Veronica hat es im Betrieb geschafft

Autorin: Veronica

 

Hi @ all,

erst mal vielen Dank an alle für die „Daumendrückaktion“.

Also ich kann euch folgendes berichten:

Geschafft !!!

Wie ihr an den Smilies sehen könnt, ist mein Coming Out sehr gut verlaufen. Alle waren dem Thema Transidentität und in diesem Bezug meinem Outing sehr aufgeschlossen gegenüber. Sie hatten Verständnis, das ich erst jetzt damit rausgerückt bin, nachdem ich erklärte, das ich alle erst mal ein wenig kennen lernen wollte (stand auch so in der Mail, die ich zuvor verschickt habe). Es gab kein noch so unterirdisches Verhalten bzw. keine unterirdischen Kommentare o. ä.
Teilweise wollten sie wissen, wie es dazu kam. Ich habe ihnen den Hintergrund erklärt, der für sie dann auch nachvollziehbar war.

Alle fand es gut, dass ich mich dazu bekannt habe und haben mir einen sehr großen Mut bestätigt. Es war für sie klar, dass es für Menschen wie uns nicht einfach ist, so in der Öffentlichkeit dazu zu stehen. Da ich ja eine Perücke trage, kamen auch hierzu Komplimente wie „sieht man gar nicht, dass das eine Perücke ist“.

Die Mail, die ich ein paar Tage vorher an alle geschickt hatte, hat alle auch gut vorbereitet (so die allgemeine Aussage). Sie fanden es gut, dass ich nicht einfach mit der Tür ins Haus gefallen bin indem ich einfach die Veronica präsentiere. Also auch hier ein Volltreffer.

Es gab dann auch Ratschläge wie „wenn Dir einer blöd kommt, dann beachte den_die einfach nicht“ oder „geh nicht drauf ein, das beweist nur, das der_die keine Ahnung hat/haben“ usw.

Es war echt toll (ich könnt das Outing grad nochmal machen) und ich habe mich sehr sehr glücklich gefühlt und bin dann an beiden Tagen mit einem Dauergrinsen im Gesicht heimgefahren.

Wie es sich gezeigt hat, macht man sich immer zu viel Gedanken und Sorgen bzw. hat Ängste. Im Prinzip ist dies ja auch gut, hilft es einem doch sich vor möglichen Schaden zu bewahren. Aber eine gute Planung und Vorbereitung kann doch einiges eingrenzen oder erst gar nicht aufkommen lassen.

Wie dem auch sei, ich bin wirklich froh, dass ich so gut angekommen bin und diese Aktion hinter mich gebracht habe. Jetzt kann ich mich voll entfalten und meine weiteren Schritte in Angriff nehmen bzw. planen.

So, muss jetzt zu meiner Schwester und dort „Bericht“ erstatten.

Ganz viele liebe Grüße

Veronica, die jetzt zu 100 % als Frau leben kann.

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Jobsuche Trans

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

………………

Nach ihrem Outing habe ihr Arbeitgeber plötzlich alles, was sie gemacht hatte und vorher ganz normal war, hinterfragt. Nach einer Bewerbung hat sie hinter vorgehaltener Hand erfahren, dass man sie nicht vermitteln könne, aus Angst, Kunden könnten ihre Aufträge zurückziehen.

An anderer Stelle riet man ihr, doch gleich in ein anderes Bundesland zu ziehen, weil hier in Dessau für sie nichts zu finden ist……………………………………Weiter ……………………..

 

 

Aber dann! Drei Firmen geben Jenny eine Chance.

Dessau – Drei Arbeitgeber haben sich spontan bei der Mitteldeutschen Zeitung gemeldet, nachdem sie dort über das Schicksal von Jenny gelesen haben. Die Dessauerin ist transident. Sie wurde als Mann geboren und verlor vor drei Jahren nach ihrem Outing ihren Arbeitsplatz………………………………….

Es gibt eine Chance!

…………………………………………….

 

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Irland die Zweite

Irlands Flagge wird so interpretiert, dass Grün und Orange die Bevölkerungsgruppen der Katholiken und Protestanten repräsentieren, während das Weiß den zwischen ihnen herrschenden Frieden symbolisieren soll. Ein Gesamtsymbol für ein vereintes Irland.

