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Beitrag im Schweizer Fernsehen: Gendertreff beim CSD Konstanz & Kreuzlingen

Ava berichtet vom Interview des Schweizer Fernsehsenders Tele Top.

Wie unlängst berichtet , haben wir vom Gendertreff uns mit einer Fußgruppe am CSD am See in Konstanz und Kreuzlingen beteiligt. Vor dem eigentlichen Start des Demonstrationszuges wurden Xenia und ich von einer Reporterin des Schweizer Lokalsenders Tele Top interviewt. Ein Auszug aus dem Interview wurde im Beitrag zum CSD am See gesendet.

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Mein Umfeld

Zugegeben ich habe euch den Freund, den Sohn, den Ehemann , den Vater, den Onkel und so weiter genommen. Aber ich denke, wir haben alle gewonnen, denn ihr bekommt einen ausgeglichenen Menschen, der sein innerstes Ich zulässt. Der den Mut hat endlich nach über 40 Jahren dazu zu stehen was er eigentlich ist – eine Frau.

Ich bin so glücklich und froh, dass ihr alle zu mir steht, auch wenn viele von euch das alles nicht verstehen. Aber das müsst ihr doch auch gar nicht. Die Toleranz und Akzeptanz zählt und das Verständnis, dass es doch derselbe Mensch bleibt.

Seit meinem zweiten Outing, den Weg zur Frau komplett zu gehen, fühle ich mich wunderbar, bin glücklich und öffne mich. Mein Umfeld scheint das zu spüren, denn ich habe so viel neue Kontakte, Gespräche und Begebenheiten, auch bei und mit Menschen die noch nichts von meiner Transition wissen. Ich höre auch, dass ich ruhiger und zugänglicher geworden bin. Nichts davon möchte ich missen! Dieser Weg ist der Richtige, auch wenn der Übergang ungemütlich und steinig ist. Nicht nur, denn es gibt auch positives in dieser Phase, z.B. wenn sich langsam der Körper verändert. Langsam und in kleinen Schritten , denn auch die eigene Seele muss mitgenommen werden und nicht zu vergessen das Umfeld .

Es ist so wichtig, dass das vertraute Umfeld zu einem steht. Es gibt Vertrauen und Mut. Aber auch der Gendertreff hat mich in kleinen Schritten veranlasst, zu dem zu stehen was ich nun tue. Gewesen bin ich es schon immer.  Einige "Brocken" liegen noch vor mir, vor denen ich natürlicherweise Angst habe. Aber diese Hürden werden quasi Stück für Stück abgearbeitet. Da ist z.B. die Vorbereitung des Outings in der Firma. Auch dort müssen sich die Kolleginnen und Kollegen an die neue Situation gewöhnen, das geht nicht mit dem Holzhammer. Hier sollen der Betriebsrat und AGG-Beauftragte helfen und unterstützen. Dann ist auch noch viel Papierkram zu erledigen…

2004 , bei meinem Outing bei Ehefrau und Familie , dachte ich noch, dass das Ventil als "Freizeit- oder Teilzeitfrau" reichen würde. Auch das kostete Überwindung und ich habe Jahre gebraucht bis zu diesem Schritt. Aber dieses Hin- und herspringen war auf Dauer auch nicht die Erfüllung und teilweise zermürbend für alle Beteiligten.
Ich kann und will nicht mehr im männlichen Körper leben und das haben alle, besonders aber auch ich, verstanden. Jetzt geht es darum den richtigen Weg zu gehen und die Weiche ist gestellt und ich bin bereits mittendrin.

Ich freue mich auf die Veränderung und danke meinem Umfeld und den Halt den mir alle geben.

Lieben Gruß
Xenia

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Das Ende der Transition?

Angelinas Gedanken mit ihrer Genehmigung hier im Gendertreff Blog nieder geschrieben.

Das Ende der Transition?

Gibt es das, bin ich jetzt Dort angekommen?

Alles begann wie bei vielen Anderen auch in früher Kindheit. Eine „Zimmertranse“ 45 lange Jahre, dann ein „Husch-Lieschen“ das meistens nur schnell vorbeihuscht bevor sie Jemand richtig registrieren kann, es folgte eine kurze Zeit als „Teilzeit-Frau“, weiter geht es als „Vollzeit-Frau“ mit Hormontherapie sowie „Vornamensänderung“ (§ 1 TSG = Transsexuellengesetz) und zum guten Schluss hat diese Woche das Amtsgericht Köln festgestellt und beschlossen (§ 8 TSG), dass ich nun dem weiblichen Geschlecht angehöre. Begründet ist dieser Beschluss unter anderem damit, dass ich mich einem operativen Eingriff unterzogen habe. Durch diesen Eingriff bin ich nun dauernd fortpflanzungsunfähig und meine äußeren Geschlechtsmerkmale so verändert, dass eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des weiblichen Geschlechts erreicht ist.

Ist das nicht schön?

Bin ich jetzt eine Frau?

Ich denke nicht, sondern weiterhin eine „Transsexuelle“! So bin ich schon auf die Welt gekommen und so werde ich auch im Grab enden. Es ist schön eine „Transsexuelle“ zu sein. Mein wertvoller Schatz Petra liebt mich als „Trans-Mädchen“, so haben wir uns schon 2007 kennen gelernt und leben auch schon so lange sehr glücklich zusammen. Der Weg ist nun frei für eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft.

Sind wir nun zwei richtige „Lesben“?

Ob die „Lesben“ uns anerkennen?

In meinem früheren „Leben“ habe ich immer das getan was von mir erwartet wurde. Ich bin ein liebes Kind, die jüngste Tochter, das „Nesthäkchen“ und ich liebe meine Eltern. Sie lieben mich immer noch, auch wenn ich ihnen den Sohn genommen habe. Genau wie meinen beiden Töchtern (oh ja, zwei Wunschkinder 17 / 21 Jahre alt und von mir mit den anderen falschen Genitalien gezeugt) habe ich den Vater genommen. Sie lieben mich immer noch. Genau wie meiner ehemaligen Ehefrau, ihr habe ich den Ehemann genommen. Aber wir sind gute Freundinnen und ich mag auch ihren neuen Ehemann, ein sehr Hübscher und Netter.

