Ilonas Urlaub als Frau

Userin Ilona aus dem Gendertreff Forum, berichtet von ihrem erster Urlaub in ihrem Identitätsgeschlecht.

Mein Urlaub als Frau

Alles begann damit, dass ich meiner Psychologin/Psychiaterin, die mich seit längerer Zeit auf
meinem Trans-Weg berät und begleitet erzählte, dass ich dieses Jahr die Absicht habe meinen Urlaub als Frau zu verbringen.

Nachdem ich im Vorfeld schon bei einem Endokrinologen war und von diesem sowie von meiner Psychologin das o.k. zur Einleitung einer Hormontherapie erhalten hatte, stellte mir meine Psychologin Frau S. eine Bescheinigung aus, dass ich mich im Alltagstest als Frau befinde (für den Fall dass es ab diesem Zeitpunkt zu Schwierigkeiten in der Öffentlichkeit kommen sollte).

Ich war an diesem Tag (seitdem ich das Auto habe bin ich mutig geworden) auch mit Rock und Bluse bekleidet und schlenderte danach durch die Krefelder Innenstadt, ging in ein Café und bestellte mir eine Kleinigkeit. Obwohl das Café gut besucht war, nahm von den anderen Gästen kaum jemand Notiz von mir. Ein paar neugierige Blicke, bei ein paar jungen Mädchen mit Migrationshintergrund ein kurzes Getuschel und Lachen, das war es.

Nachdem ich den Urlaub unter meinem weiblichen Vornamen gebucht hatte, bin ich denn mit 2
Freundinnen aus dem Forum Gendertreff in Dortmund shoppen gewesen (für einen 2 wöchigen Urlaub braucht Frau einige Sachen zum Wechseln) und hatte mir von einer im Forum bekannten Firma ein Paar Brustprothesen zuschicken lassen.

Als dann der Urlaub begann, dauerte das Ankleiden und Schminken knapp eine Stunde, Frau hat ja mittlerweile Übung. Auf der Hin- und Rückfahrt habe ich allerdings mehrfach meinen Entschluss bereut, konsequent die Rolle einer Frau zu leben, die hygienischen Bedingungen auf Autobahnparkplätzen sind meistens nicht die Besten, an den Tankstellen war das kein Problem auch hat dort niemand etwas gesagt bzw. ist aufgefallen, dass ich die Damentoilette benutzt habe.

Als ich abends um 20:30 Uhr an meiner Ferienwohnung ankam, wurde ich freundlich begrüßt, und nachdem die Formalitäten geklärt waren, fragte ich meine Zimmerwirtin nach einem Lokal, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Dort angekommen fragte ich den Wirt, ob ich noch etwas zu essen und zu trinken bekommen könnte. Der Wirt musterte mich kurz und nachdem ich sein Erstaunen/Befremden bemerkte, war mir seine Antwort schon klar, obwohl an der Theke noch etliche Leute saßen. Ich habe dieses Lokal während meines Urlaubes auch kein weiteres Mal aufgesucht und in einem anderen Hotel am Ankunftstag noch etwas zu essen und trinken bekommen. Dies war die einzige negative Erfahrung, die ich während meines Urlaubes gemacht habe.

Da ich Glück mit dem Wetter hatte, brauchte ich die dicken und warmen Sachen nicht anzuziehen und konnte in Rock / Kleid / Hose und Bluse meine Ferien verbringen. Am Anfang unsicher und alle 10 m mich umsehend wenn mich auf meinen Spaziergängen die entgegenkommenden Leute etwas zu lange betrachteten, wurde ich mit der Zeit immer selbstsicherer. Nachdem ich in etlichen Geschäften, Restaurants und sogar in einer Autoreparaturwerkstatt als Frau angesprochen wurde, machte es mir mit der Zeit nichts mehr aus, wenn ich von ein paar Passanten erstaunte Blicke bzw. leises Getuschel/Lachen bemerkte.

Mittlerweile ist der Urlaub schon wieder 4 Wochen her und ich bin inzwischen soweit, dass ich
an den Wochenenden bzw. nach Feierabend nur noch als Frau unterwegs bin.

Ilona

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Meine Gedanken

Meine Gedanken zu Ava`s Gedanken

Immer wieder höre ich von vielen transidenten Personen, dass die Gesellschaft uns nicht toleriert, geschweige denn akzeptiert. Das kann ich mir natürlich einreden. Wenn ich nicht als Frau raus gehe, kann ich es erst gar nicht beurteilen. Zum Glück gibt es aber auch viele Transgender, die eine ganz andere Wahrnehmung der Öffentlichkeit haben. Das beweisen z.B. die vielen Erlebnis- und Erfahrungsberichte hier im Gendertreff Blog. Wenn man nämlich quasi erst einmal als "Mann in Frauenkleidern" nach draußen geht, kann man Erfahrungen sammeln und das Selbstbewusstsein stärken. Man kann erst einmal sehen und erleben, wie das ist – als Frau zu leben. Die meisten müssen damit leben können, dass sie nicht auf den ersten Blick als Frau wahrgenommen werden, da das äußere Erscheinungsbild eher männlich wirkt. Was sich dahinter verbirgt, kann niemand einem an der Nasenspitze ansehen. Quasi ein privater Alltagstest. Wenn ich nach diesen Erlebnissen dann eine Vornamens- oder Personenstandsänderung anstrebe, wird das von Gutachtern, Amtsgerichten und Richtern positiv bewertet und man kann sein Anliegen daher besser glaubhaft machen. Außerdem kann ich für mich doch besser ausprobieren, ob es überhaupt der richtige Weg ist, bevor ich die Weiche stelle. Einen Weg zurück gibt es später nicht mehr.

Nehmt euer Umfeld mit! In erster Linie eure Familie, eure Bekannten und eure Freunde. Auch eure Seele braucht Zeit. Gebt nach einem Outing im Unternehmen euren Kolleginnen und Kollegen Zeit sich an euch zu gewöhnen. Brecht es nicht über`s Knie und fallt nicht mit der Tür ins Haus. Euer Umfeld wird es euch danken. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr später alleine da steht, ist dann gering.

Natürlich haben wir auch schon erlebt, dass hinter uns gegrinst oder gelächelt wird, aber ist es nicht so, dass das auch hier und da geschieht, wenn die Nase krumm ist oder sonst etwas nicht der "Norm" entspricht? Also ignorieren oder auf die Menschen zugehen und mit ihnen sprechen. Viele schöne Erlebnisse entgehen den transidenten Personen, die sich nicht aus ihren vier Wänden trauen. Diese Personen waren vielleicht einmal als Mann auf einen Stammtisch oder als Frau zu einer SHG gegangen. Aber, wenn man nicht en femme Alltagssituationen erlebt hat oder gar nur en femme  in einem geschützten Schulungsraum sitzt, kann man nicht beurteilen, ob man ein Leben als Frau führen kann. Wenn diese Personen dann das erste Mal unsicher zum Arzt gehen, womöglich noch als Mann zu einer Therapeutin, wundern sie sich, dass es doch etwas anderes ist, ob man als Mann oder als "verkleideter Mann" Straßenbahn fährt. Dass dann die Therapeutin einen nach Hause schickt mit der Bemerkung: "Üb erst mal!" ist nicht nur verständlich, sondern sogar sehr verantwortungsvoll.

