Von Xynthia verfolgt.

Sonntag, 28.2.2010.
Ute machte sich am frühen Morgen auf zum Regionalexpress nach Münster, dort fand eine Messe statt mit wichtigen Vorträgen. Es war stark windig und es regnete.

Die Gelegenheit zu einem Ausflug nach Münster griffen wir (Bernadette, Kirsten, Rita und Xenia) gerne auf und verabredeten uns für 11:00 Uhr. Bernadette war so freundlich und spielte Taxi und fuhr uns alle zum Solinger HBf.

Von einem Unwetter war zu diesem Zeitpunkt (noch) keine Spur, ausser starkem Wind und leichtem Regen. Unser Zug kam pünktlich und griff uns auf. Gegen 14:00 Uhr erreichten wir unser Ziel, Münster und es regnete leider.

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Meine kleine Trannytour oder Marina am Rosenmontag in Hilden

Viele unserer Erlebnisberichte sind von erfahrenen Transgendern geschrieben worden. Doch wie ist es für Neulinge, für die es noch nicht so selbstverständlich ist, sich en femme draußen zu bewegen? Im folgenden Beitrag gibt uns unsere Userin Marina einen Einblick in ihre Gefühlslage bei einem ihrer ersten Ausflüge in die Öffentlichkeit.

Mit freundlicher Genehmigung von Marina aus dem Gendertreff Forum

Auf dem Gendertreff Leverkusen am 06. Februar 2010 hatte ich mich kurzfristig entschlossen, am Rosenmontag mit nach Hilden zu kommen. Das war wohl eine echte Kurzschlussentscheidung, denn zur richtigen Vorbereitung war nicht mehr genug Zeit, beruflich bedingt und auch was meine Kleidergröße betrifft (Ich bin nun mal ein 4XL Transgender).

Der Sonntag vor Rosenmontag begann erstmal mit Fingernägel lackieren. Zum ersten mal übrigens. !**********! Nagellack! Mit dem Lackfarben stehe ich irgendwie auf Kriegsfuß. Nach unzähligen Versuchen hatte ich es so halbwegs hinbekommen, zufrieden stellend war es aber nicht.

Montagmorgen bin ich dann viel zu früh aufgewacht, andererseits auch nicht. Noch brauche ich über 2 Stunden zu stylen. Ich hoffe das wird irgendwann mal schneller gehen. Da ich wie gesagt kein richtiges Kostüm hatte, habe ich mir halt ein paar Dinge zusammen gesucht, die wohl eher in die Rubrik Fehlkauf bzw. Abendbekleidung gehören. Nichts tolles, lila Seidenbluse, braun gemusterter Faltenrock im Kiltstil, lila metallic Leggings, fast flache schwarze Stiefel und meinen langen Wintermantel. Eigentlich wollte ich was „höheres“ tragen, aber angesichts der Tatsache, das es geschneit hatte und ich ziemlich viel laufen muss, habe ich mich dann doch für die fast Flachen entschieden.

Was wäre Karneval Feiern, wenn man noch nicht einmal ein Bier trinken kann? Also ist Marina statt mit dem Auto dann eben dem ÖPNV gefahren. Noch eine Premiere, denn auch das zum ersten Mal.

In dem Mietshaus, in dem ich wohne, lebe ich sehr anonym. Daher ist das vor die Tür Gehen für mich mal grundsätzlich kein Problem. Nur im hellen Tageslicht habe ich es noch nie gemacht. Aber was soll’s, es ist Rosenmontag, gerade heute interessiert das garantiert niemanden, ob das Passing gut oder schlecht ist. Ist es schlecht, dann ist es eben ein Karnevalskostüm, ist es gut, na um so besser… So weit wie viele der anderen, zu sagen es ist grundsätzlich egal, so weit bin ich noch nicht. Aber diese Einstellung kommt so ganz langsam, zumindest setzt sich der Gedanke langsam bei mir fest.

Also los geht’s, allen Mut zusammen nehmen und einfach loslaufen. 500 m bis zur Bushaltestelle. Niemand außer mir da und noch gut 5 Minuten Zeit. So stehe ich da an der Haltestelle, Autos fahren vorbei, niemand interessiert sich für mich. Etwa 2 Minuten vor Abfahrt kommt eine junge Frau in Reitkleidung, mustert mich kurz und vertieft sich dann in Ihr Pferde-Buch.

