Die 2. Gendertreff Messe & Fachtagung

Die Gendertreff Messe & Fachtagung geht in die zweite Runde: „Bereits am Abend nach der ersten Gendertreff Messe stand für uns fest, dass wir die Messe als festen Bestandteil des Beratungs- und Selbsthilfeangebots des Gendertreff etablieren wollen,“ berichtet Gendertreff-Gründerin Xenia. Denn das Angebot, mit Fachleuten rund um Transition und Transidentität im Rahmen von Vorträgen und persönlichen Gesprächen am Messestand in Kontakt zu treten, kam bei Ausstellern und Besuchern gleichermaßen gut an.

Am Samstag, 07.10.2017 öffnet deshalb die zweite Gendertreff Messe & Fachtagung im Bürgerhaus Hochdahl, Sedentaler Straße 105 – 107, 40699 Erkrath-Hochdahl ihre Pforten. Von 10:00 – 17:00 Uhr erwarten die Besucher_innen zahlreiche Vorträge und intensive Gespräche an den Ständen der Aussteller.

„Der Eintritt ist kostenlos“, sagt Ava vom Gendertreff-Team. „Denn wir wollen jeder interessierten Person die Möglichkeit geben, sich aus erster Hand zu informieren.“

Während im Gendertreff-Forum und auf den Selbsthilfetreffen des Gendertreff der Austausch untereinander im Vordergrund steht, fokussiert die Gendertreff Messe & Fachtagung auf den Austausch zwischen Medizinern, Anbietern von Trans*-spezifischen Produkten und Trans*-Personen sowie ihren Angehörigen. „Insgesamt stehen alleine vier Kliniken, in denen geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt werden während ihrer Vorträge und am Messestand Rede und Antwort“, berichtet Xenia. „Selbstverständlich werden in den Vorträgen sowohl Operationsmethoden von Mann zu Frau als auch von Frau zu Mann thematisiert.“

Die Bandbreite der Aussteller reicht von Perückenstudios über dauerhafte Haarentfernung bis hin zu logopädischen Praxen oder einer Farb- und Stilberatung. „Für die Vorträge haben wir zwei separate Seminarräume mit Tontechnik und allen erforderlichen Präsentationsmedien, während die Messestände in einer geräumigen Halle Platz finden,“ erläutert Ava. „Wo sonst haben Trans*-Personen und Angehörige so viele Fachleute als direkte Ansprechpartner zur Verfügung?“

Xenia ergänzt: „Wir wollen die Gendertreff Messe & Fachtagung zu einer jährlich stattfindenden Plattform ausbauen, auf der sich Fachleute und Betroffene rund um das Thema Trans* austauschen und informieren können.“

Die Gendertreff Messe und Fachtagung ist nur wenige Minuten von der nächsten Autobahn entfernt und somit problemlos zu erreichen. Für die Besucher_innen stehen zahlreiche kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Auch der Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel ist gewährleistet: Die nächste S-Bahn-Station ist wenige Gehminuten entfernt und der Bus hält direkt vor der Halle. Die Möglichkeiten zur Anreise sind auf der Webseite der Gendertreff Messe & Fachtagung ausführlich beschrieben.

„Insbesondere am Anfang ist es vielen Trans*-Personen oftmals nicht möglich, im Identitätsgeschlecht anzureisen. Deshalb bieten wir auch einen Raum, in dem man sich umziehen kann,“ berichtet Xenia. „Und auch für das Ausprobieren von Silikonprothesen oder Perücken ist mit unserem Umkleideraum für die notwendige Privatsphäre gesorgt.“

Unter gendertreff-messe.de sind alle Informationen rund um Standort, Anreise, Aussteller und Vorträge hinterlegt. Das Gendertreff-Team freut sich auf eine erfolgreiche und gut besuchte Veranstaltung.

Menschen hautnah – Mädchen oder Junge?

WDR Fernsehen, Do., 27.07.2017, 22:10 Uhr – 22:55 Uhr

Menschen hautnah
Mädchen oder Junge?

Aufwachsen als Transgender-Kind

Ein Film von Norbert Lübbers

Sophia ist acht Jahre alt. Sie sieht aus wie ein Mädchen, sie fühlt sich als Mädchen. Geboren
aber wurde Sophia als Philipp. Doch mit gerade mal 4 Jahren beschließt sie, kein Junge mehr
zu sein. Sie will nur noch Röcke und Kleider tragen, lässt sich die Haare lang wachsen und
nennt sich wie die Prinzessin aus ihrer Lieblings-Fernsehserie. Am Anfang denken ihre Eltern,
das sei vielleicht nur eine Phase. Doch Sophia scheint genau zu wissen, wer sie ist. Sie sagt
nicht, dass sie ein Mädchen sein möchte. Sie sagt, dass sie ein Mädchen ist. Wenn sie mit
Philipp angesprochen wird, reagiert sie aggressiv. Schließlich überzeugt sie ihre Eltern und ihre
drei Brüder, sie als Tochter und Schwester zu akzeptieren.