Bin ich ein rücksichtsloses Monster, eine außerirdische Lebensform?

Ein „Alien“, mit konzentrierter Säure als Blut und mit außerirdischen Parasiten in meiner Brust. Sobald Jemand in meine Nähe kommt springen sie über und nisten sich in dem neuen Wirtskörper ein. Diesen Vorgang überlebt der Wirt nicht und so ist es besser nicht in meine Nähe zu kommen. Vielleicht sollte ich mir ein Schild um hängen,

– Vorsicht „Transsexuell“ Todesgefahr – “.

Manche Menschen scheinen zu spüren, dass ich Eine bin, sie wollten mich nicht als Partner. Vor allem „Hetero-Frauen“ haben ein sehr feines Gespür dafür. Einige wollen mich nicht bei sich arbeiten lassen. Wie stellen sie das fest? Meine Zeugnisse sind alle geändert und so scheint es ein „siebter Sinn“ von Personalleuten zu sein. Was befürchten Sie, Todesgefahr oder wahrscheinlich bringe ich Unruhe in den Betrieb?

Ich bin zwar ziemlich „blond“ aber nicht „blöd“ und so habe ich einen mittleren Bildungsabschluss, Ausbildungen als Elektrikerin und Bürokauffrau. Meine Haare sind echt, ebenso meine Brüste. Sie sind ganz natürlich gewachsen und ich liebe Sie sehr. Meine neuen Genitalien sind von Dr. Rossi einem sehr netten und fähigen Arzt erschaffen. Sie sind für mich wunderschön und ich danke Ihm sehr dafür.

Es wird immer besser, ich glaube fest daran!

Tschüss Angelina

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Ginnys Erfahrung zur Partnerschaft

Im Hinblick auf das Thema Beziehung und Partnerschaft habe ich eine weniger angenehme Erfahrung gemacht, von der ich mal berichten möchte.

Und wir gerne hier, mit deiner freundlichen Genehmigung, veröffentlichen. (Team Gendertreff)

Die Geschichte ist mittlerweile schon über ein Jahr her. Eigentlich wollte ich schon früher hier posten, aber irgendwie kam dann immer was dazwischen. Aber die 1,5 Jahre Distanz sind eigentlich gar nicht verkehrt, dadurch kann ich weitaus weniger emotional davon berichten. Nun denn…

Anfang 2010 begab es sich, dass ich mich mit einer Kollegin anfreundete. Zunächst ein eher lockerer Kontakt mit lockeren eMails und Telefonaten, mit der Zeit wurden die eMails, SMS und Telefonate aber zahlreicher und vertrauensvoller…abendliche Telefonate konnten dann auch schon mal drei Stunden dauern. Dann kamen die gegenseitigen Besuche und wir beide merkten, dass sich da etwas anbahnte. Ich war natürlich auch sehr erfreut, war ich doch schon ziemlich lange solo. Allerdings war da natürlich noch etwas, was ich ihr bislang noch nicht anvertraut hatte.

Irgendwann im Frühjahr hatten wir uns dann Freitags bei ihr verabredet, gemeinsam DVDs gucken, und ich könne dann auch gerne bei ihr übernachten. Auf der Fahrt zu ihr war mir klar, heute Abend wird was passieren. Und mir war klar, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, wo ich „Ginny“ nicht länger verschweigen darf. Ich hatte mir immer geschworen, dass ich, wenn sich eine Beziehung anbahnt, der designierten Partnerin vor der Intensivierung der zwischenmenschlichen Beziehung reinen Wein einschenke. Alles andere wäre in meinen Augen unfair.

Es kam dann wie erwartet, die DVD war eher nebensächlich, wichtiger war das in den Arm nehmen, Händchen halten etc.. Das war dann der Zeitpunkt, wo ich ihr von Ginny erzählt habe. Im Vorfeld hatte ich mir ein paar Formulierungen überlegt und hatte auch ein Bild von Ginny auf dem Handy.

Ihre Reaktion war zunächst überrascht, aber nicht abweisend oder gar angewidert. Sie hat dann auch einige Fragen gestellt, und hat auch betont, dass sie es super fände dass ich ehrlich zu ihr bin. Nach einer eher ruhigen Phase kam dann die Knutscherei und wir landeten schließlich im Bett…

Als ich dann am nächsten Morgen nach einer eher kurzen Nacht aufwachte war sie schon aufgestanden und in der Küche zu Gange. Auf dem Weg ins Bad merkte ich schon an ihrem eher knappen „Guten Morgen“ dass da irgendwas war. Später am Frühstückstisch war sie dann auch sehr wortkarg und der Tisch wirkte eher lieblos gedeckt. Nicht dass ich übermäßigen Wert auf Tischdeko lege, aber der Unterschied zum Abendessentisch am Abend zu vor war mehr als deutlich. Der Abschied fiel dann auch ziemlich kühl aus. Wir beide hatten an dem Samstag jeweils Termine bei unseren Vereinen, insofern war schon vorher klar dass wir den Samstag nicht gemeinsam verbringen.

Ich fuhr dann mit sehr gemischten Gefühlen ab. Zum einen die Freude, dass man womöglich einen Partner gefunden hat. Zum anderen das ungute Gefühl, dass da irgendwas bei ihr rumorte und nichts daraus werden würde.

Tagsüber kam dann auch nur eine knappe SMS von ihr, wo sie mir viel Spaß bei den Modellbau-Kollegen wünschte. Ich wusste, dass sie an dem Samstagabend mit ihren Vereinskollegen auf eine Kirmes hier in der Gegend gehen wollte und rechnete an dem Abend nicht mehr mit einem Anruf. Aber plötzlich, kurz vor 23 Uhr klingelte mein Telefon, und sie war dran, im Hintergrund eine Kirmes-Geräuschkulisse. Sie erzählte mir, dass sie den ganzen Tag nachgedacht habe und zu der Erkenntnis gekommen sei, dass sie mit mir keine Beziehung eingehen kann. Begründung u.a. war, dass sie auf einem Dorf wohnt, dort im Vorstand eines Vereins ist und kein Risiko eingehen möchte, im Dorf ins Gerede zu kommen. Sie hat mir aber auch gleich versichert, dass sie niemandem von meinem zweiten ich erzählen wird (das Versprechen hat sie auch eingehalten).