Zu meinen, dem anderen Geschlecht anzugehören, fängt im Kopf an. Dazu ist es nicht notwendig perfekt zu sein oder gar ein absolut weibliches Erscheinungsbild zu haben. Erst einmal im Kopf klar sein und wissen wo die Reise hin geht. Die Hormone und die GaOP kommen dann von ganz alleine. Wenn ihr gefestigt seid und klar euren Weg eingeschlagen habt, wird das die Gutachter und das Amtsgericht beeindrucken und eure Entscheidung wird respektiert. Holt euch aber ruhig zusätzlich Hilfe in einer SHG, einem Portal oder einem Forum, wie z.B. dem Gendertreff und/oder professionelle Hilfe durch therapeutische Begleitung.
Raus müsst ihr selber!

Das soll hier keine Anleitung zur Transsexualität sein und ich will auch hier niemand einreden, wie er seinen Weg zu gehen hat. Aber dies sind meine langjährigen Erfahrungen und die von vielen Transgendern, die sich mit und durch den Gendertreff entwickelt haben. Ich habe es jahrelang unterdrückt und nicht zugelassen, warum soll ich es jetzt über`s Knie brechen und vielleicht alles falsch machen. Nein, im Gegenteil. Ich werde besonnen und ganz wichtig mit meiner Familie ruhig und überlegt diesen Weg nun zu Ende gehen. Die Weiche ist gestellt – auch nach reiflicher Überlegung, vielen Gesprächen und vor allen Dingen nach ausreichendem Alltagstest.

LG
Xenia

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Larissa`s Geschichte

Larissa aus dem Gendertreff Forum erzählt uns ihre Geschichte:

Im Gendertreff gelandet und will hier auch ein wenig mehr von mir erzählen.

Nun, wie fange ich an?
Ich bin transsexuell, noch vor der geschlechtsangleichenden Operation, kurz GaOP. Meine Vornamensänderung fand vor mehr als dreieinhalb Jahren statt, danach folgte der Kampf mit der Krankenkasse wegen der Kostenübernahme für die GaOP. Dieser Streit ging bis vors Sozialgericht. Letztlich lenkte die Krankenkasse aber, nach einem von ihr selbst geforderten Gutachten beim MdK, ganz schnell ein und erklärte sich bereit, im Zuge eines Vergleichs die Kosten für die GaOP sowie den größten Teil der Kosten für die Barthaarepilation (Nadelepilation bei einer nicht krankenkassenzugelassenen Kosmetikerin) zu übernehmen, bevor es zur endgültigen Verhandlung vor dem Sozialgericht kam.

Mein Lebensweg dürfte sich von dem vieler anderer Transsexueller nicht allzu sehr unterscheiden. Ich bin nicht mehr die Jüngste, tatsächlich gehöre ich mittlerweile dem "Rentnerclub" an.

Schon als Kind war ich davon überzeugt, eigentlich ein Mädchen zu sein. Meine Eltern hatten das damals einfach so akzeptiert, mir aber nahegelegt, um mir viel Leid und Ärger mit anderen zu ersparen, das als unser Geheimnis zu betrachten. So lernte ich mich in der Öffentlichkeit zu verstellen, was mir sehr schwer fiel, sodass ich mich oft zu Hause in Tränen aufgelöst wiederfand. Irgendwie konnte ich nicht begreifen, warum ich den Jungen spielen musste und nicht einfach ein Mädchen sein konnte. Zum Glück fand ich immer bei meinen Eltern Trost. Fast mein gesamter Freundeskreis während der Schul- und Jugendzeit bestand aus Mädchen. Bei ihnen fühlte ich mich wohl, ihre Denkweise war mir vertraut, während mir die Denkweise der Jungen und später der jungen Männer immer ein wenig fremd war. In manchen Dingen empfand ich sie sogar als abstoßend. (Sorry, wenn ich damit jemandem auf dem Schlips getreten haben sollte, aber ich muss wohl dazu sagen, dass ich empathisch veranlagt bin und dadurch die Gefühle anderer wahrnehme, als wenn ich ein offenes Buch sehe. Damals hatte ich noch nicht gelernt, wie ich das so weit wie möglich abblocken kann.)

Später lernte ich gezwungenermaßen, mich in der Männerwelt zurechtzufinden und auch eine Männerrolle zu spielen, denn so etwas wie mich dürfte es ja gar nicht geben, das sei doch völlig unnormal und widerwärtig. So begrub ich die Frau in mir im hintersten Winkel und tat das, was Männer eben so tun. Ich heiratete, wir bekamen Kinder, und ich dachte schon, die Frau in mir sei endgültig verschwunden, so lange, bis sie plötzlich von Zeit zu Zeit wieder aus ihrem Gefängnis hervorbrach. Es gab Phasen, da zog ich mir Frauenkleider an, wenn es keiner sah, kaufte mir heimlich Frauenkleider und -wäsche, nur um später alles wieder in die Mülltonne zu stopfen.

Nach der Trennung von meiner letzten Frau kam dann alles endgültig an die Oberfläche. Ich war allein, die Kinder waren aus dem Haus, ich brauchte also auf niemanden mehr Rücksicht zu nehmen. Ich ließ die Frau in mir aus ihrem Versteck und so langsam begann sie die Oberhand zu gewinnen. Meine Kleidung, obwohl noch männlich, änderte sich langsam aber sicher zum Weiblichen hin, aber so, dass ich mich darin in der Öffentlichkeit zeigen konnte ohne großes Aufsehen zu erregen. Meine Haare trug ich lang, in Zöpfen – weshalb ich von den Leuten oft nur als "Der Indianer" bezeichnet wurde.

Irgendwann war mir das dann aber auch nicht mehr genug, die Frau forderte ihr Recht, auch in der Öffentlichkeit Frau sein zu können. Ich begann (jedenfalls dort, wo mich keiner kannte) in Kleidern und Röcken herumzulaufen und fühlte mich dabei eigentlich zum ersten Male richtig frei und ganz ich selbst und so langsam war es mir auch völlig egal, was andere über mich denken mochten. Jedoch wurde das Verlangen, auch ganz offiziell als Frau anerkannt zu werden und einen weiblichen Namen tragen zu können, immer drängender. Es war mir aber nicht ganz klar, wie ich das erreichen konnte. Ich wusste nur, dass das irgendwie möglich wäre. Andere Transsexuelle, die ich hätte um Rat fragen können, wird man hier auf den Dörfern wohl kaum finden, und was ich anfangs an Seiten im Internet fand, war auch nicht so berauschend. Die meisten machten auf mich eher den Eindruck von Sex-Seiten und das war mir alles sehr suspekt.

Ich überwand dann die letzte Hemmschwelle und schrieb an das Standesamt hier in unserer Verbandsgemeinde eine Brief mit der Frage, wie und wo ich meinen Vornamen ändern lassen könnte mit einer kurzen Erklärung der Gründe. Zwei Tage später schon erhielt ich eine freundliche Antwort vom Standesamt, dass sie meinen Brief an das zuständige Amtsgericht in Frankenthal weitergeleitet hätten und dass sie mir viel Erfolg bei meinem Vorhaben wünschten. Auf so viel Freundlichkeit und Verständnis war ich nun wirklich nicht gefasst gewesen. Innerhalb kurzer Zeit erhielt ich dann Post vom Amtsgericht, der Antrag auf Namensänderung sei eingegangen. Das ganze Verfahren mit Gutachtern etc. dauerte 8 Monate, dann hatte ich den Gerichtsbeschluss, dass die Namensänderung vollzogen sei.

