Transgender – Gefangen im falschen Körper

Quelle: NDR

 

Der Begriff „Transgender“ (lateinisch trans „darüber hinaus“ und englisch gender „soziales Geschlecht“) bezeichnet Abweichungen von der zugewiesenen Geschlechterrolle. Die meisten spüren es schon als kleines Kind – ein Gefühl, im falschen Körper zu leben – doch meist vergehen viele Jahre oder gar Jahrzehnte, bis transsexuelle Menschen ihre wahre Identität finden. Und viele schaffen diesen Schritt nie, leiden ihr Leben lang darunter, ihre Gefühle zu verleugnen.

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Amtsgericht und Krankenkasse

Autorin: Stefanie

Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich das nächste Update schreiben, wenn sich das Amtsgericht mit einem Urteil gemeldet hat, aber das scheint sich wohl noch ein wenig hinzuziehen.

Was ist nun seit Ende Oktober passiert.

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Wenn man im falschen Körper geboren ist

Aus Markus wird Christin

 

Quelle: 3SAT

 

Die Grenzen zwischen den Geschlechtern scheinen heute immer unschärfer zu werden, neue Spielräume und Freiheiten entstehen. Dennoch haben Transsexuelle, d.h. Männer, die sich als Frau empfinden oder Frauen, die sich als Mann verstehen, in der Gesellschaft nach wie vor einen schweren Stand. Welche Hürden muss ein Mensch überwinden, der empfindet, dass er im falschen Körper zur Welt gekommen ist?

In unserer westlichen Welt ….. Weiter lesen

 

Quelle: 3SAT

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Die ersten Tage nach der GaOP

Autorin: Nathalie

 

Gegen 10:00 Uhr ging es los. Der Operationssaal stand für mich bereit. Vorher mussten noch einige Vorbereitungen erledigt werden, die für die Rückenmarknarkose und für die OP notwendig waren. Ich hatte natürlich noch einiges mehr mitbekommen, kann mich aber, da die vorbereitende Medikation schon eingenommen war, an den weiteren Verlauf nicht mehr erinnern.

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Julias Vorbereitung im Betrieb

Autorin: Julia

Erledigt! Das erste Gespräch mit meinem Sozialberater im Betrieb ist gelaufen. Ich muss sagen, dass ich mehr als Überrascht bin, denn ich bin nicht die Erste, die er auf dem Weg der Transition/des Outings bei uns im Konzern begleitet.

Er hat das ganze Thema vor einiger Zeit schon einmal in einer unserer Niederlassungen mit einer (heutigen) Kollegin durchgeführt. Dort hat es wohl wunderbar funktioniert und die Vorgesetzten haben dort wohl prima mitgemacht.

Mein Sozialberater kennt meine Vorgesetzten persönlich. Bei beiden geht er aktuell davon aus, dass es keinerlei Probleme geben dürfte. Wir haben lange darüber Gesprochen wer alles Informiert werden sollte und wie wir das anstellen. Er hatte an der Stelle noch ein paar gute Ideen, die mir so noch nicht in den Sinn gekommen waren. Es war also eine gute Entscheidung mit Ihm als erstes zu sprechen.

Meine Vorgesetzten wird er um einen Termin bitten und dabei auch erwähnen, dass es um das Thema „Transidentität am Arbeitsplatz“ geht. Bei diesem Gespräch wird er meinen Vorgesetzten dann die Flyer (Gendertreff und Arbeitsplatz) überreichen. Wer die Person ist, wird er aber erst einmal nicht ansprechen. So komme ich erst mal nicht ins Gespräch und kann das Outing an dieser Stelle kontrolliert durchführen.

Ansonsten gibt es nichts Weiteres zu berichten. Es war ein sehr lockeres und entspanntes Gespräch das mir eine Sorge genommen hat. Jetzt bin ich auf die nächsten Termine gespannt.