Heike hatte immer die Tochter, die sie sich gewünscht hat. Seit vier Jahren heißt ihre Tochter
nun Fynn. Der Transjunge hatte mit 14 sein Coming-out. Die Mutter sagt, es sei nicht leicht
gewesen, sich von der Tochter zu verabschieden und einen Sohn zu bekommen. Heute geht es
ihr vor allem darum, dass Fynn die Unterstützung erhält, die er braucht. Er hat gerade sein
Abitur gemacht und hat jetzt nur einen Wunsch: eine Operation, um sich die Brüste abnehmen
zu lassen. Aber wieviel Veränderung muss wirklich sein, um ein glückliches Leben als Trans-
Mensch führen zu können?

Saskia Fahrenkrug leitet die Spezialambulanz am UKE in Hamburg. Mit ihrem Team betreut die
Psychotherapeutin fast 500 transidente Kinder und Jugendliche. Nachdem sie die Diagnose zur
sexuellen Identität gestellt hat, übernimmt der Hormonspezialist Achim Wüsthof die
medizinischen Maßnahmen. Gerade mit dem Einsetzen der Pubertät, wenn sich Brüste oder
Barthaare entwickeln, beobachtet der Endokrinologe bei vielen Patienten Verzweiflung und
Depressionen. Manche haben sogar Suizidversuche hinter sich. Eine Hormonbehandlung zu
unterlassen und abzuwarten, sei meist keine Option, sagt Wüsthof. Denn die als falsch
empfundene Pubertät würde den Leidensdruck deutlich verstärken.

Auch der 14-jährige Alexander und die 15-jährige Klara sind bei ihm in Behandlung. Beide
haben vor wenigen Monaten mit der gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung begonnen.
Durch das Testosteron verändert sich Alexander äußerlich langsam zum Mann. Seine Stimme
wird tiefer, die Schultern breiter und die Körperbehaarung nimmt zu. Bei Klara sorgen die
Östrogene dafür, dass ihre Formen weicher werden und langsam das Brustwachstum einsetzt.
Beide Teenager haben das Gefühl, sich nicht mehr verstecken zu müssen und endlich auch
körperlich das zu erleben, was sie fühlen.

Die Jugendlichen selbst stehen im Zentrum einer kontroversen Diskussion: Können sie wirklich
schon eine dauerhafte Aussage über ihre Geschlechtsidentität treffen? Ist Transidentität bei
Kindern und Jugendlichen eine Laune der Natur oder nur eine Phase? Und wie wird sich das
Kind weiterentwickeln?

Sophia, Klara, Alexander und Fynn: zwei Transmädchen und zwei Transjungen zwischen acht
und 19 Jahren. Menschen hautnah begleitet sie und ihre Familien auf ihrem Weg zu einer
selbstbestimmten Identität.

Redaktion: Ulrike Schweitzer

Quelle: Presseinformation des WDR vom 25.07.2017

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Rückblick: Campus CSD in Düsseldorf

Am 17.05.2017 fand auf dem Gelände der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf der Campus CSD statt. Nachdem der Gendertreff am Wochenende zuvor bereits einen Vortrag zum Thema Transidentität am Arbeitsplatz gehalten hatte, informierten wir beim Campus CSD bei bestem Sommerwetter über das Informations- und Selbsthilfeangebot des Gendertreff.

Da der Standbau seitens der Organisatoren erfolgte, war unser Stand schnell eingerichtet. Unser Roll-up wies auf das Gendertreff-Forum, unsere Selbsthilfetreffen und unsere weiteren Angebote hin. Und natürlich wurde auch fleißig die Werbetrommel für die Gendertreff Messe & Fachtagung gerührt.

Das folgende Foto zeigt uns beim Aufbau. Der Gendertreff-Stand ist schon fast fertig. Aber unsere Standnachbarn fehlen noch.

Natürlich haben wir auch wieder auf unsere Aktion Die Grüne Karte für Diversity aufmerksam gemacht – und auch wieder reichlich Grüne Karten verteilt.

Ayden war unser Ansprechpartner für Transmänner und natürlich auch für Studierende – Rita und Ava gehören ja nun doch schon zu den etwas älteren Semestern. 😉

Apropos ältere Semester: Ava präsentiert die Grüne Karte für Diversity – und fühlte sich an der Uni Düsseldorf fast heimisch. Denn – lang ist es her – sie hat ja die Universitätsbibliothek der Uni Düsseldorf für ihre Diplomarbeit vor vielen Jahren reichlich in Anspruch genommen.

Rita und Ava vor dem Gendertreff Stand. Auch ein Interview mit der Arbeitsgruppe Campus TV der Uni Düsseldorf gehörte selbstverständlich zur Öffentlichkeitsarbeit rund um Transidentität.

Ava vor dem Aufsteller zur Aktion anders als erwartet. Mit dieser Aktion zeigen wir, dass Trans*-Menschen – anders, als es manchmal noch im „Kopfkino“ verankert ist – ganz normale Menschen sind.

