In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 01 u. 02-2013

Neujahr und endlich sind die fehlenden Unterlagen von der Therapeutin, vom Urologen und vom Endokrinologen unterwegs an den MdK. Jetzt wird es weiter gehen.

Die Spuren vom Epilationsmarathon verschwinden auch langsam. Die Taubheit, die Rötung und die Schwellungen im Gesicht verschwinden.

Der Karneval zieht durch das Rheinland und es findet ein Brief den Weg in meinen Briefkasten. Es ist Donnerstag, Altweiberfastnacht und die Rathäuser werden übergeben. Der Brief ist nicht irgendein Brief, sondern es ist die Kostenübernahme für meine GaOP bei der Uni Essen durch die Krankenkasse.

Ihr Leistungsantrag vom 11.09.2012

Sehr geehrte Frau,

Sie wünschen die Kostenübernahme für eine geschlechtsangleichende Genitaloperation.

Gerne teilen wir Ihnen mit, dass diese nach den vereinbarten Vergütungssätzen zwischen dem Krankenhaus Universitätsklinikum Essen und uns übernommen werden.

Legen Sie dieses Schreiben zusammen mit der ärztlichen Verordnung von Krankenhauspflege dem Krankenhaus vor. Die Kosten der Behandlung werden dann direkt mit uns abgerechnet.

Wir wünschen einen guten Behandlungsverlauf.

Termin zum Vorgespräch in der Uni Essen ist der 29.04.2013.

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 12-2012

Zwischen Weihnachten und Silvester werden wir eine Epilationssession machen. In drei Stunden Dauerbeschuss werden den weißen Barthaaren der Garaus gemacht. Natürlich schieben wir ein paar Kaffeepausen dazwischen. Vorher min. drei Tage Bart wachsen lassen * Hua * Schüttel.

Rundum fühle ich mich gut versorgt. Die Gynäkologin hat meine Brust nach verdächtigen Knoten abgetastet, der Urologe hat gleich eine Rundum Untersuchung durchgeführt. Unter anderem hat er mit Ultraschall die Nieren, Blase und Prostata auf ihr Wohlbefinden gecheckt und der Endokrinologe, der die 4mg Estradiol bestätigt, hat die Brust mit Ultraschall untersucht, Blut abgenommen und auch noch einmal den Blutdruck gemessen.

Mit diesen guten und wichtigen Untersuchungen und den positiven Bescheiden, gehe ich doch viel lieber und mit einem guten Gefühl in die Uni Essen zur GaOP.
Überall werde ich sehr fürsorglich untersucht und es werden mögliche Probleme ausgeschlossen.
Es kann doch nicht wirklich sein, dass dies abgeschafft werden soll – Oder?

Achtet immer darauf, dass ihr die richtigen Tabletten bekommt, denn mir ist folgendes passiert: Ich habe wie immer mein Rezept bei der Apotheke abgegeben und wieder zwei Packungen Estradiol bekommen. Aber erst zu Hause ist mir aufgefallen, dass die Packung Rosa statt Türkis und die Tabletten Weiß statt Blau waren. Auf der neuen Packung stand 2mg drauf aber der Beipackzettel signalisierte 1,56mg Estradiol, was faktisch eine Minderung bedeutet hätte. Zurück in der Apotheke konnte der Fehler schnell geklärt werden. Auf dem Rezept war das Medikament nicht genau genug bezeichnet und die Apothekerin hatte daraufhin das erste Medikament genommen, das auf ihrem Bildschirm angezeigt wurde.

Der Bericht vom Endokrinologen steht noch aus, obwohl die Praxis mir bestätigte, dass er schon lange raus geschickt wurde. Vermutlich ist er in der Weihnachtspost verschütt´ gegangen. Also im neuen Jahr nach haken.

Komme gerade von meinem 4-stündigen EPI-Marathon – Autsch. Sehr schmerzhaft aber diverse bartfreie Stellen sind schon sichtbar und da wächst nun nichts mehr.

