Fotos vom Gendertreff beim CSD Aurich 2014

Am 30.08.2014 gab es eine echte Premiere: Denn erstmals fand in Aurich ein CSD statt – der erste CSD in Ostfriesland überhaupt. Und der Gendertreff hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, beim ersten ostfriesischen CSD mit einem Infostand vertreten zu sein. Selbstverständlich haben wir auch an der Demonstration teilgenommen.

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Doch immer der Reihe nach: Wie kommt der Gendertreff zum CSD in Aurich? Ganz einfach: Gidion aus dem Gendertreff-Forum kommt aus Aurich. Und da sie auch regelmäßig unsere Treffen / SHG besucht, kam irgendwann während des Gendertreff Leverkusen zu später Stunde spontan die Idee auf, am CSD in Aurich teilzunehmen. Denn immerhin sollte es der erste CSD überhaupt in Ostfriesland sein.

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Also haben wir uns zum CSD in Aurich angemeldet und unsere Teilnahme in einer Pressemeldung angekündigt. Diesmal mussten wir allerdings richtig früh aufstehen. Der CSD in Aurich sollte zwar erst um 14:00 Uhr beginnen, aber wir mussten ja schließlich vorher aus dem Rheinland anreisen. Wie man sieht, waren wir aber pünktlich da und wurden von Gidion auf dem CSD-Gelände empfangen.

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Jeder CSD beginnt mit einer Bastelstunde, denn wir müssen ja zunächst einmal unseren Stand aufbauen. Doch nach dem Aufbau gab es für die Weitgereisten erst einmal eine Kaffeepause, denn Gidion hatte uns mit frisch gebrühtem Kaffee erwartet. 🙂

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Hier sehen wir Gidion, unsere ostfriesische Trans*-Botschafterin im Gendertreff-Infostand.

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Noch war es leer auf dem CSD-Gelände und auch an den anderen Ständen waren die Aufbauarbeiten voll im Gange. Wir ließen uns derweil den Kaffee schmecken.

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Bis jetzt war das Wetter besser als angekündigt. Sollten wir wirklich wieder einmal Glück mit dem Wetter haben?

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Auch die LKW für die Demonstration standen bereits geschmückt bereit. Der CSD Aurich 2014, der erste CSD in Ostfriesland, konnte starten.

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Und tatsächlich: Langsam füllte sich das CSD-Gelände. Hier sehen wir den Blick aus unserem Infostand auf den Platz, der in wenigen Stunden Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz heißen sollte – benannt nach einem Auricher, der vor vielen Jahren Vorreiter in Sachen LGBT war.

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Ein weiterer Blick aus unserem Stand zeigt, dass sich die Besucher des CSD Aurich nicht von den Wetterprognosen abschrecken ließen. Zwar war es deutlich ruhiger als auf den CSD’s in den großen Städten, an denen der Gendertreff bislang teilgenommen hatte. Aber die Auricher machten das mit der Freude über den ersten ostfriesischen CSD locker wieder wett. Wir haben uns jedenfalls auf dem CSD Aurich richtig wohl gefühlt.

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Dann entwickelten sich auch schon die ersten Gespräche am Stand. Hier sehen wir Gidion mit Alexandra, die dann auch am Stand mitgeholfen und uns auf der Demonstration begleitet hat. Vielen Dank dafür. 🙂

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Natürlich haben wir auch die obligatorischen Fotos mit der Standbesetzung gemacht.

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Die Stiefel zeigen: Gendertreff-Stand und Standbesatzung waren wetterfest und somit bestens vorbereitet.

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Und das war gut so, denn das Wetter hielt, was uns versprochen wurde: Bestes ostfriesisches Küstenwetter, so wie es sich für einen Sommertag im August gehört.

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Es schüttete wie aus Eimern und es wehte das, was man an der Küste wohl etwas mehr als nur eine steife Brise nennt. Aber der Gendertreff-Stand ist ja sturm- und regenfest. Außer ein wenig Wasser von oben ist nichts passiert. Und während die Wolken noch bedrohlich über uns hingen, machten wir nach dem Regenguss schnell wieder den Stand klar.

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Aber nicht nur das Wetter schien uns ärgern zu wollen. Auch auf der neuen Beachflag hat ein Fehlerteufel zugeschlagen:

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Aber wir nehmen so etwas mit Humor, denn irgendwie ist sogar etwas Wahres dran: Wir sind gern der Treff für Transgender, Angehörige und Interessierte. Denn uns macht die Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit für transidente Menschen und ihre Angehörigen auch im 10-jährigen Jubiläumsjahr immer noch viel Spaß. Ja, wir machen das wirklich gern und deshalb sind ostfriesisches Sommerwetter und ein Tippfehler eher ein Ansporn für uns, die nächsten 10 Jahre in Angriff zu nehmen. Und wer weiß? Vielleicht feiert der CSD Aurich ja 10-jähriges Jubiläum, wenn wir das 20. feiern? Dann feiern wir nämlich zusammen beim CSD Aurich 2024.

