Kleine Lösung – Große Lösung

… bei der geschlechtsangleichenden Operation von Mann zu Frau.

Jede transidente Person ist so zu akzeptieren und zu tolerieren, wie sie ist, egal ob mit GaOP oder ohne. Es darf keine Ausgrenzung geben, da jede Person für sich selbst entscheiden muss, wie sie leben möchte und welche Lösung für sie die Beste ist.

Auch bei der GaOP gibt es zwei verschiedene Lösungen, nämlich die kleine und die große Lösung. Das darf nicht dazu führen, dass die Person als unvollständige Frau betrachtet wird. Eine Transfrau, die zum Beispiel in einer festen Beziehung mit einer Frau lebt und dies auch nicht ändern möchte, kann für sich entscheiden, die kleine Lösung (Vagenoid) zu wählen. Diese so genannte kleine Lösung birgt wesentlich weniger Gefahren und Probleme, aber dazu später.

Was bedeutet nun eigentlich die kleine oder große Lösung?

Bei der großen Lösung werden nicht nur die äußeren Geschlechtsmerkmale aus dem Penis und dem Hodensack gebildet, sondern auch eine ca. 20 cm tiefe Neo-Vagina. Das bedeutet bei dem wesentlich engeren männlichen Becken, dass man millimetergenau zwischen Enddarm und Harnröhre einen „Kanal“ in den Beckenboden bilden muss. Dabei kann es zu Verletzungen des Darms und der Harnröhre kommen. Die Verletzungen der Harnröhre heilen meist problemlos ab, aber beim Darm kann es zu gravierenden Verletzungen kommen (ggf. künstlicher Darmausgang). Die Operation dauert 6-8 Std.

Bei der kleinen Lösung werden wie bei der großen Lösung die äußeren Geschlechtsmerkmale aus dem Penis und dem Hodensack gebildet, nur wird keine tiefe Scheide in den Beckenboden gebildet. Lediglich 1-2 cm (Vagenoid) muss in die Tiefe angelegt werden. Die OP ist unblutiger und dauert zur Zeit ca. 3-4 Std.

Nach der OP kommt es wegen der kleineren Fläche die anwachsen muss seltener zu Problemen. Auch kann auf einen Platzhalter verzichtet werden. Natürlich nimmt man diese „Strapazen“ in Kauf, wenn man z.B. eine Beziehung zu einem Mann sucht und auch mit einem Mann Geschlechtsverkehr haben möchte. Auch sind die Schmerzen nach der großen OP heftiger und der Heilungsprozess ist langwieriger (längerer Arbeitsausfall etc.).

Die Nachsorge nach der OP ist bei der Neo-Vagina aufwendiger. Sie muss täglich gespült werden und ständig durch einen Platzhalter (Dildo) gedehnt werden (bougieren). Was aber, wenn man bereits älter ist und /oder genau weiß, dass man gar keinen Geschlechtsverkehr mit einem Mann haben will? In diesem Fall sollte man sich überlegen, ob es tatsächlich die große Lösung sein muss.

Für Personen, die weiterhin mit einer Frau in einer festen Lebensgemeinschaft bleiben und/oder überhaupt eine lesbische Partnerschaft anstreben, ist die kleine Lösung ein guter Kompromiss. Es ist schon eine Überlegung wert, ob man das höhere OP-Risiko, den langwierigeren Heilungsprozess und den größeren Nachsorgeaufwand zwingend in Kauf nehmen muss.

Leider ist die Beratung der Ärzte in Hinblick auf das Vagenoid noch sehr mangelhaft und es wird immer von einer Komplettoperation gesprochen. Es ist wichtig, auch einmal an diese Möglichkeit zu denken, um wählen zu können, was für einen jeden der individuell richtige Weg ist.

Es darf allerdings nicht verschwiegen werden, dass die Kosten für einen Scheidenaufbau später nach einer kleinen Lösung nur noch sehr schwer von der Krankenkasse genehmigt werden. Auch ist ein späterer Scheidenaufbau medizinisch laut Aussage von Ärzten nur noch schwer umsetzbar. Es ist wichtig, sich zu entscheiden und mit den Ärzten zu sprechen. Allerdings werden auch die Operationsmethoden immer besser.

