Transgender treffen sich

Erstellt 04.02.11, 16:42h, aktualisiert 04.02.11, 16:52h
Quelle: http://www.ksta.de/

Fünf Jahre Austausch

Seit fünf Jahren trifft sich die Selbsthilfegruppe Gendertreff Leverkusen an jedem ersten Samstag des Monats im Brauhaus am Markt in Opladen. Am Samstag wird das Jubiläum gefeiert.

Opladen: Menschen, deren biologisches Geschlecht nicht mit dem sozialen Geschlecht übereinstimmt – also Trans*- Menschen -, haben es im täglichen Leben oft schwer. Wie gehen Familie und Freunde damit um; soll eine operative Geschlechtsanpassung vorgenommen werden; oder was soll im Behördenformular unter „Geschlecht“ eingetragen werden?

Um sich über solche und andere Probleme austauschen und die Öffentlichkeit sensibilisieren zu können, wurde der Gendertreff ins Leben gerufen. Seit fünf Jahren trifft sich die Selbsthilfegruppe an jedem ersten Samstag des Monats im Brauhaus am Markt in Opladen, und dies soll nun gefeiert werden. Das Jubiläum wird am heutigen Samstag, 5. Februar, ab 20 Uhr in eben jenem Brauhaus begangen werden. Neben Trans*- Personen sind auch deren Freunde und Angehörige eingeladen. (mir)

Weitere Informationen:

Gendertreff Leverkusen

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Leverkusen – Veröffentlicht von Kölner Stadtanzeiger

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Die letzte Bastion

Meine letzte Bastion (privat) war gestern mein Outing bei Klassenkamerad-en und –innen oder andersrum 🙂
Vorher mit meiner Frau darüber gesprochen und die Theorie durchgespielt. Und plötzlich war er da – der Termin.

Wir treffen uns so ca. 3-4 Mal im Jahr in einer kleinen Gruppe ehemaliger Klassenkameraden mit Klassenlehrer und dessen Frau zu einer Art Stammtisch. Immer ein lustiger und geselliger Abend. Nur diesmal sollte es etwas anders werden, weil ich das letzte Mal als Mann dort anwesend sein wollte. So suchte ich einen guten Übergang nach dem Essen um auf das Thema zu kommen. Aber Petra, die Ehefrau eines Klassenkameraden, war schon neugierig, denn ihr waren meine Haare und Augenbrauen aufgefallen. Außerdem hatten sie beim Abholen eine Frau auf dem Bürgersteig vermutet und dann doch überraschend festgestellt, dass ich es bin. So hatten wir schnell den Einstieg in das Thema gefunden.

Den ganzen Tag beschäftigte mich dieses Thema. Soll ich wirklich? Müssen die das wissen? Immer wieder diese anerzogenen Selbstzweifel. Und dann ….

Natürlich war ich entsprechend vorbereitet und hatte Bilder und Flyer dabei und das Ganze wurde verblüffend und auch wohlwollend sowie erstaunend aufgenommen. Ich erzählte von dem Outing 2004 und dem Eheversprechen 2007 und meine ganze Geschichte von Kind an. Alle Beteiligten fanden es klasse und mutig, dass ich mich geoutet habe und so offen mit dem Thema umgehe.

Es bringt nichts, es in sich rein zu fressen, denn irgendwann kocht es in uns hoch und dann? Die Folgen möchte keiner wirklich haben.

Alle freuen sich auf das nächste Treffen und sind gespannt, denn dann wird auch dort Xenia life und in Farbe auftreten und sich nicht mehr verstecken müssen. Kein verbiegen und kein verstecken und frei nach dem Motto: Leben und leben lassen. Denn niemand hat sich selber gemacht!

Lieben Gruß
Xenia

p.s.: Danke liebe Anwesende. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut das tut – Die Gänsehaut  und die Tränen ….

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5 Jahre Gendertreff Leverkusen – Selbsthilfe für Transgender in Leverkusen

Leverkusen, 05.02.2011 Der Gendertreff Leverkusen (Brauhaustreff) feiert Geburtstag: Seit 5 Jahren trifft sich die Selbsthilfegruppe für Transgender an jedem ersten Samstag im Monat im Brauhaus am Markt in Leverkusen-Opladen.

Seit Mitte 2009 unter der Leitung Gittas und des Gendertreff, ist der Gendertreff Leverkusen mittlerweile auch seitens der Stadt Leverkusen als Selbsthilfegruppe anerkannt. In ungezwungener Atmosphäre findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Transgendern sowie Familienangehörigen statt.