Na ja, die Beachflag ist beim Hersteller reklamiert und die neue bereits in Arbeit. 😉

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Da das Wetter nach dem Schauer wieder besser wurde, ging der Standbetrieb weiter. Auch Ballons wurden wieder fleißig verteilt. Und wie man sieht, lassen sich die Auricher von etwas Regen auch den ersten ostfriesischen CSD nicht verderben.

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Dann nahmen wir Aufstellung, denn zum CSD gehörte auch eine Demonstration durch Aurich.

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Die Demo ging einmal rund um die Auricher Innenstadt. Das Motto des CSD Aurich – „Sehen und Gesehen werden“ – wurde für alle Auricher sichtbar umgesetzt.

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Auch wir waren mit unserer diesmal ungewöhnlich kleinen Fußgruppe dabei und zeigten den Aurichern, dass es transidente Menschen gibt.

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Dabei haben wir natürlich auch wieder fleißig viele Infoflyer verteilt.

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Im Hintergrund ist es deutlich zu sehen: Wir sind tatsächlich in Aurich, beim ersten CSD in Ostfriesland. Und das ist gut so, denn im ländlichen Raum ist es für Transgender viel schwieriger, sich untereinander zu vernetzen und gegenseitig zu helfen. Es ging uns deshalb also nicht nur darum, auf Transidentität aufmerksam zu machen. Vielmehr möchten wir auch zeigen, dass es Anlaufstellen für Transgender und ihre Angehörigen gibt.

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Und auch denen, die sich noch nicht heraustrauen oder die nicht wissen, wie sie mit ihrer Transidentität umgehen sollen möchten wir Mut machen und Wege aufzeigen. Ganz so, wie es der CSD in Aurich als Motto ausgegeben hat: „Sehen und Gesehen werden.“

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Und so zogen wir weiter durch die Auricher Innenstadt.

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Gegen Ende der Demonstration hatten wir auch alle Flyer verteilt.

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Dann kam die Demonstration schließlich wieder auf dem CSD-Gelände an und wir führten noch diverse Gespräche an unserem Infostand. Kurz vor dem Abbau zeigte das ostfriesische Sommerwetter sich nochmal von seiner stürmischen Seite mit viel Wind und fast waagrecht auftreffendem Regen. Aber bei der Demonstration war es trocken geblieben und unser Infostand ist ja wetterfest.

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Nach dem gemeinsamen Abendessen fuhren wir dann wieder zurück ins Rheinland, wo wir spät in der Nacht erschöpft aber zufrieden ankamen. Nur Gidion ist als Auricherin natürlich noch auf der CSD-Party gewesen.

Uns hat der erste ostfriesische CSD in Aurich viel Spaß gemacht. Wir bedanken uns bei den Organisatoren und kommen gerne wieder. 🙂

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Gendertreff beim CSD Aurich 2014

Aurich, 30.08.2014. Erstmals findet am 30.08.2014 in der ostfriesischen Stadt Aurich ein CSD statt. Der Gendertreff wird sich mit einem Infostand am CSD Aurich beteiligen und auch an der Demonstration teilnehmen.

Der CSD Aurich möchte unter dem Motto „Sehen und Gesehen werden“ ein Zeichen für die Akzeptanz von sexueller Vielfalt in der ländlichen Region rund um Aurich setzen und mit der ostfriesischen Bevölkerung in den Dialog treten. „Dies können wir nur unterstützen“, sagt Xenia, Gründerin des Gendertreff.

Xenia erinnert sich noch gut daran, wie sie und ihre Frau Ute damals alleine mit Xenias Transidentität da standen: „Damals gab es keine Angebote zur Selbsthilfe für Transgender und ihre Angehörigen in Düsseldorf.“ Kurzerhand gründeten die beiden den Gendertreff Düsseldorf – die Keimzelle des heutigen Gendertreff.

Das ist nun fast 10 Jahre her und seitdem ist der Gendertreff stetig gewachsen. Zur SHG in Düsseldorf kam der Gendertreff Leverkusen und auch das Gendertreff Forum hinzu. „Wir wissen, wie mühsam es ist, etwas aufzubauen“, sagt Xenia. „Auch deshalb möchten wir den CSD Aurich unterstützen“.

