Trans* Day of Visibility 2026: Präsenz, Entwicklung und Kritik

Am 31. März begehen wir den weltweiten Trans* Day of Visibility (TDoV). Dieser Tag steht für geschlechtlicher Vielfalt und gleichzeitig für den unermüdlichen Kampf um Gleichberechtigung, Sicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz.

Sichtbarkeit ist kein Selbstläufer

2026 zeigt sich: Trans* und nicht-binäre Menschen sind sichtbarer denn je. In Medien, Politik und Kultur werden ihre Stimmen lauter, ihre Geschichten hörbarer. Doch diese Sichtbarkeit geht einher mit einer nie dagewesenen Bedrohungslage. Trotz wichtiger Meilensteine wie dem Selbstbestimmungsgesetz, das seit November 2024 in Kraft ist, erleben trans* und nicht-binäre Menschen weiterhin Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung in nahezu allen Lebensbereichen.

Fortschritte und was noch fehlt

Das Selbstbestimmungsgesetz war ein langer überfälliger Schritt. Es erleichtert den Zugang zu rechtlicher Anerkennung und stärkt die Selbstbestimmung. Doch Rechte auf dem Papier sind nicht gleich gelebte Realität. Um echte Gleichstellung zu erreichen, braucht es weitere konkrete Maßnahmen:

1. Respekt und Akzeptanz fördern
    • Fortführung des Nationalen Aktionsplans „Queer Leben“: Dieser muss mit ausreichenden Mitteln und verbindlichen Zielen ausgestattet werden.
    • Demokratiefördergesetz einführen: Um zivilgesellschaftliches Engagement gegen Hass und Ausgrenzung nachhaltig zu stärken.
    • Selbstbestimmungsgesetz evaluieren und erhalten: Die gesetzlich vorgeschriebene Evaluation muss partizipativ und ergebnisoffen erfolgen.
2. Schutz vor Gewalt und Hasskriminalität
    • Empfehlungen des Arbeitskreises gegen LSBTIQ*-feindliche Gewalt umsetzen: Konsequente Strafverfolgung und Präventionsarbeit sind überfällig.
    • Hate Speech wirksam bekämpfen: Plattformen müssen in die Pflicht genommen, Betroffene besser geschützt werden.
    • Schutz für LSBTIQ* Geflüchtete: Sichere Unterkünfte und asylrechtliche Anerkennung sind essenziell.
    • Schutzlücken bei Konversionsbehandlungen schließen: Kein Platz für „Therapien“, die Identitäten pathologisieren.
3. Diskriminierung abbauen, Teilhabe stärken
    • Grundgesetz reformieren: Artikel 3 muss LSBTIQ* Personen explizit schützen.
    • Abstammungsrecht modernisieren: Für rechtliche Sicherheit von Regenbogenfamilien.
    • AGG und Sozialgesetzgebung reformieren: Diskriminierungsfreier Zugang zu Gesundheitsversorgung und Arbeitsmarkt.
    • Entschädigung für historische Unrechte: Für Zwangssterilisationen und andere Grundrechtsverletzungen.
Was jeder tun kann

Sichtbarkeit beginnt im Alltag. Zuhören, informieren, Position beziehen – das sind erste Schritte. Unterstützt trans* und nicht-binäre Menschen, indem ihr:

    • Räume schafft, in denen sie sicher und sichtbar sein können.
    • Aufklärung betreibt und Vorurteile hinterfragt.
    • Politisch aktiv werdet: Ob bei Demonstrationen, in Vereinen oder im Gespräch mit Abgeordneten.
Fazit: Gemeinsam für eine Zukunft ohne Angst

Der TDoV 2026 erinnert uns daran, dass Sichtbarkeit allein nicht reicht. Es braucht konkrete Taten, politische Weichenstellungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Lasst uns diesen Tag nutzen, um Solidarität zu zeigen, Forderungen laut zu stellen – und nicht nachzulassen, bis alle Menschen frei und sicher leben können.


Was denkt ihr?
Wie könnt ihr in eurem Umfeld mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz fördern?

