Gendertreff beim CSD Düsseldorf 2014

Düsseldorf, 31.05.2014 Auch in 2014 ist der Gendertreff wieder mit einem Stand auf dem CSD Düsseldorf vertreten. Und das aus gutem Grund: In 2014 feiert der Gendertreff ein rundes Jubiläum, denn die Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte wird in diesem Jahr 10 Jahre alt. Dabei hat sich der Gendertreff in all den Jahren als Anlaufstelle für Menschen empfunden, die sich dem Thema Transidentität in all seinen Ausprägungen zugehörig empfinden. Auch für Angehörige von Transgendern oder für die interessierte Öffentlichkeit bietet der Gendertreff seit nunmehr fast 10 Jahren eine Anlaufstelle.

„All united“ könnte man also sagen – und das ist auch das Motto des CSD Düsseldorf 2014. Auch in seinem Jubiläumsjahr wird sich der Gendertreff deshalb mit einem Stand sowie mit einer Fußgruppe bei der Demonstration am CSD Düsseldorf beteiligen. „Gerade in unserer Heimat- und Gründungsstadt möchten wir die Menschen für das Thema Transidentität sensibilisieren“, sagt Xenia, Gründerin des Gendertreff.

Der Gendertreff wurde am 17.10.2004 in Düsseldorf gegründet. Seitdem ist viel passiert: „Neben unseren Treffen / Selbsthilfegruppen in Düsseldorf und Leverkusen betreiben wir ein Internet-Forum und haben eine der umfangreichsten Informations-Plattformen rund um Transidentität im deutschsprachigen Internet aufgebaut“, berichtet Xenia. Darüber hinaus betreibt der Gendertreff umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit: „Erst vor einigen Wochen haben wir bei einer großen NRW-Landesbehörde unsere Aktion Transidentität am Arbeitsplatz vorgestellt“, berichtet Ava, ebenfalls ehrenamtlich im Team des Gendertreff aktiv. „Wir haben mit Politikern und Vertretern von Unternehmen gesprochen und schon vielen Transgendern und Angehörigen mit unserem Forum, unserer Internet-Plattform und natürlich unseren beiden Selbsthilfegruppen weiterhelfen können.“ „Dies zeigt, wie wichtig es ist, transidenten Menschen und ihren Angehörigen eine Anlaufstelle zu bieten“, sagt Xenia.

Der Gendertreff blickt in 2014 auf 10 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe und Öffentlichkeitsarbeit zurück. Auch die Teilnahme am CSD Düsseldorf soll unter dem Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit auf das Thema Transidentität aufmerksam machen. „Auch wenn sich in den letzten Jahren viel bewegt hat, gibt es leider immer noch Vorurteile, die meist aus Unwissenheit resultieren.“, berichtet Ava. „Hier möchten wir Aufklärungsarbeit leisten und zeigen, dass transidente Menschen ganz normale Mitglieder der Gesellschaft sind – nur eben mit der besonderen Eigenschaft, dass körperliches und gefühltes Geschlecht nicht deckungsgleich sind.“

Ziel des Gendertreff ist die Hilfestellung für Transgender, Angehörige und Interessierte sowie die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter www.gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen. Darüber hinaus wird mit den Selbsthilfegruppen Gendertreff Düsseldorf und Gendertreff Leverkusen ein Angebot zum persönlichen Austausch bereitgestellt.

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Sie haben Post

Autorin: Chrissie

Hi zusammen,
ja jetzt weiß ich gar nicht so recht wo ich anfangen soll.
Eigentlich war der Tag heute dazu verdonnert scheiße zu werden, weil gestern viel zu spät ins Bett, heute Morgen echt Müh und Not den Wecker nicht einfach auszuschlagen und dann noch die doofen Freitagsmeetings und Telefonkonferenzen (hatte ich heute 2 … so ca. 1:30h jede … mein Ohr tut noch immer weh -.-) …

Aber dann kam die Wende… ich kam heim und sah da im Briefkasten schon so einen braunen Umschlag ein wenig vorblitzen … und ja es war der Bescheid vom Amtsgericht… ich kann es irgendwie noch immer nicht fassen, dass es nun wirklich offiziell ist.
Ich hab den Bescheid und nun kann ich das – was viele schon geschrieben haben – wenn der wirklich schwarz auf weiß da ist, dann ist das nochmal eine ganze Bandbreite weiter an den Gefühlen und was das selber mit einem anstellt.

Ab Montag geht die Rennerei los und ich freue mich da ehrlich schon total drauf (nur doof, dass das Bürgeramt bei uns erst so gegen 08:30 aufmacht) ich würde sonst wohl davor kampieren, obwohl Fußweg von mir nur 10 Minuten sind.

Hatte ich auch gestern mit meinem Psychologen noch darüber gesprochen … warum die das mal verzögern oder die Staatsanwälte die Frist gern als Selbstschutz wählen … und dann kommst einen Tag später heim und der Brief ist da.

Die emotionalen Heulanfälle, die damit einhergehen brauche ich wohl nicht weiter erläutern, ich denke das wissen alle, die das auch schon hinter sich haben. Und was das wirklich bedeutet!!

Vor allem die Anschrift auf dem Schreiben… das ist das tollste finde ich zumindest… endlich der erste Brief mit der richtigen Anrede und der richtigen Anschrift. Das war das wo ich schon beim Briefkasten, als ich den rausgeholt habe, vor Tränen auf`n Boden gesackt bin… weil das so was von unglaublich schön ist 🙂 und dann kommt der Brief auch noch von den „Justizbehörden München“ … ach einfach nur toll und unbeschreiblich 🙂

Endlich gibt`s nur noch mich!!!!!

