Es war wieder soweit…

Mit freundlicher Genehmigung von der Autorin dieses Beitrags Josi.

Juhu, wieder wurde sich für das Treffen im Cafe Süd zum „Gendertreff Düsseldorf “ aufgehübscht ( Supi, Sarah belegt das Bad schon eine Stunde weniger…nun hab ich den Spiegel etwas länger für mich ). Unsere Stimmung war gut, wussten wir doch, worauf wir uns freuen konnten, und das schöne Wetter spielte natürlich auch eine Rolle.

Dort angekommen war zwar nur ein kleiner Kreis anwesend. Aber die Begrüssung war wie immer herzlich. So, erst mal einen leckeren Cappucino und dann wurde erzählt. Xenia und Ute waren verhindert…schade…aber schönen Urlaub Euch beiden ! Und so viele weitere, vertraute Menschen waren auch verhindert. Naja, Urlaubszeit.

So peu à peu erschienen noch weitere liebe Bekannte, der Tisch füllte sich, die Runde wurde grösser und die Stimmung immer lustiger. Welch ein “ Hallooo“, …Maria erschien…hübsch zurecht gemacht ( wie immer ! ), mit einem Kuchen im Karton. Eine Fruchttorte ( sehr wohlschmeckend) noch zu ihrem Geburtstag. Im Cafe war man kooperativ…und mit einem “ Happy Birthday“ singenden Tortenheber wurde der Kuchen unter viel Gelächter verteilt. Danke Maria, war eine schöne Idee von dir.

Plötzlich stand eine sehr attraktive blonde Dame neben unserem Tisch und stellte sich als Monika vor. Fragte, ob sie sich zu uns setzen dürfe. Es entwickelten sich informative Gespräche, bei denen sich herausstellte, dass sie seit über 20 Jahren “ eine Frau“ sei, sie bereits in sehr jungen Jahren die Veränderung vollzogen hat.

Ich muss Euch sagen, ich war platt. Sie ist so perfekt, so stimmig…einfach unglaublich. Zudem entpuppte sie sich auch noch als äusserst symphatische und aufgeschlossene Person… war echt beeindruckend.

Ich muss ehrlich sagen, einen Moment lang wurde mir ein wenig traurig ums Herz. Ich habe Babs vermisst. Wenn sie das hätte erleben können…..ich hoffe, es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Küsschen, Babs, falls du es liest. Jedenfalls wurde sich rege ausgetauscht. Vor allem sehr intensiv..draussen, bei der Atemtherapie…! Bin mal gespannt ob es Monika auch so gut bei uns gefallen hat, es wäre schön, wenn sie sich zu uns gesellen würde.

Als wir uns dann , natürlich verspätet, wie immer, doch verabschiedeten und die Heimfahrt antraten, war wieder dieses „ach, was war das wieder schön-Gefühl“ in Sarah und mir.

Auf der Fahrt haben wir noch über einiges geredet, nachgedacht, aber auch gelacht und fanden es schade, dass es schon wieder vorbei war. Aaaber, wir haben ja noch einige wirklich schöne Dinge vor in diesem Jahr. Und darauf freuen wir uns jetzt schon. Denn eines wissen wir, …egal was wir unternehmen… mit diesem Kreis an liebenswerten Menschen, es wird immer ein Gewinn sein.

In diesem Sinne grüsse ich Euch alle ganz herzlich, Josi

Und Wiebke, sei nicht traurig, dass du uns nicht gefunden hast. Dummerweise hatte ich mein Handy nicht mitgenommen und habe deine Anrufe erst zu Hause abgehört. Dumm gelaufen, echt schade. Bis bald.

Josi

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Die weibliche Seite

Das Thema Transgender aus Sicht einer Partnerin – mit freundlicher Genehmigung von Cinderella

Hallo zusammen!

Ihr Trannies lebt eure weibliche Seite voll aus! Deshalb sind auch für die meisten von euch Hosen als Mädels tabu, denn die müssen die Männer täglich tragen. Eure Handtaschen sind eher „Notfallkoffer und Fälscherwerkstatt“. Auch was das make-up betrifft, seid ihr häufig perfekter als wir,

Aber: was macht das mit mir als Partnerin? Bin ich eifersüchtig auf so viel Weiblichkeit? Färbt diese Weiblichkeit ab?

Mein persönliches Fazit: Eifersüchtig bin ich nicht, aber definitiv positiv beeinflußt und dankbar! Ich freue mich, wenn Conny gut aussieht und Komplimente bekommt. Seit Connies Outing entdecke ich meine schlummernde weiblichere Seite wieder und lebe sie auch aus. Ich habe schon immer gerne Röcke getragen, aber es hat sich noch gesteigert. Außerdem gibt es seit dem Outing Möglichkeiten sich auch mal „schick“ zu machen. Jede trägt aber, worauf sie Lust hat.

Okay, die Mädels machen sich meist schick, aber immer alltagstauglich. Wenn mir eher nach „Schlabberlook“ ist, „transe“ ich halt rum und trage Hose. Vorher sind wir kaum weg gegangen und wenn, dann war halt Alltagskleidung angesagt: Heute habe auch ich Kleidung im Schrank, die ich so auf der Arbeit nicht tragen würde. Ich kaufe bewußt T-Shirt für die Arbeit und für die Freizeit.

