Gendertreff Messe & Fachtagung beantwortet Fragen zur Transidentität

Welche Perücke passt zu mir? Wie geht das eigentlich genau mit der geschlechtsangleichenden Operation? – Nur zwei Fragen, die transidente Menschen beschäftigen. Antworten gibt es bei der ersten Gendertreff Hausmesse für Transgender, Angehörige und Interessierte.

Am 09.04.2016 stehen im Gewerbe- und Gründerzentrum Corunna, Corunnastr. 1, 58636 Iserlohn Experten Rede und Antwort: Mit Herrn Dr. med. Jochen Heß der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Essen und Frau Dr. med. Julia Schwerfeld-Bohr, Fachärztin für Urologie aus dem Team von Frau Prof. Dr. med. Susanne Krege der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie der Kliniken Essen Mitte stehen führende Mediziner im Bereich der geschlechtsangleichenden Operation als Ansprechpartner zur Verfügung.

Am Stand des Brustprothesen-Anbieters Special Trade haben Transfrauen die Möglichkeit, sich intensiv beraten zu lassen. Zur richtigen Frisur beraten Schönekeß Hairstyling und das Perückenstudio Cutrins aus Iserlohn.

Selbstverständlich steht auch der Gendertreff Rede und Antwort und präsentiert sein umfangreiches Selbsthilfeangebot am Gendertreff Info-Stand. Weitere Themen am Gendertreff-Stand sind die Aktionen Transidentität am Arbeitsplatz und anders als erwartet.

Gendertreff Hausmesse für Transgender, Angehörige und Interessierte

09.04.2016
11:00 Uhr – 17:00 Uhr

Gewerbe- und Gründerzentrum Corunna
Corunnastr. 1
58636 Iserlohn

Der Eintritt ist frei.

Ausstellerverzeichnis:

Der Gendertreff freut sich gemeinsam mit den anderen Ausstellern auf zahlreiche Besucher.

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>> Flyer „Gendertreff Hausmesse 2016“

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10 Jahre Gendertreff Leverkusen – Selbsthilfegruppe für transidente Menschen in Leverkusen und Umgebung

Leverkusen, 13.02.2016: Der Gendertreff Leverkusen feiert 10 Jahre Selbsthilfearbeit. Die Selbsthilfegruppe für Transgender, Angehörige und Interessierte trifft sich seit dem an jedem ersten Samstag im Monat in Leverkusen.

Seit Februar 2006 unter der Leitung von Stefanie und des Gendertreff, ist der beliebte Selbsthilfetreff seitens der Stadt Leverkusen und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands als Selbsthilfegruppe anerkannt. In ungezwungener und angenehmer Atmosphäre findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Transgendern sowie Familienangehörigen statt.

Ziel der Organisation Gendertreff, die auch regelmäßige Selbsthilfegruppen in Düsseldorf und Iserlohn betreibt, ist neben der Hilfestellung für Transgender, Angehörige und Freunde auch die Information der breiten Öffentlichkeit. Dazu betreibt der ehrenamtlich geführte Gendertreff unter Gendertreff.de eine umfangreiche Internet-Plattform mit einem Forum, einem eigenen Magazin und vielen weitergehenden Informationen.

Das zehnjährige Jubiläum des Gendertreff Leverkusen wird im Rahmen des Treffens der Selbsthilfegruppe am 13.02.2016 ausgiebig gefeiert. Wie immer sind nicht nur Transgender, sondern auch deren Angehörige und Freunde herzlich willkommen.

>> Gendertreff Leverkusen wird 10

>> Pressemeldung zum 5-jährigen Bestehen des Gendertreff Leverkusen

>> Pressemeldung zum 5-jährigen Bestehen des Gendertreff Düsseldorf

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Wie erklärt man jemandem Transidentität, der keine Ahnung davon hat

Autorin: Hanna

Wie erklärt man jemandem Transidentität, der keine Ahnung davon hat? Diese Frage habe ich mir schon länger gestellt und das hier soll der Versuch einer Antwort sein:

Wie beginnt man am besten?
In unseren Köpfen ist eine scheinbare Tatsache felsenfest einzementiert:
Es gibt entweder Männer oder Frauen und nichts dazwischen!
Das ist auch gesellschaftlich zu 100% anerkannt! Obwohl es tatsächlich FALSCH ist!