*mal die Welt umarm*

Liebe Grüße
Chrissie aka Frau Christina S. (offiziell!!!!!)

Bankverbindung

Autorin: Stefanie1268

Hallo zusammen,

ich musste mal wieder feststellen, dass es auch manchmal einfach die kleinen Dinge sind, die einen extrem erfreuen können.

Zuerst durfte ich gestern Abend ein super Konzert von Tarja mit lieben Freunden im Stahlwerk in Düsseldorf genießen. Ich kann nur empfehlen, sich diese Band auch einmal live anzusehen.
Tarja ist eine echte Powerfrau mit einer Hammerstimme. Da merkt man bei jedem Lied, dass diese Stimme eine super Ausbildung genießen durfte. Auch dem Rest der Band hat man angemerkt, dass die mit sehr viel Spaß dabei waren. Der Oberhammer an der Stelle ist aber der Drummer. Der macht schon fast eine Show in der Show.

Das aber eigentlich nur am Rande. Im Gegensatz zu den anderen, hatte ich aber heute das Privileg ausschlafen zu können, da ich noch Urlaub habe. So bin ich dann irgendwann ganz gemütlich aufgestanden und habe mich dann entschieden, nach Langenfeld zu fahren, um dort Kuchen zu kaufen (ich war zufällig gestern schon da und der Erdbeerkuchen war einfach zu gut um nicht nochmal hinzufahren).
Als ich dann wieder nach Hause kam, war der Postbote auch schon dagewesen. Ich hatte eine Zeitschrift und einen Brief und das erste mal, war die gesamte Post auf den richtigen Namen. An der Stelle für mich ein Novum, an das ich mich aber gerne gewöhne

Der Brief war von meiner Bank, bei der ich mein Girokonto habe. Ich habe dort letzte Woche den Antrag gestellt, den Namen ändern zu lassen. Die Sachbearbeiterin war sich nicht so sicher, ob das ohne bereits vollzogene Änderung des Personalausweises klappen würde, aber sie hat den entsprechenden Antrag ausgefüllt und zusammen mit einer Kopie des dgti-Ausweises und meines Personalausweises auf den Weg gebracht.
Da ich nun aktuell ansonsten keine Post von meiner Bank erwartete, musste es wohl was damit zu tun haben. Innerlich darauf eingestellt evtl. noch ein bisschen diskutieren zu müssen, habe ich den Brief dann geöffnet. Und was lachte mich an? Nein noch keine neue Karte, aber der Brief mit der PIN für die neue Karte, die dann in den nächsten Tagen kommen soll. Ich muss gestehen, dass mir da ein paar Freudentränen kamen.
Es ist nur ein kleiner Schritt, aber da ich gerade die EC-Karte doch häufiger einsetze, wieder ein schöner Schritt in die richtige Richtung.

Ich verstehe nun immer mehr, dass es auch gerade die kleinen Schritte sind, die einem zeigen, wie richtig sich nun auf einmal alles anfühlt. Die kleinen Schritte sind es, die unseren Alltag ausmachen.

Liebe Grüsse

Stefanie

Weibliche Seite akzeptieren aber mehr nicht.

Autorin: Anne22 (Felix)

Hallo ihr Lieben,

Ich habe 7 Monate, verdammt viel Geld und viel Schmerz gebraucht um eine Antwort auf meine Frage zu finden. Jetzt habe ich die Antwort, auch wenn sie für viele vielleicht nicht zu verstehen ist. Dieser Weg ist nicht der meine, das habe ich nun verstanden und akzeptiert. Es ist nicht so als hätte ich Angst, dass er nicht klappen könnte, sondern ich habe das sichere Gefühl, dass ich ihn bereuen würde. Ich habe das Gefühl ich verstehe mich immer mehr nur um ihn gehen zu können, um niemanden zu enttäuschen und dabei habe ich die Warnsignale die ich immer stärker sehe ignoriert. Deshalb ziehe ich jetzt die Notbremse und gehe den Weg den ich für richtig halte.

Mittlerweile weiß ich, dass meine weibliche Seite stark ist, nur ist sie nicht überlebensfähig. Ich bin und werde auch immer ein Mann bleiben, meine Weibliche Seite reicht zwar aus um über längere Zeit eine Frau zu sein, aber nicht um das für immer zu sein. Ich verstehe nun warum ich so gefühlt habe und warum ich dachte diese Seite wäre stärker aber das ist sie halt nicht.

Dafür, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, schäme ich mich nicht. Ich habe aus den Informationen die ich hatte den richtigen Schluss gezogen und den richtigen Weg gewählt. Doch einige Dinge kann man nicht wissen wenn man sie nicht erlebt hat und jetzt erkenne ich, dass ich diesen Weg nicht weiter gehen sollte.

Liebe Grüße, euer Felix (Anne)

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Transidentität und Sport

Autorin: Nathalie aus dem Gendertreff-Forum

Manchmal sind die einfachen Fragen gar nicht so leicht zu beantworten. So sind viele in Sportvereinen aktiv und nicht selten auch im offiziellen Spielbetrieb angemeldet.

Gerade als transsexueller Mensch ist die Unsicherheit groß. Welche Statuten muss ich beachten, wenn die Transidentität in meinen Sport einwirkt?