Natürlich war ich nach dem Telefonat ziemlich bedrückt, keine Frage. Aber irgendwie war ich auch erleichtert. Erleichtert, dass ich mich frühzeitig geoutet habe. Was wäre geschehen, wenn ich erst Monate später mit meinem Geheimnis rausgerückt wäre? Wenn die Beziehung schon feste Strukturen entwickelt hätte und dann schlagartig geendet hätte, mit all dem damit verbundenen Erklärungsbedarf gegenüber dem jeweiligen Freundeskreis? Ich will es gar nicht wissen, denn das wäre für mich keine Option. Ich würde den Weg mit dem frühzeitigen Outing immer wieder gehen. Das kann natürlich bedeuten, dass ich für den Rest meines Lebens ohne Partnerin bleibe. Sicherlich kein angenehmer Gedanke, aber ich kann und will Ginny nicht „abschalten“, „wegtherapieren“ oder sonst was. Ginny ist ein Teil meines Lebens, und das wird auch immer so bleiben.

Mit meiner Kollegin habe ich mittlerweile ein gutes, freundschaftliches Verhältnis. Zunächst war einige Monate weitgehend Funkstille, aber mittlerweile können wir beide sehr locker damit umgehen.

Liebe Grüße
Ginny

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Diversität: Wie aus Michael Megan wurde.

Profil: Männlich

Michael Wallent war ein erfolgreicher Manager. Er leitete nach seinem Eintritt bei Microsoft 1996 ein Team, das für die Entwicklung des Internet Explorers zuständig war. Später führte er eine Gruppe, die Windows Vista designte. Obwohl in der Sache sehr erfolgreich, stellten ihm seine Mitarbeiter für seine Führungsqualitäten kein gutes Zeugnis aus – sie kritisierten seine harsche, herablassende und unwirsche Art. Dann kam der Einschnitt: 2007 entschloss sich Michael zur Geschlechtsangleichung. Aus Michael wurde Megan.

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Quelle: Spiegel Online

Daniel McGinn ist leitender Redakteur der „Harvard Business Review“.

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Bunt ist die Welt – auch am Bodensee (Teil 2)

erlebt und geschrieben von Gitta

Es war Freitag, der 15. Juli 2011. Reporter Günni vom Trannymagazin freute sich schon auf das bevorstehende Wochenende und beschloss, die Woche ruhig zu beenden. Doch sein Chefredakteur bereitete diesem Traum ein jähes Ende, als er mit einem Stapel Meldungen zur Tür hereinkam und diese auf den Schreibtisch warf. Er sagte in scharfem Ton: „Kümmere dich darum und bring mir nächste Woche eine Story!“ Missmutig warf Günni einen Blick auf den Stapel Papier und erkannte sofort, es waren genau die Meldungen, die er schon seit Montag wohlwollend ignoriert hatte:
„Das Rheinland macht mobil – Aufstand in der Bodenseeregion – Besetzung eines Ferienhauses – Katastrophenschutz in Alarmbereitschaft – Polizei und SEK in Marsch gesetzt – Bundesregierung verhängt den Ausnahmezustand – Demonstrationen und Kundgebungen auch in der Schweiz geplant – Thurgauer Kantonspolizei fordert deutsche Unterstützung an – Schweizer Lokalfernsehen berichtet live – usw.“
Günni blieb also wohl nichts anderes übrig, als sich in Richtung Bodensee zu begeben, um der Sache auf den Grund zu gehen. Kaum war er jedoch auf der Autobahn, als er vor sich ein ihm bekanntes Auto sah. In der Heckscheibe befand sich das unübersehbare blaue „Gendertreff“ – Schild und am Steuer erkannte er Gitta. Einen Augenblick lang überlegte er, ihr zu folgen, aber schnell verwarf er diesen Gedanken, denn sein Chef hatte ihm doch einen klaren Auftrag erteilt. „Schade,“ dachte er sich, „das hätte ja wohl eine interessantere Geschichte geben können, als die von Aufständen und Demonstrationen.“
Also überholte er Gitta und fuhr auf dem schnellsten Weg zu seinem Einsatzort.

Am Bodensee angekommen machte er sich erst einmal auf die Suche nach einem Zimmer, doch es war Urlaubszeit und so sehr er sich bemühte, es war alles ausgebucht. „Na, das fängt ja mal wieder gut an“, dachte er sich, als er in den kleinen Ort Bohlingen kam, aber auch hier war keine Übernachtungsmöglichkeit mehr zu bekommen. Er wollte gerade wieder weiter fahren, als er im letzten Moment jemanden auf der Terrasse eines Ferienhauses erkannte. Es war Gitta, die dort faul in einem Liegestuhl lag und es sich gut gehen ließ. Wie hatte die es wieder geschafft, ein Zimmer zu bekommen? Kurzerhand beschloss er, die Nacht unter einem Baum im Garten zu verbringen, sein eigentlicher Auftrag hatte ja noch bis zum nächsten Morgen Zeit.
Es dauerte jedoch nicht lange, und die Idylle wurde jäh gestört. Laut hupend kamen zwei Autos die stille Dorfstraße heruntergebraust und parkten genau vor dem Ferienhaus. Der Reporter ahnte schlimmes, und dies sollte sich bestätigen.
Die Ereignisse überschlugen sich, Gitta sprang auf, als sie die Autos hörte, und auf dem Parkplatz konnte er sie erkennen: Aus den Autos stiegen Xenia, Hydra, Rita, Frau Rita, Ava, Marina und Katja. Schwer bepackt mit Holzkohle, Salaten, Fleisch und Getränken stürmten alle auf die Terrasse und begrüßten Gitta. Schnell war der Grill angezündet und bald saßen alle an dem großen Tisch auf der Terrasse vor der Ferienwohnung. Doch ein paar Plätze waren noch frei, sollten da etwa noch mehr kommen? Und richtig, kurze Zeit später und pünktlich zum Essen erschienen tatsächlich noch Julchen, Maria und Ella.
Nach dem Essen wurde es wieder hektisch, einige der Mädchen liefen in die Garage des Hauses und kamen bald mit einem Bollerwagen wieder zurück. Neugierig spähte Günni aus seinem Versteck und sah, wie blaue „Gendertreff“ – Schilder an dem Bollerwagen befestigt und eifrig Getränke, Kisten und auch ein Ghettoblaster verstaut wurden. Auch ein riesengroßes Banner mit dem „Gendertreff“ – Logo und Schriftzug wurde entrollt. Als alles gut verladen war, wurde der Wagen wieder in die Garage geschoben und alle saßen wieder gemütlich am Tisch, als wenn überhaupt nichts gewesen wäre.
Sie quatschten und lachten bis spät in die Nacht. Pünktlich um Mitternacht wurde noch „Happy – Birthday“ angestimmt, und alle gratulierten Katja zu ihrem Geburtstag. Bald darauf gingen alle zu Bett und Günni versuchte, es sich unter seinem Baum bequem zu machen. Doch er konnte nicht einschlafen, einige Fragen beschäftigten ihn jetzt doch:
Was hatte das alles zu bedeuten?
Bestand da etwa ein Zusammenhang zwischen den Pressemeldungen aus seinem Büro und den Geschehnissen hier?