Das Geschlecht ist nämlich in der Natur keine feststehende Sache. Bei verschiedenen Tierarten sind die Nachkommen nicht von Anfang an männlich oder weiblich. Es hängt vielmehr von der Umwelt ab, wie sich die Kleinen entwickeln.
Manche Meerestiere können ihr Geschlecht sogar nachträglich verändern. Wird aus einer Gruppe von Putzerlippfischen das einzige Männchen entfernt, verwandelt sich innerhalb von ein paar Stunden das größte Weibchen in ein Männchen und übernimmt das Revier. Entenmuscheln bestimmen ihr Geschlecht selbst. Sie wählen immer das Gegenteil von ihren Nachbarn.
Sie sehen also, es gibt diese absolute Teilung gar nicht wirklich! Allerdings hilft diese Teilung uns, unser Gegenüber besser einzuordnen und damit bestimmte Verhaltensmuster in uns selber auszulösen. Das war in der Morgendämmerung der Menschheit gewiss sehr hilfreich, aber ob wir diese strikte Teilung heutzutage, als aufgeklärte Gesellschaft, überhaupt noch aufrechterhalten können?

Wir bekommen öfters zu hören dass wir Transfrauen wohl als Mann keinen Erfolg gehabt haben und es nun deswegen als Frau versuchen. Bitte verzeihen Sie wenn ich darüber nur lachen kann!
Ist irgendjemand hier, der es sich ernsthaft vorstellen kann, er wäre im anderen Geschlecht erfolgreicher als im Eigenen? Irgendjemand, der überhaupt den Wunsch verspürt, das Geschlecht dauerhaft zu wechseln? Sehen Sie! Falls es doch jemanden hier im Raum gibt, der plötzlich ins Grübeln kommt, so können wir uns gerne im Anschluss mal in Ruhe unterhalten…

Aber wie kommt es überhaupt zu diesem „Gefühl“, das man ein anderes Geschlecht hat, als dass das der Körper eigentlich sagt?
Die Erklärung, die für mich am einleuchtensten war und die ich persönlich durch meine Erfahrungen bestätigen kann ist die, dass das Gehirn eben das andere Geschlecht hat. Das klingt jetzt vielleicht für den ein oder anderen unglaublich, aber wenn wir uns mal anschauen, was die Natur in großer Regelmäßigkeit als „sogenannte Anomalien“ hervorbringt, dann ist das gar nicht so abwegig.
Ich will jetzt auf keinen Fall wissenschaftlich werden, aber die Forschung ist heute schon soweit das es als Tatsache anzunehmen ist!
In der 7. Schwangerschaftswoche wird das sogenannte Gehirngeschlecht festgelegt. Zu dieser Zeit ist aber überhaupt noch nicht klar in welche Richtung der Fötus sich wohl entwickelt, denn das körperliche Geschlecht wird erst in der 12. Schwangerschaftswoche festgelegt. Je nach dem zu welchen hormonellen Unter-, oder Überversorgungen es in dieser Zeit kommt, weichen die beiden Geschlechter eben voneinander ab und schon ist ein transsexueller Mensch geboren.
Das kommt übrigens mit großer Regelmäßigkeit vor.
Damit dürfen wir wohl die Transidentität als eine sogenannte Normvariante ansehen, das heißt als etwas das von der Natur durchaus genauso vorgesehen ist.

Das heißt aber noch lange nicht, dass dieser Mensch auch sofort versteht was da bei seiner Geburt passiert ist! Bei mir war es z.B. so, dass ich schon als Kind wusste dass ich „irgendwie anders“ bin. Aber ich habe nie den Finger darauf legen können, was denn dieses „andere“ ist. Ich habe viele Jahrzehnte nicht verstanden, warum sich so viele Dinge für mich einfach anders anfühlen. Warum sich manches sogar schlichtweg falsch und völlig daneben anfühlt. Ich habe mein ganzes Leben nach dieser Erklärung gesucht und immer versucht, die in mich gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Übrigens hatte ich diese Erwartungen auch an mich selber.
Um mal etwas bildlich zu werden: eine Kugel ist eben eine Kugel und kein Würfel. Und wenn die Kugel noch so sehr versucht, ein Würfel zu sein, so bleibt sie trotzdem immer eine Kugel. Auch wenn sie irgendwann wohl eine sehr verbeulte Kugel sein wird, weil sie immer versuchen wird, wie der erwartete Würfel auszusehen.