Der Bus kommt pünktlich, einsteigen und 5 Haltestellen weiter raus zum Umsteigen in eine andere Buslinie. Dazu die Kreuzung überqueren und 200 m bis zu anderen Haltestelle. Kostümierte und normale Leute überall, niemand interessiert sich wirklich für mich. Nach 10 Minuten kommt der andere Bus, der mich zum Bahnhof bringt. Wieder 100% pünktlich.

Am Bahnhof dann hätte ich eigentlich ebenfalls ca. 10 Minuten Wartezeit gehabt. Doch die Bahn kommt verspätet. 12 Minuten zu spät um genau zu sein. Oje, hoffentlich bekomme ich noch die S-Bahn am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Der verspätete Zug ist ziemlich voll mit Karnevalisten und solchen die es nicht sind. Ich frage höflich und setze mich dann neben einen Mann in einem Tupfenkostüm. Die Fahrt dauert gut 20 Minuten. Im Zug schaut ein junges Mädchen mehrmals zwischen den Sitzreihen hindurch zu mir rüber. Jedes Mal wenn ich zurück schaue dreht sie ganz schnell den Kopf weg. Dann tuschelt sie, wohl mit Ihren Eltern. OK, also hat sie mich erkannt? Na wenn schon, es ist Rosenmontag.

Die anderen im Zug interessieren sich gar nicht für mich. Umsteigen am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Der Bahnhof ist brechend voll, vor allem mit Karnevalisten. 13:06, die S-Bahn, die ich ursprünglich geplant hatte geht um 13:10, das könnte noch klappen. Jawohl, als ich die Treppen zum Bahnsteig hochkomme läuft die S-Bahn gerade ein. Also hatte ich statt am Bahnhof Düsseldorf am Bahnhof Osterath die Wartezeit absolviert, ist ja egal. Damit bin ich wieder im Zeitplan.

Die S-Bahn fährt pünktlich ab. Es sitzen ein paar Leute im Zug, auch hier wieder, absolut kein Interesse an mir. Nach 16 Minuten läuft die S-Bahn im TBG ein. Insider wissen schon welcher Bahnhof das ist. Gemeint ist natürlich der schon so häufig erwähnte Trannybahnhof Gruiten.

Aussteigen, Endstation für mich. Aus dem Bahnhof raus und kurz Rita anrufen, sie will mir entgegen laufen. Vom Bahnhof sind es etwa 500 m bis zu Ritas Wohnung. Nach gut 300 m kommen Rita und Ava mir entgegen. Rita in Ihrem Funkenmariechen Kostüm und Ava in einem silbernen Cheongsam . Beide sahen toll aus. Nach einer schnellen Begrüßung laufen wir gemeinsam zu Ritas Wohnung. Dort wärmen wir uns erst mal wieder auf. Es ist ja noch Zeit bis wir los müssen.

Da ich wusste, dass ich von hier aus zusammen mit Rita, Kirsten und Ava unterwegs bin, habe ich mir keine weiteren Gedanken mehr über den Fahrplan gemacht. Also zurück zum TBG und von dort in die S-Bahn zum Bahnhof Hochdahl. Da stieß dann auch Ilona zu uns. Gemeinsam sind wir dann zum Bus gelaufen, der uns nach Hilden Stadtmitte bringt. An der dritten Haltestelle sind dann noch Xenia, Ute und Gina zugestiegen.

Wir saßen alle ziemlich weit hinten im Bus. In der letzten Reihe saßen ein paar Jugendliche im typischen Outfit: Baggy Pants, Basecap und Ipod im Ohr. Alle in schwarz. Haben die gekuckt… So einen Trannyauflauf haben die wohl auch noch nie gesehen. Xenia unterhielt sich mit einer älteren Frau im Bus. Ich war etwas zu weit weg um alles mitzubekommen. Jetzt, da ich nicht mehr alleine war, hat es mir auch gar nichts mehr ausgemacht. Das alte Prinzip der Sicherheit in einer Gruppe.

Im Zentrum von Hilden sind wir ausgestiegen und zum Karnevalszug gelaufen. Dort warteten schon Josi und Sarah auf uns. So, jetzt sollte der Karneval in Hilden wohl losgehen. Die Zugspitze war jedenfalls schon da. Von unserem Stehplatz aus war der Zug jedoch nicht so toll zu sehen, denn wir standen ziemlich weit hinten.

