Autorin: Nathalie
Neues? Klar gibt es etwas Neues zu berichten. Ich muss aber bis in den Mai ausholen, um die Zusammenhänge zu erklären.
Trans*-Menschen, Angehörige, Interessierte
Mönchengladbach, 11.07.2015 Erstmals findet in Mönchengladbach ein CSD statt. Am 11.07.2015 werden auf dem Harmonieplatz in Mönchengladbach-Rheydt Infostände aufgebaut und ab 12:00 Uhr startet der erste CSD in der Vitusstadt am Niederrhein. Auch der Gendertreff ist selbstverständlich dabei und wird an seinem Infostand sein Selbsthilfe- und Informationsangebot vorstellen. Gerade für Mönchengladbacher interessant: Der Gendertreff bietet auch zwei Selbsthilfetreffen in fast direkter Nachbarschaft. Mit dem seit 2004 bestehenden Gendertreff Düsseldorf und dem seit 2006 bestehenden Gendertreff Leverkusen finden trans*- Menschen und ihre Angehörigen aus Mönchengladbach und Umgebung zwei Selbsthilfetreffen direkt vor ihrer Haustür. Hinzu kommt das „virtuelle Selbsthilfetreffen“, das Gendertreff Forum.
Das Motto des CSD Mönchengladbach lautet: „Wir wollen keine Extrawurst“. Dies passt zu unserer Aktion Transidentität am Arbeitsplatz, die wir – wie schon beim CSD Düsseldorf – in den Mittelpunkt unserer diesjährigen Öffentlichkeitsarbeit rücken. Mit der Aktion wollen wir die besondere Problematik im beruflichen Umfeld ins Bewusstsein der Menschen rücken. Gleichzeitig geben wir Transgendern, Kollegen und Personalverantwortlichen Hilfestellung zum komplexen Thema Transidentität und Berufsleben.
Ziel des Gendertreff ist die Hilfe zur Selbsthilfe für Transgender und ihre Angehörigen. Darüber hinaus betreibt der Gendertreff Öffentlichkeitsarbeit, um über Transidentität aufzuklären. Dazu betreibt der Gendertreff Selbsthilfetreffen in Düsseldorf, Leverkusen und Iserlohn sowie ein Internet-Forum. Weiter nimmt der Gendertreff an Veranstaltungen wie Gesundheitsmessen oder CSDs teil. Der Gendertreff arbeitet ehrenamtlich und wird von einem engagierten Team aus Transidenten und Partnerinnen organisiert.
Transgender als Thema der Woche: Mit einem Artikel über vier Seiten berichtet Der Bote im Märkischen Kreis ausführlich über das Thema Transidentität. Unser Team-Mitglied Jessika-Christine – im Gendertreff-Forum unter dem Usernamen Chrissie bekannt – und Helen, mit der Jessika gemeinsam den Gendertreff Iserlohn leitet, standen den Reportern Rede und Antwort.
Neben sehr persönlichen Einblicken, die Jessika und Helen mit der Veröffentlichung ihrer Geschichten geben, finden die Leser Hintergrund-Informationen zum Thema Transidentität sowie ein Interview mit Prof. Dr. Med. Susanne Krege, die über geschlechtsangleichende Operationen berichtet.
Die Redaktion des Boten war so freundlich, uns die Veröffentlichung des Artikels zu gestatten. Vielen Dank dafür.
Der Bote im Märkischen Kreis ist eine Wochenzeitung aus dem Hause des Märkischen Zeitungsverlags mit Schwerpunkt auf lokaler Berichterstattung und einer Auflage von über 110.000 Exemplaren.
-) Keiner macht sich selber!
-) Niemand wird gefragt, ob man auf diese Welt will!
-) Niemand wird gefragt, wie man auf diese Welt will!
-) Wer wird „richtig“ und „normal“ auf diese Welt geboren?
-) Was ist „normal“?
-) Was ist richtig?