Gerade wenn Transsexuelle auf dem Weg vom Mann zur Frau die neue Geschlechterrolle ausleben werden die Konkurrentinnen hellhörig, da sie einen Vorteil durch die erhöhten männlichen Hormone befürchten. So berichtet Nicole Schnaß im Spiegel von Ihren Erfahrungen und stellt klar, dass für transsexuelle Sportler klare Regeln gelten. So musste Sie nach der Operation eine vom Internationalen Olympischen Komitee vorgegebene Zweijahressperre einhalten, bevor wieder offizielle Wettkämpfe möglich waren.

Gerade der Fall Caster Semenya hat im Jahr 2008 bei den Olympischen Sommerspielen in Peking erhebliches Medieninteresse hervorgerufen und ist erst nach Wochen eindeutig entschieden worden.
Auch wenn man es kaum glauben kann, verlangte der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) ab 1958 von allen Teilnehmerinnen an internationalen Meisterschaften ärztliche Atteste zum Beleg ihrer Weiblichkeit. Diese werden sogar durch Geschlechtsprüfer durchgeführt. Dabei müssen sich Sportlerinnen unbekleidet von drei Ärztinnen – zwei davon Gynäkologinnen – begutachten lassen.

Unfassbar, aber so glauben die Offiziellen, Betrugsversuchen vorzubeugen.

Um sich dieser Prozedur zu entziehen, treten viele Sportler Ihre Wettkämpfe gar nicht mehr an und ziehen sich aus dem offiziellen Spielbetrieb zurück, alleine schon weil diese nicht mehr daran interessiert sind, öffentlich verspottet und unterdrückt zu werden. Ein sehr prominentes Beispiel ist der Stabhochspringer Balian Buschbaum, der seine Karriere beendete und als Trainer seinem Sport erhalten blieb.

Die Frage ist, wird es irgendwann anders oder wird die Gesellschaft so weiter mit Ihren Sportlern umgehen? Ich denke, wenn sich nicht grundsätzlich diese Praxis verändert, haben Sportler auch in der Zukunft wenig Motivation, Ihrem Wettkampfsport weiter treu zu bleiben. Eigentlich schade für den Sport.

Nathalie

Quellennachweise:

  • Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechts%C3%BCberpr%C3%BCfung_beim_Sport
  • Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/a-654631.html
  • A Crucial Statement
  • RP-Online:
  • Balian Buschbaum: http://www.balian-buschbaum.de/

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Vor der Hormoneinnahme

Autorin: Anne22

Hi ihr Lieben,

jetzt da ich kurz vor beginn meiner Hormontherapie bin, denke ich ist der richtige Zeitpunkt mal mit einem Tagebuch anzufangen. Für die die mich noch nicht kennen, mein Name ist Anne, ich bin 22 Jahre alt und stolze 1,94m groß.
Seit beginn meines Weges ist bisher ziemlich viel passiert, ich habe mich von meiner damaligen Freundin getrennt, meine Wohnung samt Kleiderschrank haben sich deutlich verändert und ein Großteil meines persönlichen Umfeldes kennt mich nun so wie ich wirklich bin. Bis zu diesem Punkt war es wie ich sagen muss schon ein recht steiniger Weg, obwohl es bisher besser als erwartet gelaufen ist. Seit dem Outing vor meiner ehemaligen Freundin im November 2013 und jetzt, ist gerade einmal ein halbes Jahr vergangen und es kommt mir schon wie eine Ewigkeit her. Knapp 5 Monate ist es her, dass ich meinen ersten Termin bei meiner Psychologin hatte und diesen Monat soll, wenn alles klappt, die Hormontherapie beginnen, was verglichen mit den meisten Anderen schon extrem schnell ging.

Jedoch nicht alles war bisher wie man es sich am Anfang eines solchen Weges vorstellt, einige Sachen muss man einfach erlebt bzw. durchlebt haben um sie zu verstehen. Der Moment in dem die rosarote Brille weg ist und man die verachtenden Blicke einiger Menschen auf sich spürt, ist ein Erlebnis das zumindest mich viel Kraft gekostet hat. Dazu kommen Liebeskummer, das Gefühl nicht voran zu kommen und auch immer wieder Rückschläge, die einen am Erfolg des Weges zweifeln lassen. Kurz um, es ist, wenn man wie ich keine kleinen Schritte gehen kann, einfach erst mal eine Zerreißprobe.
Jedoch nach dieser ersten Zeit in der man sehr häufig zweifelt, zurück blickt und sich einfach endlich nach Frieden sehnt, kommt die Zeit in der man sein altes Leben Stück für Stück fallen lässt und beginnt das neue zu genießen. Das ist ein Punkt den ich mir früher nicht so schwer vorgestellt habe oder einfach nicht beachtet habe. Das Loslassen einer vergangenen Zeit ist, wie ich finde, einer der schwierigsten Punkte, der am meisten Kraft kostet aber absolut notwendig ist.
Mittlerweile bin ich weiser als am Anfang, die Blicke der Leute verunsichern mich mittlerweile (fast) nicht mehr und ich beginne das neue Leben zu genießen. Ich sehe das so, wir haben dieses Leben nicht gewählt und können auch nichts dafür so zu sein wie wir sind, aber wir haben uns entschlossen das Beste aus dem zu machen was uns das Leben gegeben hat. Darauf finde ich kann man stolz sein, denn nicht viele haben den Mut diesen Weg zu gehen.
So genug mit der Philosophie und dem Schwafeln, ich versuche mal die kommende Zeit hoffentlich bis zur GaOP hier nieder zu schreiben und von meinen Erlebnissen zu berichten.