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 11-2012

Die Nachfrage Anfang November bei der Krankenkasse bringt nur die freundliche Antwort, dass die Unterlagen noch vom MDK geprüft werden. Zeitgleich erfahre ich von meiner Therapeutin, dass der MDK Berichte bei Ihr, beim Endokrinologen und bei der Gynäkologin angefordert hat. Jetzt kann es nicht mehr so lange dauern, muntert Sie mich auf und bei mir wäre doch alles klar.
Leider muss ich den Termin bei der Uni Essen absagen, denn bis dahin habe ich den Bescheid auf keinen Fall.

Den MDK muss man sich in diesem Fall wie ein drittes, unabhängiges und kostenloses Gutachten vorstellen. Er kann weitere Berichte einholen und spricht der Krankenkasse eine Empfehlung aus. Ist die Diagnose „Transsexualität“ nicht so eindeutig, also will z.B. jemand mit der Geschlechtsangleichung versuchen andere seelische und/oder körperliche „Baustellen“ zu kitten, kann es vorkommen, dass man auch dort persönlich zu erscheinen hat. Aber ganz ehrlich, wollt ihr nicht auch nach der OP endlich Sorgenfrei so leben wie ihr es schon immer wolltet? Und nicht wohlmöglich feststellen, dass das der falsche Weg war?
Darum auch die 18 Monate zwischen erster Hormoneinnahme und der OP! Nicht aus Schikane! Nein, weil es viele Fälle gibt, die nach der OP festgestellt haben, dass dies der falsche Weg war und nun Seelisch ganz zerbrechen. Einfach noch einmal in sich rein hören, noch einmal überlegen ob dies der richtige und einzige Weg ist, sich darüber im Klaren sein, dass es kein Zurück mehr gibt, Dinge organisieren und erledigen.
Ihr denkt, das ist Blödsinn?
Habt ihr nicht auch schon von Suizid nach der OP gehört? Habt ihr nicht auch schon Transsexuelle, die ihre OP hinter sich haben, in SHGs oder sonst wo kennen gelernt, die totunglücklich waren? Ich habe schon öfter davon gehört und auch einige kennen gelernt. Und warum ist das so? Es ging einigen einfach nicht schnell genug – Sie waren in Ihrem und mit Ihrem Ich noch nicht wirklich angekommen. Aber manchen kann es ja gar nicht schnell genug gehen.
Es ist ein riesen großer Schritt, den man sich genau überlegen muss! Rückgängig machen – ist nicht mehr!

Wenn ihr gefestigt und wirklich nur noch im „Wunschgeschlecht“ glücklich seid ohne Wenn und Aber, dann kann es losgehen und niemand wird euch Steine in den Weg werfen.

Aus dem Befund-/Verlaufsbericht:

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der transsexuelle Wunsch bei Xenia lange besteht, stabil und irreversibel ist; dass die Alltagserprobung bemerkenswert gut gelingt (sicherlich auch dadurch, dass Xenia sie in kleinen Schritten gesteigert hat und dabei darauf geachtet hat, sich nicht zu überfordern); dass aus meiner Sicht eine Indikation zur operativen Geschlechtsangleichung indiziert und notwendig ist, damit Xenia weiterhin psychisch stabil leben kann, und dass die Prognose für die Verarbeitung der Operation günstig erscheint.

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Habe ich gesagt, dass niemand mehr Steine in den Weg wirft? Scheinbar liegen da doch noch ein paar.
Weiter oben habe ich erwähnt, dass der MDK noch Berichte einfordert. Nun jetzt Mitte November halte ich das Schreiben der KK in den Händen, wo genau darauf hingewiesen wird. Der MDK verlangt noch Berichte von meiner Therapeutin, meinem Endokrinologen und nicht von meiner Gynäkologin sondern von einem Urologen. Na klasse, wo nehme ich den denn jetzt her.
Schon geht die Rennerei wieder los. Fragen ob den Bericht auch meine Gynäkologin schreiben kann. Wenn nicht, einen Termin bei einem Urologen machen und dem auch die ganze Geschichte erzählen. So verzögert sich die Weiterarbeit des MDK und bis ich dann wieder einen neuen Termin bei der Uni Essen habe, haben wir Frühjahr 2013. Da sehe ich doch schwarz mit der GaOP im August 2013.
Zum Glück konnte ich kurzfristig einen Termin bei einem Urologen bekommen. Also Ende November geht es weiter.

