Blog

Der Berg ruft uns

Urlaub im Berchtesgadener Land vom 24.12.2015 – 02.01.2016

Nach einer kleinen Panne auf der Autobahn mit ADAC-Betreuung, stand er in voller Größe vor uns – der Watzmann. 2.713m hoch ragte er in die Dämmerung. Wir waren in unserem Urlaubsort Berchtesgaden angekommen und wurden herzlich mit „Hallo die Damen“ vom Hotel begrüßt.
Gleich am nächsten Morgen gingen wir gegen Mittag in die Watzmann-Therme zum Schwimmen und erholen.

Weiterlesen

Wie eine Perücke ein Gesicht verändern kann

Viele Mann-zu-Frau Transgender tragen Perücken. Teils tragen sie die oft als „Mütze“ verballhornten Haarteile, weil sie ihre Transidentität in Teilzeit leben und unter der Perücke eine männliche „Tarnfrisur“ tragen, mit der sie in ihrem Alltag leben. Teils hat aber auch einfach das Testosteron Spuren bei der vielleicht in früheren Jahren einmal viel dichteren Haarpracht hinterlassen. Und welche Frau läuft schon gerne mit hohen Geheimratsecken, Halbglatze oder gar Vollglatze herum?

Die Auswahl der richtigen Perücke ist jedoch nicht immer ganz einfach. Denn die Perücke soll zum Typ und zum Gesicht passen. Schließlich beeinflusst sie das Passing der Transperson wesentlich.

Wie das dann aussehen kann, demonstrieren Ava, Helen, Rita und Chrissie aus dem Gendertreff-Team in einem Selbstversuch. Denn am Rande des Gendertreff Iserlohn hatte sich ein Kontakt zum Perückenstudio Cutrins in Iserlohn ergeben. Schnell war ein Termin ausgemacht und auch das Team von Cutrins hatte Spaß an der Idee, einfach mal zu demonstrieren, wie eine andere Haarfarbe und eine andere Frisur bei immer der gleichen Person wirkt.

Also trafen wir uns in Iserlohn, um einmal ausgiebig zu testen. Ava machte den Anfang.

Ava ungewohnt blond.

Die folgende Perücke brachte zwar allgemeine Erheiterung, konnte aber nicht wirklich überzeugen.

Diese hier passt dagegen eher zum Typ.

Oder darf es dieses Modell sein?

Mit dem folgenden Modell hatte Ava die Lacher auf ihrer Seite.

Und ja: Wir hatten alle viel Spaß an diesem Nachmittag.

Auch dieses Modell taugte bei Ava eher zur allgemeinen Belustigung. Doch das bedeutet nicht, dass es nicht bei anderen Personen hervorragend aussehen kann.

Ava noch einmal ungewohnt blond und mit kurzen Haaren.

Und noch einmal Ava und blond – aber mit langen Haaren.

Dann wurde noch einmal eine dunkle Perücke mit langen Haaren getestet.

Ja, und wer wissen will, für welche Perücke Ava sich entschieden hat, muss den Blogbeitrag bis ganz unten weiter durchlesen. 😉

Nach Ava begann Helen mit dem Perückentest.

Auch bei Kurzhaar-Frisuren gibt es etliche Varianten.

Es lohnt sich tatsächlich, immer einmal diverse Varianten zu testen – auch solche, die man sich zunächst gar nicht vorstellen kann.

Helen einmal mit kurzen (oben) und mit langen Haaren (unten).

Hier noch einmal eine dunklere Kurzhaar-Perücke.

Helen mit roten kurzen Haaren.

Auch Rita probiert hier zunächst einmal eine rote Perücke aus – aber eben mit langen Haaren.

Ganz ungewohnt: Rita mit kurzen Haaren.

Mit diesem Modell hatte dann Rita die Lacher auf ihrer Seite.

Hier sehen wir Rita noch einmal mit einer roten Langhaarfrisur.

Rita mit mittellangen Haaren und Strähnchen.

Hier noch einmal eine dunkelblonde Kurzhaar-Variante.

