Ein letztes Mal, der Gendertreff auf der Lindenstrasse

Ilonka aus der Presseabteilung nahm sich fast den ganzen Tag Zeit uns möglichst alles in der Lindenstrasse zu zeigen. Zwischen den Dreharbeiten gab es die Möglichkeit noch einmal die Drehorte zu besuchen. Zu dem bekamen wir die Gelegenheit noch einmal bekannten Gesichtern Hallo zu sagen, aber auch andere Schauspieler zu begrüßen. Wieder gab es nette Begegnungen und Gespräche und auch Mutter Beimer begrüßte uns.

Dieser Tag war wohl endgültig der Letzte, denn in wenigen Monaten schließt die Lindenstrasse ihre Pforten und wird Geschichte sein. Wir bedauern dies sehr……………….

>> Gendertreff und Lindenstraße

>> Lindenstraße

>> Inhaltsverzeichnis

Geburtstag in der Lindenstraße

Zum zweiten Mal durfte der Gendertreff, vertreten durch Ava, Nathalie, Rita, Ute und Xenia, in der langjährigen Serie „Lindenstraße“ auftreten. Es gab ein ausgiebiges Wiedersehen mit den Schauspielern sowie viele und ausgiebige Gespräche. Wieder wurden wir herzlich im Kreise des Teams aufgenommen; Wortlaut: „Ihr gehört zum Team der Lindenstraße.“

In der Folge 1715 „Was ist schon gerecht?“ vom 14.4.2019 feiert Xenia ihren Geburtstag im Akropolis mit Freunden und Ehefrau. Sunny (Martin Walde) gehört spätestens seit der Folge 1665 „Falsch ist genau richtig“ selbstverständlich mit zum Freundeskreis. Die Dreharbeiten unter einem anderen Regisseur, waren etwas kürzer als beim letzten Mal und es gab weniger Text. Aber es war ähnlich aufregend und spannend wie vor ca. 1 Jahr.

Während der Feierlichkeiten im Gastraum kam es in der Küche des Lokals zu einem heftigen Eklat zwischen dem Chefkoch Roland und der Praktikantin. Aber schaut selbst in der Folge worum es geht, denn die Lindenstraße ist ja dafür bekannt aktuelle Themen aufzugreifen. Aus eigener Erfahrung darf ich aber sagen, dass Roland als privater Mensch ein feiner Kerl ist und seine Rolle sehr perfekt spielt.

Die Geburtstagsrunde bekam von dem Streit nichts mit und feierte noch ausgelassen.

Leider muss auf eine Entscheidung der ARD die Lindenstraße in einem Jahr (2020) schließen, was wir sehr bedauern. Durch immer wieder junge und neue Schauspieler und brandaktuelle Themen, war die Serie im 21. Jahrhundert angekommen und keinesfalls veraltet. Für den Gendertreff war Sie ein wichtiger Begleiter der Thematik „Transidentität“ in den Medien, auf unserer Plattform und der grünen Karte für Diversity – Ein Meilenstein in unserer Öffentlichkeitsarbeit. Für uns Privat war es eine aufregende und spannende Zeit in dieser Kultserie mitspielen zu dürfen, besonders auch weil wir das Drehbuch in einzelnen Passagen mitgestalten durften.
Wir bedauern sehr das Ende der Lindenstraße und möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich für die Zusammenarbeit bei dem Team der Lindenstraße, Hans W. Geißendörfer und dem WDR bedanken.

Vielleicht trifft man sich noch mal………………………………………..

 

 

Bilder, Texte & Filme: Mit freundlicher Genehmigung des GFF und WDR

 

>> Gendertreff meets Lindenstraße

>> Grüne Karte für Diversity

Beim OB im Rathaus

Düsseldorf – gemeinsam jeck, hieß das Motto des Rosenmontagszugs am 4.3.2019 in Düsseldorf. Wie jedes Jahr wurden wieder Freikarten an die Ehrenamtlichen aus Düsseldorf verlost. Und man glaubt es kaum, ich hatte gewonnen. Natürlich nahm ich meine Frau mit und so trafen wir pünktlich gegen 10:15 Uhr am Düsseldorfer Rathaus ein.

Der Oberbürgermeister Thomas Geisel begrüßte alle Gäste im Jan-Wellem-Saal und das Rathaus füllte sich zusehends. Wir wurden mit Suppe, Würstchen, antialkoholischen Kaltgetränken und natürlich mit Altbier versorgt. Eine Band spielte Karnevalsmucke. So stimmten wir uns auf den um eine Stunde verschobenen Zoch ein. Beinahe hätte der Zoch nicht stattgefunden, denn es wütete wieder ein starker Sturm über der Region. Zum Glück schwächte sich der ab und es konnte losgehen.