Egal, wie die Entscheidung ausfällt, sie ist zu akzeptieren!

***

Bei dieser Tabelle handelt es sich um Zirka-Werte und ist abhängig von dem Krankenhaus, der Wundheilung und jedem Einzelnen:

. Kleine Lösung Große Lösung
Operationsdauer 3-4 Stunden 6-8 Stunden
Krankenhausaufenthalt ca. 2 Wochen ca. 2-3 Wochen
Arbeitsunfähig (Insgesamt) ca. 6 Wochen ca. 6-8 Wochen

 

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Kinder ohne Geschlecht

Quelle: KStA.de/Politik

Intersexualität

Demnächst gibt es in Deutschland ein noch nicht benanntes drittes Geschlecht: Bei Kindern mit uneindeutigen Geschlechtsorganen muss ins Geburtenregister künftig kein Geschlecht mehr eingetragen werden. Von Christian Rath

Ab dem 1. November 2013 lautet der neu eingefügte § 22 Abs. 3 PStG: Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen.

Berlin
Ab dem 1. November gibt es in Deutschland ein noch nicht benanntes drittes Geschlecht, neben Männern und Frauen. Das ist die Folge einer Änderung des Personenstandsgesetzes,…..Mehr lesen.

 

>> Quelle: Intersexualität – Kinder ohne Geschlecht

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Kleine Revolution für Intersexuelle

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Im verschneiten Berlin 2013

Sieben Mädels auf den Spuren deutscher Geschichte

Erlebt und geschrieben von Gitta

Einige haben ihn doch schon vermisst, unseren Reporter Günni, denn lange hat man nichts mehr von ihm gelesen. Nun, er hat inzwischen eine neue Aufgabe gefunden und versucht sich als Politik-Journalist in der Hauptstadt Berlin.
So war er auch an diesem eiskalten 22. Februar nach einem Urlaub in seiner Heimat wieder einmal auf dem Weg zu seiner neuen Wirkungsstätte. Es war schlechtes Wetter vorhergesagt, Schneestürme und Eisglätte, so fuhr er dieses Mal mit dem Zug nach Berlin. Die Fahrkarte war gekauft, der Sitzplatz reserviert und so wurde es eine entspannte Fahrt…
… bis die Bahn den Hauptbahnhof in Düsseldorf erreichte. Günni traute seinen Augen nicht, als er aus dem Fenster sah. Dort standen mit schwerem Gepäck einige ihm doch sehr bekannte Menschen. Ja, tatsächlich, es waren Xenia, Ute, Rita, Kirsten, Ava, Marina und natürlich die Schlimmste von allen: dat Gitta und diese sieben stürmten auch noch sein Abteil, denn auch sie hatten reservierte Plätze.
„Na, das konnte ja heiter werden“, dachte sich Günni, als er auf den Schildchen über den Sitzen den Zielort „Berlin“ lesen konnte. Aber was jetzt kam, übertraf seine schlimmsten Vermutungen: Nachdem das Gepäck verstaut war, sich endlich alle hingesetzt hatten und die Bahn sich wieder in Bewegung setzte, kam schon wieder Unruhe in die Gruppe. Wie konnte es auch anders sein, denn jetzt packten sie ihre mitgebrachten Taschen aus. Jede Menge belegte Brötchen, kiloweise Süßigkeiten, Sektgläser und auch noch 3 Flaschen Sekt.

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 03, 04, 05, 06 u. 07-2013

Zwischenzeitlich habe ich im März meine Steuererklärung ausgefüllt und abgeschickt. Im Formular habe ich Ehemann durch Ehefrau ersetzt und habe u.a. meine Kosten für die Personenstandsänderung und die Epilation angegeben.

Im April dann ist der Bescheid eingetrudelt und sieht folgendermaßen aus:

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Dieses süße Mädchen (6) ist ein Junge

Quelle: Bild.de

25.06.2013 – 16:05 Uhr
Denver (USA) – Es klingt zunächst banal, wofür die Eltern von Coy Mathis (6) seit Monaten kämpfen und nun vor Gericht Recht bekamen:
Der Ex-Marine Jeremy Mathis und sein Frau Kathryn wollten, dass ihre Tochter in der Schule auf die Mädchentoilette darf. Die Schulleitung hatte es der Erstklässlerin untersagt – weil sie ein Junge ist.

