Gendertreff auf der Paracelsus Messe Düsseldorf 2017

Bereits zum fünften Mal war der Gendertreff mit einem Infostand auf der Paracelsus Gesundheitsmesse in Düsseldorf vertreten. Wie bereits in den Vorjahren, fand die Messe auch in diesem jahr wieder parallel zur Veggie World und dem Heldenmarkt in den Alten Schmiedehallen auf dem Areal Böhler statt.

Für den Gendertreff hat sich die Paracelsus Messe als wichtiger Eckpfeiler der Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Trans* etabliert und so wurden auch in diesem Jahr wieder reichlich Flyer und Grüne Karten für Diversity verteilt. Für die Kinder gab es Gendertreff Ballons und wie immer wurden jede Menge Gespräche geführt.

Worum es in den Gesprächen geht? Manchmal ist es allgemeine Aufklärung über Transidentität, manchmal informieren wir Trans*-Personen oder Angehörige, Kollegen oder Freunde von Trans*-Personen über unser Selbsthilfeangebot oder treffen auf medizinisches Fachpersonal, das immer an Informationen interessiert ist.

Da wir an einem frei gebliebenen Messestand Informationsmaterial anbringen durften, konnten wir an einer Infowand über Themen wie den Transitionsablauf oder auch Trans* am Arbeitsplatz bzw. Trans* und Schule informieren. Da die Infowand in Sichtweite des Gendertreff-Stands war, konnten wir auch immer direkt zu Informationsgesprächen hinzukommen.

Während der Paracelsus Messe 2017 sind am Gendertreff-Infostand unzählige schöne Fotos entstanden, die einen guten Eindruck vom Standaufbau und auch dem Messebetrieb vermitteln. Die folgende Galerie zeigt somit, dass Öffentlichkeitsarbeit sicherlich auch Arbeit macht, aber eben auch viel Spaß bringen kann. Denn obwohl Transidentität ein sehr ernstes Thema ist, kam am Messewochenende auch der Spaß nicht zu kurz und so wurde viel gelacht, aber auch diskutiert und informiert. In guter Tradition wurden beide Messetage jeweils mit einem guten Abendessen abgeschlossen. Wir bedanken uns herzlich bei der Organisation der Paracelsus Messe und freuen uns jetzt schon auf die nächste Paracelsus Messe in Düsseldorf.


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Gendertreff & ein veganes Straßenfest in Iserlohn

Eigentlich war es ja ein veganes Straßenfest, das da am Samstag, den 02.09.2017 auf dem Alten Rathausplatz in Iserlohn stattfand. Aber wir hatten eine Einladung erhalten, uns ebenfalls zu beteiligen. Und da wir nun einmal gerne dort auftauchen, wo man das Thema Trans* nicht erwartet, nahmen wir die Einladung dankend an und bauten unseren Infostand in der Iserlohner Innenstadt auf, um mal wieder ein wenig Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Transidentität zu leisten.

Da am gleichen Abend auch noch mit dem Gendertreff Leverkusen eines unserer Selbsthilfetreffen stattfand, waren wir mit einer eher kleinen Besetzung nach Iserlohn gefahren. Chrissie wohnt in Iserlohn und war als Organisatorin des Gendertreff Iserlohn selbstverständlich dabei. Außerdem hatten sich noch Xenia, Rita und Ava auf nach Iserlohn gemacht. Und so standen wir also wieder einmal in aller Herrgottsfrühe an einem Samstagmorgen auf, um zunächst das Equipment zu laden und dann in Iserlohn unseren Infostand aufzubauen.

Iserlohn liegt im Sauerland und hat etwas über 93.000 Einwohner. Die Stände des Straßenfests und somit auch unser Infostand sollten zentral in der schönen Iserlohner Innenstadt stehen. Beste Voraussetzungen also, um möglichst viele Menschen über Transidentität aufzuklären. Das Foto zeigt die Ruhe vor dem Sturm, denn noch war die Stadt leer, schließlich war es ja noch früh. Der Stand war schon aufgebaut und wir bereiteten die bei den Kindern sehr beliebten Gendertreff-Ballons vor.

Auf dem Bild unten präsentiert Ava eine neue Errungenschaft: Wetterfeste Ablaufpläne zur Transition sowie Themen wie Trans* am Arbeitsplatz oder Trans* und Schule. Selbstverständlich findet man diese Ablaufpläne auch auf der Gendertreff Plattform in den jeweiligen Themenportalen zum Download.

Nun hat Iserlohn zwar nur etwas über 93.000 Einwohner. Aber da der Alte Rathausplatz mitten in der Iserlohner Innenstadt liegt und Iserlohn auch viele Menschen aus dem Umland zum Einkaufen anzieht, rechneten wir mit reichlich Betrieb am Gendertreff-Stand. Und tatsächlich: Auch wenn es beim Aufbau noch ruhig war, füllte sich die Stadt ziemlich schnell und wir konnten wieder einmal viele intensive Gespräche führen, Flyer und Grüne Karten verteilen und auch Kontakte knüpfen.

Bei den Kindern kommen natürlich unsere Gendertreff-Ballons immer richtig gut an. Die Eltern bekommen dann immer einen Info-Flyer und eine Grüne Karte. Und natürlich verweist auch der Aufdruck www.gendertreff.de auf den Ballons auf unser Informationsangebot.

Wieder einmal haben wir jede Menge Flyer und auch Ballons verteilt, so dass ständig neue Ballons aufgeblasen werden musten.

Diesmal war Rita unsere Ballon-Beauftragte. 😉

Hier wünscht sich Ava, sie hätte drei Hände. Das würde zwar etwas merkwürdig aussehen. Aber es hilft, wenn man mit Ballons, Grünen Karten und Info-Flyern gleichzeitig hantiert.

Auch mit dem Wetter hatten wir noch halbwegs Glück. Bis auf einen halbstündigen Regenguss, bei dem natürlich alle sofort in die umliegenden Geschäfte strömten, blieb es trocken, so dass die Stadt bis auf die kurze „Regenzeit“ immer voller Menschen war.

Hier sehen wir Chrissie und Rita im Gespräch am Gendertreff-Stand.

Bei den vielen Gesprächen verging die Zeit wie im Flug.

Hier noch ein weiterer Blick aus dem Gendertreff-Stand auf die anderen Stände des Straßenfests.

Ava, Xenia und Chrissie im Gespräch mit zwei Damen vom Nachbarstand. Denn als die Stadt gegen Ende der Veranstaltung langsam etwas leerer wurde, konnte man sich auch noch etwas intensiver austauschen.

Wie immer wollten die Besucher unseres Infostands alles Mögliche wissen und wir beantworteten gerne die Fragen und berichteten mit Informationen aus erster Hand über Transidentität.

Chrissie und Ava vor dem Gendertreff Infostand.

Auch einige Trans*-Personen, Angehörige und beruflich Interessierte fanden den Weg zu unserem Infostand und wir machten sie natürlich auch direkt auf die 2. Gendertreff Messe & Fachtagung am 07.10.2017 aufmerksam.

Nach der Veranstaltung ließen wir den erfolgreichen Tag in bester Tradition mit einem guten Essen ausklingen.

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Xenia am Arbeitsplatz

Kurz nach meinem 10-Jährigen Firmenjubiläum lud ich eine Kollegin vom Betriebsrat und die AGG-Beauftragte zu einem Meeting ein. Mir war flau im Magen und so trafen wir uns in einem der freien Konferenzräume. Ich stammelte los und schwups war es raus – Ich hatte mich als transidente Person geoutet. Alles war vorher mit meiner Frau gut vorbereitet. Die Reaktion war, wie ich gehofft hatte, super positiv. Parallel zu dem Gespräch in der Firma hatte ich bereits meine Unterlagen an das Amtsgericht geschickt und seit ca. einem halben Jahr nahm ich bereits Hormone. Meine Kolleginnen sprachen mir ihren Respekt aus und wir trennten uns nach ca. einer 3/4 Stunde.  Ich flatterte immer noch am ganzen Körper.