Eine ähnliche Haarfarbe, aber mit längeren Haaren.

Dann hat Chrissie noch einen kleinen Test gemacht. Nun werden sich einige Leser fragen, warum sie denn einen Test gemacht hat. Denn Chrissie hat ja ihre eigenen Haare und trägt gar keine Perücke.

Aber auch das eigene, echte Haar kann durch ein Haarteil noch fülliger wirken: Oben sieht man Chrissie nur mit ihrem echten Eigenhaar, unten mit einem etwas mehr Fülle gebenden Haarteil.

Ja, und dann haben wir noch ein Gruppenfoto gemacht, auf dem wir alle unsere frisch erworbenen Perücken tragen. Wichtig ist, die Perücke tatsächlich in Ruhe auszusuchen und einfach einmal ein klein wenig auszuprobieren. Eine Perücke muss zudem meist ein wenig angepasst, also beigeschnitten, werden.

 

>> Inhaltsverzeichnis

Selbsthilfetreffen Düsseldorf zur Vorweihnachtszeit

Rund 50 Gäste ließen es sich nicht nehmen am Kaffeeklatsch und Tratsch des Selbsthilfetreffens Gendertreff Düsseldorf teilzunehmen. Die Vorfreude auf Weihnachten war zu spüren, denn die Tradition des Schrottwichtelns sollte auch diesmal nicht zu kurz kommen. Ute erklärte kurz den Spielmodus und schon wurde wie wild gewürfelt.

GTD15-01 GTD15-02 GTD15-03

Endlich hatten alle ein Geschenk und es wurde, je nach Augenzahl auf dem Würfel, ausgepackt.

GTD15-04 GTD15-05 GTD15-06

Man da war was los. Viel Unnützes aber auch das ein oder andere kuriose und sogar nützliche wurde aus dem Papier geholt.

GTD15-07 GTD15-08 GTD15-09 GTD15-10 GTD15-11

Es gab einen Riesenspaß auf dem gut besuchten Treffen. Am Schluss wurden die übriggebliebenen verpackten Geschenke in einer Auktion versteigert und der Erlös kam dem Gendertreff für seine Arbeit zu Gute.

Es war eine tolle Stimmung. Aber auch die Gespräche untereinander kamen natürlich nicht zu kurz.

Nach 18:00 Uhr reduzierte es sich ein wenig, aber über die Hälfte der Anwesenden blieben noch, um das gute Essen im Kaisershaus zu genießen. Es war ein krönender Abschluss eines arbeitsreichen Jahres. Und 2016 wird es nicht weniger werden, so ist anzunehmen.

Gleich nach Weihnachten geht es weiter, denn am 27.11. ist Gendertreff Iserlohn. Der nächste Gendertreff Leverkusen findet am 09.01.2016 und der nächste Gendertreff Düsseldorf findet am 17.01.2016 statt.

Im Februar feiern wir wieder einen runden Geburtstag. Dann wird das als „Brauhaustreff Opladen“ gestartete Selbsthilfetreffen stolze 10 Jahre alt. Darüber hinaus werden wir wieder an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen.

All das wäre nicht möglich ohne die vielen fleißigen Helfer, die mit viel Engagement ihre Freizeit opfern, um Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Vielen Dank dafür.

Allen ein schönes Weihnachtsfest und ruhige und besinnliche Feiertage. Bis zum nächsten Jahr 2016.

>> Termine

>> Forum

>> Zur Inhaltsübersicht

Einmal Frau und zurück

Es war das TV-Interview des Jahres: Der einstige Zehnkampf-Star Bruce Jenner offenbarte sich im US-Fernsehen als Transgender und nennt sich seitdem Caitlyn Jenner.

Jetzt will Caitlyn doch wieder Mann sein – behauptet zumindest die BUNTE.

