Kauf eines Brautkleids

Wie schon mehrfach berichtet hatten uns Ute und ich in 2007 erneut das Jawort vor dem Traualtar gegeben und in Kombination mit dem Trannyball gefeiert.

Aber gehen wir ein paar Wochen zurück. Brautkleider mussten her. „Kauf eines Brautkleids“ weiterlesen

Ein Samstag ohne Vorkommnisse

Ute und ich bretzelten uns auf um am heutigen Samstag im August zum shoppen nach Essen zu fahren. Was wir nicht wussten, es war Stadtfest. An jeder Ecke Buden, min. 3 Bühnen und viele Nebenschauplätze. Wir machten die Geschäfte unsicher und pausierten in diversen Cafés und ließen uns den Kaffee schmecken. Es war ein herrlich normaler Einkaufstag ohne Vorkommnisse (was sollte auch sein?).

Die Einkaufstüten füllten sich unaufhörlich mit schöner Wäsche und wir schnöften weiter von Geschäft zu Geschäft.

Ich muss sagen, dass es schon sehr nervig sein kann BHs zu kaufen. Die vielen verschiedenen Formen, Farben, Designs und Größen, da kann frau schon verzweifeln.
Zu dem Thema „BH“ gab es vor kurzem ein Bericht in der Tageszeitung „EXPRESS“.

Zu schmale Träger:
„Bei zu großen Brüsten können schmale Träger einschneiden und Schnürfurchen bilden“, weiß Frauenarzt Dr. Jochen Langwasser aus Wuppertal. „Das führt zu Nervenreizungen im oberen Rückenbereich.“ Meistens leiden die Patientinnen dann unter Verspannungen und Kopfschmerzen.

Zu enger Büstenhalter:
„Frauen mit Veranlagung zu Lymphstau sollten zu enge oder gar trägerlose BHs vermeiden. Durch den vermehrten Druck auf die Lymphbahnen kann die Gewebeflüssigkeit nicht richtig zu den Achselhöhlen abtransportiert werden. Was folgt, sind Schwellungen oder Atemnot“, so Langwasser.

Falsche Körbchengröße:
Passt die Körbchengröße nicht zur Brust, kann eine Fehlstellung des Rückens (Rundrücken) und der Wirbelsäule entstehen. Die Spätfolgen im Extremfall: Schleimbeutelentzündung, Sehnenreizung, Halswirbelverkrümmung, Gelenkverschleiß und Arthrosen.
Langwasser rät: „Probieren Sie jeden BH vor dem Kauf an. Er darf nichts abquetschen oder abrücken. Wohlfühlen ist wichtiger als die Optik.“

Der Verschluss am Rücken muss auf einer Linie mit der Vorderseite sitzen. Er darf nicht hoch rutschen.
Und: BH so kaufen, dass der Verschluss im letzten Häkchen sitzt. Falls er aus leiert, können Sie ihn immer noch enger machen.
Tragen Sie beim Sport einen Sport-BH.
Reizwäsche, Dessous, sexy BHs – sie sind der Inbegriff der Verführung. Doch aufgepasst liebe Frauen: Neueste Untersuchungen zeigen, dass ein falsch sitzender BH krank machen kann!
Die Folgen: Kopf-, Rückenschmerzen, oder Kreislaufprobleme. „EXPRESS“ nennt die gesundheitlichen Gefahren und gibt Tipps, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Nun denn nach langem Suchen waren die passenden BHs gefunden und es ging müde und erschöpft wieder nach Hause um alles in Ruhe nochmal zu sichten und zu probieren.

Ich möchte noch erwähnen, dass Essen zum Einkaufen noch attraktiver geworden ist, nachdem durch viele Umbauarbeiten in der Innenstadt eine Mall entstanden ist.

Und noch etwas: Der Bericht ist bestimmt nicht sehr spannend aber er soll aufzeigen, dass wir Trans*-Menschen ganz normal am alltäglichen Leben teilnehmen können und auch sollten. So ein Einkaufstag en-femme tut der Seele gut.

Gina allein auf Düsseldorfs Kö

Gerade Anfänger bewegen häufig Fragen wie diese: Wo bekomme ich ein Kleid oder einen Rock? Wie werden die Verkäuferinnen in Geschäften reagieren, wenn ich als Mann Damenkleidung kaufe?

Natürlich halten wir im Gendertreff den ein oder anderen Tipp für’s Einkaufen bereit, sei es in Geschäften oder auch im Internet. Doch am besten sind natürlich immer noch die Geschichten, die das Leben schreibt. Deshalb möchten wir Euch den Erlebnisbericht unserer Userin Gina aus unserem Forum an dieser Stelle nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Lesen!

Mit freundlicher Genehmingung von Gina

War es die heiße Sonne an diesem (1.6.) Nachmittag, die mir den Verstand überhitzt hat? War es Übermut, mich stadtfein zu machen und zum Einkaufsbummel am verkaufsoffenen Sonntag in Düsseldorfs Innenstadt zu fahren – allein, ohne Begleitschutz durch erfahrene „Schwestern“? Wie konnte ich meine Unsicherheit überwinden, en femme über die Kö, durch den Kaufhof, das Carshhaus, die Schadow-Arcaden, in die Altstadt zu bummeln, nach Schuhen, Röcken, Blusen, Shirts, halterlosen Strümpfen und Schmuck zu schauen, mit der festen Absicht, etwas anzuprobieren und zu kaufen?