Nach einiger Zeit waren alle durchgefroren und so wurde beschlossen, dass wir uns auf den Weg zum Restaurant Pegasus machen. Der Zug lief aber noch. Unterwegs bin ich dann noch auf dem schlecht geräumten Bürgersteig gestürzt. Gott, war mir das peinlich im ersten Moment, diese blöden glatten Sohlen. Aber alle haben sich nur Sorgen um mich gemacht. Es war aber nichts passiert, außer dass meine Perücke verrutscht war.

Im Pegasus gab es erstmal Verwirrung über die Sitzordnung. Nachdem sich die meisten schon gesetzt hatten, sollten wir dann doch wo anders hin. Na ja, nach ein paar Minuten war das auch geklärt. Alle bestellten Ihr Essen und es wurde in gemütlicher Runde gespeist. Dann sind die Raucherinnen erst mal raus und ich zum Makeup-Nachbessern runter zur Toilette. Auf dem Weg nach unten kam mir ein junges Mädchen entgegen und sagte alle Toiletten sind besetzt. Damit hat sie mir, ohne es zu wissen, ein nettes Kompliment gemacht. Denn sie hat mich für das genommen, was ich sein will: Eine Frau.

Dann wurde die Tischrunde aufgelöst und alle sind nach vorne zur Theke. Da gab es aber nur 4 Sitzplätze für uns. Der Rest musste stehen. Die anderen anwesenden Gäste haben uns vielleicht komisch angesehen, oder bilde ich mir das nur ein? Alleine hätte ich wahrscheinlich Panik bekommen, aber so, in der Gruppe ging es. Es wurde viel geredet, einige fingen an zu Tanzen zur üblichen Karnevalsmusik. Ich saß die meiste Zeit da, unterhielt mich mit praktisch jeder einmal und genoss ein Alt nach dem anderen. Rita forderte mich mehrmals auf, doch mitzutanzen, aber irgendwie traute ich mich nicht. Ich bin doch so steif.

Dann wurde ich auch noch von Utes Bruder zum Tanzen aufgefordert, was ich aber sehr bestimmt abgelehnt habe. Da spielt das Kopfkino dann doch wieder Armageddon – Der Untergang der Welt. Nach 6 Alt war mir es dann aber auch egal und ich bin dann doch mit zum Tanzen gegangen. Und was für einen Spaß ich hatte. Wann habe ich zum letzten Mal getanzt? Oje, das war noch auf der letzten Schulfete, so lange ist das schon her. Sch*** Schüchternheit. Offensichtlich brauche ich dann doch noch etwas Starthilfe um locker zu werden. Nicht, dass mich 6 große Alt jetzt aus der Bahn werfen würden, beileibe nicht. Aber es hilft. So kam Utes Bruder dann doch noch zu einem Tanz mit mir.

Der Rest des Abends verging wie im Flug mit Tanzen und Reden. Dann verabschiedeten sich zuerst Gina, Xenia, Ute, Josi, Sarah und Ilona. Rita, Kirsten, Ava und ich blieben noch ein paar Minuten, wir hatten noch Zeit bis wir wieder zur S-Bahn mussten. Ava hatte mir angeboten, mich mit dem Auto nach Hause zu fahren, wir mussten aber erst zurück zum TBG.

Also sind wir gegen 22:00 Uhr losgelaufen, um die S-Bahn nach Solingen zu erwischen. In Solingen wollten wir umsteigen, nur hatte der Zug zum TBG laut Ansage 45 Minuten Verspätung. Was sollten wir also tun? Am Bahnhof gibt es einen McDonald’s. Also auf einen Kaffee zum Fastfood Restaurant. Viel los war nicht und irgendwie hat es mir auch nichts mehr ausgemacht, dass ich angesehen wurde. So warteten wir unsere Zeit ab, im McDonald’s war es wenigstens schön warm. Besonders Ava mit Ihrem Kleid und Pumps hatte da zu leiden.

Wieder einmal: Die Bahn kommt … noch später. Aus 45 Minuten Verspätung wurden dann 75 Minuten. Die letzte halbe Stunde haben wir dann am Bahnsteig gestanden und gefroren. Arme Ava, mit ihrem dünnen, hoch geschlitzten Kleid hat sie am meisten gelitten. Der Rest verlief dann ziemlich unspektakulär. Am Trannybahnhof Gruiten raus, in Ritas Wohnung kurz aufgewärmt und dann mit Ava im Auto zurück nach Hause. So bin ich dann um fast 1:00 Uhr zu Hause angekommen. Noch abschminken und ab ins Bett.