Zurück im Büro, natürlich mit Pokerface, saß ich keine viertel Stunde am Schreibtisch, da stand auch schon die AGG-Beauftragte wieder neben mir und meinte, dass wir uns doch gleich noch mal zusammensetzen sollten. Diesmal gleich mit der Geschäftsleitung und dem Vorgesetzten, sonst wäre erst wieder in 4 Wochen ein Termin frei um alle zusammen zu bringen. Also saßen wir wieder in dem besagten Konferenzraum, aber diesmal in einer größeren Runde. Ich erzählte meine Geschichte und zeigte Alltagsbilder von mir. Niemand hatte ein Problem und alle hatten Respekt vor meinem Mut.

Wir gingen dann auch gleich in den nächsten Tagen an die Planung. Wie bringen wir es ins Unternehmen und wann geht es los. Wir guckten uns ein verlängertes Wochenende mit Brückentag aus, ca. 4 Wochen nach den Gesprächen. Diese 4 Wochen waren zugegeben für alle Beteiligten die schlimmste Phase.

Meine Frau und ich hatten eine eMail verfasst, die an meinem letzten Arbeitstag zusammen mit einer Erklärung der Geschäftsleitung an alle Kollegen und Kolleginnen gesendet werden sollte. Ich verschwand in den Kurzurlaub und alle Mitarbeiter bekamen etwas „spannendes“ zu lesen. Gerne hätte ich Mäuschen gespielt.

*

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

beigefügt möchten wir Ihnen heute einen offenen Brief Ihres Kollegen übersenden. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, um diesen in Ruhe zu lesen. Wir möchten unterstreichen, dass die Firma die Entscheidungen und die kommenden Änderungen voll mitträgt und unterstützt. Auch Sie möchten wir alle bitten, das Thema mit Respekt und Toleranz zu behandeln. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass die Firma in diesem Sachverhalt keine Diskriminierung akzeptieren wird.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und danken – auch im Namen Ihres Kollegen – für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
Präsident, Personalchefin, Abteilungsleiter, Teamleiter

[Offener Brief im Anhang]
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
viele von Ihnen kennen mich als langjährigen Mitarbeiter der Firma. Ich bin gerne in diesem Unternehmen tätig und hatte im Juli dieses Jahres mein 10-jähriges Dienstjubiläum. Was Sie nicht wissen konnten und können, ist wie es in mir aussieht. Mein Leben lang schlummerte etwas in mir, was mir früher auch nicht klar war, aber ich endlich seit 2004 zulassen kann.

Ich bin Transsexuell und lebe privat seit meinem Outing 2004 fast ausschließlich nur noch als Frau, seit Anfang dieses Jahres zu 100%. Hier im Unternehmen verkleide ich mich quasi als Mann. Durch eine Therapeutin erfahre ich professionelle Unterstützung. Meine Familie und Freunde stehen zu mir und unterstützen mich. Ganz wichtig für mich ist es, dass meine Frau und mein Sohn auch die weiteren Schritte mittragen werden.

Die AGG-Beauftragte und der Betriebsrat, sowie die Personalabteilung und direkten Vorgesetzten sind unterrichtet, dass ich in Zukunft als Frau hier meine Tätigkeit weiter ausüben werde. Auch dieser offene Brief entstand in einvernehmlichen Gesprächen. Der Antrag zur Personenstandsänderung wurde beim Amtsgericht Düsseldorf eingereicht und es bedarf nun noch einiger Gutachten und Formalitäten, bis die Änderung rechtskräftig ist.

Die meisten von Ihnen werden sich mit diesem Thema noch nicht auseinander gesetzt haben, deshalb müssen wir uns gegenseitig die Zeit nehmen und geben, um sich aneinander zu gewöhnen. Gerne stehe ich für Fragen zur Verfügung.

Ich hoffe, dass das gute kollegiale Verhältnis zu Ihnen weiter bestehen bleibt und Sie mich als Frau genauso akzeptieren wie vorher als Mann. Sie werden eine ausgeglichene Kollegin bekommen, aber ich werde der gleiche Mensch bleiben wie vorher.

Ich freue mich auf weitere Jahre der Zusammenarbeit.

Vielen Dank
Xenia
[/Offener Brief]

*

Nach dem langen Wochenende war dann Xenia`s Premiere. Mit leicht wackligen Beinen betrat ich mein Büro. Für den ersten Arbeitstag hatte ich Strumpfhose, Jeanshose, ein helles Longshirt und Pumps mit einem leichten Absatz angezogen. Ich war leicht geschminkt und die Haare brauchten nur noch entsprechend geföhnt zu werden, denn die Länge stimmte bereits. Ich öffnete meine eMails und staunte nicht schlecht über die vielen positiven Reaktionen aus dem Unternehmen. Der Höhepunkt aber war eine Torte in Herzform mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen Xenia“ von einer Kollegin. Ich verlor kurz die Fassung. Dann versuchten alle einen normalen Arbeitstag zu verbringen.

Das aber scheiterte daran, dass ich im Gebäude, im Laufe des Tages, immer wieder  umarmt wurde oder mir mit Handschlag gratuliert wurde. So ging der erste Tag zu Ende.

Ein halbes Jahr später sagte mein damaliger Chef zu mir, dass man es auch an meiner Arbeitsleistung merken würde, dass ich nun glücklich, zufrieden und befreit bin.

Ich durchlief eine pubertäre Phase (Hormone) und ca. 2 Jahre nach dem Outing im Betrieb bekam ich einen Termin zur geschlechtsangleichenden Operation. Wir sprachen uns ab und ich konnte den Termin in der Uniklinik Essen bestätigen. Nach ca. 6 Wochen war ich wieder einsatzbereit.

Zwischenzeitlich hatte der Chef gewechselt und ich hatte wohl in den letzten Wochen einigen Bockmist verzapft, so dass mein Chef und ich aneinander gerieten. Mein neuer Chef musste sich auch noch einarbeiten und so drehte sich jeder um sich selbst. Meine 2. OP folgte ein paar Wochen später.

Wieder im Betrieb gingen mein Chef und ich uns ein wenig aus dem Weg. Das funktionierte gut, weil einer meiner Kollegen nun Teamleiter im Innendienst geworden war. Die Monate flogen so dahin und es gab hier und da auch immer mal wieder ein kurzes Gespräch über meinen Werdegang.

Nun ist das Outing bereits 6 Jahre her und das Verhältnis zu meinem Chef ist wieder gut. Es hat eine bis mehrere Aussprachen gegeben und außerdem sind Kollegen, Kolleginnen, Teamleiter und Chef sehr zufrieden mit meiner Arbeitsleistung und meiner Zwischenmenschlichkeit.

Was aber mit Kunden und Lieferanten? Dazu muss ich sagen, dass ich in der Auftragsabwicklung arbeite und auch für den Einkauf im In- und Ausland zuständig bin. Bei Kunden gibt es heute noch teilweise Aufklärungsbedarf wegen der etwas dunkleren Stimme, aber das lässt sich meist kurz erklären. Ich sage dann schon mal: „Keiner macht sich selber“, „Keiner sucht sich das aus“, „Jeder muss das Beste aus seinem Leben machen“ oder „Frau mit männlichem Migrationshintergrund“. Ein Problem gab es auf jeden Fall noch nie!