„Sehen und Gesehen werden – das Motto des CSD Aurich passt gut zur Idee des Gendertreff“, sagt Ava, die sich ebenfalls im Gendertreff-Team engagiert. „Denn je mehr transidente Menschen sich zu ihrer Transidentität bekennen, umso einfacher wird es für uns.“ Deshalb betreibt der Gendertreff intensive Öffentlichkeitsarbeit, zuletzt beim CSD in Dortmund.

„Es ist wichtig, sich zu vernetzen und auszutauschen“, sagt Xenia. „Obwohl es etwas weiter weg ist, kommt derzeit regelmäßig eine Besucherin aus Aurich zu unseren Selbsthilfetreffen nach Düsseldorf oder Leverkusen. Über unser Forum können sich auch andere Transgender und Angehörige aus der Region Ostfriesland vernetzen und sich austauschen.“

Im Oktober feiert der Gendertreff sein 10-jähriges Bestehen. „Wir freuen uns, dem CSD Aurich in unserem Jubiläumsjahr ein klein wenig Starthilfe zu geben“, sagt Xenia.

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Zur Wirkung von Hormonen während der Hormontherapie

In den Diskussionen im Gendertreff-Forum sowie während unserer Selbsthilfetreffen wird immer wieder auch die Hormontherapie thematisiert. Dabei stellen wir fest, dass offenbar seitens vieler Endokrinologen – im Falle von Mann-zu-Frau-Transidenten – mit verhältnismäßig hohen Dosierungen Östrogen und Testosteronblockern gearbeitet wird.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf eine Hormontherapie für den Fall einer Mann-zu-Frau-Transition, da wir in Bezug auf Mann-zu-Frau-Transidentität aufgrund der bei uns dokumentierten häufigeren Fälle eine breitere Datenbasis haben. Grundsätzlich gelten die Aussagen jedoch auch für eine Frau-zu-Mann-Transition.

Offenbar ist es so, dass viele Endokrinologen die Hormontherapie einseitig auf den Hormonspiegel ausrichten und dabei nicht beachten, dass die Hormone ohne entsprechende Rezeptoren im Körper nicht die erwünschte Reaktion auslösen. Die Erfahrungen aus unserer Selbsthilfearbeit lassen sich dabei wie folgt zusammenfassen:

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RTL2: Transgender – mein Weg in den richtigen Körper – Stellungnahme des Gendertreff

Autor: Team Gendertreff

Düsseldorf, 12.03.2014 – Seit einigen Tagen läuft auf RTL2 die zweite Staffel der Doku-Soap „Transgender – mein Weg in den richtigen Körper“. Doch viele Transgender stehen der Darstellung der Serie kritisch gegenüber: Gezeigt werden vielfach Personen mit einem Hang zur Selbstdarstellung. Dies führt zu einem verzerrten Bild in der Öffentlichkeit, das für transidente Menschen kontraproduktiv ist.

„Ich wurde in der Firma angesprochen, da in einzelnen Filmbeiträgen die Rede von bis zu sieben Operationen im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen die Rede ist“, berichtet Xenia, Gründerin des Gendertreff. In den Beiträgen würde häufig der Eindruck erweckt, als ob sich das Leben transidenter Menschen ausschließlich um Schönheitsoperationen und weitere medizinische Maßnahmen drehen würde. „Dies ist definitiv nicht so“, sagt Xenia. Eine derartige Berichterstattung erwecke jedoch bei Kollegen und Vorgesetzten schnell den Anschein, dass die betreffende Person aufgrund ständiger Operationen über viele Monate hinweg am Arbeitsplatz ausfallen könnte.

„In einem Artikel der Boulevardzeitung Express war in Zusammenhang mit der RTL2-Doku-Soap unter anderem die Rede von Narben, die quer über den Unterbauch gehen“, berichtet Xenia weiter. Dies ist jedoch bei einem normalen Verlauf einer geschlechtsangleichenden Operation bei Mann-zu-Frau-Transgendern nicht der Fall. Xenia: „Berichte wie diese schrecken Arbeitgeber auf, da sie suggerieren, dass über den Ausfall am Arbeitsplatz hinaus die Trans*-Person über eine lange Zeit hinweg auch weniger belastbar sei. Das ist jedoch vollkommen falsch.“

Auch Nathalie, Mitglied des Gendertreff-Teams, berichtet von irritierten Reaktionen ihrer Kollegen. „Ein Kollege fragte mich, ob es wirklich derart unterschiedliche Arten und Weisen gibt, wie man seine Transidentität erlebe, da er den Eindruck hatte, dass einige der dargestellten Charaktere sehr gefallsüchtig und spleenig seien.“ Der Kollege vertrat die Ansicht, dass hier ein sehr unvorteilhaftes Bild transidenter Menschen gezeigt würde.