Gegen 14:30 Uhr war es dann soweit und der WDR heizte die Besucher und Jecken im und am Rathaus kräftig ein. Und endlich, De Zoch kütt! Viele tolle Fußgruppen waren im Zoch unterwegs und natürlich durften die bissigen politischen Motivwagen von Jacques Tilly nicht fehlen. Wir wurden auf der Tribüne weiter mit Getränken versorgt und konnten jederzeit ins Rathaus.

Kurz nach 17:00 Uhr verließ der letzte Wagen den Platz und wir machten uns auf den Heimweg durch die Altstadt zur U- und S-Bahn.

Es war ein fröhlicher und toller Tag!

Helau… 🙂

 

>> Das Rosenmontagsvideo auf YouTube ansehen

 

>> Inhaltsverzeichnis

Lindenstraße die Zweite

Zirka ein Jahr nach Ausstrahlung der Folge 1665 („Falsch ist genau richtig“) mit dem Gendertreff, durften wir uns nun zum zweiten Mal zu Dreharbeiten melden. Gesendet wird am 14. April 2019 die Folge 1715 („Was ist schon gerecht“).

Wir waren natürlich entsprechend begeistert, dass tatsächlich noch eine Folge mit uns gedreht werden sollte. Die Neulinge Ava, Rita und Ute, sowie Nathalie und Xenia trafen gegen Mittag in Köln-Bocklemünd ein. Es gab ein herzliches Wiedersehen, viele Gespräche und nacheinander verschwanden wir in der Maske und Kostüme.

Mit etwas Verzögerung ging es dann nachmittags in die Studios ans Set und wir drehten bis in den frühen Abend. Der Regisseur und das Team waren zufrieden. Wir natürlich auch. Mehr wird aber nicht verraten. Naja die Ausstrahlung der Folge ist ja bald.

Es ist schon irgendwie schade, dass die Serie nach über 30 Jahren eingestellt wird und entsprechend ist auch die Stimmung unter den Kollegen_innen. Die Lindenstraße war immer eine Serie, die sich zu nichts zu schade war, aktuelle Themen aufgegriffen hat und up-to-date war. Es gibt viele Fans, die die Entscheidung der ARD nicht verstehen können und wollen. Aber es ist leider nicht umzukehren.

Mal sehen was die Lindenstraße noch für Überraschungen parat hat und wir freuen uns auf die Ausstrahlung im April.

 

 

 

Gendertreff in der Lindenstraße

>> Lindenstraße

>> Inhaltsverzeichnis

Erlebnis vor der Waschstraße

Autorin: Hanna

 

Hallo Ihr Lieben,

die Geschichte ist so grandios, die muss ich mit euch teilen!

ich habe mich selten so aufgeregt wie vorhin! Gleichzeitig habe ich aber auch selten so gelacht und mich ebenso selten dermaßen diebisch gefreut wie eben… „Erlebnis vor der Waschstraße“ weiterlesen

Städtetour in das Saarland

Nach langen Vorbereitungen war es endlich so weit. Die Koffer waren verstaut und die sechs Frauen trafen sich zu einer erneuten Städtetour. Diesmal besuchten wir das kleinste der deutschen Flächenländer und hinsichtlich der Einwohnerzahl mit rund einer Million das zweitkleinste Land (nach Bremen).

Gegen 14:00 Uhr erreichten Kirsten, Marina, Rita, Stefanie, Ute und Xenia ihr erstes Hotel inmitten der City von Saarlouis. Ava musste leider krankheitsbedingt absagen, was wir sehr bedauerten.

Gleich nach dem Einchecken schauten wir uns in der sechstgrößten Stadt des Saarlandes um. Die ehemalige Festung Saarlouis bestimmt auch heute noch den sechseckigen Grundriss der Innenstadt. So kehrten wir in einem Café ein um erst einmal leckeren Kuchen zu essen und uns zu stärken. Nach einer ausgiebigen Pause schlenderten wir durch die schöne City und die Altstadt. Es gab sehr viele Einkaufsmöglichkeiten und viele Lokale, sowie sehr viele Möglichkeiten es sich draußen gut gehen zu lassen. Das Wetter sorgte zusätzlich für gute Stimmung.