Alles in allem war es ein wunderschöner Nachmittag und Abend für mich. Das hat meinem Selbstvertrauen wieder einen kräftigen Schub gegeben. Es macht so viel Spaß mit Freundinnen auszugehen. Das macht echt süchtig nach mehr.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch ganz herzlich bei Rita, Kirsten und Ava bedanken. Einfach dafür, mich ein bisschen „an die Hand“ genommen zu haben und mich einfach mitzuziehen. Noch brauche ich das, obwohl es mir schon so viel leichter fällt. Ich stamme halt nicht aus dem Rheinland. Die berühmte rheinische Fröhlichkeit war mir bisher fremd. Die Mentalität in meiner Heimat ist eher mehr so wie die der Westfalen. Stockkonservativ, humorlos und steif. Obwohl meine Heimatstadt sogar als Karnevalshochburg in Hessen gilt. Aber das sind die Städter, ich bin stamme vom Land. Deshalb habe ich wohl auch so lange zum „auftauen“ gebraucht.

Eure Marina

PS von Ava: So kalt ist auch ein recht dünnes Kleid mit ordentlicher Winterjacke sowie zwei 60den Thermo-Strumpfhosen dann auch wieder nicht. 😉

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Eine wahre Geschichte von Vertrauen, Liebe und vielen Gefühlen

aber auch eine Liebeserklärung

Autorin: Gitta

Es war an einem Samstag vor etwa 10 Jahren, als ich in einem kleinen Familienbetrieb in der Dienstleistungsbranche Frühdienst hatte. Gitta war bestimmt damals schon in mir, aber zur damaligen Zeit noch lange nicht geboren, vielleicht eher verdrängt, auf jeden Fall aber undenkbar.

Chef und Chefin verabschiedeten sich wie immer gegen Mittag ins Wochenende, als die Chefin noch schnell sagte: „Ach übrigens, heute kommt dich eine neue Mitarbeiterin ablösen. Bleib noch etwas länger, zeig ihr alles und dann kannst du auch gehen.“

„Naja,“ dachte ich, „ist ja nicht viel, dauert vielleicht höchstens eine Stunde, damit kann man leben.“

Pünktlich erschien die neue Kollegin, ich erklärte ihr alles und ging dann – nein, nicht nach Hause. Ich kann es bis heute nicht erklären, aber irgendetwas zwang mich dazu, bei ihr sitzen zu bleiben.

Sie war damals verheiratet und hatte eine kleine Tochter und ich war zu der Zeit bereits etwa sieben Jahre Single.

Die Einarbeitungszeit verlängerten wir auf mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate und wie es nun mal in kleinen Betrieben üblich ist, kam man natürlich auch ins Gespräch über banale Alltagsdinge. Aber schon sehr bald entwickelte sich zwischen uns ein wunderbares, unbeschreibliches Vertrauensverhältnis. Da hatten sich zwei Menschen gefunden, die sich gegenseitig zuhörten und sich alles, wirklich alles erzählen konnten, aber wir verstanden uns auch ohne Worte. So etwas hatte ich zuvor noch niemals erlebt! Innerlich fieberte ich die ganze Woche den Samstagnachmittagen entgegen.

Mittlerweile hatte ich natürlich auch ihre Familie kennengelernt und verstand mich auch gut mit ihrem Mann und ihrer Tochter.

Aber dann geschah etwas, was ich lange Jahre verflucht hatte: Wir merkten, dass wir uns gegenseitig „gefährlich“ werden konnten. Eine Beziehung oder gar eine Ehe ist für mich etwas ganz Besonderes, und so etwas macht man nicht durch eine Dummheit kaputt und so brach ich den innigen Kontakt zu ihr weitgehend ab. Es kam sogar soweit, dass ich ihrem Mann versuchte aus dem Weg zu gehen und nicht geradewegs in die Augen sehen konnte, obwohl zwischen meiner Kollegin und mir niemals mehr gewesen ist als zuhören und reden.

