Quelle: Die Welt 18.08.2014
In der Nacht vor ihrer Hochzeit erfährt Marianne, dass ihr Mann als Sonja weiterleben möchte. Ihre traditionelle Familienplanung zerbricht, trotzdem haben die beiden geheiratet. Chronik einer Liebe.
Trans*-Menschen, Angehörige, Interessierte
Quelle: Die Welt 18.08.2014
In der Nacht vor ihrer Hochzeit erfährt Marianne, dass ihr Mann als Sonja weiterleben möchte. Ihre traditionelle Familienplanung zerbricht, trotzdem haben die beiden geheiratet. Chronik einer Liebe.
Autorin: Nathalie
Antrag auf Kostenübernahme der GaOP:
Etwa ein Jahr nach dem Beschluss des Amtsgerichtes zur Namens – und Personenstandsänderung bin ich mir zu 100 % sicher, wie mein weiterer Weg verlaufen soll. Da ich, in vielen Überlegungen und gemeinsamen Gesprächen mit meiner Frau, die angleichende Operation anstrebe, hatte ich im Vorfeld schon einen Vorgesprächstermin in dem bevorzugten Klinikum vereinbart. Parallel dazu habe ich die Krankenkasse angeschrieben und um Kostenübernahme gebeten. Auch zu diesem wichtigen Schritt konnte ich kaum Material finden, wo ich nachschauen konnte, welche Unterlagen ich dazu einreichen musste. Deshalb habe ich hier eine kleine Zusammenstellung aufgeführt, die ich für die Antragstellung der Kostenübernahme bei der Krankenkasse eingereicht habe.
Eine Vorlage von meinem Antrag könnt Ihr sehr gerne hier auf dieser PDF – Datei einsehen.
Zu dem Antrag habe ich folgende Unterlagen zu Händen des MdK eingereicht:
Beschluss Amtsgericht
transsexueller Lebenslauf
Gutachten 1
Gutachten 2
Befund des Therapeuten
Befund Neurologe
Befund Urologe
Befund Gynäkologe
Befund und Untersuchungsergebnisse Endokrinologe
Informationsmaterial der Selbsthilfegruppe
Ich hoffe, Ihr könnt mit den Informationen etwas anfangen und mich würde es sehr freuen, wenn Ihr Euch auch die Zeit für einen Besuch bei www.nathalie-book.de nehmen würdet.
Viel Erfolg !
Nathalie
Autorin: Nathalie
Antrag Namens – und Personenstandsänderung:
Als ich meinen Antrag auf Namens – und Personenstandsänderung einreichen wollte, gab es nur sehr wenig Informationsmaterial, auf das ich zurückgreifen konnte. Auch war ich mir nicht sicher was bei Gericht, zu dem gestellten Antrag, an Unterlagen verlangt wurden. Deshalb habe ich hier eine kleine Zusammenstellung aufgeführt, die für die Antragstellung der Namens – und Personenstandsänderung beim Amtsgericht des zuständigen Oberlandesgerichtes von mir eingereicht wurden.
Eine Vorlage von meinem Antrag könnt Ihr sehr gerne hier auf dieser – Datei einsehen.
Zu dem Antrag habe ich folgende Unterlagen eingereicht:
Lebenslauf
transsexueller Lebenslauf
Kopie des Personalausweises
Kopie des Zusatzausweises – DGTI
Stellungnahme des begleitenden Therapeuten
Kopie der Geburtsurkunde
aktuelle Meldebescheinigung
Informationsmaterial der Selbsthilfegruppe
Ich hoffe, Ihr könnt mit den Informationen etwas anfangen und mich würde es sehr freuen, wenn Ihr Euch auch die Zeit für einen Besuch bei www.nathalie-book.de nehmen würdet.
Viel Erfolg !
Nathalie
Am Samstag, den 02.08.2014 fand auf dem Kennedyplatz in der Essener Innenstadt der Ruhr-CSD Essen statt. Der Gendertreff – Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte beteiligte sich mit einem Infostand sowie der Teilnahme an der Demonstration am Ruhr-CSD Essen 2014. Mit unserem Infostand informierten wir über Transidentität und luden alle Interessierten ein, mit uns in den Dialog zu treten. Ebenso stellten wir natürlich unser Informations- und Selbsthilfeangebot für transidente Menschen und deren Angehörige vor.
Bereits im Vorfeld hatten wir mit einem Blogbeitrag und einer Pressemeldung über unsere Teilnahme am Ruhr-CSD in Essen informiert. Denn wir möchten ja möglichst viele Menschen mit unserer Information erreichen. Je mehr Menschen etwas über Transidentität wissen, desto einfacher wird die Situation für Transgender.
Also hieß es wieder einmal: Früh aufstehen um pünktlich zum Standaufbau in Essen auf dem Kennedyplatz zu erscheinen. Dem routinierten Team ging der Standaufbau schnell von der Hand und so konnte der Ruhr-CSD in Essen losgehen.

