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Transgeschlechtlichkeit ist keine Krankheit

Die Generalversammlung des Weltärztebundes hat auf Initiative der deutschen Bundesärztekammer am vergangenen Wochenende in Moskau beschlossen, Transgeschlechtlichkeit nicht länger zu pathologisieren…………..

………….Die Weltgesundheitsorganisation plant die Klassifikation in der neuen ICD-10 Liste, die 2017 in Kraft treten soll, zu ändern………………..

 

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>> Quelle: Queer.de

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Anders als erwartet

Authorin: Nathalie

2015:

Man sagt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und wenn wir ehrlich sind, stimmt es auch.

Ist es nicht bei allen Menschen üblich, wenn wir etwas erklärt bekommen, dass sofort ein Bild im Kopf entsteht, welches unseren Vorstellungen entspricht? So sind für Vorurteile alle Voraussetzungen gegeben und das Kopfkino nimmt seinen freien Lauf.

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Fotos vom Gendertreff auf der Paracelsus Messe Düsseldorf 2015

Wie angekündigt hat sich der Gendertreff mit einem Infostand an der Paracelsus Messe Düsseldorf 2015 beteiligt. Erstmals fand die Düsseldorfer Gesundheitsmesse nicht im Kongresszentrum der Messe, sondern in den Alten Schmiedehallen auf dem Gelände des Areal Böhler Düsseldorf statt. Neben dem stylischen Standort mit jeder Menge alter Industriekultur gab es eine weitere Neuerung: Denn die Messe wurde auf drei Ausstellungstage verlängert, so dass wir von Freitag, den 16.10. bis Sonntag, den 18.10.2015 unseren Infostand aufbauen konnten.

Der enge Aufbau deutet es bereits an: Die Düsseldorfer Selbsthilfe-Organisationen durften sich kostenlos auf einem Gemeinschaftsstand präsentieren. Leider war der Platz extrem eng bemessen, so dass sich 5 Organisationen einen Standplatz von 6 Quadratmetern teilen sollten.

Da am ersten Messetag nur vier Selbsthilfeorganisationen vertreten waren, hatten wir jedoch die Möglichkeit, uns etwas mehr auszudehnen. Und so machten wir eben das Beste aus der ungünstigen Standsituation, bei der wir sogar auf dem engen Messestand in zweiter Reihe platziert waren.

Erstmals stellten wir neben der Aktion Transidentität am Arbeitsplatz auch die Aktion anders als erwartet vor. Dabei präsentieren wir Fotos transidenter Menschen vor und nach der Transition.

Hier sehen wir das Messeteam vom Freitag, 16.10.2015: Stefanie, Ava und Nathalie. Aber auch Tanja aus dem Gendertreff-Forum kam uns am Stand besuchen.

Auf dem folgenden Foto sieht man deutlich: Die Location war stylisch, aber unser Standplatz war extrem beengt. Außerdem waren am Freitag eher wenige Besucher unterwegs. Dennoch nutzten wir die Zeit für teils intensive Gespräche mit anderen Standbetreibern, so dass auch am Freitag eine fundierte Öffentlichkeitsarbeit möglich war.

Nur mit dem Messestand waren wir natürlich unzufrieden. Ob wohl eine Verbesserung der Stand-Situation möglich war? Und tatsächlich: Wir hatten auf dem Messegelände eine freie Standfläche ausgemacht. Die Messeleitung war sehr hilfsbereit, denn offenbar hatte man seitens des Veranstalters den Standaufbau der Düsseldorfer Selbsthilfe-Organisationen unterschätzt. Und so konnten wir am Ende des ersten Messetages tatsächlich einen neuen Standplatz beziehen. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an das Organisationsteam der Paracelsus Messe. Denn obwohl wir Ehrenamtlichen unsere Standplätze ja kostenlos erhalten, half man uns tatkräftig und mit großem Engegement.

Und so wanderten wir nach Messeschluss um 18:00 Uhr zu einem neuen Standplatz, den wir uns lediglich mit einer weiteren Selbsthilfeorganisation teilen mussten.

Schnell war der Stand am neuen Platz wieder aufgebaut. Und wahrlich: Dieser Standort war um Klassen besser. Direkt an einer Kreuzung zweier Messewege und am Übergang zur parallel stattfindenden VeggieWorld. Unverhofft hatten wir so – unserem Verhandlungsgeschick sei Dank – einen der besten Standplätze der Messe ergattert. 🙂

Samstag, 17.10.2015 – Tag 2 der Paracelsus Messe Düsseldorf. Der Gendertreff-Stand ist hergerichtet, die Besucher können kommen.