Gestern war ich seit langem mal wieder auf einer Party hier in Hamburg. Pünktlich zum 1. Mai gab es hier in Hamburg natürlich wieder viel „Tanz in den Mai Partys“ und eigentlich hatte ich gar nicht geplant an einer Teil zu nehmen. Eigentlich wollte ich mir im Kino zwei Filme hintereinander anschauen, bin dann aber nach dem ersten Heim gefahren und hab mich noch spontan mit einem Freund im Café Seeterrassen verabredet. Also hab ich mich schnell fertig gemacht, mir ein Outfit zurecht gelegt und dann ging es mit dem Auto ab in die Stadt. Die erste Begegnung mit der Security an dem Abend hatte mir erst mal etwas die Laune vermiest, als ich beim Einlass in die Männerschlange geschickt wurde, aber dafür war die Feier besser und was schönes fürs Auge gab es ja auch. 😉
Im Anschluss an die Party ging es dann noch in eine kleine Kneipe und danach wieder zurück nach Hause ins Bettchen. Alles in allem bin ich froh das der Abend so lief und bis auf ein paar Blicke oder ab und zu das falsche Pronomen war es ein tolle Erlebnis. 🙂 Mal sehen was die Zukunft noch so schönes bringt.

Sie sind wieder da, die Zweifel ob es wirklich das Richtige ist. Aber das ist nichts Neues und auch nichts ungewöhnliches, denn jeder hat ab und zu mal Zweifel. Es wäre auch seltsam, wenn es vor einer so großen Entscheidung anders wäre.
Immer wieder dasselbe Schema, die alten Zweifel die ich vor langer Zeit schon ausgeräumt hatte kommen wieder. Kann schon echt deprimierend sein diese Phase, aber sie geht so wie immer wieder vorbei, wenn ich bereit bin den nächsten Schritt zu gehen.

Liebe Grüße, eure Anne

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Arztbesuche

Autorin: Stefanie1268

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Zeit ein wenig zu berichten was so Neues passiert ist.

Nach gefühlt monatelangem Warten habe ich nun heute endlich den Bericht von meinem Therapeuten im Briefkasten gehabt, der für den Antrag auf die Vornamens- und Personenstandsänderung noch fehlte. Also nur schnell für mein Archiv eingescannt, das Anschreiben mit aktuellem Datum ausgedruckt und unterschrieben und alles zusammen in den vorbereiteten Umschlag gesteckt. Ein paar Minuten später war die Strecke zum Briefkasten geschafft und der Brief eingeworfen. Nächste Leerung 18:15, na gut, wenigstens es geht heute noch raus. Nun heißt es wieder warten, aber mit dem guten Gefühl alles getan zu haben, was ich dafür bisher tun konnte.

Ansonsten habe ich diese Woche auch schon noch für andere Dinge genutzt. Zumindest 2 der 3 von der Krankenkasse erwünschten Arztbesuche, wenn man denn irgendwann dran denken sollte auch die angleichende OP anzustreben. Damit sind Urologe und Neurologe erst einmal erledigt. Gynäkologin folgt dann im Juli, da gab es leider vorher keinen freien Termin, aber es eilt ja auch nicht.

Beim Urologen ist mir dann einer der Klassiker passiert. Anmeldung und Aufruf alles kein Problem, durch die ja bereits geänderte Karte der Krankenkasse muss ich mir da keine Gedanken mehr machen. Dann dem Herrn Doktor erzählt worum es ging. Da ich ihn aus dem Fundus des Gendertreff Portals hatte, war er da auch schon entsprechend im Thema. Zum Schluss gab er mir dann u.a. noch einen Zettel, auf dem er vermerkte, dass noch Blut für die Bestimmung des PSA abgenommen werden sollte. Dies ist aber auch eine ganz eindeutig geschlechtsspezifische Untersuchung die halt bei Frauen nicht gemacht werden muss. Ist ja auch kein Problem für mich, lustig wurde es nur, nachdem ich den Zettel an der Anmeldung abgegeben hatte. Dort rief man dann eine Kollegin, die wohl für den Part Blutabnahme eingeteilt war. Das war eine nette ältere Dame. Sie kam nach vorne und als sie den Zettel in die Hand bekam, fragte sie für wen das denn sei (ich stand direkt neben ihr). Die Dame von der Anmeldung nannte meinen Namen und zeigte auf mich. Dennoch kam die erneute Frage, wen sie denn nun zur Blutabnahme wegen PSA mitnehmen solle. Die Dame von der Anmeldung zeigte erneut auf mich (diesmal noch etwas deutlicher) und nannte erneut meinen Namen. Darauf kam ein, das passt doch aber nicht. Sie nahm mich dennoch mit und dann fiel der Groschen als ich noch sagte, doch es gibt mindestens eine Ausnahme die ich kennen würde, bei dem das schon passen würde. Sie machte mir dann auch noch ein Kompliment, dass ich gut aussehen würde (was ich dankend annahm). Es sind diese Momente, die mir jedes Mal zeigen, dass es doch voran geht, auch wenn ich selber es nicht immer so sehe.