Natürlich war der Kennedyplatz zu diesem Zeitpunkt noch leer. Unser Bild oben zeigt unseren Blick aus dem Gendertreff-Stand auf den noch leeren Platz vor der Bühne mit dem Hinweis, dass der Gendertreff in diesem Jahr 10 Jahre alt wird. Im Stand liefen derweil die letzten Vorbereitungen.

Auf dem noch leeren Platz stehen die Stände des Gendertreff und von TransBekannt direkt nebeneinander. Das Thema Transidentität dürfte damit recht prägnant ins Auge gefallen sein. Und das ist gut so. Denn gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern möchten wir unser Anliegen durch Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit voranbringen.

Und so konnte der Ruhr-CSD in Essen 2014 dann losgehen.

Hier sehen wir Xenia hinter unserer Infotheke.

Dann kamen auch schon die ersten Besucher und wir begannen, Flyer zu verteilen.

Einige von uns machten sich dann auf, um an der Demonstration durch die Essener Innenstadt teilzunehmen.

Die leider recht kurze und recht kleine Demonstration führte zunächst durch die belebte Innenstadt. Leider verlief der Demonstrationsweg aber auch wie bereits im letzten Jahr zum großen Teil durch kaum belebte Nebenstraßen. Hier würden wir uns eine größere Sichtbarkeit wünschen.

Immerhin konnten wir in der „belebten Hälfte“ der Demonstration doch reichlich Informationsflyer über Transidentität und den Gendertreff verteilen.

Auf dem Kennedyplatz war aber mittlerweile richtig was los. Entsprechend voll war es vor dem Gendertreff-Stand.

Auch der Blick aus dem Stand zeigt: Der Essener Kennedyplatz war voller Menschen.

Aber zwischendurch gibt es immer auch wieder ruhigere Momente am Infostand.

Na ja, ruhig? Das folgende Video ist zwischen dem Foto oben und dem Foto unten entstanden. So ganz ruhig war es also nicht. Etwas schade dabei ist, dass die teils sehr laute Musik die Gespräche am Infostand beeinträchtigte.
Aber wir wollen ja nun nicht wirklich meckern. Denn aus unserer Sicht ist der Ruhr-CSD 2014 in Essen in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Trans* sehr gut verlaufen.

Auch nebenan am Stand von TransBekannt wurde fleißig Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

Und zwischendurch haben wir uns immer wieder ausgetauscht. Denn wir haben noch viele Ideen, wenn es um Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit rund um Transidentität geht.

Am späten Nachmittag wurde es windig und wir mussten unsere Infotheke ab und zu richtig festhalten. Da auch die Musik leider immer lauter wurde, Gewitter angekündigt waren und wir am gleichen Tag auch noch unseren Gendertreff Leverkusen vor uns hatten, bauten wir unseren Stand gegen 17:00 Uhr ab.