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>> Bild.de

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Gestatten, Herr Professorin!

Uni Leipzig macht Männer zu Frauen.

Quelle: www.express.de
Von NASTASIA SCHIWEG

Leipzig: In Leipzig sind jetzt alle gleich, nämlich Frauen. Professoren gibt’s nicht mehr, nur noch Professorinnen, gemeint bleiben damit natürlich auch noch die männlichen Akademiker, die jedoch nur noch in einer Fußnote erwähnt werden.

Ein großes Ärgernis waren die Schrägstriche, in denen die Dozenten/innen gleichberechtigt erwähnt werden mussten. Die Lesbarkeit sollte verbessert werden, und dank des Rektorats…

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>> Bericht in express.de

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Der erste Termin beim Endokrinologen.

Marinas Bericht ihres ersten Endokrinologentermins:

Nachdem bei mir alle Rahmenbedingungen, die ich mir mal gesetzt hatte endlich erfüllt sind, konnte ich den nächsten Schritt auf meiner Reise zur Frau angehen.

All die Probleme, sowohl mit meiner Familie als auch mit meiner Arbeit sind ja nun gelöst bzw. geregelt. Also sprach ich bei der vorletzten Therapiesitzung meine Therapeutin auf angleichende Maßnahmen, sprich die Hormontherapie an.

Im Vorfeld hatte ich mich bei den verschiedenen Endokrinologen in NRW nach den momentanen Wartezeiten erkundigt. Diese waren alle im Bereich von 6-9 Monaten.

Da es mir gut, sogar sehr gut geht, meinte meine Therapeutin, ich könne mir ja jetzt schon einmal einen konkreten Termin einholen. Also habe ich wieder alle Endokrinologen in NRW abtelefoniert. Der Arzt in Mönchengladbach hatte einen Termin im September für mich, die Ärzte in Düsseldorf und Krefeld jeweils im August, die Ärztin in Duisburg im Juli. Dann rief ich in Essen an, dort sagte man mir 23.05.2013 um 11:15 Uhr. Diesen Termin habe ich natürlich mit Kusshand genommen.

Die Zeit verging… am 17.05, hatte ich wieder eine Therapiesitzung. Bei dieser Sitzung hat mir meine Therapeutin einen Arztbrief (die sogenannte Indikation) und eine Überweisung zum Endokrinologen ausgestellt. Am Vorabend des 23.05. habe ich zusätzlich eine Medikamentenliste erstellt. Aber nicht mit den Handelsnamen der Medikamente, sondern mit deren Wirkstoff und Dosierung. Da noch Platz war auf der Liste, habe ich darunter noch alle meine bekannten Vorerkrankungen und OPs aufgeführt.

Am 23.05. war es nun so weit. Ich fuhr nach Essen, parkte in einem Parkhaus in der Innenstadt und lief die paar Meter bis zu dem Gebäude. Es ist eine riesige Baustelle. Ich hatte schon Angst, dass sich die Praxis gar nicht mehr dort befindet, denn es sah nicht gerade danach aus, als ob das Gebäude noch bewohnt ist. Also rief ich vorsichtshalber die mir bekannte Nummer an. Die Assistentin am Telefon versicherte mir jedoch, dass sich die Praxis durchaus noch im 6. Stock befindet. Um da hin zu kommen musste ich jedoch einmal um das Gebäude herum laufen, bis zu einer Lücke im Bauzaun, die den Zugang zum Fahrstuhl bildet. Ab in den 6. Stock und angemeldet.

Ich gab also meine Papiere ab, füllte einen Fragebogen aus und begab mich dann in den Wartebereich. Das eigentliche Wartezimmer war wegen der Umbauarbeiten derzeit unbenutzbar.