Julia

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Katjas Vorgespräch in der Uni Essen zur GaOP

Autorin: Katja

 

Hallo,
im August war ich in der Uni Essen zur Voruntersuchung, zum Kennenlernen und die Operationsmethode wurde mit mir besprochen. Es war ein gutes Gespräch und ich habe ein gutes Gefühl mich hier operieren zu lassen. Ich möchte im Nahbereich bleiben, so dass ich auch bei der Nachversorge und meine Angehörigen nicht zu weit fahren müssen.
Leider wurde ich nicht zur Operation zugelassen, weil mein BMI (Body-Mass-Index) unter 30 sein muss, wegen dem Bindegewebe unterhalb der Gürtellinie.

Im September habe ich angefangen meine Ernährung umzustellen und langsam purzeln meine Pfunde. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber wenn der Kopf mitspielt und eine Entscheidung steht, dann schafft man das. Man sollte nur nicht vergessen genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, weil es sonst erhebliche Gesundheitliche Probleme gibt.
Zusätzlich habe ich mir auch noch ein Studio für Fitness und Ausdauer gesucht.

Im August habe ich auch wieder angefangen Nebenberuflich zu arbeiten, was mir erst einmal andere Probleme erträglicher macht.

Im Oktober wurde noch das 10 jährige Jubiläum des Gendertreff gefeiert und danach musste ich als Betriebsratsmitglied zu einem Fortbildungslehrgang. Es war eine lehrreiche und schöne Zeit und habe mich auch ein wenig erholt.

Viele neue Eindrücke und ich bleibe Glücklich!

Viele Grüße
Katja

Der lange Heilungsprozess eines Transmann

Autor: Hilling

So, ich dachte es wäre mal an der Zeit euch über den neuesten Stand aufzuklären.

Inzwischen habe ich nun auch meine Mastektomie hinter mir. Am 10. Juli 2014 war es soweit und seitdem ist ein langer Heilungsprozess von Nöten gewesen. Es war einerseits das Einfachste der Welt, da ich es mir schon immer gewünscht hatte und andererseits eine der ganz großen Hürden, da die Operation unbedachte Folgen hatte.
Die Operation an sich verlief super und es gab weder Komplikationen noch Probleme mit der Heilung. Nach 2 Tagen konnten die Drainagen schon raus, es waren nur ein paar Tropfen Blut raus gelaufen. Das Ergebnis sah am ersten Tag schon super aus. Nach 3 Tagen konnte ich entlassen werden und sah den nächsten 6 Wochen Ferien freudig entgegen. Ich musste nicht hart arbeiten, keinen Sport machen und wurde von meinen Eltern abwechselnd gepflegt.
Doch gerade dies sollte sich als eine der großen Hürden herausstellen. Ich schaffte es wenig Sport zu machen, ging zwar jeden Tag mindestens eine Stunde lang spazieren, doch dies genügte nicht um den sonst so hohen Kalorienverbrauch beizubehalten, den ich durch Sport erreichte. Ich nahm gewaltig zu, was sich zu dem Gewicht, welches ich durch Testosteron schon erlangte dazu addiert hatte und obwohl ich mich endlich schön fühlte litt mein Selbstbild doch gewaltig unter dieser Veränderung.

Nach den 6 Wochen Bewegungssperre durfte ich langsam wieder mit Sport anfangen, hatte jedoch immer noch nicht meine volle Beweglichkeit zurück erlangt. Dies führte auch zu Problemen in meiner Beziehung in der es aufgrund der Gewichtszunahme und der eingeschränkten Beweglichkeit zu immer weniger Körperlichkeiten kam, da ich mich nicht einmal auf einem Arm abstützen konnte.
Zum Glück erkannte ich jedoch den Hintergrund des Problems und als ich wieder etwas beweglicher wurde konnte ich mich überwinden meinen sonst so gerne gemachten Sport wieder aufzunehmen. Das Fett verschwand und die Muskeln wuchsen, was ich jedoch anfangs gar nicht mitbekam, das Gewicht blieb immer gleich. Bald sollten sich jedoch Komplimente zu meiner Abnahme häufen und ich merkte, dass die Anstrengung sich lohnte. Ich arbeitete weiter an mir und habe es inzwischen dank guten Operateuren und viel Schweiß geschafft einen Körper zu formen, dem man gut ansieht, dass er von Testosteron durchspült wird. Es kam nur unerwartet wie viel Arbeit ich darein investieren musste, nachdem die größte Unstimmigkeit, die Brust, entfernt bekam.