So ging wieder ein erfolgreicher CSD für uns zu Ende. Wir freuen uns auf den nächsten Ruhr-CSD in Essen.
Essen, 02.08.2014. Auch in 2014 findet in Essen mit dem Ruhr.CSD wieder das größte queere Straßenfest im Ruhrgebiet unter dem Motto Queer im Revier statt. Wie bereits im vergangenen Jahr wird sich auch der Gendertreff – Die Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte mit einem Info-Stand am CSD in Essen beteiligen.
„Die Forderung nach Akzeptanz und Toleranz (nicht nur) im bunten Ruhrgebiet unter anderem für transidente Menschen können wir nur unterstützen“, sagt Xenia, Gründerin des Gendertreff. „Seit fast 10 Jahren betreiben wir nun aktive Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Transidentität. Doch es bleibt noch viel zu tun.“
„Wir stellen immer wieder fest, dass viele Menschen sehr wenig über Transidentität wissen“, sagt Ava, wie Xenia ebenfalls im Gendertreff-Team aktiv. „Aus Unwissenheit entstehen oft Missverständnisse und vermeintliche oder tatsächliche Diskriminierung. Grund genug, uns auch in 2014 wieder mit einem Infostand am CSD in Essen zu beteiligen.“
Xenia ergänzt: „Man kann gar nicht oft genug in die Öffentlichkeit gehen, um die Menschen über Transidentität aufzuklären.“ Leider zeichnen jedoch auch die Medien vielfach ein überzeichnetes und oftmals schrill-buntes Bild, das durch einige Selbstdarsteller geprägt ist. „Das erleichtert die Situation für transidente Menschen z.B. am Arbeitsplatz nicht gerade“, berichtet Xenia. Nicht zuletzt deshalb hat der Gendertreff die Aktion Transidentität am Arbeitsplatz ins Leben gerufen und auch eine Stellungnahme zur RTL2-Sendung „Transgender“ veröffentlicht.
Ziel des Gendertreff ist die Hilfestellung für Transgender und Angehörige sowie die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter www.gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen. Darüber hinaus wird mit den Selbsthilfegruppen Gendertreff Düsseldorf und Gendertreff Leverkusen ein Angebot zum persönlichen Austausch bereitgestellt.
Das Beitrags-Foto zeigt den Gendertreff beim CSD Essen in 2013
Autorin: Stefanie1268
Hallo zusammen,
es ist mal wieder an der Zeit ein wenig zu erzählen, was in letzter Zeit passiert ist.
Eigentlich war von meiner Firma aus vorgesehen, dass ich im Juni eine Woche nach Rumänien hätte fahren sollen um ein paar neue Kollegen mit einzuarbeiten. Alles war soweit geplant und gebucht und ich hatte auch ein wenig Magenschmerzen wegen der immer noch bestehenden Diskrepanz zwischen Auftreten und den offiziellen Papieren. Aber bevor es da zu einem Punkt kommen konnte, der mich zu sehr belastet hätte, hatte ich eines Tages den nun zweiten Brief vom Amtsgericht im Briefkasten (der erste war nur mit dem Hinweis auf die generelle Möglichkeit Rechtskostenhilfe zu beantragen).
Dieses mal war es eine Ladung zur persönlichen Anhörung. Der Termin lag mitten in der Woche, in der Rumänien geplant war. Meine Chefin war zwar nicht sonderlich begeistert, dass die Reise abgesagt werden musste (wobei ich angeboten hatte trotzdem zu fliegen nur hätte ich zwei Tage früher zurück reisen müssen), hat es aber ohne weitere Diskussion akzeptiert. Wahrscheinlich gab es auch deswegen wenig Diskussionen, weil ich so was vorher als Möglichkeit schon erwähnt hatte.
Nun hieß es dann noch etwas über drei Wochen zu warten. Als es dann endlich soweit war, fuhr ich vom Büro aus direkt zum Gericht. Allerdings mit sehr viel Zeitpuffer, da ich auf gar keinen Fall zu spät sein wollte. Es erwies sich zumindest nicht als größter Fehler viel Zeit mitgebracht zu haben. Auf dem Weg ins Parkhaus traf ich nämlich gleich eine Entscheidung, die mich schwer hätte ins Schwitzen bringen können. In der Einfahrt gibt es einen Kreisverkehr und kurz vor der Stelle wo man dann weiter hinein fährt sind zwei Schilder. Auf dem einen steht Mitarbeiter und dem anderen Besucher. Darunter jeweils eine elektronische Anzeige. Unter Mitarbeiter stand ‚Frei‘ und unter Besucher ‚Besetzt‘. Als Großstädterin haben solche Schilder bei Parkhäusern eine sehr relative Bedeutung. Also bin ich einfach weiter rein gefahren, da dort auch schon weitere Autos standen (aber halt doch nicht so viele ).