IRL2

Größe: 70 182 km2
Einwohnerzahl: 4.775 Millionen
Hauptstadt Dublin. Weitere große Städte: Cork, Galway, Limerick, Waterford
Sprachen: Englisch, Gälisch
Längster Fluß: Shannon, 386 Kilometer. Weitere wichtige Flüsse: Brrow, Blackwater
Höchster Berg: Carrantuohill, 1 041 Meter
Währung: Euro

 

Dia dhuit

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Kontrolle am Flughafen

Autorin: Rita

 

Hallo,

im Grunde verlief unser Urlaub ruhig, wir haben uns sehr gut erholt und es uns sehr gut gehen lassen. Leider ging die Zeit, wie es sowieso im Urlaub üblich ist, viel zu schnell vorbei.

Unser Flieger zurück ging erst um 18.45 Uhr, sodass wir in Ruhe frühstücken und die Koffer fertig packen konnten. Ein Outfit hatte ich im Urlaub noch nicht an und natürlich habe ich dieses angezogen. Meine Frau fand den Rock etwas zu kurz, ich fand es noch ok. 🙂

ESP2-16
Also fuhren wir mit dem Taxi zum Hafen, dann mit der Fähre rüber nach Ibiza. Die Überfahrt war sehr ruhig. Da wir noch genug Zeit hatten, beschlossen wir mit dem Bus zum Flughafen zu fahren. Dann haben wir eingecheckt und uns auf den Weg zum Sicherheitsbereich gemacht.

Ich legte meine Handtasche und meinen Schmuck in einen Plastikbehälter auf das Band.
Zuerst ging meine Frau durch das Kontrolltor und es passierte nichts. Dann war ich dran und natürlich piepste es. Ich wurde zu einer Sicherheitsbeamtin geschickt. Sie scannte mich mit so einem Handgerät ab. Es piepste munter weiter.
Die Beamtin wurde etwas nervös, da sie wohl merkte, dass ich (k)eine Frau bin. Sie sagte mir, dass ich hier stehen bleiben sollte und ging.

Mit 2 Polizisten im Schlepptau kam sie dann wieder. Einer der beiden Beamten fragte nach meinen Ausweis, verzog dabei aber keine Miene. Ich kramte nach meinem Ausweis und bemerkte, dass ich den DGTI-Ausweis zu Hause vergessen hatte. Der Beamte nahm den Hand-Scanner und kontrollierte mich erneut. Das Gerät schien kaputt zu sein, denn es meldete sich nun nicht mehr. Ich bekam meinen Ausweis, mit dem Hinweis auf einen guten Flug, wieder. In dem Augenblick ist mir mein Herz bereits auf den Fußboden geklatscht.

Nach der netten Verabschiedung der Beamten, erholte ich mich aber schnell und wir gingen einen Kaffee trinken. Der Rückflug war dann ohne Vorkommnisse.

Viele Grüße

Rita

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Miro erhält Unterstützung im Betrieb

Autor: Miro

 

Hallöchen mal wieder,

es gibt doch schon wieder etwas Neues:

Am Montag hatte ich mein Outing gegenüber meiner Bereichsleitung. Es verlief sehr positiv und Sie war, wie Sie sagte, nicht sehr überrascht, sondern hatte sich so etwas schon gedacht. Na toll .. soviel dazu, in der Arbeit soll es keiner merken.
In dem Gespräch haben wir dann vereinbart, dass ich unsere Chefin per Mail um ein Gespräch bitten und es Ihr ebenfalls selbst mitteilen soll.

Ich habe dann frohen Mutes noch am Montagabend die Mail geschrieben und damit gerechnet, dass ich irgendwann nächste Woche einen Termin bekomme. Fehlanzeige!!! Die Antwortmail kam direkt heute Morgen und ich hatte um 10 Uhr mein Gespräch. Ehrlich gesagt bin ich fast vom Stuhl gefallen.
Mein Plan bei dem Gespräch mit Flyer, Bildern und so weiter aufzutauchen, war mal eben dahin.

Mit einem gefühlten Puls von 200, bin ich dann zu dem Gespräch. Es ist trotz meiner Nervosität super entspannt verlaufen und ich bin tatsächlich nach 2 Stunden völlig entspannt aus dem Termin gekommen.
Sie war überrascht, aber sehr einfühlsam und interessiert und sicherte mir jede Hilfe ihrerseits zu.
Am Nachmittag hat Sie dann auch unseren Geschäftsführer informiert und kurz danach kam die Mail, dass mich auch unser Geschäftsführer in allen Belangen voll unterstützt. Das hatte dann zur Folge dass ich erst mal kurz im Separee verschwinden musste, da ich in dem Moment meine Emotionen nicht so wirklich kontrollieren konnte. Ich hatte zwar gehofft und geahnt, dass es keine extremen Reaktionen geben wird, aber mit dem offensichtlichen Support der nun kommt, habe ich ehrlich nicht gerechnet.. das ist echt krass.

