Regenbogen über der Uni Düsseldorf 2016

Autorin: Rita

Ich holte Steffie morgens zu Hause ab und dank ihres persönlichen Navisystems kamen wir zielsicher an der Uni in Düsseldorf an. Wir wurden vom Orga-Team, bestehend aus Sophia (LesBi-Referat HHU), Sebastian und Marvin (Schwulenreferat Düsseldorf) herzlichst begrüßt. Dann bauten wir schnell unseren Stand auf.

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Es gab einige Gespräche, als plötzlich der Bürgermeister Günter Karen-Jungen (Grüne) unseren Stand besuchte. Herr Karen-Jungen sagte, dass es schön ist, dass wir den Campus CSD mit unterstützen. Er hat auch gerne unsere CD (Zwei Seelen) mitgenommen.

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Es wurde dann Zeit für den Bürgermeister an der Bühne eine Rede zu halten. Steffie hat auf den Stand aufgepasst und ich ging zur Rede des Bürgermeisters. Danach wurden wir von der NRZ Düsseldorf gebeten, uns neben der Statue von Heinrich Heine, der in Regenbogenfarben eingekleidet war, fotografieren zu lassen. Wir nahmen das Angebot gerne an. Danach besuchte uns der Bürgermeister nochmals, um sich mit Steffie und mir nochmals vor dem Stand des Gendertreff fotografieren zu lassen.

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Wir hatten noch interessante Gespräche. Auch mit Frau Dr. Regina Plaßwilm. Sie ist Koordinatorin für Genderforschung.
Gegen Mittag kam Ayden, der uns super unterstützte. Wir hatten uns mit den anderen Teilnehmer des Campus CSD ausgetauscht. Ayden kümmert sich um die weitere Vernetzung mit den anwesenden Teilnehmern, unter anderem auch mit dem Weißen Ring.

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Die Zeit verging wie im Fluge. Das Wetter war auch klasse, nur Sonnenschein. Gegen 16.00 Uhr bauten wir unseren Stand ab.

Die Verabschiedung war herzlich. Wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei sein.

 

Liebe Grüße
Rita

INHALTSVERZEICHNIS

12x Gendertreff Iserlohn

Zum 12ten Mal treffen sich Transgender, Angehörige, Partner und Interessierte beim Gendertreff Iserlohn – Der Selbsthilfe in der Region Märkischer Kreis.

Im März 2015 wurde der nun etablierte Selbsthilfetreff von Chrissie und dem Team Gendertreff ins Leben gerufen. Seither ist er stetig gewachsen und gilt als feste Institution der Selbsthilfe Transorganisation Gendertreff.

Leider hat es in dieser kurzen Zeit einen Lokalwechsel gegeben, weil der Pächter aufgeben musste. Der Treff indes hat dadurch aber an Qualität dazu gewonnen.

Neben Chrissie`s ehrenamtlicher Tätigkeit beim Gendertreff, lädt sie einmal im Monat zu einem Themen- und Informationsabend ein. Unabhängig vom Gendertreff bietet sie psychologische Beratung an.

Freuen wir uns auf weitere Selbsthilfetreffen im Märkischen Kreis.

 

>> Das erste Treffen

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Jasmins Zeitlinie zur Personenstandsänderung

Autorin: Jasmin

 

Ich will hier mal die Zeitlinie festhalten in der meine / abgelaufen ist:

 

11.09.2015

Antrag auf VÄ/PÄ beim Amtsgericht Berlin-Schöneberg persönlich abgegeben. In meinem Anschreiben hatte ich den Richter persönlich angeschrieben und auf allgemeine Formulierungen verzichtet.
Gutachter habe ich keine angegeben, das wurde dann während der Anhörung erörtert. Den Namen des zuständigen Richters bekam ich von meiner Psychologin.
– das Antragsschreiben
– eine Kopie meines Personalausweises
– ein Lebenslauf, der meine transsexuelle Entwicklung aufzeigt
– ein Antrag auf Verfahrenskostenhilfe (auch Prozesskostenhilfe genannt)

16.09.2015

Ladung des Amtsgerichtes zur Anhörung am 12.11.2015

12.11.2015

Anhörung (Besonders begrüßte der Richter, das meine Frau anwesend war und die Situation aus ihrer Sicht darlegen konnte. Außerdem schien ihm zu gefallen, das ich voll umfänglich schon seit 1 Jahr im „Alltagstest“ war, d.h. auch bei Gericht natürlich in weiblicher Kleidung etc. erschienen bin. Die Prozesskostenhilfe wurde in vollem Umfang bewilligt.)

