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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 4-2011

Heute, den 26.4.2011 hatte ich meinen ersten Termin beim Psychotherapeuten. Ein erstes Gespräch fand statt und sie wird mich und meine Frau bis zur Personenstandsänderung (PÄ) und geschlechtsangleichenden Operation (GaOP) begleiten. Ich finde es richtig und gut, dass die Partnerin mit in die Gespräche einbezogen wird. Ich habe ein gutes Gefühl und denke, dass diese Begleitung wichtig ist um gestärkt diesen Weg zu gehen.
Einen Tag später fand ich meinen Zusatz- bzw. Ergänzungsausweis der "dgti e.V." im Briefkasten.

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 2010-2011

Nach nun ca. 7 Jahren „Freizeit- und Wochenendfrau“ habe ich den Entschluss getroffen nicht mehr als Mann weiter zu leben , da ich es nicht mehr kann. Immerhin habe ich den Wunsch Frau zu sein mein Leben lang verdrängt und kaum zugelassen. Ich lasse es jetzt vollumfänglich zu und mir ist mittlerweile klar, dass ich Transsexuell bin. Allein diese Entscheidung schlug in mir Türen und Tore auf und Glückshormone wurden zuhauf ausgeschüttet. Ich öffnete mich, es ist schwer zu beschreiben was mit mir passierte.

Nach Rücksprache mit meiner Frau und einer Routineuntersuchung bei meinem Hausarzt outete ich mich und bat um zwei Überweisungen. Eine zum Endokrinologen und eine zum Psychotherapeuten.

Durch die Hilfe im Forum "Gendertreff" und Freundinnen, die bereits zu diesem Zeitpunkt etwas weiter waren als ich, waren relativ schnell diese Ärzte gefunden und telefonisch Termine fixiert. Zusätzlich habe ich alle nötigen Unterlagen an die "dgti e.V." (Deutsche Gesellschaft für Transidentität & Intersexualität) gesendet und die Gebühr von 10,- Euro überwiesen. Dieser Ergänzungsausweis ist in drei Sprachen verfasst und hilft bei Irritationen die dadurch entstehen können, dass im Ausweis, Kreditkarten, Führerschein usw. der männliche Vorname steht und natürlich auch das Bild nicht so wirklich stimmig ist mit der Realität.

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 1966-2010

In sehr jungen Jahren fing es bei mir an, ich probierte Mutters Schuhe an. Dies schien aber für mich noch nicht von Bedeutung zu sein, denn erst in der Pubertät ging es mit kleinen Schritten weiter. Ich kann mich durchaus daran erinnern, dass ich früh schon das Gefühl hatte, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich glaubte schon ein Mädchen sein zu wollen, traute mich aber nicht mit irgendjemand darüber zu sprechen. In der Pubertät musste nachts mein Kopfkissen für den Frust herhalten. Ich weinte manchmal nächtelang und die Pubertät verging. Zwischendurch besorgte mir ein guter Freund ein Mieder, das ich aber auch gleich wieder vernichtete. Kurze Zeit später fand ich in einem Kleiderschrank ausgediente Damengarderobe. Ich „tobte“ mich aus mit den Hosen, Röcken, Pullovern und BHs. Es wurde wieder ruhiger und der Alltag brachte die Ablenkung, bis dann einige Jahre später das Verlangen, wieder Damenwäsche zu tragen, erneut aufkeimte. Das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmte, war irgendwie immer zugegen. Hier und da tätigte ich mal eine Bestellung aus dem Katalog, aber eher stümperhaft und meist stimmten die Größen nicht. Zu Karneval habe ich mich einmal zurechtgemacht und bin durch die Stadt gezogen. In den 1990iger Jahren hatte ich dann mehr Erfahrung beim Kleiderkauf, weil ich nun meine Damengröße kannte. Mir wurde auch so langsam klar, dass es hier nicht nur um die Kleidung ging, konnte es aber erst etwas später mit Hilfe des Internets mehr und mehr zuordnen.

Bis zu meinem Coming-out 2004 und 2005 bei meiner Frau und Familie, hatte ich es meinem guten Freund zu verdanken, dass ich meinem Wunsch, ab und zu Frau sein zu können, ausleben konnte. Die Jahre bis zu meinem Outing 2004 war das mein Ventil. Ich weiß nicht wie das sonst ausgegangen wäre. Wir trafen uns ab und zu im Jahr zu einem „Männerabend“ und redeten über viele Dinge, auch über unsere Probleme. Ich hatte bei ihm einen kleinen Fundus an Damenbekleidung in zwei Koffern untergebracht. Daraus konnte ich mich dann bedienen. Mittlerweile quillt mein Kleiderschrank über und Männerklamotten habe ich kaum noch. Sogar Damen- und/oder androgyne Schuhe lassen sich im Alltag gut tragen. Eingekauft wird in der Stadt (Shopping macht so einen Spaß) und es wird immer normaler, dass es Xenia gibt.