Allgemein bin ich nun zufriedener denn je, mein Körper stimmt immer weiter mit dem Selbstbild überein und ich schaffe es auch weiterhin an ihm zu arbeiten, denn meine Motivation hat durch die nicht mehr ganz so flache Brust (auch Brustmuskel genannt) einen erneuten Schub erlangt.

Und die Motivation steigt und steigt. Der so ersehnte Bart ist endlich da und lässt sich gut tragen. Die Stimme wird weiterhin tiefer, wenn auch nicht mehr so schnell (was sich durch die Hystorektomie nächsten Sommer jedoch auch noch ändern kann, so berichten viele Transmänner). Der Oberkörper wird breiter und die Hüfte schmaler. Alle meine Hosen sind zu groß und ich kann nun endlich normale Männerhosen kaufen ohne sie kürzen zu müssen, damit sie über die Hüften passen. Ich bin zufrieden all diese Schritte getan zu haben und ich bin stolz so gekämpft zu haben um mich so als neue Person zu erschaffen.

Ich habe an Selbstbewusstsein gewonnen. Ich habe an Mut gewonnen. Und ich habe gelernt für mich selbst einzustehen. Und das ist das wichtigste.

Ich werde weiter über folgende große Schritte berichten, wenn auch nicht mehr so häufig, da die Schritte mit der Zeit seltener werden und die kleinen Veränderungen oftmals im Alltag untergehen. Es ist ein schöner Alltag.
Und da ich die großen Hürden und das stressige Transitionsleben und die meisten Schulstresssituationen nun hinter mir habe würde ich diesen Alltag gerne auch öfter wieder mit euch teilen. Es tut mir Leid, dass ich euch so vernachlässigt habe, die mich am Anfang so gut unterstützt haben, aber dank euch waren diese Sprünge, welche für mich so bedeutend waren wie Mondlandungen, erst möglich und leider waren diese Sprünge auch zeitintensiv.

Es würde mich freuen, wenn ihr mich auch gerne wieder bei euren Treffen begrüßen würdet.
Alles Gute!

Ein Lächeln beim Zoll

Autorin: Stefanie

Hallo,

ich komme gerade von einer kurzen Dienstreise nach England zurück.
Nach 15 Monaten war es dann mal soweit, dass ich meinen Personalausweis vorzeigen musste und das dann gleich vier Mal und zwar am Zoll. Es dauert ja leider noch ein paar Wochen, bis ich dann endlich den mit dem richtigen Namen habe.
Den dgti-Ergänzungsausweis habe ich ja nun auch schon eine Weile, bin aber bisher überall ohne ihn ausgekommen.

Nun erwies er sich als ein Mittel, um drei von vier Mal einem Zollbeamten ein Lächeln zu entlocken, was ja beileibe nicht immer der Fall ist.
Am Flughafen in Düsseldorf war beim Hinflug eine junge Zöllnerin an der Kontrolle, die echt interessiert war und wohl auch noch länger geredet hätte, aber ich war ja nun mal nicht die Einzige die durch die Zollkontrolle musste.