18.11.2015

Erster Termin beim ersten Gutachter

03.12.2015

Zweiter Termin beim ersten Gutachter

21.01.2016

Das erste Gutachten wurde vom Amtsgericht zugeschickt

24.02.2016

Termin wegen Gutachten bei meiner begleitenden Psychologin (die vom Gericht als zweite Gutachterin zugelassen wurde)

10.03.2016

Das zweite Gutachten wurde vom Amtsgericht zugeschickt.

26.04.2016

Der vorläufige Beschluss war im Briefkasten

07.05.2016

Der rechtsgültige Beschluss liegt im Briefkasten

 

Alles in allem, also knapp 8 Monate von der Antragstellung bis zum rechtskräftigen Beschluss. Ich denke, da hat das Amtsgericht sehr zügig gearbeitet. Die größte Verzögerung kam vermutlich durch den Urlaub meiner Psychologin zustande, so dass das zweite Gutachten erst nach 2 Monaten erstellt werden konnte.

LG Jasmin

 

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Italienisches Gericht erkennt Transgender Identität vor der GaOP an

Quelle: April 15, 2016 • von Italian Coalition for Civil Rights and Freedoms

 

Das Gericht von Savona hat entschieden, dass die Änderung persönlicher Dokumente in Bezug auf das Geschlecht eine Priorität für das Wohlbefinden der betreffenden Person und unabhängig von einer operationellen Geschlechtsumwandlung ist. Weiter lesen …..

 

>> Aus den Medien

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Reformation an Bayerns Schulen

Quelle: BSZ – Bayerische Staatszeitung

 

Der Sexualkundeunterricht wird reformiert: Das Kultusministerium Bayerns hat neue Richtlinien für alle Schularten erarbeitet.

 

Das Kultusministerium hat mit einer Neufassung der Richtlinien für den Sexualkundeunterricht an allen bayerischen Schulen reagiert. Diese thematisieren nun die Prävention von sexueller Gewalt, stellen sich der Herausforderung der Omnipräsenz von Sexualität in den Medien und widmen sich ausführlich den Bereichen sexuelle Orientierung und verschiedene Lebensformen.

Neu an bayerischen Schulen ist, dass im Sexualunterricht ausdrücklich Themen wie Homo-, Bi-, Trans- oder Intersexualität von den Lehrkräften „vorurteilsfrei angesprochen“ werden. Hierzu können sich Lehrer externe Fachkräfte hinzuziehen.

Mehr und ausführlicher lesen ….

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Juliens transidenter Lebenslauf

Autor: Julien

TS Verlauf:
Ab 1994: Erste schwache Anzeichen für Transsexualität
1996: „Mama, ich will ein Junge sein.“
1999: Die Haare kommen ab!
2000: „Bist du ein Mädchen oder ein Junge?“
2005: Zweite Identität als Mann im Internet
2009-2011: Das Mannsweib
2014: Outing als Transgender bei einem Trans* Freund
2015 Februar: Outing in der Familie und öffentlicher Auftritt im gefühlten Geschlecht
Ab 2015 Mai: Psyschotherapie aufgenommen
2015 Juli: Der Selbsthilfegruppe Gendertreff beigetreten
2015 August: Outing auf der Arbeit
Ab 2015 September: Testosteron

Ab 1994: Erste schwache Anzeichen für Transsexualität
Das kleine Mädchen interessierte sich lieber für Jungensachen. Zu Karneval kam auch kein Prinzessinenkostüm in Frage. Es sollte ein Astronaut oder Batman sein, ganz egal ob die ältere Schwester Pocahontas oder eine Prinzessin war. Ich spielte auch viel lieber mit den Jungen Räuber und Gendarm, oder schlüpfte in die Rolle der PowerRangers, anstelle Hochzeit und ‚Vater, Mutter, Kind‘ mit den anderen Mädchen zu spielen.

1996: „Mama, ich will ein Junge sein.“
„Mama ich will ein Junge sein.“ Das sagte ich meiner Mutter ganz offen, die diese Aussage nicht ernst genommen hat, weil ich eben noch ein Kind war. Dass ich, viele Jahre später, nochmal auf sie zukommen würde, hat sie auch nicht gedacht.