Aber selbst wenn der Mensch dann irgendwann einmal verstanden hat, WAS da mit ihm los ist, heißt das ja noch lange nicht das nun alles klar ist. Glauben Sie mir, ich habe selber jahrelang daran gezweifelt, ob das wohl alles so richtig sein kann. Immer wieder habe ich an mir herunter geschaut und mir gesagt: du spinnst ja. Selbst die Tatsache, dass die Erkenntnis, eine Frau zu sein, mein Leben lückenlos rückwärts erklärt hat, heißt noch lange nicht, dass ich das auch einfach so hinnehmen konnte. Trotz, dass sich plötzlich jede seltsame Begebenheit in meinem Leben, jeder unpassende Gedanke und das Gefühl des „anders-seins“ damit endlich völlig schlüssig erklärt hat und sich nun endlich –nach über 40 Jahren- alles richtig anfühlt, hat mein Verstand mir immer wieder das Gleiche gesagt: Du spinnst total. Ich habe immer und immer wieder an mir selber gezweifelt und versucht, „das alles“ irgendwie zu unterdrücken und bloß niemandem zu zeigen.

Irgendwann jedoch hatte ich dann aber nur noch die Wahl zwischen:
-) zu mir stehen und mich selber akzeptieren
-) oder von der Brücke zu springen.

An der Tatsache, dass ich hier stehe, sehen Sie, dass ich mich für die schwerere Variante entschieden habe!

Das heißt, ich habe mich dafür entschieden zu dem zu stehen was ich bin und was ich – vor allen Dingen- seit meiner Geburt immer schon war, nämlich eine Frau.
Eine Frau, die zwar das Pech hatte, in einem männlichen Körper geboren worden zu sein und mit dieser Tatsache nun den Rest Ihres Lebens klarkommen muss, aber vor allen Dingen eine Frau die endlich verstanden hat was in Ihrem Leben bisher schiefgelaufen ist. Und die seitdem das erste Mal in Ihrem Leben so etwas wie Glück und Zufriedenheit empfinden kann. Die endlich, -nach vielen Jahrzenten-, in den Spiegel schauen kann und endlich das sieht, was ihr die Natur schon bei der Geburt hätte geben müssen, nämlich das Äußere einer Frau. Das einzige Äußere, dass zu mir, als Mensch, passt und damit das einzige Äußere in dem ich überhaupt noch existieren kann, denn ich habe mich schon viel zu lange –auch vor mir selber- versteckt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein ganz klein wenig vermitteln, was Transidentität bedeutet und mit welchen Schwierigkeiten und Hürden ein solcher Weg –auch heute noch- gepflastert ist und danke für Ihre Aufmerksamkeit.

LG, Hanna

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Fast 4 Monate auf Testosteron

Fast 4 Monate auf Testosteron – Körperliche Veränderungen

Autor: Julien

Es sind nun fast 4 Monate auf Testosteron, die ich kaum fassen kann. Es ist für mich noch so, als hätte ich diese Phase vom hypen auf Testo gerade noch hinter mir. Bisher hat sich schon einiges getan und man(n) freut sich über jedes neue Haar. Ihnen Namen zu geben ist schon länger nicht mehr möglich – so viele Namen hab ich dann auch nicht auf Lager. Mein erstes Barthaar heißt „Harribert“. Das muss natürlich gesagt werden!
Auf der Silvesterfeier des Gendertreff haben wir uns auch über das Thema Haare unterhalten und über die Unterschiede muss man einfach schmunzeln. Unsere Transfrauen ekeln sich und die Transmännner stehen grunzend und röhrend da, um jedes Haar zu feiern. Da kommt es dann auch zum Beinhaarvergleich!

Natürlich gibt es bei mir noch keinen richtigen Bartwuchs zu verbuchen, auch wenn ich bereits kratzen kann. Trotzdem schau ich jeden Tag mindestens einmal genau in den Spiegel, um zu überprüfen, ob die Stoppeln nicht langsam dunkler werden und wo es vielleicht neue gibt. Ich bilde mir auch bereits ein, dass mein Gesicht etwas kantiger geworden ist. Große Unterschiede sehe ich allerdings nicht, was in der kurzen Zeit auch zu viel erwartet wäre. Die Veränderungen kommen bei mir aber teils schon recht früh, wenn ich es so im Vergleich zu anderen Transmännern setze. Das liegt vermutlich an meinem Gendefekt, der sowieso für eine Vermännlichung sorgt. Da hab ich wohl Glück mit.