Ziel des Gendertreff, der auch eine Selbsthilfegruppe in Düsseldorf betreibt, ist neben der Hilfestellung für Transgender, Angehörige und Freunde auch die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter Gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen.

Das fünfjährige Bestehen des Gendertreff Leverkusen wird im Rahmen des Treffens der Selbsthilfegruppe am 05.02.2011 ausgiebig gefeiert. Wie immer sind nicht nur Transgender, sondern auch deren Angehörige und Freunde herzlich willkommen.

Weitere Informationen:

Gendertreff Leverkusen

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Grünkohlwandern 2011

Zu einer sehr schönen und langjährigen Tradition in Gruiten, Rheinland, gehört das Grünkohlwandern immer im Januar eines jeden Jahres.

Diesmal aber sollte einiges etwas anders sein als die Jahre davor, denn es waren u.a. Katja, Marina, Sabine und Xenia mit von der Partie. Entsprechend viele neugierige Blicke und Getuschel gab es am Treffplatz vor Beginn der Wanderung. Und richtig, die ersten kleinen Gespräche begannen an der ersten Brücke.

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Marina`s erster Geburtstag

Der Gendertreff freut sich den ersten Geburtstag Marina`s hier im Blog/Magazin zu feiern und ihr Resümee hier zu veröffentlichen.

Zeit ein Resümee zu ziehen.

364 Tage sind vergangen seit ich zum ersten Mal im Leben zum Gendertreff Düsseldorf gegangen bin. Es war wie immer der 3. Sonntag im Monat, am 17.01.2010.
Heute ist ebenfalls der 3. Sonntag im Januar. Und somit mein Jahrestag.

Wenn ich so zurück sehe, kann ich es noch immer kaum glauben wie sehr sich mein Leben verändert hat seit diesem Tag. Ich war völlig verschüchtert, unsicher und menschenscheu. Dementsprechend hat es mich eine schon fast unvorstellbare Kraft gekostet überhaupt aus dem Auto zu steigen und ins Café Süd zu gehen. Ich habe am ganzen Körper gezittert vor Angst und Aufregung. Aber ich wurde sofort mit einer Herzlichkeit und Selbstverständlichkeit aufgenommen, so etwas habe nicht gekannt. Es war völlig egal, dass ich zurückblickend absolut sch…. aussah. Hier zu sitzen und den anderen zuzuhören, festzustellen wie sehr sich die Erlebnisse und Ängste ähneln. Das es uns allen einmal so gegangen ist, dies war der 1. Schritt hin zu meiner geistigen und seelischen Befreiung.

Mit jedem Besuch der beiden Selbsthilfetreffen (Gendertreff Düsseldorf und Gendertreff Leverkusen) wuchs mein Selbstvertrauen. Und auch wenn ich mal einen kleinen verbalen Tritt ins Gesäß brauchte (danke Ava!), so ging die Entwicklung und Selbstbefreiung immer weiter. Am 16.03.2010 ging ich zum ersten Mal alleine raus im Ikea und im Olympia Center in München . Mit jedem weiteren Ausflug wuchs mein Selbstvertrauen weiter und die Angst wurde immer kleiner. Kleine Rückschläge gab es auch und ich brauchte auch mal die Hilfe von anderen. Vor allem als ich Ende April ein psychisches Tief hatte und selbst nicht heraus kam. An dieser Stelle möchte ich mich bei Maria und Julchen bedanken, dafür das sie mich einfach „am Kragen gepackt“ und einfach mitgeschleppt haben. Auch das hat Schritt für Schritt meine Angst und negative Einstellung in das Gegenteil verkehrt. Ich habe an Ausflügen teilgenommen und zu privaten Partys eingeladen. Alles Dinge die ich so bisher nicht gekannt habe. Ab dem Sommer fing ich an regelmäßig rauszugehen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Mit jedem Tag an dem ich meine Transidentität ausleben konnte wurde ich innerlich ruhiger, so sehr das es bald auch meiner Familie auffiel. So war es letztendlich der logische Schritt meine nächsten Verwandten über das, was ich bin zu informieren. Und zu meiner großen Überraschung hatten sie überhaupt kein Problem damit.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass mein Leben durch diesen Schritt nur bereichert wurde. Ich habe Freunde gefunden. Menschen die mich einfach so angenommen haben, wie ich bin. Zurück zu der Angst und den Selbstzweifeln, nein, das ist einfach unmöglich.

Ich kann nur hoffen, das jede, die diese Zeilen liest, auch den Mut findet zu dem zu stehen, was wir alle schon lange in uns gefühlt haben. Die innerliche Befreiung die ich erlebt habe, ist kaum mit Worten zu beschreiben.