Noch herrscht die Ruhe vor dem großen Sturm.

Auf dem folgenden Foto sieht man noch einmal die voerher-nachher-Bilder unserer Aktion anders als erwartet. Die Aktion kam bei den Besuchern der Messe sehr gut an. Die Messegäste äußerten sich durchweg positiv über unseren offenen, sachlichen und informativen Umgang mit dem komplexen Thema Transidentität.

Xenia posiert neben ihren vorher-nachher-Bildern.

Doch dann füllten sich die Messehallen langsam mit Besuchern. Der zweite Messetag konnte richtig durchstarten.

Kaum waren die ersten Besucher da, wurden auch schon Gespräche am Gendertreff-Stand geführt.

Rita und Ava am Gendertreff-Stand.

Immer wieder lasen Besucher aufmerksam die ausgestellten Informationen durch.

Hier sieht man Nathalie im Gespräch mit Standbesuchern.

Wie man sieht, war am Samstag, dem zweiten Tag der Paracelsus Messe in Düsseldorf, richtig viel los. Ab Mittags wurden wir regelrecht von Besuchern überrollt. Das Gendertreff-Standpersonal hatte keine freie Minute mehr.

An Pausen war jedenfalls nicht zu denken. Ab ca. 13:00 gab es über 4 Stunden lang Gespräche im Dauereinsatz.

Wir verteilten Flyer-Pakete mit Erklärungen zum Begriff Transgender und zu unserer Aktion Transidentität am Arbeitsplatz

… und führten Gespräche ohne Ende.

Sonntag, 18.10.2015 – Tag 3 der Paracelsus Messe in Düsseldorf. Der Gendertreff-Stand ist wieder hergerichtet wartet auf Besucher.

Und kaum waren die ersten Besucher da, gab es auch schon wieder Informationsgespräche am Gendertreff-Stand.

Manche Besucher der VeggieWorld hatten gar nicht gewusst, dass neben der VeggieWorld auch die Paracelsus Messe stattfand. Sie wunderten sich mitunter, warum Transgender auf einer Veganermesse einen Stand haben. Denn sie hatten gar nicht bemerkt, dass sie auf das Gelände der Gesundheitsmesse gelaufen waren. Das war natürlich ebenfalls ein guter Gesprächsaufhänger: „Es gibt sicher auch jede Menge vegan lebende Transgender.“ 😉 Gut also, dass unser Standplatz genau am Übergang zwischen Veganer- und Gesundheitsmesse war.

Und so kamen wir immer und immer wieder mit Messebesuchern ins Gespräch.

Natürlich hatten wir auch unsere Gendertreff-Ballons wieder dabei. Hier sieht man Nathalie und Stefanie beim „Ballon-Dienst“. Die Gendertreff-Ballons fanden bei den Kindern auf der Messe reißenden Absatz und so sah man während aller Messetage jede Menge kleine Besucher der Paracelsus Messe und der VeggieWorld mit Gendertreff-Ballons. Die Eltern erhielten dagegen unsere Infoflyer.

Gegen Nachmittag wurde es auch am dritten Messetag wieder richtig voll.

So konnten wir wieder viele Messebesucher über Transidentität informieren.

Zum Teil dauerten die Gespräche richtig lange.

Hier sieht man Nathalie im Gespräch mit Messeteilnehmern.

Das Thema Transidentität stieß auf reges Interesse und so konnten wir viele Besucher des Gendertreff-Stands über Transidentität informieren.

Auch das heitere „vorher-nachher-Suchen“ kam richtig gut an.

Und so führten wir bis zuletzt viele intensive Gespräche, bis wir um 18:00 Uhr mit Messeschluss den Gendertreff-Stand wieder abbauten.

Hinter uns lagen drei anstrengende Messetage, an denen wir fast 2.000 Flyer verteilten und zahllose Gespräche führten. Da parallel zum letzten Messetag auch unser Selbsthilfetreffen Gendertreff Düsseldorf stattgefunden hatte, fuhr das Messeteam noch zum Abendessen ins Kaisershaus nach Düsseldorf-Hubbelrath, wo wir freudig von den verbliebenen Besuchern unseres Selbsthilfetreffens empfangen wurden. Gemeinsam ließen wir die erfolgreiche Messe bei einem guten Abendessen ausklingen.

Wir hoffen, dass die Paracelsus Messe auch in 2016 wieder Standflächen für die Düsseldorfer Selbsthilfe-Organisationen zur Verfügung stellt und bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich beim Veranstalter der Paracelsus Messe für die vorbildliche Zusammenarbeit und die Möglichkeit, Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Transidentität leisten zu können. Gerne sind wir auch 2016 wieder dabei.