1999: Die Haare kommen ab!
Ich wollte mir unbedingt die Haare kurz schneiden lassen und ich habe auch meine Mutter dazu überreden können. Es ging also zum Friseur und weg mit den Haaren. Damals habe ich mich darüber sehr gefreut, so auch mehr zum Jungen zu werden, jedoch begann auch die Pubertät.

2000: „Bist du ein Mädchen oder ein Junge?“
Zwei Mädchen kamen an der Bushaltestelle zu mir, die mich vorher auch immer wieder angestarrt und miteinander getuschelt haben. Sie grinsten und lachten auch leise, als eine mich dann fragte, ob ich nun ein Mädchen oder ein Junge wäre. Diese Situation war mir sehr unangenehm. Was sollte ich auch antworten? Vom Körper her war ich ein Mädchen, auch wenn meine Wunschvorstellung eine andere war. Hier zerbrach mein Traum, als ich eingestehen musste ein Mädchen zu sein. Von da an ließ ich meine Haare wieder wachsen und versuchte mich soweit es ging eben anzupassen.
Trotzdem suchte ich weiter die Gesellschaft der Jungen. Kleidung, Schmuck und Schminken gehörte nicht zu mir. Ich interessierte mich für Pokémon und Yukio. Mit den Jungs wurde in den Pausen Karten gespielt. Mein Verhalten sorgte auch dafür, dass ich bei den Mädchen immer mehr ins Mobbingfokus fiel. So kam es auch, dass ich bald für die Jungen genauso zu meiden war, auch wenn ich immer noch ein paar ‚Außenseiter‘ der Klasse weiterhin meine Freunde nennen konnte. Trotzdem wollte ich was ändern und bemühte mich noch mehr, eben meinem Körper zu entsprechen. Ich schaffte es auch mir weibliche Freunde zu suchen, was mir leider nicht mehr aus der Mobbinglage half.

2005: Zweite Identität als Mann im Internet
Das Internet war in meiner Welt geboren und zwar auch als meine zweite Geburt. Ich habe einen ‚Lebensraum‘ gefunden, an dem ich mich ausleben konnte. Rein virtuell natürlich nur. Das Internet und das MMO Rollenspiel gab mir die Möglichkeit doch noch auszuleben was ich war und das auch anonym. Nach außen war ich weiterhin die junge Frau, während ich im Internet mein inneres Leben ausleben konnte.
Jedoch hatte das zur Folge, dass ich mich mehr und mehr von meiner Umwelt abgeschottet habe. Freundschaften konnten nicht gehalten werden und man lebte sich schließlich auseinander. Das war mir auch ganz recht. Ich hatte keine Zeit mehr, weil ich jede Minute meiner Freizeit im Internet war. Zeitweise war es so schlimm, dass ich in ein so tiefes Loch gefallen war, das gar kein richtiges Leben mehr um mich herum existierte. Meine Familie machte sich große Sorgen, die ich nicht gesehen habe. Schließlich fand ich mich in meinem verdreckten Zimmer und mich ungepflegt wieder. Ich wachte auf. Ab da habe ich mein Leben wieder zum großen Teil in den Griff bekommen und auch eine Ausbildung angefangen. Trotzdem blieb ich im Internet. Ich setzte mir Grenzen, aber ohne konnte ich nicht. Es war mein Anker, der mich das Leben ertragen ließ.

2009-2011: Das Mannsweib
Im Jahr 2009 begann ich meine Ausbildung als Werbetechniker(in). Die Jahre dort halfen mir zu mehr innerer Stärke. Ich lernte auf eigenen Beinen zu stehen und zog im zweiten Lehrjahr auch von zuhause aus. Ich war kein Mann, aber in diesem Beruf musste man hart mit anpacken und unter den Kollegen war ich das Mannsweib. Damit konnte ich mich gut auseinander setzen. Schließlich war ich auch ein Mannsweib. Eine Frau war ich wirklich nicht. Das war das erste Wort mit dem ich mich schon mehr identifizieren konnte. So lebte es sich die folgenden Jahre etwas leichter, auch wenn irgendwas immer noch nicht stimmte. Noch immer kam ich kaum vor die Türe und verbrachte weiterhin meine Freizeit am PC.