Viele Jahre habe ich für diese Erkenntnis gebraucht, weil es immer klarer wurde, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich dachte ich bin krank, pervers und hab mich gegen mein zweites Ich gesträubt. Lange wäre das auch nicht mehr gut gegangen, was seelische und körperliche Folgen anbelangt. Endlich stehe ich dazu und es wird keine „Reinigungsaktion“ mehr geben (ich trauere nämlich den Sachen nach). Wichtig für jeden ist es, genau zu wissen, was er ist bzw. sein möchte. Für mich ist es die einzige Möglichkeit der Gesellschaft zu zeigen wie frau innerlich tickt.

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Utes Erfahrung in der Firma

Der Gendertreff bedankt sich bei Ute aus Mönchengladbach für ihren detaillierten Bericht ihres Outings in der Firma.

Im März 2010 habe ich mich den mit mir zusammenarbeitenden Kollegin und dem Kollegen anvertraut. Die Kleidung und die Haare gingen bei mir zwar leicht aber immer mehr ins feminine über. Auch mein Wesen hatte sich leicht verändert. Diese Änderungen waren den beiden mit mir in einem Büro sitzenden Leuten nicht verborgen geblieben. Mein Kollege dachte schon, ich wäre jetzt schwul. Zu meiner mir schon seit über 30 Jahren bekannten Kollegin hatte ich immer schon einen besseren Kontakt. Sie äußerte den richtigen Verdacht mit der Transsexualität. Zu dieser Zeit fand auch ein Gespräch mit meinem Vorgesetzen und den beiden Anderen hinsichtlich der Arbeitsbelastung statt. Bei dieser Gelegenheit habe ich den Vorgesetzten auch eingeweiht. Alle 3 hatten viel Verständnis für mich.

Bis September 2010 habe ich nur in meiner Freizeit als Frau gelebt. Dies sollte sich nun ändern. Bei meinen ca. 30 Kolleginnen und Kollegen hatte ich im Laufe des Monats September mein Coming-Out. Büroweise, also meist 2 Personen, habe ich in jeweils halbstündigen Gesprächen je Büro den Leuten die entsprechende Aufklärung gegeben. Diese persönlichen Gespräche hatten den Vorteil, dass die Kolleginnen und Kollegen auch mir gegenüber Fragen stellen konnten. So blieben bei ihnen keine Fragen mehr offen. Den meisten war auch bekannt, dass ich in den letzten 10 Jahren an immer stärker werdenden Depressionen gelitten habe. Ende 2009 waren die Depressionen so stark, dass ich 4 Monate lang nicht arbeiten konnte. Da sie jetzt den Grund hierfür kannten, war auch ein entsprechendes Verständnis vorhanden. Bis zum heutigen Tag hatte ich mit niemandem aus diesem Bereich ein Problem hinsichtlich meiner Transidentität.

Meiner Meinung nach ist es beim Outing sehr wichtig, ein persönliches Gespräch mit den Leuten zu führen. So bleiben keine Fragen offen, die dann später zu Missverständnissen und auch zu Mobbing führen. Ohne Zweifel habe ich Glück bei meinem Coming-Out im Büro gehabt. Aber es kommt auch viel darauf an, wie man es seinen Kolleginnen und Kollegen vermittelt.

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Suse und ihr Dorf

Nachdem Suse am 23.12.2011 von ihren Outings berichtet hatte, war nun ihr Heimatdorf dran.

So ihr Lieben, nach etwas längerer Zeit ist mal wieder ein diesmal etwas größeres Update angesagt.Zur Zeit meines letzten Updates war es ja so, dass das halbe Dorf hier gelesen (und Bilder geguckt) hat, und das ganze Dorf Bescheid wusste. Allerdings zum allergrößten Teil nur in der Theorie, d.h. die wenigsten hatten mich bis dahin mal live und in Farbe erlebt…

Beim Fußball war ich ja schon per Mail ausgetreten und auf den Spießrutenlauf durchs Dorf hatte ich auch nicht so wirklich Bock. Insofern haben mich eben nur meine Freunde, die direkten Nachbarn und evtl. ein paar indirekte Nachbarn gesehen.

Die Frage, die sich mir dann allmählich stellte war: Soll ich Karneval „the same procedure as every year“ machen oder mich geflissentlich aus allem heraushalten! Ich entschied mich für das Dinner for One…

Freitagabends ist Dorfdisco im Festzelt angesagt. Ich war mir nicht sicher, ob man mich im Dorf vielleicht als Hexe verbrennen würde und dachte mir, dass ich im Fall des Falles dann auch wenigstens so aussehen möchte!