>> ABENDBLATT

>> EXPRESS

Diese „Rückkehrer“ sind gar nicht so selten. Um so mehr Sinn macht es, sich diesen Schritt genau zu überlegen und in sich hinein zu hören. Nicht umsonst sagt der Gendertreff, dass wenigstens ein Therapeut und ein Gutachter zu Rate gezogen werden sollen, bevor man sich womöglich ins Unglück stürzt.

Die Huffington Post berichtet indes, dass hier Sensationsmedien sich die Bekanntheit Caitlyn Jenners zunutze machen, um mit einer Reichweite erzeugenden Sensationsmeldung Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Huffington Post berichtet weiter, dass die Berichte um eine angebliche „Rückkehr“ Jenners falsch und der zitierte Informant erfunden seien.

 

>> Zur Inhaltsübersicht

 

Selbsthilfetreffen Leverkusen zur Vorweihnachtszeit

Gestern trafen wir uns zum letzten Selbsthilfetreffen 2015 in Leverkusen. Das Lokal war mit Tannenbaum und Kerzen reichhaltig geschmückt und gut besucht. Beim guten Essen gab es wieder gute Gespräche und viel Spaß. Selbstverständlich ließen wir auch das Jahr Revue passieren. Nun geht es in die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel um im neuen Jahr wieder durchzustarten.

Weiterlesen

Brust OP

Autorin: Stefanie1268

 

Hallo,

es sind wieder ein paar Monate ins Land gegangen. Mittlerweile ist nun wirklich eine Normalität zurück in mein Leben gekommen, wie ich sie lange nicht mehr hatte.
Was ich aber dazu sagen muss, es hat sich gegenüber früher doch einiges geändert. Das an den Wochenenden mehr los ist als früher ist nicht weiter verwunderlich (alles ist mehr als nichts), aber auch in den Wochen gibt es immer weniger Tage wo es ganz ruhig wäre. Nicht dass mich das stören würde, aber es geht auch manchmal schon an die Substanz (mein Basisantrieb ist eh eher niedrig und so fast ohne Antriebshormon (nein ich will auch nicht mehr davon) ist es manchmal halt schwer).

Dafür habe ich nun einen weiteren Schritt gemacht, ich habe mich für eine Brustvergrösserung entschieden. Mutter Natur hat halt bei mir auch nach fast 3 Jahren Hormontherapie und nun gute 6 Monate nach der GaOP nicht daran gedacht mehr anzubauen. Für meine Größe gibt es keine Klassifizierung da sie rein messtechnisch noch unter AAA liegt. Also hatte ich mal bei meiner Krankenkasse nachgefragt, was die denn dafür an Unterlagen bräuchten.

Ich habe dann dafür folgende Unterlagen besorgt:

  •   Bescheinigung vom Endokrinologen dass die HRT schon mindestens seit 2 Jahren läuft und keine nennenswerte Veränderung mehr zu erwarten ist und er den Eingriff befürwortet
  •   Bescheinigung meiner Gynäkologin über den tatsächlich messbaren Stand (Unterbrustumfang und Oberbrustumfang) und auch das sie den Eingriff befürwortet
  •   Bescheinigung meines Hausarztes, dass nach seiner Sicht der Eingriff sinnvoll erscheint (laut Telefonat mit der Krankenkasse hätte sogar diese Bescheinigung ausgereicht und Gynäkologin wäre nicht nötig gewesen, was ich aber nicht wirklich geglaubt habe
  •   Bescheinigung des Krankenhauses was für ein Eingriff vorgenommen werden sollte (das Krankenhaus konnte ich mir aus einer Liste raussuche, die meine Krankenkasse auf ihrer Webpage zur Verfügung stellt; entscheidend für mich war aber die Empfehlung einer Arbeitskollegin

So habe ich dann letzte Woche den Antrag persönlich bei der Krankenkasse abgegeben (wir haben hier bei und zum Glück eine Niederlassung) und gestern hatte ich dann die Kostenübernahmezusage im Briefkasten.

