Vielfalt an der Universitätsmedizin Essen
Stärke durch Unterschiede – Erfolg durch Respekt
Die Belegschaft der Universitätsmedizin Essen ist bunt, vielfältig und einzigartig. Hier arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Berufsgruppen und Lebensrealitäten – in allen Lebensphasen – Hand in Hand. Diese Vielfalt ist unsere größte Chance: Studien zeigen, dass vielfältige Teams kreativer, erfolgreicher und zufriedener sind.
Doch Vielfalt lebt vom Miteinander. Besonders im Umgang mit trans, inter und nicht-binären (TIN) Menschen. In der Pflege braucht es Sensibilität, Respekt und Wissen – um Bedürfnisse zu verstehen und Diskriminierung vorzubeugen.
Wesentliche Prinzipien im Umgang mit geschlechtlicher Identität
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- Individuum vor Klischees
- Äußere Merkmale oder körperliche Eigenschaften sagen nichts über die Identität einer Person aus.
- Jeder Mensch ist einzigartig – Verallgemeinerungen sind oft unpassend und können verletzend wirken.
- Schweigepflicht und Respekt
- Informationen zur geschlechtlichen Identität einer Person unterliegen der Schweigepflicht – genau wie andere persönliche Daten.
- Niemand sollte ohne ausdrückliche Erlaubnis über die Identität anderer sprechen.
- Wissen und Austausch
- Fortbildungen und offener Austausch helfen, Unsicherheiten abzubauen und das Verständnis für Vielfalt zu stärken.
- Es ist okay, Fragen zu stellen – aber immer respektvoll und im richtigen Rahmen.
- Unterstützung und Solidarität
- Kollegen oder Freunde bei Unsicherheiten unterstützen, z.B. durch gemeinsame Recherche oder Gespräche.
- Klare Haltung zeigen: Diskriminierende Aussagen oder „Witze“ nicht tolerieren, sondern ruhig und bestimmt widersprechen.
- Sprache und Ansprache
- Nachfragen, wie jemand angesprochen werden möchte (z.B. Pronomen wie sie/er/they etc.).
- Fehlern mit Gelassenheit begegnen – wichtig ist, dazuzulernen und es besser zu machen.
- Individuum vor Klischees
Warum das wichtig ist
Vielfalt und Respekt sind Grundpfeiler eines guten Miteinanders – ob im Beruf, in der Familie oder im Freundeskreis. Jeder Mensch hat das Recht, so akzeptiert zu werden, wie er/sie sich selbst sieht.
Warum Fortbildungen und Sensibilisierung wirken
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- Bewusstsein schaffen
- Viele Vorurteile oder Unsicherheiten entstehen durch Unwissenheit.
- Fortbildungen vermitteln Fakten – z.B. zu Begriffen wie Geschlechtsidentität, Coming-out-Prozessen oder rechtlichen Rahmenbedingungen.
- Beispiel: Der Unterschied zwischen Geschlechtsidentität (wie jemand sich fühlt) und sexueller Orientierung (wen jemand liebt) wird oft verwechselt.
- Empathie fördern
- Durch persönliche Geschichten oder Fallbeispiele wird abstraktes Wissen greifbar.
- Frage: Wie würde ich mich fühlen, wenn mein Name oder mein Geschlecht ständig falsch zugeordnet würde?
- Praktische Handlungsfähigkeit
- Konkrete Tipps für den Alltag:
- Wie reagiere ich, wenn ich unsicher bin, welche Pronomen jemand nutzt?
- Wie gehe ich mit Fehlern um (z.B. falsche Ansprache)?
- Wie schaffe ich eine Kultur, in der sich alle angesprochen fühlen (z.B. gendergerechte Sprache)?
- Konkrete Tipps für den Alltag:
- Strukturelle Veränderungen anstoßen
- Fortbildungen können Impulse geben für:
- Inklusive Sprache (z.B. in E-Mails, Formularen, Stellenausschreibungen).
- Rahmenbedingungen (z.B. geschlechtsneutrale Toiletten, Namensänderungen in Systemen).
- Unterstützungsangebote (z.B. Mentoring-Programme für TIN-Mitarbeitende).
- Fortbildungen können Impulse geben für:
- Bewusstsein schaffen
Wie Fortbildungen gelingen
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- Interaktiv gestalten: Rollenspiele oder Diskussionsrunden helfen, Gelerntes zu verankern.
- Externe Expert:innen einbinden: TIN-Menschen oder NGOs (z.B. TransInterBeratungsstellen) können authentische Perspektiven einbringen.
- Regelmäßig wiederholen: Einmalige Schulungen reichen nicht – Themen wie Vielfalt brauchen kontinuierliche Aufmerksamkeit.
Zitat zum Mitnehmen
„Vielfalt zu akzeptieren heißt nicht, dass alle gleich sein müssen. Es heißt, dass alle gleichwertig sind.“
— Unbekannt —
Empfehlungen für die Pflegepraxis
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- Sprache & Ansprache
- Fragen statt annehmen: Wie möchten Sie angesprochen werden?(Name, Pronomen wie sie/er/they).
- Dokumentation anpassen: Geschlechtsneutrale Formulierungen nutzen (z.B. „Patient:in“ statt „Patient/Patientin“).
- Fehler sind okay – wichtig ist, daraus zu lernen und sich zu korrigieren.
- Respektvolle Umgebung schaffen
- Privatsphäre wahren: Geschlechtsidentität ist sensibel – keine Informationen ohne Zustimmung weitergeben.
- Geschlechtsneutrale Räume: Wo möglich, z.B. Toiletten oder Umkleiden anbieten.
- Sichtbarkeit signalisieren: Regenbogen-Aufkleber oder Pronomen im Namensschild zeigen: „Hier sind Sie sicher.“
- Sensibilisierung & Weiterbildung
- Fortbildungen nutzen: Schulungen zu TIN-Themen (z.B. durch Queer-Netzwerke oder lokale Initiativen).
- Kollegialen Austausch fördern: Unsicherheiten im Team besprechen – ohne Betroffene zu belasten.
- Materialien bereitstellen: Flyer, Links oder Anlaufstellen für Betroffene und Mitarbeitende.
- Im Pflegealltag
- Individuelle Bedürfnisse erkennen: Manche TIN-Personen haben spezifische medizinische oder psychologische Bedarfe (z.B. bei Hormontherapien).
- Diskriminierung aktiv entgegenwirken: Klare Haltung bei abwertenden Kommentaren – auch von Patient:innen oder Angehörigen.
- Netzwerke kennen: Kooperation mit TIN-Beratungsstellen (z.B. TransInterBeratung NRW).
- Sprache & Ansprache
Warum das wichtig ist
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- Patientenzufriedenheit: Ein respektvoller Umgang stärkt das Vertrauen in die Pflege.
- Teamklima: Vielfalt fördert Innovation und reduziert Konflikte.
- Rechtliche Sicherheit: Antidiskriminierungsgesetze (z.B. AGG) schützen TIN-Menschen – Sensibilisierung beugt Rechtsverstößen vor.
Unser Ziel
Eine Universitätsmedizin, in der alle – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Identität – wertgeschätzt, sicher und erfolgreich arbeiten können.
Vielfalt ist kein Projekt. Sie ist unsere Realität.