Kurz gesagt, es war genauso schön wie immer mit dem zusätzlichen Effekt, dass ich so einige Gespräche mit Bekannten aus dem Dorf hatte, bei denen mir jeder von ihnen versicherte, damit üüüüüberhaupt kein Problem zu haben und dass ich mein Ding machen solle. Ok, wie ernst man solche Lippenbekenntnisse nehmen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben…

Samstags ist bei uns Ruhetag angesagt, da machen wir eigentlich nie was, da wir uns ja zum einen von freitags erholen müssen, zum anderen auf sonntags, den Hauptkampftag, vorbereiten müssen. Sonntags geht in Langel der Zug und für das kleine Dorf (bzw. sind es drei Rheindörfer) ist der Zug ziemlich groß und lang und schön. Meistens machen wir das so etwas fetenmäßig mit unseren Nachbarn unter uns (und einigen Freunden) zusammen, und da wir ca. 20 Meter vom Zugweg weg wohnen, stellen wir vorne an die Straße immer einen Stehtisch hin, einen Pavillon falls es regnen sollte und haben Fassbier und wenn es kalt ist etwas warmes (diesmal Hot Caipi) zu trinken. Drinnen gibt’s dann was zu essen. Zug war schön, ich war eigentlich nur präsent und zwar als Tigerin, was man zumindest daran sehen konnte, dass ich 9 cm Absatz unterm Schuh hatte…

Wenn dann der Zug vorbei ist, wird noch ein bisschen zu Hause (bzw. bei den Nachbarn) weiter gefeiert, bis alles gegessen und getrunken ist. Dann geht jeder noch dahin wo er möchte, die einen ins Zelt, die anderen in die Kneipe. Ich entschied mich, wie jedes Jahr, für die Kneipe. Kurz etwas anderes angezogen (die Tigerin war für die Kälte draußen ok, aber mit Fell in die warme Kneipe, nein danke!), und dann los. War ein schöner Restabend, hatte auch ein paar kleine Transgespräche zwischendurch, und letztendlich wusste jeder, das ich mich als Frau irgendwie verkleidet hatte und nicht als Frau verkleidet war. Das war mir schon wichtig!

Rosenmontag ist dann der nächste Ruhetag (man muss sich ja von sonntags erholen) und den Tag über haben wir zu Hause relaxed. Allerdings hatte ich abends Lust noch auf ein Bier in die Kneipe zu gehen, und das haben wir dann auch gemacht. Ich muss dazu sagen, dass Rosenmontag bei uns in der Kneipe von Karneval so gut wie nichts zu bemerken ist. Das ist wie ein ganz normaler Kneipentag, halt nur die Kneipe karnevalsmäßig geschmückt. Ansonsten gibt es kaum jemand, dem man ansieht, dass Karneval ist. Auch wir hatten uns dementsprechend nicht verkleidet… ich hatte nur ein T-Shirt mit einer Domkarikatur an, auf dem stand: „Jecke Wiever us Kölle“
An diesem Abend hatte ich echt ganz viele Gespräche mit den unterschiedlichsten Leuten.

Dienstagabend ist dann Nubbelverbrennung in unserer Dorfkneipe. Die war diesmal auch richtig toll (ist nicht immer so) und das Dorf hat viel mehr Akzeptanz gezeigt als ich das erwartet hätte, vor allem weil mir jeder mit dem ich mich über trans* unterhalten habe versicherte, dass es in Köln eigentlich kein Problem sei, aber hier auf dem Dorf… Und fast alle fanden meinen Schritt ziemlich mutig.

Ich wollte an Karneval dem Dorf eigentlich nur zeigen, dass ich mich nicht verstecke und zu dem stehe was ich bin und was ich tue, denn dadurch dass jeder es wusste, kam keiner auf die Idee, dass ich mich nur von Mann zu Frau verkleidet hätte.

Ok, aber letztendlich war es trotzdem „nur“ Karneval und ich wollte auf keinen Fall, dass die Leute auf die Idee kommen, ich würde mein Transsein nur einmal im Jahr an Karneval ausleben wollen!

Folglich habe ich nach Karneval das gemacht, was ich mir vor ein paar Monaten nicht im Traum hätte vorstellen können: Ich war seitdem ein paar mal an ganz normalen Tagen in unserer Kneipe. Gut, es kommen dann so Sätze wie von einer Bekannten an der Theke neben mir: „Ähm, warum siehst du denn so komisch aus? Karnval ist doch vorbei!“ Woraufhin ich antwortete: „Hör mal E., du willst mir jetzt nicht allen Ernstes erzählen, dass du die einzige im ganzen Dorf bist, die nicht Bescheid weiß?!“ „Nee, ich hab davon gehört.“
Also, es war einfach nur der Einstieg in das Gespräch um’s Thema, weiter nix, und das ist OK!

Als wir nach dem letzten Stammtisch im Brauhaus in Opladen im Dorf ankamen, hatte ich noch Lust ein Bier zu trinken, da ich ja den ganzen Abend über nur drei Kölsch getrunken hatte. Die Wirtin hatte echt eine enorm kurze Eingewöhnungsphase. Als wir rein kamen, stellte sie zwei Kölsch hin, machte zwei Striche auf den Deckel und schrieb „Suse“ oben drauf!