Bei der Einreise in England wieder eine Zöllnerin, die, als sie erkannte worum es ging, ebenfalls nett lächelte und mir einen schönen Tag wünschte.
Bei der Ausreise aus England war die Zollabwicklung zusammen mit dem Boarding und die gute Dame war einfach nur verwirrt als sie die zwei Ausweise in der Hand hatte und es war auch recht viel los. Ich erklärte ihr nur kurz, dass die beide von mir seien und dann ging es auch schnell weiter.

Bei der Wiedereinreise in Deutschland war es dann das einzige Mal ein Mann in dessen Schlange ich beim Zoll stand. Auch hier eine interessierte Nachfrage und ein Lächeln.
Allerdings zeigte sich dabei insgesamt auch, wie wenig bekannt der dgti-Ausweis wohl immer noch ist.

Aber im Endeffekt bleibt zu sagen, wer den Weg nach draußen gewagt hat und keine Lust mehr hat, sich für irgendwas zu verstellen, gerade bei Reisen kann dieser Ausweis einem viele Erklärungen ersparen, aber auch ein guter Einstieg für interessante Gespräche sein.

Für mich war es auf jeden Fall mal wieder schön, einigen Menschen ein echtes Lächeln ins Gesicht gezaubert und ein wenig Wissen damit verbreitet zu haben.

Liebe Grüsse

Steffie

Julias Review

Autorin: Julia

Lange her das ich hier mal was geschrieben habe. Daher musste ich das mal ein wenig strukturieren.

Trennung und Auszug
Ende 2013 haben sich meine Frau und ich nach einigem hin und her dann doch getrennt. Wir haben uns nicht in einem riesen Streit getrennt, sondern einfach festgestellt das unsere Lebensziele nicht mehr übereinander passen. Trotzdem war es eine schwierige Zeit, die uns beiden sehr weh getan hat. Immerhin waren wir knappe 17 Jahre zusammen und davon rund 6 Jahre verheiratet. Im Nachhinein mussten wir aber beide feststellen, dass die Entscheidung richtig war und wir beide damit glücklich sind.
Anfang 2014 ist Claudia dann auch aus unserem gemeinsamen Haus ausgezogen. Das bedeutete für mich das ich das erste mal in meinem Leben alleine wohnen musste. Ich habe die ersten Wochen viel Zeit und Energie in eine neue Ordnung in dem Haus gesteckt. Durch Claudias schwere Depression ist viel liegen geblieben das ich dringend wieder in eine vernünftige Ordnung bringen musste.

Neue Liebe
Über diese schwierige Anfangsphase hat mich meine neue Liebe gerettet. Christin hat mir sehr den Rücken gestärkt und mir immer wieder mit Rat und auch Tat zur Seite gestanden. Wir haben grade in den ersten 2-3 Monaten sehr viel Zeit damit verbracht unsere „verflossenen“ Beziehungen aufzuarbeiten. So konnten wir beide einen Schlussstrich ziehen und aus den Trümmern unsere Beziehung aufbauen. Durch eine verunglückte OP kam es dann dazu das Christin fast 8 Wochen bei mir gewohnt hat. Eine Zeit der ich heute noch sehr nachtrauere. Was bei einer Fernbeziehung wohl verständlich ist.

Das Leben
Christin hat mir aber auch immer wieder dabei unter die Arme gegriffen, wenn es darum ging mein Selbstbewusstsein aufzubauen. Das Leben findet nicht nur in den eigenen 4 Wänden statt. Sie hat mich immer wieder ermutigt auch vor die Tür zu gehen. Und es war mit Ihr am Anfang viel leichter. Es macht einen so großen Unterschied ob man alleine durch die Stadt läuft oder mit einer Freundin an der Hand. Andersherum konnte ich Ihr immer wieder die Angst nehmen sich mit einer Frau an der Seite zu zeigen. Ich glaube, dass es auch für eine Partnerin ein gewaltiger Schritt ist sich in eine lesbische Beziehung zu begeben. So schwer wie wir uns mit unserem Outing tun, so schwer tun sich nun mal auch unsere Partnerinnen.