Man hatte mich im Vorfeld gewarnt, dass dieser Arzt mitunter schwierig sein soll. Deshalb war ich schon ein bisschen nervös, als ich da so gewartet habe. Aber nicht nur deshalb, sondern auch, weil es ein wichtiger aber auch einschneidender Schritt in meinem Leben ist. Ich habe mir eigentlich immer Kinder gewünscht. Wirken die Hormone erst einmal voll, dann ist es damit ein für alle Mal vorbei. Andererseits denke ich, dass ich mit meinen über 40 Jahren dafür schon zu alt bin. Würde jetzt ein Kind geboren, dann würde ich in Rente gehen, wenn es mal das Haus endgültig verlässt. So schwer es auch ist, der Zug ist für mich abgefahren. Aber vielleicht habe ich ja eines Tages noch Neffen oder Nichten durch meinen jüngeren Bruder, die ich dann hoffentlich verwöhnen kann.

Um 12:30 Uhr wurde ich aufgerufen. Stilecht mit Frau H., auch wenn auf meiner Krankenkassenkarte noch immer Herr H. steht.

Der Arzt fragte mich, weswegen ich denn zu ihm gekommen bin, was ich mit meiner Transidentität beantwortete. Dann las er sich den Arztbrief durch und schaute sich die Überweisung und meine Medikamentenliste an. Er sagte mir, dass ich mich da ja gründlich vorbereitet habe, denn viele andere kämen ganz ohne bzw. mit unvollständigen Unterlagen.

Er fragte mich, wann das Ganze mit der Transidentität denn so bei mir angefangen hat, und wie sich das im Laufe der Jahre entwickelt hat. Also gab ich eine Kurzfassung meines Lebenslaufs zum Besten. Noch besser wäre es vielleicht gewesen, wenn ich auch das schriftlich gemacht hätte, aber meine Erzählung war wohl auch so ausreichend. Er machte sich viele Notizen dabei.

Dann ging er meine Liste der Medikamente und Vorerkrankungen durch. Die Medikamente und deren Dosierung sind wohl soweit OK. Er machte dabei Markierungen auf dem Laufzettel fürs Labor.

Dann begann er mit einem kurzen Vortrag über die Hormontherapie. Es gibt wohl eine sehr wenig abgesicherte Studie der american society of endocrinology in der folgende Dosierungsempfehlungen gegeben werden: 4-10 mg Estradiol und 50-100 mg Cyproteronacetat. Die erste Zahl (4-10 mg Estradiol) erschien mir durchaus als gut und glaubwürdig, aber als er die Cyproteronacetat-Dosierung (auch bekannt als Androcur) nannte, da konnte ich mir einen spontanen Ausruf des negativen Erstaunens nicht verkneifen. In etwa so, als hätte ich gerade eine Faust in den Magen bekommen. Letztlich ist das auch sinngemäß so, denn 50-100 mg ist eine wirklich sehr extreme, viel zu hohe Dosierung. Meine Reaktion fand er aber gut und meinte: „Das war die richtige Reaktion.“

Im weiteren Gespräch habe ich dem Arzt gesagt, dass ich mich schon vor längerer Zeit dazu entschlossen habe, gar keine Blocker zu nehmen. Auch diese Entscheidung fand er gut.

Er sagte mir dann, dass er mir für den Anfang 4 mg Östrogen verschreibt. Ich soll jedoch darauf achten, ob sich Anzeichen von Thrombosen zeigen. Wenn ja, dann soll ich sofort zum Hausarzt gehen. Als nächstes schaute er sich meine Brust an und stellte fest, dass ich (neben der Fettbrust) durchaus schon ein wenig Brustgewebe habe.

Wegen der Thrombosegefahr schaute er sich noch meine Beine an, aber außer ein paar kleinen Besenreißern habe ich keine Krampfadern. Jedoch weiß ich, dass Krampfadern bei mir in der Familie häufig auftreten, also muss ich vorsichtig sein.

Zuletzt schaute er sich noch meine Hoden an, um deren Größe zu bestimmen und ich musste meine Perücke ablegen, da er sich noch den Haarwuchs ansehen wollte. Nachdem ich mich wieder angezogen hatte verabschiedete sich der Arzt von mir und ich wurde zum Wartebereich des Labors geführt.

