In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 09 (2) u. 10-2013

14. – 21. September
Geschlechtsangleichende Depriwoche. So könnte der Titel lauten und meine momentane Stimmungslage widerspiegeln.

Ein paar Schritte hinaus unter Menschen habe ich bereits gewagt, denn Laufen geht ganz gut und Termine am Montag und Mittwoch bei der Frauenärztin wahrgenommen. Ihr Befund ist positiv und beruhigend, denn sie ist von dem Resultat und dem Heilungsprozess begeistert und gibt mir noch einige Tipps für zu Hause – Weiterhin schonen und liegen.
Klar, dass es noch schmerzt, Sitzen noch ein Abenteuer darstellt, es immer wieder blutet aber die Gemütslage spielt verrückt. Der Hormonhaushalt hat mich zurzeit fest im Griff!

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Gendertreff auf der Paracelsus Messe 2013 in Düsseldorf

Am Samstag, 26.10 und Sonntag, 27.10.2013 fand im Congress Center Düsseldorf die Paracelsus Gesundheitsmesse statt. Die Düsseldorfer Selbsthilfegruppen hatten die Möglichkeit, sich im Foyer des Congress Center Düsseldorf mit einem eigenen Stand zu präsentieren.

Mit dabei war natürlich der Gendertreff. Denn das Thema Transidentität beinhaltet auch viele medizinische Aspekte mit einer Bandbreite von der Hormontherapie über psychologische Fragen bis hin zur geschlechtsangleichenden Operation.

Gendertreff Paracelsus Messe Düsseldorf 2013

Hier sehen wir den Stand des Gendertreff im Foyer des Congress Centers der Messe Düsseldorf. Zeitgleich mit der Paracelsus Messe fand ebenfalls im Congress Center die VeggieWorld, die Messe für nachhaltiges Genießen, statt. Beide Messen sorgten für einen regen Besucherandrang. Insbesondere am Sonntag waren viele Besucher da, die sich Aktionen mit Prominenten wie der Schauspielerin Marion Kracht nicht entgehen lassen wollten.

Gendertreff Paracelsus Messe Düsseldorf 2013

So war auch am Stand des Gendertreff oft ziemlich viel los. Wir verteilten jede Menge Flyer und führten auch viele gute Gespräche. Insbesondere unsere Aktion Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden – ausgeglichen – angekommen sorgte dabei für sehr positive Resonanz.

Gendertreff Paracelsus Messe Düsseldorf 2013

Natürlich fanden wir auch Zeit, selbst einmal über die Messe zu schlendern und uns über das Angebot der anderen Aussteller zu informieren. Meist waren wir jedoch am Gendertreff Stand beschäftigt.

Gendertreff Paracelsus Messe Düsseldorf 2013

Nach zwei Messetagen ging eine weitere Aktion zu Ende, bei der wir mit vielen Flyern und guten Gesprächen wieder einmal Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Transidentität leisten konnten.

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Massenouting

Joselle hat ja schon einiges erlebt und hier auch an alle weiter gegeben, aber lest selbst ihre erlebte Geschichte über ihr Massenouting:

Hast Du eine Wette verloren….?

oder ist bei Dir schon Karneval?

Das waren die zwei häufigsten gestellten Fragen am gestrigen Samstagabend.

Was war geschehen?

Lange geplant war der Besuch auf der Hüttengaudi (Oktoberfest) bei uns im Ort. Die Karten schon lange vor unserem Urlaub besorgt und ich habe mir immer wieder Gedanken um diesen Abend gemacht. Denn es sollte der erste „öffentliche Auftritt“ von Josi sein. Der Auftritt alleine ist ja mittlerweile relativ unspektakulär, aber die überwiegende Mehrheit des erweiterten Freundeskreis, Bekannten und Vereinsmitglieder aus dem Kreise der Schützen und Karnevalisten kannten Josi bisher noch nicht. Und da ich aber schon der / dem ein oder anderen begegnet bin, ohne dass ich erkannt wurde, wollten wir beide (meine Frau und ich) das „abstellen“. Es ist doch eine unschöne Begegnung, wenn man nicht grüßen kann.