2014: Outing als Transgender bei einem Trans* Freund
Durch das Internet kam ich an eine Person, die sich mir als Transgender offenbarte. Das war der erste Kontakt seit Jahren, mit dem ich auch mal gesprochen habe. Er half mir an einen Stimmenverzerrer zu kommen, sodass ich auch mit anderen sprechen konnte im Internet, ohne meine Identität als Mann zu verlieren. Das war der erste Schritt in ein geselligeres Leben. Dieser Freund erzählte mir alles über seinen bisherigen Weg und ich konnte mich so gut darin wieder erkennen, was er mir erzählt hatte. Nun hatte ich auch endlich den Namen für mein Problem. Ich bin Transsexuell.

2015 Februar: Outing in der Familie und öffentlicher Auftritt im gefühlten Geschlecht
Ich brauchte ein gutes Jahr, um für mich alles nochmal genau zu überdenken. Ich fragte mich, ob ich nicht doch als Frau weiter leben kann und eben wie bisher. Die Antwort war: Nein! Ich wollte mich nicht länger selbst belügen, mir vormachen ich kann so weiter machen und finde meine ‚Befriedigung‘ im Internet. Es ging nicht mehr und wird auch nie wieder so werden. Ich wollte aus meinen Wänden ausbrechen und mein Leben auch in der Wirklichkeit beginnen. Ich möchte sein, was ich in Wirklichkeit bin und nicht mehr mit meinem ‚Pixel-Ich‘ im Internet leben, während ich vor dem Rechner eingehe.
Also ab mit den Haaren, alle Klamotten die mir zu fraulich waren kamen weg und ich entschied mich für den Jungennamen, den ich bekommen hätte, wenn ich wirklich als Junge geboren wäre: Julien. Dazu einen Zweitnamen: Jeremy.
Als ich so dann bei meiner Mutter aufschlug, kam direkt der Spruch: „Na, willst du wieder ein Junge sein?“ Dass sie damit Recht hatte, musste sie dann erst mal schlucken. Sie steht mir aber bei, genauso wie mein Stiefvater, Schwester & ihr Freund, wie auch meine Oma.
In meiner Onlinewelt bin ich nicht geoutet, abgesehen von dem anderen Transgender der Bescheid weiß. Ich möchte auch, dass es so bleibt. Sie kennen mich alle als Julien und sehen mich als Mann. Ich möchte nicht dass sich das ändert.
Die körperliche Transition wird auch angestrebt und ich freue mich darauf, wenn die Hormontherapie mit Testosteron beginnt und auch die Operationen folgen. Schon jetzt hat sich ein Wandel in meinem Leben gezeigt. Ich bin aktiver, gesünder, bewege mich mehr, habe auf gehört zu Rauchen und gelange mehr und mehr an mein Wunschgewicht.

Ab 2015 Mai: Psyschotherapie aufgenommen
Seit Mai 2015 gehe ich zu einer Psychotherapeutin, die mich auf meinem Weg begleitet. Es hilft mir sehr und ist jedes Mal eine Erleichterung über aktuelle Probleme, aber auch Fortschritte sprechen zu können. Durch ihren Rat habe ich mich der Selbsthilfeorganisation Gendertreff angeschlossen.

2015 Juli: Der Selbsthilfegruppe Gendertreff beigetreten
Ich habe mich der Selbsthilfegruppe Gendertreff angeschlossen, mit der ich über ein Forum ständig im Kontakt bin und sich untereinander ausgetauscht werden kann. Es ist schön sich dort durch Erfahrungen informieren zu können und einfach Ängste und Sorgen zu teilen, wie sich auch untereinander zu freuen, wenn Hürden gemeistert wurden.
Jeden Monat trifft sich die Gruppe in Düsseldorf in einem Restaurant, um sich auch persönlich kennen zu lernen und bei Kaffee und Kuchen zu plaudern. Es bietet auch für Transgender eine Plattform sich mal in der Öffentlichkeit im gefühlten Geschlecht zu zeigen, auch wenn ich das selbst bereits längst im Alltag so halte. Die Gruppe ist sehr freundlich und ich habe mich gleich aufgenommen gefühlt, auch wenn es viel mehr Mann-zu-Frau sind, als Frau-zu-Mann.