Der nächste Morgen sollte Klarheit bringen. Bereits in aller Frühe wurde es in der Wohnung Nr. 9 lebendig. Jäh schreckte auch unser Reporter hoch, als die Geräusche der Kaffeemaschine ihn weckten. Schemenhaft konnte er erkennen, dass Ava es sich mit einem frischen Kaffee im Badezimmer gemütlich machte, während Gitta auf der Terrasse die morgendliche Ruhe genoss. Bald wurde der Tisch gedeckt, die Vermieterin schleppte tütenweise frische Brötchen heran und pünktlich um halb acht saßen alle genüsslich kauend beisammen. Nach dem Frühstück wurde aufgeräumt, der Bollerwagen wieder aus der Garage gezogen und es wurden die Autos bis unters Dach gepackt. Schon bald starteten alle in Richtung Konstanz.
Dort angekommen wurden die Autos wieder entladen und die gesamte Gruppe stöckelte in Richtung Grenzübergang nach Kreuzlingen zum Bärenplatz. Dort war bereits einiges los. Vereinzelt standen ein paar Gruppen zusammen, ein Verkaufsstand war aufgebaut, in der Mitte stand ein mit einer Regenbogenflagge geschmückter Wagen und langsam füllte sich der Platz immer mehr. Auch das Schweizer Lokalfernsehen war vor Ort und interviewte einige der Anwesenden, auch Xenia und Ava wurden befragt.
Als der Platz sich immer mehr füllte, versuchten einige Ordner verzweifelt, das Chaos ein wenig aufzuräumen, und pünktlich um 11:00 Uhr standen alle Gruppen und Wagen in der richtigen Reihenfolge. Es konnte also losgehen, doch niemand rechnete mit der Schweizer Langsamkeit. So wurde es halb zwölf, als sich endlich der Zug in Bewegung setzte.
Es war CSD in Kreuzlingen und Konstanz, das war also die geplante Demonstration am Bodensee!
Langsam schlängelte sich der Zug durch einige Nebenstraßen, bevor er die Kreuzlinger Hauptstraße in Richtung Grenze erreichte. Stolz trugen Xenia und Kirsten den Banner, der über die gesamte Straßenbreite reichte und für Aufsehen sorgte, die anderen verteilten fleißig Flyer und CD’s mit dem „Zwei Seelen Song “. Entsprechend groß war das Interesse bei der Bevölkerung und auch den Fotografen.
Nach etwa zwei Stunden erreichte der Zug die Marktstätte in der Konstanzer Innenstadt, wo die Abschlusskundgebung stattfand.
Hier trafen sie auch Maria, Julchen und Ella wieder, die sich unter die Zuschauer gemischt hatten. Die beiden Erstgenannten verabschiedeten sich von den anderen, sie machten sich bereits auf den Heimweg, da sie noch in den Schwarzwald wollten.
Anschließend zogen die Damen in Richtung Hafen, um sich ein Café zu suchen. Nach einer Stärkung ging die Gruppe zum Stadtgarten, wo auf der Bühne das Programm zum CSD stattfand.

Am späten Nachmittag machten sich die Rheinländerinnen auf den Rückweg in ihr Urlaubsdomizil. Auch Reporter Günni konnte nach dem turbulenten Tag erst einmal verschnaufen.
Doch die Ruhe dauerte nicht lange an, denn schon kam wieder Bewegung in die Reisegruppe. Sie verteilten sich wieder in ihre Autos und fuhren in Richtung Überlinger See. Ja, es war Zeit zum Abendessen und nach einiger Suche fanden alle auch ein Restaurant direkt am Seeufer von Ludwigshafen.
Das Restaurant war sehr gut besucht, so dass sie ausnahmsweise an verschiedenen Tischen Platz nehmen mussten, aber sie wurden mit einem sehr guten und preiswerten Essen entschädigt. Nach einem kurzen Spaziergang über die Uferpromenade machten sich alle müde aber glücklich wieder auf den Heimweg nach Bohlingen.
Auch Reporter Günni konnte es sich endlich auf seinem Notlager im Garten so bequem wie nur möglich machen.