Bei Lieferanten war es ähnlich, wobei man sich ja schon einige Jahre kannte. Eigentlich alle hatten es positiv aufgenommen, egal ob im In- oder Ausland. Einige benötigten noch eine gewisse Übergangszeit und wollten meinen Mann sprechen oder fragten an, ob mein Mann nicht mehr dort arbeiten und ich jetzt die Stelle besetzen würde. Auch eMails wurden noch an die alte Adresse geschickt, die aber unsere IT-Abteilung weitergeschaltet hatte. So kam es teilweise zu lustigen und interessanten Gesprächen.

Alles in allem habe ich nur gute und positive Erfahrungen gesammelt und bin glücklich und zufrieden wie es jetzt ist. Dass mal ab und zu noch ein falsches Pronomen rausrutscht stört mich nicht. Meist regelt es sich von ganz alleine unter den Kollegen oder man überhört es schlichtweg. Aber man muss natürlich aufpassen, dass es nicht Absichtlich geschieht und in Mobbing oder Diskriminierung ausartet. Ich für meinen Teil kann das allerdings nicht bestätigen.

Da ich auch noch Sicherheitsbeauftragte im Unternehmen und viel im Gebäude unterwegs bin, schauen schon mal Handwerker oder Laufkundschaft einmal mehr hin, aber es ist alles ganz easy. Auch bei Schulungen usw. werde ich als Mensch akzeptiert, der_die einen kleinen Geburtsfehler hat. Mittlerweile ist der behoben und alles ist gut!

Xenia

 

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Gendertreff auf dem Stadtfest in Moers 2017

Transgender informieren über Trans*: Der Gendertreff war in Sachen Öffentlichkeitsarbeit rund um Transidentität mit einem Infopavillon auf dem Stadtfest in Moers 2017 vertreten.

Moers ist eine Stadt am Niederrhein mit etwas über 100.000 Einwohnern mit einer schönen Innenstadt, die sich durch einige schöne alte Häuser und individuelle, inhabergeführte Geschäfte auszeichnet.

Das Stadtfest im August 2017 war somit eine ideale Plattform, die Bürger von Moers über Transidentität zu informieren.

Und so wurde am Vormittag des 19.08.2017 der Gendertreff-Infostand in der Innenstadt von Moers aufgebaut. Freundlicherweise wurden wir von Sabrina und ihrem Salon La Beauté bestens unterstützt und konnten dort auch die Infrastruktur nutzen. Und so freuten wir uns auf einen ereignisreichen Tag: Wie viele Besucher würden wohl den Weg in die City von Moers finden? Und: Würde das Wetter halten?

Gegen 11:00 Uhr war die Stadt noch erstaunlich leer. Doch das sollte sich bald ändern. Immerhin: Obwohl der Wetterbericht Regen angekündigt hatte, war es trocken.

Apropos trocken: Wofür war wohl das Fischernetz gedacht?

Der Rätsels Lösung: Der Gendertreff ging auf Entenfang. Denn mit etwas Action kommen die Kinder gerne an den Stand – und wir können ganz nebenbei die Eltern über Transidentität informieren.

Und da das Entenspiel schon während der Aktion rund um 70 Jahre NRW so gut ankam, wurden wieder Bassins gefüllt und Enten ausgesetzt.

Ob die Kinder Spaß hatten? Und wie!

Es mussten je eine gelbe und eine pinke Ente geangelt werden und sowohl die Kinder als auch die Eltern hatten jede Menge Spaß.

Silvia ist die offizielle Entenbeauftragte des Gendertreff.

Und natürlich gab es auch noch kleine Gewinne für die erfolgreichen Entenfischer.

Die Innenstadt von Moers füllte sich und es ergaben sich immer wieder interessante Gespräche.

Auch einige Menschen mit Trans*-Personen im Bekanntenkreis fanden den Weg zu uns und wir nutzten die Chance, um sie auf das Selbsthilfeangebot des Gendertreff aufmerksam zu machen.

Die Gendertreff-Ballons wurden von den kleinen Stadtfest-Besuchern immer gerne genommen.

Mit Flyern und einem Aufsteller machten wir zudem auf die Gendertreff Messe & Fachtagung aufmerksam.

Dieser Pflanzkübel befand sich praktischerweise direkt neben dem Gendertreff-Stand und wir haben ihn natürlich sofort in Beschlag genommen.

Im Vergleich zu großen Stadtfesten war es auf dem Cityfest im nur etwas über 100.000 Einwohner zählenden Moers ruhig. Und doch wurde sich am Gendertreff-Stand intensiv ausgetauscht.

Denn irgendwie war am Stand immer etwas los. Und auch Grüne Karten gingen reichlich weg. Wie so oft haben wir einige hundert Flyer und Grüne Karten unters Volk gebracht.

Und so verging die Zeit mit zahlreichen Gesprächen.

Ob das Wetter gehalten hat? Na ja, auf den Fotos scheint ja die Sonne. Doch es gab tatsächlich einige Regengüsse. Aber letztlich gehört auch das doch dann als typisches Risiko von Outdoor-Veranstaltungen irgendwie dazu.

Aber wie gesagt: Auf den Fotos scheint die Sonne und tatsächlich war es auch überwiegend trocken, so dass wir wieder einmal viele Menschen rund um das Thema Trans* informieren konnten.

Dieses Foto entstand für eine Aktion rund um das Thema Transidentität am Arbeitsplatz. Den erfolgreichen Tag ließen wir dann bei einem guten Abendessen in Moers ausklingen.

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Stellungnahme des Gendertreff zu „Hedwig and the Angry Inch“

Am 11.08.2017 fragte die Off-Musical Frankfurt UG (haftungsbeschränkt) bezüglich eines Interviews an. Hintergrund war die Premiere des Stücks „Hedwig and the Angry Inch“. In diesem Rock-Musical geht es laut der Interview-Anfrage um Identitätsfindung und aktuelle Gender-Fragen.

Laut Wikipedia hat das Musical folgende Handlung:

Die „weltweit ignorierte Chanteuse“ Hedwig, die als Rock-and-Roll-Drag-Queen mit Ehemann Yitzhak und Band durch Amerika reist, erzählt dem Publikum ähnlich einer Psychotherapie ihre Geschichte.

In Ostberlin „auf der falschen Seite der Mauer“ aufgewachsen, lässt sich der androgyne Hansel Schmidt aus Liebe zu dem GI Luther in eine Frau (eben Hedwig) verwandeln, um durch Heirat aus der DDR zu kommen. Doch die Geschlechtsumwandlung läuft katastrophal schief: Das Messer des besoffenen Chirurgen erweist sich als so stumpf wie das Leben, aus dem Hansel zu entkommen versucht. Zurück bleibt jener titelgebende „Angry Inch“ – ein „zorniger Zentimeter“, der Hedwig daran erinnert, dass sie vielleicht niemals ganz zu einer Seite gehören wird.

Den 9. November 1989 erlebt Hedwig mittellos und von ihrem „Sugar Daddy“ verlassen in einem heruntergekommenen Trailerpark in Kansas. Während sich in ihrer ehemaligen Heimat die Wiedervereinigung vollzieht, ist Hedwig von ihrer inneren Einheit und geschlechtlichen Identität weit entfernt. Bei einem der Babysitter-Jobs, mit dem sie sich über Wasser hält, lernt sie einen pickligen Jungen namens Tommy Speck kennen, ein Jesus-Freak, dem sie alles über Musik und Entertainment beibringt. Sie gibt ihm den Künstlernamen „Tommy Gnosis“ und schreibt für ihn im ranzigen Wohnwagen nun Songs, die den Geist des Glam Rocks der 70er Jahre atmen und von der Suche nach Liebe und Erfüllung handeln. Das scheinbare Glück währt jedoch nicht lange und Hedwig wird erneut betrogen. Tommy Gnosis lässt sie sitzen und sich mit den gestohlenen Songs als Superstar feiern. Für Hedwig und ihre zusammengewürfelte Band bleibt dagegen nur der schale Abklatsch einer Low-Budget-Tour; der Tour von Tommy Gnosis folgend, die sie auch in das aufführende Theater führt.