Neue Papiere, Änderungen bei Krankenkasse und der Sozialversicherung etc. gingen dann innerhalb weniger Tage über die Bühne. Süß war noch hier auf der Verbandsgemeindeverwaltung, als sie mir meinen vorübergehenden Personalausweis ausstellten, als die zuständige Sachbearbeiterin mir sagte, dass sie ja eigentlich offizielle Schreiben an mich noch mit Herr Larissa E… adressieren müssten, aber es wäre mir doch sicher Recht, wenn sie stattdessen Frau Larissa E… schreiben würden.

Das alles hat einige Veränderungen mit sich gebracht. So habe ich zum Beispiel den größten Teil meines früheren Bekanntenkreises verloren. Viele wollten oder konnten das nicht verstehen. Im Dorf hier (ich wohne jetzt seit über 12 Jahren hier) bin ich allerdings nicht dumm angemacht worden, die waren ja auch schon von meinen Zöpfen und meiner doch nicht ganz "normgerechten" Kleidung von früher her einiges von mir gewohnt. Was vielleicht hinter meinem Rücken über mich geredet wurde oder wird, weiß ich nicht, und es interessiert mich auch nicht im Geringsten.

Als ich meiner Mutter erzählte, dass ich meinen Namen ändern würde und auch eine GaOP in Betracht ziehe, war das für sie völlig in Ordnung. Sie meinte nur lächelnd: "Das hättest Du Dir aber wirklich vor der Geburt überlegen können. Du solltest doch sowieso ein Mädchen werden. Okay, dann habe ich ja jetzt doch noch eine Tochter."

Wie gesagt, ich lebe jetzt seit über 12 Jahren hier in dem Dorf, und seit mehr als 10 Jahren zusammen mit meiner Freundin. Sie hat von Anfang an gewusst, wie es um mich bestellt war und hat also meine ganze Metamorphose zur Frau hautnah miterlebt. Eigentlich bin ich jemand, der nicht so gerne in die Öffentlichkeit geht, Menschenansammlungen und Veranstaltungen habe ich bisher nach Möglichkeit vermieden. Der Grund liegt vor allem in meiner schon erwähnten empathischen Veranlagung – ich fühle mich nach einiger Zeit durch die auf mich eindringenden Gefühle der Anderen äußerst unwohl und will dann nur noch flüchten.
Trotzdem habe ich mich dazu aufgerafft, am 23.10. zu einem Schminkkurs nach Köln zu fahren. Schließlich hatte mir meine Freundin diesen Kurs ja zum Geburtstag geschenkt. Ich fuhr also mit sehr gemischten Gefühlen hin, war aber sehr überrascht von der angenehmen Atmosphäre dort. Ich fand es schön, endlich auch einmal ein paar Gleichgesinnte kennenlernen zu können. Zwei von ihnen habe ich auch schon hier im Gendertreff wiedergefunden.

Tja, und so, wie es aussieht, werde ich dann wohl auch bald einmal zu den Selbsthilfegruppen gehen, allerdings mit meiner Freundin, denn die brauche ich manchmal immer noch zum Händchenhalten, wenn ich zu solchen Treffen fahre, bei denen doch noch sehr viele mir Unbekannte sind.

Ich wollte doch nur ein wenig über mich schreiben, und nun ist es ein halber Roman geworden; ich hoffe, ich habe keinen gelangweilt.

Liebe Grüße

Larissa

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Professionell unterwegs

Petra-Susanne ist PhysikerIn und hat sich in professionelle Kreise gewagt um an einem Workshop teil zu nehmen. Im folgenden ihr Bericht:

Gestern habe ich mich zum ersten Mal in weiblicher Erscheinungsform in professionelle Kreise gewagt. Ultrakurzzusammenfassung: Keinerlei Probleme!

Hier nun die etwas längere Beschreibung:

Ich bin als PhysikerIn unter Anderem auch mit dem simulativen Rechnen von physikalischen Systemen beschäftigt, um Vorhersagen über deren Verhalten beim Verändern von Randbedingungen etc. machen zu können. Hierzu gibt es sehr spezielle, komplexe Programme, die in der Regel richtig viel Geld kosten, wenn man nicht in der akademischen Forschung angesiedelt ist und dessentwegen von den Firmen angefixt werden soll. 🙂

Solch ein Programm wurde in gestern in zwei aufeinander folgenden Workshops (vormittags und nachmittags) im Allgemeinen und für eine Spezialanwendung im Besonderen vorgestellt, und zwar im nahen europäischen Ausland. Eine Begegnung mit Kollegen aus dem direkten Arbeitsumfeld war nicht zu erwarten – und wenn es doch dazu gekommen wäre, hätte ich halt ein Outing der anderen Art billigend inkauf genommen. Daher habe ich dann einfach mal als *ich* teilgenommen.

Morgens um ca. Viertel nach Sechs ging’s los, nachdem ich mir den Abend zuvor die Plümmen und die erforderlichen Materialien der Kriegsbemalung passend zurecht gelegt hatte, um nicht nach dem Aufstehen um Fünf noch in Zeitnot zu geraten. Das Outfit: Frauentypisches Sitzungsoutfit mit engerem, knielangem, dunklem Rock, eher dunklen Strümpfen, leicht pumpsartigen Halbschuhen und rotem etwas edleren T-Shirt; dezenter Schmuck. Für den Einkaufsbummel wäre es overdressed gewesen, aber in dem erwartbaren Kreis wohl passend.

Hinfahrt war natürlich kein Problem. Am Zielort musste ich dann erst mal nach dem Workshop-Raum (gemietet in einem größeren, nobleren Hotel) suchen und bin dann schnell fündig geworden. Überraschung: Wir waren nur zu sieben TeilnehmerInnen. Entsprechend war ein „Untertauchen in der Menge“ hier nicht angesagt, und es entwickelten so einige einleitende Fachgespräche. Großartige Verwirrung mir gegenüber war überhaupt nicht zu spüren, obwohl ich meine Stimme trotz einer gewissen Anhebung und wohl auch etwas femininerer Ausdrucksweise schon etwas weiblicher wünschen würde. Ich gehe aber davon aus, dass die Teilnehmer mich schon als transident eingeschätzt haben, auch wenn einigen dieser Begriff wahrscheinlich gar nicht bekannt war.

Der gleiche Effekt dann nach dem kurzen Baguette+Wässerchen-Mittagsmahl (mit entsprechender höflicher Bedienung der „Madame“ durch das Restaurationspersonal) im zweiten Workshop, mit nur noch 5 TeilnehmerInnen, bis hin zur Verabschiedung per Handschlag durch den Workshopleiter.

Schließlich noch ein Tankstop zum kostengünstigen Nachfüllen des Diesels mit ähnlich unspektakulärem Verlauf, bevor ich nach einem langen Arbeitstag um ca. 19 h wieder zuhause eintraf. Und ja, ich kann die Aussagen meiner Frau durchaus nachvollziehen: Der BH (bzw. bei mir das Korselett) drückte doch irgendwann eher unangenehm!
Aber da mein (klebetechnisch realisiertes) Bindegewebe nach dem ganzen Tag auf Achse eher etwas schwächelte, hab ich das Ding noch tapfer bis zum Zubettgehen ertragen.

Liebe Grüße,

Petra

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5 Jahre Gendertreff Leverkusen – Selbsthilfe für Transgender in Leverkusen

Leverkusen, 05.02.2011 Der Gendertreff Leverkusen (Brauhaustreff) feiert Geburtstag: Seit 5 Jahren trifft sich die Selbsthilfegruppe für Transgender an jedem ersten Samstag im Monat im Brauhaus am Markt in Leverkusen-Opladen.