In den „Kasematten“ an der alten Saar trafen wir schließlich Ella, die in Saarlouis lebt. Die Kasematten (mit Erde bedeckten Gewölbe) waren ursprünglich bombensichere Verteidigungsanlagen. In den 1970er Jahren wurden die Kasematten in Privatinitiative liebevoll restauriert. Geschmackvoll eingerichtete Gastronomiebetriebe hielten Einzug und es entstand „die längste Theke des Saarlandes“. Wir entschieden uns für syrisch und wurden wahrlich nicht enttäuscht. Zu später Stunde verabschiedeten wir uns von Ella und wir zogen durch die nächtlichen Straßen zurück zu unserem Hotel. Der erste Tag ging zu Ende, aber wir sollten mit einem tollen Frühstück am nächsten Tag begrüßt werden.

Es war ein sehr freundliches und kleines Hotel mitten in der Innenstadt und wir genossen das gute Frühstück und hatten Spaß. Ganz entspannt verabschiedeten wir uns gegen Mittag und wir besuchten die „Völklinger Hütte“. Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk in der saarländischen Stadt Völklingen. Es wurde 1986 stillgelegt und 1994 als Industriedenkmal in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit erhoben. 2007 wurde sie für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert. Völklingen selbst ist eine saarländische Mittelstadt mit ca. 40.000 Einwohnern und ist nach Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg die viertgrößte Stadt des Saarlands. Sie liegt zwischen den Städten Saarlouis und Saarbrücken und somit genau auf unserer Route.

Es war noch Zeit, so dass wir auch noch einen kleinen Schlenker in das nahegelegene Frankreich übernahmen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann das citynahe Hotel in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Das Hotel lag gegenüber der Johannes Kirche und dem Rathaus, ca. 5 Gehminuten von der Einkaufsstraße entfernt. Die Einkaufsstraße nahmen wir sogleich ein, denn es war Verkaufsoffener Sonntag.

Nach dem wir die Einkaufstaschen im Hotel verstaut hatten, versammelten wir uns in der Altstadt in einem gemütlichen Brauhaus und ließen uns die Saarländischen Spezialitäten schmecken. Den Tipp hatten wir vom Kapitän des Fahrgastschiffes bekommen, denn vorher hatten wir eine einstündige Rundfahrt auf der Saar gebucht. Bei dem schönen Wetter war es ein Genuss Saarbrücken vom Wasser aus zu erleben.

Nach dem Frühstück sollte die Kultur zum Zuge kommen und wie Ava immer sagt, besuchten wir die alten Steine Saarbrückens. Wir überquerten die Saar und deren Nebenarm (Stadtautobahn A620) und erreichten die Burgen und Schlösser auf der anderen Fluss Seite. Natürlich war auch Zeit für Kaffee und Kuchen.

Abends gingen wir mexikanisch Essen auf dem St. Johanner Markt. Es war Spitze! Und zum Abschied stürmten wir einen kleinen gemütlichen Pub gegenüber dem Restaurant. Kurz vor Mitternacht verabschiedeten wir uns vor dem Hotel, denn Marina musste am nächsten Morgen wieder früh zu einem Kunden im Nahbereich und Stefanie wollte gleich nach dem Frühstück wieder nach Hause. Unsere kleine Vierer-Fahrgemeinschaft ließ sich Zeit und wir verließen das Saarland gegen halb elf.

Es war ein schöner Ausflug durch ein, uns bis dahin, noch unbekanntes Bundesland.

 

 

>> Saarland

>> Inhaltsverzeichnis

Urlaub auf Usedom

Autorinnen: Ute & Xenia

 

Usedom, die zweitgrößte Insel Deutschlands - 445 km² (deutscher Anteil 373 km² – polnischer Anteil 72 km²), war unser diesjähriges Urlaubsziel.

Also ging es am Sonntag 26.8. los Richtung Nordosten. Eine Zwischenstation legten wir kurz vor der Elbe in Hitzacker (Lüchow-Dannenberg) ein. Nach der erholsamen Übernachtung und einem guten Frühstück legten wir die Reststrecke durch Mecklenburg-Vorpommern (MV) recht zügig zurück. An Schwerin, Rostock, Stralsund und Greifswald vorbei waren wir nachmittags in Heringsdorf auf Usedom angekommen. Kurze Einweisung und Schlüsselübergabe bei der Verwaltung und dann ging es durch den Wald nach Korswandt zu unserem Ferienhaus in der Waldsiedlung.
Sogleich belagerten wir die Doppelhaushälfte mit unseren Koffern. Die Fahrräder verstauten wir im Fahrradkeller. Dann fuhren wir gleich nach Ahlbeck zum Einkaufen.