Dazu nehmen wie folgt Stellung: Die Handlungsbeschreibung enthält diverse Fehler bzw. Fehlinformationen, die geeignet sind, ein völlig falsches Bild in der Öffentlichkeit zu platzieren und überdies geeignet sind, Trans*-Personen in unqualifizierter Weise zu beleidigen und zu diskriminieren. Im Einzelnen:

In Ostberlin „auf der falschen Seite der Mauer“ aufgewachsen, lässt sich der androgyne Hansel Schmidt aus Liebe zu dem GI Luther in eine Frau (eben Hedwig) verwandeln, um durch Heirat aus der DDR zu kommen.

Hier werden gleich diverse Vorurteile vermischt. Denn es wird suggeriert, dass es sich bei Trans*-Personen um schwule Männer handeln würde, die aus sexuellen Motiven eine „Verwandlung“ anstreben. Das ist jedoch sachlich in mehrfacher Hinsicht falsch.

Trans*-Personen sind nicht schwul

Heterosexualität und Homosexualität verteilen sich über die Grundgesamtheit aller Trans*-Personen ggf. abweichend um eine zufällige Streuung ebenso, wie über den Rest der Bevölkerung auch. Das bedeutet: Die sexuelle Orientierung einer Trans*-Person korreliert nicht mit der Transidentität.

Trans*-Personen sind keine schwulen Männer

In der Öffentlichkeit, manchen Medien, Musicals wie „Hedwig and the Angry Inch“ oder „Rocky Horror Picture Show“ oder auch Filmen wie „Der bewegte Mann“ wird immer wieder suggeriert, Trans*-Personen wären schwule Männer, die sich „als Frauen verkleiden“, um andere Männer als Sexualpartner zu wählen.

Leider wird in diesen Darstellungen völlig ignoriert, dass Transidentität keine auf die Sexualität des Menschen gerichtete Eigenschaft ist. Vielmehr geht es um die Geschlechtsidentität eines Menschen: Transidente Menschen erleben eine teils erhebliche Diskrepanz zwischen ihrer Geschlechtsidentität und einem als „falsch“ empfundenen Körper.

Weiter wird in derartigen Darstellungen vollkommen ignoriert, dass es sowohl Transfrauen als auch Transmänner gibt. Transmänner sind Personen, deren Identitätsgeschlecht männlich ist, die jedoch weibliche äußere Geschlechtsmerkmale besitzen. Transfrauen sind Personen, deren Identitätsgeschlecht weiblich ist, die jedoch männliche äußere Geschlechtsmerkmale besitzen. Das Bild des „Mannes in Frauenkleidern“ ist demnach sachlich falsch. Vielmehr ist es so, dass viele Trans*-Personen bestrebt sind, ihre äußere Erscheinung dem empfundenen Geschlecht anzugleichen.

Bei Transidentität geht es niemals um Sex

Die oben beschriebene Diskrepanz lässt sich anschaulich und salopp wie folgt formulieren: „Trans*-Personen fühlen sich im falschen Körper.“ Ebenso anschaulich kann man also auch sagen: „Das Phänomen Trans* findet zwischen den Ohren statt und nicht zwischen den Beinen.“

Für viele Trans*-Personen bedeutet die empfundene Diskrepanz zwischen dem körperlichen Geschlecht und dem Identitätsgeschlecht eine erhebliche psychische Belastung, die je nach dem empfundenen individuellen Leidensdruck vielfache Problematiken beinhalten kann. Dem Gendertreff sind durch seine langjährige Selbsthilfearbeit Fälle von Arbeitssucht, Sportsucht, Spielesucht, Burn-Out, Depressionen, Alkoholismus oder auch Drogensucht bekannt. Zwar muss eine Transidentität nicht zwingend mit diesen Problematiken einhergehen. Die psychische Belastung, der Trans*-Personen ausgesetzt sind, ist jedoch häufig erheblich.

In diesem Zusammenhang anzunehmen, dass jemand aus sexuellen Motiven „sein Geschlecht wechseln“ könnte, ist völlig realitätsfern. Vielmehr ist es so, dass das eigene Empfinden nicht mit dem äußerlichen Erscheinungsbild zusammenpasst. Anschaulich: Ein Mann hat eben keine weiblichen Brüste und auch keine Vagina. Ebenso hat eine Frau keinen Penis oder auch keinen Bartwuchs. Spätestens mit der Pubertät müssen Trans*-Personen jedoch mitansehen, wie sich ihr Körper in eine Richtung entwickelt, die ihren Empfindungen vollkommen widerspricht.

Dies verursacht ebenso Leidensdruck wie die Tatsache der als völlig falsch empfundenen Sozialisierung. Anschaulich: Eine Transfrau erscheint äußerlich als Mann und erlebt deshalb eine männliche Sozialisierung, die jedoch ebenfalls nicht zu ihrem Empfinden passt. Schon im Kindesalter können Transfrauen mit dem Imponiergehabe „der anderen Jungs“ nichts anfangen, werden von der Gesellschaft jedoch diesem falschen Geschlecht zugeordnet. Entsprechend haben viele Trans*-Biographien eine Außenseiter-Rolle als traurige Gemeinsamkeit.

Trans*-Personen verwandeln sich nicht

Die vorangegangenen Abschnitte deuten es bereits an: Bei Transidentität geht es nicht um eine Verwandlung. Es geht vielmehr darum, den als falsch empfundenen Körper dem Identitätsgeschlecht anzugleichen. Dies erfolgt zum einen über Kleidung und einfache Maßnahmen eher kosmetischer Natur. So binden sich Transmänner die weibliche Brust ab. Transfrauen nutzen Kosmetik, Rasur oder Epilation sowie Perücken als ersten Schritt einer äußerlichen Angleichung.

Medizinisch unterstützte geschlechtsangleichende Maßnahmen sind dann Hormontherapien und geschlechtsangleichende Operationen. Hinzu kommen geschlechtsangleichende Maßnahmen juristischer Natur. In Deutschland ist dies das Verfahren zur Vornamens- und Personenstandsänderung nach dem TSG.

Alle diese Maßnahmen sind darauf gerichtet, die als falsch und belastend empfundenen äußerlichen Geschlechtsmerkmale dem Identitätsgeschlecht anzugleichen. Eine „Verwandlung“ findet niemals statt – und schon gar nicht aus den in der Handlung des Musicals „Hedwig and the Angry Inch“ beschriebenen Motiven.

Doch die Geschlechtsumwandlung läuft katastrophal schief: Das Messer des besoffenen Chirurgen erweist sich als so stumpf wie das Leben, aus dem Hansel zu entkommen versucht. Zurück bleibt jener titelgebende „Angry Inch“ – ein „zorniger Zentimeter“, der Hedwig daran erinnert, dass sie vielleicht niemals ganz zu einer Seite gehören wird.

Geschlechtsumwandlung?

Wie zuvor bereits erläutert, ist der Terminus Geschlechtsumwandlung sachlich falsch. Richtig ist, von geschlechtsangleichenden Maßnahmen zu sprechen.

Weiter verwahrt sich der Gendertreff davor, die Geschlechtsangleichung lediglich mit einer Operation äußerlicher Geschlechtsmerkmale gleichzusetzen. Denn wie erläutert bedeutet die Angleichung an das Identitätsgeschlecht auch eine Angleichung auf juristischer und sozialer Ebene.

Angry Inch?

Die Vorstellung des besoffenen Chirurgen mit dem stumpfen Messer ist eine realitätsferne Groteske. Auch ist es nicht so, dass überhaupt ein „zorniger Zentimeter“ als Rest einer schiefgelaufenen geschlechtsangleichenden Operation „stehen bleiben“ könnte.