Es ist quasi ein „Massenouting“ geworden.

Denn jeden einzelnen per Mail darüber zu informieren um was es bei mir geht, fanden wir doof und wollten wir auch nicht. Warum also nicht gleich die Person vorstellen um die es geht?

Mein Vorstellungsflyer wurde auf DIN A 5 beidseitig reduziert und so musste ich auch nicht gegen die Lautstärke ankämpfen, auch weil unsere beider Stimmen sehr lädiert waren und der Abend eh in den Sternen stand. Viele Überlegungen wurden vorher bezüglich des Outfits, des Flyers und den bevorstehenden Reaktionen gemacht. Auch wenn wir beide wussten, dass bisher zu 99 % immer alles gut gelaufen ist, so ist die Anspannung doch recht groß gewesen.

Nach dem ein zweites Dirndl besorgt wurde, weil ich mich in meinem ersten nicht mehr so wohl fühlte (war von der Farbe doch sehr auffällig – Knallgrün mit Lila abgesetzt), wurde die vergangenen 14 Tage der Flyer überarbeitet.

Ab Mittwoch veränderte sich die Lage aber zusehends, weil meine Frau erkrankte. Ihr Teamführer kennt uns beide gut, und hatte ab Freitagmittag ein Erbarmen und schickte sie zur Erholung nach Hause. Am Donnerstag begann auch mein Hals zu kratzen……
Der Freitag begann bei mir mit einem Frisörbesuch. Nach der ersten Ernüchterung am Telefon, dass die von mir bevorzugte Frisörin nicht mehr dort arbeitet, bin ich dennoch in den Salon gefahren, habe mir die Haare ausdünnen lassen, die Augenbrauen zupfen (tat gar nicht weh) und färben lassen.
Als kleinen Einschub, muss erklärt werden, dass ich vor fünf Wochen mit meiner Frau beschlossen habe, die Haare wachsen zu lassen, da die Perücke im Sommer doch teilweise unangenehm war. Nachdem meine über 20-jährige Beziehung zur Frisörin abrupt durch Schließung beendet wurde, musste ich mir einen Tag vor unserem Urlaub eine neue suchen. Das gelang ja auch sehr gut, denn der Salon kennt mich nun nicht nur als Mann.

Doch weiter geht es.

Alles wurde am Freitag parat gelegt und ab Samstagmorgen, stieg der Puls von Stunde zu Stunde an. Ich war nicht allein, und so konnte ich dennoch meinem Auftritt gelassen entgegen sehen. Begleitet hat mich meine über alles liebende Frau, ihre Nichte, und drei sehr gute Freunde. Gegen 16.00 Uhr habe ich erst mich und anschließend meine Frau in aller Ruhe geschminkt. Wir wurden abgeholt und standen nun vor dem Einlass. Knappe 10 Minuten zu früh.