Da wir aber alle im gleichen Ort wohnten, zeitweise sogar in unmittelbarer Nachbarschaft, war es nicht möglich, sich nicht zu begegnen, gelegentlich war ich sogar gern gesehener Gast in deren Hause, ihr Mann konnte ja schließlich nicht wissen, was los war. Aber die Zeit heilt ja auch bekanntlich alle Wunden.

Vor gut drei Jahren wurde dann die Gitta in mir geweckt und wollte nach draußen. Durch das Internet merkte ich schnell, dass ich nicht alleine war und meldete mich auch im Gendertreff–Forum an und fand hier schnell eine Menge ganz liebe Freundinnen.

Aber gleichzeitig verspürte ich auch den unbändigen Wunsch, meiner damaligen Kollegen von meinem zweiten Ich zu erzählen. Aber aus Rücksicht auf ihre Familie, sie hatte inzwischen eine weitere Tochter, aber auch aus Angst vor ihrer Reaktion und aus Angst vor mir selber habe ich es nicht geschafft. Der Kontakt blieb weiter nur freundschaftlich bis vor gut eineinhalb Jahren ihr Mann starb. Ich besuchte sie noch einmal und dann brach der Kontakt zwischen uns völlig ab.

Am 10. November diesen Jahres liefen wir uns dann zufällig – oder war es vielleicht Schicksal? – auf einem Parkplatz über den Weg. Wir standen vielleicht eine halbe Stunde dort und redeten über alles Mögliche, auch darüber, dass man auch ohne Partner ein glückliches Leben führen kann, so wie ich es ja seit nunmehr 17 Jahren gewohnt bin. Aber wir redeten auch über eines der neumodischen Freundeforen, in dem wir beide zufällig angemeldet sind, ohne es voneinander zu wissen.

Und über dieses Freundeforum schrieb sie mir am 14. November, als ich gemütlich beim Candlelight – Dinner saß, eine Nachricht. Darin erzählte sie mir zum ersten Mal über ihre Gefühle von vor zehn Jahren, aber auch dass dies ja nun Vergangenheit sei und sich gelegt habe.

Durch ungünstige Umstände las ich ihren Text erst zwei Tage später – ich möchte nicht selbst erleben, was in ihr während dieser Zeit ohne Antwort vorging.

Diese ehrlichen Worte ließen mich spüren, dass ich dieser Frau immer noch ohne jegliche Gefühle meinerseits vertrauen konnte und es war auf einmal wieder sehr wichtig für mich, ihr von Gitta zu erzählen. Ich fühlte und war mir sicher, dass sie mein zweites Ich vielleicht tolerieren, zumindest aber mir zuhören würde.

Ich antwortete dann, dass ich auch damals aus genau demselben Grund wie sie den Kontakt zu ihr abgebrochen hatte und ihr auch etwas zu beichten hätte, was ich ihr aber persönlich sagen wollte.

Nun gab es kein Zurück mehr, allerdings platzte der erste ausgemachte Termin aus zeitlichen Gründen, aber eine Woche später, nämlich am 27. November war es dann soweit.

Ich packte alle Fotos von mir ein, einen Flyer sowie die „Zwei Seelen“ – CD .

Hätte sie nicht nachgefragt, ich hätte wahrscheinlich wieder gekniffen, zu lange war die Zeit, in der ich mich auf das Gespräch vorbereiten und über mögliche Reaktionen nachdenken konnte.

Aber dann war es zu spät. Also zeigte ich ihr ein Foto von mir und stammelte unsicher: „Es handelt sich um diese Frau .“ Sie schaute auf das Bild und was dann kam schockte mich total, brach aber auch gleichzeitig das Eis. Ich höre es noch ganz deutlich wie sie nur sagte: „Das kleidet dich aber gut.“ Als ich mich wieder gefangen hatte fragte ich sie, woher sie das wüsste und sie antwortete: „Ich hatte das Gefühl, dass es das ist, was du mir zu beichten hast.“

Es wurde ein sehr langer Abend und wir beide redeten viel über uns, genauso, wie wir es vor zehn Jahren getan haben und plötzlich war sie wieder da, diese wunderbare unbeschreibliche Vertrautheit. Und doch war etwas anders, es war etwas merkwürdiges passiert. Ohne dass wir darüber sprachen und ohne es voneinander zu wissen ist genau das eingetreten, was wir weit von uns gewiesen haben: Bei uns beiden hat es den totalen Blitzeinschlag gegeben.