So, abschließend noch eine Sache, die ich recht spontan entschieden hatte, um das Dorf endgültig abzuarbeiten. Diese Woche Dienstag war ich nach der Arbeit als Mann in unserer Kneipe. Ein Bekannter (J. um die 70 Jahre alt) erinnerte mich daran, dass wir am Freitag Kartenspielen hätten (machen wir einmal im Monat). Ich erklärte ihm, dass ich da schon dran denken würde. Kurze Zeit später habe ich ihm dann mitgeteilt, dass ich als Frau zum Kartenspielen kommen würde und wenn er ein Problem damit habe, dann solle er es sagen, dann würde ich zu Hause bleiben. Nach 10 Sekunden Stille antwortete er: „Kein Problem, ich spiele auch mit Frauen!“ Folglich war Suse am Freitagabend erstmalig Kartenspielen. Kleine Anekdote am Rande: Ein anderer Mitspieler ist G., etwa im selben Alter wie J., der hatte mich noch nie als Frau gesehen und wusste nicht, dass ich so erscheinen würde. War aber auch kein Problem! Als wir die letzte Runde spielen wollte sagte ich: „Ich gehe vorher noch mal auf’s Klo.“ und G. antwortete: „Da komme ich mit.“ Ich: „Ich gehe aber auf das andere Klo!“ 🙂

Tja, jetzt ist das Dorf so weit abgearbeitet. Was man hinter meinem Rücken über mich erzählt, geht mir echt am hintersten Körperteil vorbei, aber ich habe den Eindruck, dass man sich schon irgendwie an mich gewöhnt hat, und ’ne Dorftranse hat hier echt Premiere, die gab es noch nicht vorher… 🙂

Jedenfalls haben sich an Karneval doch so einige mit mir zusammen fotografieren lassen, einer (ehemaliger Fußballkollege, der hatte sich gerade mit einer Frau fotografieren lassen) allerdings erst, nachdem ich ihn drauf aufmerksam machte, dass momentan Fotos mit mir zusammen hoch gehandelt würden… 🙂

LG
Suse

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Es geht voran

Auch Marina nimmt mit kleinen Schritten Ihre Familie mit und erlebt so viele schöne Momente. Aber lest doch bitte selbst Ihre Geschichte:

Nachdem ich Weihnachten das erste Mal als Frau mit meiner Familie gefeiert habe war mir klar, dass dies nicht das letzte Mal bleiben wird.

Wir hatten meinem Stiefvater zu seinem 76. Geburtstag einen Besuch des Planetariums im Vonderaumuseum Fulda mit anschließendem Familienessen in seinem Lieblingsrestaurant Kneshecke geschenkt. Leider war der einzig mögliche Termin am 04. Februar. Also während ihr anderen im Brauhaus Opladen wart, war ich mit der Familie unterwegs.

Meine Mutter hatte mir schon lange vorher gesagt, dass sie gerne ihren Sohn sehen möchte. Verständlicherweise war ich nicht besonders begeistert, habe aber erst einmal zugestimmt. Am Tag vor dem Termin habe ich meine Mutter noch einmal darauf angesprochen. Ich habe sie gefragt, was denn so schlimm für sie ist, wenn Marina mit der Familie ausgeht. Sie sagte mir, dass ich so seltsam wäre, sobald ich die Perücke trage. Ich muss hier einschieben, dass ich seit Weihnachten regelmäßig als Frau mit meiner Mutter am Wochenende einkaufen gehe. Ich fragte sie daher, ob ich denn genauso seltsam in ihren Augen bin, wenn wir zusammen einkaufen gehen. Sie sagte, nein, dann nicht. Also fragte ich sie noch einmal was dann so schlimm ist wenn Marina mitgeht. Darauf hin sagte sie mir, ich solle meine Stiefvater fragen, schließlich ist es sein Abend.

Sehr zu meiner Überraschung sagte mein Stiefvater: „Mach was du willst, mir ist es egal“. Na, das lass ich mir nicht 2x sagen. Eingeladen waren dieses Mal neben meiner Stiefschwester Carola auch ihre jüngere Schwester Linda. Ich hatte Carola Weihnachten gesagt, dass sie ruhig ihre Geschwister nach und nach auf mich vorbereiten darf, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Also wusste Linda schon so ein bisschen Bescheid.

Am Samstag Nachmittag dann habe ich mich zurecht gemacht. Wobei ich mich sehr zurück gehalten habe. Ich muss ja irgendwie das Haus verlassen, ohne dass die Nachbarn etwas „Verdächtiges“ bemerken könnten. Noch wissen die Nachbarn nicht über mich Bescheid… aber kommt Zeit, kommt Rat, sagt man ja… Also habe ich angezogen: Grauer Schalkragen-Pulli, schwarze Stoffhose, flache Winterstiefeletten, Winterjacke mit Kunstpelzkragen. Dazu das bisschen Rest-Bartschatten abgedeckt (IPL sei Dank!!!) und die Augen ganz dezent betont. Meine Perücke habe ich in die Handtasche gesteckt, denn das würden die Nachbarn sofort bemerken.