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Gendertreff auf der Paracelsus Messe Düsseldorf 2015

Düsseldorf, 16.10. – 18.10.2015. Bereits zum dritten Mal wird sich der Gendertreff mit einem Stand an der Paracelsus Messe in Düsseldorf beteiligen. Die Paracelsus Messe ist eine Gesundheitsmesse, die seit 2012 in Düsseldorf stattfindet. Mit 60 Ausstellern und über 10.000 Besuchern in 2014 gehört die Paracelsus Messe nach eigenen Angaben zu den führenden Gesundheitsmessen in Deutschland.

Die Düsseldorfer Selbsthilfegruppen bekommen regelmäßig die Möglichkeit, einen eigenen Infostand einzurichten. In diesem Zusammenhang nutzte der Gendertreff bereits die Paracelsus Messen 2013 und 2014 zu intensiver Öffentlichkeitsarbeit. Denn das Thema Trans* und Medizin deckt einen großen Teil der Problematik rund um Transidentität ab. Wie das Foto aus dem Jahr 2014 zeigt, finden am Gendertreff-Infostand immer rege Gespräche statt.

Paracelsus-Messe-2014(4)

Erstmals findet die Paracelsus Messe Düsseldorf auf dem Areal Böhler in den Alten Schmiedehallen statt. Die alte Böhler-Stahlfabrik wurde zu einem modernen Event-Zentrum umgestaltet. Das Areal Böhler bietet ausreichend Parkplätze und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Der Infostand des Gendertreff befindet sich auf der Standfläche C3, zwischen Eingangsbereich und Paracelsus Bühne. Die Messe ist am Freitag, den 16.10., am Samstag, den 17.10. und am Sonntag, den 18.10.2015 jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

AREAL BÖHLER Düsseldorf
Hansaallee 321
40549 Düsseldorf

INHALTSVERZEICHNIS

Polens Transgender weiter ohne Transsexuellen Gesetz

Im Juli 2015 wurde im polnischen Parlament das erste Transsexuellen Gesetz (TSG) des Landes verabschiedet. Initiatorin war die erste transsexuelle Sejm-Abgeordnete Anna Grodzka.

Bisher waren zwar Personenstandsänderungen möglich, aber nur in langwierigen Verfahren und ohne klare Regelungen. Zum Beispiel wurden die Geburtsurkunde und ähnliche Dokumente nicht geändert und eine Diagnose nach WHO-Kriterien war notwendig.

Ähnlich wie in Deutschland, sollte nach dem neuen Gesetz, auch ohne die operative Geschlechtsanpassung, die Geburtsurkunde und andere Dokumente geändert werden. Zwei unabhängig voneinander erstellte Gutachten von Psychologen sollten dann nötig sein und zwischen Antrag und Anerkennung dürfen höchstens drei Monate vergangen sein. Anders als hierzulande, dürfen die Antragsteller jedoch nicht verheiratet sein.

Die Organisation Trans-Fuzja bezeichnete das Gesetz als „großartigen Sieg für Trans-Rechte“. Zum ersten Mal hätten polnische Abgeordnete Transsexuellen aktiv geholfen, „die Selbstbestimmung über ihren Körper“ zu erlangen, obwohl es noch einige Einschränkungen gäbe.

Damit das Gesetz im Januar 2016 in Kraft treten kann, musste es noch vom Senat bestätigt und vom Präsidenten unterzeichnet werden.

Im August stimmte der Senat für den Entwurf, aber leider hat der polnische Präsident im Oktober mit scheinheiligen Argumenten und seinem Vetorecht, das Gesetz gekippt.

 

In den letzten Jahren haben mehr und mehr europäische Länder ihre Transsexuellen Gesetze überarbeitet und modernisiert. So sind meist keine operativen Geschlechtsangleichungen mehr erforderlich. Auch können Ehepartner ihre Ehe weiterführen und müssen sich nicht mehr scheiden lassen.
Dänemark, Malta und Irland verlangen sogar für eine Anerkennung des Identitätsgeschlechts keine Gutachten mehr.

 

Das Transsexuellen Gesetz in Deutschland stammt aus dem Jahr 1981 und wurde vom Bundesverfassungsgericht bereits mehrfach für verfassungswidrig erklärt. Die Zwangsoperationen wurden verboten und die Scheidung einer bestehenden Ehe wurde aufgehoben. Wie im polnischen Gesetz vorgesehen, sind hierzulande aber auch noch zwei Gutachten notwendig.
Schon lange fordern Trans*-Organisationen eine Modernisierung des Transsexuellen Gesetzes (TSG) in Deutschland.