Liebe Grüße
Marina

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Xenia beim Zahnarzt

Ich muss ein wenig ausholen, weil eigentlich mein Zahnarzt bereits in Rente ist und er mit einem Kollegen eine Gemeinschaftspraxis unterhalten hat. Der Kollege Dr. R. führt  nun seit 2009 die Praxis alleine und ich habe mich 2010 entschieden, weiter in die Praxis zu gehen, die ich seit über 10 Jahren kenne. Nicht dass ich Angst hätte zum Zahnarzt zu gehen,  aber wenn man einen guten Zahnarzt gefunden hat und zufrieden ist, bleibe ich halt gerne dort. In Punkto Zahnarzt mache ich ungern Experimente, weil ich in meiner Jugend schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Also habe ich 2010 meinen Pflichttermin bei Dr. R. wahrgenommen und habe mich, nachdem ich sehr zufrieden war, entschieden weiterhin dort hin zu gehen. Den neuen Termin in 2011 legte ich in meinen Resturlaub in den Januar. Der "feine" Unterschied sollte sein, dass Xenia den Termin wahrnehmen sollte/wollte.

Die junge Arzthelferin am Empfang schaute zweimal hin und der Arzt behandelte mich wie immer professionell. Niemand sprach mich mit Namen an, denn man kannte sich und in der Akte stand nun mal Herr aber da stand/saß eine Frau.

Nach dem Check sollte ich noch kurz ins Wartezimmer, wo sich gerade ein älteres Ehepaar verabschiedete. Ein paar Minuten vergingen und ich wurde von einer Zahnarzthelferin in einen mir bekannten Raum begleitet und es wurde noch mein Zahnstein entfernt. Wir kannten uns auch schon viele Jahre aber diesmal war es anders.

"Darf ich ihnen eine Frage stellen?"

Ja natürlich durfte sie! Wir kamen ins Gespräch und ich konnte wieder einen Flyer platzieren. Sie versicherte, dass sie sich unsere Gendertreff Seiten anschaut, da sie sehr interessiert ist  und sie hat sich in unser Gästebuch eingetragen.

So kann Normalität sein!

LG
Xenia

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Xenia in Wettenberg 2010

Nach 2006 und 2008 waren Xenia und Freunde wieder in Wettenberg zum größten und schönsten Oldiefestival Deutschlands.

Alle hatten wieder viel Spaß und wir hatten den Eindruck, dass wir schon erwartet wurden.

Natürlich ging es auch wieder auf die Bühne zum Petticoatwettbewerb:

>> Den Petticoatwettbewerb auf YouTube ansehen

>> 2006

>> 2008

>> 2010

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Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein

In unserm Blog/Magazin wird oft über positive Erlebnisse berichtet. Aber nicht alle Erlebnisse sind immer positiv. Obwohl in den Betrieben AGG -Beauftragte sind und entsprechende Erklärungen von den Mitarbeitern unterschrieben werden müssen, ist es doch teilweise mit der Akzeptanz noch lange hin. Es ist ein langer und steiniger Weg. Deshalb, vielen Dank an Marina, die ihre negative Erfahrung hier darstellt.

Um dieses Ereignis darzustellen muss ich allerdings ein wenig ausholen, damit die Zusammenhänge verständlich werden.

Ich war aus beruflichen Gründen in Polen um den dortigen Kollegen bei einer Inbetriebnahme zu helfen. Da ich nur einen economy Flug hatte durfte ich ja nur 20kg Gepäck mitnehmen. Um die Inbetriebnahme durchführen zu können brauchte ich aber auch Werkzeug und Sicherheitsbekleidung. Dadurch musste ich die Menge an persönlicher Bekleidung doch sehr einschränken. Andererseits wollte ich nicht ganz auf Marinas Sachen verzichten. Wie dem auch sei, ich hatte mehr Wäsche verbraucht als ich geschätzt hatte. Am letzten Tag hatte ich nichts mehr frisches außer einem Damen Shirt in violett mit einem etwas tieferen Ausschnitt. Ich dachte mir, was soll’s, das fällt ohnehin niemandem auf. Den ganzen Tag war ich auf der Baustelle und erledigte meine Arbeit. Kein einziger Kommentar.

Am darauf folgenden Montag sagte mein Chef zu mir morgens, ich solle doch nach der Mittagspause zu ihm ins Büro kommen, er hätte etwas mit mir zu besprechen. Ich dachte mir nichts dabei, schließlich müssen wir öfter Termine zusammen koordinieren. Nach der Mittagspause ging ich also zu seinem Büro und das erste was er sagte war „mach mal die Türe zu“. Oh Oh, das ist schon kein gutes Zeichen. Dann sagte er mir ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Der polnische Kollege hat sich über dich bei der Geschäftsleitung beschwert. Es ist mir schon peinlich das zu sagen, aber du hast da Frauenkleidung getragen.