Kaum stand ich da, sah ich einen Herrn in einer Art von Dienstkleidung mit einem Fahrer zwei Autos vor mir diskutieren. Es sah danach aus, als würde er sein Unverständnis äußern, warum er denn rein gefahren sei, wo doch ‚Besetzt‘ da stand. Als er sich dann in meine Richtung aufmachte, richtete ich mich schon auf eine entsprechende Standpauke ein. Aber nein, er lief am Auto vor mir und auch an meinem vorbei in Richtung des Kreisverkehrs. Dort lotste er alle einfahrenden Fahrzeuge wieder nach draußen. Als ich dass sah, zweifelte ich einen Moment daran, ob es wirklich eine gute Idee war das Schild zu ignorieren. Aber wie das Schicksal es will, nach etwa weiteren sieben Minuten ging es auf einmal weiter und ich konnte ohne weitere Verzögerung ins Parkhaus rein fahren.
Die Eingangskontrolle auf die im Anschreiben explizit als Zeitkiller hingewiesen wurde, erwies sich als weniger stressig, da war ich in etwa fünf Minuten durch, auch wenn mein Kosmetiktäschchen im Scanner eine eigene zweite Runde drehen durfte.
Das Zimmer zu dem ich musste, war dann auch recht einfach zu finden, zumindest nach dem ich an der Information auf die Aufzüge hingewiesen wurde, die ich beim Eintreten in das Gebäude erst mal glatt übersehen hatte. So war ich dann eine glatte halbe Stunde zu früh und setzte mich erst mal. Ich bekam dann noch gerade die zwei Termine vor mir mit, konnte aber dann auch schon etwa zehn Minuten vor der Zeit zur Richterin.
Das war eine ganz junge, die noch eben etwas zu Ende schreiben musste, bevor sie sich um mich kümmern konnte, empfing mich aber so locker, dass jegliche Anspannung im Nu verflogen war. Das Gespräch an sich war recht ereignislos, da sie mir primär die weitere Vorgehensweise erklärte, die mir ja eigentlich schon bekannt war inklusive der vermutlich anfallenden Höhe der Kosten. So machten wir noch ein wenig Smalltalk und sie ließ wenig Zweifel daran, dass sie glaubte, dass das Verfahren eigentlich problemlos durchlaufen müsste, wobei sie sich aber auch ihrer professionellen Pflicht bewusst war und darauf hinwies, dass kein Verfahren vor dem Ende entschieden ist. So machte ich mich nach ungefähr zehn Minuten gut gelaunt wieder auf den Weg ins Büro.
Diese Woche stand dann für mich noch ein Termin an, auf den ich mich riesig gefreut hatte. Ein absolutes Novum für mich, der Besuch bei meiner Gynäkologin. Meine Mutter hatte sie mir empfohlen und durch sie habe ich überhaupt nur einen Termin bekommen, da Frau Doktor wohl sehr ausgebucht ist und wenn dann nur noch neue Patientinnen auf Empfehlung annimmt.
Ich hatte mir auch extra den Tag frei genommen, da der Termin um 11:00 an stand. Es war auch sehr gut, dass ich viel Zeit mitgebracht hatte, denn ich musste über eine Stunde warten. Die Wartezeit an sich empfand ich aber nicht als schlimm. Es war einfach dieses Gefühl dabei, an einer Stelle zu sein, von der ich noch vor zwei Jahren nie zu träumen gewagt hätte. Und vor allem fühlte es sich so was von richtig an dort zu sein, dass das bisschen Warten nichts ausmachte.
Als ich dann dran war, merkte ich sehr schnell, dass ich hier wirklich gut aufgehoben war. Sie hat zwar keinerlei Erfahrung mit Trans ist aber sehr interessiert und zumindest grundlegend auch informiert. Bei dem Rest kann ich dann vielleicht ein wenig nachhelfen.
Wir haben viel geredet über das was noch folgen wird, welche Möglichkeiten noch gegeben sind und halt aktuell Stand der Dinge ist. Es gab dann auch eine kurze Untersuchung an der aktuell noch einzigen Stelle die schon in ihr Fachgebiet fällt aber wie zu erwarten keine Besonderheiten. Außerdem bot sie auch gleich an mir die Rezepte für die HRT auszustellen, da ich ihr auch die bisherigen Ergebnisse meine Endokrinologen in Kopie mitgebracht hatte und dort ja die aktuellen Medikamente vermerkt waren. Das habe ich gerne angenommen, so kann ich bei Bedarf eben vorbeifahren und muss keine Briefe an meinen Endokrinologen mehr schreiben.
Jetzt weiß ich auf jeden Fall, dass ich aktuell und vor allem für die Zukunft jemanden habe im Bereich Gynäkologie wo ich mich gut aufgehoben fühle und mit Sicherheit auch gerne hingehen werde.
Jetzt freue ich mich auf unser nächstes Treffen in Leverkusen, wo ich wieder viele liebe Leute treffen werde und vielleicht findet ja auch mal wieder ein neues Gesicht den Weg zu uns.
Bis dahin
Liebe Grüße
Steffie