Doch auch diese Nacht war für ihn schnell zu Ende, denn auch am Sonntag war wieder frühes Aufstehen angesagt. Die anderen hatten nämlich Gitta versprochen, mit ihr eine schöne Tour zu unternehmen, als Entschädigung, dass sie nicht die ganze Woche dabei sein konnte. So wiederholte sich das morgendliche Ritual wie am Samstag und bald trafen sich alle wieder zum Frühstück auf der Terrasse vor der Wohnung Nr. 9. Nach dem Kaffee verabschiedete sich Ella von allen, denn auch sie wollte nach Hause fahren. Die anderen beeilten sich jetzt, in die Autos zu steigen und Günni folgte ihnen bis zum Fährhafen in Konstanz.
Dort stellten sie die Fahrzeuge ab und überquerten mit der nächsten Fähre den See nach Meersburg. Dort angekommen schlenderten sie gemütlich zum Hafen und kauften sich todesmutig Fahrkarten für das nächste Passagierschiff nach Lindau. Als sie gemeinsam an der Kasse anstanden, machte sie der freundliche Kassierer darauf aufmerksam, als Gruppe doch besser eine verbilligte Fahrkarte für alle zu kaufen. Dieses Angebot nahmen sie natürlich auch gerne an und schon bald kam das Motorschiff „Karlsruhe“ in den Hafen. Doch als sie das Schiff bestiegen, fing es leider an zu regnen und so mussten sie im Innendeck Platz nehmen. Nach einer wunderschönen Fahrt entlang des Ufers erreichten sie gegen Mittag die Inselstadt Lindau.

Unter der bewährten Führung der „Alte-Steine-Beauftragten“ Ava besichtigten sie die Altstadt mit ihren beiden Kirchen, bis sie wieder am Bahnhof ankamen. Die acht entschlossen sich, mit dem nächsten Zug nach Friedrichshafen zu fahren. Wieder erwarben sie preisgünstig eine Gruppenkarte und stiegen in letzter Minute in ihren Zug. So erreichten sie am Nachmittag ihr nächstes Ziel und spazierten bei noch trockenem Wetter durch die Stadt in Richtung Seeufer. Gerade bevor es wieder anfing zu regnen fanden sie Platz in einem kleinen Café an der Promenade, rückten mal wieder Tische zusammen und stärkten sich erst einmal mit heißen Getränken und leckerem Kuchen.
Hier erlebten sie noch ein besonderes Highlight des Bodensees, das Dampfschiff „Hohentwiel“ fuhr nämlich in den Hafen ein. Es ist der letzte Schaufelraddampfer auf dem See aus dem Jahre 1913.

Nach der Pause ging die Gruppe zum Busbahnhof in der Nähe und schon kam auch der Linienbus, der sie wieder zurück nach Meersburg bringen sollte. Hier nahmen sie die nächste Fähre nach Konstanz und fuhren mit ihren Autos in die Innenstadt zum „Brauhaus Joh. Albrecht“.
Mittlerweile war es Zeit zum Abendessen und mit leckeren Bieren und brauhaustypischen Speisen beendeten sie den Tag. Wieder in der Urlaubsunterkunft angekommen trafen sich alle zum Abschluss des Abends noch einmal in der großen Ferienwohnung Nr. 1, um die letzten Vorräte leer zu trinken und den Urlaub gemütlich ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen wurde Reporter Günni von einer ungewohnten Hektik geweckt. Die Terrasse wurde aufgeräumt, Mülltüten geschleppt und auch schon die ersten Koffer verladen. Die Hauswirtin schleppte eine ungewohnt große Menge an Brötchen heran, über die sich bald alle hermachten. Aber auch nach dem Frühstück ging es mit der Hektik weiter. Alle räumten die Wohnungen auf und verluden ihr Gepäck in die Autos. Das sah nach Aufbruch und Heimreise aus und so packte auch unser Reporter eilends seine Sachen zusammen, denn auf keinen Fall wollte er die Rheinländerinnen aus den Augen verlieren. Er musste ja auch sowieso nach Hause, denn der Chefredakteur wartete ja auch auf seinen Bericht.
So folgte er den anderen zunächst in einen Supermarkt, wo das Leergut noch schnell zu Geld gemacht werden sollte und nach einiger Zeit trafen sich alle auf dem Rasthof Schönbuch an der A 81 wieder. Hier wurde die erste Pause gemacht, und die mitgenommenen Brötchen verzehrt. Nun fuhren sie weiter und erreichten nach einer kurzen Pause in Hockenheim den Rasthof Brohltal an der A61. Dies sollte die letzte Rast werden, denn hier wollte sich Gitta von den anderen sieben verabschieden, denn sie wohnt ja nicht weit von hier. Und so kam es auch, dass sie sich ein letztes Mal herzlich umarmten, bevor sie die letzte Etappe ihrer Heimreise antraten.
Doch die war schnell zu Ende, denn nach wenigen Kilometern sah Gitta als Erste den Wagen von Xenia auf dem Seitenstreifen stehen. Sie hatte doch tatsächlich eine Panne. Gitta hielt an und bald kam auch schon Marina mit ihrem Auto dazu. Es wurde ein wenig überlegt und da das Eintreffen des Pannendienstes noch etwas dauern konnte, wurden die Insassen des defekten Autos auf die anderen verteilt und so fuhr Gitta noch Rita und Kirsten nach Hause. Kurz vor Hilden meldeten sich auch Xenia und Ute telefonisch, auch sie waren inzwischen auf der Weiterfahrt, es war Gott sei Dank nur eine Kleinigkeit an dem Wagen gewesen.
So konnten alle am Abend wieder zu Hause in ihren Betten schlafen und die wunderschönen Tage noch einmal an sich vorbei ziehen lassen.
Auch Reporter Günni konnte beruhigt einschlafen, denn erstens hatte er wieder ein Dach über dem Kopf und musste nicht mehr im Garten übernachten und zweitens hatte er wieder eine wunderschöne Geschichte für das Trannymagazin in der Tasche. Und vor allem hatte er wieder einmal bewiesen, dass hinter Unheil verkündenden reißerischen Schlagzeilen oft nur ein harmloser Hintergrund ist.
So wurde aus der „Mobilmachung des Rheinlandes“ und der „Besetzung eines Ferienhauses“ nur der seit über einem Jahr geplante Urlaub einiger Freundinnen und aus den „Demonstrationen“ und dem „Aufstand am Bodensee“ nur die Teilnahme an der CSD – Parade in Kreuzlingen und Konstanz.