Seit Mitte 2009 unter der Leitung Gittas und des Gendertreff, ist der Gendertreff Leverkusen mittlerweile auch seitens der Stadt Leverkusen als Selbsthilfegruppe anerkannt. In ungezwungener Atmosphäre findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Transgendern sowie Familienangehörigen statt.

Ziel des Gendertreff, der auch eine Selbsthilfegruppe in Düsseldorf betreibt, ist neben der Hilfestellung für Transgender, Angehörige und Freunde auch die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter Gendertreff.de eine große Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen.

Das fünfjährige Bestehen des Gendertreff Leverkusen wird im Rahmen des Treffens der Selbsthilfegruppe am 05.02.2011 ausgiebig gefeiert. Wie immer sind nicht nur Transgender, sondern auch deren Angehörige und Freunde herzlich willkommen.

Weitere Informationen:

Gendertreff Leverkusen

Transgender treffen sich

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Xenia in Wettenberg 2010

Nach 2006 und 2008 waren Xenia und Freunde wieder in Wettenberg zum größten und schönsten Oldiefestival Deutschlands.

Alle hatten wieder viel Spaß und wir hatten den Eindruck, dass wir schon erwartet wurden.

Natürlich ging es auch wieder auf die Bühne zum Petticoatwettbewerb:

>> Den Petticoatwettbewerb auf YouTube ansehen

>> 2006

>> 2008

>> 2010

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Was war das denn ?

Dieser Bericht von Nathalie aus dem Gendertreff, zeigt mal wieder, dass durch Aufklärung in der Öffentlichkeit, die Toleranz aber auch die Akzeptanz in der Gesellschaft wächst. Wenn wir uns zeigen, auf Fragen antworten, uns nicht verstecken, aufklären und in das öffentliche Bild durch straßentaugliche Kleidung passen, können wir viel erreichen. Immer noch verstecken sich viele aus Angst und leben ihr zweites „Ich“ nicht aus. Das führt zu nichts, außer Frust und Depressionen.

Dieses schöne Erlebnis von Nathalie, zeigt einmal mehr, wie schön es sein kann, sein zweites „Ich“ auszuleben – was es der eigenen Seele gut tut. Unser Dank geht an Nathalie, dass der Gendertreff dieses Erlebnis veröffentlichen und an ihrer Freude teilhaben darf.

Was war das denn ?

Inspiriert von Conny´s Outing habe ich gestern einen Entschluss gefasst. Ich hatte ein Rezept bei unserem Hausarzt bestellt und wollte dieses als Nathalie abholen. Sehr gewagt, da sich die Praxis auf einem Teil der Einkaufsstrasse befindet. In mein bevorzugtes Parkhaus hinein und ab auf die Strasse. Das war für das Erste kein Problem, da mache ich mir keine Gedanken mehr. So trat ich ohne zu zögern in die Praxis ein und stellte mich an die Anmeldung. Wie üblich wurde gefragt, was mein Anliegen ist. Ich bekam das Blatt sofort und fragte noch nach den letzten Untersuchungsergebnissen. Die Arzthelferin antwortete: „ Das kann ich Ihnen nicht sagen, da muss er persönlich anrufen!“ Da war ich baff. Die Frau hat mich nicht mal erkannt. Auch nicht an der Stimme.

Nach diesem sehr gutem Verlauf fuhr ich zum Krankenhaus, da noch Blutwerte fehlten. Dort war es noch besser. Sie fragte nach dem Namen. Nein, sie konnte mich nicht finden. Nachdem ich Krankenkasse und meinen Vornamen nannte schaute sie hoch und lächelte. Es sprudelte aus ihr heraus: „Das finde ich ja klasse, dass sie das so offen ausleben“. Nach einem kurzen Informationsgespräch habe ich ihr noch den Flyer überreicht.

Ich saß wieder im Auto und überlegte nun mein handeln und tun. Was mache ich hier? Nach etwa 5 Minuten fuhr ich los. Was für schöne Erfahrungen, sollte ich heute mein Glück weiter strapazieren? Ganz klar ja!

Zunächst hatte ich bei Schlecker nach meinem Fotobuch gefragt, danach löste ich das Rezept ein. Es war wie eine Sucht, ich konnte und wollte nicht aufhören.

Das konnte noch nicht das Ende sein. Direkt neben der Apotheke liegt Edeka. Einkaufen war ich ja schon mal, aber der Laden hat was besonderes. Eine meiner Nachbarinnen arbeitet dort! Wir begegneten uns an der Milchtheke und ich sagte fröhlich „Hallo“. Sie grüßte zurück. Dann legte ich nach. Ich fragte etwas über unser Haus und sie sagte mir, dass sie ja in dem Haus wohnt. Das gibt es doch nicht, sie erkennt mich nicht!

Jetzt oder nie: „Ich wohne auch da!“ und stellte mich mit Nachnamen vor. „Oh, da sind Sie also die Schwester?“ Danach sagte ich ihr den Vornamen und sie schaute mich überrascht an. Was soll ich sagen, sie fand es toll.

Sollte das schon alles gewesen sein? Aber doch nicht an so einem Tag! Der letzte Ausflug ging in die Nachbarstadt zu KWS, einem Friseurrausstatter. Dort habe ich schon einiges gekauft, nur nicht als Nathalie. Ich wusste ja, was ich haben wollte und wir unterhielten uns mehr über den Gendertreff. Zum Schluss ließ ich ihr ebenfalls einen Flyer da. Sie sagte, dass in Ihrer Bekanntschaft mindestens zwei sind, die das Forum anschauen werden.

Am Abend habe ich die Erlebnisse meiner Frau erzählt. Sie hat sich kaum noch eingekriegt. Vor Lachen natürlich! Ich bin so froh, dass sie so zu mir steht.

Ja, was war das. Das Turboouting, Megaouting oder einfach nur schön, dass die Welt offener ist, als ich immer gedacht habe.

Überglücklich über diesen sehr schönen Tag endet hier der Bericht.

Liebe Grüße
Nathalie

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Ein Dienstag im Juni 2010

Halb 10 hatte ich einen Termin bei der Kosmetikerin von Rainer N. Auf der Fahrt zum Ladenlokal war noch genug Zeit zwei Paar Pumps beim Schuster abzugeben. Es waren mal wieder die Absätze hinüber.

Mit einem freundlichen Hallo (wie immer) wurde ich von Rainer und Monique begrüßt und Rainer sagte: „Die Augenbrauen sind da.“ Genau heute waren die Augenbrauen dran. Leider hatte ich in der Vergangenheit zu viel selber daran rum gebastelt und rasiert, so dass Monique erst einmal nur Schadensbegrenzung machen konnte. Aber das Ergebnis, das sich da im Spiegel zeigte,  war für mich schon umwerfend.
Sie fackelte nicht lange und zupfte die Büschel raus. „In zwei drei Monaten machen wir dann die „Feinjustage““, sagte sie ohne locker zu lassen. Es war schon etwas unangenehm….

Ich bekam noch ein paar Kosmetiktipps mit auf den Weg und zog los Ute abzuholen. Es ging nach Essen zum Einkaufen. Der Kofferraum füllte sich unaufhörlich und das Portemonnaie zog sich Mangels Masse weiter zusammen. Für ein Päuschen in einem Café sollte es aber noch reichen. Dann ging es nach Hause, die neuen Sachen und Schuhe an- und ausprobieren.