Die hier angedeutete geschlechtsangleichende Operation für Mann-zu-Frau-Transidente verläuft so, dass eine Neo-Vagina gebildet und mit Teilen des Penis modelliert wird. Es wird demnach nichts „abgeschnitten“, sondern – ähnlich salopp formuliert – „umfangreich umgebaut und nach innen verlagert“. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den auf der Gendertreff Plattform hinterlegten Artikel zu entsprechenden Operationstechniken.

Aus dem Leben entkommen?

Wer sich geschlechtsangleichenden Maßnahmen unterzieht, um einer als unbefriedigend empfundenen Lebenssituation zu entfliehen, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht transident und handelt überdies grob fahrlässig. Nicht zuletzt deshalb ist die Angleichung an das Identitätsgeschlecht auf medizinischer Ebene an eine umfangreiche Diagnostik gebunden, mit der z.B. eine Realitätsflucht oder Schizophrenie ausgeschlossen werden soll.

Die im Musical „Hedwig and the Angry Inch“ beschriebenen Motive zur Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen sind sämtlich den Phantasien eines über die Thematik Trans* völlig uninformierten Autors entsprungen. Sie entsprechen nicht der Realität und sind vielmehr geeignet, Trans*-Personen in diffamierender Weise zu verunglimpfen.

Niemals ganz zu einer Seite gehören?

Die Handlungsbeschreibung aus der Wikipedia suggeriert, dass der verbliebene Rest eines männlichen Penis geeignet wäre, das Geschlecht eines Menschen zu definieren. Abgesehen davon, dass wir schon ausgeführt haben, dass das Vorhandensein des „angry inch“ medizinisch gesehen realitätsferner Unsinn ist wird hier unterstellt, dass die empfundene Geschlechtsidentität in irgendeiner Verbindung mit dem Vorhandensein äußerer Geschlechtsmerkmale stehen könnte. Das ist sachlich ebenso falsch wie die Vorstellung, dass Transidentität in irgendeinem Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung stehen könnte.

Stimmen aus dem Gendertreff-Team

Ava sagt dazu:

Als ich die Zusammenfassung der Handlung in der Wikipedia gelesen habe, habe ich Wut und Ekel verspürt. Wieder einmal werde ich öffentlich auf etwas reduziert, das ich nicht einmal ansatzweise empfinde. Es geht bei Transidentität eben gerade nicht um Sex und ebenso wenig um Homosexualität.

Ich selber stehe z.B. auf Frauen – also CIS-Frauen, wie man politisch korrekt sagen müsste. Demnach wäre ich entweder ein heterosexueller Mann mit weiblichem Identitätsgeschlecht oder eine lesbische Frau, die in einem Männerkörper leben muss. Aber mit dem, was in der Musical-Handlung beschrieben wird, habe ich und hat mein gesamtes Leben nichts zu tun. Das ist völlig realitätsfern.

Aus einer Vielzahl von persönlichen Gründen lebe ich mein Identitätsgeschlecht derzeit in Teilzeit aus. Das Ausleben meines Identitätsgeschlechts ist in keiner Weise sexuell motiviert. Ich kenne auch keine andere Trans*-Person, bei der das der Fall wäre. Ich frage mich deshalb, weshalb immer wieder derartiger Blödsinn in die Welt gesetzt wird.

Ich empfinde das als schwere Beleidigung. Es ist eine Behauptung falscher Tatsachen, eine schwerwiegende Diffamierung, die geeignet ist, massive Diskriminierungen hervorzurufen. Derartige Diffamierungen setzen Vorurteile in die Welt, die Trans*-Menschen in ihren Familien, ihren Freundeskreisen und im beruflichen Umfeld erhebliche Probleme bereiten können.

Chrissie sagt dazu:

Ich bin traurig und gleichzeitig wütend, wenn ich solche Vorurteile hören oder lesen muss. Leider werden auch in der oben zitierten Handlungszusammenfassung uralte Klischees aus der Schublade geholt, um das Musical anzupreisen. Dass diese Werbung aber ganze Menschengruppen diffamiert und viel Aufklärungsarbeit der Trans* -Menschen unterläuft scheint egal zu sein, Hauptsache, die Unterhaltungsindustrie generiert Umsätze.

Traurig bin ich, dass diese Klischees immer noch nicht ausgerottet werden konnten und wütend bin ich darüber, dass – anscheinend ohne groß zu recherchieren oder nachzudenken – auf Kosten einer Gruppe von Menschen, die schon mehr als genug damit zu tun haben gegen Vorurteile und damit verbundener Ablehnung oder gar Hass anzukämpfen versucht wird, Profit zu machen.

Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor im Vorfeld Kontakt zu Trans* Organisationen aufnimmt und ein Musical über die – teilweise sehr schweren – Lebenswege der Betroffenen schreibt.

Ich selbst bin Transfrau, seit 30 Jahren glücklich mit meiner Frau verheiratet und seit diesem Jahr endlich auch rechtlich als das anerkannt, was ich seit meiner Geburt bin: Als Frau.

Was geschlechtsangleichende Operationen anbelangt: Wir haben eine Fehlbildung, vergleichbar z.B. mit Fehlstellungen der Beine, durch die eine Person nicht laufen kann. Durch eine geschlechtsangleichende Operation wird diese Fehlbildung korrigiert, genauso wie die Fehlstellung der Beine, damit diese Person dann laufen kann.

Vielleicht kann das folgende Beispiel helfen, die Situation besser zu verstehen: Wenn Sie ein Mann sind stellen Sie such vor, sie hätten in ihrer Jugend Brüste bekommen und nur einen extrem kleinen Penis, und sie müssten so in die Sauna oder schwimmen gehen und werden vielleicht schon von klein auf deswegen gemobbt. Oder wenn Sie eine Frau sind: Es haben sich keinerlei Brüste entwickelt, dafür aber eine extrem grosse Klitoris, so dass sich eine Beule bei enger Kleidung abzeichnet. Sie würden sicher extrem leiden und sobald wie möglich eine Operation durchführen lassen. Nicht anders verhält es sich mit der geschlechtsangleichenden Operation.

Xenia sagt dazu:

Auch in der ehemaligen DDR gab es Regelungen in Bezug auf die Angleichung an das Identitätsgeschlecht. Dazu findet man u.a. hier weitergehende Informationen. Zudem haben mir dies auch Personen, die vor der Wende in der ehemaligen DDR gelebt haben, auch in persönlichen Gesprächen bestätigt.

Homosexuelle Männer haben sich garantiert nicht geschlechtsangleichenden Maßnahmen wie Operationen unterzogen, denn sie sind ja keine Frauen sondern Männer und wollen es auch bleiben. Im Iran soll es allerdings gängige Praxis sein, die Möglichkeit einer geschlechtsangleichenden Operation in Betracht zu ziehen, da Homosexualität dort verboten ist. Hier sind jedoch wohl eher politische Repressalien der Grund so etwas wie „das kleinere Übel“ zu wählen. Mit Transidentität hat das jedoch nichts zu tun.

Die Vorstellung, dass man einfach durch eine Heirat aus der DDR auswandern konnte, ist realitätsfern. Wenn überhaupt, dann nach vielen Anträgen und mit viel Geduld. Ich kenne einen Fall aus meinem persönlichen Umfeld aus der Zeit meiner Berufsausbildung. Der ehemalige Kollege hatte in der DDR seine Traumfrau kennengelernt und sie wollten heiraten. Ihm wurde angeboten, Staatsbürger der DDR zu werden, was er jedoch ablehnte. Er ließ nicht locker und seine Partnerin wurde im beruflichen Umfeld schikaniert, indem man sie zwar offiziell auf ihrer Arbeitsstelle beließ, sie jedoch dort keine Arbeiten mehr verrichten durfte. Ihm wurde derweil mehrfach die Einreise verweigert. Erst nach zwei Jahren hatten sie es geschafft: Die Partnerin erhielt einen Brief, nach dem sie binnen 24 Stunden die DDR verlassen musste. Sie verließ daraufhin die DDR und die beiden wurden in der Bundesrepublik Deutschland ein glückliches Paar.

