer wurden auf den Zimmern vorgepackt, bevor es zur Henkersmahlzeit ging.

Samstag morgen das letzte Frühstück vor der Autobahn. Alle waren zum Abschied eingetroffen – Dauergäste und Personal. Hier und da wurde noch geknuddelt und dann ging es los. Ein letzter Blick auf den Watzmann und die anderen Berge, dann wurde die Landschaft wieder flacher. Alle kamen wohlbehalten und staufrei zu Hause an.

Rundum war es ein schöner Urlaub mit guten Freunden.
 


 

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Ehrenamtsmesse Düsseldorf 2023

Die Stadt Düsseldorf hatte zur 4. Ehrenamtsmesse eingeladen. Der Corneliusplatz im Herzen der Stadt stand am Samstag, 3. Juni, ganz im Zeichen des ehrenamtlichen Engagements. Knapp 90 Vereine, Institutionen und Organisationen gaben einen Überblick über die Bandbreite der ehrenamtlichen Arbeit in der Landeshauptstadt. Bunt und herzlich machte die Ehrenamtsmesse Lust auf den freiwilligen Einsatz. Auch der Gendertreff war mit einem Stand vertreten.

Unter dem Motto „Herzensangelegenheit“ fanden sich, bei schönstem sommerlichen Wetter, mehr als 9.000 Besucher_innen ein, die sich über die Einsatzfelder des Ehrenamtes informierten und die vielen Mitmach-Angebote nutzten.
So konnte man an unserem Stand mit einem Glücksrad Fragen rund um Trans*- Themen er-drehen. Man konnte also sein Wissen über das Thema Trans* aufbessern oder noch besser sein Wissen kundtun. Die Mitspieler, die die Frage richtig oder teilweise richtig beantworteten, konnten sich einen kleinen „grünen“ Preis aussuchen. Mit Hinweis auf unsere „Grüne Karte für Diversity“ waren alle Preise in grün gehalten.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller kam bei seinem Rundgang mit zahlreichen Ehrenamtlichen ins Gespräch und ließ sich interessiert von deren Arbeit berichten.

Rundum war es ein gelungener Tag mit vielen interessierten Besuchern und es kam zu vielen intensiven Gesprächen.

Inhaltsverzeichnis
Grüne Karte für Diversity
Lokalbüro
Bilder im Internet

Die Bilder zeigen uns beim Aufbau und noch vor dem Ansturm.

Ein Freund ein guter Freund

Vor ca. 1 ½ Jahren ist ein guter langjähriger Freund von mir und meiner Familie mit 67 Jahren von uns gegangen. Ich habe lange überlegt, ob ich das in einem Gendertreff-Blog schreiben soll. Aber ja, denn er war auch entscheidend an der Gründung des Gendertreff beteiligt und hat maßgebend mein Leben geprägt.

Er war Trauzeuge, Patenonkel, Kegelbruder und ganz wichtig Ansprechpartner und Begleitperson. Zugegeben haben wir uns in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren aber er war nie wirklich weg.

Ich war damals 14 Jahre alt als wir uns kennenlernten und es wurde eine dicke lebenslange Freundschaft. Wir konnten über alles reden! Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht so ganz genau welchen Beruf ich ergreifen würde und hatte auch noch keine wirkliche Idee. Er arbeitete in der Telekommunikationstechnik und bastelte in seiner Freizeit elektronische Schaltungen zusammen. Mein Interesse war schnell geweckt und so kam ich zu meinem Beruf mit Meistergratifikation.

Wie bereits erwähnt konnten wir über alles reden und so kam eines Tages auch das (mein) Thema auf. Er war somit der einzige, der über die ganzen Jahre über mein Trans*- Leben Bescheid wusste. So konnte ich ein paar Kleidungsstücke bei ihm deponieren und mein inneres Ich im stillen Kämmerlein, auf dem Balkon und später auch einmal auf der Straße ausleben. Wer weiß was passiert wäre, wenn ich dieses Ventil nicht gehabt hätte.

Er war es dann auch, der mich mit zum Café Rosamond, einem Szenecafé in Düsseldorf, mitnahm. Dort konnte ich entsprechend nette Menschen kennenlernen und Kontakte knüpfen. Und er war dann auch der Motor für mein Outing in der Familie und das erste Trans*- Treffen im Oktober 2004 in Düsseldorf.

Es machte auch nichts, wenn wir uns mal Monatelang nicht gesehen hatten. Wenn ich verschiedene Lebensphasen durchmachte und in verschiedenen Cliquen unterwegs war. Wir kamen immer wieder zu guten Gesprächen zusammen. Einer war für den anderen da! Ein Geben und Nehmen! Und ich weiß, dass unsere zahlreichen Gespräche ihm auch gutgetan haben. Meist waren die Gespräche mit Gin und Bitter Lemon begleitet….. 

So war es auch nicht ungewöhnlich, dass wir die letzten Jahre kaum noch Kontakt hatten. Aber umso mehr traf es mich, dass er so früh verstorben ist und, wie meist, kein Abschied mehr möglich war.

Nun ist er Anonym auf einem Hildener Friedhof begraben und mir tut es gut hier darüber zu schreiben – Denn er hat es verdient.

Mit einem stillen Gruß an dich Martin und auf unsere langjährige Freundschaft
Xenia

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Es wurde langsam Zeit – DortBunt `23

Nachdem wir, nach 3 Jahren Pandemie, im September 2022 unsere Messe und Fachtagung mit großem Erfolg ausgerichtet hatten, konnten wir jetzt das erste Outdoor Event besuchen.

„Dortbunt“ das Straßenfest für Groß und Klein konnte, nach Informationen des Veranstalters, über 100.000 Besucher begrüßen.

Auch wir vom Gendertreff e.V. konnten ein sehr großes Interesse an unserem Informationsstand feststellen. Den gesamten Tag haben wir sehr interessante und wertvolle Gespräche mit den Besuchern geführt. Darunter sehr interessierte Fachbesucher wie Ärzte, Lehrkörper von allgemeinbildenden und berufsbezogenen Schulen, sowie Angehörige und Trans*- Menschen.
Auf einem Rundgang über das Stadtfest konnten wir „alte Bekannte“ besuchen und neue Kontakte knüpfen, um unsere Informationsarbeit zu vertiefen und auszubauen.

Alle waren sich nach dem anstrengenden Tag einig. Das hatte uns gefehlt und wir sind froh wieder mit der Öffentlichkeitsarbeit viele Menschen zu erreichen um über das Thema Trans* zu informieren.
 


 

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