Oh S****** dachte ich in dem Moment nur und sagte erst mal nichts. Unsere Personalchefin wollte auch an dem Gespräch teilnehmen, aber mein Chef sagte, er wolle zuerst mit mir unter 4 Augen sprechen. Naja, wenn es denn schon bekannt in der Firma ist, was soll’s. Dann eben raus mit der Wahrheit, dachte ich mir. Also erzählte ich meinem Chef, was mit mir los ist. Warum ich dies getan habe. Also dass ich Transgender bin und versuche dieses in meiner Freizeit auszuleben, mir aber die reguläre Wäsche ausgegangen ist. Offensichtlich hatte mein Chef aber von Transgender noch nie etwas gehört, also musste ich auch diesen Begriff so gut es eben geht erklären. Ich denke, dass er es auch verstanden hat. Darauf, ihm einen Flyer zu geben, habe ich aber aus Sicherheitsgründen verzichtet. Er sagte mir darauf hin ganz klar, dass die Firma ein solches Verhalten nicht tolerieren wird. Ich solle dies doch in Zukunft unterlassen. Ebenso das, was ich an den Bürotagen so ab und zu trage. Dazu muss ich sagen, dass ich schon jahrelang an meinen Bürotagen durchaus auch Frauenkleidung getragen habe und auch Schuhe mit Absätzen. In all den Jahren habe ich aber noch nie einen einzigen Kommentar dazu gehört und dachte immer, dass ich es wohl gut getarnt habe. Offensichtlich aber nicht.

Um meinen Job zu behalten, musste ich also versprechen, in Zukunft nur noch in Männerkleidung zur Arbeit zu erscheinen. Dies bedeutet, dass ich in Zukunft die Trennlinie zwischen meinem Arbeits- und Privatleben wieder sehr scharf ziehen muss. Immerhin weiß ich jetzt woran ich bin. Da ich bei einem amerikanischen Unternehmen arbeite, gibt es dort auch sehr strenge Vorschriften was den Umgang mit Transsexualität betrifft. Genau genommen strenger als die deutschen Vorschriften. Dieses Ereignis zeigt mir aber, wie viel solche Reglungen in der Praxis wirklich wert sind. Wir alle mussten diese amerikanischen Verhaltensregeln unterzeichnen, obwohl nicht alle nach deutschem oder europäischem Recht anwendbar sind. In Realität sind diese aber nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Hätte ich erklärt, dass ich den Weg so weiter gehen werde, würde dies unweigerlich zu Kündigung führen. Der Kündigungsgrund ist dann mit Sicherheit nicht formaljuristisch auf die Transsexualität zurück zu führen. Es finden sich bei jedem immer Gründe genug eine Kündigung auszusprechen. Wie oft konnte ich schon in den Lebensgeschichten anderer TS lesen, dass ihnen ab dem Moment des Outings zusätzliche Aufgaben zugeteilt wurden. So viel, dass sie die Arbeit gar nicht mehr schaffen konnten. 1. Abmahnung, 2. Abmahnung und dann raus.

Meine Arbeit macht mir trotz des vielen Stress noch immer Spaß und ist auch nach 13 Jahren noch immer eine Herausforderung. Von daher möchte ich meinen Job schon behalten. Deshalb werde ich wohl, zumindest so lange ich bei dieser Firma bin, mit einem Kompromiss und einer strikten Trennung leben müssen. Wie schon gesagt, ich weiß jetzt genau woran ich bin und muss mich eben darauf einstellen.

Marina

TRANS* AM ARBEITSPLATZ

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Was war das denn ?

Dieser Bericht von Nathalie aus dem Gendertreff, zeigt mal wieder, dass durch Aufklärung in der Öffentlichkeit, die Toleranz aber auch die Akzeptanz in der Gesellschaft wächst. Wenn wir uns zeigen, auf Fragen antworten, uns nicht verstecken, aufklären und in das öffentliche Bild durch straßentaugliche Kleidung passen, können wir viel erreichen. Immer noch verstecken sich viele aus Angst und leben ihr zweites „Ich“ nicht aus. Das führt zu nichts, außer Frust und Depressionen.

Dieses schöne Erlebnis von Nathalie, zeigt einmal mehr, wie schön es sein kann, sein zweites „Ich“ auszuleben – was es der eigenen Seele gut tut. Unser Dank geht an Nathalie, dass der Gendertreff dieses Erlebnis veröffentlichen und an ihrer Freude teilhaben darf.