Was soll ich noch zu dem Theaterstück sagen? Ja, das ist ein Theater. Das hat nichts mit Trans* zu tun, wird aber wohl offensichtlich so verkauft. Oft genug nimmt die Gesellschaft derartigen Unsinn für bare Münze und wir können wieder dagegen ankämpfen. Ich hoffe nur, dass dieser Quatsch keine vollen Häuser erhält. Es ist traurig, wieviel Unsinn völlig unreflektiert verbreitet wird. Ich finde, die Autoren derartiger Stücke sollten sich vor Augen halten, dass derartige völlig realitätsferne Darstellungen geeignet sind, massive Vorurteile zu schüren.

Autoren derartiger Stücke sollten sich einmal mit Trans*-Organisationen in Verbindung setzen, sich informieren oder Fachvorträge anhören. Die Gendertreff Messe & Fachtagung würde sich anbieten.

Marina sagt dazu:

Nachdem ich mir heute mal die Zeit genommen habe mal nachzulesen, um was es denn bei „Hedwig and the Angry Inch“ eigentlich genau geht, muss ich mich den anderen in den wesentlichen Punkten anschließen.

Ganz klar ist die Geschichte wie auch alle Charaktere völlig überzeichnet, was aber an und für sich nichts Ungewöhnliches wäre. Man merkt jedoch, dass diese Geschichte von einem Amerikaner geschrieben wurde, denn es werden hier einige, nicht nur historische Fakten schlicht ignoriert.

Woher sollte wohl jemand aus den „US of A“ auch wissen, wie die Verhältnisse in der DDR waren? Dass eine Heirat keinesfalls dazu führte um aus der Knechtschaft der SED entlassen zu werden? Im Gegenteil, es ist sogar davon auszugehen, dass die Heirat staatlich gar nicht anerkannt worden wäre, unabhängig davon, wo diese tatsächlich stattgefunden haben könnte (was wenn überhaupt nur ein Ostblock-Staat gewesen sein könnte). Auch dass die Person mit erheblichen bis zu extremen Repressalien durch den SED-Staat rechnen musste, wie Xenia schon geschrieben hat.

Unzweifelhaft wurden auch in der DDR geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt; dass diese OP jedoch von einem betrunkenen Chirurgen mit stumpfem Skalpell gemacht wurden, ist schlicht lächerlich. Geschlechtsangleichende Operationen können auch schief gehen und zu erheblichen Komplikationen führen, das ist unzweifelhaft. Wir kennen aus unserer Selbsthilfearbeit leider auch ein paar solcher Fälle. Jedoch ist in keinem dieser mir bekannten Fälle ein solches schuldhaftes Versagen eines Arztes die Ursache für die Komplikationen. Der Autor dieser Geschichte hat dies wohl als Detail eingebaut, weil er wohl dachte, es wäre lustig. Das ist es für mich ganz sicher nicht. Es zeigt nur, wie ignorant der Autor gegenüber der deutschen Mentalität ist. Wie diese tatsächlich ist, brauche ich wohl hier nicht explizit auszubreiten.

Es werden mal wieder die schlimmsten Stereotypen verwendet: Drag-Queen, Show-Geschäft, Selbstdarsteller, Homosexualität usw. Es sind genau die Dinge, die wir immer wieder versuchen aus den Köpfen der Leute zu bekommen, weil sie genau diese Liste mit Transidentität assoziieren. Ich will mich nicht wiederholen, denn die anderen, die hierzu schon geantwortet haben, haben dies schon sehr klar dargelegt.

Man mag vielleicht argumentieren, dass das Stück 1998 geschrieben wurde und das „damals“ noch vieles anders war, doch das war es nicht. Unzweifelhaft waren wir Transgender 1998 noch nicht so in der Öffentlichkeit sichtbar wie wir es heute sind, aber auch vor fast 20 Jahren gab es genauso viele von uns wie es heute sind. Der große Unterschied ist, dass oftmals nur jene öffentlich sichtbar waren, die sich in dem in der obigen Liste beschriebenen Umfeld zuhause gefühlt haben. Alle anderen haben ihre Transgendereigenschaft heimlich ausgelebt und ein völlig „heteronormatives Leben“ für die „Öffentlichkeit“ gespielt. Oder aber sind sie nach Ihren anpassenden Maßnahmen völlig untergetaucht und haben irgendwo in einer fremden Stadt ein neues Leben angefangen. Wir kennen beide Fälle, wobei der erste Fall der weitaus häufigste ist. Dieser 1. Fall erklärt auch, warum so viele von uns erst in der 2. Hälfte ihres Lebens den Schritt wagten, endlich das richtige Leben zu leben. Ich selbst zähle zweifellos auch dazu.

Vielleicht mag ja der eine oder andere es amüsant finden, sich dieses Musical anzusehen. Vielleicht ist es auch für die eine oder andere von uns eine Gelegenheit, sich im Identitätsgeschlecht in die „Öffentlichkeit“ zu wagen, weil es ja scheinbar ein geschützter Bereich ist. Sicherlich ist es auch für manche Person eine Gelegenheit, gewisse fetischistische oder autogynophile Neigungen auch mal öffentlich auszuleben. Bei mir jedoch hinterlässt es nur einen schalen Nachgeschmack.

Die 2. Gendertreff Messe & Fachtagung

Die Gendertreff Messe & Fachtagung geht in die zweite Runde: „Bereits am Abend nach der ersten Gendertreff Messe stand für uns fest, dass wir die Messe als festen Bestandteil des Beratungs- und Selbsthilfeangebots des Gendertreff etablieren wollen,“ berichtet Gendertreff-Gründerin Xenia. Denn das Angebot, mit Fachleuten rund um Transition und Transidentität im Rahmen von Vorträgen und persönlichen Gesprächen am Messestand in Kontakt zu treten, kam bei Ausstellern und Besuchern gleichermaßen gut an.

Am Samstag, 07.10.2017 öffnet deshalb die zweite Gendertreff Messe & Fachtagung im Bürgerhaus Hochdahl, Sedentaler Straße 105 – 107, 40699 Erkrath-Hochdahl ihre Pforten. Von 10:00 – 17:00 Uhr erwarten die Besucher_innen zahlreiche Vorträge und intensive Gespräche an den Ständen der Aussteller.