Dieser Urlaub wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.
Es waren wieder einmal ein paar sehr schöne Tage, zu deren Gelingen alle hervorragend beigetragen hatten und die wieder einmal, besonders für Gitta viel zu schnell zu Ende gingen.
Aber uns allen bleibt ein kleiner Trost:
Die nächste Tour ist schon wieder geplant, und bestimmt wird auch Trannyreporter Günni wieder von Anfang an unerkannt mitreisen und berichten können.

>> Bunt ist die Welt – auch am Bodensee (Die ersten Tage)

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Bunt ist die Welt – auch am Bodensee

Urlaub! Rita und Kirsten trafen sich mit Ute und mir um zusammen zum vereinbarten Treffpunkt auf der A61 zu fahren. Dort stießen wir auf Ava, Katja und Marina und ab ging es zu unserem Urlaubsdomizil nach Singen am Bodensee. Julchen, Maria und Ella waren schon dort.
Irgendwie hatte ich das Gefühl verfolgt zu werden, aber das geheimnisvolle Fahrzeug fuhr hinter Bonn von der Autobahn. Ob das der rasende Reporter Günni war, der etwas verwirrt zu sein schien?

Wir trafen nach einer ruhigen Fahrt gegen 16:00 Uhr am Urlaubsziel ein und sortierten erst einmal unsere Koffer auf die Ferienwohnungen. Danach gingen wir Einkaufen.
Das erste Fässchen eines leckeren lokalen Bieres wurde angestoßen und der Grill glühte vor sich hin. Ein erster schöner Abend ging am Morgen zu Ende und alle verkrochen sich in ihre Betten.

Am nächsten Morgen wurde gemeinsam gefrühstückt und wir fuhren bei wunderschönem Wetter zur Insel Mainau.
Die Insel, bestückt mit Parks und einem Schloss, kostet Eintritt und ist im Prinzip eine dauerhafte Landesgartenschau. Nachdem die Füße qualmten und die ersten einen Sonnenbrand hatten, gingen wir Essen. Zu Bett ging natürlich niemand ohne den obligatorischen Absacker auf der Terrasse.

Nach dem Frühstück am Mittwochmorgen, fuhren einige von uns nach Konstanz um dort durch die Einkaufsstraßen und die Altstadt zu schlendern. Natürlich wurden die Geschäfte unsicher gemacht und fast alle brachten erst einmal ihre Einkaufstüten zu den Autos. Leider regnete es immer wieder und wir erkundigten uns im Bahnhof über eine Zugfahrt nach Zürich. Nach dem wir die Preise erfuhren, kamen wir aber zu dem Ergebnis, dass Benzin und Vignette günstiger als die Bahnfahrt sein sollte. So entschlossen wir uns am Donnerstag mit PKW nach Zürich zu fahren.

Am Abend trafen wir uns wieder alle um am Hafen von Konstanz zu Abend zu Essen. Zum Glück hatten wir früh genug einen großen Tisch unter einer stabilen Markise bestellt, denn von oben kam das Wasser Literweise und wollte auch nicht mehr aufhören. Das Essen schmeckte und im Minutentakt schlugen die Blitze in den See, der allerdings vor lauter Nebel und Regen nur noch vermutet werden konnte. Gegen 21:00 Uhr beschlossen einige mit dem Taxi zum Parkhaus zu fahren, die anderen hüpften, bewaffnet mit Regenschirmen, durch die Pfützen und erreichten schließlich mit nassen Schuhen das Parkhaus. Diesmal wurde der Absacker in dem 5er-Appartement eingenommen, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

Es war Donnerstag und hatte die ganze Nacht geregnet. Die Hoffnung stirbt zu Letzt und es kam ein wenig die Sonne durch. Wir machten uns auf, nach dem wir uns eine Vignette besorgt hatten, um nach Zürich zu fahren. Wir schlenderten durch die Stadt und auch an den Banken vorbei. Am Züricher See wurden wieder viele Fotos geschossen.
Dann beschlossen wir den angebrochenen Nachmittag in Meersburg direkt am Bodensee zu verbringen. Mit der Fähre ging es über den See und auch hier waren wieder viele „alte Steine“ zu besichtigen. Schließlich kehrten wir alle in einem kleinen Lokal ein um gutbürgerlich zu Essen. Nach der Fähr- und Autofahrt versammelten wir uns wieder auf der Terrasse.

Am Freitag nach dem gemeinsamen Frühstück, fuhren wir nach Stein am Rhein in die Schweiz und bestaunten die wunderschöne Altstadt und die vielfältigen Malereien an den alten Häusern, quasi Graffiti aus dem 18ten Jahrhundert. Hier fließt der Rhein, der bei Bregenz (A) in den Bodensee fließt, wieder raus um weiter nach Schaffhausen zu gelangen. Dies war dann auch unser nächstes Ziel. Über 200 Stufen ging es rauf auf die Burg, aber der Ausblick war gigantisch. Alle wollten endlich den Rheinfall von Schaffhausen live erleben und so fuhren wir die paar Kilometer weiter zu dem Schauspiel .

Nach dem wir die Autos auf dem angrenzenden Parkplatz abgestellt hatten und ein paar Meter abwärts gelaufen waren, war das Schauspiel vor uns.
Es war ein klasse Anblick und auch ein sehr lautes und geräuschvolles Tosen. Wir beschlossen einmal um den Wasserfall zu laufen, viele Treppen hoch und auch wieder viele runter. Eine Brücke musste überquert werden. Das war schon ein seltsames Gefühl die starke Strömung unter sich zu haben. Dann konnten wir für kleines Geld auf Podeste gehen, die direkt neben, über und unter dem Wasserfall angebracht waren. Es kostete zuerst ein wenig Überwindung, aber eine Schande wer sich das Erlebnis entgehen lässt – ein unbeschreibliches Gefühl. Das Wasser tobte mit voller Wucht an uns vorbei und wir verweilten eine lange Zeit. Mit einer kleinen Fähre ging es dann schaukelnd wieder zum Parkplatz zurück.

Zurück an unserem Ferienhaus konnten wir doch tatsächlich auch Gitta begrüßen, die aus privaten Gründen später nachgereist war. Aber irgendwie war da noch jemand, der sich nicht zu erkennen geben wollte. Wir hatten so ein Gefühl, wussten es aber nicht zu deuten.