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Düsseldorf für Wertschätzung, Teilhabe und Vielfalt – auch mit dem Gendertreff

Am 02.12.2016 fand im ZAKK in Düsseldorf unter dem Motto Düsseldorf für Wertschätzung, Teilhabe und Vielfalt die Diversity-Auftaktveranstaltung statt. Auch der Gendertreff war selbstverständlich eingeladen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden diverse Teilnehmer interviewt und gaben Statements zum Thema Diversity ab. Auch Ava vom Team Gendertreff gab ein kurzes Interview. Dabei bekräftigte sie die Wichtigkeit von Diversity für die Gesellschaft. Denn letztlich ist es immer negativ für eine Gesellschaft, wenn sich Individuen nicht entsprechend ihrer Identität bzw. Eigenschaften entfalten können.

Nun hat die Stadt Düsseldorf ein Video mit Eindrücken von der Veranstaltung und den Interviews veröffentlicht.
>> Auf YouTube ansehen (Gendertreff 3:03 – 3:48)

Düsseldorf tritt ein für Diversity. Für Vielfalt und Toleranz.

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Vortrag Trans* am Arbeitsplatz an der Uni Düsseldorf

Am 13.05.2017 hielt der Gendertreff auf Einladung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf einen Vortrag zum Thema Trans* am Arbeitsplatz.

In einer lebendigen Präsentation stellte der Gendertreff zunächst sich und seine Arbeit vor, um dann in das Thema Transidentität und berufliches Umfeld einzusteigen. Referentin Ava erläuterte, dass sich die zum Thema Trans* am Arbeitsplatz auf der Gendertreff Plattform hinterlegten Informationen nicht nur an Trans*-Personen richten. Vielmehr sollen die zahlreichen Erfahrungsberichte und auch der vom Gendertreff erarbeitete Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld auch Kolleg_inn_en, Personalverantwortlichen, AGG-Beauftragten usw. als Informationsquelle dienen.

Warum ist das Thema Trans* am Arbeitsplatz so wichtig?

Transidentität und Arbeitsplatz ist ein komplexes Themenfeld mit vielen möglichen Konfliktsituationen. Denn schließlich sichert der Beruf das eigene Einkommen und ggf. auch das Einkommen der Familie. Vor diesem Hintergrund hat sich der Gendertreff das Ziel gesetzt, im Rahmen der Aktion Trans* am Arbeitsplatz Informationen und Hilfestellung für transidente Menschen und Unternehmen in Zusammenhang mit der Transition im beruflichen Umfeld anzubieten. Denn ohne Anspruch auf Vollständigkeit gibt es zahlreiche mögliche Problematiken rund um Transidentität und das berufliche Umfeld:

Aus Sicht transidenter Menschen:

  • Angst vor Arbeitsplatzverlust
  • Angst vor Mobbing / Diskriminierung
  • Fragestellungen zu einem möglichen Vorgehen. Konkret: „Wie trage ich das Thema in das betriebliche Umfeld und welche Teilschritte sind empfehlenswert?“

Aus Sicht der Arbeitgeber:

  • Angst vor Komplikationen im organisatorischen Umfeld. Hier sind beispielhaft zu nennen: Unruhe in Arbeitsabläufen, Arbeitsausfälle in Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen (z.B. aufgrund der geschlechtsangleichenden Operation), organisatorische Fragestellungen (z.B. Lohnbuchhaltung, Krankenkassen, Steuerangelegenheiten)
  • Angst vor Umsatzeinbußen aufgrund möglicherweise negativer Reaktionen von Kunden
  • Informationsdefizite aufgrund ggf. fehlender Erfahrungswerte zum Thema Transidentität
  • Reaktionen der Mitarbeiter / Kolleg_inn_en, z.B. zu den Fragen, welche Toilette oder Umkleide die Trans*-Person künftig nutzt

Welche Angebote gibt es beim Gendertreff rund um das Thema Trans* am Arbeitsplatz?

Einstiegsportal Trans* am Arbeitsplatz

Auf der Gendertreff Plattform gibt es Einstiegsportale zu diversen Themenkomplexen. Das Einstiegsportal Trans* am Arbeitsplatz bietet eine Übersicht über die Informationsangebote rund um das Thema Transidentität und Beruf. Hier ist auch die jeweils aktuellste Version der Präsentation und auch des Ablaufplans zum Coming-out im beruflichen Umfeld hinterlegt.

Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld

Der Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld wurde aufgrund persönlicher Erfahrungen entwickelt. Er stellt einen idealtypischen Ablauf dar, der sowohl Trans*-Personen als auch Unternehmen, Personalverantwortlichen usw. als Hilfsmittel für ein auf die jeweilige individuelle Situation anzupassendes Vorgehen dient. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass ein derartiger Ablaufplan immer nur ein Empfehlungsmodell darstellt und dass die Rahmenbedingungen des eigenen beruflichen Umfeldes vor diesem Hintergrund ein in Teilen anderes Vorgehen erforderlich machen können.