Weiterlesen

Abbruch

Autorin: Christiane

Ich habe meine Transition abgebrochen. Ich lebe wieder zu 100% als Mann, und mit meiner Frau und meiner Familie zusammen. Laut meinem Therapeuten existiert sogar eine Bezeichnung für meine Situation: „Trans* Alternativ“

Wie kam es dazu?

Vor etwa einem Monat hatte ich Geburtstag, meinen Ersten. Es war vor einem Jahr Ende Juli, dass ich aus dem Leben gehen wollte und es tatsächlich versucht habe. Meine Ängste waren zu groß, meine Verzweiflung ohne Gleichen. Ich habe überlebt. Mit dem Bewusstsein, dass es so nicht weiter gehen kann und sich etwas ändern muss.

Durch die Selbsthilfegruppe, den Dialog mit anderen Betroffenen und vor allem durch das aktive Ausleben, habe ich gelernt, dass ein Großteil dieser Ängste selbstgemacht und unbegründet ist. Dabei haben mir besonders Mitglieder des Gendertreff geholfen, insbesondere Marina, aber auch Rita, Steffi, Xenia und viele andere, die mir geschrieben und Mut zugesprochen haben. Jedoch besteht ein nicht vernachlässigbarer Anteil an realen Ängsten.

Ich habe eine Familie, zwei wunderbare Kinder, eine Frau die mich liebt, wie ich schmerzhaft erfahren musste nicht grenzenlos, da sie mit mir als Frau nicht leben kann.

Mir ging es im Laufe der Zeit immer schlechter, vor allem da mir klar wurde, dass eine Transition unweigerlich die Trennung bedeutet. Meine Frau hat für sich ganz klar entschieden, dass sie den Weg mit mir nicht gehen kann, sie kann mir bestenfalls als gute Freundin beistehen.

Das Märchen von unendlicher und grenzenloser Liebe hatte ich lange für mich aufrecht erhalten und musste schmerzlich feststellen dass die Liebe eben nicht grenzenlos ist. Das ist eine naive aber romantische Vorstellung. Ich kann aber durchaus behaupten, dass ich meine Liebe als grenzenlos begreife. Bei meiner Frau ist es anders, und ich kann ihr da keinen Vorwurf machen.

Die Transition stellt einen vor große Schwierigkeiten, von denen ein Teil durchaus lösbar ist, dennoch geht sie nicht ohne Verluste. Mir ist klar, dass ich mein altes Leben nicht mehr leben kann, das ist unmöglich, ich kann aber auch kein Leben ohne meine große Liebe leben. Sicherlich hätte ich durch die Transition einen enormen Gewinn für mein Leben, aber mir ist bewusst geworden, dass dieser Gewinn niemals meine Verluste wird ausgleichen können.

Ganz sachlich betrachtet habe ich eine Gewinn-Verlust-Rechnung erstellt und ausgewertet, und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Transition nicht weiter fortführen kann. Durch den Transitionsversuch habe ich vor allem gelernt was möglich ist und was nicht, und da ich zumindest in Teilzeit als Frau gelebt habe, bis auf zu Hause und bei uns im Ort, kann ich durchaus behaupten dass ich weiß, was die Transition bedeutet. Letztendlich sind meine Verluste zu hoch.

Ich hatte immer die Hoffnung, ich könne meine Frau dazu bewegen, den Weg mit mir gemeinsam zu gehen, vor allem da sie bereits seit nahezu 20 Jahren von meiner Transidentität weiß und ich hatte immerzu die Hoffnung, dass die gemeinsame Zeit und die Liebe uns zusammen schweißen würden. In den letzten 2 Jahren hatte ich meine Frau durch die Geschehnisse intensiv mit dem Thema konfrontiert und vor allem seit Ende letzten Jahres vieles voran getrieben. Aber nur ein bisschen Trans geht eben nicht. Ab dem Tag, an dem die Entscheidung fällt, ein Leben als Frau zu führen, verändert sich alles. Und leider ist nicht nur die Gesellschaft binär sondern auch das Leben an sich, so dass eben nur zwischen zwei Geschlechtern unterschieden wird. Zwischen diesen gibt es eine Grenze und selbst wenn es Definitionen von androgyn, non-binär oder ähnlichem gibt, ist der Mensch trotzdem entweder Mann oder Frau. Diese Grenze zu überschreiten bedeutet eine klare Zuordnung. Meine Frau kann diesen Weg nicht mit mir gehen, und ich würde sie verlieren.