Haare auf dem Rücken, Schultern und Brust bleiben bisher aus, was ich auch gut so finde. Besonders vor Haaren auf dem Rücken und Schultern graut es mir. Ansonsten wäre noch von dem „Glückspfad“ zu berichtet. Auch dieser bildet sich bei mir, worüber ich mich sehr freue. Das ist so ein typisches Männermerkmal für mich und wollte ich auch unbedingt haben.

Zu neuen Muskeln kann ich nicht unbedingt was sagen, aber ich bin ja auch ein Kerl mit Polstern und bei fast 110 Kilo… naja. Ich wollte abnehmen und hatte es auch gut geschafft. Doch seid Testo plagt mich ein immenser Heißhunger. Der ist wirklich übel. Trotzdem mein ich an den Oberarmen zugelegt zu haben und kein Speck, sondern wirklich Muskeln. Kräftiger bin ich jedenfalls geworden.

Letzter Punkt wäre die Stimme. Sie ist dunkler geworden und mir wird auch berichtet, dass die Stimme öfters beim Sprechen schwankt bzw. springt. Das fällt mir so nicht unbedingt auf, aber wird wohl so sein, wenn man mir das sagt. Ich merke nur, dass meine Stimme an einigen Stellen völlig versagt, wenn ich im Auto zu einem Lied im Radio mit träller. Der Stimmbruch ist also im Gange und ich bin gespannt, wie tief sie runter gehen wird.

 

Julien

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Andreas Tagebuch

Autorin: Andrea

Hallo
Ich habe lange überlegt, ob ich auch mal etwas über mich schreiben soll. Als ich letztens die Recherche für meine Biographie gemacht habe, fiel mir auch mein altes Tagebuch in die Hände, in dem ich alles hineingeschrieben hatte, vom Einzug in meine damals neue Wohnung bis zu meiner GaOP.
Aber ich wollte ja etwas über mich schreiben.

Meine Geburt lasse ich mal aus, ist eh bei jedem gleich, nur das ich damals als Junge auf die Welt kam könnte vielleicht noch interessieren.
Meine Jugend verbrachte ich bei meiner Nenn-Oma zusammen mit meiner Stiefschwester. Damals hatte ich eigentlich schon gewusst, dass ich eigentlich ein Mädchen war, aber erzählen konnte ich das damals keinem. Die hätten mich doch glatt wer weiß wohin gesteckt. Als ich dann älter wurde habe ich auch noch herausgefunden, dass ich sowohl auf Männer als auch auf Frauen stand. Meine Transidentität habe ich eigentlich immer nur im Verborgenen gelebt.

So mit 17 oder 18 habe ich mir dann eine Freundin zugelegt – Brauchte man damals wie ich fand, um der Norm zu endsprechen. Wir zogen auch zusammen und eines Abends habe ich ihr meine Transidentität gestanden, worauf ich durch unsere Wohnzimmertür geflogen bin. Trotz allem bin ich erst mal bei ihr geblieben(ca.10Jahre), warum keine Ahnung, wahrscheinlich hatte ich schiss vor der Allgemeinheit. Eines Abends hat mich dann meine Freundin Vergewaltigt und mir auf den Kopf zugesagt, dass ich mehr Frau als Mann sei, sie aber nicht Lesbisch und sich von mir getrennt. Durch eine Bekannte von mir habe ich dann auch meine Wohnung bekommen.

Nach meinem Umzug begann ich als Frau zu leben. Es begann das Outing bei meinen Freunden, die es widererwarten sehr gut aufgenommen und sich nicht von mir abgewandt haben. Bei meiner Mutter war es schon etwas schwieriger, aber letztendlich hat sie mich doch akzeptiert. Dann begann der schwierigste Teil, das Outing auf der Arbeit. Mein Chef wollte mich zuerst rausschmeißen, aber wir haben uns dann doch einigen können.

Danach das übliche, Gutachten bei zwei Gutachtern. Und dann der Tag als ich das erste Mal Hormone genommen habe, mit Absprache bei meinem Gutachter Prof. D und unter ärztlicher Aufsicht. Mir haben die Hände gezittert als ich die Pillenschachtel geöffnet habe. Das komische war, das von Monat zu Monat alles so normal wurde. Bis zum Tage, als ich nach München gefahren bin .
Mein großer Tag die GaOP. In der Klinik habe ich dann auch meine jetzige Frau kennen und lieben gelernt und das ist nun schon fast 20Jahre her.