Nach ein paar Minuten wurde ich hinein gerufen. Die Assistentin nahm mir 4 größere Spritzen Blut ab. Dann legte sie das Blanko-Rezept in den Drucker ein und druckte mir mein erstes Rezept über 100 Stück Estradiolvalerat 2mg, von denen ich jeweils morgens und abends eine nehmen soll. Dann bekam ich noch einen weiteren Termin Ende September, und schon konnte ich gehen.

Von einem „schwierigen“ Arzt konnte ich nichts feststellen. Im Gegenteil, unser Termin und die Gespräche waren sehr angenehm für mich. Das lag aber sicherlich auch daran, dass ich von vorne herein klar gemacht habe, dass ich mich mit dem Thema Hormone schon im Vorfeld lange und intensiv beschäftigt habe und auch, dass ich mich entsprechend auf den Termin vorbereitet hatte.

Bei Estradiolvalerat handelt es sich nicht um reines Östrogen, sondern um den Valeriansäureester des Östrogen. Durch die zusätzliche Valeriansäure Gruppe wird das Östrogen einerseits leichter vom Körper aufgenommen, andererseits erreicht man damit einen gleichmäßigeren Hormonspiegel, weil diese Gruppe erst durch Enzyme abgespalten werden muss. Durch diese Seitengruppe entsprechen 4 mg Estradiolvalerat aber „nur“ 3,06 mg reinem Estradiol. Ich will mich aber gar nicht beschweren. Die meisten anderen haben mit 2 mg reinem Estradiol angefangen. Ich bin etwas kräftiger gebaut, von daher denke ich, dass diese effektiven 3 mg genau richtig sind für mich.

Heute ist nun der 5. Tag, an dem ich Hormone nehme. Spüre ich schon etwas? Und ob! Meine Brustwarzen sind erheblich berührungsempfindlicher geworden und ab und zu kribbelt und juckt es ein bisschen in diesem Bereich.

Ich freue mich schon auf die Wirkungen, die da noch kommen werden.

Alles in allem war es ein bedeutungsvoller und wichtiger Tag in meinem Leben. Und der verlief deshalb so gut weil ich einerseits mich gut vorbereitet, andererseits aber auch keinen Zweifel an meinem Willen gezeigt habe.

Allen Neuen noch ein paar Worte der Warnung: Die Hormonbehandlung kann niemals am Anfang des persönlichen Weges liegen (siehe hier). Bevor man damit anfängt kann ich nur dazu raten zuerst seine ganzen anderen Probleme in den Griff zu bekommen. Also sich selbst, die Familie, Freunde und die Arbeitsstelle. Diese 4 Komponenten muss man unbedingt mit auf die Reise nehmen. Und das braucht einfach seine Zeit. Bei mir hat das insgesamt 3½ Jahre gedauert. Und das war schon eine ziemlich schnelle Reise, so im Vergleich zu manch anderer, die ich kenne. Auf der anderen Seite mögen einem 3½ Jahre lang vorkommen, aber ich habe diese Zeit einfach gebraucht um mit mir und meinem Umfeld ins Reine zu kommen. Und deshalb war diese Zeit genau die richtige für mich.

Und so muss jede von uns, die den Weg bis hier oder noch weiter gehen will ihre eigene Geschwindigkeit finden. Mein Rat: Lasst euch Zeit…. es kommt nicht auf ein paar Monate oder sogar Jahre an. Es zählt letztlich nur eines: Glücklich und zufrieden zu sein.

Liebe Grüße
Marina

>> Ablaufplan

Kleines 1×1 der Hormone

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Der Gendertreff beim CSD Düsseldorf 2013

Düsseldorf, 17.05.2013 „Generations of Love“ – so lautet das Motto des diesjährigen CSD Düsseldorf. Auch der Gendertreff ist zum 10-jährigen Jubiläum des CSD mit einem Stand (Sa. und So.) und auf der Parade am Sonntag vertreten. Das Rahmenprogramm am Freitag beginnt mit einer Podiumsdiskussion über das Thema „Transidentität an der Deborah vom LSVD, sowie Ava und Xenia vom Gendertreff teilnehmen.