Als mich mein Stiefschwester Linda so zum ersten Mal sah war sie einerseits erleichtert, andererseits auch erstaunt. Sie hatte sich vorgestellt, dass da eine Drag-Queen kommt. Stattdessen steht da eine Frau, dezent geschminkt und völlig alltagstauglich gekleidet. Im Endeffekt war sie sehr froh, dass es nur Marina und nicht die Drag-Queen ist, die da vor ihr stand.

In dem Moment wusste ich, dass ich auch meine 2. Stiefschwester für mich gewonnen habe, denn sie hat mich sofort gedrückt und wie eine Freundin begrüßt. Ab diesem Moment hat sie mich auch nur noch mit Marina angesprochen.

So sind wir also in die Stadt gefahren. In der Tiefgarage vor dem Museum habe ich dann meine Perücke aufgesetzt und wir sind zusammen ins Planetarium gegangen. Die Vorstellung kannte ich ja schon vom Besuch mit meinem Bruder im letzten November. Es war trotzdem interessant. Dann sind wir noch ins Museums-Café auf eine Tasse Kaffee/Tee, da wir bis zum Essen noch Zeit hatten.

Um 18 Uhr dann haben wir uns dann mit meinem Bruder und seiner Partnerin im Restaurant getroffen. Das Essen war wieder erstklassig und wir hatten einen schönen Abend zusammen.

Dann sind wir nach Hause gefahren und waren um 21 Uhr wieder zu Hause. Ich habe mich dann mit Linda zusammengesetzt und ihr viele meiner Bilder gezeigt, Zwei Seelen gespielt (wobei wir beide gemeinsam geweint haben) und die Videos von CSD Konstanz/Kreutzlingen gezeigt. Linda hat mir viele Fragen gestellt und ich habe sie, so gut ich konnte, beantwortet. Auch sie hatte die üblichen Vorstellungen und Vorurteile über Transgender, größtenteils einfach aus Unkenntnis.

Linda hat mich richtig spüren lassen, dass sie durchaus die Schwester sieht, nicht nur den „verkleideten Mann“.

Das wichtigste aber war, als ich meine Mutter fragte, wie denn der Abend für sie war. Meine Mutter sagte mir, dass es ein sehr schöner Abend war. Ich fragte sie, ob ich in ihren Augen wieder so „seltsam“ war. Sie sagte nein, dieses Mal war ich ganz anders.

Mir ist klar, dass diese Situation für meine Mutter nicht gerade leicht ist. Auch ich war immer unsicher in ihrer Gegenwart. Und deshalb denke ich, dass ich mich „seltsam“ benommen habe für meine Mutter. Dieses Mal aber habe ich mich völlig sicher gefühlt. Denn sowohl Linda, Carola als auch Sarah, die Partnerin meines Bruders, haben mich immer mit Marina angesprochen. Ich war einfach ich, ohne Angst, ohne Zweifel. Und deshalb denke ich, war es auch für meine Mutter in Ordnung.

Alle anderen, meine Mutter, mein Stiefvater und mein Bruder sprechen mich (noch) mit meinem Männernamen an. Ich mache mir nichts daraus, denn ich weiß, irgendwann kann sich auch das ändern. Irgendwann… denn ich bin hartnäckig und gebe nicht so schnell auf.

Am Sonntag dann sind meine beiden Schwestern abgereist und wir haben uns von einander verabschiedet wie das nur Schwestern tun. Es ist ein schönes Gefühl, dass ich immer mehr durch die Familie akzeptiert werde. Auch wenn noch nicht alle in der Familie Bescheid wissen, es wird irgendwann kommen, früher oder später, da bin ich mir sicher. Genauso wie ich irgendwann auch meine Nachbarn einweihen werde. Doch noch ist dazu nicht der richtige Zeitpunkt gekommen. Aber der Zeitpunkt wird kommen…. und ich bin mir sicher, es wird nicht mehr lange dauern.

Viele Grüße
Marina

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Sandra Melinas erster Arbeitstag

So hat Sandra Melina ihren ersten Arbeitstag erlebt.

Nun es ist schon schwierig für mich, jetzt jeden Morgen sooo früh aufzustehen, da bin ich ehrlich. Das merke ich heute wieder. Zum Glück ist es eine kurze Woche für mich. Nächste Woche, wird es etwas schwieriger.

Zum Glück helfen mir meine neuen Pillen beim Einschlafen. Es ist schon hart für mich, der es so nicht mehr gewöhnt ist seit langem. Da bin ich ehrlich. Daran muss ich mich erst mal gewöhnen. Na ja.

Jetzt wieder eine richtige Struktur für den Tag zu bekommen ist anstrengend. Das merke ich heute beim zweiten Aufstehen. Soll jetzt kein Gejammer sein. Ich bin froh darüber, jetzt mal wieder langsam ein geregeltes Leben zu bekommen. Und das ist es ja, was ich wollte.

Der erste Tag ist rum, und ich bin recht zufrieden damit. Ist nicht so schlimm ausgefallen, wie ich es mir gedacht habe. War alles recht locker gelaufen. Ein kleinen Schock habe ich zwar bekommen, aber der war recht positiv.