„Der Eintritt ist kostenlos“, sagt Ava vom Gendertreff-Team. „Denn wir wollen jeder interessierten Person die Möglichkeit geben, sich aus erster Hand zu informieren.“

Während im Gendertreff-Forum und auf den Selbsthilfetreffen des Gendertreff der Austausch untereinander im Vordergrund steht, fokussiert die Gendertreff Messe & Fachtagung auf den Austausch zwischen Medizinern, Anbietern von Trans*-spezifischen Produkten und Trans*-Personen sowie ihren Angehörigen. „Insgesamt stehen alleine vier Kliniken, in denen geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt werden während ihrer Vorträge und am Messestand Rede und Antwort“, berichtet Xenia. „Selbstverständlich werden in den Vorträgen sowohl Operationsmethoden von Mann zu Frau als auch von Frau zu Mann thematisiert.“

Die Bandbreite der Aussteller reicht von Perückenstudios über dauerhafte Haarentfernung bis hin zu logopädischen Praxen oder einer Farb- und Stilberatung. „Für die Vorträge haben wir zwei separate Seminarräume mit Tontechnik und allen erforderlichen Präsentationsmedien, während die Messestände in einer geräumigen Halle Platz finden,“ erläutert Ava. „Wo sonst haben Trans*-Personen und Angehörige so viele Fachleute als direkte Ansprechpartner zur Verfügung?“

Xenia ergänzt: „Wir wollen die Gendertreff Messe & Fachtagung zu einer jährlich stattfindenden Plattform ausbauen, auf der sich Fachleute und Betroffene rund um das Thema Trans* austauschen und informieren können.“

Die Gendertreff Messe und Fachtagung ist nur wenige Minuten von der nächsten Autobahn entfernt und somit problemlos zu erreichen. Für die Besucher_innen stehen zahlreiche kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Auch der Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel ist gewährleistet: Die nächste S-Bahn-Station ist wenige Gehminuten entfernt und der Bus hält direkt vor der Halle. Die Möglichkeiten zur Anreise sind auf der Webseite der Gendertreff Messe & Fachtagung ausführlich beschrieben.

„Insbesondere am Anfang ist es vielen Trans*-Personen oftmals nicht möglich, im Identitätsgeschlecht anzureisen. Deshalb bieten wir auch einen Raum, in dem man sich umziehen kann,“ berichtet Xenia. „Und auch für das Ausprobieren von Silikonprothesen oder Perücken ist mit unserem Umkleideraum für die notwendige Privatsphäre gesorgt.“

Unter gendertreff-messe.de sind alle Informationen rund um Standort, Anreise, Aussteller und Vorträge hinterlegt. Das Gendertreff-Team freut sich auf eine erfolgreiche und gut besuchte Veranstaltung.

>> Webseite der Gendertreff Messe & Fachtagung

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Menschen hautnah – Mädchen oder Junge?

WDR Fernsehen, Do., 27.07.2017, 22:10 Uhr – 22:55 Uhr

Menschen hautnah
Mädchen oder Junge?

Aufwachsen als Transgender-Kind

Ein Film von Norbert Lübbers

Sophia ist acht Jahre alt. Sie sieht aus wie ein Mädchen, sie fühlt sich als Mädchen. Geboren
aber wurde Sophia als Philipp. Doch mit gerade mal 4 Jahren beschließt sie, kein Junge mehr
zu sein. Sie will nur noch Röcke und Kleider tragen, lässt sich die Haare lang wachsen und
nennt sich wie die Prinzessin aus ihrer Lieblings-Fernsehserie. Am Anfang denken ihre Eltern,
das sei vielleicht nur eine Phase. Doch Sophia scheint genau zu wissen, wer sie ist. Sie sagt
nicht, dass sie ein Mädchen sein möchte. Sie sagt, dass sie ein Mädchen ist. Wenn sie mit
Philipp angesprochen wird, reagiert sie aggressiv. Schließlich überzeugt sie ihre Eltern und ihre
drei Brüder, sie als Tochter und Schwester zu akzeptieren.

Heike hatte immer die Tochter, die sie sich gewünscht hat. Seit vier Jahren heißt ihre Tochter
nun Fynn. Der Transjunge hatte mit 14 sein Coming-out. Die Mutter sagt, es sei nicht leicht
gewesen, sich von der Tochter zu verabschieden und einen Sohn zu bekommen. Heute geht es
ihr vor allem darum, dass Fynn die Unterstützung erhält, die er braucht. Er hat gerade sein
Abitur gemacht und hat jetzt nur einen Wunsch: eine Operation, um sich die Brüste abnehmen
zu lassen. Aber wieviel Veränderung muss wirklich sein, um ein glückliches Leben als Trans-
Mensch führen zu können?

Saskia Fahrenkrug leitet die Spezialambulanz am UKE in Hamburg. Mit ihrem Team betreut die
Psychotherapeutin fast 500 transidente Kinder und Jugendliche. Nachdem sie die Diagnose zur
sexuellen Identität gestellt hat, übernimmt der Hormonspezialist Achim Wüsthof die
medizinischen Maßnahmen. Gerade mit dem Einsetzen der Pubertät, wenn sich Brüste oder
Barthaare entwickeln, beobachtet der Endokrinologe bei vielen Patienten Verzweiflung und
Depressionen. Manche haben sogar Suizidversuche hinter sich. Eine Hormonbehandlung zu
unterlassen und abzuwarten, sei meist keine Option, sagt Wüsthof. Denn die als falsch
empfundene Pubertät würde den Leidensdruck deutlich verstärken.

Auch der 14-jährige Alexander und die 15-jährige Klara sind bei ihm in Behandlung. Beide
haben vor wenigen Monaten mit der gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung begonnen.
Durch das Testosteron verändert sich Alexander äußerlich langsam zum Mann. Seine Stimme
wird tiefer, die Schultern breiter und die Körperbehaarung nimmt zu. Bei Klara sorgen die
Östrogene dafür, dass ihre Formen weicher werden und langsam das Brustwachstum einsetzt.
Beide Teenager haben das Gefühl, sich nicht mehr verstecken zu müssen und endlich auch
körperlich das zu erleben, was sie fühlen.

Die Jugendlichen selbst stehen im Zentrum einer kontroversen Diskussion: Können sie wirklich
schon eine dauerhafte Aussage über ihre Geschlechtsidentität treffen? Ist Transidentität bei
Kindern und Jugendlichen eine Laune der Natur oder nur eine Phase? Und wie wird sich das
Kind weiterentwickeln?

Sophia, Klara, Alexander und Fynn: zwei Transmädchen und zwei Transjungen zwischen acht
und 19 Jahren. Menschen hautnah begleitet sie und ihre Familien auf ihrem Weg zu einer
selbstbestimmten Identität.

Redaktion: Ulrike Schweitzer

Quelle: Presseinformation des WDR vom 25.07.2017

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Rückblick: Campus CSD in Düsseldorf

Am 17.05.2017 fand auf dem Gelände der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf der Campus CSD statt. Nachdem der Gendertreff am Wochenende zuvor bereits einen Vortrag zum Thema Transidentität am Arbeitsplatz gehalten hatte, informierten wir beim Campus CSD bei bestem Sommerwetter über das Informations- und Selbsthilfeangebot des Gendertreff.

Da der Standbau seitens der Organisatoren erfolgte, war unser Stand schnell eingerichtet. Unser Roll-up wies auf das Gendertreff-Forum, unsere Selbsthilfetreffen und unsere weiteren Angebote hin. Und natürlich wurde auch fleißig die Werbetrommel für die Gendertreff Messe & Fachtagung gerührt.

Das folgende Foto zeigt uns beim Aufbau. Der Gendertreff-Stand ist schon fast fertig. Aber unsere Standnachbarn fehlen noch.

Natürlich haben wir auch wieder auf unsere Aktion Die Grüne Karte für Diversity aufmerksam gemacht – und auch wieder reichlich Grüne Karten verteilt.

Ayden war unser Ansprechpartner für Transmänner und natürlich auch für Studierende – Rita und Ava gehören ja nun doch schon zu den etwas älteren Semestern. 😉

Apropos ältere Semester: Ava präsentiert die Grüne Karte für Diversity – und fühlte sich an der Uni Düsseldorf fast heimisch. Denn – lang ist es her – sie hat ja die Universitätsbibliothek der Uni Düsseldorf für ihre Diplomarbeit vor vielen Jahren reichlich in Anspruch genommen.

Rita und Ava vor dem Gendertreff Stand. Auch ein Interview mit der Arbeitsgruppe Campus TV der Uni Düsseldorf gehörte selbstverständlich zur Öffentlichkeitsarbeit rund um Transidentität.