Aktions-Webseite Transidentität am Arbeitsplatz

Die Aktions-Webseite Transidentität am Arbeitsplatz informiert über die Aktion und erleichtert die Auffindbarkeit im Internet. Darüber hinaus listet die Webseite Unternehmen, Institutionen und Kommunen auf, die die Aktion Trans* am Arbeitsplatz unterstützen. So zeigen diese Organisationen, dass Transidentität ein ernsthaftes Thema ist. Gleichzeitig demonstrieren sie ihr Bekenntnis zu Diversity und geben ein Beispiel für Vielfalt und Toleranz.

Erfahrungsberichte

Aufgrund eigener Erfahrungen aus den Reihen des Gendertreff-Teams sowie aus den Erfahrungen aus der Selbsthilfearbeit verfügt der Gendertreff über einen Fundus persönlicher Erfahrungsberichte, die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. So kann dieses Hintergrundwissen niederschwellig jederzeit abgerufen werden. Entsprechende Berichte sind in der Kategorie Transition des Gendertreff-Magazins zu finden bzw. mit dem Stichwort Arbeitsplatz verschlagwortet.

Gendertreff Forum und Selbsthilfetreffen

Im Anschluss an der Vortrag gab es noch eine lange Diskussion, bei der Xenia, Nathalie und Ava die zahlreichen Fragen des Publikums beantworteten. Dabei griffen die Referentinnen auf ihre persönlichen Erfahrungen sowie die Erfahrungen aus der Selbsthilfearbeit des Gendertreff zurück. Schließlich ist im Laufe der Jahre eine riesige Informationssammlung entstanden, die der Gendertreff nutzt, um Trans*-Personen und ihre Angehörigen sowie selbstverständlich auch Personalverantwortliche und Kolleg_inn_en über das Themenspektrum Trans* am Arbeitsplatz zu informieren.

Gleichzeitig zeigten die Referentinnen damit auf, wie ein weiteres Hilfsangebot zum Thema Trans* am Arbeitsplatz funktioniert. Denn das Gendertreff-Forum und die Selbsthilfetreffen des Gendertreff dienen dem direkten Austausch transidenter Menschen und ihrer Angehörigen und so können dort natürlich auch die eigenen Erfahrungen rund um Trans* und das berufliche Umfeld ausgetauscht werden. Die Erfahrung zeigt, dass der psreönliche Austausch eine sehr wertvolle Hilfestellung gerade zu diesem komplexen Themenfeld darstellt.

Im Themenportal Trans* am Arbeitsplatz auf der Gendertreff Plattform stehen die Präsentation sowie der Ablaufplan zum Coming-out im beruflichen Umfeld zum Download im Format pdf zur Verfügung.

>> Themenportal Trans* am Arbeitsplatz

>> Angebot

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Petra-Katharina`s Leben als Frau

Autorin: Petra-Katharina

Ich lebe nun seit ca. 3 Jahren als Frau (ca. 1,5 Jahre davon schon „staatlich anerkannt“), nachdem ich davor ca. ein halbes Jahr in einem quasi-öffentlichem Switching-Prozess war. Mir war immer wichtig, die positiven Beziehungen aus meinem zuvorigen Mann-Sein in meine neue Erscheinungsform rüber zu retten und das ist mir wohl weitestgehend gelungen: Ich fahre immer noch in der gleichen Runde Motorrad und mache dabei nicht selten die Leitgemse auf entsprechenden Touren. Bedingt durch meinen „halben“ Ortswechsel nach Süddeutschland sind sogar einige neue Mitfahrer dazugekommen. Wahrscheinlich kennen zumindest viele davon meine Historie, aber es wird praktisch nie thematisiert, weil es nicht zum Gruppenthema (Motoradfahren) gehört. Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass sie irgendeine Rolle spielt. Entsprechendes kann ich von meinen Musikerbeziehungen berichten: Auch da spiele ich immer noch mit den gleichen Leuten, wobei auch dort eine gewisse Fluktuation zu verzeichnen ist, die aber nichts mit meiner Person zu tun hat.

Ich habe auch als FH-Lehrbeauftragte und damit als Person des zumindest halb-öffentlichen Lebens in dem Semester den Schritt mit einer kurzen knappen Erläuterung (ca. 2-3 Sätze) vollzogen und ansonsten einfach den Job inhaltlich wie gewohnt weitergemacht – ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse. Meine lukrativste Einnahmequelle (bei einem süddeutschen Unternehmen, das ich ein- bis drei-wochenweise im Schnitt halbtags bediene) habe ich seinerzeit genau in meiner Umstellungszeit gefunden, wobei ich dort immer ausschließlich im „Female Mode“ aufgetreten bin. Wenn ich mich da seinerzeit im „Male Mode“ beworben hätte, wäre ich wahrscheinlich zu langweilig/konventionell rübergekommen und denke, die Verbindung nicht hätte aufbauen zu können. Natürlich habe ich mich seinerzeit mit allen Unterlagen in „männlich“ beworben, denn es ist ein absolutes Unding, bei zahlreichen Veröffentlichungen (Bereich Physik, Verfahrenstechnik, teils international) irgendetwas umschreiben lassen zu wollen.