Ich bin sehr pünktlich dort angekommen um 8:15 Uhr. Sollte um 8:30 Uhr anfangen. Habe mich dann bei der Anmeldung angemeldet und nach einer Frau. S. gefragt, wo ich mich melden sollte. Die Frau am Empfang hat mich dann zu Fr. S. gebracht.

Dann gab es erst mal ein herzliches Willkommen, dass ich da bin. Wir haben dann so noch etwas drüber gesprochen, wie und was ich so machen soll. Dann ist Fr. S. mit mir durch das ganze Haus gegangen und hat mich überall vorgestellt. Und das wirkliche schöne für mich war dann, dass ich wie folgt vorgestellt wurde: "Das ist Frau R., die ab heute hier arbeitet als Hausmeisterin." Immer wieder die Vorstellung als Frau R. Das war sehr ungewohnt, aber doch sehr schön.

Ich habe mir dann immer wieder die Blicke von den Personen angesehen. Und ich habe festgestellt, dass es recht normal war. Also wirklich keine abwertenden oder komischen Blicke. Ich bin ganz normal aufgenommen worden. Worüber ich mich aber doch sehr gewundert habe und es mich etwas geschockt hat, war, dass einige mir einen herzlichen Willkommensgruß gegeben haben. Da war ich doch schon sehr geplättet, muss ich sagen. Damit habe ich nun gar nicht gerechnet. Sie meinten „ Herzlich Willkommen in unserem Haus und auf eine gute Zusammenarbeit“. Da war ich doch ganz schön geplättet. Und das nahm mir dann doch etwas die Angst und Aufregung, die ich verspürt hatte. Also so wurde ich noch nie empfangen.

Nach einer Weile kam dann der Herr, mit dem ich zusammen arbeite und der sozusagen mein Vorgesetzter ist. Und es ging dann auch gleich los. Wir sind zusammen losgefahren um ein Auto abzuholen und eines wegzubringen. Auf der Fahrt haben wir uns dann etwas unterhalten. Und ich war erstaunt über das, was er sagte. Er meinte, dass es doch normal wäre. Gesetzlich ist die Gleichberechtigung der Geschlechter.  Er fand das sehr gut von mir und bewunderte meinen Mut.

Als wir dann ankamen, fuhr ich dann mit dem einen Auto und er mit dem anderen. Was wir dann weg gebracht haben. Danach sind wir dann noch zu einem Baumarkt gefahren um Sachen zu holen. Er ging ganz normal mit mir um. Als wir dann wider zusammen fuhren, haben wir uns noch so über den Ablauf unterhalten. Wie und was so gemacht wird.

Und so um 12 Uhr konnte ich dann wieder nach Hause. Also es war ein recht lockerer Tag.

Nun, man kann am ersten Tag nicht viel sagen. Ich zumindest mache das nicht mehr, da ich aus Erfahrung weiß, die ersten Tage sind immer schön und gut. Ich warte erst mal ab, was noch so alles kommt. Ja zu Anfang gibt man sich immer von seiner besten Seite. Mal sehen, wie es wird. Es war sehr ungewohnt, nur als Frau gesehen zu werden. Wie ich schon mal erwähnte, ist das noch mal eine ganz andere Hausnummer, sich auf Arbeit als Frau zu bewegen, als privat. Und das habe ich gestern im Innerlichen auch gemerkt und gespürt. Muss aber sagen, dass ich mich schon recht wohlgefühlt habe. Ich nehme diese positiven Ereignisse auf und bewahre sie mir. Das steigert dann mein Selbstbewusstsein enorm. Und falls mal was Negatives kommen sollte, werde ich damit wohl recht gut umgehen können.

So das war mein erster Arbeitstag. Bin recht zufrieden damit. Bin nett und herzlich aufgenommen worden. Ich denke mal so für mich, besser konnte es nicht gehen. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist.

LG
Sandra Melina

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Das war Zuviel

Nathalie beschreibt hier Ihre erste schlechte Erfahrung als Frau oder wie eine „gebürtige“ Frau auf einem unserer Selbsthilfetreffen sagte, „Es ist leider eine Erfahrung die viele Frauen in ihrem Leben machen.“

Ende Januar war ich auf einem Seminar für professionelle Gesprächsführung in Bad Münder. Erstmals hatte ich mich als Frau zu einer Bildungsmaßnahme angemeldet und war neugierig, wie die anderen Teilnehmer mich aufnehmen und mit mir umgehen würden. Zum Glück hatte sich eine harmonische Gruppe zusammengefunden, die sich auf Anhieb verstand, mich als transsexuelle ohne Vorbehalte akzeptierte und in der es nie Konflikte gab. Auch mit den Referentinnen Mary und Petra hatten wir ein Glückslos gezogen.
Zu dem Seminar gibt es einen Blogbeitrag offensive Bildung inklusive Terrorattacke im Blog Kampagnen und Kommunikation im WEB 2.0.