Nett war dann auch heute der Besuch beim Neurologen. Da war das Thema Trans bei der Neurologin zu der ich geschickt wurde (es war eine Gemeinschaftspraxis) nicht wirklich so präsent in der Hinsicht, dass sie gewusst hätte, was sie denn nun untersuchen sollte. Dass ich bereits einen Therapeuten habe, verhinderte zumindest, dass sie einen Kollegen der auch Psychiater ist hinzurief. Schließlich musste ich mich auf die Behandlungsliege setzen und sie machte ein paar Standardtests. Sollte die Krankenkasse dann später Mal mehr wollen, weiß ich zumindest wo ich dann mit genaueren Infos gewappnet hingehen kann. Ansonsten führten wir noch ein kurzes nettes Gespräch und schon war ich wieder auf dem Weg zurück ins Büro.

Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, es dauert alles viel zu lange, fange ich langsam an zu lernen, mich auch einfach ab und an mal zurückzulehnen und das zu genießen, was ich schon erreicht habe.
Es ist einfach eine viel zu schöne Zeit, als dass ich sie nur damit verbringen sollte dem nächsten Ziel hinterherzujagen. Nach nun 10 Monaten die ich in Vollzeit als Frau leben darf, stellt sich auch wirklich eine Normalität ein, wie ich es nicht gedacht hätte. So vieles ist für mich einfacher geworden, dass ich bereits beginne manche Details zu vergessen, wie es früher war, als ich wirklich noch eine Rolle spielte. Letzte Woche bei der Logopädie bat mich meine Logopädin einen kurzen Text mit meiner alten Stimme vorzulesen. Es dauerte erst mal eine Weile, bis ich überhaupt das Gefühl hatte annähernd meine alte Stimme hervorgezaubert zu haben und kaum hatte ich den Text zu Ende gelesen und antwortete auf eine gestellte Frage war die alte Stimme ganz schnell wieder weg. Das ist ein Teil meiner Vergangenheit, bei dem ich nicht gedacht hätte, dass ich ihn so vollkommen verdrängen könnte. Aber es fühlt sich für mich einfach falsch an mit dieser alten Stimme zu sprechen.

So viel für dieses mal.

Liebe Grüße

Steffie

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Nicoles kleine Vornamensänderung

Autorin: Nicole

Hallöchen

ich sehe gerade, dass es schon wieder ein paar Wochen her ist, dass ich hier zuletzt etwas geschrieben habe. Ich war die letzten Wochen auch kaum am Computer. Von der Arbeit aus geht das nicht so gut und nach der Arbeit mussten wir renovieren und dann bin ich nur noch ins Bett gefallen. Aber unser Wohnzimmer ist bald fertig.

Aus meinem Umfeld gibt es auch nicht viel zu berichten. Alles im grünen Bereich und ich habe noch keine negativen Begegnungen gehabt. Wenn man mir hinterhersieht oder tuschelt, stehe ich darüber. Anderen Frauen in meiner Größe sieht man ja auch hinterher. Der private Alltag ist wirklich mein normaler Alltag geworden. Wie ein Alltagstest fühlt es sich nicht an. Es ist mittlerweile das normale Leben.

Und auf der Arbeit? Da muss ich in den letzten Tagen schon oft lachen.

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Operationstechniken bei der geschlechtsangleichenden Operation von Mann zu Frau

Bei der Geschlechtsangleichenden Operation (GaOP) werden die primären Geschlechtsmerkmale an das Aussehen und die Funktion des anderen Geschlechts angeglichen.

Erste operative „Geschlechtsumwandlungen“ wurden Anfang der 1920er Jahre durchgeführt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verfeinerten sich die Methoden zur genitalen Angleichung an das Wunschgeschlecht sowohl in der konservativen Therapie als auch in den operativen Maßnahmen. In den 1950ern waren Thematik und medizinische Vorgehensweisen vor allem unter US-amerikanischen Ärzten geläufig.

Man unterscheidet zurzeit folgende Operationsmethoden bei Mann-zu-Frau:

  • Penisinvaginations-Methode (Seit 1950er Jahren)
  • Kombinierte-Methode / Suporn-Methode (Seit 21. Jahrhundert)

Penisinvaginations-Methode:

Die Operation geschieht dadurch, dass ein Teil der Eichel mitsamt den Blutgefäßen und Nerven aus dem Penis herausgelöst und an der entsprechenden Stelle wieder eingenäht wird. Dadurch entsteht dann die neue Klitoris, die durch die erhalten gebliebenen Nervenenden später ein sexuelles Lustempfinden ermöglicht. Die Harnröhre wird ebenfalls herausgelöst und entsprechend gekürzt. Die Hoden werden genau wie die Schwellkörper am Penisschaft restlos entfernt. Es gibt aber auch Techniken, bei denen letztere zum Teil als vaginale Schwellkörper Verwendung finden. Die Penishaut wird zur Auskleidung eines geschaffenen Körperhohlraums verwendet (invertiert) und bildet so die Vagina. Schließlich werden aus dem Hodensack die Schamlippen geformt. Normalerweise ist ein etwa 14-tägiger Krankenhausaufenthalt dafür notwendig, vorausgesetzt, es treten keine Komplikationen ein. In vielen Fällen muss dann nach einigen Monaten noch eine zweite, kleinere Operation vorgenommen werden, um einige Korrekturen durchzuführen.

Mittlerweile haben sich die Operationstechniken schon so weit verbessert, dass zumindest in einigen Zentren fast schon von Routineeingriffen gesprochen werden kann. Frauenärzte stellen angeblich immer häufiger fest, dass die Operationsergebnisse kaum noch von natürlichen weiblichen Geschlechtsorganen zu unterscheiden sind. Lediglich das Fehlen der inneren Geschlechtsorgane und der natürlichen weiblichen Sekretbildung lässt eine Unterscheidung noch zu.