Heute habe ich dann telefonisch geklärt was ich machen muss um einen OP Termin zu bekommen und die Mail, um die gebeten wurde mit Kopie der Kostenübernahmezusage, ist auch schon raus.
Die erste Information war, dass ich einen Termin in ca. 6 – 8 Wochen bekommen könnte, also Anfang nächsten Jahres. Da ich auf jeden Fall die Zusage der Krankenkasse habe, kann ich auf den Termin jetzt gut noch ein paar Wochen warten.

 

Partnerschaft

So ganz nebenbei bin ich seit ein paar Wochen in einem Partnerschaftsportal angemeldet um es vielleicht doch irgendwann noch zu schaffen eine Partnerin (oder doch einen Partner??) zu finden.
Es hat mich schon sehr vorangebracht über den Gendertreff so viele liebe und nette Leute kennengelernt zu haben, von denen ich auch einige als gute Freunde bezeichnen würde. Aber jemanden zu haben, mit dem man dann auch alle Lebenslagen teilen kann, wäre noch etwas, was ich nicht aus den Augen verlieren möchte.

Die ersten Erfahrungen waren recht interessant, da ich scheinbar eine recht große Anziehungskraft für Frauen habe, die einen eher hohen männlichen Anteil haben. Da ich mich selber am ehesten als Pansexuell bezeichnen würde (was mal so ganz grob heißt, das Geschlecht eines Menschen spielt für mich keine ausgrenzende Rolle bei einer Partnerschaft, also egal ob Bio, Trans_ oder Inter) ist mir aber eh der Mensch selber wichtig und ob es überhaupt passen kann.
Ich habe aber auch schon festgestellt, dass ich noch ein wenig zu lernen habe, wie ich mit meiner eigenen Sexualität umzugehen gedenke. Das war etwas, worüber ich noch nie wirklich nachgedacht habe, da ich mich zumindest früher um dieses Thema ein wenig herumgedrückt hatte.
Aber dies werden halt bei mir die Themen werden, die ich langsam angehe und mich nicht unter Druck setzen werde. 😉

Liebe Grüße

Steffie

Hannas Antrag auf Zweitfrisur

Autorin: Hanna

Es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update:

Zuerst einmal hatte ich gestern den lang ersehnten Brief vom Amtsgericht in der Post. Darin wurde mir mitgeteilt, dass die Gutachter mit der Begutachtung beauftragt wurden und ich mich nun zwecks Termin mit Ihnen in Verbindung setzen soll. Da werde ich dann am Montag gleich mal telefonieren und hoffen, dass es zügig geht. Mein Psychologe, der ebenfalls als Gutachter bestellt wurde, schreibt das Gutachten ohne zusätzlichen Termin, da wir uns ja nun schon über 2 Jahre kennen.

Ich hatte ebenfalls gestern auch noch ein bunt gemischtes Erlebnis mit meiner Krankenkasse: Ich habe vor fast exakt 4 Wochen meinen Antrag auf Zweitfrisur eingereicht! Da mir das Patientenrechtegesetz nach 3 Wochen ohne Antwort der KK durch die sogenannte Genehmigungsfiktion den Antrag als faktisch angenommen betrachtet, war ich also guten Mutes als ich am Donnerstag dort anrief und nach dem Bearbeitungsstand fragte.
Kurz zur Erklärung: Ich hatte alle erforderlichen Unterlagen persönlich bei der KK abgeben, nur der Kostenvoranschlag für die Perücke wurde von meinem Friseur direkt an die KK geschickt (und ging mit gleicher Post in Kopie an mich…).
Ich bin aus allen Wolken gefallen, als mir dann am Telefon mitgeteilt wurde, dass kein Kostenvoranschlag vorliegen würde! Der weitergeleitete Anruf bei der Hilfsmittelstelle in Köln brachte auch keine Aufklärung. Dort war ein junger Mann am Telefon, der mir sowohl sehr kompetenzbefreit und außerdem noch schwerhörig vorkam. Jedenfalls wurden meine Berichtigungen der Anrede -„Nein, FRAU B.!“, konsequent ignoriert und die einzige Hilfe die er beisteuern konnte war der Vorschlag, doch am nächsten Tag bei der zuständigen Kollegin anzurufen.