Wir haben vereinbart, sobald ich weiß, wann die Hormontherapie los geht, werden wir den etwas größeren „Rest“ des Konzerns informieren und dann in dem Zuge auch meinen Namen und die Anrede umstellen. Das ist so crazy… ich bin immer noch aufgewühlt!

Ja und dann habe ich tatsächlich noch um dem Ganzen ein Sahnehäubchen aufzusetzen einen Termin beim Endokrinologen für den 13.06. bekommen … gaaaanz lieben Dank an Jonas für die Adresse.

Ich weiß gerade nicht, ob der Herrgott gerade allen Sch… piep… der letzten Jahre versucht auf einmal gut zu machen, aber ich bin gerade einfach nur Mega glücklich und dankbar.

Total glückliche Grüße

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Miro`s Mini-Tagebuch

Autor: Miro

Hallöchen Zusammen,

nachdem ich ja eigentlich eher zur den Schreibfaulen, dafür aber verbal aktiven Menschen gehöre, soll dies hier trotzdem zu einem kleinen „Mini-Tagebuch“ werden.
(Danke an Captain J.J. und Ava, für den verbalen Tritt in den Allerwertesten.. )

So nun zur eigentlichen Statusmeldung. Der hauptsächliche Anlass bzw. Startschuss hierfür ist, dass ich seit Donnerstag letzter Woche meine Indikation seitens meines Psychotherapeuten habe und ich bei Ihm offiziell Herr … bin.

Nebenbei ist mittlerweile auch mein Vater eingeweiht und geht nach einem langen Gespräch relativ locker damit um … wir waren kurz darauf erst mal Werkzeug-Shoppen und Motoräder gucken ….
Mein Bruder und seine Frau nennen mich bereits Miro. Bei Ma und Pa wird es wohl noch dauern, bis Sie sich umgestellt haben, aber sie sollen alle Zeit bekommen, die Sie dafür brauchen. Wir haben gemeinsam darüber gesprochen, wie wir damit umgehen und ich lasse Ihnen Informationsmaterial zukommen, damit Sie sich weiter informieren können, bevor die Frage aufkommt.
Nein meine Eltern haben kein Internet, kommt evtl. ab September. Demnach werden wir sehen, ob sie damit zurechtkommen und sich im Gendertreff-Forum oder auf der Webseite ebenfalls informieren können. Deshalb erstmal ganz altmodisch mit Druckmedien. Familienseitig ist damit alles in bester Ordnung. Was der Rest der Verwandtschaft denkt ist mir egal. Die werden es schon merken.

Mein engster Freundeskreis ist eingeweiht und die Jungs sind von der Umarmung zum „Checker-Handschlag“ übergegangen, die Mädels knuddeln mich weiter .
Was sich geändert hat ist die Gesprächskultur. Da ich noch nicht wirklich zu den Jungs gehöre ber auch nicht mehr zu den Mädels ist das manchmal etwas seltsam. Aber egal in ein bis zwei Jahren ist das vergessen.

Auf der Arbeit sind die Mädels aus meinem Team eingeweiht. Das war ein pragmatischer und notwendiger Schritt, da ich immer mehr aufpassen musste, was ich wie erzähle. Es ist mir immer häufiger passiert, dass ich mich verplappert habe und der Punkt, an dem es zu Fragen geführt hätte, rückte immer näher. Also hab ich mir die Mädels einzeln proaktiv geschnappt und eingeweiht. Das lief völlig entspannt, dafür werde ich jetzt von den Mädels liebenswert aufgezogen oder auch mal sofern kein Dritter im Raum ist mit Herr angesprochen.
Der nächste Schritt wird hier sein, dass ich meine Bereichsleitung und meine oberste Chefin in Kenntnis setzte, da ich auch mehr oder weniger in den „Startlöchern“ bzgl. der Hormoneinnahme stecke. Ich habe dies ja bereits mit meinem offiziellen Grund für die Psychotherapie eingestielt und kann nun daran anschließen.