Vorteil:

Es ist eine sehr verbreitete und von vielen Chirurgen praktizierte Methode, wodurch viel OP-Routine besteht und seltener grobe Fehler gemacht werden. Hierbei liegt die Rate der orgasmusfähigen Post-OP-Transfrauen schon sehr hoch, so dass man von einer Orgasmusfähigkeitsrate von mindestens 80 Prozent spricht. Man muss berücksichtigen, dass im Kopf ursächliche Blocken einen Orgasmus verhindern können. Die tatsächliche Rate wird also bezogen auf die körperliche Funktionsfähigkeit noch etwas höher liegen.

Außerdem ist bei der penilen Inversion die Heilung vergleichsweise (mit anderen Methoden) fast komplikationsfrei und die bei anderen Methoden intensiv benötigte Dilation (Dehnung der Scheide mittels verschieden großer medizinischer Dildos, meist zur zusätzlichen Heilung mit Salben und Estriol praktiziert) muss hier seltener und weniger lange vorgenommen werden.

Nachteil:

Bei der penilen Inversion ist die theoretisch schlechtere Optik durch mangelhafte Berücksichtigung der geeigneten Gewebearten auch ein Grund, warum es gefühlsmäßig nicht komplett authentisch sein wird. Außerdem ist es mittels peniler Inversion schwierig, eine ausreichende Scheidentiefe zu erhalten, da der Penis durch die gegengeschlechtliche Hormonbehandlung bereits vor der OP schrumpft und so oft relativ wenig Material zur Verfügung steht. Auch ist ein ausreichendes Feuchtwerden der Neovagina nur selten über die Prostata möglich.

Dennoch sind sehr viele Transfrauen hochzufrieden mit ihrem durch die Penisinvaginationsmethode erzielten OP-Ergebnis. Ein geeigneter Chirurg kann hiermit schon gute Arbeit leisten.

Zusammenfassung:

  • Seit den 1950er Jahren ist die penile Inversionstechnik die Standard-Vorgehensweise, um eine Vaginoplastik bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen zu erstellen.
  • Die penile Inversionsmethode ist eine effektive und zuverlässige Technik zur Erreichung einer ausreichenden Neovaginaltiefe.
  • Die Größe und Tiefe der Vagina hängt von der vorhandenen Menge Penishaut ab, die als Spendergewebe zur Verfügung steht.
  • Meistens sind Vorhautbeschneidungen oder lang andauernde Hormontherapien dafür verantwortlich, dass nicht genügend Penishaut zur Verfügung steht.
  • Verschiedene Quellen attestieren der penilen Inversion im Vergleich zur kombinierten Methode ein weniger natürliches Erscheinungsbild im Vergleich zu einer natürlichen Vagina. Eine Labienplastik ist notwendig um das Erscheinungsbild der kleinen Schamlippen zu verbessern, jedoch sind die kosmetischen Ergebnisse im Vergleich zur kombinierten Methode weniger natürlich, wobei diese Aussage auf verschiedenen Internet-Quellen beruht. Viele der dem Gendertreff persönlich bekannten operierten Transfrauen sind mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.
  • Die traditionelle Technik der penilen Inversion legt mehr Wert auf die Vaginaltiefe als auf das kosmetische Erscheinungsbild der äußeren Genitalien.
  • Bislang fand die Vorhaut keinerlei Beachtung bezüglich ihres Nutzens bei Mann zu Frau Genitalangleichungen. Sie ist haarfrei und enthält kein Fettgewebe.
  • Die penile Inversionstechnik ist in Deutschland Standard und wird von den Krankenkassen ohne Zuzahlung bezahlt. Die bewährte Technik wird in kleinen Nuancen von vielen Kliniken in Deutschland (Stand April 2016 – z.B. in Köln, Krefeld, Frankfurt, Berlin etc.) praktiziert. Damit ergibt sich der Vorteil eines heimatnahen Krankenhausaufenthalts sowie der anschließenden Nachversorgung in einem weitgehend gewohnten Umfeld mit Besuchen von Angehörigen und Freunden.

Kombinierte Methode:

Bei der kombinierten Methode wird die Klitoris ebenfalls aus der Eichel und den dazugehörigen Gefäßen und Nerven des Penisrückens gebildet. Im Gegensatz zur Penisinvaginations-Methode wird jedoch das innere Blatt der Vorhaut an der Eichel belassen und daraus gemeinsam mit der Penishaut die Klitoris, das Klitorishäubchen und die kleinen Schamlippen geformt. Für die Bildung des Scheideneingangs wird die restliche Penishaut und die ansonsten überflüssige Haut des Hodensacks verwendet. Zusätzlich wird die Scheide mit der längseröffneten Harnröhre ausgekleidet. Es wird bis auf die großen Schwellkörper sämtliches Material verwendet, was bei der Penisinvaginations-Methode nicht der Fall ist. Gewebe und Nerven werden bei der Operation geschont und mikrochirurgisch aufbereitet, um eine optimale Sensibilität der gesamten Genitalregion zu erreichen. Die längseröffnete Harnröhre ermöglicht hierbei außerdem eine gewisse Scheidenfeuchtigkeit bei sexueller Erregung. Im Gegensatz zur Penisinvaginations-Methode kann bei der kombinierten Methode auch bei einem wenig stark ausgebildeten Penis eine ausreichende Scheidentiefe erreicht werden.

