Autor: Redakteurin
Adrians Mutter kommt zum Selbsthilfetreffen
Autor: Adrian
Hallo Ihr Lieben,
ich bin gerade in ganz guter Stimmung — das nutze ich direkt mal aus, um ein weniger weinerliches Update zu schreiben, als ich das sonst tue.
Seit meine Familie Bescheid weiß, haben wir wieder deutlich mehr Kontakt. Ich merke jetzt erst, wie sehr ich mich vorher zurückgezogen habe, obwohl wir doch eigentlich alle immer ein gutes Verhältnis hatten. Ich bekomme von ihnen Unterstützung und das tut echt gut. Gestern war meine Mutter mit auf dem Selbsthilfetreffen, das war richtig klasse. Ich weiß noch, wie ich letztes Jahr mal von einem Treffen nach Hause gefahren bin. Beim Treffen war eine andere Mutter dabei und das hat mich sehr berührt — ich hab mir in dem Moment vorgestellt, wie es wäre, mit meiner Mutter dorthin zu fahren…. irgendwann. Dass sie dafür offen wäre, hatte ich damals schon angenommen. Als sie nun sagte, dass sie gerne mitkommen würde, ist mir ganz warm ums Herz geworden. Nee, im Ernst, ich hab mich sehr darüber gefreut und ich glaube, sie fand es auch interessant. Sie ist einige Fragen losgeworden, vor allem, weil auch Julias Mutter dabei war.
Ich war ganz schön aufgeregt vorher, auch weil ich noch meinen männlichen Forumsnamen „beichten“ musste. Ich hatte das Gefühl, sie hat schon ein bisschen geschluckt, als ich das erzählt habe, aber das kann auch Einbildung gewesen sein. Aber ich denke, das Thema Name ist schon ein bedeutsames und mit vielen Emotionen belegt. Eltern machen sich in der Regel viele Gedanken über den Namen. Wenn das Kind ihn aus welchem Grund auch immer dann ablegen möchte, ist das bestimmt nicht leicht. Meine Mutter hat mich daran erinnert, dass Adrian der Sohn eines (ziemlich verschrobenen) Nachbarn hieß. Das hatte ich total vergessen und bin jetzt darüber amüsiert.
Nachdem das Thema Name nun sowieso auf dem Tisch war, hab ich mich dann auch endlich mal getraut zu fragen, ob meine Eltern auch einen Jungennamen ausgesucht hatten. Aber meine Mutter meinte (wahrscheinlich) nein — sie war sich immer sicher, dass sie Mädchen bekommt. Sie lag ja auch FAST richtig.
Morgen habe ich seit einigen Wochen wieder eine Sitzung bei meinem Therapeuten. Meine genehmigten Stunden gehen langsam zur Neige — das heißt, dass wir bald klären müssen, ob er sich vorstellen kann, weiter mit mir zu arbeiten und mich auf meinem Weg, der sich so langsam abzeichnet weiter begleiten möchte. Ich würde es mir wünschen — er hat bei mir schon so viel bewegt.
Gruß
Adrian
Olaf, komma eben
Mein Körper verändert sich ….
Autorin: Tanja148
Hi,
leider bin ich noch wach. Seit vielen Jahren habe ich mal wieder geschrieben. Und nachdem ich dann immer noch nicht schlafen kann, übertrage ich den Text jetzt einfach mal hierhin:
Kurz vor dem Schlafen spüre ich, wie ich erwache.
Mein Körper verändert sich, ich spüre es, zu hause, voller Liebe zu dem, was da entsteht.
Fast war alle Hoffnung gestorben, abgetötet, weg gedrängt.
Von dem sensiblen Jungen, der ich nie war, versucht habe zu sein.
Ich fühle mich als kleines Mädchen, betrachte mit großen Augen die Welt, in der ich schon bald als erwachsene Frau funktionieren soll.
Sie scheint hart und unendlich rau. Da sind so viele, die es nicht verstehen.
Ich wünsche bei der Hand genommen zu werden, von einer Liebe, die alle an Bedingungen knüpfen. So viele Lasten von vorher, für das kleine große Wesen.
Eine Krankheit , die ich wählte, diese Hülle zu zerstören, um wieder zu hause zu sein.
Doch jetzt ist die Heimat in mir neu gefunden.
Ein ausgesuchtes Gift und Anker, dass ich nicht mehr nehmen will.
Mein Körper, meine Lunge, selbst das Hirn schreit danach.
Jeden Tag stark sein, durchhalten, abwarten, bis alles ist, was grade wird.
Der Griff nach einer Hand zum Halten, er geht ins Leere, erschrocken weichen Fremde zurück.
Freunde und Liebe lachen mir zu, denken das wird schon, ahnen nur die Tiefe.
Einsamkeit wie eh, fast dran gewöhnt, haut sie mich um, denn endlich zu hause, trifft sie ins Ziel.
Hoffnung und Warten, Lieben und Weinen. Ich komme aus einer Lüge, langsam ans Licht.
Eben noch todgeweiht, jetzt erst geboren, schaue ich vorwärts, zu ergreifen das Glück.
Liebe nächtliche Grüße
Eure Tanja148
Eifelelfe and friends on Eifeltour
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Quelle: www.heise.de
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