Bezüglich der medizinischen Angelegenheiten, habe ich mittlerweile die Überweisung zum Endokrinologen und einen festen Termin im August. Das heißt nun auch, dass mein Hausarzt Bescheid weiß.
Im Juni kann ich bereits den ersten Bluttest machen lassen, wo es sich zeigen wird, ob alles soweit „jut“ ist oder ob sich irgendetwas Kontraindiziertes ergibt.
Der Plan, bzw. die Hoffnung ist, evtl. ab Ende Juli/Anfang August mit den Hormonen beginnen zu können. Dann werden wir auch sehen, ob sich meine Haare vom Oberkopf auf die Brust verlagern,
oder ob ich generell zum Grisly werde (bitte nicht). Beim Stimmbruch hoffe ich, dass ich nicht anfange zu „quietschen“, wie der 14-jährige Sohn meiner Freundin, das käme am Telefon eher doof.

Derzeit sitze ich über meinem „Trans-Lebenslauf“. Das erweist sich gerade als erste nervige Hürde, aber … so what… da müssen wir durch. Ich habe meinen vollständigen Namen gewählt und beschäftige mich also demnach auch so langsam mit dem Thema Personenstandsänderung.

So, mehr hab ich gerade nicht mitzuteilen…
Ich wünsche Euch einen sonnigen Rest-Sonntag und freue mich auf das nächste Selbsthilfetreffen.

LG Miro

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Mein großer Tag

Autorin: Anja

Hallo Mädels, Jungs und alle dazwischen und daneben!

Ich hab neues von der Arbeit. Heute war mein großer Tag, ich fühl mich wie …. keine Ahnung wie, ist aber toll!

Heute Morgen in unserer Teambesprechung hat mein Vorgesetzter angekündigt, ich hätte noch was zu sagen, also fing ich an von mir zu erzählen. Zum Glück fühle ich mich im Team sehr gut und so war ich auch gut drauf. Es war gerade Mal die Hälfte da, aber die anderen werden genauso gut reagieren. Im Laufe des Tages (Der beste Arbeitstag meines Lebens) hatte ich noch ein paar gute Gespräche. Ich hatte versprochen immer für alle Fragen offen zu sein, damit keine blöden Situationen entstehen. Haben sie alle angenommen wie Kaffee und Kuchen!

Danach gab es noch ein Gespräch mit meinen und anderen Beschäftigten. Auch hier sah ich viele interessierte, aufgeschlossene und auch freundlich strahlende Gesichter. Später auch hier wieder Fragen. Absolut distanzlos und direkt. Total geil! Damit muss man wirklich umgehen können. Zum Glück kann ich diese Situationen mit unseren Beschäftigten mit viel Humor sehen. Wird aber bestimmt auch noch anstrengend.

Die eMail, die dann an etwa 150 Arbeitskollegen_innen ging, wurde heute auch schon ein paar Mal beantwortet. Ein Zitat daraus, völlig überraschend, „Warst für mich schon immer eine Anja!“ Aber es kam auch eine eindeutige Warnung, dass mir auch andere begegnen werden.

Danach ging mein heutiger Rundumschlag weiter und ich habe endlich WhatsApp und Facebook korrigiert, dort gab’s auch noch eine Nachricht von mir. Das Feedback ist phantastisch!

Ich hänge hier mal mein Schreiben an die Arbeitskollegen_innen an, habe aber mal die Einleitung rausgeworfen.

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

… bla bla …

Es gibt ein wichtiges Detail in meinem Leben, das bisher keinen Platz auf der Arbeit hatte. Darum geht es in dieser Nachricht.

Ich bin Transident. Transidentität oder auch Transsexualität, bedeutet in meinem Fall, dass ich mich dem männlichen Geschlecht nicht zugehörig fühle und, nach reiflicher Überlegung, meiner angedachten gesellschaftlichen Rolle nicht mehr gerecht werden kann.

Daher habe ich mich an die Geschäftsleitung gewandt und diesen Sachverhalt besprochen. Zusammen haben wir die nötigen Schritte geklärt und beschlossen, dass ich euch ab dem 30. Mai, nach meinem Urlaub, endlich als Anja B. zur Verfügung stehe.

Um Unsicherheiten oder Unklarheiten zu vermeiden, stehe ich euch natürlich für alle eure Fragen zur Verfügung. Ich hoffe auf ein angenehmes Miteinander wie bisher.

Viele Grüße,
Anja B.

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