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich wirklich an Willkür und Schikane durch meine KK!!!

Am nächsten Tag also bei der Kollegin angerufen und auch dort scheinbare Ratlosigkeit. Dieser Dame konnte ich zwar den Sachverhalt ganz in Ruhe erklären und habe sie auch darauf hingewiesen, dass zwar meine / noch nicht durch sei, aber sie möge sich doch ruhig mal mein Bild im System ansehen. Allerdings fand auch sie den mysteriös verschwundenen KV nicht und wusste auch von nix.

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen wie stinksauer und enttäuscht ich war!?!?

Ein Anruf bei meinem Friseur brachte auch keine neuen Erkenntnisse, außer dass er meinte, bei der KK würden wohl öfter mal KV’s verloren gehen und er würde am Montag einen neuen KV persönlich bei der KK abgeben lassen! (Ist bei ihm grad um die Ecke…)

Enttäuschung, Wut, Zorn, Unglauben… da waren sie also, die schon legendären Schikanen der Krankenkassen gegenüber uns Transmenschen.

Es dauerte ca. 10 Minuten und mein Handy klingelte. Es war die Dame von der KK. Sie hat sich dann tatsächlich mal mein Bild angesehen und da hätte es dann „klick“ gemacht: Der Antrag lag komplett vor, nach Rücksprache mit ihrem Chef und einem gemeinsamen Blick auf mein Bild auf der Versichertenkarte wurde der Antrag auch „ab genickt“! Und dann verschwand irgendwie der KV? Also, ich möchte doch bitte den KV nochmals einreichen und wie denn der Friseur hieße? Nachdem ich ihr den Namen genannt hatte, konnte sie sich sogar auch noch daran erinnern, dass sie über den Namen geschmunzelt hätte. Jedenfalls würde sie sich jetzt selbst mit meinem Friseur in Verbindung setzen, da in diesem Fall der KV auch per Fax oder eMail genügen würde!

Also doch keine Schikane, sondern tatsächlich nur der Fehlerteufel und danach der echte Versuch das Problem schnell und unkompliziert zu lösen…. 🙂 🙂 🙂
Diesen Einsatz fand ich so toll und bemerkenswert dass ich der Dame noch direkt im Anschluß eine kleine Dankesmail geschickt habe!
Da bin ich doch mal gespannt wie schnell es jetzt geht und mein Glaube an das Gute in der KK ist „fast“ wieder hergestellt. 😉

 

Und jetzt drückt mir die Daumen, dass es schnell mit meinem Gutachten geht! 🙂

Liebe Grüße, Hanna

>> Inhaltsverzeichnis

Gesundheitstag 2015 in Solingen

Über das Gendertreff Kontaktformular trudelte eine eMail vom Städtischen Klinikum Solingen rein. In dieser Nachricht wurden wir herzlichst eingeladen an dem diesjährigen Selbsthilfe- und Gesundheitstag teilzunehmen. Den Kontakt hatte Johanna, eine Besucherin des Selbsthilfetreffen Gendertreff Düsseldorf, hergestellt. Gerne nahmen wir die Einladung an und vier aus dem Gendertreff Team hatten sich zusammen gefunden.

Samstag, den 14.11.2015 gegen 10 Uhr trafen wir im Foyer des Klinikum ein und wurden auch gleich herzlich von der Veranstalterin empfangen. Uns wurde der Platz zugewiesen, der hervorragend im Eingangsbereich des Foyers lag. Hier mussten alle Besucher vorbei.

 

Der Stand ist aufgebaut und alle Beteiligten kümmern sich um die Luftballons.

SG02 SG03 SG04

Die Veranstalterin ließ es sich nicht nehmen, uns mehrmals zu besuchen. Begleitet von der örtlichen Presse, nahm sich auch der Solinger Oberbürgermeister die Zeit mit uns ins Gespräch zu kommen.

SG05 SG06

Der Aufbau ist fertig, der Tisch dekoriert und die Ballons sind aufgeblasen. Der Gesundheitstag kann beginnen.