Ava vor dem Aufsteller zur Aktion anders als erwartet. Mit dieser Aktion zeigen wir, dass Trans*-Menschen – anders, als es manchmal noch im „Kopfkino“ verankert ist – ganz normale Menschen sind.

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Düsseldorf für Wertschätzung, Teilhabe und Vielfalt – auch mit dem Gendertreff

Am 02.12.2016 fand im ZAKK in Düsseldorf unter dem Motto Düsseldorf für Wertschätzung, Teilhabe und Vielfalt die Diversity-Auftaktveranstaltung statt. Auch der Gendertreff war selbstverständlich eingeladen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden diverse Teilnehmer interviewt und gaben Statements zum Thema Diversity ab. Auch Ava vom Team Gendertreff gab ein kurzes Interview. Dabei bekräftigte sie die Wichtigkeit von Diversity für die Gesellschaft. Denn letztlich ist es immer negativ für eine Gesellschaft, wenn sich Individuen nicht entsprechend ihrer Identität bzw. Eigenschaften entfalten können.

Nun hat die Stadt Düsseldorf ein Video mit Eindrücken von der Veranstaltung und den Interviews veröffentlicht.
>> Auf YouTube ansehen (Gendertreff 3:03 – 3:48)

Düsseldorf tritt ein für Diversity. Für Vielfalt und Toleranz.

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Vortrag Trans* am Arbeitsplatz an der Uni Düsseldorf

Am 13.05.2017 hielt der Gendertreff auf Einladung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf einen Vortrag zum Thema Trans* am Arbeitsplatz.

In einer lebendigen Präsentation stellte der Gendertreff zunächst sich und seine Arbeit vor, um dann in das Thema Transidentität und berufliches Umfeld einzusteigen. Referentin Ava erläuterte, dass sich die zum Thema Trans* am Arbeitsplatz auf der Gendertreff Plattform hinterlegten Informationen nicht nur an Trans*-Personen richten. Vielmehr sollen die zahlreichen Erfahrungsberichte und auch der vom Gendertreff erarbeitete Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld auch Kolleg_inn_en, Personalverantwortlichen, AGG-Beauftragten usw. als Informationsquelle dienen.

Warum ist das Thema Trans* am Arbeitsplatz so wichtig?

Transidentität und Arbeitsplatz ist ein komplexes Themenfeld mit vielen möglichen Konfliktsituationen. Denn schließlich sichert der Beruf das eigene Einkommen und ggf. auch das Einkommen der Familie. Vor diesem Hintergrund hat sich der Gendertreff das Ziel gesetzt, im Rahmen der Aktion Trans* am Arbeitsplatz Informationen und Hilfestellung für transidente Menschen und Unternehmen in Zusammenhang mit der Transition im beruflichen Umfeld anzubieten. Denn ohne Anspruch auf Vollständigkeit gibt es zahlreiche mögliche Problematiken rund um Transidentität und das berufliche Umfeld:

Aus Sicht transidenter Menschen:

  • Angst vor Arbeitsplatzverlust
  • Angst vor Mobbing / Diskriminierung
  • Fragestellungen zu einem möglichen Vorgehen. Konkret: „Wie trage ich das Thema in das betriebliche Umfeld und welche Teilschritte sind empfehlenswert?“

Aus Sicht der Arbeitgeber:

  • Angst vor Komplikationen im organisatorischen Umfeld. Hier sind beispielhaft zu nennen: Unruhe in Arbeitsabläufen, Arbeitsausfälle in Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen (z.B. aufgrund der geschlechtsangleichenden Operation), organisatorische Fragestellungen (z.B. Lohnbuchhaltung, Krankenkassen, Steuerangelegenheiten)
  • Angst vor Umsatzeinbußen aufgrund möglicherweise negativer Reaktionen von Kunden
  • Informationsdefizite aufgrund ggf. fehlender Erfahrungswerte zum Thema Transidentität
  • Reaktionen der Mitarbeiter / Kolleg_inn_en, z.B. zu den Fragen, welche Toilette oder Umkleide die Trans*-Person künftig nutzt

Welche Angebote gibt es beim Gendertreff rund um das Thema Trans* am Arbeitsplatz?

Einstiegsportal Trans* am Arbeitsplatz

Auf der Gendertreff Plattform gibt es Einstiegsportale zu diversen Themenkomplexen. Das Einstiegsportal Trans* am Arbeitsplatz bietet eine Übersicht über die Informationsangebote rund um das Thema Transidentität und Beruf. Hier ist auch die jeweils aktuellste Version der Präsentation und auch des Ablaufplans zum Coming-out im beruflichen Umfeld hinterlegt.

Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld

Der Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld wurde aufgrund persönlicher Erfahrungen entwickelt. Er stellt einen idealtypischen Ablauf dar, der sowohl Trans*-Personen als auch Unternehmen, Personalverantwortlichen usw. als Hilfsmittel für ein auf die jeweilige individuelle Situation anzupassendes Vorgehen dient. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass ein derartiger Ablaufplan immer nur ein Empfehlungsmodell darstellt und dass die Rahmenbedingungen des eigenen beruflichen Umfeldes vor diesem Hintergrund ein in Teilen anderes Vorgehen erforderlich machen können.

Aktions-Webseite Transidentität am Arbeitsplatz

Die Aktions-Webseite Transidentität am Arbeitsplatz informiert über die Aktion und erleichtert die Auffindbarkeit im Internet. Darüber hinaus listet die Webseite Unternehmen, Institutionen und Kommunen auf, die die Aktion Trans* am Arbeitsplatz unterstützen. So zeigen diese Organisationen, dass Transidentität ein ernsthaftes Thema ist. Gleichzeitig demonstrieren sie ihr Bekenntnis zu Diversity und geben ein Beispiel für Vielfalt und Toleranz.

Erfahrungsberichte

Aufgrund eigener Erfahrungen aus den Reihen des Gendertreff-Teams sowie aus den Erfahrungen aus der Selbsthilfearbeit verfügt der Gendertreff über einen Fundus persönlicher Erfahrungsberichte, die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. So kann dieses Hintergrundwissen niederschwellig jederzeit abgerufen werden. Entsprechende Berichte sind in der Kategorie Transition des Gendertreff-Magazins zu finden bzw. mit dem Stichwort Arbeitsplatz verschlagwortet.

Gendertreff Forum und Selbsthilfetreffen

Im Anschluss an der Vortrag gab es noch eine lange Diskussion, bei der Xenia, Nathalie und Ava die zahlreichen Fragen des Publikums beantworteten. Dabei griffen die Referentinnen auf ihre persönlichen Erfahrungen sowie die Erfahrungen aus der Selbsthilfearbeit des Gendertreff zurück. Schließlich ist im Laufe der Jahre eine riesige Informationssammlung entstanden, die der Gendertreff nutzt, um Trans*-Personen und ihre Angehörigen sowie selbstverständlich auch Personalverantwortliche und Kolleg_inn_en über das Themenspektrum Trans* am Arbeitsplatz zu informieren.

Gleichzeitig zeigten die Referentinnen damit auf, wie ein weiteres Hilfsangebot zum Thema Trans* am Arbeitsplatz funktioniert. Denn das Gendertreff-Forum und die Selbsthilfetreffen des Gendertreff dienen dem direkten Austausch transidenter Menschen und ihrer Angehörigen und so können dort natürlich auch die eigenen Erfahrungen rund um Trans* und das berufliche Umfeld ausgetauscht werden. Die Erfahrung zeigt, dass der psreönliche Austausch eine sehr wertvolle Hilfestellung gerade zu diesem komplexen Themenfeld darstellt.

Im Themenportal Trans* am Arbeitsplatz auf der Gendertreff Plattform stehen die Präsentation sowie der Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld zum Download im Format pdf zur Verfügung.

>> Themenportal Trans* am Arbeitsplatz

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