Ich glaube ihr solltet mal hier weiter lesen ….

>> Günnis Reportage (Bunt ist die Welt – auch am Bodensee Teil 2)

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Kleine Galerie vom Gendertreff beim CSD am See 2011 in Kreuzlingen und Konstanz

Am 16.07.2011 fand in Konstanz und Kreuzlingen mit dem CSD am See der einzige grenzüberschreitende Christopher Street Day der Welt statt. Wie bereits in unserer diesbezüglichen Pressemeldung angekündigt, war der Gendertreff mit dabei. Und davon möchten wir Euch mit den folgenden Bildern berichten.

Die Aufstellung erfolgte im schweizerischen Kreuzlingen. Kreuzlingen liegt direkt neben Konstanz am Bodensee, so dass man eigentlich von einer Doppelstadt sprechen kann. Die Landesgrenze verläuft quasi mitten durch die Stadt.

Bevor es richtig losging, wurde noch schnell ein Gruppenbild gemacht.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Dann wurden Xenia und Ava noch von einer Reporterin eines schweizer Lokalsenders interviewt.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Im Hintergrund des Beitrags bei Tele Top konnte man unser Gendertreff-Banner erkennen. 🙂

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Dann ging es los – zunächst einmal leider nur durch Nebenstraßen.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Na gut, die Organisatoren hatten sich überlegt, den Busbahnhof in Kreuzlingen zu umgehen. Der Nachteil für uns: Auf den Nebenstraßen war nicht so viel los. Der Vorteil für uns: Wir konnten wenigstens einige Fotos machen. Denn als wir in die Hauptstraße von Kreuzlingen einbogen, war es schon voller und wir kamen nicht mehr zum Fotografieren.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Aber auch hier wurden bereits die ersten Flyer verteilt. Schließlich hatten wir diese extra für den CSD am See entworfen.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Auf der Hauptstraße von Kreuzlingen war natürlich viel mehr los. Hier erreichen wir den Grenzübergang vom schweizerischen Kreuzlingen ins deutsche Konstanz. Immerhin waren wir ja beim weltweit einzigen grenzüberschreitenden CSD.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Und auch hier wurden natürlich unsere Flyer verteilt. Denn schließlich wollen wir ja auch über das Thema Transgender aufklären.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Hier noch ein Foto der Gendertreff-Gruppe vor dem Grenzübertritt nach Konstanz.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

In Konstanz war dann deutlich mehr los und das Motto „Trau Dich“ des CSD am See 2011 passt ja auch viel besser in eine belebte Innenstadt.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Die „Biomädels“ trugen Aufnäher mit der Aufschrift: „Mein Partner ist Transgender“. Denn wir wollen ja auch den Angehörigen von Transgendern Mut machen und Hilfestellung leisten. Auch hier passte das CSD-Motto „Trau Dich“ also wieder hervorragend zu unserem Anliegen.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Auch nach dem Umzug waren wir auf der anschließenden Veranstaltung im Park direkt am Bodensee mittendrin und nicht zu übersehen.

CSD am See 2011 Kreuzlingen Konstanz

Die folgende Diashow zeigt weitere Impressionen vom Gendertreff beim einzigen grenzüberschreitenden CSD weltweit.

>> Gendertreff meets CSD Konstanz (Schweizer Fernsehen)

>> Diashow vom Gendertreff beim CSD am See 2011

>> Öffentlichkeitsarbeit

>> Bunt ist die Welt – auch am Bodensee (Die ersten Tage)

>> Günnis Reportage (Bunt ist die Welt – auch am Bodensee Teil 2)

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Nathalies Alltag en femme

Nathalie aus dem Gendertreff Forum berichtet über ihre Erlebnisse im Alltag

Den Alltag en femme zu leben ist etwas anderes, als die schönen Stunden in verhältnismäßig sicherer Umgebung bei einem der Treffen. Bei mir hat es auch lange gebraucht, bis ich mal allein zum Einkaufen losgezogen bin. Zurzeit bin ich sehr häufig unterwegs, ja man kann sagen, dass ich meinen Alltag und all das, was man normalerweise zu tun hat, en femme erledige. Einfach um es mal auszuprobieren, wie es so läuft und ob ich damit zurechtkomme. Ausgenommen zur Arbeit und wenn ich zu den Eltern will, da sie noch nichts von mir wissen. In dieser Zeit habe ich einige Situationen erlebt, die ich auf Wunsch von Ava einmal weitergebe.

Zuerst war ein Besuch der Tankstelle. Da ich es seit Jahren gewohnt bin, mit meiner Kreditkarte zu zahlen, dachte ich mir nichts dabei, dies auch en femme zu tun. Die Angestellte sah auf die Karte und meinte: „Das ist nicht Ihre Karte“.

Noch guter Laune versuchte ich, sie vom Gegenteil zu überzeugen und zog meinen Personalausweis, um mich auszuweisen. Den erkannte sie auch nicht an und vermutete sogar, dass ich die Papiere irgendwo gestohlen hätte. Im Lauf der Diskussion wollte sie jetzt die Polizei hinzuziehen. Ich versuchte immer noch ihr klarzumachen, dass das meine eigenen Papiere waren.

Das ganze Theater hatte nun die Aufmerksamkeit des Pächters geweckt. Dieser kam zur Schlichtung zu uns. Nach kurzer Zeit glaubte er mir endlich und ich konnte, nachdem ich gezahlt hatte, wieder fahren.

Solche Reaktionen kannte ich bis dahin nicht und war, unter anderem, der Anlass einen DGTI_Ergänzungsausweis zu beantragen. Auch ist es für die Zukunft sicherer, wenn mal eine Flugreise und/oder Ferien im Ausland geplant sind, dass man keine Probleme bekommt.

Es gibt aber auch schöne Situationen, an die ich mich sehr gerne erinnere. Einmal bezahlte ich mit meiner EC-Karte bei einem Elektronikmarkt. Die Kassiererin schaute mich an und bemerkte: „Oh, haben sie Ihre Namensänderung noch nicht durch?“ Ohne zu zögern akzeptierte sie die Karte.