Nun, an diesem Abend verabschiedeten wir uns voneinander so wie in den letzten Jahren, wir vermieden es jedoch, uns zu berühren und in die Augen zu sehen, versprachen uns lediglich, den freundschaftlichen Kontakt zwischen uns aufrecht zu erhalten.

Aber es kam, was kommen musste, es folgten nächtelange Telefonate, bis wir uns endlich gegenseitig – und auch wieder gleichzeitig – unsere Liebe eingestanden.

Und ganz ehrlich, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Vertrauen, Zuneigung, Geborgenheit, Einfühlungsvermögen, Zärtlichkeit und Gefühle erfahren, wie ich es mit meiner damaligen Kollegin aber heutigen Partnerin Manu erlebe.

Ich bin froh und glücklich, sie nach so langer Zeit wieder gefunden zu haben und möchte meinen Schatz nie wieder loslassen.

All die Jahre hat mir nichts gefehlt, ich habe auch nie etwas vermisst, aber heute weiß ich endlich, worauf ich mein ganzes bisheriges Leben lang unbewußt gewartet habe.

Gitta

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Gendertreff next Topmodels – Ein Tag im Fotostudio

Wir, Ava, Bernadette, Ute, Xenia und ich, trafen uns in Gruiten und fuhren um 10.45 Uhr nach Solingen zum Fotostudio. Während der Fahrt ging mir so einiges durch den Kopf. Habe ich alles? Und nichts vergessen? Naja, man kann ja nie wissen. Nach ca. 10 min. Fahrt kamen wir an und wurden herzlich begrüsst.

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Von Schifffahrt und Transgendern

Mit freundlicher Genehmigung von Gina Ginelli.

Es war einmal im April 2009 als ich mit meiner Frau zum Drachenfels fuhr. Als wir nach einem schönen Tag so langsam nach Hause fahren wollten, kamen wir auf dem Weg zum Auto an dem Rheinanleger der KD Bonn vorbei, wo uns ein Fahrplanständer auffiel. Da waren noch Fahrpläne für das Jahr 2009 angeschlagen. Als meine Frau dies durchlas blieb sie mit dem Blick auf Oktober 2009 hängen. Mit dem Kommentar: „Das könntet ihr ja auch mal machen!" las sie vor: „Am 10ten Oktober Travestieshow und Disco.“ So entstand die Idee zu dieser Tour. Also rief Gina im Gendertreff Forum zur Travestie Tour mit Disco auf.

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Xenia gemalt

Hallo,
hier an dieser Stelle noch einmal einen lieben Dank an Bernadette, die ein wunderschönes Bild von mir gemalt hat.

Gemeinsam sind wir zum Bauhaus gefahren und haben mit der Verkäuferin gefachsimpelt welches Passepartout und welchen Rahmen wir zu dem Bild nehmen sollten.
Gefunden und in Auftrag gegeben. Am Mittwoch dann der Anruf, dass das Bild fertig sei. Also Abends hin und bis zur Kasse gekommen. Aber ach du Schreck, ein dicker Kratzer in dem Glas. Wieder zurück und die Fachfrau nahm das Bild wieder unter ihre Obhut. "Sie können es am Donnerstag abholen."

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Köln im Rock

Eine Tranny(kul)tour

Erlebt und geschrieben von Gitta

Anno 2009, am 5. Tag im September, fünf Minuten vor dem vierten Glockenschlag am Nachmittag. Es regnet in Strömen, Köln zeigt sich von seiner grauesten Seite. In der Stadt herrscht das übliche Gewimmel von Touristen aus der ganzen Welt aber auch Familien, die schwerbepackt ihren Samstagseinkauf erledigen. Um den Dom herum irren bereits zum fünften Male vier Frauen mit einem Stadtplan in der Hand suchend umher. Reporter Günni hat mal wieder Wochenenddienst und hat seine Laune in hervorragender Weise dem Wetter angepasst.

Doch plötzlich passiert es:

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Spontan als Frau unterwegs

Am letzten Wochenende hatte Hannelore (Krabbe) ein schönes Erlebnis, das sie hier mit uns teilen möchte.

Da ich auf Werbe-Tour nach Bad Zwischenahn musste, fiel mir ein, unsere Userin „Sternschnuppe“ mal zu besuchen. So hatte ich sie einige Tage vorher angeschrieben.

