Gastbeitrag mit freundlicher Genehmigung des Bundesverband Trans* e.V.
Liebe Interessierte,
Wie sehen die Lebensrealitäten von trans* Kinder und Jugendlichen aus?
Um diese Frage zu beantworten, veröffentlicht der Bundesverband Trans* heute die Broschüre mit dem Titel “Wir reden mit! – Warum trans* Kinder und Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden müssen”.
Die Broschüre soll einen Einblick in die Lebensrealitäten und Bedarfe von jungen trans* und nicht-binären Menschen geben und ein erster Kompass sein, sich innerhalb des Diskurses um die Selbstbestimmung von trans*, inter* und nicht-binären Kindern und Jugendlichen zu orientieren.
Gibt es immer mehr trans* und nicht-binäre Jugendliche? Was beschäftigt trans* und nicht-binäre Jugendliche? Wie können trans* und nicht-binäre Kinder und Jugendliche gut begleitet werden? Ab wann ist rechtliche Selbstbestimmung eine gute Idee? Und was ist wichtig, wenn es um die Gesundheitsversorgung von trans* und nicht-binären Kindern und Jugendlichen geht? Antworten auf diese und mehr Fragen gibt die vorliegende Broschüre.
Die Kapitel werden von pseudonymisierten Zitaten begleitet, die in der Umfrage zur Aktion #WirRedenMit im Jahr 2022 erhoben wurden. An dieser haben 576 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 26 Jahren teilgenommen. Die Ergebnisse sind in die Broschüre eingeflossen und können zudem auf der Internetseite zur Aktion abgerufen werden.
Andere Organisationen haben unsere Broschüre bereits gelesen und sie kommentiert. Dabei sind der Kinderschutzbund Bundesverband, das Forum Menschenrechte, der AWO Bundesverband, Amnesty International, aber auch LSVD+, Lambda Bund, TraKiNe, Queere Bildung und die Akademie Waldschlösschen:
Der Kinderschutzbund Bundesverband, Bundesgeschäftsführer Daniel Grein: „Um trans- und nicht-binäre Jugendliche kursieren viele Mythen. Diese Broschüre klärt auf, trägt so zu einem sachlichen Umgang mit der Thematik bei und hilft so ganz konkret bei der Begleitung von trans- und nicht-binären Jugendlichen.“
AWO Bundesverband, Dr. Marvin Deversi, Vorstandsmitglied: „Es ist dringend notwendig, trans* und nicht-binäre Identitäten zu normalisieren und öffentlich mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Diese Broschüre gibt insbesondere trans* und nicht-binären Kindern und Jugendlichen eine wichtige Stimme, sensibilisiert und bezieht klare Position. Das ist heute wichtiger denn je.“
Forum Menschenrechte: „Aufklärung ist zentral für die Bekämpfung von Diskriminierung. Der Bundesverband Trans* leistet das in seiner Broschüre „Wir reden mit! – Warum trans* Kinder und Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden müssen“ auf vorbildliche Weise.“
Amnesty International, Generalsekretärin Dr. Julia Duchrow: „Auch Kinder und Jugendliche haben ein Menschenrecht auf Selbstbestimmung. Wenn sie ihren Namen oder Geschlechtseintrag ändern wollen, müssen sie diesen Wunsch ihrem Alter und ihren Fähigkeiten gemäß zum Ausdruck bringen können. Hierfür braucht es ein zugängliches Verfahren, auch für Minderjährige.“
Prof. Dr. med. Sibylle M. Winter, Professorin für Traumafolgen und Kinderschutz, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters: Ich erhoffe mir von dieser Broschüre, dass sie Kinder und Jugendliche jeglichen Geschlechts, ihre Eltern und Angehörigen erreicht, um mehr Offenheit, Wissen, Verständnis und Sensibilität für geschlechtliche Vielheit entwickeln zu können.