Für Transgender stellt das Thema Liebe und Partnerschaft häufig ein Konfliktpotential dar: Ist beispielsweise ein Mann-zu-Frau-Transgender ein heterosexueller Mann mit einer weiblichen Psyche oder eine lesbische Frau in einem Männerkörper? Begriffe wie „Homosexualität“ oder „Heterosexualität“ beziehen sich demnach auf ein bipolares Geschlechtsmodell, das für transidente Menschen gar nicht zutrifft. Auch die Akzeptanz der Transidentität in der Partnerschaft wirft mitunter Probleme auf.

Der Begriff „Transgender“ bezeichnet Menschen, deren körperliches Geschlecht nicht bzw. nicht vollständig mit ihrem gefühlten Geschlecht übereinstimmt. Die Transgender-Eigenschaft ist unabhängig von der sexuellen Orientierung. Die meisten Transgender sind heterosexuell.

Die Transgender-Eigenschaft ist nicht einfach nur „ein Hobby“. Viele Transgender möchten sich dem Wunschgeschlecht so weit wie möglich annähern. Der Gesetzgeber hat erkannt, dass dies vielfach Probleme mit sich bringt. Die „Transition“ genannte Angleichung an das Wunschgeschlecht ist deshalb im Transsexuellen Gesetz (TSG) geregelt.

Ziel des Gendertreff ist die Hilfestellung für Transgender, Angehörige und Interessierte sowie die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter http://www.gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen. Darüber hinaus wird mit den Selbsthilfegruppen Gendertreff Rheinland in Düsseldorf und Brauhaustreff Opladen in Leverkusen ein Angebot zum persönlichen Austausch bereitgestellt.

Gruß
Gendertreff

CSD-Düsseldorf 2012

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Alltag…

Marina beschreibt ihren Alltag:

Alltag, das beschreibt es am besten. Alltag ist das was ich erreicht habe. Marina ist Alltag geworden. Es ist das was ich immer haben wollte und jetzt, da ich es habe fühlt es sich doch irgendwie komisch an. Dieses Gefühl etwas Besonderes zu tun, etwas Besonderes zu sein ist weg. Dafür hat sich ein anderes Gefühl breit gemacht. Ein Gefühl von tiefer innerer Zufriedenheit. Eine Zufriedenheit, die ich so noch niemals zuvor erlebt habe.

Aber Alltag bedeutet nicht, dass ich nichts Neues mehr erlebe. Und davon möchte ich jetzt berichten:

In den letzten drei Wochen war ich mehrmals wieder im Außendienst, um die Kunden an meine Kollegen zu übergeben. Dabei war ich auch mit Kollegen unterwegs, mit denen ich schon lange vorher zusammen gearbeitet habe. Diese Kollegen sagten mir beide sinngemäß, dass sie mich noch niemals zuvor so ruhig und gelassen erlebt haben. Diese tiefe innere Zufriedenheit strahlt auch nach außen und ist sichtbar für diejenigen, die mich auch anders kannten.

In dieser Woche war ich mit einem Kollegen bei einem großen Kunden in Burghausen in Südost-Bayern, direkt an der Grenze zu Österreich.
Wenn ich jetzt zu Kunden gehe, dann verkleide ich mich nicht mehr als Mann, aber ich binde es auch nicht jedem Kunden direkt auf die Nase. Ich gehe einfach so rein wie ich auch sonst arbeiten gehe. Wenn man mich darauf anspricht, dann erkläre ich gerne was es mit mir auf sich hat, wenn nicht, dann eben nicht.
Dieses Mal kam das Gespräch eher indirekt auf mich, aber egal, ich habe dem Kunden erklärt, dass ich Transgender bin und meinen Alltagstest begonnen habe. Wie immer hatte ich unseren Flyer dabei und bat darum den Erklärungsteil zu lesen. Das hat sehr großes Erstaunen ausgelöst, denn der Kunde hatte das große, bekannte Vorurteil „Transgender sind schwul“. Deshalb verwunderte ihn die Aussage in unserem Flyer:

„Entgegen der vorherrschenden Meinung hat eine Transidentität nichts mit der sexuellen Orientierung der betreffenden Person zu tun. Demzufolge sind die meisten Transgender heterosexuell“

Ich erklärte, dass dieser Irrtum leider weit verbreitet ist, weil er so auch durch die Medien propagiert wird; Stichwort „Olivia Jones“. Aber auch, das ich ein lebendes Beispiel bin, dass dies meistens nicht so ist. Der Kunde sagte mir, dass er das interessant findet und wieder etwas gelernt hat. Er wird sich mal auf unserer Plattform umsehen.