LG
Andrea

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Nicht immer reicht die Oberweite

Meist können Transidente Menschen (MzF) nach der Geschlechtsangleichenden Operation und lebenslanger Hormoneinnahme mit einer Körbchengröße von A bis B rechnen, selten sogar C. Allerdings kann das Wachstum einige Jahre dauern. Es ist auch völlig normal, wenn sich die beiden Brüste in unterschiedlicher Geschwindigkeit entwickeln. Einige müssen die leidvolle Erfahrung machen, dass sich am Oberbrustumfang nicht viel tut. Als grobe Orientierung kann dazu die Mutter dienen, hat diese große Brüste, so wird man vermutlich auch größere Brüste haben. Viele Faktoren spielen beim Wachstum eine Rolle: Konstellation des Menschen, Erbgut, Fettgewebe, Hormonpräparate, etc.

Stefanie gehört auch zu den wenigen die nachbessern musste.

 

Hallo,

mal wieder Zeit für ein kleines Update.

Nachdem ich bis zum 18.12.2015 warten musste für den OP Termin ging es dann aber recht schnell. Am 06.01.2016 war es dann soweit. Ich wurde schon einen Tag vorher stationär aufgenommen und nach dem üblichen Untersuchungsmarathon inkl. Narkosevorgespräch war ich dann gegen Mittag auf meinem Zimmer. Ich bekam dann auch gleich einen Gutschein, mit dem ich mir in der Kantine ein Mittagessen holen konnte. Das war zu dem Zeitpunkt auch dringend nötig, da ich bis dahin noch nichts gegessen hatte.

Im Gegensatz zu den OP’s Anfang letzten Jahres (GaOP) war ich dieses Mal schon recht angespannt. Es verging ab ca. einer Woche vor dem Termin kein Tag an dem ich nicht richtiggehend nervös war. Ok, ich hätte ja jederzeit einen Rückzieher machen können, aber das war nie eine echte Option. Der Punkt war ja auch, dass ich weniger vor dem Eingriff an sich Angst hatte, sondern vor den Einschränkungen für die erste Zeit danach. Das meiste Magendrücken haben mir genau 2 Punkte gemacht: Nicht zu wissen, wie weh es für die erste Zeit tun würde aber noch mehr das Bewusstsein ggfs. mehrere Wochen auf dem Rücken schlafen zu müssen (da weiß ich halt, dass ich da sofort anfange zu schnarchen, damit andauernd aufwache und nicht wirklich Ruhe bekomme).
Letztendlich lief aber alles recht gut bisher. Die Nacht vor der OP habe ich im Krankenhaus nicht wirklich gut geschlafen (obwohl ich da ja noch auf der Seite liegen durfte), da es dort ja nie wirklich lange ruhig ist.

Am Morgen vor der OP war das Warten wieder eine Tortur und natürlich das ich nichts trinken durfte. Aber dann ging alles wieder recht schnell. Die Schwester kam rein und meinte es wäre Zeit sich umzuziehen und es gab auch gleich die nette Tablette die einen so schön beruhigt. Nachdem ich die genommen hatte wurde ich auch deutlich ruhiger und alles war nur noch halb so wild. Dann ging es in den OP, noch kurz den Zugang für die Narkose gelegt, mir wurde warm im Gesicht und weg war ich.

Als ich wieder zu mir kam, war ich recht schnell wieder voll da. Dann ging es auch schon wieder zurück ins Zimmer. Allerdings musste ich dann noch 1,5 Stunden warten bis eine Schwester Zeit hatte mir den Stütz-BH anzuziehen (den ich nun die nächsten 6 – 8 Wochen Tag und Nacht tragen darf). Dabei musste ich aber feststellen, dass ich doch nicht so fit war, wie es sich im Liegen angefühlt hatte. Kaum hatte ich mich aufgesetzt ging schon der Kreislauf runter. Als dann ein Pfleger meinen Blutdruck gemessen hatte, war der bei 60 zu 40 (und alle die so was schon mal hatten, wissen wie man sich da fühlt). Es ging dann aber auch wieder recht schnell aufwärts und die Aktion „Stütz-BH anziehen“ konnte dann vollendet werden, da ich dann irgendwann auch aufstehen konnte.
Damit ging dann der OP Tag auch langsam vorbei und gegen 17:00 bekam ich dann auch meine erste Mahlzeit des Tages.
Die folgende Nacht war aber eher eine Katastrophe. Nicht wegen Schmerzen oder schlechter Betreuung, sondern weil ich auf dem Rücken einfach nicht in den Schlaf kam. Und immer dann wenn ich ein wenig wegdöste gab es irgendwas auf dem Flur was mich wieder aufschreckte, oder die Tür ging auf und eine Schwester schaute nach mir.