Mensch, die Zeit verging, es war schon fast 19:00 Uhr. Zeit zum Texas Restaurant zu fahren um sich mit Freunden zu treffen und Spareribs bis zum Abwinken zu vertilgen. Es sollte wieder ein lustiger Abend werden.

Sehr spät am Abend ging dieser schöne und ereignisreiche Tag zu Ende.

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Zum Irrgarten nach Vaals

Geschrieben, Erlebt und mit freundlicher Genehmigung – Marina

Es ist Samstagmorgen 5:56 Uhr. Ich bin gerade aufgewacht. Uuuuh, du hättest eigentlich noch mindestens eine Stunde schlafen können, Marina. Sch…. Gewohnheit um 6:00 Uhr aufzustehen. Aber die Sonne scheint herein. OK, dann gehen wir eben den Tag gemütlich an. 1. Baddurchgang mit Duschen und nass rasieren.
Dann ein bisschen Frühstück machen, dabei im Gendertreff Forum mal sehen was so läuft. Schnell ist es auch 7:30 Uhr. Zeit Marina optisch zu erschaffen. Also ab zum 2. Baddurchgang, ”Spachtelmasse” auftragen und „Kriegsbemalung“ anlegen. 😀
Der Himmel wird immer dunkler, von Sonne keine Spur mehr. Aber immerhin, es regnet nicht. Noch mal die Wettervorhersage geprüft, in der Gegend um Aachen soll es zwar bewölkt aber trocken bleiben.

So was ziehe ich denn nun an. Der lange olivgrüne Rock, das Top mit den grün-braunen Blumen und Sandaletten. Jene Sandaletten, die ich extra noch am Freitag gekauft habe. Im Römerstil mit einen kleinen 2cm Keil. Ein Blick auf’s Thermometer: 17°C, mmmh, besser doch eine Strumpfhose anziehen. Mütze fertig frisieren und hochstecken, sicherheitshalber wegen den noch recht frisch gestochenen Ohren. Es wird 10:10 Uhr. Zeit aufzubrechen. Hab ich alles…ja (denke ich). Ins Auto und los Bernadette abholen. Geplante Ankunft 11:00 Uhr. Kein nennenswerter Verkehr, ich bin um 10:50 da. Bernadette steigt ein, weiter zu Rita. Es fängt an zu tröpfeln. Geplante Ankunft 11:20. Um 11:10 sind wir da. Rita sagt uns, das Ava noch nicht bei Xenia eingetroffen ist, also warten wir bei Rita bis ca. 11:30 Uhr bis Ava sich meldet.

Ich wusste doch, dass ich wieder was vergessen habe: den Fotoapparat, Mist.

So alle Damen an Bord und weiter zu Xenia. Geplante Ankunft 11:40. Wir sind um 11:45 da. Die restlichen drei Damen einladen und los, ab auf die Autobahn nach Aachen. Unterwegs leitet uns das Navi zuerst in Richtung Köln um, OK, ist wohl irgendwo wieder Stau. Kaum sind wir von der A46 auf die A57 abgebogen will uns das Navi wieder zurück schicken. Ich schaue bei den Verkehrsmeldungen nach: 2 km stockender Verkehr an einer Baustelle. Nee, wegen so was drehe ich nicht um, und so schlimm war es auch nicht, sobald sich alle nach rechts eingefädelt hatten lief der Verkehr zügig weiter. Der Himmel wird immer dunkler und es fängt an richtig zu regnen, so viel zur Wettervorhersage. Ausfahrt Aachen-Laurentsberg runter von der Autobahn und quer durch die Stadt, über die Grenze zu den Niederlanden nach Vaals. In Vaals dann links ab hoch zum Dreiländereck (Drielandenpunt).

Ja, hoch, und wie, über 2 Serpentinen und so was in den Niederlanden, hätte ich nicht gedacht. Naja, da oben ist der höchste Punkt der Niederlande auf ganzen 322,50 m.
Als wir am Parkplatz 2 ankommen regnet es so richtig in Strömen. Gitta, Katja, Sabine und Sabrina sind schon da. Es ist 13:05 Uhr. OK, wir sind 5 min zu spät. Petra-Susanne, die mit dem Fahrrad kommen wollte hat abgesagt, kann ich auch verstehen, bei dem Wetter. Was tun, wir wollten doch ins Labyrinth? Im Regen, nee. Also erstmal ins Restaurant und stärken. Die Zeit vergeht, das Essen kommt, das Essen geht. Die Raucherinnen gehen raus und wieder rein, es wird einfach nett geklönt.

Gegen 15:00 Uhr hört der Regen endlich auf. Nichts wie rein ins Labyrinth, bevor es wieder schlechter wird. Eintritt bezahlt und los ging die Mädelstruppe. Die Wege im Labyrinth sind natürlich nicht befestigt, schön schlammig mit großen Pfützen. Na toll, und ich mit meinen Sandaletten. Das Ziel des Labyrinths ist es den Weg ins Zentrum zu finden. Dabei wird einem ab und zu der Weg durch so fiese Wasserfontänen versperrt. Wenn Frau nicht aufpasst ist sie sehr nass. Im Labyrinth laufe hier lang und da lang, im Endeffekt schließe ich mich mit Ava, Sabine und Sabrina zusammen. Nach etlichen Fehlversuchen, findet Ava dann den richtigen Weg und wir vier kommen als erste im der Mitte an. Mein Rock ist nass, meine Strumpfhose auch, die Sandaletten voll Schlamm und vom vielen laufen und Pfützenspringen bin ich klatschnass geschwitzt. Ganz toll, vom Schweiß blättert meine Spachtelmasse ab. Ich bin begeistert… 🙂

Die anderen Sieben irren noch als kleine Gruppe umher. Wir wollen ihnen ja helfen, denn vom Turm aus, der in der Mitte steht kann man wunderbar erkennen wo es lang geht. Aber nein die Damen entscheiden sich weiter auf eigene Faust zu suchen. Nach einer weiteren ca. ¼ Stunde sehen sie es wohl ein und folgen endlich unseren Anweisungen. 5 min. später haben sie es dann auch geschafft. Das obligatorische Fotoshooting folgt lang und ausgiebig.

Von der Mitte aus gibt es dann einen direkten Weg zum Ausgang. Dort steht der obligatorische Kitsch- und Geschenkeshop. Im Shop entdecke ich ein Schild: ”Girlpower”, aber in schwarz auf gelb mit NL an der Seite? Im Lääbbe nedd. Dann ist da noch der Zauberwürfel für Blonde, alle sechs Seiten sind pink, zum totlachen. Aber Geld würde ich für so was nicht ausgeben. So nach dem jetzt alle raus aus dem Laden sind machen wir uns zum eigentlichen Dreiländerpunkt auf. Noch mehr Fotos. In Belgien steht dann ein Café in dem wir uns dann noch kurz mit heiß Aufgebrühtem stärken.

Wir beschließen zum Abschluss noch nach Aachen zum Essen zu fahren. Daran Petra-Susanne Bescheid zu geben denkt natürlich keine. Das Wetter wird immer besser, die Sonne kommt raus. Also zurück zu den Autos, alles einsteigen, Türen schließen. Das Trannymobil XL rollt nach Aachen Innenstadt, zum Parkplatz am Dom. Ava will natürlich erst noch den Dom besichtigen, OK es ist ja noch genug Zeit. Also der Dom zu Aachen ist zwar klein aber absolut sehenswert.