Im privaten Bereich lebe ich nach wie vor mit meiner Familie (Frau, Sohn; relativ engen Besuchskontakt zu Schwiegereltern, weil in gleicher Stadt), wobei man allerdings fairerweise sagen muss, dass die Beziehung platonisch geworden ist, weil meine Frau halt nicht lesbisch ist. Nach anfänglichen Irritationen gerade im engeren Umfeld (es stand halt das männliche Bild von über 20 Jahren im Raum, das die Meinigen von mir hatten) und nicht zuletzt der Generation meiner Schwiegereltern geschuldet (beide jenseits der 85 Jahre) hat sich die Sache innerhalb ca. eines Jahres deutlich entspannt. Wobei ein Teil dieser Normalität letzte Woche ihren traurigen Höhepunkt gefunden hat, bei dem wir meinen Schwiegervater (mit 89) beerdigen mussten.

Auch Sohnemann (zum Zeitpunkt des öffentlichen Outings ca. 15 Jahre alt und ziemlich konservativ eingestellt) hatte zunächst mal ziemliche Schwierigkeiten, obwohl mir in den Jahren zuvor immer wichtig war, dass er mich zumindest gelegentlich als Petra gesehen hat. Er nennt mich weiterhin Papa und hat schon noch gewisse Schwierigkeiten, mich fremden Dritten gegenüber vorzustellen. Aber das billige ich ihm zu. Auf der anderen Seite unternehme ich mit ihm alleine oder auch in anderen Gruppen durchaus auch einige Aktionen im öffentlichen Raum (Fahrradtouren, Eis essen gehen, Urlaubstouren auch mit Anwesenheit seiner Schulkameraden, Hinbringen zu Sport-/Musik-Terminen mit Einladen von Kumpels …), so dass er mittlerweile wieder ganz gut mit mir klarkommt.

Was hat mir geholfen?

Ich denke, ein zeitweises Separieren hat dabei schon geholfen: Ich hatte mir am Familienwohnort vor der „Umstellung“ für zwei Monate eine Studentenbude gemietet und bin dann nur wenige Male zuhause vorbeigekommen. Mir hat gerade während der Zeit des „Umbruchs“ geholfen, in neuen Kontexten als Frau aufzutreten, ohne immer die alten Beziehungskisten dabei im Kopf haben zu müssen. Andersrum aber genauso wichtig: Das Mitnehmen der alten Kontakte! Dabei habe ich schon so einige Male eine Faust in der Tasche gemacht, wenn ich mal wieder – erkennbar ohne böse Hintergedanken – missgegendert wurde. Aber das legt sich mit der Zeit! Und bitte nicht immer alles auf die Goldwaage legen.

Ich war im Vorfeld des Outings in der glücklichen Lage, meine Laser-Epi problemlos aus der eigenen Tasche bezahlen zu können. Und bei der dann folgenden tatsächlichen Umstellung war die Abwesenheit eines Bartschattens eine ganz wesentliche Sache, was das Selbstbild und die Wahrnehmung im Spiegel anging. Ich denke, das überträgt sich unmittelbar auf die gelebte Interaktion mit den Anderen! Das gleiche gilt für die vorüber gehende Nutzung einer Perücke, die klar besser ausgesehen hat als die paar Spierzen, die jetzt wieder unbedeckt meinen Kopf „zieren“. Aber auch da musste erst mal das Selbstbewusstsein in der neuen Rolle wachsen, bevor ich mich getraut habe.

Nach vielen Jahren des Selbstzweifels und des Zweifels, wie ein Outing im Umfeld ankommen würde, glaube ich, mit ca. 55 einen späten, aber glücklichen Zeitpunkt erwischt zu haben. Bei einem Outing 10-20 Jahre zuvor wäre wahrscheinlich vieles nicht oder daneben gegangen und vieles, was mir heute wichtig ist (Familie), wäre wohl nie passiert.

 

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Am Fuß der Zugspitze

6 Damen in Oberbayern vom 03.06. – 16.06 2017

 

3 Pausen und rund 650Km trennten uns von unserem Urlaubsort. Gegen 18:00 Uhr dann Touch-Down in Grainau/Obb. 1:0 für Kirsten, Marina, Rita, Stefanie, Ute und Xenia.

Natürlich gleich nach dem Koffer ausschütten, in den nahegelegenen Biergarten und genießen.

Am nächsten Tag probierten wir das Schwimmbad in Grainau aus und danach spazierten wir durch das Städtchen.




Besichtigung des Schloß Linderhof stand auf dem Programm. Abends genossen wir das gute deftige bayerische Essen mit Getränkebeilage 😀



Nach dem guten Frühstücksbuffet fuhren wir mit dem Zug nach Innsbruck. Und natürlich musste dort das „Goldene Dach“ fotografiert werden.