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Fotos vom Gendertreff auf dem Selbsthilfetag Düsseldorf 2015

Am Samstag, 05.09.2015 fand auf dem Schadowplatz in Düsseldorf der Selbsthilfetag 2015 statt. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Geisel hatten die Düsseldorfer Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, ihre Arbeit interessierten Bürgern vorzustellen.

Wie angekündigt nahm auch der Gendertreff am Selbsthilfetag teil. Denn die Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte wurde am 17.10.2004 in Düsseldorf gegründet und betreibt bis heute in der NRW-Landeshauptstadt das Selbsthilfetreffen Gendertreff Düsseldorf, das somit zum etablierten Selbsthilfe-Angebot in Düsseldorf gehört.

Vor dem Selbsthilfetag trafen sich Vertreter der Düsseldorfer Selbsthilfegruppen zu einem gemeinsamen Pressefoto vor dem Haus der Universität auf dem Schadowplatz. Wer genau hinsieht, erkennt Stefanie aus dem Gendertreff-Team in der hinteren Reihe links.

 

Der Selbsthilfetag Düsseldorf 2015 begann wie alle Aktionen rund um unsere Öffentlichkeitsarbeit: Mit dem Standaufbau. Die Stadt Düsseldorf stellte Pavillons, in denen jeweils zwei Selbsthilfegruppen ihren Infostand aufbauen konnten. So war der Standaufbau ungewöhnlich schnell bewerkstelligt.

Leider spielte das Wetter nicht ganz mit. Es war kalt und es wehte ein kräftiger Wind. Und so war Ava zunächst damit beschäftigt, das Roll-up mit der Darstellung unserer Leistungen rund um Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit für transidente Menschen und ihre Angehörigen gegen den heftigen Wind zu sichern.

Xenia brachte derweil den restlichen Stand auf Vordermann und somit konnte der Selbsthilfetag in Düsseldorf beginnen.

Der Schadowplatz mit dem Haus der Universität befindet sich mitten in der Düsseldorfer Innenstadt. Dementsprechend füllte sich der Platz trotz des bescheidenen Wetters nach und nach mit Menschen, die zum Shoppen nach Düsseldorf gekommen waren und sich nebenbei auch über das Angebot der Düsseldorfer Selbsthilfegruppen informieren konnten. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, zahlreiche Mitmach-Aktionen und Vorträge auf der Bühne und im Haus der Universität lockten Besucher auf den Platz, so dass wir bald alle Hände voll zu tun hatten: Am Gendertreff-Stand wurden zahllose Gespräche geführt, bei denen wir über Transidentität aufklären konnten. Zudem verteilten wir zahlreiche Flyer zu unserer Aktion Transidentität am Arbeitsplatz.

Das folgende Foto zeigt: Zwischendurch gab es immer mal wieder Regengüsse. Allerdings hatte das „Düsseldorf-Team“ mehr Glück als das „Iserlohn-Team“, das zur gleichen Zeit auf dem CSD Märkischer Kreis in Iserlohn Öffentlichkeitsarbeit leistete.

Zum Glück blieb es nämlich trotz einiger Schauern überwiegend trocken und Xenia, Stefanie und Ava konnten viele Passanten über Transidentität informieren.

Im Rahmen des Bühnenprogramms hatten Xenia und Ava die Möglichkeit, an einer Diskussionsrunde mit der aus dem WDR-Format frau tv bekannten Reporterin Sabine Wagner teilzunehmen.

 

Dabei informierten Xenia und Ava nicht nur allgemein über Transidentität, sondern gaben auch persönliche Einblicke, die den Zuschauern und Zuhörern ein anschauliches Bild darüber vermittelten, wie man lernen kann, mit der Transidentität umzugehen.

 

So berichtete Xenia beispielsweise über ihr Coming Out in der Familie und wie sie einen Weg gefunden hat, gemeinsam mit ihrer Frau Ute mit ihrer Transidentität zu leben. Weiter berichtete Xenia über die Hormontherapie und die geschlechtsangleichende Operation und über ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz.

 

Darüber hinaus stellten Xenia und Ava das Selbsthilfe-Angebot des Gendertreff mit den vielen Informationen auf der Gendertreff-Plattfrom sowie die Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Transgendern und Angehörigen auf den Selbsthilfetreffen Gendertreff Düsseldorf, Gendertreff Leverkusen und Gendertreff Iserlohn sowie über das Gendertreff-Forum vor. Xenia und Ava erläuterten weiter, dass es entgegen der häufigen landläufigen Meinung nicht nur Transfrauen, sondern auch Transmänner gibt.