Was war das denn ?

Inspiriert von Conny´s Outing habe ich gestern einen Entschluss gefasst. Ich hatte ein Rezept bei unserem Hausarzt bestellt und wollte dieses als Nathalie abholen. Sehr gewagt, da sich die Praxis auf einem Teil der Einkaufsstrasse befindet. In mein bevorzugtes Parkhaus hinein und ab auf die Strasse. Das war für das Erste kein Problem, da mache ich mir keine Gedanken mehr. So trat ich ohne zu zögern in die Praxis ein und stellte mich an die Anmeldung. Wie üblich wurde gefragt, was mein Anliegen ist. Ich bekam das Blatt sofort und fragte noch nach den letzten Untersuchungsergebnissen. Die Arzthelferin antwortete: „ Das kann ich Ihnen nicht sagen, da muss er persönlich anrufen!“ Da war ich baff. Die Frau hat mich nicht mal erkannt. Auch nicht an der Stimme.

Nach diesem sehr gutem Verlauf fuhr ich zum Krankenhaus, da noch Blutwerte fehlten. Dort war es noch besser. Sie fragte nach dem Namen. Nein, sie konnte mich nicht finden. Nachdem ich Krankenkasse und meinen Vornamen nannte schaute sie hoch und lächelte. Es sprudelte aus ihr heraus: „Das finde ich ja klasse, dass sie das so offen ausleben“. Nach einem kurzen Informationsgespräch habe ich ihr noch den Flyer überreicht.

Ich saß wieder im Auto und überlegte nun mein handeln und tun. Was mache ich hier? Nach etwa 5 Minuten fuhr ich los. Was für schöne Erfahrungen, sollte ich heute mein Glück weiter strapazieren? Ganz klar ja!

Zunächst hatte ich bei Schlecker nach meinem Fotobuch gefragt, danach löste ich das Rezept ein. Es war wie eine Sucht, ich konnte und wollte nicht aufhören.

Das konnte noch nicht das Ende sein. Direkt neben der Apotheke liegt Edeka. Einkaufen war ich ja schon mal, aber der Laden hat was besonderes. Eine meiner Nachbarinnen arbeitet dort! Wir begegneten uns an der Milchtheke und ich sagte fröhlich „Hallo“. Sie grüßte zurück. Dann legte ich nach. Ich fragte etwas über unser Haus und sie sagte mir, dass sie ja in dem Haus wohnt. Das gibt es doch nicht, sie erkennt mich nicht!

Jetzt oder nie: „Ich wohne auch da!“ und stellte mich mit Nachnamen vor. „Oh, da sind Sie also die Schwester?“ Danach sagte ich ihr den Vornamen und sie schaute mich überrascht an. Was soll ich sagen, sie fand es toll.

Sollte das schon alles gewesen sein? Aber doch nicht an so einem Tag! Der letzte Ausflug ging in die Nachbarstadt zu KWS, einem Friseurrausstatter. Dort habe ich schon einiges gekauft, nur nicht als Nathalie. Ich wusste ja, was ich haben wollte und wir unterhielten uns mehr über den Gendertreff. Zum Schluss ließ ich ihr ebenfalls einen Flyer da. Sie sagte, dass in Ihrer Bekanntschaft mindestens zwei sind, die das Forum anschauen werden.

Am Abend habe ich die Erlebnisse meiner Frau erzählt. Sie hat sich kaum noch eingekriegt. Vor Lachen natürlich! Ich bin so froh, dass sie so zu mir steht.

Ja, was war das. Das Turboouting, Megaouting oder einfach nur schön, dass die Welt offener ist, als ich immer gedacht habe.

Überglücklich über diesen sehr schönen Tag endet hier der Bericht.

Liebe Grüße
Nathalie

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Zwischen den Fronten

Zugegeben war dieser Ausflug wieder einmal von Gitta super gut organisiert aber was sich nachts auf der Heimfahrt zugetragen hatte, konnte niemand vorher sehen und will auch niemand wirklich erleben.
Aber dazu später!

In Bonn, genauer Bonn-Beuel, steht ein Schiff, das ein chinesisches Restaurant beherbergt und genau das wollten wir ansteuern. So trafen sich Ava, Bernadette, Gitta, Ute, Marina, Rita, Sabine, Sabrina und meine Wenigkeit gegen halb 1 am Trannybahnhof Gruiten um die Regionalbahn nach Bonn zu nehmen.

Schließlich erreichten wir Bonn und uns zog es auch so gleich zum Münster.

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