Abends genossen wir noch den Sonnenuntergang über dem Wettersteingebirge.


Schloß Neuschwanstein am nächsten Tag.



Und wir trauten uns auf die ca. 90m hohe Marienbrücke.



Vor dem abendlichen Grillen ließen wir uns durch die schöne Gegend kutschieren.

Dann spazierten wir ca. 3,5Km um den halben Eibsee am Fuße der Zugspitze und wollten dort am Steg die Fähre zurück zum Parkplatz nehmen. Okay, die Fähre fuhr uns vor der Nase weg. Stefanie lief dann noch die restlichen 4Km und informierte uns über den Stand der Dinge. Wir zurückgebliebenen wollten schon aufgeben zu warten und wieder zurück laufen, da kam der erlösende Anruf, dass noch eine Fähre die Fahrt aufgenommen hat. Wir wurden gerettet

Später beim Grillen war natürlich auch Felix vom Hotel Alpspitz dabei.

Am nächsten Morgen oder war es schon fast Mittag fuhren wir nach Garmisch-Partenkirchen und spazierten an der Olympia-Sprungschanze vorbei

zur Partnachklamm.









Schnell zum Brezeln in die Ferienwohnung, denn für den Heimatabend wollten wir gut aussehen. Ich denke es war uns gelungen.

So standen wir an der Haltestelle und warteten auf den Bus.

Die Haltestelle war schon speziell aber immerhin fuhr hier ein Bus. In Grainau gibt es nämlich Haltestellen an denen nie ein Bus hält. Sie nennen sich Soda-Haltestellen, sie stehen halt so da…..


Wir schauten auf das Treiben auf der Bühne des Heimatabends bis wir das Gefühl hatten das sich alles irgendwie wiederholt. Es ging zurück zur Ferienwohnung und wir stellten fest, dass es für eine Beleuchtung des schönen Wanderwegs am Waldesrand wohl nicht mehr gereicht hatte. Zum Glück war es noch nicht stockdunkel.

*

Während eine Gruppe mit der Zugspitzbahn auf die Zugspitze und 2min. Seilbahn zum Gipfel fuhr, besuchten die anderen das Kloster von Benediktbeuren und fuhren durch die herrliche Natur.  Immerhin kostet die Fahrt zum Gipfel stolze 53€ und das Kloster war kostenlos. Zu Fuß wäre dann auch die Zugspitze kostenlos




*


Den Abend beendeten wir wieder gemeinsam beim Grillen.







Zwischendurch besuchten wir das Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen, versackten in einem irischen Pub und unternahmen diverse Nachtspaziergänge. Minigolf spielten wir noch zum Abschluss, bei dem der Tagesrekord geholt wurde.

Wir machten noch einen Spaziergang durch die wunderschöne Gegend und belohnten uns mit einem leckeren großen Stück Kuchen.




In einem gemütlichen Biergarten ließen wir es uns noch einmal so richtig gut gehen um am nächsten Tag so langsam die Koffer zu packen.

Am Freitag traten wir nach dem leckeren und üppigen Frühstück die stress- und staufreie Heimfahrt an. Bei einem leckeren Essen in der Heimat endete dieser schöne Urlaub, bei dem wir auch viel Spaß hatten und viele nette und tolle Menschen kennen gelernt haben.

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Transsexuelle Gedanken zum Sonntag „Kantate“ 2017

Autorin: Johanna

Die Deutsche Gemeinde in Malmö der EKD hat mich eingeladen, im Gottesdienst am Samstag vor dem Sonntag „Kantate“ eine persönliche Ansprache zu halten. Ich habe versucht, vom Predigttext der Woche ausgehend, auf mich selbst und die Situation von Transpersonen einzugehen. Mein Ziel war es, zu einem besseren Umgang mit Transpersonen beizutragen und ganz allgemein für Vielfalt zu werben.

Der Predigttext zum Sonntag „Kantate“, 3. Jahrgang, steht im Matthäus-Evangelium, 21. Kapitel, Verse 14-17. Ich lese aus der Einheitsübersetzung:
Im Tempel kamen Lahme und Blinde zu ihm [Jesus], und er heilte sie. Als nun die Hohen Priester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder im Tempel rufen hörten: „Hosanna dem Sohn Davids!“ da wurden sie ärgerlich und sagten zu ihm: „Hörst du, was sie rufen?“ Jesus antwortete ihnen: „Ja, ich höre es. Habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob‘?“ Und er ließ sie stehen und ging aus der Stadt hinaus nach Betanien: dort übernachtete er.
Ich denke, dieser Bibelabschnitt ist zum Sonntag „Kantate“, „Singet“ ausgewählt, weil dort von Lobgesang die Rede ist, auf jeden Fall in der aktuellen schwedischen Bibelübersetzung, während in der deutschen Einheitsübersetzung und in der Lutherbibel nur das Wort „Lob“ steht. Es ist Jesus selbst, der hier den 8. Psalm, Vers 3, zitiert, „Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob“ oder „Lobgesang“. Die Kinder im Tempel lobpreisen also Jesus als Sohn Davids, und dieses aktuelle Geschehen wird als Erfüllung eines Wortes aus der heiligen Schrift gedeutet. Das ist ein wiederkehrendes Motiv in den Evangelien: Etwas geschieht – und erweist sich als Erfüllung einer Vorhersage aus dem Alten Testament. Ich denke, diese Stellen sollen beweisen, dass Jesus der Messias ist.