…. Tja, jedes bisschen Öffentlichkeitsarbeit zählt … und „steter Tropfen höhlt den Stein“ sagt der Volksmund. Das ist unser Prinzip: immer weiter machen, die Öffentlichkeit aufzuklären.

An dem Abend war ich alleine, der Kollege ist nach der Arbeit direkt nach Hause gefahren. Zuerst war ich in einem mongolisch/chinesisch/japanischen Restaurant essen. Da gibt es nichts zu berichten, außer, dass ich schon in besseren Restaurants dieser Art war. Das Essen war durchschnittlich, nicht schlecht aber auch nichts Besonderes.

Es war ein schöner milder Abend und ich hatte einfach keine Lust wieder alleine auf dem Hotelzimmer zu sitzen. Ich hatte gelesen, dass in Burghausen gerade Mai-Wiesn ist, also dachte ich mir, ich schau mal. Auf dem Weg dorthin kam ich an der Bar vorbei, in der ich mit dem Kollegen am Abend zuvor ein Bier getrunken habe. Von weitem konnte ich schon das Riesenrad sehen und die Musik schallte herüber. Und so stand ich einen Moment etwas unschlüssig da, denn eigentlich bin ich kein Fan von bierseeliger baiuwarischer Fröhlichkeit. Dann fiel mir ein, dass ich gelesen hatte, dass man besser einen Platz im Festzelt reservieren soll. Das hatte ich natürlich nicht getan, also entschied ich mich nicht zur „Wiesn“ zu gehen sondern hier zu bleiben.

Wie ich da so stehe spricht mich eine Frau an, die dort vor der Bar an einem der Tische sitzt. Sie sagte mir, dass es zur „Wiesn“ da lang geht und zeigte in die Richtung. Ich meinte, dass ich eben auch darüber nachgedacht habe, dorthin zu gehen, aber eigentlich lieber hier bleiben würde. Also suchte ich mir einen Tisch, etwas weiter weg von ihr und versuchte mich zu setzen. Leider passte ich nicht in die aufgestellten Korbstühle mit Armlehne. Da sagte die Frau, dass es ihrem Freund auch immer so gehen würde. Es gäbe aber auch ein paar Stühle ohne Armlehnen. Der nächste derartige Stuhl stand genau am Tisch neben ihr. Ich fragte, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich mich stattdessen eben dort hinsetzen würde, was sie verneinte.

Ich nahm die Getränkekarte und überlegte was ich denn wohl trinken könnte. Die Frau neben mir empfahl mir den Grünen Veltliner Weißwein und dazu eine Karaffe Wasser. Sie hatte genau das auf dem Tisch vor sich stehen. Also eine Weinschorle zum selbst mischen…. Gute Idee. Ich bestellte genau das. Und so kamen wir ins Gespräch. Wir redeten über alles Mögliche, zum Beispiel, dass sie aus Ost-Holstein kommt und schon 17x im Leben umgezogen ist. Ich erzählte ihr auch so dies und das, aber das Thema Transgender kam gar nicht auf. Zwischendurch kam die Kellnerin an unseren Tisch und wir drei Frauen haben angestoßen. Dabei erfuhr ich auch, dass die Frau am Nebentisch Ulrike heißt.

Nach ca. 2 Stunden kam noch ihr Freund dazu, der gerade von der Schicht kam. Und wir drei redeten und redeten und redeten…. Erst nachdem ich zwischendurch einmal zur Toilette gegangen war kam die „berühmte Frage“ auf, nämlich wie lange ich denn schon eine Frau wäre…. OK, also haben sie es doch gemerkt. Ulrike erklärte mir, dass sie mich schon gesehen hatte, wie ich die Straße entlang kam. Und als ich so unschlüssig vor der Bar stand, merkte sie, dass ich etwas Besonderes bin. Sie sagte mir, dass ich für sie von ersten Moment an ein ein Frau war, auch wenn ich ziemlich groß bin und eine zu tiefe Stimme habe. Mein Benehmen, meine Gestik…. alles weiblich. Deshalb hat sie mich angesprochen.