Geplant war das Essen ja so nicht, also sind wir auf Gut Glück los gelaufen in der Fußgängerzone. Links ein Grieche und Sushi-Schnellrestaurant rechts ein Italiener, aber nicht so eine einfache Pizzabude sondern schon was Besseres. Xenia fragt nach einem Tisch für 11, kein Problem. Wir sollen in den 1.Stock in den Wintergarten gehen. Sehr schön. Der Laden gefällt mir, alles im Jugendstil gehalten. Die Kellner haben viel Spaß mit uns, nehmen unsere Bestellung auf. Nach kurzer Zeit kommen schon die Getränke. Da kommt jemand die Treppen hoch, geht zu unserem Tisch und gratuliert uns allen, Respekt. Katja ist schon den ganzen Tag total begeistert und kann es kaum fassen, es ist ja auch ihr erster richtiger Ausflug in die Öffentlichkeit. Siehst du meine Liebe, alles gar kein Problem. Dann kommt auch schon das Essen. Ich hatte mir einen Salat Teller mit Putenbrust und altem Balsamico Dressing bestellt. Oh, oh, oh, so ein tolles Salatdressing habe ich noch nie zuvor gehabt, Wahnsinn. Und gar nicht mal teuer. Xenia und Gitta gehen noch zum Chef des Hauses. Der hat absolut kein Problem mit uns, schließlich wissen wir uns ja zu benehmen. Spaß zu haben kann man ja wohl kaum als schlechtes Benehmen ansehen, oder? Jedenfalls ist der Laden absolut tauglich.

So gegen 21:00 Uhr beschließen wir uns auf den Heimweg zu machen. Also alles zurück zum Auto und ab auf die Autobahn. Katja und ich liefern uns noch ein kleines Rennen. Nein, nicht wirklich, eher fahren wir so Zug um Zug. Mal sie, mal ich vorne. Bis zum Dreieck Neuss, da trennen sich unsere Wege. Weiter zu Ute und Xenia, wo auch gleich noch Ava, Rita und Kirsten aussteigen. Sie wollen dann mit Ava weiter fahren. Also setze ich noch Bernadette ab und fahre dann zu mir nach Hause. Bis ich daheim bin, ist es schon fast Mitternacht. Abschminken, Duschen, kurz was ins Forum schreiben und ab in die Heia.

Trotz des teilweise besch…eidenen Wetters war es doch ein gelungener und sehr sehr schöner Ausflug.

Meinen herzlichen Dank an die Organisatorinnen des Gendertreff.

Liebe Grüße
Marina

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Die Bremer Stadtmusikanten suchen Verstärkung

Trannytour zu den Nordlichtern

erlebt und geschrieben von Gitta

Eigentlich sollte die Erlebnisgeschichte aus Heidelberg der letzte Bericht unseres Reporters Günni vom Tranny – Magazin sein, denn er fühlte sich zu Besserem berufen. Ihm war nämlich ein Aufruf von Radio Bremen zu Ohren gekommen, dass die Bremer Stadtmusikanten noch Verstärkung suchten. Und was lag da näher, als sich dafür zu bewerben, schließlich ist er doch der anerkannt schlechteste Sänger unter der Dusche weit und breit! Also packte er am Fronleichnamstag seine Koffer und begab sich auf große Fahrt.

Als er am Trannybahnhof Gruiten vorbei kam, siegte jedoch seine Neugier und er hielt an. Denn dort standen sie wieder, die sieben Frauen, die er ja schon öfter dort gesichtet hatte: Xenia, Ute, Rita, Kirsten, Ava, Bernadette und natürlich auch wieder die Gitta, denn die muß ja immer mit dabei sein.

Was hatten die denn nun schon wieder vor, an diesem hochheiligen Feiertag in NRW bei bester Laune und strahlendem Sonnenschein? Ja, tatsächlich, sie warteten auf die S – Bahn in Richtung Düsseldorf, in die sie alle pünktlich um 10:13 Uhr einstiegen. Günni schaffte es noch so eben, sein Gepäck zu holen und auf den bereits abfahrenden Zug aufzuspringen. Geschafft, aber auf was ließ er sich nun schon wieder ein?

Nach kurzer Fahrt erreichten sie den Düsseldorfer Hauptbahnhof und die gesamte Gruppe stieg wieder aus und schleppte sich und ihre Koffer in den Tunnel hinunter, um das ihnen schon bekannte Café aufzusuchen und sich zu stärken. Der Reporter setzte sich in eine Ecke und beobachtete die Damen. Aber auch dieses Mal brauchte er nicht besonders vorsichtig zu sein, denn die Frauen waren wieder einmal zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie ihn bemerkten. Nach einem Kaffee oder Kakao zog es alle wieder hinaus in die Halle zu den Verkaufsständen mit den Brezeln und sonstigem leckeren Gebäck. Nur Xenia wurde immer hektischer, hatte sie doch noch am Tag zuvor auf ihrem Weg zur Arbeit einen Stand entdeckt, an dem es Wraps zu kaufen gab, wovon sie unbedingt zwei haben wollte. Aber wie auch immer, sie fand den Laden nicht. „Der wurde bestimmt über Nacht geschlossen“, so vermutete sie und kaufte sich schmollend drei Brötchen und noch einige Brezeln für unterwegs. Doch was war das? Anscheinend hatte das Mädel wieder einmal ein Orientierungsproblem gehabt, denn auf dem Weg zu Bahnsteig 18 war der von ihr gesuchte Verkaufsstand plötzlich wieder da, und so kaufte sie natürlich noch vor Freude über alle Backen strahlend einige der so sehnsüchtig gesuchten Köstlichkeiten für die Reise.

„Na, dem Proviant nach zu urteilen, wird das wohl eine Weltreise werden“, dachte sich Günni und folgte den Reisenden in einigem Abstand zum Zug, der auch bald in den Bahnhof einfuhr. Noch konnte er nur erahnen, was ihn erwartete, und so stieg auch er in den Intercity in Richtung Norden. Erstaunlich schnell fanden die Frauen ihre reservierten Plätze und verstauten ihr Gepäck. Und bereits vor Duisburg konnte das Geheimnis der Tasche gelüftet werden, welche Ute sehr sorgsam seit der Abfahrt in Gruiten mit sich herumtrug, als ob sich darin rohe Eier befänden. Sie reichte den Inhalt an Rita weiter, die anerkannte Fachfrau für den Umgang mit solchen Dingen ist und damit auch garantiert immer wieder für Aufsehen sorgt. Diese konnte es mal wieder nicht erwarteten und öffnete zu schnell die erste Sektflasche, so dass der Korken in hohem Bogen quer durch den Waggon flog. Ganz unschuldig goss Rita nun das köstliche Nass in die mitgebrachten Gläser und alle stießen erstmal auf das bevorstehende Wochenende an, um anschließend ausgiebig zu frühstücken. Weiter ging die Fahrt dann ohne größere Zwischenfälle bis Münster. Dort stieg eine größere Gruppe Jugendlicher in den Zug. Diese hatten einige Dosen mit Bier dabei, die sie bald öffneten. Voller Neid mussten die Mädels zusehen, denn sie wurden natürlich nicht eingeladen.