Wichtig war es beiden auch zu betonen, dass es nicht „den einen, immer gültigen Weg“ gibt, mit der Transidentität umzugehen. Vielmehr muss jeder Transgender einen individuellen Weg finden, der nicht zwangsläufig mit einer geschlechtsangleichenden Operation endet. So erläuterte Ava, dass sie ihre Transidentität in einer „Teilzeitlösung“ auslebt. „Im Augenblick komme ich gut mit dieser Teilzeitlösung zurecht“, sagte sie. „Allerdings ist das eine Momentaufnahme. Sollte der Zeitpunkt gekommen sein, weiter zu gehen, so werde ich es merken. Wichtig ist aber, dass auch auf unseren Selbsthilfetreffen kein Gruppenzwang bzw. Druck aus der Gruppe auf einzelne aufgebaut wird.“

Xenia bestätigte: „Es ist wichtig, dass sich transidente Menschen mit sich selbst und ihrem Umfeld eingehend auseinandersetzen. Wer sich selbst und sein Umfeld mitnehmen kann, hat gute Chancen, zufrieden im Identitätsgeschlecht zu leben.“ Xenia und Ava erläuterten, dass auch deshalb die Selbsthilfetreffen in öffentlichen Lokalen stattfinden. Denn so kann man im Schutz der Gruppe lernen, sein Identitätsgeschlecht in der Öffentlichkeit auszuleben. Das baut Selbstbewusstsein auf und hilft, auch mit schwierigen Situationen umzugehen. Dem Gendertreff gehe es dabei nicht darum, Menschen möglichst schnell durch den Prozess der juristischen und medizinischen Transition zu schleusen. Vielmehr sollen die Menschen, die zu den Selbsthilfetreffen kommen und im Gendertreff-Forum diskutieren durch den Austausch mit anderen Transgendern und ihren Angehörigen einen individuellen Weg finden, mit der eigenen Transidentität bzw. der Transidentität des Partners / der Partnerin oder des Angehörigen umzugehen.

Das Thema Partner_in war natürlich ein willkommenes Stichwort. Und so wollte Moderatorin Sabine Wagner dann auch wissen, welches Geschlecht Xenia und Ava denn nun wirklich attraktiv finden. Die beiden erläuterten, dass Heterosexualität, Bisexualität und Homosexualität sich über die Gesamtheit transidenter Menschen ebenso verteilen wie über die restliche Bevölkerung auch. Xenia berichtete, dass sie seit 30 Jahren mit ihrer Frau Ute verheiratet ist. Die beiden haben als Mann und Frau geheiratet und führen ihre Ehe als zwei Frauen fort.

Auch Ava erläuterte, dass sie ausschließlich auf Frauen steht. Überhaupt seien Bgriffe wie Heterosexualität oder Homosexualität schwierig, da diese von einem bipolaren Geschlechtermodell ausgingen: „Die Frage, ob ich ein heterosexueller Mann mit einer überwiegend weiblichen Psyche bin oder eine lesbische Frau, die in einem Männerkörper leben muss, ist doch schon fast philosophischer Natur“, sagte sie und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite.

Überhaupt kam der offene, ehrliche und mitunter auch augenzwinkernde Umgang mit der eigenen Transidentität beim Publikum sehr gut an. Xenia und Ava bestätigten im Interview dann auch, dass Authentizität und Selbstbewusstsein der eigentliche Schlüssel zu einem zufriedenstellenden Passing und einem erfolgreichen Umgang mit der Transidentität seien.

Im Anschluss an die Diskussion auf der Bühne hatten jede Menge Zuschauer noch etliche Fragen. Als Ava z.B. nur mal schnell im Haus der Universität einen Kaffee trinken wollte, war sie gleich anderthalb Stunden verschwunden. Denn sie kam mit dem Beantworten der Fragen kaum noch nach. Und so wurden die Informationsgespräche eben nicht am Infostand, sondern beim Kaffee im Haus der Universität geführt. Xenia und Stefanie hatten derweil am Stand ebenfalls alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Fragen zu beantworten.

Und die Menschen interessierten sich einfach für alles: Wie ist das mit den Hormonen, was sagen Kollegen und Arbeitgeber, wie gehen die Familien mit dem Thema um – die Fragen waren zahllos und wurden geduldig beantwortet. Vielfach verwiesen wir auch auf den Themenkomplex Transition auf der Gendertreff Plattform, in dem zum Teil vollständige Tagebücher über den Werdegang transidenter Menschen hinterlegt sind. Auch Xenias Werdegang ist dort in der Dokumentation „In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich“ hinterlegt.