Am nächsten Morgen war dann noch vor dem Frühstück die Visite bei der ca. 5 – 6 Personen dabei waren. Der Stütz-BH wurde dann noch mal abgenommen, das Verbandsmaterial das in der Unterbrustfalte wurde entfernt (es blieb dann nur noch eine Art Pflaster direkt über der Naht) und ich durfte mir das Ergebnis im Bad im Spiegel anschauen. Allerdings konnte ich es da noch nicht so würdigen, weil mein vermaledeiter Kreislauf wieder anfing Ärger zu machen. So sah ich nur zu, dass ich mich wieder schnell zumindest setzen konnte. Dennoch war der Tenor des Oberarztes ich könne gerne am selben Tag schon nach Hause. So schön wie es zu Hause auch ist im Vergleich zu einem Krankenhaus, ich wollte dann eigentlich doch lieber noch eine Nacht bleiben. Als aber dann kurze Zeit später die Oberschwester der Station auch noch mal fragte, ob ich nicht schon heute nach Hause gehen könne (es herrschte wohl akute Bettennot) und sich mein Kreislauf weitestgehend stabilisiert hatte, entschied ich mich das Mittagessen noch mitzunehmen und dann nach Hause zu fahren.

Für die kommende Nacht war das wohl die beste Entscheidung. Denn obwohl ich auch da nicht ohne Unterbrechung durchgeschlafen habe war es doch wesentlich besser als im Krankenhaus.
Heute früh durfte ich dann das erste Mal nach der OP wieder duschen. Das war sehr erfrischend aber der Kreislauf hat sich natürlich auch wieder gemeldet. So habe ich dann auch entschieden heute noch nicht mal raus zum Bäcker zu gehen sondern einen ganz ruhigen Tag auf der Couch zu verbringen.
Zum Glück habe ich nächste Woche noch frei. So kann ich langsam wieder auf die Beine kommen und muss nichts überstürzen.

Fazit: Jede OP ist eine Anstrengung für den Körper und darüber muss man sich im Klaren sein, wenn man sich dazu entscheidet etwas machen zu lassen, was nach allgemeiner Sichtweise eher eine Schönheits-OP ist und nicht lebensnotwendig. Ich bereue es aber auf keinen Fall diesen Schritt auch noch gemacht zu haben, da ich es einzig und allein für mich getan habe. 🙂

Liebe Grüsse
Steffie

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Das Dänische Mädchen

Die Lebensgeschichte der dänischen Malerin Lili Elbe kommt ins Kino. Geboren als Einar Wegener, unterzog sie sich zu Anfang der 30er Jahre als erste Transfrau einer geschlechtsangleichenden Operation. Eddie Redmayne spielt die Rolle als Einar Wegener/Lili Elbe. Seine Frau Gerda wird von Alicia Vikander dargestellt. Regie: Tom Hooper.

Die Story: Einar Wegener stand für seine Frau „ersatzweise“ als weibliches Akt-Modell und damit begann seine Sehnsucht auch in Wirklichkeit zur Frau zu werden. Unterm Titel „Das Dänische Mädchen“ erschien Elbes/Wegeners Lebensweg auch in Romanform.

Die Dreharbeiten erfolgten in London (GB), Hertfordshire (GB), Kopenhagen (DK), Brüssel (B), Møre og Romsdal (N), Romsdalen (N) und in Berlin (D) statt und wurden im April 2015 abgeschlossen.

 

Marina aus dem Forum sagt:

Bei Lili Elbe wurde die erste dokumentierte GaOP der Welt durchgeführt. Es ist anzunehmen, dass solche Operationen schon früher durchgeführt wurden, nur gibt es dazu keine Nachweise mehr.