Ich hatte gegen Ende meines Transitionsversuches schwer zu kämpfen, war wieder in der Notfall-Ambulanz in der Psychiatrie, nach einer wochenlangen schweren Lebenskrise und Zweifeln an meinem Leben, ebenso an der Möglichkeit, mir Hilfe zu holen. Ich war am Boden zerstört, hielt es noch nicht mal mit meinen Kindern im Kino aus, stand am Abgrund, ging in den Wald, hatte im Schlafzimmer Besuch von der Polizei, die ich letztendlich unter Tavor-Einfluss davon überzeugen konnte, freiwillig in die Klinik zu gehen. Mir ging es also trotz der Transition, aber eben wegen der Gewissheit, alles zu verlieren was mir tatsächlich etwas bedeutet, sehr schlecht. Und all das nur, weil ich meine Frau unendlich liebe und ich dabei war, sie zu verlieren.

Ich hatte Ängste und Panik. Vor allem vor der realen Gefahr, meine Frau zu verlieren, davor dass die Liebe nicht bedingungslos ist, dass da eben Grenzen existieren, da gibt es kein Zurück mehr wenn sie überschritten werden.

In meiner Transition war ich bereits recht weit, meine Coming Outs waren  überwiegend abgeschlossen. Viele Menschen wissen von mir, ich bekam viel Verständnis und Unterstützung aber auch Hass und Ablehnung. Ganz besonders hart waren solche Aussagen wie „Du machst Dich lächerlich“, „Er soll in die Hölle“, „Er ist der Teufel“, genauso auch wie Ekel, und sogar Übelkeit die bei anderen Menschen ausgelöst wurde. Aber ganz besonders die Ablehnung durch meine große Lebensliebe…

Die Transition ist nicht mein Weg. Ich weiß ich bin eine Frau, aber ich kann das nicht leben. Ich kann nicht ohne meinen Lebensmenschen leben. Ich verliere und kann diese Verluste nie wieder wettmachen. Ich habe den Weg der Transition versucht, werde mir niemals mehr vorwerfen können es nicht wenigstens mal versucht zu haben, und mir ist klar geworden das ich ihn trotz der persönlichen Erfolge nicht gehen kann.

Nun kann man sagen, dass mir doch klar sein muss, dass mein altes Leben als Mann nicht mehr funktionieren kann. Das konnte ich in den letzten zwei Jahren beweisen mit 3-monatigem  Psychiatrieaufenthalt wegen schwerer Depression, folgendem schwerem Suizidversuch mit Aufenthalt auf der Intensivstation, daraus folgend die Leistungseinschränkung auch im Job, verbunden mit entsprechenden Folgen zum Beispiel auch finanzieller Art. In den letzten zwei Jahren wurde mein Leben massivst auf den Kopf gestellt. Die Folge war dann die kurzzeitige vollzogene  Trennung von meiner Frau, zunächst innerhalb unseres gemeinsames Hauses und dann der überstürzte Auszug.

Ich bin natürlich immer noch bei meinem Therapeuten, er hat drei Sitzungen gebraucht bis er mich letztendlich in meinem Abbruch unterstützt hat, auch mein Psychiater begrüßt meine  Entscheidung, meine Logopädin findet es auch gut und mutig, die Logopädie habe ich natürlich abgebrochen, die Hormontherapie zunächst reduziert, gegen Ende Juli aber auch ganz abgebrochen, ich verfolge den Kostenübernahmeantrag für die Nadelepi nicht weiter trotz Zusage…

Wie gesagt, mein altes Leben funktioniert nicht mehr, ebenso nicht ein neues Leben. Ich muss nun einen Weg finden, wie ich mit irgendetwas dazwischen klar komme. Ich bin der Überzeugung, der Schlüssel liegt im Umgang mit der Transidentität. Und dieser Umgang ist nun nach all den sich überschlagenden Ereignissen natürlich ein ganz anderer als er früher war.

Ich kann nun offen darüber reden, muss nichts mehr verstecken oder verheimlichen, die Menschen wissen was mit mir los ist, ja ich kann es sogar jederzeit in Grenzen ausleben wenn mir danach ist. Mittlerweile habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass dieser Weg auch nicht wirklich einfach ist. Der Mensch denkt nach wie vor binär, und die anfänglich entstandene Verwirrung durch die Coming Outs wird durch den Abbruch noch verstärkt.