SG07 SG08 SG09

Lange hielt die Ruhe auch nicht an und es gab erste Gespräche mit Interessenten.

SG10

Natürlich waren unsere Aktionen „Transidentität am Arbeitsplatz“ und „anders als erwartet ein wichtiges Thema und wurde gerne zu Diskussionen aufgegriffen.

Hier die Teilnehmerinnen am „gedeckten Tisch“: Ute, Rita, Julia, Xenia und Johanna.

SG11

Kurz vor 16 Uhr, dem Ende der Veranstaltung, wurde es wieder etwas ruhiger und es konnten intensivere Gespräche mit den Standnachbarn geführt werden.

SG12

Einige Besucher, die ihre Angehörigen im Krankenhaus besuchen wollten, wussten nichts von der Veranstaltung. Gerne nahmen auch diese, die Informationen von uns mit. Die Kinder freuten sich über die Ballons und auch die Gendertreff-Kugelschreiber fanden schnell neue Besitzer.

So ging diese gute Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre zu Ende. Die Veranstalterin war zufrieden und hat sich gefreut, dass wir als „Neulinge“ dabei waren. Auch wir konnten sehr zufrieden sein und freuen uns auf nächstes Jahr beim Selbsthilfe- und Gesundheitstag im Klinikum Solingen.

>> Inhaltsverzeichnis

Mia`s Besuch beim Endo

Autorin: Mia

Hallo liebe Reisegefährtinnen,

gestern hatte ich nun endlich meinen Termin beim Endokrinologen. Ich war beim Dr. Lederbogen in Essen.

Aber der Reihe nach.
Nachdem mein Termin beim Endo in Bochum wegen einem Missverständnis in der Terminabsprache nicht stattfand hatte ich zwei neue Termine – einen bei Dr. Lederbogen in Essen und einen später liegenden im Endokrinologikum in Bochum vereinbart.

Da der Termin in Essen erst am Nachmittag war bin ich – en homme – noch bei meinem Kunden in Duisburg gewesen (als Beraterin in Sachen SAP). Bei meinen Kunden bin ich nur sehr vertrauten Kollegen gegenüber geoutet, deshalb bin ich dort in mm (= männdermodus) unterwegs. Also war das Outfit entsprechend moderat feminin – mit Skinny Jeans, einer relativ weit geschnittenen Bluse mit mm-Blaser darüber, grauen Wildleder Chelseas mit flachem Absatz und sehr dezent geschminkt. So richtig konnte ich mich auf die Aufgaben nicht konzentrieren. Ich dachte immer wieder an den Bericht von Marina über ihren Besuch bei Dr. Lederbogen. Und wie das mit den Sillies und dem Body wird bei der Untersuchung und ob ich sofort ein Rezept bekomme oder noch einmal kommen muss – und und und.

Endlich war es Zeit, sich auf den Weg zu machen. Im Parkhaus noch schnell die Jeans und den Blaser gegen einen Rock und einem Jeans Blaser getauscht und in die Pumps geschlüpft. Eine Strumpfhose habe ich eigentlich immer an, Tarnsocken gibt es bei mir nicht mehr! Wie immer dann das Makeup kontrolliert. Den Bartschatten nochmal abgedeckt, den Kajal kräftiger nachgezogen, Lippenstift aufgelegt und das Zweithaar installiert.

Da ich besser als geplant durchgekommen bin – was bei der A40 eher selten der Fall ist – hatte ich noch Zeit etwas durch die Innenstadt zu bummeln. Und auf der Höhe meines Bankinstituts fiel mir mein gescheiterter Versuch ein, eine auf Mia ausgestellte zweite Kreditkarte zu bekommen. Na ja, wenn nicht so dann anders.