Nach knapp 3 Stunden machte sich dann wieder Unruhe breit, die Damen machten sich zum Aussteigen bereit, Bremen Hauptbahnhof war erreicht. Vor dem Bahnhof wurde die Orientierung geprüft, und Ava leitete die Gruppe zu Fuß die „200 Meter“ zum gebuchten Hotel in der Altstadt, welches sie auch nach einer weiteren knappen Stunde erreichten. Nach dem einchecken suchte eine jede ihr Zimmer auf, um sich ein wenig zu restaurieren und frisch zu machen und schon bald trafen sich alle wieder zu einer ersten Erkundungstour durch die Stadt. Jetzt ging es ohne Gepäck, dafür aber mit der Straßenbahn in Richtung Rathaus.

Dort ließen sie sich zunächst in einem Straßencafé nieder und tranken und aßen eine Kleinigkeit, um sich von den Strapazen der Fahrt zu erholen, doch schnell zog es die sieben weiter, vorbei an Rathaus, dem Standbild der Bremer Stadtmusikanten, dem Roland durch die Böttcherstraße.

Hier fühlten sie sich alle heimisch, entdeckten sie doch dort das Restaurant „Ständige Vertretung Rheinland – Bremen“ kurz „STÄV“ genannt. Doch zum Verweilen war keine Zeit, und sie schlenderten weiter an einer Bonbonmanufaktur und anderen kleinen Geschäften vorbei in Richtung Weserufer. Auf dem Rückweg wollten sie dann noch das Glockenspiel in der Böttcherstraße hören und so ließen sie sich doch noch im Innenhof der „STÄV“ nieder. Doch die Enttäuschung war fast allen anzusehen, als die Rheinländerinnen gewohnheitsmäßig Altbier bestellen wollten. Denn das gab es dort nicht, ebenso wenig wie Pils. Allein Gitta war überglücklich, sie konnte ihr Stammgetränk, nämlich Kölsch bestellen, endlich gab es auf einer Trannytour mal richtiges Bier. Einige mutige schlossen sich an, die anderen tranken notgedrungen Weizenbier und Ava meinte nur: „Wenn die anderen kein Bier trinken, dann trinke ich auch keines“ und bestellte sich ein Mineralwasser. Frohgelaunt lauschten sie den Klängen des Glockenspiels, bevor sie sich auf den Weg ins Hotel machten.

Mittlerweile waren auch Julia und Maria angekommen, und zum Abendessen zog es die nun neun weiblichen Wesen zum Weserufer auf das Pfannekuchenschiff „Admiral Nelson“, einem originalgetreuen Nachbau einer Fregatte, die der gleichnamige berühmte englische Admiral im Jahre 1805 bei der Schlacht um Trafalgar befehligte. Seit 2001 liegt das Schiff nun in Bremen und wird als Restaurantschiff genutzt. Auch unser Reporter verspürte nun ein leeres Gefühl in der Magengegend und als er sich ebenfalls dort zum Essen niederließ, traute er seinen Augen nicht: Die Gruppe wurde immer größer. Sternschnuppe und Vesta, die in der Nähe von Bremen beheimatet sind, kamen dazu und wurden von den anderen erst einmal ganz herzlich begrüßt. In uriger und gemütlicher Atmosphäre ließen sich alle nun hausgemachte Senfsuppe, normannische Suppe, Salate und natürlich auch Pfannkuchen in allerlei Variationen schmecken. Nach einer letzten Besichtigung des wirklich schönen Schiffes zogen sie nun alle weiter die „Schlachte“ entlang, die Promenade am Flussufer mit seinen tollen Biergärten, wo es natürlich nicht bei nur einem Abendbierchen blieb. Nachdem sich nun alle von den beiden Bremerinnen verabschiedet hatten, gingen die Rheinländerinnen mehr oder weniger schwankend ins Hotel. Einige verschwanden sofort auf ihren Zimmern, allein der harte Kern gönnte sich an der Hotelbar noch einen letzten Nachttrunk. Die dort schon versammelte Gruppe älterer Herren verzog sich schnell, nicht ohne die Worte „Soviel Frauen auf einen Haufen, das ist nun doch zuviel“.

Am nächsten Morgen war es Frühaufsteherin Gitta, die als erste den Frühstücksraum betrat. In dem ausgebuchten Hotel versuchte sie jedoch vergebens, einen großen Tisch für alle zu reservieren, so blieb den Reisetanten nichts anderes übrig, als an zwei verschiedenen Tischen zu sitzen. Der zweite Tag konnte also gemütlich beginnen.

Um keine Zeit zu verlieren, traf sich die gesamte Gruppe schon bald vor dem Hotel und startete bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen in Richtung Innenstadt. Das erste Ziel war das Rathaus, welches in den Jahren 1405 bis 1408 erbaut und als einziges spätmittelalterliches Rathaus in Europa nie zerstört wurde. Es ist zusammen mit der in unmittelbarer Nähe auf dem Marktplatz stehenden Rolandstatue seit 2004 in der Unesco – Liste als Weltkulturerbe anerkannt.

Ein wenig enttäuscht mussten die Damen jedoch feststellen, dass das Gebäude zur Zeit für Besucher geschlossen war. Stattdessen besuchte die Reisegruppe aber den darunterliegenden ebenso alten Ratskeller mit seinen weit verzweigten riesigen Hallen. In diesem Restaurant werden heute über 600 verschiedene Weine ausgeschenkt. Bemerkenswert sind die fünf Separés an der rechten Seite, die heute liebevoll „Priölken“ genannt werden, was soviel heißt wie „kleines freundliches Zimmer“. Aber damals wie heute gilt immer noch dieselbe Regel: Das Zimmer darf nur geschlossen, wenn entweder eine oder mehr als zwei Personen darin verweilen. Auf diese Weise wollte und will man verhindern, dass sich Pärchen darin zurückziehen!

Doch nun zog es die Frauen weiter zum St. Petri Dom, dessen Geschichte bis ins Jahr 789 zurück geht. Unter Anderem befindet sich hier auch das Dom – Museum, mit einer Sammlung von Funden aus mittelalterlichen Bischofsgräbern, aber auch andere kirchliche Kunstgegenstände können hier als Zeugnis der Kirchengeschichte besichtigt werden.

Nach soviel Kultur hatten die Damen jedoch eine Stärkung verdient und setzte sich zur Rast in den angrenzenden Bibelgarten in die dortige Gaststätte. Doch so sehr unser Reporter Günni auch zählte, die Gruppe war nicht vollständig. Er machte sich auf die Suche und fand die restlichen Mädchen todesmutig im nahegelegenen Bleikeller, in dem ehemals Bleiplatten für das Dach des Domes gelagert wurden. Hier wurde es dann richtig schaurig, denn dort befinden sich acht Mumien in ihren offenen Särgen, sowie der steinerne Sarkophag des schwedischen Kanzlers von Bremen, Georg Bernhard von Engelbrechten. Der Sand des Kellerbodens nahm die Feuchtigkeit schneller auf, als der Verwesungsprozess der Toten voranging, daher trockneten diese aus und sind heute als Mumien zu besichtigen.

Schnell zog es die Reisetanten nach dieser Geisterstunde weiter, denn auf dem Programm stand jetzt das Schnoorviertel. Der Schnoor ist das älteste und wohl auch interessanteste Stadtviertel Bremens mit seinen schmalen Gassen, der Johanniskirche und seinen alten Häusern, in denen sich zahlreiche kleine Restaurants und Geschäfte befinden, unter Anderem ein Weihnachtshaus sowie auch andere Kunsthandwerkstätten. Die erste schriftliche Erwähnung dieses Viertels geht auf das 13. Jahrhundert zurück, zahlreiche Häuser sind heute noch gut erhalten. Hier hatten vor allem Flussfischer ihr Zuhause, die dem Gebiet auch den Namen gaben.