Zuletzt hatte ich mich am Montag mit meinem Friseur verabredet, der mir ein Päckchen vorbeibringen wollte. Ich war ein paar Minuten zu früh in unserer Fußgängerzone und kaufte mir ein Eis, setzte mich auf die Parkbank und wartete auf Ihn. Der Becher war leer und ich entsorgte ihn in einem Papierkorb, der ein paar Meter weiter angebracht war.

Überraschung, die Parkbank wurde in diesem Moment von einer Frau mit Kinderwagen genutzt. Was nun? Die Frau sah zu mir und meinte: „Sie können sich gerne wieder zu mir setzen.“ Kurze Zeit später kamen wir, über Ihren 10 Monate alten Säugling, ins Gespräch. Einfach so, wildfremde Frauen unterhielten sich über dies und das.

Meine Verabredung kam nach einer Viertelstunde und wir, die fremde Frau und ich, wünschten uns gegenseitig alles Gute. Eine richtig entspannte Unterhaltung, einfach schön. Leider hatte ich vergessen ihr einen unserer Flyer mitzugeben.

Heute kam der DGTI_Ergänzungsausweis nach nur 14 Tagen bei uns an. Ich denke, dass Missverständnisse nun sehr viel schneller geklärt werden können.

Liebe Grüße

Nathalie

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Meine Gedanken

Meine Gedanken zu Ava`s Gedanken

Immer wieder höre ich von vielen transidenten Personen, dass die Gesellschaft uns nicht toleriert, geschweige denn akzeptiert. Das kann ich mir natürlich einreden. Wenn ich nicht als Frau raus gehe, kann ich es erst gar nicht beurteilen. Zum Glück gibt es aber auch viele Transgender, die eine ganz andere Wahrnehmung der Öffentlichkeit haben. Das beweisen z.B. die vielen Erlebnis- und Erfahrungsberichte hier im Gendertreff Blog. Wenn man nämlich quasi erst einmal als "Mann in Frauenkleidern" nach draußen geht, kann man Erfahrungen sammeln und das Selbstbewusstsein stärken. Man kann erst einmal sehen und erleben, wie das ist – als Frau zu leben. Die meisten müssen damit leben können, dass sie nicht auf den ersten Blick als Frau wahrgenommen werden, da das äußere Erscheinungsbild eher männlich wirkt. Was sich dahinter verbirgt, kann niemand einem an der Nasenspitze ansehen. Quasi ein privater Alltagstest. Wenn ich nach diesen Erlebnissen dann eine Vornamens- oder Personenstandsänderung anstrebe, wird das von Gutachtern, Amtsgerichten und Richtern positiv bewertet und man kann sein Anliegen daher besser glaubhaft machen. Außerdem kann ich für mich doch besser ausprobieren, ob es überhaupt der richtige Weg ist, bevor ich die Weiche stelle. Einen Weg zurück gibt es später nicht mehr.

Nehmt euer Umfeld mit! In erster Linie eure Familie, eure Bekannten und eure Freunde. Auch eure Seele braucht Zeit. Gebt nach einem Outing im Unternehmen euren Kolleginnen und Kollegen Zeit sich an euch zu gewöhnen. Brecht es nicht über`s Knie und fallt nicht mit der Tür ins Haus. Euer Umfeld wird es euch danken. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr später alleine da steht, ist dann gering.

Natürlich haben wir auch schon erlebt, dass hinter uns gegrinst oder gelächelt wird, aber ist es nicht so, dass das auch hier und da geschieht, wenn die Nase krumm ist oder sonst etwas nicht der "Norm" entspricht? Also ignorieren oder auf die Menschen zugehen und mit ihnen sprechen. Viele schöne Erlebnisse entgehen den transidenten Personen, die sich nicht aus ihren vier Wänden trauen. Diese Personen waren vielleicht einmal als Mann auf einen Stammtisch oder als Frau zu einer SHG gegangen. Aber, wenn man nicht en femme Alltagssituationen erlebt hat oder gar nur en femme  in einem geschützten Schulungsraum sitzt, kann man nicht beurteilen, ob man ein Leben als Frau führen kann. Wenn diese Personen dann das erste Mal unsicher zum Arzt gehen, womöglich noch als Mann zu einer Therapeutin, wundern sie sich, dass es doch etwas anderes ist, ob man als Mann oder als "verkleideter Mann" Straßenbahn fährt. Dass dann die Therapeutin einen nach Hause schickt mit der Bemerkung: "Üb erst mal!" ist nicht nur verständlich, sondern sogar sehr verantwortungsvoll.

Zu meinen, dem anderen Geschlecht anzugehören, fängt im Kopf an. Dazu ist es nicht notwendig perfekt zu sein oder gar ein absolut weibliches Erscheinungsbild zu haben. Erst einmal im Kopf klar sein und wissen wo die Reise hin geht. Die Hormone und die GaOP kommen dann von ganz alleine. Wenn ihr gefestigt seid und klar euren Weg eingeschlagen habt, wird das die Gutachter und das Amtsgericht beeindrucken und eure Entscheidung wird respektiert. Holt euch aber ruhig zusätzlich Hilfe in einer SHG, einem Portal oder einem Forum, wie z.B. dem Gendertreff und/oder professionelle Hilfe durch therapeutische Begleitung.
Raus müsst ihr selber!

Das soll hier keine Anleitung zur Transsexualität sein und ich will auch hier niemand einreden, wie er seinen Weg zu gehen hat. Aber dies sind meine langjährigen Erfahrungen und die von vielen Transgendern, die sich mit und durch den Gendertreff entwickelt haben. Ich habe es jahrelang unterdrückt und nicht zugelassen, warum soll ich es jetzt über`s Knie brechen und vielleicht alles falsch machen. Nein, im Gegenteil. Ich werde besonnen und ganz wichtig mit meiner Familie ruhig und überlegt diesen Weg nun zu Ende gehen. Die Weiche ist gestellt – auch nach reiflicher Überlegung, vielen Gesprächen und vor allen Dingen nach ausreichendem Alltagstest.

LG
Xenia

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