Leider gab es auch eine, für mich neue, schlechte Erfahrung. Nach drei schönen Tagen schellte um 1:20 Uhr mitten in der Nacht das Telefon. Ich wachte auf, nahm den Hörer ab und hörte eine männliche Stimme. „Hast DU Lust auf ficken?“ Ich war total verwirrt und legte den Hörer sofort wieder auf. Meine Güte, was gibt es nur für kranke Menschen, dachte ich mir und legte mich wieder in das Bett. Kurze Zeit später, schon wieder ein Anruf. Diesmal legte er sofort wieder auf. Ich wurde ärgerlich, an Schlaf war nicht mehr zu denken, bis zum Morgen lag ich wach. Wie konnte das sein? Was für kranke Männer gibt es? Ich legte für den Rest der Nacht den Telefonhörer neben den Apparat, so dass er keine Chance mehr bekommt. Aber das nutzte mir nichts.

Direkt nach dem Frühstück ging ich zum Büro und wollte die Nummer des Anrufers herausbekommen. Leider war die Telefonanlage älter, die Daten konnten nicht ermittelt werden.

Das gab mir den Rest. Irgendwer ruft an, bleibt im Hintergrund und freut sich darüber, dass es mir schlecht geht. Ich war verärgert, zornig, gedemütigt und hatte keine Möglichkeit dagegen anzugehen. In diesem Moment stellte ich alle unter Generalverdacht. Wer war der „Feind“?

Kurz vor Seminarbeginn sprach mich Frank, ein superlieber Kollege, an, warum ich so traurig bin. Es tut mir leid aber in diesem Moment wollte ich nicht reden, mit niemand. Ich flüchtete unter Tränen in mein Zimmer und schloss die Türe ab. Die Nerven gingen mir durch und ich hatte keine Chance dagegen anzukämpfen.

Etwas später, nachdem ich etwas ruhiger wurde, begab ich mich in den Seminarraum und versuchte am Unterricht teilzunehmen. Es gelang mir nicht. Den ganzen Vormittag versuchte ich die Stimme zu erkennen. Wer war es? An etwas anders konnte und wollte ich nicht denken.

Es war 12:15 Uhr und die Mittagspause unterbrach den Unterricht. Ich blieb sitzen und Petra, eine unserer Referentinnen sah mich an. „Ich sehe schon, dass es Dir nicht gut geht. Was ist passiert?“ In diesem Moment kam die ganze Wut und Enttäuschung aus mir heraus und tränen überströmt erzählte ich Ihr von meinen Erlebnissen in der Nacht. Ich war Ihr sehr dankbar. Sie hörte zu, verstand, was mich so sehr verletzte und versuchte mich wieder zu stabilisieren. Das Gespräch mit Ihr war für mich das einzige was mir in der Lage helfen konnte. Petra hatte so nicht nur die starke, souveräne Nathalie kennengelernt, sondern auch eine sensible, angreifbare Frau.

Nach etwa einer Stunde wurde ich ruhiger und wir konnten das Gespräch gut zu Ende bringen. Wir besprachen noch, wie das Seminar für mich weiterlaufen kann. Natürlich kam der Gedanke den Kurs abzubrechen, doch dann hätte die Telefonstimme gewonnen und das wollte ich auf keinen Fall. Er sollte sehen, dass ich mich nicht geschlagen gebe. So blieb ich, konnte aber je nach meiner Verfassung im Hintergrund bleiben, um das restliche Seminar zu erleben. So gestärkt waren wieder klare Gedanken möglich und mir wurde klar, dass es niemand aus unserem Seminar sein konnte. Nein, ich traue ein solches Verhalten keinem von uns zu.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer wie üblich in der Bierstube. Natürlich haben Einige mein Stimmungstief mitbekommen und sprachen es an. Zum Glück gelang es mir nun das Erlebte zu erzählen. Die Reaktionen der Kollegen waren eindeutig. Das Ganze war nicht zu tolerieren und viele boten mir Ihre Hilfe an.

Es ist schön, dass es so viele liebe, verständnisvolle Menschen gibt. So fallen die wenigen Idioten auf der Welt nicht mehr ins Gewicht, so dass es eigentlich nicht lohnt darüber nachzudenken.

Meine erste schlechte Erfahrung war heftig aber wahrscheinlich notwendig, um in der Zukunft gerüstet zu sein. Ich habe gelernt, dass es nicht nur positive Erfahrungen gibt und ich werde auch damit umgehen.
Vielen Dank an alle lieben Menschen.

Liebe Grüße Nathalie.

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Geschlechtsangleichung via Facebook

«Wenn ihr das lest, bin ich wahrscheinlich bereits eine Frau.» Der ehemalige Bodybuilder hatte sich entschieden, sein Umfeld auf diese doch recht ungewöhnliche Art und Weise über seine Geschlechtsangleichung zu informieren.