Epi
Im Juni habe ich dann den ersten Schritt für die körperlichen Veränderungen gewagt und habe mir ein Studio für die Entfernung des Bartes gesucht. Heute habe ich die ersten zwei Termine hinter mir. Bisher bin ich unglaublich zufrieden mit dem Ergebnis. Der Bartschatten ist (fast) vollständig weg. Dadurch entwickelt sich ein ganz neues Gefühl der Sicherheit. Wo ich mich sonst nur mit viel Make Up im Gesicht vor die Tür getraut habe, konnte ich jetzt schon die ersten Male ohne Kosmetik vor die Türe. Die blonden Haare die übrig sind, sind so wenig und wachsen so langsam, das ich überhaupt kein schlechtes Gefühl habe. Diese Veränderung, obwohl es nur eine kleine ist, weckt den Hunger auf mehr. Ich kann es bis zu den Hormonen kaum erwarten. Aber auch hier will ich nichts überstürzen und das mit meinem Psych in Ruhe besprechen.

Ein Massenouting
Da das Outing im Kreise der Familie und der Bekannten ohne Probleme verlaufen war, war Anfang September der nächste Kreis dran. Die Mittelalter Szene. Hier wussten bisher nur die Leute Bescheid die ich auch zu meinem Freundeskreis zähle. Eigentlich war das Outing in der Szene erst für die Saison 2015 geplant. Das lag aber nicht an der fehlenden Motivation, sondern viel mehr an der fehlenden Kleidung. Aber auch hier konnte ich mich voll und ganz auf meine Freundin verlassen. Sie hat mit viel Fleiß komplett neue Klamotten für mich genäht. Und es mir dadurch ermöglicht schon viel früher als geplant auch das „Hobby“ als Frau zu erleben. Auf dem ersten Markt ging es rum wie ein Lauffeuer. Die meisten kennen mich schon lange Jahre und konnten es nicht so recht glauben. Viele haben mich gefragt ob ich eine Wette verloren hätte. Aber ich konnte so jedem erklären was diese Veränderung auf sich hat. Ich konnte mich an dem Wochenende kaum vor Komplimenten retten. Alle haben die Veränderung sehr positiv aufgenommen und mir viel Respekt entgegengebracht.
Der zweite Markt, vergangenes Wochenende, war der Abschluss von 8 Tagen in Vollzeit. Christin und ich haben erst ein paar freie Tage bei Ihr genossen und einiges dabei unternommen und sind dann zu dem Mittelaltermarkt gefahren. Es hat sich alles so normal angefühlt. Auf dem Markt haben wir dann ein paar Leute von dem ersten Markt wieder getroffen. Da war das schon alles verarbeitet und völlig normal. Bei den Leuten die ich noch nicht gesehen hatte gab es die unterschiedlichsten Reaktionen. Aber nie war sie negativ. Viele Leute kamen im Verlauf des Marktes und haben nach Christins neuem Freund gefragt. Ich saß meistens daneben. Sie hat mich denen die ich nicht kannte vorgestellt und dann die Situation aufgeklärt. Die meisten hatten mich für eine Freundin, aber nicht für die Freundin gehalten. Zwei Märkte die wichtig für mein Ego waren und super gelaufen sind.
Der Wechsel zurück in die alte Rolle für den erste Arbeitstag war dann aber leider alles andere als leicht.