Außerdem hat sich der Blickwinkel verändert! Wenn wir shoppen gehen, dann wird halt für uns beide nach Kleidung geschaut. Das ist häufig die Bluse, der passende Rock oder das Kleid! Es ist schön, nicht mehr alleine shoppen gehen zu müssen, obwohl ich zugeben muss, dass es anfangs gewöhnungsbedürftig war.

Wie komme ich darauf, jetzt etwas zu diesem Thema zu schreiben? Das habe ich einer Userin aus unserem Forum und ihrem Posting zu verdanken. Sie ist eine gebürtige Frau und schreibt sinngemäß, dass sie jetzt die Kleidung für Sonntag zum Gendertreff Düsseldorf für ihre Tranny-Partnerin gefunden haben und sie sich jetzt mächtig ins Zeug legen muss.

Keine Sorge! So ging, bzw. geht es vielen von uns. An dieser Stelle: Herzlichen Dank für dein posting, denn es hat mich dazu gebracht, zu reflektieren und mir das nochmal bewusst zu machen. Das tut gut, wenn alles schon zur Normalität geworden ist.

Ich habe aber auch das Gegenteil erlebt: Wir waren zu einem Essen mit dem Praxisteam eingeladen und ich habe nur einen weißen Jeansrock, einen nettes Shirt und Slingpumps getragen und wurde sofort von meinen Kolleginnen gefragt, warum ich mich so „aufgebrezelt“ hätte?

Was das make-up anbelangt kann ich nur sagen, dass sich seit letztem Jahr auch in dem Bereich einiges für mich getan hat. Ich war mit Conny auf einem Schminkseminar. Von wegen: Nur für Trannies. Das können wir Gebürtige genauso brauchen. Ich wollte mich von „Ich kann das morgens schnell mal eben“, auf „Ich kann das schnell und schön“ steigern. Ich weiß jetzt, wie ich meine Augen besser betonen kann, wenn ich Lust dazu habe. Ich wäre ansonsten nicht auf die Idee gekommen, dort hin zu gehen. Es ging ja auch so.

Auf jeden Fall gilt: Schick ist keine Schande! Es lebe die weibliche Seite!

Liebe Grüße
Cinderella

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Erlebnis 2006

19.Februar der Gendertreff Düsseldorf neigt sich dem Ende. Viele wollen noch etwas unternehmen und fragen: "Xenia kommst noch mit?" Ich verneine mit dem Einwand noch etwas anderes vor zu haben. Noch `ne Zigarette und noch eine herzliche Verabschiedung……ich schau auf die Uhr. Uups, viertel nach 6. Jetzt aber mal los. Ich setz mich ins Auto und fahr die Kölner Str. in Richtung Hauptbahnhof. Ich habe doch meine Liebste ab zu holen.


Sag bloß nun macht mir noch ein Parkplatzproblem einen Strich durch mein Vorhaben. Glückesgeschick da fährt einer weg und schwups hinein. Aussteigen an einem Ehepaar vorbei zur Straße – der Stufenrock aus Pannesamt und meine Haare wehen im Wind aber ich hätte vielleicht doch Stiefel dazu anziehen sollen. In den Pumps wird es wohl kalte Füße geben aber egal, denke ich noch so bei mir, da bleiben aber auch schon die Fahrzeuge stehen und ich kann vor ihnen die Straße überqueren.


Der Bahnhof kommt immer näher und ich schau auf die Uhr, 18:35. Bin auf Höhe der Taxistände. Eine scheinbar etwas gestresste Frau mit Koffer und drei Kindern im Schlepp, mustert mich neugierig. Zwei Taxifahrer blicken zu mir rüber und verfolgen mich mit ihren Blicken. Die Eingangstür ist in greifbarer Nähe. Jetzt locker bleiben und nicht an Selbstvertrauen verlieren. Ich stoß die Tür auf und denk noch so bei mir, vielleicht doch besser zurück. Ein Fuß vor den anderen setzend, schreite ich erhobenen Hauptes zu Gleis 15, immer bemüht die Passanten an zu schauen.

Unbeschreiblich! Eine Mischung von toll, super und in die Hosenmachgefühl. Alles was man so vorfindet in einem Bahnhof ist da, nur nicht ganz so geballt wie in der Woche. Ich kenn den Bahnhof fast auswendig aber wie lang das von Bahnsteig 18 bis 15 an diesem heutigen Abend dauert, war mir nicht klar.

Seit ein paar Sekunden steh ich nun am Anfahrtsplan und sehe nach … oder lenk ich mich nur ab und verschnaufe ein wenig. Ich glaube letzteres trifft mehr zu. Nach einer Weile geh ich die Treppen hoch, stöckel an einigen wenigen Wartenden vorbei um zur Raucherzone zu gelangen. Erst einmal setzen und eine rauchen. Ein Zug fährt ein und wieder los. Leute schauen oder auch nicht. Kein Problem! Ich genieße es immer mehr. Der Sprecher kündigt den IC an, der auch gleich einfährt.
Ein paar aussteigende Fußballfans bemerken mich gar nicht und da hab ich auch schon meine Holde wieder im Arm………

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