Was macht uns denn zu Frauen? Kiloweise Makeup? Hormone? OPs? Weibliche Kleidung? Klar das ist eine Angleichung des Äußeren an unser Inneres, an unsere Identität und an unsere Seele. Aber was ist mit dem Boyfriendlook? Der funktioniert bei uns nicht! Und im Blaumann? Werden wir auch als Mann gesehen. Wir müssen ganz heftig auf weibliche Attribute setzen um von der Gesellschaft auch nur ansatzweise als Frau wahrgenommen zu werden. Morgens in den Spiegel zu schauen und eine Frau zu sehen funktioniert nicht. Und wir werden immer Transfrauen bleiben,  also zumindest bin ich mir da bei mir sicher, bei 1,93m, breiten Schultern und großen Händen. Mir ist bewusst, dass eben sehr viel möglich ist, und wenn erst mal die Hormone jahrelang gewirkt  haben und diverse OPs hinter mir liegen würde mein Passing auch anders sein, aber es wird eben immer das Thema Trans* da sein und höchstwahrscheinlich wird das falsche Gendern niemals  aufhören.

Nein, ich kann den Weg nicht gehen. Ich verliere. Ich bin sogar der Meinung, dass die Transition mein Leben zerstört. Ich hasse meine Transidentität, weil sie so viel Schaden in meinem Leben  angerichtet hat.

Als Betroffene sehe ich mich jedoch in der Pflicht der Aufklärung. Und das ist ungleich schwerer. Wie meinte einer unserer Tennistrainer letztens: „Gott sei Dank, du wirst keine Frau. Du bist doch  ein Mann!“. Natürlich musste ich ihn erst einmal wieder aufklären. Unsere Gesellschaft macht es uns schon extrem schwer. Sie wird sich auch nicht ändern. Sie ist einfach binär und auch ich habe mich immer so gesehen und die meisten von uns stecken sich auch selber in diese Schubladen, denn wie wichtig ist alleine die Personenstandsänderung? Besonders die steht doch für die Unterwerfung unter diese Binärität!

Ich bin eine Frau. In einem hässlichen Männerkörper, den ich ablehne. Damit musste ich mich 40 Jahre abfinden. Damit werde ich mich auch in Zukunft abfinden müssen. Aber ich muss mich nicht mehr verstecken. Ich kann darüber reden. Jederzeit. Ganz offen und wenn es sein muss auch proaktiv. Ich stehe zu dem, wer oder was ich bin. Ich will aufklären, sehe mich auch als Botschafter/in in einem Kampf gegen die Gesellschaft, nur so kann ich etwas bewirken. Auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist, kann ich den Menschen zeigen, dass es noch etwas anderes gibt, ohne dass sie mich gleich wegen meines Äußeren verurteilen. Viele sind überrascht, beschränken Glück auf materielle Dinge, verstehen nicht, wie man so empfinden und denken kann, aber ich erzähle dann von mir, von meinem unendlichen Leid und von meiner unendlichen Liebe.

Ich kann nicht sagen, ob und wie lange ich das schaffe. Aber es ist mein einziger Weg. Ich kann nicht nach hinten und nicht nach vorne, ich muss durch die Mitte durch. Ich bekomme Zuspruch  aber auch viel Zweifel, es würde mich irgendwann mit voller Wucht treffen. Mir bleibt nichts anderes übrig als es zu versuchen….

Mir ist es bewusst, dass viele ein Problem damit haben, wie nun meine Entscheidung ist. Es muss nicht immer nur der eine Weg Volldampf nach vorne sein. Es gibt auch noch andere  Möglichkeiten. Klar ich sehe mich als Frau. Aber ich weiß, dass ich den Menschen helfen kann, zu sich selber zu stehen, egal welchen Weg sie für sich wählen. Und ja, es ist eine Wahl. Dass wir so sind ist eine Tatsache, aber was wir daraus machen ist unsere eigene Entscheidung. Ich verstehe die Ängste, die Sorgen, die Panik, die unser Leben beeinflussen. Ich verstehe auch, wie man so  abstürzen kann. Genau hier setzt Selbsthilfe an, eben nicht nur den besten Operateur zu finden oder schnellstmöglich an die Hormone heran zu kommen, sondern auch eine aktive, intensive und  kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, ohne daran zu verzweifeln und im Suizid zu enden. Das war auch monatelang meine Intention während meiner Besuche in den  Gruppenabenden, quasi seit August `15 bis Mai ´16, mich kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen bevor ich irgendwelche Schritte unternehme und nicht nur stur nach vorne zu stürmen.

Viele sagen ich wäre schon so weit und könne nicht mehr zurück, auch damit muss ich mich nun abfinden. Aber ist es nicht toll, dass ich nichts mehr verheimlichen muss? Ich kann darüber reden,  ganz offen. Auch das ist ein Ergebnis meiner Coming Outs, sowohl privat als auch beruflich. Ich kann dafür einstehen, kann gegen Homophobie und Transphobie kämpfen, und dabei auch  irgendwie ich sein, ohne gleichzeitig zu verstören oder zu irritieren.