Aus heutiger Sicht problematisch ist hierbei, dass man damals jeden Bibelvers für sich gedeutet hat, auch und vielleicht sogar gerade dann, wenn er aus dem Zusammenhang gerissen eine ganz andere Bedeutung erhält. Außerdem wird nicht der hebräische Originaltext zitiert, sondern die damals gängige griechische Übersetzung, die Septuaginta. Im hebräischen Original steht dagegen sinngemäß: „Ich will deine himmlische Pracht mit dem Mund eines Kindes, eines Säuglings besingen. Du hast einen Schutz gegen deine Feinde errichtet…“ (Bibel 2000, dt. Übers. J.M.-N.). Wenn im hebräischen Original der Psalmist selbst singt, und von einem Schutz die Rede ist, wohingegen in der Septuaginta von singenden Kindern und Lob oder Lobgesang gesprochen wird, dann fällt dieser Messias Beweis natürlich in sich zusammen. Aber dass der Beweis hinkt, schließt natürlich nicht aus, dass die Schlussfolgerung, Jesus ist Messias, trotzdem wahr ist.

Wie dem auch sei, ob es der Psalmist ist, dessen Verstand sich im Vergleich zu Gottes Größe wie die geistigen Fähigkeiten eines Kleinkindes ausnimmt, oder ob es tatsächlich Kinder sind, die Jesus als Sohn Davids, also den versprochenen Retter, Messias, erkennen – Kindermund tut Wahrheit kund, wie ein Sprichwort sagt – so haben wir hier auf jeden Fall den Gegensatz zwischen einem wundersamen Geschehen, Kranke werden geheilt, und Lobpreis einerseits und andererseits der Ablehnung durch die Gelehrten, die es eigentlich besser wissen müssten. Dieser Bibelabschnitt steht nach dem Einzug in Jerusalem und der Tempelreinigung und weist bereits deutlich auf den Konflikt mit dem religiösen Establishment hin, der schließlich zu Jesu Kreuzigung führt. Was ich spannend finde, ist, dass Jesu Wunderheilungen durch die unselige Diskussion mit den missbilligenden Theologen ein abruptes Ende finden. Die glückliche Stimmung wird zerstört, und Jesus bleibt nichts anderes übrig, als den Schauplatz seiner Wunder zu verlassen.

Ich möchte mehr zu den Heilungen sagen. Es sind also Blinde und Körperbehinderte, die hier geheilt werden, Heilungen von Gebrechen, die vermutlich damals medizinisch unheilbar waren. Auch heute, trotz aller medizinischen Fortschritte, sind Krankheiten nicht besiegt. Bei Fürbittengottesdiensten habe ich oft erlebt, dass Bitten um Heilung von sich selbst oder Nahestehenden einen großen Anteil der Fürbitten einnehmen. Jesus heilt aber nicht nur körperliche Gebrechen, sondern die Heilungen im Neuen Testament beinhalten häufig auch die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft, zum Beispiel als Aussätzige geheilt werden oder die Frau mit den schweren Blutungen, die sich alle als Unreine außerhalb der Gesellschaft aufhalten mussten. Auch im heutigen Bibelabschnitt könnte es, nach einem Vers im zweiten Samuels Buch zu urteilen (2 Sam. 5:8), so gewesen sein, dass diese Behinderten keinen Zugang zum Tempel hatten, und dass die Heilung ihnen also wieder die Teilhabe an der religiösen Gemeinschaft ermöglichte.

Wenn wir uns selbst in der Nachfolge Jesu verstehen, wie können wir zur Heilung zumindest der Seele beitragen und vermeiden, wie die Priester und Gelehrten zum Hindernis einer Heilung zu werden? Ich glaube, eine Gefahr liegt darin, wenn man sich wie diese selbst überschätzt und genau weiß, wie ein Betroffener es anstellen müsste, um seine Probleme in den Griff zu bekommen. Und dann womöglich noch ungeduldig oder ärgerlich wird, wenn der Betreffende den guten Ratschlägen nicht folgt. Ich habe mich vor einiger Zeit im Internet einer Gruppe von Menschen angeschlossen, bei denen das biologische Geschlecht nicht mit dem selbst erlebten psychologischen Geschlecht übereinstimmt, also z. B. so wie bei mir, die nach Mann aussehen, sich aber als Frau empfinden (und umgekehrt). Im Gendertreff-Forum sammeln sich besonders Menschen mit einer ganzen Reihe von Problemen, und da wir alle so hilfsbereit sind, hagelt es dann gute Ratschläge. Doch wenn wir selbst in der Lage der Betroffenen wären, würden wir vermutlich recht schnell merken, dass die Wirklichkeit komplizierter ist als erwartet und dass viele der guten Ratschläge nicht so richtig funktionieren. Aufgrund eigener Erfahrungen bin ich sehr vorsichtig geworden, was das Erteilen von Ratschlägen angeht, wie man „einfach mal“ eine Sache lösen könnte.