Nach der 7. ELOS-Sitzung hatte ich Ende November meinen ersten EPI-Termin. Unter- und Oberlippe, also gleich das Schlimmste, kam dran. Gut das ich nicht geschminkt war, denn Heulen ist garantiert.
Für die EPI, im Gegensatz zur ELOS, sollten die (Bart-) Haare möglichst lang sein, d.h. je nach Bartwuchs, zwei bis drei Tage nicht rasieren. Ich hatte mich ca. 27h nicht rasiert, dennoch waren die paar Haare zu kurz, so dass die Prozedur an jedem Haar sehr lange dauerte. Also wie gesagt, lange Haare, dann geht`s schneller.

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 8, 9, u. 10-2012

Knapp 6 Wochen hat es gedauert, bis die Krankenkasse geantwortet hat. Okay es war Urlaubszeit, aber Hauptsache ist doch, dass die Krankenkasse die 25 Therapiestunden übernimmt. Dieser positive Bescheid tut erst einmal gut auf meinem weiteren Weg.

Haha und jetzt habe ich auch meinen „Fall“.

Ich habe eine private Krankenzusatzversicherung. Die Betonung liegt auf PRIVAT.
Laut deren Änderungsschreiben, sie haben daraus einen Neuabschluss gemacht, soll ich jetzt den weiblichen = doppelten Tarif zahlen. Nun der Widerspruch ist bereits unterwegs und mal sehen was kommt. Ich berufe mich da gleich auf dieses Urteil.

Anfang September habe ich nun meinen Antrag zur Kostenübernahme der geschlechtsangleichenden Operation an die Krankenkasse geschickt.

An die Krankenkasse

Betr.: Antrag auf Kostenübernahme für geschlechtsangleichende Maßnahme

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich die Kostenübernahme für meine geschlechtsangleichende Genitaloperation.

Wie Sie aus meinen beigefügten Unterlagen entnehmen können, lebe ich seit meinem Outing im Oktober 2011 in der Firma, ganz als Frau. Meine Personenstandsänderung wurde am 26.3.2012 vom Amtsgericht Düsseldorf beschlossen und zum 17.4.2012 rechtskräftig. Hormone (Estradiol) nehme ich seit Juni 2011 und werde seit April 2011 therapeutisch begleitet, zurzeit von Frau H-M in Hilden in Bezug auf die Begleitung zur geschlechtsangleichenden OP (s. Ihre Genehmigung auf Kostenübernahme).

Befunde von einem Neurologen, meinen Therapeutinnen und meiner Gynäkologin lege ich diesem Schreiben bei. Zudem wurden zwei unabhängige Gutachten im Januar und Februar 2012 erstellt, die ich Ihnen auch in Kopie zur Verfügung stelle. In allen Unterlagen wird die Diagnose 64.0 (Transsexualität) ersichtlich.

Aus meinem Lebenslauf und meiner Chronik können Sie entnehmen, dass ich schon in früher Kindheit feststellte, dass mit mir etwas nicht stimmt. Seit 2004 dann nach meinem Outing in der Familie auch erst einmal zaghafte Alltagsversuche unternahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zusammen mit meiner Frau eine Selbsthilfegruppe gegründet, die heute bei den Gesundheitsämtern in Düsseldorf und Leverkusen volle Unterstützung genießt. Diese Plattform (Gendertreff.de) mit ihrem Forum, Blog/Magazin, Linksammlung und vielem mehr soll anderen helfen und versteht sich als Informations- und Austauschplattform zum Thema Transgender.

Ich bin gefestigt in meinem Vorhaben, was die Befunde bestätigen. Mir geht es psychisch soweit gut, dass ich mich nicht mehr verstecken muss und als Frau leben kann.
Leider kann ich als Frau nicht vollständig am gesellschaftlichen Leben teilhaben (Sauna, Schwimmbad, Umkleidekabinen, u.ä.). Damit bleiben Freizeit- sowie sportliche Aktivitäten auf geschlechtsneutrale Aktionen beschränkt, was ich als Einschränkung meiner persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten ansehe und was mein psychisches Wohlbefinden beeinträchtigt.