Ich komme derzeit ganz gut zurecht, mein Leidensdruck hält sich in Grenzen, vor allem dadurch, dass ich die Gewissheit habe, nichts mehr verstecken oder verheimlichen zu müssen. Meine Frau  sieht das natürlich auch und ermutigt mich sogar, mich wieder mit anderen Betroffenen zu treffen und meine Transidentität auch mal auszuleben. Wir haben quasi eine Übereinkunft getroffen, mit was sie einverstanden wäre, aber im Moment habe ich überhaupt keine Lust oder kein Verlangen danach.

Ich hoffe ich habe die Kraft, das so durch zu halten. Ich weiß vor allen Dingen auch, dass ich die Transition jederzeit wieder aufnehmen könnte, wenn ich mich dazu entscheiden sollte, denn ich  habe bereits Erfahrungen gemacht, die mir diese Schritte vereinfachen würden. Das gibt mir Halt und Gewissheit. Natürlich habe ich neue Baustellen, an denen ich jetzt arbeiten muss, aber mein  durch die Transition gewonnenes Selbstvertrauen habe ich behalten und kann es erfolgreich einsetzen.

 

>> Inhaltsverzeichnis

Diskriminierung betrifft uns alle

Autorin: Vivian

War letztes Wochenende bei einer Mittelalter-Veranstaltung, die 800 Jahre feierten.

Soweit ok. Ist wie bei vielen solcher Märkte, wenig Gewandete (Kostüm sagen wir nicht gerne).
Aber man kennt sich die im Gewand die dort waren. Auf dem Parkplatz hatte ich Zweifel, da viele eher in „Zivil“ kamen. Habe dann doch mein mitgebrachtes Kleid angezogen und bin hingegangen. Eintritt war für alle gleich und mit 5 € günstig. Die Schausteller und die in dem Lager hatten andere Farben. Die mich kannten, begrüßten mich – sind eh immer die gleichen.

Ich bekam Hunger und suchte mir einen Essensstand. Auf dem Weg dahin fiel mir eine junge Frau auf, die angepöbelt und ausgelacht wurde. Ich lief ihr nach, da ich einen Verdacht hatte. An einem Stand verweigerte man ihr den Verkauf mit der Bemerkung, geh nach Hause und ziehe dich um. Ich sprach sie an was los ist und bat sie zu mir an den Platz. Ich bestellte für uns beide was zu Essen, bekam aber nur meines, ich fragte wieso. Der uns bedient hatte, meinte: „Der da soll verschwinden, er spielt sich als Frau auf dabei ist er ein Mann.“ Ich ging an den Essensstand und fragte, wer der Chef ist. Es kam jemand und großes Bla Bla folgte. Zum Schluss fragte ich sie, ob sie das Diskriminierungsgesetz kennen würden. Einer meinte nur, das beträfe doch nur Flüchtlinge. „Falsch“, erwiderte ich. „Es betrifft jeden von uns und zeigte auf die Leute. Da Sie sie nicht bedient haben, haben Sie sich strafbar gemacht.“ Ich hatte das essen noch nicht bezahlt und so ließ ich es stehen. Unter diesen Umständen gehe ich woanders hin.

Ich ging mit der jungen Frau nach Hause und sie wunderte sich, dass ich für sie einsprang. Bei ihr angekommen outete ich mich ihr gegenüber als Transfrau. Sie war echt überrascht. „Hätte ich nie gedacht“, meinte sie. Wir redeten ein wenig und ich half ihr noch beim Zurechtmachen. Dann gingen wir noch mal auf den Markt. Auf dem Weg dorthin meinte ich zu ihr, dass sie keine so großen Schritte machen und leiser und langsamer sprechen soll. Schau dir die Leute an. Ich gab ihr noch ein paar Tipps und dass sie sich eine Selbsthilfegruppe suchen soll.

Auf dem Markt wurden wir an den Ständen anständig bedient ohne hick hack. Ich stellte sie als meine Bekannte vor und sie genoss den Tag. Am WC-Wagen schaute sie mich erst unsicher an und ging dann selbstverständlich auf die Frauenseite. Als sie wieder raus kam meinte Sie, es könne doch alles so einfach sein. Später kam sogar jemand von dem ersten Essensstand und entschuldigte sich bei ihr.

Als ich zu Hause war, hatte sie mir auf den AB gesprochen und bedankte sich für meine Hilfe. Ich hoffe, dass sie ihren Weg geht. Gerne helfe ich, wenn jemand Hilfe braucht.