 

Gegen 17:00 Uhr ging der Selbsthilfetag Düsseldorf 2015 zu Ende und wir bauten unseren Infostand wieder ab. Zuvor wurden aber noch ein paar Fotos mit der Standbesetzung gemacht: Xenia, Stefanie und Ava stellten die Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit des Gendertreff, Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte auf dem Selbsthilfetag in Düsseldorf vor.

 

Abends trafen sich dann das Team aus Iserlohn und das Team aus Düsseldorf beim Gendertreff Leverkusen wieder, wo ein erfolgreicher Tag mit vielen guten Gesprächen und jeder Menge verteilten Flyern bei einem gemütlichen Abendessen zum Abschluss gebracht wurde. So endete ein Tag, an dem es zwei Aktionen und ein Selbsthilfetreffen an einem einzigen Tag gegeben hatte.

>> Gendertreff auf dem Selbsthilfetag Düsseldorf 2015

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Pronomenwahl

Quelle: Kooperation Akademie Mode & Design Sonderausgabe fiftyfifty August 2015

Mit freundlicher Genehmigung des Autors: Robin Micha

Dieses Interview und Bericht entstand bei einem Selbsthilfetreffen in Leverkusen.

 

Stellen wir uns vor, wir wären geteilt. Die Seele fühlt sich im eigenen Körper nicht wohl. Wir müssen raus, wollen endlich wir selbst sein. Das klassische Geschlechtsbild teilt sich entzwei, und die eigene Identität schließlich auch. Am Ende steht dann vielleicht die Transformation, das neue Selbst entwickelt sich. Warum das Phänomen Transgender unsere Gesellschaft verändert.

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Fotos vom Gendertreff beim CSD Märkischer Kreis 2015 in Iserlohn

Wie angekündigt hat sich der Gendertreff am 15. CSD Märkischer Kreis in Iserlohn beteiligt. Pünktlich um 12:30 Uhr trafen sich Ute, Kirsten, Rita, Tomma, Chrissie und Helen, um in der Iserlohner Innenstadt den Infostand aufzubauen. Zeitgleich war ein weiteres Team mit einem Infostand beim Selbsthilfetag auf dem Schadowplatz in Düsseldorf aktiv. Beide Aktionen wurden demnach an zentralen Plätzen durchgeführt, denn der CSD Märkischer Kreis findet auf dem Schillerplatz in Iserlohn statt.

Der Schillerplatz ist der zentrale Punkt in Iserlohn. An ihn grenzen die Fußgängerzone, Karstadt als größtes Iserlohner Kaufhaus, die wichtigsten Banken und das Rathaus.

CSD Iserlohn 2015-09 001

Die Bühne des CSD war direkt gegenüber dem Eingang von Karstadt aufgebaut. Davor befanden sich ausreichend Sitzgelegenheiten. Angrenzend befanden sich die Stände, die für das leibliche Wohl der CSD-Besucher sorgten und auch die Tombola. In Richtung Rathaus waren dann die Infostände aufgebaut. Wir befanden uns mit unserem Infostand fast am Ende, direkt vor dem Rathauseingang.

Wie man sieht, war das Wetter in Iserlohn eher bescheiden. Zum Glück können wir unsere Infostände gegen Wind und Regen schützen, so dass die Infonstände halbwegs wetterfest sind. Immerhin: Der Aufbau erfolgte in einer Regenpause.

CSD Iserlohn 2015-09 007

Nicht nur der Gendertreff-Stand, auch das Standpersonal war wetterfest. Wegen des schlechten Wetters haben wir allerdings auf Luftballons am Stand verzichtet.

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Leider hat das Wetter dafür gesorgt, dass der CSD Märkischer Kreis 2015 nicht ganz so gut besucht war. Zwischedurch goss es in Strömen und deshalb waren definitiv weniger Besucher da als in den Jahren zuvor.

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Weniger Besucher bedeutet leider auch immer, dass am Stand weniger Gespräche geführt wurden. Die geführten Gespräche verliefen jedoch alle positiv. Insbesondere konnten auch Kontakte zur regionalen Politik aufgebaut werden.

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Das Bühnenprogramm konnte sich durchaus sehen lassen. Schade, dass wegen des schlechten Wetters so wenig Leute da waren.

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Aber auch bei schlechtem Wetter war es uns wichtig, auch in Iserlohn Flagge für transidente Menschen und ihre Angehörigen zu zeigen.