Mein Körper hat sich durch die notwendige Hormontherapie verändert, so habe ich mittlerweile eine weibliche Brust. Mein männliches Geschlechtsteil passt jetzt nicht mehr zu meinem ansonsten weiblichen Erscheinungsbild. Dieses zweigeschlechtliche Erscheinungsbild ruft hervor, dass ich jedes Mal wieder peinlich berührt bin und mich schäme, wenn ich mich mit meinem nicht eindeutig fraulichen Erscheinungsbild zeigen muss (z.B. Arztbesuche). Ich empfinde mein männliches Geschlechtsteil daher als unpassend, störend und unästhetisch und somit als körperlich entstellend. Ich bin zwar rechtlich und psychisch als Frau angekommen, aber körperlich noch nicht ganz.

Um mein Leben als Frau vollumfänglich leben zu können und als Frau uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, bedarf es der Anpassung meines äußeren Erscheinungsbildes an das einer Frau durch die geschlechtsangleichende OP.

Ich habe mich entschlossen mich in der Uni Essen zu melden. Dort wird diese Operation bereits seit einigen Jahren mit guten Erfolgen durchgeführt.

Ich habe bereits einen Termin im November zu einem Vorgespräch an der Uni Essen ausgemacht. Für die weitere Terminvereinbarung (Voruntersuchungen etc.) wäre die Kostenübernahme durch Sie nötig. Ich würde diese Maßnahme gerne nächstes Jahr durchführen lassen. Der Zeitpunkt richtet sich nach der Wartezeit der Uni Essen auf einen solchen OP-Termin.

Ich bitte um die Kostenübernahme zur geschlechtsangleichenden Operation, da ich alle Voraussetzungen mitbringe (gesicherte Diagnose, s. Gutachten/Befunde etc.) und meine psychische Gesundheit unter dem körperlich nicht eindeutigem Erscheinungsbild leidet.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Mühe und hoffe auf einen positiven Bescheid.

Mit freundlichen Grüßen

Anlagen:

-) Beschluss Amtsgericht Düsseldorf
-) Gutachten
-) Gutachten
-) Befunde der Therapeutinnen
-) Befund Neurologe
-) Befund Gynäkologin
-) Befund Endokrinologe
-) Transsexueller Lebenslauf
-) Chronik meines transidenten Lebens
-) Flyer des Gendertreff – Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte.

Jetzt heißt es warten und in der Zwischenzeit einen Termin bei der Gynäkologin und beim Endokrinologen wahrnehmen. Ein Termin zu einem Vorgespräch in der Uni Essen konnte auch bereits telefonisch im November gefunden werden. Zusätzlich zu der Überweisung der Gynäkologin und der mittlerweile üblichen Unterlagen, wäre eine schriftliche Zusage der Krankenkasse zur Kostenübernahme, hilfreich.

Ende September habe ich einen Routinetermin bei meiner Gynäkologin wahrgenommen und auch über den November Termin in der Uni Essen gesprochen. Leider kann Sie nur mit der Kostenübernahme der Krankenkasse die nötige Überweisung ausstellen. Sie hat zwar heute mit meiner Krankenkasse gesprochen, aber die kann nach ca. 10 Tagen noch keine Aussage treffen.
So heißt es warten und hoffen, dass ein positiver Bescheid bis Mitte November eintrifft, sonst muss ich leider diesen ersten Termin bei der Uni Essen verschieben.

Die Krankenkasse hat sich nun im Oktober gemeldet. Nein, keine Zustimmung und auch keine Ablehnung, nur ein kurzer Zwischenbericht:
„…… Sie möchten, dass wir die Kosten für eine geschlechtsangleichende Maßnahme übernehmen. gerne prüfen wir Ihren Wunsch.
Ihre Unterlagen haben wir an unseren medizinischen Beratungsdienst (MDK) weitergeleitet. Über das Ergebnis werden wir Sie informieren. ……“

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Katjas Jahresende 2012

Katja fasst das Jahr 2012 aus ihrer Sicht zusammen:

Hallo Zusammen,

seit Sommer 2012 ist in mir einiges passiert, nach dem Beitrag „1&1 der Hormone“
und einem Schuss vor den Bug.

Ich sehe im Spiegel, wie ich mich verändere. Endlich kann ich mich im Spiegel sehen und lachen und sehe, dass sich meine Seele endlich befreit fühlt.