Rückzug bei Diversity? STICKS & STONES zeigt in Köln das Gegenteil

Köln, Januar 2026. Am 31. Januar 2026 findet in Köln die STICKS & STONES statt, eine der wichtigsten LGBTIQ+ Job und Karrieremessen im deutschsprachigen Raum. Von 10 bis 17 Uhr treffen qualifizierte Talente auf Unternehmen, die Vielfalt nicht als Risiko, sondern als wirtschaftliche Stärke verstehen.
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Selbsthilfetag 2025 im Klinikum Solingen – Vielfalt und Unterstützung im Fokus

Der Selbsthilfetag im Klinikum Solingen brachte wieder zahlreiche ehrenamtlich geführte Selbsthilfegruppen zusammen. Ziel war es, Betroffenen, Angehörigen und Interessierten eine Plattform für Austausch, Information und Vernetzung zu bieten. „Selbsthilfetag 2025 im Klinikum Solingen – Vielfalt und Unterstützung im Fokus“ weiterlesen

Einladung zum Straßenfest „Beethovens Bunte“ in Bonn

Erstmals war der Gendertreff einer Einladung zum Stadtfest „Beethovens Bunte“ in Bonn gefolgt. Wir hatten uns angemeldet, obwohl wir uns bekanntermaßen nicht auf CSDs aufstellen. Der Eindruck, den das Event und der Titel vermittelte, trügte: Es handelte sich letztlich um einen CSD, der eine besondere Ausprägung hatte und nicht ein buntes Stadtfest war, ähnlich wie das in Dortmund. Aber der Reihe nach.
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CSD Erkrath – „CSD ist Liebe“

Lautete das Motto des dritten CSD in Erkrath.

Weit über 1.000 Interessierte, Neugierige, Besucher und Informierte kamen auf das Gelände am Bavierplatz. Alle waren Willkommen und gemeinsam feierten wir ein friedliches und schönes Fest bei herrlichem Sonnenschein und guter Musik.
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Liebe verbindet – Hass zerstört

Das war das diesjährige Motto des Düsseldorfer CSD, an dem auch wieder der Gendertreff teilnahm. Zusammen mit „Anders und Gleich“, „AWO“, „Diakonie Düsseldorf“, „Fachstelle queer lesbische Beratung“, „Aidshilfe Düsseldorf e.V.“, „Caritasverband Düsseldorf“ und „Queer Handicap“ sorgten wir unter einem Zelt für Sichtbarkeit.

DortBunt 2025

Wieder war es ein wunderbares Event!

DORTBUNT! 2025 war eine großartige Gelegenheit, die Vielfalt, Kreativität und den Zusammenhalt in Dortmund zu feiern. Mit verschiedenen Programmen in der Innenstadt, den Stadtteilen und Live-Übertragungen bot das Festival eine breite Palette an Erlebnissen. „DortBunt 2025“ weiterlesen

IDAHOBITA-Tag 2025

zum IDAHOBITA-Tag 2025 in Düsseldorf.

IDAHOBITA = International Day Against Homo-, Bi-, Inter-, Trans- and Asexuellphobia.

Dieser Internationale Tag wird seit 2005 jährlich am 17. Mai von homosexuellen, später auch bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen, als Aktionstag begangen, um durch Aktionen, mediale Aufmerksamkeit und Lobbying auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder durch ihre Körper von der Heteronormativität abweichen. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Transgeschlechtlichkeit wurde erst 2018 mit dem Erscheinen des ICD-11 von der WHO als Krankheit gestrichen. „IDAHOBITA-Tag 2025“ weiterlesen

Und was, wenn wir älter werden?

Das war eine interessante Frage bei einem Event bei der Diakonie in Düsseldorf, wo es um queeres Leben im Alter ging. Dabei sind viele offene Fragen zur Sprache gekommen.

Wir wird das zusammen leben in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Tagespflegeeinrichtungen oder auch im eigenen Zuhause möglich sein, wenn wir Hilfe brauchen oder gepflegt werden müssen.
Ein Thema welches immer öfter von vielen Einrichtungen angefasst und offensiv diskutiert wird. „Und was, wenn wir älter werden?“ weiterlesen