Natürlich würde ich jederzeit einen Freund oder Bekannten warnen, wenn ich befürchte, dass er oder sie dabei ist, einen Fehler zu begehen, und natürlich gebe ich auch weiterhin Ratschläge, wenn ich denn welche habe. Aber ich bin sehr vorsichtig geworden, was ihre Umsetzbarkeit angeht, und formuliere sie lieber nur als Empfehlungen, an was man mal denken könnte. Das Wichtigste, glaube ich, ist Zuhören. Nicht nur, wer Probleme hat oder wem es schlecht geht, sondern auch, wer etwas Wesentliches erlebt hat, hat vermutlich ein Bedürfnis, davon zu erzählen. Zuhören, Bestärkung geben, das kann ungeheuer wertvoll sein. Das gilt insbesondere bei Erfahrungen außerhalb des Gewöhnlichen: Erfahrungen, über die man nicht spricht, z. B. psychische Erkrankungen von einem selbst oder in der Familie, oder wie ich jetzt erfahren durfte, die Zugehörigkeit zum Regenbogenspektrum. Noch immer ist es so, dass viele Homosexuelle oder, wie in meinem Fall, Transsexuelle/Transidente und deren Angehörige Angst haben vor Diskriminierung, und diese Angst steht in vielen Fällen einem Leben in Würde und im Einklang mit sich selbst im Wege. Selbst habe ich glücklicherweise extrem viel positiven Zuspruch erfahren und das ist mir in meiner Selbstfindung eine unschätzbar wertvolle Hilfe gewesen und hat mir Mut gegeben, meine Identität offen zu leben und mich zum Beispiel auch heute vor Sie hinzustellen und als Transperson zu offenbaren. So lange man sich noch die Frage stellt, „wie werden die Leute reagieren?“, so lange es im Internet Hass gegen die lesbische Bischöfin Eva B. (Stockholm) gibt, so lange ist diese Vielfalt von Lebensformen offensichtlich nicht zur Selbstverständlichkeit geworden und die Unterstützung, die ich glücklicherweise erfahren habe, ist absolut nötig. Ich hoffe, dass wir irgendwann dahin kommen, Vielfalt ganz allgemein als Bereicherung zu empfinden. Als ich einer Kollegin davon erzählte, welche Freiheit ich empfinde, indem ich als Frau leben darf, kam sie auf die Idee, sie würde sich so gerne die Freiheit nehmen, wieder Musik zu machen. Ich finde, das ist genau die richtige Einstellung: Gott hat uns unterschiedlich geschaffen, mit unterschiedlichen Begabungen, Neigungen, Interessen, und diese gilt es zu entfalten und uns wechselseitig darin zu unterstützen und einander zu helfen, wo wir Schwierigkeiten haben, nicht durch besserwisserische Ratschläge, sondern durch respektvolles Zuhören.

Zum Abschluss möchte ich gerne ein Lied singen, das zum Ausdruck bringt, dass niemand anderes die eigenen Sorgen so tief versteht, wie Jesus, und dass es Liebe ist, die Heilung bringt. Oft wird die Liebe dadurch spürbar, dass wir einander Zeit und ein offenes Ohr schenken.

Refrain:
Nobody knows the trouble I’ve seen, Nobody knows but Jesus.
Nobody knows the trouble I’ve seen, Glory hallelujah.
1. Sometimes I’m up, sometimes I’m down, Oh, yes, Lord.
Sometimes I’m almost to the ground, Oh, yes, Lord.
Refrain
2. Although you see me goin’ ‘long so, Oh, yes, Lord.
I have my trials here below, Oh, yes, Lord.
Refrain
3. One day when I was walking ‘long, Oh, yes, Lord.
The element opened and love came down, Oh, yes, Lord.
Refrain

Quellen:
Alexander, P. & Alexander, D. (red.), Fahlgren, S. (svensk red.). (2001). Libris stora handbok till Bibeln. Örebro: Libris.
Deutsche Bibelgesellschaft (Hrsg.). (1964). Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers mit 221 Kupferstichen von Matthaeus Merian. Köln: Naumann & Göbel.
Katholische Bibelanstalt (Hrsg.). (1980). Die Bibel: Einheitsübersetzung Altes und Neues Testament. Stuttgart: Herder. (Psalmen und Neues Testament gemeinschaftlich mit katholischen Bischöfen herausgegeben u.a. im Auftrag des Rates der EKD)
Svenska Bibelsällskapet & Libris förlag (utg.). (2000). Bibeln: Bibelkommissionens översättning. Örebro: Libris.

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