Zum Ende des Jahres 2012 habe ich mich entschieden, auch im Beruf als Frau zu leben. Ich will endlich ganz Frau sein, die im Alltag ihre Frau steht.

Im Laufe des zu Ende gehenden Jahres bereitete ich mich auch mit der Therapeutin auf die Unterrichtung des Arbeitgebers vor. Anfang Dezember 2012 hab ich meinen Mut zusammen genommen und ein weiteres Gespräch mit dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung geführt, gleichzeitig hatte ich auch das Anschreiben an die komplette Belegschaft fertig gemacht und auf einem USB-Stick mitgebracht. Ich hatte den Termin am 19.12.2012 ins Auge gefasst um die Belegschaft multimedial und in Briefform zu informieren. Da es das Weihnachtsfest war und ein großer Teil der Belegschaft frei hatte, entschloss ich mich genau diesen Zeitpunkt auszusuchen.

Das Jahr 2012 war zu Ende und wir hatten im Gendertreff eine berauschende Silvesterfete. Ohne ein Ziel und ohne eine neue Hürde bin ich ins neue Jahr gestartet.

Es kam der 02.01.2013. Ein Tag den ich nie vergessen werde. Ich machte mich fertig, zog meine Arbeitskleidung an und fuhr zur Firma. Ja das war eine Fahrt! Je näher ich kam desto mehr Herzklopfen bekam ich.

Als erstes bin ich nicht im Personaleingang sondern im Haupteingang rein gegangen. Die Dame am Empfang kenne ich seit über zehn Jahren, aber ich sollte mich anmelden. Erst als ich zu ihr sagte, dass ich es bin, war sie sehr erstaunt und machte mir ein Kompliment, was mir sehr gut tat. Weiter ging es zur Geschäftsabteilung wo ich mich auch zeigte. Sie wünschten mir viel Erfolg und Glück für die weitere Zusammenarbeit. Trotzdem wurde mein Herzklopfen immer stärker kurz vorm Eingang des Arbeitsplatzes.

Ich sammelte mich und atmete kurz durch und wie es so ist bin ich in die Halle gegangen.
Es war nicht viel los nach dem Jahreswechsel, so dass ich zum Büro des Lagers ging und meine Kollegen begrüßte. Es war schon ein mulmiges Gefühl, aber sie sagten, dass ich gut aussehe. Meine Anspannung war auf einmal wie weggeblasen und es ging zum Tagesgeschäft über.

Ja einige Leute geben sich Mühe und sprechen mich mit dem weiblichen Namen an und einige mit dem männlichen. Ich habe ihnen zu verstehen gegeben, dass es noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird und ein Anfang gemacht ist. In letzter Zeit sind sehr schöne Arbeitstage ins Land gegangen und auch eine schöne Normalität für mich.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so leicht ist und noch einige Jahre bis zum Ende des Arbeitslebens so weiter geht. Ich fühle mich wohl und könnte die ganze Welt umarmen.

Viele Grüße
Katja

INHALTSVERZEICHNIS

Und meine Seele lächelt

Transsexualität und Spiritualität – Mein Weg zu einem authentischen Selbst.

„Ich heiße nicht mehr Christoph, sondern Christina. Ich bin diesen Wandlungsweg als Theologin gegangen, ganz bewusst, unter dem leuchtenden Angesicht Gottes.“

Sie ist Pfarrerin und Spiritualin. Sie wurde 1962 als Mann geboren. Sie – damals noch er – studierte evangelische Theologie in Bochum und Bonn und arbeitete als Gemeindepfarrer in Westfalen.

2008 stellte sie sich ihrer Transsexualität und ist den Wandlungsweg vom Mann zur Frau gegangen. Als Grenzgängerin zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen Kirchenreligion und Mystik, Fülle und Leere, innen und außen beschreibt sie ihren Weg der körperlichen und spirituellen Transformation zu einem gottgewollten authentischen Selbst.

Mit diesem Buch möchte die Autorin ermutigen, der inneren Stimme zu folgen, loszulassen und zu vertrauen, um das eigene Leben, das Gott in uns hineingelegt hat, in seiner Tiefe zu entdecken, anzunehmen und auch zu lieben.