Zuerst wurde stets meine Frau erkannt, und dann erst beim zweiten oder gar dritten Hinsehen auch dann ich. Jede (r) musste den ersten „Schock“ doch erst einmal verarbeiten und so entwickelten sich über den Abend verteilt eine ganze Menge an tollen Gesprächen, die wenn ich sie im Einzelnen wiedergeben würden, den Rahmen sprengen würden. Besonders wurde mein Mut gelobt, mein Aussehen, unser beider selbstsicheres Auftreten und die Bewunderung für meine Frau wie sie mit der doch für die meisten ungewohnten Situation umgeht. Ich habe derart viel Rückendeckung in dieser Garde (Karneval) dass ein Gedanke an ein Aufhören in diesem Verein wohl doch erst einmal beiseitegelegt wurde. Das wäre für uns seine Konsequenz gewesen.
Aber, wie gesagt im Gegenteil.
Viele bekannte Gesichter mussten mehrfach hinsehen und haben es erst am späten Abend bemerkt, wer ich bin. Bei so vielen guten Zusprüchen viel es schwer die Tränen zurückzuhalten. Es ist aber gelungen und somit ein Verlaufen der Mascara verhindert worden.
Eine vollkommen neue Erfahrung war das Tanzen auf der „anderen Seite“. Ich wurde so super geführt und fühlte mich auch auf der leeren Tanzfläche Pudel wohl.
Gegen 01.00 Uhr wurde es Zeit nach Hause zu fahren. Eine Freundin fuhr uns heim, und so hingen die Gedanken beim Einschlafen noch lange an diesem Abend.
Wir beide wussten, dass diese Art des Outings auch nach Hinten hätte losgehen können. Da diese Veranstaltung jetzt auch nicht von zu hohem Alkoholkonsum geprägt war, machte die Sache für uns auch ein wenig leichter, ebenso die guten Freunde um uns herum. Mein Erlebnis soll auch keine Allerweltsanweisung eines Outings sein. Jede(r) muss für sich selbst entscheiden wann, was in welcher Form seinem Gegenüber beigebracht wird.
Fast alle meine Entscheidungen wurden von mir in erster Linie wohlüberlegt und in zweiter Instanz nach dem Gefühl entschieden. Ich habe auch schon Entscheidungen an einem Tag über den Haufen geworfen! Wir beide können nun wieder einen ticken Entspannter durch unsere Ortschaft und unser Leben gehen.

Auch wenn noch keine Entscheidung darüber gefallen ist….. Wir wissen beide nicht wohin mich meine Reise als Frau führen wird.

Heute könnte ich trotz starker Erkältung Bäume ausreißen.

Eure
Josi (Joselle)

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10 Frauen – 3 Länder – 2 Tage

Ostertour 2013

Erlebt und geschrieben von Gitta

Reporter Günni hat also tatsächlich seinen Arbeitsplatz als Politikreporter in Berlin verloren, als er wie berichtet im Februar nicht seinen Terminen nach kam, sondern sich wieder einmal von den Mädels ablenken ließ. Dies sollte ihm nicht noch einmal passieren und so sucht er immer noch nach einer neuen Aufgabe. Zu Ostern 2013 beschloss er allerdings, ein paar Tage Urlaub zu machen und fuhr am Ostersamstag gut gelaunt über die A4 in Richtung Belgien.
Doch kurz vor der belgischen Grenze schienen alle guten Vorsätze zu schwinden, denn er traute seinen Augen nicht, als er vor sich ein ihm nur allzu gut bekanntes Auto mit dem unvergleichlichen „Gendertreff-Schriftzug“

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Füssingerin ist jetzt ein Mann

Quelle: http://www.pnp.de (Passauer Neue Presse)

Ein komisches Gefühl hatte er schon als Vierjähriger im Kindergarten. Jared Völker hieß damals Kathrin, spielte sowohl mit Autos als auch mit Puppen, zog aber lieber Hosen als Kleider an und fühlte sich überhaupt wie ein Junge. Die Rolle als Mädchen gefiel ihm nicht, das merkte er. Aber das „komische Gefühl“, das damit verbunden war, konnte das Kind niemandem beschreiben. 30 Jahre lang lebte Jared als Mädchen, „mit mehr Abs als Aufs“, gibt der 36-Jährige zu. Heute ist er nicht nur ein Mann, sondern ein völlig neuer Mensch – „und endlich glücklich“.

Als Kind verhält sich die kleine Kathrin wie ein Junge, zieht Hosen an, lebt mit ihrer Familie…

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Kein Mann wie jeder andere

Quelle: http://www.pnp.de (Passauer Neue Presse)

Wer Dominik Siegl beim Spazierengehen mit seinen Hunden begegnet, könnte den 37-Jährigen für einen ganz normalen Mann halten: Der Simbacher liebt die Natur, Tiere und seine Freundin. Doch Dominik hieß einmal Doris und ist biologisch eine Frau. Das will der Transsexuelle in den kommenden beiden Jahren ändern und sich auch biologisch in seine gefühlte Identität als …

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Unter Kollegen im falschen Körper

Jobangst, anzügliche Witze, Toilettenverbot: Trans-Menschen sind im Job oft diskriminiert. Der Weg ins Wunschgeschlecht ist auch in Deutschland schwierig.