Ich also rein und an den Schalter. Eine Frau, etwas jünger als ich, fragte, womit sie dienen könnte. „Aus gegebenen Anlass hätte ich gerne eine Kreditkarte, ausgestellt auf meinen Namen, wobei der Vorname nur auf den ersten Buchstaben abgekürzt sein soll“, sagte ich und schob ihr meine Kontokarte zu. Zuerst der etwas verunsicherte Blick ins Gesicht, dann auf die Kundenkarte, ich konnte richtig sehen, wie es bei ihr dann Klick machte …
„Das wäre überhaupt kein Problem“, sagte sie. Das war die Antwort, auf die ich spekuliert hatte. Den Antrag füllte sie dann online aus. Bei Ausdruck, den ich anschließend unterschrieb hatte sie bei Beruf Beraterin eingetragen. Das hat mich dann doch gefreut, seufz, ob das noch einmal stimmig wird?

Als der Punkt abgearbeitet war hatte ich noch Zeit für einen Kaffee in einem der vielen Bistros in der Innenstadt. Nach dem die Tasse dann leer und ordentlich mit Lippenstiftspuren versehen war ging ich, doch noch etwas zu früh in die Praxis. Es summte ganz ordentlich im Bauch bei mir…

Bei der Anmeldung gab ich die Karte und die Überweisung meines Hausarztes ab und durfte dann im Wartezimmer Platz nehmen. Ich war wohl die einzige mit Indikation F64…
Als dann die verschiedenen Patienten vor mir aufgerufen wurden fragte ich mich, wie sie mich wohl aufrufen würden – also mit Frau oder Herr – ?

Es wurde dann doch Frau S… aufgerufen – freu. 🙂

Ein etwas reservierter Doktor stand dann vor mir. Ich kann mich gar nicht mehr so richtig an den Gesprächsbeginn erinnern aber sowohl er als auch ich tauten immer mehr auf. Er war wohl auch durch meine realistischen Vorstellungen hinsichtlich des Switch als auch vom Gutachten meines Therapeuten erfreut. Als wir dann auf Testosteron-Blocker zu sprechen kamen sagte ich, dass ich aus Vorinformationen doch Bedenken hätte, Androcur zu nehmen und, wo ich gleich beim Wünsch dir was bin, dass ich gerne ein Gel statt Tabletten nehmen würde.

Dank Marinas sehr ausführlichen Informationen hier im Gendertreff-Forum war ich vorbereitet und stellte ebenso wie Marina fest, dass das wiederum ihn erfreute. So hatte ich ihm Spironolacton vorgeschlagen, was er wiederum gut fand und mir seinen Vortrag zeigte, den er am Wochenende zuvor bei einem Symposium zu Transsexualität, der Medikation und deren Nebenwirkungen gehalten hatte.
„Manchmal werden Wünsche wahr“, sagte er mit einem Schmunzeln und erläuterte mir, dass das sehr gut zu meinem Bluthochdruck passt. Und schreib mir Gynokadin Gel und das Spironolacton auf. Es folgt noch das Abtasten der Brust und die Untersuchung der Hoden. Er erläuterte, dass für spätere Gutachten ein Erstbefund sehr wichtig sei, darauf würden die KK sehr viel Wert legen. Da ich ihm auch von meiner Krampfader OP erzählt habe hat er dann noch die Beine begutachtet und bemerkte, dass das klasse gemacht worden sei. (Wäre auch noch schöner, wenn ich keine Röcke mehr tragen könnte…).
Wir kamen dann auch noch auf mein Ehrenamt im Vorstand eines Ruderklubs zu sprechen und er erzählte dann auch von seinem Segel-Verein.

Ich glaube ich mag ihn. 🙂

Nach der Blutabnahme, die erst im zweiten Versuch klappte (Arzthelferin „ ich hab doch getroffen, verstehe ich nicht, war doch klasse zu fühlen, so ein Mist“) habe ich dann einen Termin für 2016 bekommen.

Bei Verlassen der Praxis wiederum summte mein Bauch wieder, diesmal aber vor Freude, dass das so gut geklappt hat, ich mich gut aufgehoben gefühlt habe und nun endlich die HRT beginne…

Liebe Grüße
Mia

>> Inhaltsverzeichnis