Auch Nicole aus dem Gendertreff-Forum berichtet, dass ihre Kollegen eine erhebliche Diskrepanz zwischen der RTL2-Berichterstattung und der Erfahrung mit ihrer transidenten Kollegin festgestellt hätten: „Die Kollegen sagten, dass ich wesentlich normaler rüberkomme als die Protagonisten der Doku-Soap. Auch meine Frau ist der Meinung, dass RTL2 das Thema völlig falsch darstellt.“

„Leider zeigen die Medien – wie aktuell RTL2 – oftmals ein Bild, das durch Personen mit einem starken Hang zur Selbstdarstellung bestimmt wird“, sagt Ava, Gendertreff-Teammitglied. „Damit wird zugunsten von Quoten und Werbeeinnahmen die Arbeit der meist ehrenamtlich tätigen Trans-Organisationen konterkariert.“ Mit der Berichterstattung wird nicht zuletzt aufgrund der enormen Reichweite derartiger Medien ein „Kopfkino“ in der Gesellschaft erzeugt, das insbesondere in Bezug auf Transidentität und Berufstätigkeit mehr als kontraproduktiv ist. „Gerade bei Kollegen und Vorgesetzten wird so ein Bild erzeugt, das auch heute noch dazu führt, dass Transidentität und Beruf ein erhebliches Konfliktpotential beinhalten.“

„Transidentität gehört in die Mitte der Gesellschaft, denn wir sind Teil der Gesellschaft“, sagt Xenia. Mit dem in den Medien häufig gezeigten Bild der schrill-bunten Selbstdarsteller hat das wenig gemein. „Sicherlich haben wir nicht das Recht, den individuellen Umgang der gezeigten Personen mit ihrer Transidentität zu kritisieren“, sagt Ava. Das Problem sei jedoch, dass durch die einseitige Darstellung in der Öffentlichkeit ein völlig falsches Bild transidenter Menschen entstehe. „Eine derartige Berichterstattung steht der Aufklärung der Gesellschaft über das komplexe Thema Transidentität eher im Weg“, bestätigt Xenia.

So hat der Gendertreff unter anderem die Aktion „Trans* am Arbeitsplatz“ ins Leben gerufen (vgl. das Gendertreff Einstiegsportal Trans* am Arbeitsplatz), die u.a. von der Stadt Düsseldorf sowie vom DGB und der IGBCE unterstützt wird. „Zwar ist es tatsächlich so, dass Transgender im Rahmen einer geschlechtsangleichenden Operation einige Zeit ausfallen. Doch erstens entscheiden sich bei weitem nicht alle Transgender auch für einen operativen Eingriff. Zweitens sind im Rahmen der geschlechtsangleichenden Operation je nach Operationsmethode und Heilungsverlauf bei Mann-zu-Frau-Transgendern lediglich ein bis zwei Eingriffe erforderlich. Und drittens ist davon auszugehen, dass das Ausleben des Wunschgeschlechts am Arbeitsplatz diese Mitarbeiter ausgeglichener, zufriedener und damit letztlich auch für das Unternehmen produktiver macht“, erläutert Ava.

„Die überwiegende Mehrheit der Trans*- Menschen sind völlig Normal, bei denen sich sicherlich nicht alles nur um sie selber dreht“, bestätigt Xenia. „Wir arbeiten, haben Familien, Ehefrauen usw. So schrill und bunt wie bei den RTL2-Charakteren geht es bei den wenigsten zu.“ Dies sei auch für Freunde und Familienangehörige wichtig. Auch hier sieht der Gendertreff die Medien in der Pflicht, nicht durch einseitige Berichterstattung das ohnehin schon schwierige Coming-Out im sozialen Umfeld zu einem unkalkulierbaren Risiko werden zu lassen. „Das durch diese Berichterstattung entstandene Bild muss von der Trans*-Person dann wieder mühsam im Alltag korrigiert werden“, sagt Xenia.

Ziel des Gendertreff ist die Hilfestellung für Trans*- Menschen und deren Angehörige sowie die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter www.gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen. Darüber hinaus wird mit den Selbsthilfegruppen Gendertreff Düsseldorf in Düsseldorf und Gendertreff Leverkusen in Leverkusen ein Angebot zum persönlichen Austausch bereitgestellt.

>> Über die Doku-Soap wird auch im Gendertreff Forum diskutiert.

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Google-Olympia-Doodle setzt Zeichen gegen Russlands LGBT-Politik

Wer heute, am 07.02.2014, die Suchmaschine Google aufruft, wird von einem sogenannten Google-Doodle begrüßt, das die Olympischen Winterspiele in Russland thematisiert. Doch während Google-Doodles ansonsten unpolitisch sind, ist das diesmal anders. Denn heute sind olympische Wintersportarten vor dem Hintergrund der Regenbogenflagge dargestellt.