Ich hatte die Arbeit erledigt, also ging es ab zum Hotel: Aufbrezeln und anziehen. Aber da ich mir nicht so ganz sicher war, hatte ich es vorgezogen mich im Zug zu schminken. Auch bin ich diesmal nicht in Rock gefahren. Eine Damenjeans tut es eben manchmal auch.

Dann habe ich auf den Zug gewartet. Doch diesmal war ich nicht alleine auf dem Bahnsteig. Er füllte sich mit immer mehr Menschen und bei mir kam ein wenig Nervosität auf. Aber da musste ich jetzt durch, denn ich wollte ja nach Bremen.

Im Zug ging ich auf die Toilette und habe mich als Frau zurecht gemacht. Es ist immer etwas schwierig in der Enge der Zugtoilette. Auch das Schminken bei dem Schaukeln des Zuges ist natürlich eine echte Herausforderung. Aber es klappte.

Dann raus aus der Toilette und hoffen, dass kein Bekannter im Waggon ist. Da alle Plätze immer noch belegt waren, habe ich mich auf die Treppe zum oberen Teil gesetzt. So habe ich dann die Fahrt nach Bremen ausgehalten.

Als ich in Bremen ankam, hatte der Zug wie so oft Verspätung. Ich dachte nur: „Hoffentlich ist die neue Freundin noch da.“ Aufmerksam bin ich in Richtung Ausgang gegangen. Da stand sie, das Handy in der Hand. Vermutlich hätte gleich mein Handy geklingelt.

Sie war sehr erfreut, so wie auch ich. Leicht nervös umarmte ich sie und fragte nach meinem Aussehen, ob es recht ist. Sie fragte mich, was wir machen wollten.

Das alles geschah unter den vielen Blicken der Menschen im Bahnhof. Aber ich habe es nicht bemerkt und genoss es, eine neue Freundin persönlich kennen zu lernen, die ich ja bislang nur aus unserem Forum kannte. Wie ich immer sage: „E s war wieder nichts los“ im Hauptbahnhof in Bremen. 😉

So haben wir uns ein Lokal gesucht, wo wir etwas getrunken und uns über alles Mögliche unterhalten haben. Die Zeit verrann. Nach einiger Zeit meinte „Sternschnuppe“, dass wir wegen der lauten Musik doch wieder gehen sollten. Wir könnten so auch gleich am Bahnhof nachschauen, wann unsere Züge fahren.

So sind wir dann in die Bahnhofhalle gegangen, haben wegen unserer Zugverbindungen nachgeschaut und gesehen, dass wir noch Zeit hatten. Also beschlossen wir, eben noch einen Kaffee zu trinken.

Dabei haben wir weiter gequatscht und plötzlich, ich weiß nicht warum, war es Zeit, zum Bahnsteig zu gehen. Aber es war zu spät. Der Zug setzte sich in Bewegung – ohne mich. So brachte ich meine neue Freundin zu ihrem Bahnsteig.

Das alles als Frau. Es war herrlich.

Dann habe ich nachgeschaut wo ich mich umziehen und abbrezeln konnte, da ich ja nun nicht als Frau alleine im Nachtzug fahren wollte.

Alles klappte, aber ich musste nun eben einen Ersatzzug nehmen. Leider fuhr dieser Zug nicht ganz bis zu meinem Ziel und ich musste den Rest mit einem Taxi fahren. Aber es war gut, dass ich da nicht mehr als Frau unterwegs war. Denn im Zug waren einige betrunkene Jugendliche und ich weiß nicht, wie sie reagiert hätten und was passiert wäre.

Aber insgesamt war es ein schöner, spontaner Abend. Ich habe eine neue Freundin kennengelernt und konnte kurzfristig mal wieder Frau sein.

Hannelore

 

Zur Inhaltsübersicht

Trannytours nach Belgien

Endlich war es soweit. Nach vielen wochenlangen Vorbereitungen und Planungen war die Clique um Ava, Ginny, Gitta, Hannelore, Ute, Kirsten, Rita und Xenia startklar für das Abenteuer-Wochenende in Belgien.

Freitag gegen 14:00 Uhr landeten wir schließlich an der Nordsee und uns war noch nicht klar wie denn die Belgier auf uns reagieren würden, besonders wenn wir so geballt auflaufen. Im Städtchen kauften wir noch Getränke *fg und Frühstückscerealien. Um 15:00 Uhr schließlich konnten wir im Bungalowpark einchecken, was übrigens problemlos von statten ging.

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