 

Ava aus dem Forum sagt:

Der Film „The Danish Girl“ orientiert sich an der Biographie von Lili Elbe und basiert somit auf dokumentierten Fakten. Der Trailer, den ich im Internet gesehen habe, machte einen guten Eindruck. Insofern erwarte ich, dass der Film dazu beiträgt, dass das Thema Transidentität weiter in die Mitte der Gesellschaft rückt.

 

Weitere Links zum Film:

>> Wikipedia

>> Youtube

 

>> Geschichte

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Beim Gendertreff kommen Trans-Menschen zusammen

Beim Gendertreff kommen „Trans*Menschen“ zusammen, um sich über Probleme auszutauschen.

Im falschen Körper zur Welt gekommen | IKZ-Online.de – Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung.

 

Mit freundlicher Genehmigung der IKZ, Funke Medien NRW GmbH.

DerWesten/

 

 

Iserlohn

Bei einer Tasse Kaffee beziehungsweise Tee sitzen sie an diesem Nachmittag in dem mit Orchideen und ansprechenden Bildern ausgestatteten Büro. Die beiden Frauen sind in ihr Gespräch vertieft. Soweit nichts Ungewöhnliches, eine Szene wie sie täglich tausendfach geschieht. Jedoch ist hier etwas anders, denn Chrissie und Helen sind nicht als Frauen zur Welt gekommen, sondern in männlichen Körpern. „Transgender“ oder „Transsexuell“ lautet die wissenschaftliche Bezeichnung, Helen und Chrissie hören lieber „Trans*Menschen“. Als „komplizierten Weg“ beschreibt Helen ihr Leben. Schon mit elf, zwölf Jahren bemerkte sie, dass „irgendwas nicht in Ordnung ist“. Was, das war ihr viele Jahre nicht bewusst. Allerdings begann sie aus der Unwissenheit heraus, mit 16 Jahren zu trinken. „Der Alkohol tat mir ganz gut“, sagt sie leise. Die heute 55-Jährige unterdrückt ihre Identität lange, heiratet mit 23 Jahren eine Frau. Die erlebt Hendrik, so hieß Helen einst, immer häufiger betrunken, sucht nach Flaschen – und findet dabei, ganz hinten im Schrank, bei ihrem Mann plötzlich Frauenkleider. „Wir haben uns auseinander gelebt, meine Frau ist dann ausgezogen“, erzählt Helen, die weiter trank. Sie findet schließlich wieder den Weg in die Mendener Suchtberatung, wo inzwischen bekannt ist, dass Hendrik im falschen Körper geboren wurde.

 

Aus Hendrik wird zusehends Helen

„Vom ersten Tag der Therapie an habe ich gewusst: Jetzt fängt mein neues Leben an.“ Hendrik wird zusehends zu Helen, die zunächst bei einer Selbsthilfegruppe in Köln Unterstützung findet. Ab Juni 2012 ist sie trocken, geht den Wandel immer offensiver an. Ein Jahr später gerät sie in Münster an die passenden Ärzte, beginnt 2014 eine Hormontherapie. Die Personenstandsänderung lässt nicht lange auf sich warten. Stolz über das Erreichte geht sie zur Lokalzeitung, outet sich öffentlich. „Sie müssen sich vorstellen, dass ich in einem Dörfchen wohne. Wenn man offen damit umgeht, funktioniert das auch“, weiß Helen.

Anders verlief die Geschichte von Chrissie, ebenfalls 55 Jahre alt. Sie ist nach wie vor mit einer Frau verheiratet die die „Trans*Frau“ an ihrer Seite akzeptiert. Jedoch gehen die beiden mit Blick auf ihre Berufe nicht ganz so offensiv damit um wie Helen. Nach einem ersten, vorsichtigen Outing bei einem sehr guten Freund erfährt Chrissie zunächst Ablehnung. „Er hat ungefähr fünf Jahre gebraucht, bis er damit umgehen konnte“, sagt sie. 2008 sucht sie sich eine Selbsthilfegruppe, wird in Düsseldorf fündig. „Ich habe aber die ganze Zeit gedacht, dass sowas – auch wenn die Sauerländer anders sind als die Rheinländer – hier ebenfalls möglich sein müsste“, erinnert sie sich. Als sie dann von Helen liest, ist der Anstoß da, in Iserlohn den Gendertreff ins Leben zu rufen.