Google-Olympia-Doodle setzt Zeichen gegen Russlands LGBT Politik 001

Darunter zitiert Google die Olympische Charta:

„Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht. Im Sinne des olympischen Gedankens muss jeder Mensch die Möglichkeit zur Ausübung von Sport ohne Diskriminierung jeglicher Art haben. Dies erfordert gegenseitiges Verstehen im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fairplay.“

Und weiter:

„Jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen ist mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar.“

Damit dürfte nun jedem, der heute weltweit die Webseiten von Google aufruft klar sein, was das Unternehmen von den Anti-Homosexuellen-Gesetzen des „lupereinen Demokraten“ (Zitat von Gerhard Schröder) Wladimir Putin hält. Diese Gesetze werden in Russland analog auch auf transidente Menschen angewendet und auch sonst werden Menschenrechte wie z.B. freie Meinungsäußerung leider auch nicht besonders hoch aufgehängt.

Der Gendertreff begrüßt, dass sich mit Google ein großes und bekanntes Unternehmen klar für Diversity ausspricht. Dies nicht zuletzt deshalb, weil Google als größte Suchmaschine der Welt eine enorme Reichweite besitzt.

Da die beliebten Google-Doodles gerne als Aufhänger für Beiträge in den Medien genutzt werden, multipliziert sich die Aussage von Google zudem über die klassischen Nachrichtenkanäle. So kann man beispielsweise auf dem Internet-Portal der Süddeuschen Zeitung ebenfalls die Schlagzeile „Google setzt Zeichen gegen Homophobie“ lesen. Wer hätte gedacht, dass die LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender Community) doch noch positive Nachrichten in Bezug auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi vermelden kann?

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10 Jahre Gendertreff – 2014 steht im Zeichen eines runden Geburtstags

Am 17.10.2004 saß Xenia mit ihrer Frau alleine beim ersten Gendertreff Düsseldorf. Wer hätte gedacht, dass sich aus derart bescheidenen Anfängen einmal der heutige Gendertreff entwickeln würde?

In 2014 feiern wir nun einen runden Geburtstag: Denn 10 Jahre später hat sich der Gendertreff zu einem umfangreichen Informations- und Selbsthilfeangebot für transidente Menschen und deren Angehörige entwickelt. Neben dem Gendertreff Düsseldorf – Selbsthilfe für Transgender und Angehörige in der Region Rheinland in Düsseldorf betreiben wir heute den Gendertreff Leverkusen – Selbsthilfe für Transgender und Angehörige in der Region Rhein-Wupper in Leverkusen. Auch die Gendertreff Plattform und das Gendertreff Forum zählen heute ebenso selbstverständlich zum Angebot wie die diversen Veranstaltungen von Sommerfest bis Candlelight Dinner. Weitere Highlights waren sicherlich der Song Zwei Seelen, die Teilnahme am CSD Konstanz und Kreuzlingen mit einem Interview im Schweizer Regionalfernsehen oder die Berichterstattung im Leverkusener Anzeiger – um nur einige zu nennen.

Der Gendertreff betreibt Öffentlichkeitsarbeit und beteiligt sich an zahlreichen Veranstaltungen. So waren wir in 2013 beispielsweise auf den CSD’s in Düsseldorf, Essen und Dortmund vertreten. Außerdem beteiligten wir uns am Gesundheitstag in Leverkusen, waren am Stand der Selbsthilfegruppen der Stadt Düsseldorf anlässlich des 725-jährigen Stadtjubiläums vertreten und hatten einen eigenen Stand auf der Paracelsus Gesundheitsmesse in Düsseldorf. Darüber hinaus riefen wir die Aktion Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden – ausgeglichen – angekommen mit Unterstützung der Stadt Düsseldorf sowie des DGB und der IGBCE ins Leben.

Auch für 2014 haben wir wieder einiges geplant und so steht dieses Jahr ganz im Zeichen unseres 10-jährigen Jubiläums. Auch in 2014 werden wir wieder am CSD in Düsseldorf sowie weiteren CSD’s und Veranstaltungen teilnehmen. Die Planungen dazu laufen bereits und werden rechtzeitig im Gendertreff Forum angekündigt.

Ein weiterer Höhepunkt wird sicherlich auch die Geburtstagsfeier im Oktober sein. Denn wer einen runden Geburtstag hat, soll diesen schließlich auch ordentlich feiern. Wir finden jedenfalls, dass 10 Jahre ehrenamtliche Arbeit ein guter Grund zum Feiern sind. Denn in diesen 10 Jahren haben wir schon vielen Menschen rund um das komplexe und oftmals schwierige Thema Transidentität helfen können. Für uns ist das ein Ansporn, die nächsten 10 Jahre in Angriff zu nehmen. Ihr alle seid herzlich eingeladen, uns auf diesem Weg zu unterstützen und die Lebenssituation transidenter Menschen nachhaltig zu verbessern.