Hat sich schon jemand mal damit auseinander gesetzt? Wir kommen auf die Welt und müssen das Beste daraus machen, ob wir wollen oder nicht. Es nützt nichts, neidisch auf andere zu schauen, weil sie angeblich perfekt von der Natur geküsst wurden. Jeder Mensch – jedes Lebewesen ist einzigartig.
Bei dem einen fehlt eine Niere, bei einem anderen ist die Nase krumm und wieder einem anderen ist das linke Bein kürzer als das Rechte. Ja, und da gibt es Menschen, die im falschen Körper zur Welt kommen.
Da kommen siamesische Zwillinge zur Welt und sind z.B. mit den Köpfen zusammen gewachsen. Sie haben das Mitleid aller und es gibt gar nicht die Frage, ob sie operiert werden oder so leben müssen. Es wird natürlich gemacht, damit diese Menschen ein vernünftiges Leben leben können.
Und da wird ein Junge/ein Mädchen geboren, der_die nach einigen Jahren merkt, dass er_sie doch eine Frau/ein Mann ist oder Divers. Er_Sie wird ausgelacht, sogar gehasst und verstoßen. Dabei will er_sie doch nur seinen_ihren inneren Frieden finden und glücklich sein, wie andere.
Keiner macht sich darüber Gedanken, was es bedeutet im falschen Körper zu leben. Wer, außer uns Trans*- Menschen selbst, weiß schon, welche psycho-sozialen Folgen eine solche Zerrissenheit hat. Viele umgehen durch Alkohol, Drogen und sogar Selbstmord ein mögliches Outing. Es ist besser geworden in unserer aufgeklärten Gesellschaft. Aber es gibt leider noch immer Länder auf dieser Erde, wo diese Personen ermordet, gejagt und geächtet werden. Auch in unserem aufgeklärten Europa, ist noch lange nicht heiterer Sonnenschein. Es gibt keinerlei logische Erklärung dafür warum LGBTIQA*+ – Menschen verfolgt und gehasst werden. Sie sind Teil der Gesellschaften.
Es sind teilweise dramatische Geschichten vom Erkennen der Transidentität, über das Outing, bis hin zur Hormoneinnahme und geschlechtsangleichenden Operation. Bis dann endlich für diese Person das Leben im Identitätsgeschlecht beginnt und die Person körperlich und psychisch wieder eins ist.
Nein, es gibt keine geschlechtsumwandelnde, sondern eine geschlechtsangleichende Operation. Das ist der entscheidende Unterschied!
Aber, es gibt auch durchaus transidente Personen die beides ausleben und keine Operation anstreben.
Wenn wir einfach mal akzeptieren, dass es zwischen Mann und Frau noch viele natürliche Nuancen gibt. Dann haben alle gewonnen!
Mal versuchen zu verstehen, was da vor sich geht und was diese Menschen teilweise erleiden müssen. Das ist kein Spaß, keine Laune. Oder doch, eine Laune der Natur?
Wer kann sich anmaßen zu definieren was „normal“ ist. Der Natur sind unsere Normen egal und wir werden es nie schaffen, die Naturgesetze auszuhebeln. Letztendlich bleibt die Natur der Sieger, denn sie ist über Millionen von Jahren auch ohne uns Menschen ausgekommen. Letztlich verdanken wir es ihr, dass es uns überhaupt gibt. Wir können nicht selbst entscheiden ob wir Mann, Frau oder etwas anderes sind, ganz gleich welches biologische Geschlecht wir haben, wir sind es einfach.
Die Erde gehört allen Menschen und so wäre es doch schön, wenn wir alle auf dieser Welt nach dem Motto leben könnten:
Leben und leben lassen!
Xenia
>> Definition
>> 100% Mensch
Autor: Adrian
Ich bin heute Mittag in Dublin in eine große Pride Parade „gestolpert“ (OK, sie war schwer zu verfehlen, da sie mitten durch die Stadt und quasi an meinem Hotel vorbei ging). Es war eine tolle Stimmung, vielleicht auch noch ein bisschen beflügelt durch die Urteile aus USA und Irland.