Bemerkenswert ist, dass die Formung einer empfindungsfähigen Klitoris zwar technisch problemlos möglich ist, jedoch viele Ärzte und Krankenversicherungen dieses als ein nicht medizinisch notwendiges Extra bezeichnen, das im Gegensatz zur Anlage einer Neovagina, von der Patientin daher selber zu bezahlen sei (s.u.). Auch in der Rechtsprechung ist dieses Verständnis von Weiblichkeit und weiblicher Anatomie umstritten.

Vorteil:

  • Außer den Hoden und großen Schwellkörpern werden alle Anteile zum Aufbau der Neovagina verwendet.
  • Es entstehen nur wenige Narben. Damit wird die Penishautinnervation wenig beeinträchtigt.
  • Dadurch, dass die Konstruktion nicht unter Zug steht, gibt es keine Durchblutungsprobleme.
  • Die Neoklitoris erhält ein sensibles Praeputium (Vorhaut).
  • Die kleinen Labien (Schamlippen) sind ausreichend, die Klitoris, die Urethra (Harnröhre) und den vaginalen Raum zu bedecken, die Farbe der inneren Oberfläche der Labia minora unterscheidet sich von der Umgebung (wie bei genetischen Frauen).
  • Durch die Kombination aus gestielter Penishaut, gestielter Harnröhre und deepithelisierter Skrotalhaut kann eine sehr gute Scheidentiefe und -weite erreicht werden. Verschiedene Quellen geben eine durchschnittliche Tiefe von 13,2 cm an, die Ergebnisse streuen demnach zwischen 11 und 21 cm.
  • Die Neovagina ist im Inneren größtenteils sensibel und kann durch Absonderungen des Anteils der penilen Urethra (Harnröhre) feucht werden.
  • Der Mons pubis (Venushügel) muss nicht zusätzlich aufgebaut werden.

Nachteil:

  • Die Kombinierte Methode ist in Deutschland noch nicht Standard und wird zurzeit (Stand April 2014) nur in München und Hamburg durchgeführt und kostet für Patienten eine Zuzahlung zur kassenärztlichen Leistung von ca. 2.400,00 Euro, da die Kosten (noch) nicht vollständig von den Krankenkassen übernommen werden. Die Wartezeit an der Klinik in München z.B. beträgt aktuell ca. 3 Jahre. Laut der Uniklinik in Essen wird dort nun auch die Kombinierte Methode angewendet (Stand Februar 2016). Wie Herr Dr. Heß berichtet, wird sie dort ohne Zuzahlung angeboten und es gab bislang keine Probleme mit den Krankenkassen bzgl. der Kostenübernahme.
  • Bei dieser Methode wird Leistengewebe zur Auskleidung der Neovagina verwendet, so dass die mögliche Schrumpfung extrem sein kann. Dies bedeutet absolut akribisches Dilatieren, welches stellenweise sehr schmerzhaft sein kann. Hier muss die Patientin eine hohe Moral und Schmerztoleranz mitbringen, um das OP-Ergebnis zu halten. Nach den ersten 6 Monaten haben die meisten Patientinnen dann das Schlimmste überstanden.

Zusammenfassung:

  • Die Kombinierte Methode ist eine neue Technik der geschlechtsangleichenden Operationen vom Mann zur Frau, die in einem Schritt vollzogen wird.
  • Sie Ist keine die Penishaut umkehrende Vaginoplastiktechnik/penile Inversionstechnik.
  • Die Kombinierte Methode verwendet den Chonburi Lappen (Chonburi Flap der Suporn-Methode) (Peniskopf – Penisvorvorhautlappen), um die Innenfläche der kleinen Schamlippen auszubilden sowie eine gefühlsaktive Klitoris zu erschaffen und wird kombiniert mit einer Hodensackhautgewebetransplantation in voller Gewebestärke (mit oder ohne Leistenhauttransplantation), um die Vaginoplastik auszubilden.
  • Sie hat sich als zuverlässige Operationstechnik erwiesen, die deutlich befriedigendere Ergebnisse hinsichtlich des Erscheinungsbildes beim Klitorisaufbau und bei der Rekonstruktion der Labia Minora (Kleinen Schamlippen) erzielt als bisherige Operationstechniken. Zudem ist die emotionale Stimulation von Klitoris und kleinen Schamlippen deutlich verbessert und somit das Gefühlserleben intensiver. Darüber hinaus erreicht sie trotzdem gleichzeitig genügend funktionelle Neovaginaltiefe.
  • Bei Patientinnen, die bei Gynäkologinnen/Gynäkologen in Deutschland vorstellig wurden, konnten die Gynäkologinnen/Gynäkologen auf Anhieb nicht feststellen, dass sie eine operierte transsexuelle Frau vor sich hatten.
  • Operationen in Thailand werden aktuell (Stand April 2014) nur für Privatpatientinnen von den Kassen übernommen. Kassenpatientinnen müssen dies selbst finanzieren und können mit aktuell (Stand April 2014) ca. 15.000,00 Euro für die OP samt Flug und 30-tägiger Nachbetreuung im Hotel und lebenslanger kostenfreier Nachkorrektur rechnen.
  • Die Kombinierte Methode wird zurzeit (Stand April 2014) nur in München und Hamburg durchgeführt und kostet für Patienten eine Zuzahlung zur kassenärztlichen Leistung von ca. 2.400,00 Euro. Die Wartezeit beträgt aktuell ca. 3 Jahre. Laut der Uniklinik in Essen kann dort die Kombinierte Methode noch nicht umgesetzt werden.
  • Die Kombinierte Methode ist in Deutschland noch kein Standard (Stand April 2014) und wird (nicht) von den Krankenkassen bezahlt (s.o.).
  • Bei der Kombinierten Methode wird Leistengewebe zur Auskleidung der Neovagina verwendet, so dass die mögliche Schrumpfung extrem sein kann. Dies bedeutet absolut akribisches Dilatieren, welches stellenweise sehr schmerzhaft sein kann. Hier muss die Patientin eine hohe Moral und Schmerztoleranz mitbringen, um das OP Ergebnis zu halten. Konkret ist das Dilatieren 3 Monate lang 3 x täglich, weitere 3 Monate 2 x täglich und dann noch ein halbes Jahr einmal täglich erforderlich. Es ist eine tägliche Herausforderung, gegen die Heilungskräfte des eigenen Körpers anzukämpfen und dafür zu sorgen, dass die Neo-Vagina sich nicht wieder zusammenziehen kann im Bestreben, die neue Körperöffnung wieder zu schließen. Am Anfang dauert dabei jede Nachsorge rund eine Stunde, also 3 Stunden am Tag. Nach den ersten 6 Monaten haben die meisten Patientinnen dann das Schlimmste überstanden.
  • Im Falle einer Operation in Thailand ist zu bedenken, dass man sich fernab der Heimat in einem Land befindet, in dem man sich nicht in seiner Muttersprache verständlich machen kann. Auch ein Besuch von Freunden oder Angehörigen ist aufgrund der Entfernung meist ausgeschlossen. Dies kann belastend für die Psyche sein.