Von Tilman Steffen 22. Dezember 2010  13:00 Uhr

Quelle: Die Zeit

Wenn zum Kollegium am Arbeitsplatz plötzlich eine Person gehört, die sich für ein Leben im anderen Geschlecht entscheiden will, zeigt sich, wie tolerant Kollegen und Vorgesetzte sind. In einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes schildern Trans-Personen Anfeindungen, Drohungen und Belästigung. Sie ertragen Spott, Tratsch, unnötige Kritik, Ausschluss aus Kollegengruppen und müssen oft unangenehme Aufgaben übernehmen. Und wer sich im Unternehmen als Trans-Person outet, wird vom Chef auch schon mal vom Kontakt mit den Kunden abgezogen oder muss gleich um den Job fürchten.

Wegen seines Geschlechts oder seiner sexuellen Identität darf niemand Nachteile erleiden. So schreibt es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz vor. Viele Trans-Personen schafften es bis zum Eintrag ihres gelebten Geschlechtes ins Personenregister. Zuvor müssen sie sich nach derzeitigem Recht sterilisieren und medizinisch-operativ angleichen lassen. Wer das nicht will, dem bleibt nur, im privaten Rahmen zu leben, was er sein möchte. Im Job und der weiteren Öffentlichkeit herrscht dann der Zwang, sich dem Eintrag des Personenstandsregisters anzupassen.

Die Hälfte der Trans-Personen hält am Arbeitsplatz ihr gewähltes Geschlecht aus Angst vor Nachteilen und Jobverlust geheim, ……… Mehr lesen ……….

* Die Personenstandsänderung kann mittlerweile auch ohne geschlechtsangleichende Operation beantragt werden!

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TRANS* AM ARBEITSPLATZ

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Mann oder Frau? Diese Kategorien sind überflüssig!

Transsexuelle werden häufig diskriminiert. Doch ist die Frage ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘ wirklich so entscheidend? Etwas Abstand von diesem starren Raster würde uns allen das Leben erleichtern.

von Peter Singer und Agata Sagan

Quelle: Die Welt

Als Jenna Talackova im letzten Monat das Finale des Wettbewerbs „Miss Universe Canada“ erreicht hatte, wurde sie disqualifiziert, weil sie nicht „natürlich als Frau geboren“ war. Die große, schöne Blondine erzählte den Medien, sie habe sich seit dem Alter von vier Jahren als Frau gefühlt, mit vierzehn eine Hormonbehandlung begonnen und sich mit neunzehn einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Angesichts ihrer Disqualifizierung stellt sich die Frage, was es wirklich bedeutet, eine „Miss“ zu sein……Mehr lesen.

Copyright: Project Syndicate, 2012.
Aus dem Englischen von Harald Eckhoff

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Geschlechtsangleichende Operation

Die Abkürzung „GaOP“ steht für „Geschlechtsangleichende Operation“. Dieser Terminus bezeichnet eine Operation, bei der die Genitalien an das Identitätsgeschlecht angepasst werden. Man unterscheidet zwischen Mann-zu-Frau (MzF) und Frau-zu-Mann (FzM). Bei MzF wird aus dem Penis und dem Hodensack eine Scheide, Schamlippen, Klitoris und Schamhügel gebildet. Bei FzM, der etwas komplizierteren Operation, wird ein Penis (Phalloplastik) und ein Hodensack (aus den großen Schamlippen) gebildet. Dazu kommt das Entfernen der Brüste, wobei bei MzF sich die Brüste durch Hormone bilden bzw. durch Silikoneinlagen ein Brustaufbau gebildet wird.

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