2015 August: Outing auf der Arbeit
Vorab hatte ich mich bereits bei einigen Eltern, der Kinder die ich betreue, geoutet. Bisher sind dadurch keine Probleme entstanden, sondern mir meist mit Interesse und Neugier begegnet worden. Nun habe ich mich auch bei den noch ausstehenden Elternteilen geoutet, wie auch beim Jugendamt. Auch dort gab es keine Probleme, sondern Lob für mein Selbstbewusstsein und meine Offenheit. Ich bin darüber sehr erleichtert und freue mich über meinen weiteren Weg als Tagesvater.

Ab 2015 September: Testosteron
Die Blutuntersuchung ist zurzeit am Laufen und meine Indikation von meiner Therapeutin wird innerhalb der nächsten zwei Wochen ausgestellt, sodass die Behandlung mit Testosteron beginnen kann. So wird dann im September 2015 mein Start mit Testosteron sein, worauf ich mich schon sehr freue!

Julien

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Das Wissen um das wahre Geschlecht

Gesehen in der Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Emanzipationschance oder neue Hegemonie? Transsexuelle sehen sich durch neurobiologische Befunde bestätigt.

Am 10. Februar 2016 fand in Frankfurt eine Tagung über Transsexualität statt……

…………..Jüngere neurologische Forschungen definieren Transsexualität nicht mehr als psychische Pathologie, sondern als angeborene biologische Variante. Der Wunsch zum Geschlechtswechsel ist demnach kein Genderspiel, sondern Ausdruck des biologisch verankerten Wissens um das wahre körperliche Wesen…………………

 

Der Artikel ist leider nicht mehr onlne.

 

 

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Flora bei Checkeins

Autorin: Flora

Guten Tag zusammen,

Da der Termin nun endlich feststeht, darf ich jetzt etwas ankündigen worauf ich sehr stolz bin.

Ich werde am Samstag, den 27.02.2016, also in gut einer Woche, um 08:25 Uhr im Ersten (Checkeins) zu sehen sein! Wie es dazu gekommen ist, ist eine längere Geschichte:

Ich habe ja (wie manche wahrscheinlich schon wissen) letzten Sommer ein Interview für das Jugendprogramm der Aktion Mensch geben dürfen. Das war eine sehr simple Sache, ein paar Telefonate und ein Tag Dreh bei mir zuhause, an dem nur eine Autorin und ein Kameramann beteiligt waren. Alles in allem sehr entspannt und hat super funktioniert. Der Witz war aber dass die Produktionsfirma, von der diese Leute kamen, auch viele andere Sendungen produziert, unter anderem auch die Kinder-Nachrichtensendung „Neuneinhalb“ der ARD. Und so wie mir das erklärt wurde, hatten die Autoren quasi beim Plausch beim Mittagessen die Idee, eine Neuneinhalb-Sendung über Transgender zu produzieren, woraufhin sich die, die für „JAM“ mit mir gearbeitet hatten direkt zu Wort meldeten und da war ich auch schon im Rennen. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, als ich nach der Schule den Anruf bekommen habe. Natürlich ging es mir hauptsächlich darum, das zu machen, was viele (unter anderem auch meine) Schulen versäumen: Aufklärung über LGBT. Aber andererseits ist es auch einfach ein ziemlich aufregender Gedanke, dass man bald mal im Fernsehen ist. Aber ich habe die Wochen danach dafür genutzt, mich mehr darauf zu konzentrieren, eine gute und authentische Sendung mitzugestalten.

Als dann endlich das Team vor der Tür stand, war ich dann doch überrascht. Diesmal hatten sie Kameramann, Autorin, Moderatorin und Tonspezialist dabei, inklusive Equipment, das ist dann doch etwas schwieriger als sich einfach zu unterhalten während eine Kamera zuschaut. Witziger Weise war es aber schon wieder genau derselbe Kameramann. Die Welt ist so klein! 🙂
Jedenfalls waren es diesmal zwei Drehtage, die wahnsinnig Spaß gemacht haben, obwohl leider viel rausgeschnitten werden musste, z.B. die Szenen mit meinen Freunden. Allerdings ist viel Interessantes drin geblieben und ich freue mich sehr auf die Sendung!