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Und so harrten wir bei Temperaturen um 13 Grad, starken Regenfällen und wenig regenfreier Zeit bis kurz nach 17:00 Uhr aus. Danach machten sich einige von uns noch auf zum Gendertreff Leverkusen, wo die Aktiven aus Iserlohn auch Stefanie, Xenia und Ava trafen, die auf dem Selbsthilfetag in Düsseldorf bei ähnlichen Temperaturen, aber zum Glück weniger Regen ebenfalls Öffentlichkeitsarbeit geleistet hatten. Gemeinsam wurde dann beim Gendertreff Leverkusen der Tag bei einem Abendessen und guten Gesprächen zu einem schönen Abschluss gebracht. Und ja: Auch der Gendertreff hatte an diesem Tag eine kleine Premiere. Denn zwei Aktionen und ein Selbsthilfetreffen an einem einzigen Tag hatten wir bis dahin auch noch nicht. 🙂

CSD Iserlohn 2015-09 005

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Bartentfernung

In jedem Follikel wechseln sich Phasen des Wachstums, der Ruhe und der Rückbildung in rhythmischer Folge ab. Dieser ständige Kreislauf wird als Haarzyklus bezeichnet. Jeder Follikel folgt einem eigenen Zyklus, der gegenüber den benachbarten Follikeln zeitlich versetzt ist. So wird ein gleichmäßiger Haarbestand des Menschen gewährleistet und es kommt nicht zur „Mauser“ wie im Tierreich.

Wachstumsphase (Anagenphase):
Diese Phase beträgt min. zwei Jahre und geht manchmal über sechs Jahre hinaus. Das Haar wächst in dieser Zeit im Durchschnitt 0,35 Millimeter pro Tag. Bis zu 90 Prozent aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase, zum Teil schon sichtbar, zum Teil noch in der Haut. Bei der permanenten Haarentfernung gilt es, die sichtbaren Haare in der Wachstumsphase zu erreichen, um die Haarproduktion dauerhaft zu stören.

Übergangsphase (Katagenphase):
Während der Übergangsphase von zirka zwei Wochen kommt es zu Umbauvorgängen im Haarfollikel. Die Haarzwiebel bildet sich zurück und das Haar wird in Richtung Hautoberfläche verschoben.

Ruhephase (Telogenphase):
In einem Zeitraum von zwei bis vier Monaten sitzt das Haar immer lockerer im Follikelkanal und kann leicht aus der Haut herausgelöst werden.

 

Transfrauen, die in Teilzeit Lösungen leben, reicht meist das Schminken mit einem stark abdeckendem Make-up oder Theaterschminke um ihren Bartschatten abzudecken. Aber welche Transfrau möchte sich schon gerne jeden Tag rasieren? Und eine Transfrau möchte auch gerne mal ungeschminkt raus gehen können. Hormoneinnahme (Östrogene) bewirkt oft eine Reduzierung des Haarwuchses am Körper, aber leider merkt man davon im Gesicht nicht so sehr viel. Da bleibt nur eine Bartentfernung.

Es gibt die unterschiedlichsten Methoden dem Bart den Garaus zu machen. Der Klassiker ist die tägliche Rasur. Aber wer will das schon und außerdem werden die Barthaare durch die Rasur härter und stoppeliger. Also muss was anderes her.

IPL (Intensed Pulsed Light):
Bei der IPL-Technik, gibt eine Lampe stoßartig Licht ab, mit dem sie die Haarwurzeln zerstört. Wie beim Lasern und bei der Nadelepilation lassen sich nur Haare in der Wachstumsphase entfernen. Das Licht der Blitzlampe hat keine feste Wellenlänge, sondern ein breites Spektrum von Wellenlängen. Mit verschiedenen Filtern können Hautärzte oder Kosmetiker das Gerät auf unterschiedliche Haar- und Hauttypen einstellen.
Nachteile: Die Haut kann sich röten und anschwellen, und es kann zu Verbrennungen kommen. Keine dauerhafte Lösung.

LASER:
INOS (Intelligent Optical Sapphire)
ELOS (Elektro-Optische Synergie)
Das Lasern fühlt sich an wie kleine Nadelstiche und ist nahezu schmerzfrei. Der Energiestrahl des Lasers schädigt die Haarwurzel aber nur dann, wenn die Haare und ihre Wurzeln dunkel sind. Der Grund: Sie enthalten den Hautfarbstoff Melanin, der das Licht des Lasers absorbieren kann. Die Wurzeln von hellen und grauen Haaren nehmen das Licht nicht auf, so dass der Laser sie daher nicht angreifen kann. Meist sind mehrere Durchgänge nötig, denn der Laserstrahl kann nur wachsende Haare zerstören.
Nachteile: Die Haut kann sich röten und anschwellen, und es kann zu Verbrennungen kommen. Keine dauerhafte Lösung.