Die Frage nach dem „wie lange denn schon“ kam auf, weil ihr Freund sie gefragt hat, während ich auf Toilette war. Na gut, also erklärte ich, dass ich erst seit knapp 3 Monaten Vollzeit lebe und ich noch keinerlei anpassende Maßnahmen hatte. Dann kam die nächste obligatorische Frage, nämlich auf welche Toilette ich gehe. Selbstverständlich die Damentoilette… Das wollte Ulrikes Freund irgendwie gar nicht verstehen. Wie ich denn auf die Damentoilette gehen könnte ohne GaOP? Für Ulrike und mich war es aber gar keine Frage. Sie betonte noch einmal, dass ich für sie eine Frau bin, und damit ist es wohl klar. Und die dritte unausweichliche Frage ließ nicht lange auf sich warten, nämlich ob ich denn einen Freund hätte. Auch hier musste ich erst einmal Aufklärungsarbeit leisten, genauso wie bei meinem Kunden zuvor. Nämlich das ich das bin, was manchmal in der Fachliteratur als eine männliche Lesbe bezeichnet wird. Auch das konnte Ulrikes Freund irgendwie gar nicht einordnen. Naja, egal, wir haben uns trotzdem noch weiter unterhalten bis die Bar zu gemacht hat. Das war dann um 1 Uhr morgens. Ulrike und ich haben noch Adressen und Telefonnummern ausgetauscht und uns dann verabschiedet.

Ich muss schon sagen, das war für mich das aller erste Mal, das ich jemanden so zufällig kennengelernt habe. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Euch anderen mag das komisch vorkommen, aber wer so ein bisschen meine Geschichte kennt, der weiß warum.

Liebe Grüße
Marina

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Der Gendertreff beim Selbsthilfetag 2013 in Leverkusen

Leverkusen, 04.05.2013 „Selbsthilfe in Bewegung“ – so lautet das Motto des Selbsthilfetags am 04.05.2013 im Forum in Leverkusen. Doch was bedeutet dies für Menschen, die sich mit ihrem Geburtsgeschlecht nicht identifizieren?

Auch transidente Menschen möchten an sportlichen Aktivitäten teilnehmen. Gerade in der „Transition“ genannten Phase der Angleichung an das Identitätsgeschlechtgeschlecht stellt dies jedoch oftmals ein Problem dar. Körperlich noch Mann, rechtlich bereits schon Frau – oder umgekehrt – stellen sich Fragen wie:

  • Wo zieht man sich um?
  • Wie reagieren die Mitmenschen?

Grund genug für den Gendertreff, auf die Problematik mit einem eigenen Stand auf dem Selbsthilfetag in Leverkusen hinzuweisen und über das Thema Transidentität allgemein zu informieren.

Abends ab 20:00 Uhr lädt der Gendertreff dann herzlich ein, die Selbsthilfegruppe Gendertreff Leverkusen zu besuchen.

Der Begriff „Transgender“ bezeichnet Menschen, deren körperliches Geschlecht nicht bzw. nicht vollständig mit ihrem gefühlten Geschlecht übereinstimmt. Die Transgender-Eigenschaft ist unabhängig von der sexuellen Orientierung. Die meisten Transgender sind heterosexuell.

Die Transgender-Eigenschaft ist nicht einfach nur „ein Hobby“. Viele Transgender möchten sich dem Identitätsgeschlechtgeschlecht so weit wie möglich annähern. Der Gesetzgeber hat erkannt, dass dies vielfach Probleme mit sich bringt. Die „Transition“ genannte Angleichung an das Identitätsgeschlechtgeschlecht ist deshalb im Transsexuellengesetz (TSG) geregelt.

Ziel des Gendertreff ist die Hilfestellung für Transgender, Angehörige und Interessierte sowie die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter https://www.gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen. Darüber hinaus wird mit den Selbsthilfegruppen Gendertreff Düsseldorf und Gendertreff Leverkusen ein Angebot zum persönlichen Austausch bereitgestellt.

Gendertreff – Interview im Leverkusener Anzeiger

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