Es waren hauptsächlich Fußgruppen unterwegs und der Altersdurchschnitt war eher niedrig — es sind sehr viele Jugendliche/junge Erwachsene mitgegangen.
Was ich ganz interessant fand. Es gab jede Menge Stadteilgruppen und vor allem sind aber auch ganz viele Gruppen von Firmen mitgegangen. Das überrascht einerseits nicht, sitzen da doch viele bekannte Internet-Firmen. Aber es waren auch etwas weniger „hippe“ Firmen wie Banken, Jobbörse und viele mehr dabei. Das hat mir gut gefallen, weil es für Akzeptanz oder zumindest Toleranz in der Berufswelt spricht.
Es liefen auch ein paar Trans*-Gruppen mit, die meisten Gruppen waren aber – wie bei uns auch – schwul/lesbisch oder einfach bunt gemischt.
Adrian
>> Dublin Pride
Autorin: Nathalie
Alles läuft rund …
… so hieß das Motto auf der Party von Silvia und mir. Das Motto war so viel sagend und zugleich geheimnisvoll, dass niemand der Gäste wirklich eine Ahnung hatte. Gerade die Wochen vor der Feier waren sehr interessant. Jede_r glaubte einen richtigen Grund gefunden zu haben, aber wir Beide hielten dicht. Vermutet wurde, dass wir im Lotto gewonnen haben, Silberhochzeit feiern, Geburtstage feiern, das wir auswandern wollen, ein Kind adoptieren, noch einmal heiraten und vieles mehr.

Die Spannung bei uns stieg als es um die endgültige Sitzordnung, das Buffet und eine spezielle Dekoration ging. Mit viel Herz und Ideen hat uns Frau Lefin vom Deko – Zauber in Duisburg geholfen. Letztendlich gab es eine wunderschöne Reise quer durch Afrika mit Löwen, Lodges, Obst und Kerzen direkt aus Lesotho.
Abgerundet wurde das Programm von unserem DJ Peter, der den ganzen Abend Musik zu den verschiedenen Aktionen brachte. Nicht zuletzt sollte das gesamte Team des Eurohof in Moers genannt werden, die den ganzen Abend für unser Wohl sorgten. Dazu unseren ganz herzlichen Dank.

Wir hatten auf der Gästeliste natürlich unsere Verwandten und die verschiedenen Freundeskreise aus Schulfreunden, Berufsschule, Chor und dem Gendertreff eingeladen. Nach der Vorstellung der Gäste ließen wir die Katze aus dem Sack und verrieten unsere Motive.
Als erstes haben wir Geburtstag gefeiert. Silvia ist schon im letzten Jahr fünfzig Jahr jung geworden. Bald bin ich auch dran, so sind wir Beide, statistische gesehen, einhundert Jahre jung.
Dazu hatten wir einen Termin gewählt, der schon viel früher für uns sehr wichtig war. An diesem Samstag vor 22 Jahren konnten wir unseren Polterabend erleben. Ein guter zweiter Grund für unsere Feier.
Zuletzt wollten wir uns einfach bei all denen bedanken, die uns über die Jahre sehr geholfen, begleitet, gestützt und zu uns gehalten haben, damit, wie unserer Motto schon sagt, alles rund läuft.
![]() |
![]() |
![]() |
Alles, die gesamte Feier, steht und fällt mit den Gästen, mit der Musik und nicht zuletzt mit dem Buffet. An diesem Abend hat alles so gut zusammengepasst, dass wir alle einen denkwürdigen und wunderschönen Tag erleben durften. Und dafür danken wir allen, die dazu beigetragen haben.
Eine neue Publikation der Bundesregierung fasst auf 132 Seiten Begriffs- und Diskussionsansätze rund um die Themen Trans- und Intersexualität zusammen. „Geschlechtliche Vielfalt“ lautet der Titel der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebenen Studie.
Die Broschüre „Geschlechtliche Vielfalt“ kann von BMFSFJ heruntergeladen werden.