Psych
Auch hier hat sich etwas getan! Nach eingem Suchen habe ich mittlerweile einen Therapeuten gefunden mit dem ich gut auskomme. Wir sind aktuell noch in der Phase in der wir uns kennenlernen. Aber die Ziele der Therapie haben wir schon abgesteckt. Ich möchte mit Ihm zu erst an der HRT und am Outing am Arbeitsplatz arbeiten. Danach dann die VÄ/PÄ angehen. Er hat in dem ganzen Thema Trans Erfahrung und begleitet nicht das erste mal eine Transfrau. Bisher habe ich auch den Eindruck das er sehr genau weiß wie er vorgehen muss. Übermorgen ist der nächste Termin und ich bin schon wieder sehr gespannt wie es weiter geht. Aber das erfahrt ihr erst beim nächsten Eintrag…

Julia

Tharas Befreiung

Autorin: Thara

Das lange Wochenende ist fast vorbei…

Sorry, wenn ich wieder so viel Text schreiben muss, aber ich muss mal einiges niederschreiben, sonst hebe ich noch ab. 🙂

Mit meinen Eltern lief die ganze Woche alles super. Sie stellen nur sachliche Fragen und wollen auch bald schon versuchen, mich mit meinem neuen Namen anzusprechen.
Dieser ändert sich auch noch einmal… Sie haben einen Vorschlag gemacht und er fühlt sich einfach super an: Thara (In Indien: die unendlich liebende). Wobei ich dann offiziell Thara Tanja bei einer PÄ eintragen lassen werde.

War viel unterwegs diese Woche, da ich nur am Mittwoch arbeiten musste und es war einfach nur… kann es nur unfassbar nennen…

Montag früh das erste Mal zu Hause geschminkt und als Frau das Haus verlassen – zum Hausarzt, Rezept holen. Beim Betreten der Praxis kommt mir eine Sprechstundenhilfe entgegen und sagt: „Ui hallo, na das sieht aber gut aus“
Der Hausarzt selbst hat mich auch kurz rein gerufen und meinte nur, das er sich auf der Straße nach einer Frau wie mir umdrehen würde…
Die Freundin meines Cousins hat mich mit Klamotten beschenkt, die ihr zu klein geworden sind, sowie mit Makeup. Donnerstag habe ich mit meiner Frauengruppe einen wunderschönen Tag in Gießen verbracht.
Freitag sind eine Freundin und ich dann spontan nach Frankfurt ins ehemalige Cocoon (jetzt Moon13) zur Ladies Night. Eintritt frei und 30€ Verzehr frei. Dazu gab es eine Karte vom Ladies Member Club (in Pink natürlich)(Freier Eintritt bis Jahresende)

Samstagvormittag Ohrlöcher stechen (bzw. nur frei machen, die alten gingen doch noch) und Augenbrauen zupfen (nur dezent wegen Arbeitsplatz zur Zeit noch). Abends dann auf eine Reggae-Party. Dort habe ich mich zum ersten Mal als Thara vorgestellt und (halt mich mal jemand fest bitte…) ein absolut bezauberndes Wesen kennen gelernt. War natürlich zu schüchtern, aber Sie hat mir jede Menge Komplimente gemacht und ein paar Mal meine Hand gehalten… In ihren Augen hätte ich ertrinken können. Ich weiß nicht einmal ob sie überhaupt lesbisch oder bi ist und hoffe einfach nur, dass ich sie in dem Café bald wiedersehe. Zumindest weiß ich, wie sie heißt…

Die ganze Woche über maximal Leute die 2x hin geschaut haben. Keine komischen Blicke, keine blöden Kommentare!

Es ist einfach unbeschreiblich wie mein Herz aufblüht, könnte letzte Zeit öfter weinen vor Glück. Schon immer habe ich alles geliebt was ist, aber habe mich in meinem männlichen Körper verkrochen und ihn versucht zu zerstören. Langsam findet diese Liebe jetzt einen Kanal nach draußen und sie kommt von allen Seiten zurück.
Ich glaube mein Kopf hat es noch gar nicht richtig kapiert, das kann auch noch ein paar Wochen dauern.

Sollte jemand einen Bleigürtel im Angebot haben, damit ich nicht 10cm über dem Boden schwebe -> kauf ich! 🙂

Ich wünsche allen noch einen wunderschönen Sonntag!

Thara

 

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