Nadel- oder Elektroepilation:
Bei dieser Art der Epilation führt man eine hauchdünne Sonde in den Haarkanal ein und setzt ihn kurz unter Strom. Das zertrümmert die Haarwurzel und das gelockerte Haar kann dann mit einer Pinzette entfernt werden. Diese Prozedur ist sehr zeitaufwendig und schmerzhaft. Außerdem kann sich der Haarkanal entzünden.
Diese Methode gilt als einzige Methode, Haare dauerhaft zu entfernen, allerdings nur, wenn sich das Haar gerade in der Wachstumsphase befindet.
Nachteile: Die Haut kann sich röten und anschwellen, und es kann zu Verbrennungen kommen

 

Leider gilt bei allen Methoden, dass die Hälfte der behandelten Haare nachwächst und die schmerzhafte Behandlung von neuem beginnt. Dazu kommt, dass die Haare in der Ruhephase des Zyklus, nicht mitbehandelt werden.
Über die Gefahren einer Behandlung sollte man sich auf jeden Fall informieren. Seriöse Anbieter führen immer ein Vorgespräch über die Behandlung und klären über die Risiken auf. Eine Testbehandlung sollte auf jeden Fall zur Aufklärung gehören.
Da es nicht mit ein, zwei oder drei Sitzungen getan ist, sind die Behandlungen auf Dauer sehr kostenintensiv. Es gilt also vorher, sich über eine eventuelle Kostenübernahme, durch die Krankenkasse zu informieren.

 

Auch ich habe über ca. 3 Jahre Gebrauch von diesen Methoden gemacht. Teilweise mit Schmerzen und nach einer erheblichen „Verunstaltung“ meines Kinns, habe ich die Behandlungen abgebrochen. Damit sind wir auch schon bei dem Verfahren „Do it yourself“.

Für den privaten Gebrauch gibt es mittlerweile die verschiedensten Geräte. Auch hier sollte gelten, sich zu informieren, einen Arzt zu Rate zu ziehen und die Anleitung gut durchzulesen.
Gute Epiliergeräte sind mittlerweile auch für das Gesicht einsetzbar. Ich selber benutze einen Epilierer der Marke „Braun“. Es gibt bestimmt noch andere gute Marken, aber mit dieser Marke fahre ich zurzeit ganz gut.

An den Wangen kann ich das ein oder andere Härchen mit der Pinzette entfernen, der Rest ist durch die langjährigen Behandlungen weg. Aber die Haare an der Ober- und Unterlippe, sowie das Kinn ärgern mich doch noch sehr gewaltig. Das heißt, in den sauren Apfel beißen und mal die Haare stehen lassen, bis sie so lang sind, dass man sie z.B. mit einer Pinzette greifen kann. Ein Wochenende bietet sich meist dafür an.

Mit einem „Silk * épil“-Feuchttuch reibe ich die besagten Stellen ein und dann Augen zu und durch. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht weh tut. Aber in der Tat lässt der Schmerz nach mehrmaliger Behandlung nach. Danach trage ich eine Hautcreme mit Microsilber auf, um evtl. Entzündungen vorzubeugen. Diese Creme ist u.a. parfum- und mineralölfrei, frei von Konservierungs- und Farbstoffen und hat eine antimikrobielle Wirkung.

Weitere Selbstversuche habe ich mit einer Enthaarungscreme erfolgreich absolviert. Die Creme „asid-med“ (auch hier wird es noch andere gute Cremes auf dem Markt geben), die es nur in Apotheken zu kaufen gibt, habe ich auf die „betroffenen“ Stellen verteilt und ca. 15min. einwirken lassen. Danach konnte ich ca. 50% der Stoppeln wegwischen und die Haut mit besagter Silbercreme behandeln. Auch hier gilt unbedingt die Verträglichkeit zu testen!

Ergebnis meiner Versuche ist, dass die wenigen Barthaare langsamer wachsen, dünner, weicher und geschädigt werden, und tlw. ganz verschwinden.

 

Bitte bei allen Methoden sich unbedingt beraten lassen, Informationen einholen, an kleinen Stellen Testläufe fahren und ggf. den Rat eines Arztes einholen!

 

Noch ein Hinweis. Transmänner können darüber nur lachen, denn nach dem Beginn der Hormoneinnahme (Testosteron), warten sie nur auf den Bart- und Körperbewuchs und zählen jedes Haar.

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