Auszug aus dem Buch:

…. oder einfach Transvestismus, die Neigung, Kleidung des anderen Geschlechts zu tragen. Es gibt sogar so etwas wie „Autogynaikophilie“, das Verliebtsein in die eigene Weiblichkeit, narzisstische Störungen und noch manches mehr. Ich kann nur allen Menschen mit solchen geschlechtlichen Identitätsirritationen raten, niemals zu schnell Entscheidungen zu treffen, sondern behutsam und gründlich hinzusehen und sehen zu lassen. Wie gut es ist, dass für die juristische Anerkennung der Transsexualität mehrere voneinander unabhängige psychologisch-psychiatrische Gutachten erforderlich sind! Auch wenn es den meisten viel zu lange dauert. ….

Christina Bergmann; Pomaska-Brand Verlag; Originalausgabe 2011; ISBN 978-3-935937-87-0

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Der Soldat der zur Frau wurde….

Reportage, GB 2008, über einen Fallschirmjäger, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzog.

Ja, ist doch klar. Sie hat irgendwann gemerkt, dass irgendwas an ihr anders ist. Dass sie sich nicht wie ein Mann fühlt sondern eine Frau ist, aber äußerlich männlich. Das verwirrt dich natürlich. Und dann versuchst du dazu zugehören und auf gar keinen Fall aufzufallen. Sie hat versucht besonders männlich zu sein, damit es nicht auffällt, dass sie gar kein Mann ist……….

>> Gesendet im Februar 2013 in RTL2

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Kleine Revolution für Intersexuelle

Quelle: Monika Lazar, MdB

Kategorie: PM Bund

Pressemitteilung, 01.02.2013

Der Deutsche Bundestag hat gestern Nacht eine Änderung des Personenstandrechtes beschlossen. Dabei wird es ermöglicht, bei intersexuellen Kindern auf einen Geschlechtseintrag zu verzichten. Dazu erklären Monika Lazar, frauenpolitische Sprecherin sowie Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher:

Es ist eine kleine Revolution. Endlich wird offiziell im Personenstandrecht die Existenz intersexueller Menschen anerkannt. Damit setzt der Bundestag eine Forderung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen um. Mit der Änderung wird der Druck von Eltern und Ärzten genommen, unmittelbar nach der Geburt eines Kindes dessen Geschlecht festzulegen.  Das Recht wird nun erstmalig geschlechtliche Unbestimmtheit zulassen.

Leider konnte sich die Koalition nicht durchringen, dringend notwendige weitere Schritte anzugehen: das Verbot von prophylaktischen, geschlechtsangleichenden Operationen, eine bessere Unterstützung von intersexuellen Kindern und ihren Eltern, eine Fristenverlängerung bei der Aufbewahrungsfrist von Krankenakten. Diese Forderungen wurden auch vom Deutschen Ethikrat erhoben. Die grüne Bundestagsfraktion wird weiterhin an der Durchsetzung der Grundrechte intersexueller Menschen arbeiten.

Mit dem beschlossenen Gesetz wird im § 22 Personenstandsgesetz ein neuer Absatz 3 eingeführt, wonach bei Geburt eines Kindes, das „weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden“ kann, der „Personenstandsfall ohne Angabe zum Geschlecht in das Geburtenregister einzutragen“ ist.

 

Kinder ohne Geschlecht

Ein Pfarrer, der zur Frau wird

Quelle: www.geo-wissen.de

Heft Nr. 50 (2012)

Von Constanze Kindel (Text) und Daniel Rosenthal (Fotos)

Er wartete ein halbes Leben, bis er das umsetzte, was er immer schon gefühlt hatte: als Frau zu leben. Und so wurde aus dem Pfarrer Christoph B., verheiratet, zwei Kinder, die Pfarrerin Christina B.

Die Geschichte einer Wandlung ….

>> Magazin Nr. 50 (2012)

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Unbedingt Beipackzettel lesen

Medikamentenchaos aus Ute`s Sicht:

Bitte lest euch den Beipackzettel von Medikamenten immer gut durch, besonders, wenn ihr euer Medikament von einem anderen Arzneimittelhersteller bekommt.