Nur so kann die Perspektive der Kinder und Jugendlichen in den Fokus rücken und Stigmatisierung und Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen mit Trans*geschlechtlichkeit systematisch abgebaut werden.
TransKinderNetz: „Die Broschüre ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung! Sie fördert die Normalisierung und Sichtbarkeit von trans*, inter und nicht-binären Kindern und Jugendlichen und verleiht betroffenen Personen sowie ihren Familien eine wichtige Stimme. Durch Aufklärung und Sensibilisierung baut sie falsche Vorstellungen ab und vermittelt einen sachlichen Umgang, um mehr Verständnis und eine unterstützende Umgebung für alle zu schaffen. Besonders in Kindergärten, Bildungseinrichtungen und bei Pädagog*innen ist es entscheidend, Lücken zu schließen und ein respektvolles Miteinander zu fördern.“
LSVD+, Kerstin Thost, Büroleitung der Pressestelle: „Trans* und nicht-binäre Kinder und Jugendliche werden in der aktuellen politischen Debatte oft zur Spaltung instrumentalisiert. Ihre eigenen Sichtweisen und Bedarfe kommen kaum bis gar nicht zu Wort. Umso wichtiger ist die neu erschienene Broschüre des BVT*, die wertvolle Grundlagenarbeit leistet.“
Lambda Bund, Bundesvorstand: „Diese Broschüre zeigt sehr gut, dass die öffentliche Diskussion um die Perspektiven von trans* und nicht-binären Kindern und Jugendlichen, bereichert werden muss. Ihre Stimmen werden oft überhört! Orte an denen trans* und nicht-binäre Jugendliche sie selbst sein können und an denen sie Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit erleben, sind deswegen besonders wichtig“.
Queere Bildung: „Die Broschüre beleuchtet in klar verständlicher Sprache individuelle, gesellschaftliche und menschenrechtliche Dimensionen der Lebensrealitäten von jungen trans*, inter* und nicht-binären Menschen. Sie zeigt, wie auch innerhalb dieser Lebensrealitäten unterschiedliche Bedürfnisse, Erfahrungen und Wünsche eine Rolle spielen und wie grundlegend das Bedürfnis ist, in der eigenen Selbstbestimmung ernst genommen zu werden. Hierfür braucht es Sichtbarkeit, Bildungsarbeit sowie stärkende Angebote. Die Lektüre ist ein guter Einstieg für alle Menschen, die junge tin* Personen unterstützend begleiten und sich für bessere Lebensbedingungen einsetzen wollen.“
Akademie Waldschlösschen, Kevin Rosenberger, Geschäftsführer und Pädagogische Leitung: „Die Unterstützung für trans* Kinder und Jugendliche ist kein nice-to-have, sondern ein expliziter gesetzlicher Auftrag. Seit 2021 fordert das Kinder- und Jugendhilfegesetz, ‚die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen, Jungen sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern‘. Die Broschüre ‚Wir reden mit! Warum trans* Kinder und Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden müssen‘ des Bundesverbands Trans* liefert wichtiges Basiswissen, um diesem Auftrag gerecht zu werden. Gerade in Zeiten, in denen trans* Menschen vermehrt angegriffen werden, ja sogar ihre Existenz infrage gestellt wird, ist Aufklärung besonders wichtig.“
Die Broschüre kann auf der Homepage des BVT* als PDF heruntergeladen werden:
Wir reden mit! – Warum trans* Kinder und Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden müssen
Druckexemplare können über das Kontaktformular auf der Homepage bestellt werden:
Wir freuen uns sehr über breite Weiterleitungen! Wie freuen uns auch, wenn Sie unsere Broschüre auf Instagram und facebook teilen. Dort erscheinen heute, morgen und übermorgen Posts zum Thema, die auch Inhalte aus der Broschüre aufgreifen.
es grüßt Gabriel_Nox
Referent*in für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim
Bundesverband Trans* e.V.
Für geschlechtliche Selbstbestimmung und Vielfalt!
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