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Was bedeuten Begriffe wie Transgender, Transidentität, Trans*, etc.?
In den letzten Jahren wird das Thema Trans* (Transgender, Transidentität) in der Öffentlichkeit mehr beachtet und viele kennen die Begriffe. Doch es gibt noch viele Wissenslücken und nicht alle wissen genau, was sie bedeuten. Hier eine kurze Erklärung:
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- Trans* (oder Transgender) ist ein Überbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
- Transidentität beschreibt dieses natürliche Phänomen: Das gefühlte Geschlecht (Identitätsgeschlecht) passt nicht zum körperlichen Geschlecht.
- Transfrauen sind Menschen, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich aber als Frau identifizieren.
- Transmänner sind Menschen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich aber als Mann identifizieren.
Wichtig: Nicht alle Trans*-Personen empfinden ihren Körper als „falsch“. Die Erfahrungen sind sehr vielfältig und lassen sich nicht pauschalisieren. Jede Person erlebt das anders.
Trans* ist kein neues Phänomen. In vielen Kulturen und Epochen gab es Menschen, die nach heutigen Maßstäben als Trans* gelten würden – oft mit besonderer gesellschaftlicher Rolle (z.B. „Two-Spirits“ in Nordamerika oder „Mahu“ auf Hawaii). Diskriminierung entstand oft erst durch westeuropäische Einflüsse.
>> Trans*-Menschen in der Geschichte und in unterschiedlichen Kulturen
>> Diagnose der Trans*-Eigenschaft
>> Glossar/Begriffe
Transidentität ist vielfältig. Grundlegend unterscheidet man:
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- Binäre Transidentität: Menschen, die sich klar als Mann oder Frau identifizieren – aber nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.
Beispiel: Eine Transfrau wurde bei der Geburt als männlich eingestuft, fühlt sich aber als Frau. Ein Transmann wurde als weiblich eingestuft, fühlt sich aber als Mann. - Nichtbinäre Transidentität: Menschen, die sich weder ausschließlich als Mann noch als Frau fühlen. Sie bezeichnen sich oft als „nonbinär“ oder nutzen andere Begriffe.
- Binäre Transidentität: Menschen, die sich klar als Mann oder Frau identifizieren – aber nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.
Wichtig:
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- Transidentität hat nichts mit sexueller Orientierung zu tun.
- Nicht alle Trans*-Personen möchten ihren Körper verändern.
- Jede Person erlebt ihre Identität anders – Respekt und offenes Zuhören sind zentral.
Warum Trans*?
Der Stern (*) steht für die Vielfalt der Identitäten. Es geht darum, jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er sich selbst sieht.

Transidentität ≠ Sexuelle Orientierung
Trans*-Personen können – wie alle anderen auch – heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell oder asexuell sein. Die Annahme, Trans*-Personen seien automatisch homosexuell, ist falsch. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind zwei verschiedene Dinge.
Wissenschaftliche Einordnung
In Deutschland wird Transidentität nach den Richtlinien der WHO (ICD) diagnostiziert. Sie ist ein anerkanntes Phänomen und wird medizinisch sowie psychologisch begleitet.
Kein Mensch macht sich selbst, d.h. als transidenter Mensch wird man geboren, festgelegt bei der Entwicklung im Mutterleib. Bezüglich der genauen Vorgänge, welche eine Transidentität hervorrufen, ist weitere Forschung notwendig.
Kein Mensch wird zu etwas verleitet, was er nicht bereits von Natur aus ist!
Eines aber ist sicher:
Trans* lässt sich weder an-erziehen noch weg-therapieren!
Wie vieles andere ist es ein Teil unseres Lebens.