„Infos fehlen bei ,Trans*Menschen’ und der Bevölkerung gleichermaßen“, weiß Chrissie. So kommen seit Jahresbeginn regelmäßig Männer und Frauen zusammen, die noch im falschen Körper stecken oder dies bereits hinter sich gelassen haben. „Wir treffen uns bewusst in öffentlichen Bereichen, um allen Seiten zu zeigen, dass alles ganz normal ist und wir nichts mit Travestie zu tun haben“, so Chrissie, die ihren unerfahrenen „Schützlingen“ häufig dazu rät, es beim Outfit nicht zu übertreiben. „In der Öffentlichkeit kommt es immer darauf an, wie man selbst mit dem Thema umgeht und zu sich selbst steht, entsprechend reagieren die Mitmenschen.“

 

Neben den öffentlichen Treffen gibt es immer auch geschlossene Info-Abende. „Man kann schlecht in einem Café über eine Operation sprechen“, sagt Chrissie, die für sich selbst noch keine Entscheidung zur geschlechtsangleichenden OP getroffen hat. Allerdings nimmt auch sie seit einem halben Jahr Hormone, um das Wachstum der Brust und eine weiblichere Fettverteilung zu fördern. Chrissie und Helen kennen die Probleme, beispielsweise die Verweigerung der Krankenkassen, was bestimmte Methoden der Haarentfernung angeht, oder die Risiken der OP, bei der für „Trans*Männer“ (Frau-zu-Mann-Transsexuelle) unter anderem auch Hauttransplantationen erforderlich sind. Helen steht der wichtige Schritt der geschlechtsangleichenden OP dieser Tage bevor. Sie kann es kaum abwarten, endlich zur „richtigen Frau“ zu werden.

 

Erste Reaktion der Mutter: Was sollen Nachbarn sagen?

Bis auf fragende Blicke hätten sie noch nie derbe Ablehnung erfahren, sind sich die beiden einig. Ganz im Gegenteil: Helen war bereits als Hendrik selbstständig im Bereich der Autopflege tätig, seit dem Outing ist der Zuspruch nach eigenen Angaben noch größer. „Die erste Reaktion meiner Mutter war: Was sollen bloß die Nachbarn dazu sagen? Bis auf eine befreundete Familie war das aber für alle in Ordnung.“

>> Selbsthilfetreffen

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Selbsthilfetreffen Düsseldorf zur Vorweihnachtszeit

Rund 50 Gäste ließen es sich nicht nehmen am Kaffeeklatsch und Tratsch des Selbsthilfetreffens Gendertreff Düsseldorf teilzunehmen. Die Vorfreude auf Weihnachten war zu spüren, denn die Tradition des Schrottwichtelns sollte auch diesmal nicht zu kurz kommen. Ute erklärte kurz den Spielmodus und schon wurde wie wild gewürfelt.

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Endlich hatten alle ein Geschenk und es wurde, je nach Augenzahl auf dem Würfel, ausgepackt.

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Man da war was los. Viel Unnützes aber auch das ein oder andere kuriose und sogar nützliche wurde aus dem Papier geholt.

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Es gab einen Riesenspaß auf dem gut besuchten Treffen. Am Schluss wurden die übriggebliebenen verpackten Geschenke in einer Auktion versteigert und der Erlös kam dem Gendertreff für seine Arbeit zu Gute.

Es war eine tolle Stimmung. Aber auch die Gespräche untereinander kamen natürlich nicht zu kurz.

Nach 18:00 Uhr reduzierte es sich ein wenig, aber über die Hälfte der Anwesenden blieben noch, um das gute Essen im Kaisershaus zu genießen. Es war ein krönender Abschluss eines arbeitsreichen Jahres. Und 2016 wird es nicht weniger werden, so ist anzunehmen.

Gleich nach Weihnachten geht es weiter, denn am 27.11. ist Gendertreff Iserlohn. Der nächste Gendertreff Leverkusen findet am 09.01.2016 und der nächste Gendertreff Düsseldorf findet am 17.01.2016 statt.

Im Februar feiern wir wieder einen runden Geburtstag. Dann wird das als „Brauhaustreff Opladen“ gestartete Selbsthilfetreffen stolze 10 Jahre alt. Darüber hinaus werden wir wieder an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen.

All das wäre nicht möglich ohne die vielen fleißigen Helfer, die mit viel Engagement ihre Freizeit opfern, um Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Vielen Dank dafür.

Allen ein schönes Weihnachtsfest und ruhige und besinnliche Feiertage. Bis zum nächsten Jahr 2016.

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