Nach diesem Rundgang war jetzt ein spätes Mittagessen angesagt. Es sollte nur eine kleine Stärkung sein, und wenn man schon einmal in Bremen ist, muß es natürlich ein Fischbrötchen sein. Aber enttäuscht mussten die Rheinländerinnen feststellen, dass dies gar nicht so einfach war, und der frische Fisch um die Mittagszeit schon fast überall ausverkauft war. Aber nach langem Suchen gelang es auch ihnen, noch eines zu ergattern.

Nach einem Blick auf die Uhr wurde es jetzt aber Zeit, zum Weserufer zu gehen, wo bereits das Schiff zur Weser – und Hafenrundfahrt wartete. Schnell lösten alle ihre Tickets und fanden auch bald noch Plätze auf dem Sonnendeck. Vorbei ging die Fahrt unter den dazu gehörenden Erklärungen des Kapitäns an alten und neueren Schiffen, an Hafen – und anderen Industriegebäuden, aber auch an weiten Wiesen und Stränden zum Neustädter Hafen und zurück. Ein wenig erstaunt und unsicher war lediglich das Schiffspersonal, eine solche Gruppe war wohl noch nie vorher an Bord gewesen, denn sie hatten einige Probleme mit der Geschlechteranrede. Aber bald war auch das, wenn auch nicht sehr nachhaltig, geklärt. Denn kurz vor dem Anlegen war es Gitta, die unbedingt noch die sanitären Anlagen aufsuchen musste. Und dort war eben dieses Personal gerade am putzen und verwies sie auf die andere Seite, an die Tür mit dem „H“. Aber die beiden Frauen schalteten sofort und sagten: „Ach nee, Entschuldigung, sie können natürlich hier rein“.

Nach einem Spaziergang entlang des Flussufers suchten sich die Mädchen aus dem Rheinland ein Speiselokal zum Abendessen. Hier trafen sie dann auch wieder, wie schon am Vorabend Sternschnuppe und Vesta. Ihnen wurde ein Tisch in der Nähe der Treppe zugewiesen, die in den oberen Teil des Restaurants führte. Als sie mit dem Essen fertig waren, kam eine Dame vom Nebentisch zu uns und sagte ganz forsch und unbekümmert zu Gitta: „Und du kommst jetzt mal an unseren Tisch und erklärst uns das ganze mal“. Der Aufforderung folgte die Angesprochene natürlich sofort und es entwickelte sich ein sehr lebhaftes Gespräch zwischen ihr und den Einheimischen. Und als der Rest der Gruppe bereits das Lokal verließ, verabschiedete sich Gitta, ließ noch ein paar Flyer da und eilte den anderen hinterher, um noch gemeinsam den letzten Abend zu genießen. Es wurde ein schöner Abend in einem Bierlokal, es wurde viel gelacht und erzählt bei einer Superstimmung.

Doch schon bald wurde es Zeit, ins Hotel zurück zu gehen. Die Frauen wünschten sich eine gute Nacht, aber Rita, Kirsten und Gitta hatten immer noch nicht genug und tranken zum Abschluss an der Bar noch Gitta`s neues Lieblingsgetränk, einen Whisky mit Kakao.

Der letzte Morgen begann, wie es so üblich ist, mit dem Frühstück. Wieder einmal war Gitta die erste im Frühstücksraum und konnte auch noch den letzten Vierertisch ergattern und reservieren. So saß sie alleine und von ihren Mitreisenden verlassen dort und als der Nebentisch frei wurde, zog sie diesen gleich herbei. Jetzt war also schon Platz für sechs Personen, aber sie hatte alle Mühe, den Tisch in dem immer voller werden Raum zu verteidigen. Und es gelang ihr tatsächlich kurz bevor der Rest mit müden Gesichtern erschien, noch einen weiteren kleinen Tisch heran zu ziehen. Als sie nicht mehr alleine war, konnte sie sich auch endlich ihr Frühstück holen.

Nach der anschließenden Morgenzigarette wurde es dann aber auch schon Zeit, die Koffer zu packen, und alsbald trafen sich die sieben Frauen mit ihrem Gepäck in der Hotelhalle. Julchen und Maria waren indessen schon mit dem Auto abgereist während die anderen aus dem langen Fußmarsch von der Anreise gelernt hatten, denn sie nahmen für den Weg zum Bahnhof den Bus!

Schnell kauften sie sich noch etwas Reiseproviant an den diversen Ständen in der Halle und fanden auch gleich ihren Bahnsteig. Noch ein paar letzte Fotos auf dem Bahnhof und pünktlich um 12:44 Uhr verließen sie im Intercity diese wunderschöne Stadt. Die Zugfahrt verlief ziemlich unspektakulär und mit einer halben Stunde Verspätung kam die Gruppe in Wuppertal an. Jetzt waren die Frauen noch einmal gefordert, denn wieder einmal mal war improvisieren angesagt. Doch auch dieses Mal gelang es ihnen, die richtige Regionalbahn nach Gruiten zu finden. Am Trannybahnhof angekommen, verabschiedeten sie sich nur kurz voneinander und gingen in verschiedene Himmelsrichtungen davon. Ava ging zu Rita und Kirsten, Gitta fuhr mit zu Xenia und Ute, wo es erst einen leckeren Kaffee gab. Xenia überspielte inzwischen sämtliche Fotos auf DVD’s für jede, bevor sich die drei daran machten, sich ein wenig frisch zu machen und zu restaurieren.

Sollte es etwa noch weiter gehen? Ja tatsächlich, der Tag war noch nicht zu Ende, denn gegen Abend verließen sie wieder das Haus und fuhren mit ihren Autos in Richtung Süden. In Leverkusen – Opladen verließen sie aber schon wieder die Autobahn und fuhren zielsicher durch einige Nebenstraßen zum Brauhaus am Markt, wo bereits auf der Terrasse ein größerer Tisch reserviert war. Ja, genau, es war der erste Samstag im Monat, und heute fand doch dort der Selbsthilfetreff des Gendertreff statt. Dieses gut besuchte Treffen bildete dann einen wirklich würdigen Abschluss einer wunderbaren Reise nach Bremen. Es wurde ein gemütlicher Abend in lustiger Runde, der weit nach Mitternacht wieder einmal viel zu früh endete. Ein wenig müde, aber voller Eindrücke von diesem Wochenende fuhren die Frauen alle nach Hause.

Und unser Reporter Günni? Ja, auch er machte sich auf den Heimweg, auch ihm hat die Reise gefallen, aber den neuen Job bei den Bremer Stadtmusikanten hat er natürlich nicht bekommen. So wird er wohl noch viele Berichte über die Erlebnisse der reiselustigen Trannys schreiben…

Es war wieder einmal eine wunderschöne erlebnisreiche Tour, wir haben viel gesehen, Spaß gehabt, gelacht und auch neue Cocktails kreirt.

Angeregt wurde die Fahrt von Hannelore, die leider krank war und nicht mit dabei sein konnte.

Geplant und vorbereitet wurde die Reise perfekt und in bewährter guter Art und Weise von Xenia, Ute und Kirsten.

Euch allen gebührt einmal mehr unser ganz herzlicher Dank für eure Mühe und Ausdauer bei den Vorbereitungen. Es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir unterwegs waren und so können wir es kaum erwarten, bis es wieder heißt:

„Wann treffen wir uns am Trannybahnhof Gruiten?“

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