Euer Team Gendertreff

>> Gendertreff – 10 Jahre Selbsthilfe für Transgender und Angehörige

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Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf

Düsseldorf feierte sein Stadtjubiläum und der Gendertreff feierte mit: Beim Bürgerfest zur 725-Jahr-Feier von Düsseldorf beteiligte sich der Gendertreff an den Aktionen am Stand des Selbsthilfeservicebüros des Gesundheitsamtes Düsseldorf.

Das Selbsthilfeservicebüro des Gesundheitsamtes ist in Düsseldorf die Anlaufstelle für alle Selbsthilfeorganisationen der nordrheinwestfälischen Landeshaupstadt. An erinem großen Gemeinschaftsstand informierten die Düsseldorfer Selbsthilfegruppen über ihre Arbeit. Da durfte natürlich der Gendertreff als Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte nicht fehlen. Denn mit unserem Forum und unseren Treffen leisten wir Selbsthilfearbeit für transidente Menschen und deren Angehörige.

Das Bürgerfest fand rund um das Rathaus, auf dem Burgplatz und auf der Rheinuferpromenade statt. Unser Stand war demnach nicht weit vom Gelände des CSD Düsseldorf – da fühlten wir uns schon fast heimisch. 😉

Allerdings mussten wir diesmal keinen eigenen Stand aufbauen, denn dieser wurde ja vom Selbsthilfeservicebüro bzw. der Stadt Düsseldorf gestellt. Dafür gab es viele Aktionen, die von der üblichen Öffentlichkeitsarbeit auf einem CSD abweichen. Hier z.B. betätigt sich Ava als Glücksradfee. Die Passanten mussten am Glücksrad drehen und bekamen zur erspielten Farbe passende Fragen rund um die Selbsthilfe gestellt. Für die richtige Antwort gab es ein kleines Geschenk.

Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf

Doch Ava hatte immer noch eine „Gratis-Frage“ außer Konkurrenz parat: „Was ist ein Transgender?“ – Und wer das nicht wusste, bekam einen Flyer in die Hand gedrückt. Denn auf unserem Flyer steht das ja schließlich drauf. 😉

Am ersten Tag des Bürgerfests war es noch sommerlich. Doch wie das nächste Foto zeigt, wurden wir am Sonntag dann an den nahenden Herbst erinnert. Aber man kann auch sehen, dass der Stand des Selbsthilfeservicebüros ziemlich groß war.

Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf

Natürlich konnten interessierte Passanten unsere Flyer mitnehmen. Und auch die Flyer unserer Aktion Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden – ausgeglichen – angekommen wurden am Stand ausgelegt.

Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf
Doch auch am Sonntag kam irgendwann die Sonne durch und die Rheinuferpromenade füllte sich mit Menschen.

Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf

Natürlich wurden wieder viele Flyer verteilt und viele Gespräche geführt. Aber das ist ja auch das Ziel derartiger Aktionen. Schließlich wollen wir die Menschen über Transidentität informieren. Das Bürgerfest in Düsseldorf zum 725-jährigen Stadtjubiläum bot eine interessante Möglichkeit, abseits eines CSD ein großes Publikum zu erreichen. Gleichzeitig konnten wir der interessierten Öffentlichkeit zeigen, dass Transidentität zum Spektrum der Selbsthilfearbeit in Düsseldorf gehört.

Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf

Auf dem folgenden Bild sehen wir Katja beim Befüllen unzähliger Ballons. Der direkte Kontakt mit den vielen Menschen, die einen Ballon mitnahmen, war natürlich auch eine Möglichkeit, viele Flyer zu verteilen.

Gendertreff beim Bürgerfest zum Stadtjubiläum 725 Jahre Düsseldorf

Kurz nach 18:00 Uhr verließen wir erschöpft, aber zufrieden den Stand. Und natürlich haben wir noch bei einem guten Abendessen die zwei erfolgreichen Tage auf dem Bürgerfest zum Düsseldorfer Stadtjubiläum Revue passieren lassen.

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Engagement macht stark – Gendertreff beteiligt sich an der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements 2013

Unter dem Motto „Engagement macht stark“ hat das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck die Woche des bürgerschaftlichen Engagements ins Leben gerufen. Auf der Webseite der Kampagne stellen verschiedene bürgerschaftliche Organisationen beispielhaft ihre zwischen dem 10.09 und 21.09.2013 stattfindenden Aktionen dar.