Antwort: es war kein Sonnenstich oder Übermut, sondern ich war einfach ICH – und es war nur schön! Zugegeben, anfangs waren einige Schmetterlinge im Bauch. Aber nach wenigen Minuten stellte sich schon irgendwie ein wohliges Gefühl ein, das mir mehr und mehr Selbstsicherheit und ein entsprechendes Auftreten gab. Doch der Reihe nach.

Ich habe es getan: Als Frau straßentauglich zurechtgemacht, ins Auto gesetzt, in die Innenstadt gefahren, im Parkhaus „Kaufhof an der Kö“ auf der 4. Etage – kein Frauenparkplatz (!?) geparkt, ausgestiegen und zum Lift gegangen. Erste Mutprobe: vor dem Aufzug steht ein wartendes Pärchen. Einfach dazu gestellt als ob es das Natürlichste der Welt ist (ist es doch auch – oder?). Die Aufzugtür öffnet sich und er ist nicht leer. Hinein, zwei Etagen abwärts (nach einer war die Kinderabteilung) und herausgetreten. Es öffnet sich die Welt der sportlichen Bekleidungen. Macht nichts! Losschlendern und schauen – nach links nach rechts – kurz stehen bleiben, um ein Poloshirt zu begutachten, weiter zur Rolltreppe abwärts. Damenabteilung. Als ich an einem Ständer mit Sommerröcken stehen bleibe, registriere ich, dass mich eine Verkäuferin mit ihren Blicken fixiert, auf mich zu kommt und freundlich fragt: „Kann ich Ihnen helfen?“ „Nein Danke, ich schaue mich um“ ist meine ebenso freundliche Antwort – ohne ein Gefühl der Panik. Jetzt ist das Angstgefühl weg und der Bummel kann beginnen!

Kaufhof – Geldautomat in der Unterführung „Heinrich Heine Allee“ – Carshhaus (alle Etagen vom Keller bis zur zweiten) – hinaus zur Altstadt (da ist doch irgendwo Deichmann). Es macht immer mehr Spaß: schauen, die passende Größe heraus suchen, vorhalten, im Spiegel begutachten…. Doch das Pflaster der Altstadt ist gefährlich! Ich wusste gar nicht, wie spitz Pfennigabsätze sind und dass die Füße zielsicher die Lücke in den Pflastersteinen finden, um sich dort festzusetzen. Nach zwei Fallen endlich das glattere, lückenlose Trottoire gefunden. Weiter geht’s: Deichmann in Sicht! Jedoch nichts Schönes gefunden. Zurück Richtung Kö, das nächste Ziel.

Aber zunächst hat die Stadt die Baustellen für die neue U-Bahn als Hindernis aufgestellt. Auch diese wurden – inzwischen – souverän umschritten. Doch was ist das? Der rechte Schuh steckt mit seinem spitzen Absatz fest – im aufgeweichten Asphalt! Da hilft nur eins: in die Hocke, den Schuh herausziehen, den Kopf mit verständnislosem Blick auf das schwarze Loch schütteln, lächeln und weitergehen.

Die Kö ist voller bummelnder Menschen, die den sonnigen Sonntagnachmittag genießen. Also, dazugesellt und mit dem gemütlichen Strom an den Schaufenstern vorbei. Bis zum Sevens, dann zurück, denn ich will doch noch in die Schadowarcaden. Geschaut, probiert, aber nichts gefunden. Dann zurück zum Kaufhof, wo mir in der Schmuckabteilung der ein oder andere Ring gefallen hat. Kleine Anmerkung: beim Kauf von Pumps mit Pfennigabsätzen fehlt ein deutlicher Warnhinweis, dass frau damit in der kleinsten Lücke stecken bleiben kann, z.B. in den Lüftungsgittern am Eingang zu Kaufhäusern!

Zwei Ringe und ein Armband habe ich mir zum Geburtstag gekauft (einer ist ein echtes Schnäppchen, um mehr als 50 % reduziert und exakt in meiner Größe für den Ringfinger vorhanden)und mich dabei mit den Verkäuferinnen nett unterhalten. Das Gefühl, merkwürdig angesehen zu werden, war absolut weg. Ich habe auch nicht vergessen, mir die Parkkarte lochen zu lassen.

Der Rückweg nach Hause mit dem Auto war nun keine Herausforderung mehr, obwohl Düsseldorfs Innenstadt voller Baustellen ist. Es war das erste Mal, dass ich mich en femme hier ins Gewühl gestürzt habe. Ich bin sicher, Wiederholungen werden folgen, da ich mich dabei einfach großartig gefühlt habe.

Vielleicht können wir demnächst zu mehreren einen Bummel machen. Das macht sicherlich viel mehr Spaß!

LG Gina

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