Unterschiede zwischen der Kombinierten Methode (München/Hamburg) und der Suporn-Methode (Thailand):

Die Technik in Deutschland hat relativ viele Gemeinsamkeiten mit der thailändischen Methode. Es gibt aber auch einige entscheidende Unterschiede:

  • Dr. Suporn teilt die Eichel in einen kleinen Teil, der dann die Klitoris bildet. Der überwiegende Rest wird als „Chonburi Organ“ zwischen Klitoris und Harnröhre eingebaut und wird somit permanent beim Geschlechtsverkehr direkt stimuliert.
  • In Deutschland wird kein „Chonburi-Organ“ (Suporn-Methode) aus dem unbenutzten Rest der Eichel im Scheidenvorhof gemacht. Es werden alle Anteile der Eichel für die Klitoris verwendet.
  • In den Kliniken München, Hamburg und Essen wird kein Klitoris-Frenulum geformt. Der Begriff „Frenulum“ bezeichnet dabei ein Bändchen zwischen der Eichel und der Vorhaut der Klitoris. Als Begründung gilt, dass das Klitoris-Frenulum bei der Suporn-Technik angeblich nur Narbengewebe sei.
  • Die Kliniken in München, Hamburg und Essen formen die äußeren Labien (Schamlippen) aus Skrotalhaut (Skrotum = Hodensack; diese ist auch das homologe Gewebe dafür), während bei der Suporn-Technik Penishaut benutzt wird.
  • In Thailand kleidet man die Neovagina mit einem freien Transplantat der Hodenhaut aus, die vorher „gemesht“, also maschinell in eine Art Netz umgewandelt wurde, um die Oberfläche zu vergrößern. In München verwendet man dagegen gestieltes Harnröhrengewebe, gestielte Penishaut sowie ein freies, aber nicht gemeshtes Skrotalhauttransplantat. Dies hat den Vorteil, dass die Neovagina im Inneren zum größten Teil sensibel ist und außerdem eine Lubrifikation (Befeuchtung) bei Erregung erfolgt.
  • Durch die Verwendung des Hodenhaut-Netzes muss bei der Suporn-Technik in Thailand  im Vergleich zur in Deutschland angewandten Kombinierten Methode wesentlich intensiver bougiert werden.
Spendergewebe Penisinvagination Suporn / Kombiniert
Vorhaut Wird als wertlos erachtet Erschaffung der Innenfläche der kleinen Schamlippen
Penisschafthaut Erschaffung der kleinen Schamlippen und der Vaginalwände Erschaffung der Außenfläche der kleinen Schamlippen
Hodensackhaut Erschaffung der großen Schamlippen und der Vaginalwände, unbenutztes Material wird weggeworfen Erschaffung der großen Schamlippen und der Vaginalwände

 

Hinweis: Teile des Textes enthalten Auszüge aus dem Artikel der Wikipedia zur geschlechtsangleichenden Operation

>> Geschlechtsangleichende Operation

>> Kleine Lösung – große Lösung

>> Trans* und Medizin

>> Inhaltsverzeichnis

Nicoles Schritte zur Transition

Autorin: Nicole

Hallöchen,
jetzt möchte ich doch mal wieder etwas hier schreiben.
Ich habe auch noch ein paar Fragen, die ich auch gleich loswerden möchte.

Erst einmal:
Das erste Gespräch mit Leuten, die mich beim Outing im Betrieb unterstützen werden und hinter mir stehen, liegt nun schon über eine Woche hinter mir. Dies sind er Werksarzt, der Betriebsratsvorsitzende des Werks und der Sozialberater. Leider dauert es bis zu dem nächsten Termin aufgrund verschiedener Urlaube noch genau einen Monat, bei dem wir die genaue Strategie für das Outing festlegen und den nächsten Termin mit meinen Vorgesetzten zusammen vorbereiten. Dinge die geklärt werden müssen: Toilettenbenutzung, Umkleidemöglichkeit, wie informieren wir meine Kollegen...

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