Die Folge läuft wie gesagt nächsten Samstag und ich würde mich sehr freuen wenn ihr einschaltet. 🙂 Sind auch nur zehn Minuten! Die Zielgruppe ist zwar sehr jung, aber die Sendungen sind normalerweise trotzdem nicht „dümmlich“ oder sowas. Außerdem, im Gegensatz zum letzten Mal werde auch ich die Sendung zum ersten Mal sehen, wenn sie ausgestrahlt wird. Also hoffen wir das Beste!

Liebe Grüße,
Flora

>> Checkeins

Beitrag ist nicht mehr Online.

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Ich hätte da noch was zu erzählen

Autorin: Marina

 

Auch mich plagen immer wieder diese Selbstzweifel. Die Frage, ob es denn richtig war, was ich gemacht habe. Ob es richtig war mich bei der Familie, Arbeit etc. zu outen. Ob es richtig war mit der Hormontherapie anzufangen, nun auch die Personenstandsänderung erfolgreich beendet zu haben, alle Papiere geändert sind und so weiter…

Ich glaube, diese Fragen stellen wir uns alle immer wieder. Vielleicht lässt das mit den Jahren auch etwas nach. Ganz besonders schlimm ist es, wenn ich mal wieder als „der Herr“ (oder so ähnlich) angesprochen werde. Dann frage ich mich schon, wozu ich den ganzen Aufwand betrieben habe, wenn sich doch nichts ändert.

Aber dann gibt es doch immer wieder diese Momente, in denen irgendwie alles richtig ist. Und genau von solch einem Moment möchte ich hier berichten:

Ich habe seit einiger Zeit eine neue Nachbarin. Sie ist selbstständig und ähnlich wie ich meistens die ganze Woche auf Geschäftsreisen. Wir beide haben uns von Anfang an gut verstanden. Im Januar hatten wir schon ausgemacht am letzten Wochenende mal zusammen abends loszuziehen. Als dieses Wochenende nun unmittelbar bevorstand schrieb sie mich an um mir mitzuteilen, dass sie am Samstag doch keine Zeit hat, weil ihre beiden Kinder zu Besuch sind (Sie ist geschieden und die Kinder leben beim Vater). Aber sie hat für den Freitagabend einen Kosmetik- und Schminkkurs organisiert, der von einer anderen Nachbarin in der nächsten Straße gemacht wird. Sie lud mich dazu ein. Na klar habe ich zugesagt.

Anwesend waren ihre Tochter (13 Jahre), eine ihrer Freundinnen und ich, sowie die Kursleiterin. Wir bekamen verschiedene Produkte der Firma „L“ vorgestellt. Jede von uns bekam eine Beratung welches Produkt und welcher Farbton zu unserer Haut am besten passt. Ich muss schon sagen, mit den richtigen Produkten/Farben sah ich echt toll aus. Natürlich habe ich genau diese Produkte dann auch bestellt. Aber leider kann ich sie erst nächste Woche abholen, wenn ich wieder in Fulda bin. Sehr schade, denn ich hätte mich gerne mal wieder richtig schick gemacht für Sonntag zum Gendertreff Düsseldorf.

Nun wie dem auch sei, ihre Tochter wusste nicht, das ich eine Transfrau bin. Die Sache, die mich ja meistens verrät, ist meine Stimme. Da ich aber erkältet war (und noch immer bin!), war meine Stimme kratzig wie ein Reibeisen. Irgendwie, gegen Ende des Schminkkurses, kam ein Thema auf, ich kann noch nicht mal mehr genau sagen, was es war. Aber die Tochter meiner Nachbarin schaute ihre Mutter nur fragend an und sagte zu mir: „Das musst du mir jetzt erklären“.

Also gut, ich mache kein Geheimnis daraus, wenn man mich danach fragt. Also erklärte ich ihr, dass ich nicht als Mädchen geboren wurde. Sie kam zu mir rüber und fiel mir um den Hals. Sie sagte mir, dass meine Stimme schon komisch war, aber sie dachte sich nichts dabei, weil ich eben erkältet bin. Sie findet es toll, dass ich dazu stehe ein Mädchen zu sein. Ich habe mich im Anschluss noch lange mit der jungen Dame unterhalten. Aber natürlich auch mit den anderen anwesenden Frauen. Es war einfach ein schöner Mädelsabend und ich habe mich total wohl gefühlt. Das ist das, was all die Mühen der Transition wert ist. Das Gefühl verstanden zu sein, mitreden zu können, dabei zu sein, eine von Ihnen zu sein.

Liebe Grüße
Marina

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