Der Gendertreff beteiligt sich ebenfalls durch eine Eintragung im Engagementkalender. Denn wir wollen zeigen, dass transidente Menschen Selbsthilfe und Öffentlichkeitsarbeit selbst in die Hand nehmen. Weiter rückt auch diese Aktion das Thema Transidentität wieder ein Stück weit mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit.

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Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden – ausgeglichen – angekommen

Transidentität am Arbeitsplatz ist eine der größten Hürden auf dem Weg zum Leben im Identitätsgeschlecht, der Transition. Zwar kennt der Gendertreff zahllose Beispiele, in denen die Integration transidenter Menschen am Arbeitsplatz sehr gut funktioniert hat. Doch leider trifft dies nicht immer zu. Mitunter haben Trans*- Menschen im beruflichen Umfeld mit erheblichen Problemen zu kämpfen – bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes.

Vor diesem Hintergrund hat der Gendertreff, Selbsthilfeorganisation für Trans*- Personen, Angehörige und Interessierte, die Initiative „Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden – ausgeglichen – angekommen“ ins Leben gerufen. Mit freundlicher Unterstützung vieler Unternehmen, Organisationen, Institutionen, etc. hat der Gendertreff einen Flyer für Arbeitgeber und Arbeitnehmer (w/m/d) entwickelt, der für das Thema Trans* im beruflichen Umfeld sensibilisieren soll.

Transidentität am Arbeitsplatz betrifft alle Bereiche des Unternehmens. Ob Produktion, Lager, Management oder Verwaltung: Überall findet man transidente Menschen. Der Gendertreff kennt aus seiner Selbsthilfearbeit Trans*- Menschen aus allen sozialen Schichten und in diversen Funktionen eines fast jeden Unternehmens. Denn auch wenn Trans*- Menschen eine Minderheit bilden, so kommt Transidentität weitaus häufiger vor, als vielfach angenommen wird.

Dabei ist Transidentität nicht allein etwas, das nur die Arbeitnehmerseite betrifft. Denn selbstverständlich gibt es auch transidente Selbständige und Führungskräfte. Egal, ob es nun ein_e transidente_r Arbeitnehmer_in oder Arbeitgeber_in ist: Die Integration transidenter Menschen am Arbeitsplatz ist Managementaufgabe und somit Sache der Personalleitung bzw. der Unternehmensleitung.

Der Flyer steht auf der Webseite des Gendertreff zum Download bereit und kann auch über das Kontaktformular angefordert werden. Zudem wird er in Ämtern zahlreicher Städte ausgelegt. Weiter wird er auf Wunsch an Unternehmen versandt und liegt auf Veranstaltungen aus.

Liebe Arbeitgeber und Arbeitnehmer (w/m/d),

Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter und sexuelle Identität werden in §1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes genannt. Spricht man über Chancengleichheit am Arbeitsplatz, denkt man an diese Punkte. Wie aber ist es mit transidenten Menschen, die leider immer noch vielfach mit erheblichen Problemen am Arbeitsplatz rechnen müssen, bis zum Verlust ihrer Arbeit?

Die vorhandene Qualifikation und jahrelange Erfahrung gehen durch das Outing und das Leben im Identitätsgeschlecht nicht verloren. Nein, im Gegenteil, diese Personen sind danach zufriedener, ausgeglichener, belastbarer und stellen somit einen Mehrwert für Sie dar.

Trans*- Menschen wollen als ganz normale Mitglieder der Gesellschaft behandelt werden und benötigen keine Sonderbehandlung.

Geben Sie diesen Menschen ganz selbstverständlich eine faire Chance auf Arbeit und Ausbildung und integrieren Sie sie mit Akzeptanz und Respekt in Ihre Arbeits- und Unternehmensstruktur.

Wir möchten Sie mit der Aktion sensibilisieren und ermuntern, transidente Menschen ganz selbstverständlich in Ihrem Kollegenkreis zu akzeptieren und aufzunehmen.

Der Gendertreff – Selbsthilfeorganisation für Trans*- Personen, Angehörige und Interessierte sowie viele andere Trans*- Organisationen stehen gerne für weitere Fragen zur Verfügung und kommunizieren unter anderem dieses Thema in der Öffentlichkeit. Besuchen Sie auch unsere Webseite Trans* am Arbeitsplatz

>> Download: Flyer: Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden - ausgeglichen - angekommen

TRANS* AM ARBEITSPLATZ

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Wenn eine eine Reise tut…

Marina aus dem Gendertreff Forum berichtet über Geschäftsreisen und Seminare, Tücken des Alltags und den selbstverständlichen Umgang mit ihrer Transidentität.