Dass er im falschen Körper geboren worden war, wurde Christopher Goldman (37) bereits ziemlich früh klar: «Ich habe mich niemals mit meinen männlichen Genitalien identifiziert. Aber ich wollte nicht, dass die Menschen mich für einen Freak halten. Also fand ich mich mit meiner Situation ab.» Chris hat eine Geschlechtsidentitätsstörung – In älteren medizinischen und psychologischen Diagnosen und im Volksmund auch als Transsexualität bekannt.

Mehr als 30 Jahre lebte Christopher mit dieser Lüge, versuchte alles Männliche zu imitieren und wurde zum Fitnessfan. Der junge muskelbepackte Mann wollte sicher gehen, dass er rein äußerlich auf keinen Fall einem «typischen Transsexuellen ähnelt». Christopher Goldman hatte heterosexuelle Beziehungen, war sogar verlobt. Er liebt Frauen und wäre gerne selbst eine. Eine Frau, die in einer homosexuellen Beziehung lebt.

Er träumt davon, irgendwo ein neues Leben als Frau beginnen zu können. Heimlich trifft er sich mit einem Therapeuten, um die Möglichkeiten einer Geschlechtsangleichung zu diskutieren: «Es war, als würde mir endlich jemand Sauerstoff verschreiben, nachdem ich ein Leben lang unter Wasser leben musste. Doch ich traute mich nicht, irgendjemandem davon zu erzählen», beschreibt Chris seine Gefühle nach der ersten Hormon-Behandlung.

Die Folgen konnte der 37-Jährige nicht lange verbergen. Der Bodybuilder wurde von Tag zu Tag fraulicher. Er fing an Make-up zu tragen und nahm Präparate, die seinen Bartwuchs verhinderten. Eines Tages konfrontierte ihn seine Verlobte, nachdem sie auf seinem Computer jede Menge Artikel über Transsexualität gefunden hatte. Mit den Antworten, die ihr der Mann den sie liebte gab, konnte die junge Frau nicht leben. Sie verliess ihn.

2005 unterzog sich Christopher Goldman in San Francisco einer 32.000 Dollar teuren Gesichtsoperation, bei der ihm die Wangenknochen verfeinert und der Adamsapfel verkleinert wurden. Doch die «grosse Operation» musste noch etwas warten. Nachdem ihn seine Verlobte verlassen hatte und keine seiner folgenden Beziehungen funktionieren wollte, verfiel der junge Mann in eine tiefe Depression. Gegen den Frust begann er zu essen. Das daraus resultierende Übergewicht und sein hoher Blutdruck machten die Geschlechtsangleichung unmöglich. Chris wog zu dieser Zeit 111 Kilogramm. Für eine Operation durfte der jedoch nicht mehr als 86 Kilo auf die Waage bringen.

Ein grossartiges Gefühl
Nach einer strikten sechsmonatigen Diät hatte er fast 40 Kilogramm verloren und war nun endlich bereit für die Operation, die sein ganzes Leben verändern würde.

Vier Stunden nach eingangs erwähntem Facebook-Eintrag wachte Christina aus einer zwölfstündigen OP auf. Dank der Vaginalplastik und einer Brustimplantation kann sie sich voll und ganz als Frau fühlen. Die Schmerzen des massiven medizinischen Eingriffs spürt sie jedoch kaum. Besonders nicht, als sie die positive Resonanz auf ihren Internet-Eintrag lesen darf: «Ich hatte mehr als 1000 Nachrichten in meinem Postfach. Ich hatte damit gerechnet, dass die alle hasserfüllt und voller Unverständnis sein würden, aber dem war ganz und gar nicht so. Die meisten Nachrichten lobten mich für meinen Mut. Das war ein grossartiges Gefühl.»

Auch die Unterstützung ihrer Familie ist Christina mittlerweile sicher: «Mein Vater hat mich von Anfang an bei meiner Transformation unterstützt. Meine Mutter hingegen hatte zunächst Schwierigkeiten, mich als Frau zu sehen. Doch mittlerweile hat sie sich wohl daran gewöhnt.»

Heute lebt Christina glücklich mit ihren drei Hunden Dasher, Jude und Luke in Myrtle Beach, Kalifornien: «Vor meiner Operation war ich keinen Tag in meinem Leben glücklich. Heute fühle ich mich endlich wohl in meiner Haut. Von Christopher fehlt mir gar nichts. Alles, was mir an ihm gefiel, habe ich doch behalten.»

Die komplette Geschlechtsangleichung hat Christina an die 150.000 Dollar gekostet.

Quelle:

hgm-press.de

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Bis neulich … Ava und Rita bei Volker Pispers in Erkrath

Der Kabarettist Volker Pispers kam am 09.09.2011 mit seinem aktuellen Programm "Bis neulich ..." in die Stadthalle nach Erkrath. Grund genug für Ava und Rita aus dem Gendertreff Forum, sich das Programm einmal anzuschauen. Ava berichtet von einem gelungenen Kabarett-Abend.

Ja, ich weiß - Volker Pispers war am 09.09.2011 in Erkrath und ich komme erst jetzt dazu, davon zu berichten. Irgendwie hatte ich in letzter Zeit halt viel um die Ohren.

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