Hintergrund:
Xenia wurden die gleichen Tabletten, in der gleichen Stärke, von dem gleichen Arzneimittelhersteller vom Endokrinologen aufgeschrieben. Ich habe für Xenia das Rezept über die Hormone bei der Apotheke einlösen wollen. Mit der Aussage, dass unsere Krankenkasse einen Rabattvertrag mit einem anderen Arzneimittelhersteller geschlossen hat und der Apotheker verpflichtet ist, dieses Medikament abzugeben, wurden diese „anderen“ Tabletten bestellt. Ich bekam noch den Hinweis, dass es sich bei dem Medikament des anderen Arzneimittelherstellers auch um Estradiol 2 mg handeln würde. 2 Tage später habe ich die zwei Packungen Estradiol abgeholt. Die Packungen sahen natürlich anders aus, allerdings stand auf der Packung, dass es sich um Estradiol 2 mg handeln würde. Als Arzthelferin bin ich es eigentlich gewohnt, dass wenn dort 2 mg drauf steht, auch 2 mg des Wirkstoffes in der Tablette drin ist.

Zu Hause sah Xenia die Packung und sagt: „Ich habe aber immer andere Tabletten bekommen, das sind andere Packungen und meine alten Tabletten waren immer blau. Hoffentlich ist das richtig so, und hoffentlich vertrage ich sie!“. Diese Sätze kenne ich von den Patienten aus der beruflichen Praxis. Um dem Patienten deutlich zu machen, dass es sich um das gleiche Medikament nur von einer anderen Arzneimittelhersteller handelt, vergleiche ich mit dem Patienten den Beipackzettel. Ich hole also siegessicher den Beipackzettel aus der Packung um Xenia zu zeigen, dass die Tabletten, obwohl sie anderes aussehen und auch anders verpackt sind, tatsächlich jedoch 2 mg Estradiol enthalten. Das ist ja, wenn keine Unverträglichkeiten auf die so genannten Zusatzstoffe bekannt sind, auch das entscheidende Kriterium für ein Medikament. Gleicher Wirkstoff in der gleichen Dosis.

Ich habe also die Wirkstoffangaben gesucht und … ganz schön blöd gestaunt. Es handelte sich nicht um Estradiol, sondern um ein Estradiolderivat, das 1,56 mg reinem Estradiol entsprach. Dies hätte jedoch faktisch eine Tagesdosisminderung um ¼ bedeutet. Auf der Packung stand aber Estradiol 2 mg.

Wir gingen zurück zur Apotheke und reklamierten das Medikament. Der Apotheker schaute auch zunächst in die Wirkstoffliste und musste uns dann Recht geben, dass bei dem ausgehändigten Medikament die Dosierung nicht 2 mg Estradiol entspricht. Er empfand die Aufschrift der Verpackung als irritierend, da sie eine Dosis vorgibt, die aber nicht der tatsächlichen Dosis entspricht. Er hat es dann aufgrund der Dosisabweichung durch das aufgeschriebene Medikament getauscht.

Die Tatsache, dass das Medikament von einem anderen Arzneimittelhersteller ist, wäre völlig egal gewesen, wenn es sich tatsächlich um Estradiol in der Stärke 2 mg gehandelt hätte. Erst durch das Lesen des Beipackzettels sind wir auf den tatsächlich enthaltenen Wirkstoff und die Dosierung gestoßen. Also, immer erst den Beipackzettel lesen.

Wenn man möchte, dass man auch genau das aufgeschriebene Medikament in der Apotheke bekommt, muss der Arzt ein Kreuzchen in dem Kästchen links vor dem Medikament machen, das mit aut idem (=oder das Gleiche) bezeichnet ist. Nur mit diesem Kreuzchen darf der Apotheker das aufgeschriebene Medikament unabhängig von dem Rabattvertrag der Krankenkasse abgeben. Da das Kreuzchen fehlte, bekam Xenia das Medikament aus dem Rabattvertrag. Die Krankenkasse hat sich wahrscheinlich von der Aufschrift „Estradiol 2 mg“ verleiten lassen zu glauben, dass es sich tatsächlich um ein Medikament mit 2 mg reinem Estradiol handelt. Ob dies so ist, hat wohl niemand geprüft. Hauptsache es ist preiswert.

Ute

Kleines 1×1 der Hormone