 

>> Inhaltsverzeichnis

Mein erster Ausflug zum Gendertreff Düsseldorf

Autorin: Daniela

Sonntag war ein ganz besonderer Tag für mich. Schon seit Wochen habe ich gefiebert, mich gefreut aber auch mit Ängsten gekämpft. Denn an diesem Tag sollte ich viele Dinge zum ersten Mal in meinem Leben tun.

Es sollte zum Gendertreff nach Düsseldorf gehen. Und nicht nur das, es sollte auch direkt en femme sein. Zum ersten Mal außerhalb der eigenen 4 Wände. Ursprünglich wollte ich ja erst mal in meiner männlichen Erscheinung vorbeischauen, aber je näher der Termin rückte, desto mehr fühlte sich das für mich einfach falsch an. Also stand irgendwann der Entschluss, einfach ins kalte Wasser zu springen.

Nun stellte sich die Frage der Umsetzung. Da ich eher Teilzeitfrau bin und meine Frau in unserem Viertel recht berühmt ist, wollen wir aktuell nicht, dass meine weibliche Identität groß bei uns bekannt wird. Gut, wenn es passiert, dann ist das eben so, aber wir wollen es einfach nicht darauf anlegen. Also haben wir mich nur zum Teil hergerichtet. Das Make-up, bis auf die Lippen, das Kleid unter der Jacke versteckt, und den Lidschatten unter einer Sonnenbrille. Zum Glück sind wir auf dem Weg zum Auto dann doch niemandem über den Weg gelaufen, denn an die roten Nägel hatte ich in diesem Moment schon nicht mehr gedacht. Die wären definitiv bemerkt worden.
Also Navi an und auf nach Düsseldorf. Die Fahrt von Bochum lief erwartungsgemäß unspektakulär. Das Navi setzte uns dann an der Einfahrt zum Kaisershaus ab. Alles komplett überfüllt und kein Parkplatz in Sicht, der Puls steigt.
Als wir dann endlich das Auto abgestellt hatten, haben wir schnell den Feinschliff vorgenommen. Perücke, Schmuck, Lippenstift anlegen, schnell die Jeans unter dem Kleid entfernen und die Schuhe wechseln. Keiner gesehen? Gut!

Da standen jetzt meine Frau und ich. Auf dem Grünstreifen in der Einfahrt und ein Rentnerpärchen nach dem anderen schritt an uns vorbei, während ich noch meine Handtasche kontrollierte.
„Schatz, wir sind wohl die einzigen hier. Bist du sicher dass wir hier richtig sind. Die Leute schauen schon etwas skeptisch…“, war von meiner Frau zu hören. Das war der Moment wo mir mein Pulsarmband vibrierend mitteilte, dass die 120 jetzt überschritten waren.
Ja ich war mir sicher richtig zu sein. Zum Glück hatte ich Drachenfrau´s Nummer und nach einem kurzen Text lief sie uns auch schon freudig entgegen. Was für eine Erleichterung! Dies war aber auch der letzte unangenehme Moment des Nachmittags.

Nachdem wir uns begrüßt hatten, zeigte sie uns wo genau die Gruppe saß. Meine Güte waren das viele Menschen. Wir mussten uns noch einen Tisch zum Anbauen besorgen. (Hihi und haben auch direkt einen Rüffel von der Bedienung kassiert, dass wir doch nicht alle Tische einsammeln sollten). Drachenfrau stellte uns vor und wir setzten uns. Ich habe mich direkt angenommen gefühlt. Das war wundervoll und so langsam ging der Puls auch wieder runter. Ganz ablegen konnte ich meine schüchterne Ader allerdings nicht. Das lag aber nicht an der Gruppe, ich brauche immer etwas mehr Zeit um mit neuen Menschen warm zu werden.
Meine Frau und ich haben dann ein bisschen mit den anderen gequatscht aber auch viel einfach auf uns wirken lassen. Wenn wir also etwas still rüber kamen, seid uns nicht böse. Der Tag war ein absolutes Abenteuer für uns beide.

Und er verging wie im Flug! Ich hatte mir vorgenommen ganz viele Fotos von meinem ersten Ausflug zu machen aber bis auf 2 Selfies habe ich nicht mal das geschafft. Noch heute bin ich total überwältigt, allem voran wegen der Freundlichkeit die uns von allen Seiten entgegen gebracht worden ist! Vielen, vielen Dank! Leider hat mich mein verfluchtes Namensgedächtnis mal wieder erwischt, deshalb muss ich so einigen Personen einfach das nächste Mal persönlich meinen Dank übermitteln. Denn ein nächstes Mal mit Daniela und Melanie wird es definitiv geben!

LG Daniela

 

>> Inhaltsverzeichnis