In der vorletzten Woche habe ich mein erstes Training in der Firma abgehalten. Noch dazu vor ausländischen Kollegen bzw. Händlern. In der Agenda angekündigt war natürlich Herr H., denn offiziell werde ich in der Firma noch immer als „Herr“ geführt. Anwesend waren eine Kollegin aus Russland und ein Kollege aus Dubai. Dann noch ein Händler aus Saudi-Arabien und 3 Techniker eines Händlers aus Russland.

Das Training habe ich mit dem Auslegen unseres Flyers in Englisch begonnen. Als alle diesen gelesen hatten wurde mir versichert, das niemand damit ein Problem hat. Und so war es dann auch. Das Training lief ganz normal ab.

Letzte Woche dann war ich 4 Tage in Genf, um dort selbst an einem Produkttraining teilzunehmen. Der Flieger ging am Montag morgen. Bei der Fluglinie mit dem Kranich ist es ja so, das es die Bordkarten nur noch am Automaten gibt. So einer Maschine ist es egal, wer da vor ihr steht, Hauptsache die Daten stimmen. Also Bordkarte ausgedruckt, Koffer aufgegeben und ab zur Sicherheitskontrolle. Auch da gab es nichts zu berichten. Schließlich fliege ich oft genug um zu wissen, was ich alles ablegen muss, damit der Metalldetektor nicht los geht. Da die Schweiz ja dem Schengner Abkommen beigetreten ist, finden auch an den Flughäfen seit dem 29.03.2009 keine Personenkontrollen mehr statt. Von daher konnte ich einfach durchgehen zur Gepäckausgabe. Koffer abholen und weiter zur Autovermietung. Dort war schon für mich ein Wagen reserviert. Dank Ergänzungsausweis der dgti kein Problem bei der Kontrolle der Ausweispapiere und des Führerscheins.

Die Kollegen in Genf waren ja schon länger vorgewarnt, und so wurde ich dort auch immer mit Marina angesprochen. Am Mittwoch Morgen dann kam noch ein weiter Kollege aus Deutschland, der am zweiten Teil des Trainings teilnehmen sollte. Ich hatte versprochen ihn am Flughafen abzuholen. Das Hotel und auch die Firma befinden sich am südöstlichen Ufer des Genfer Sees, der Flughafen ist jedoch im Nordwesten. Um vom Hotel zum Flughafen zu gelangen muss man also einmal um die Westspitze des Genfer Sees fahren. Der Verkehr morgens in Genf ist mörderisch, deshalb hatte ich beschlossen außen herum, durch Frankreich zu fahren. Die ersten ~20 km ging es über Landstraße, dann kam die Autobahnauffahrt. Direkt hinter der Autobahnauffahrt kam dann die erste Mautstelle. Ich fuhr ganz rechts, jedoch war dies eine „Telepeage“ – Fahrspur, also zur vollautomatischen, berührungslosen Mautzahlung. Da ich in der falschen Fahrspur war, bin ich rechts ran gefahren um zu schauen, wie ich nun auf eine der anderen Fahrspuren gelangen kann. Als ich da so am rechten Rand stand, überholte mich ein LKW mit Auflieger. Der Auflieger erwischte meinen Mietwagen hinten links. Ein ca. 15cm langes Loch im Blech. Bevor ich begriffen hatte, was passiert war, war der LKW schon weit weg. Das Kennzeichen konnte ich nicht mehr lesen. Der LKW-Fahrer hat vermutlich nicht einmal bemerkt, was da passiert ist.

Ich habe dann sofort jemanden an der Mautstelle, meinen Arbeitgeber und den Autovermieter benachrichtigt. Die Mitarbeiter der Mautstelle sagten mir, ich solle zur nächsten Polizeidienststelle fahren und den Vorfall dort melden. Auf der Polizeidienststelle musste ich mich ausweisen, auch hier wieder kein Problem. Nach einer Stunde Wartezeit kam ich dran. Mit meinem schlechten Französisch erklärte ich dem Beamten was passiert war. Er sagte mir jedoch, dass der Fall nicht registriert wird, da es sich nach französischem Recht um einen Bagatell-Schaden handelt. Es gäbe ja keine Personenschäden.

Meinen Kollegen konnte ich jetzt natürlich nicht mehr abholen. Während ich auf der Polizei gewartet habe, habe ich ihm angerufen und gesagt, er solle sich bitte ein Taxi nehmen.

Bei der Rückgabe des Wagens musste ich dann noch ein Unfall-Protokoll ausfüllen. Das war dann alles.

Alles in allem kann ich mal wieder sagen: Es passiert gar nichts, auch wenn andere erkennen, dass ich nicht als Frau geboren wurde. Ich stehe zu dem was ich bin, und das wiederum, wird honoriert. Egal ob am Flughafen, beim Autovermieter oder bei der französischen Polizei, ich wurde immer und überall höflich und zuvorkommend behandelt.

-Marina

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