10 Jahre Gendertreff – 2014 steht im Zeichen eines runden Geburtstags

Am 17.10.2004 saß Xenia mit ihrer Frau alleine beim ersten Gendertreff Düsseldorf. Wer hätte gedacht, dass sich aus derart bescheidenen Anfängen einmal der heutige Gendertreff entwickeln würde?

In 2014 feiern wir nun einen runden Geburtstag: Denn 10 Jahre später hat sich der Gendertreff zu einem umfangreichen Informations- und Selbsthilfeangebot für transidente Menschen und deren Angehörige entwickelt. Neben dem Gendertreff Düsseldorf – Selbsthilfe für Transgender und Angehörige in der Region Rheinland in Düsseldorf betreiben wir heute den Gendertreff Leverkusen – Selbsthilfe für Transgender und Angehörige in der Region Rhein-Wupper in Leverkusen. Auch die Gendertreff Plattform und das Gendertreff Forum zählen heute ebenso selbstverständlich zum Angebot wie die diversen Veranstaltungen von Sommerfest bis Candlelight Dinner. Weitere Highlights waren sicherlich der Song Zwei Seelen, die Teilnahme am CSD Konstanz und Kreuzlingen mit einem Interview im Schweizer Regionalfernsehen oder die Berichterstattung im Leverkusener Anzeiger – um nur einige zu nennen.

Der Gendertreff betreibt Öffentlichkeitsarbeit und beteiligt sich an zahlreichen Veranstaltungen. So waren wir in 2013 beispielsweise auf den CSD’s in Düsseldorf, Essen und Dortmund vertreten. Außerdem beteiligten wir uns am Gesundheitstag in Leverkusen, waren am Stand der Selbsthilfegruppen der Stadt Düsseldorf anlässlich des 725-jährigen Stadtjubiläums vertreten und hatten einen eigenen Stand auf der Paracelsus Gesundheitsmesse in Düsseldorf. Darüber hinaus riefen wir die Aktion Transidentität am Arbeitsplatz: zufrieden – ausgeglichen – angekommen mit Unterstützung der Stadt Düsseldorf sowie des DGB und der IGBCE ins Leben.

Auch für 2014 haben wir wieder einiges geplant und so steht dieses Jahr ganz im Zeichen unseres 10-jährigen Jubiläums. Auch in 2014 werden wir wieder am CSD in Düsseldorf sowie weiteren CSD’s und Veranstaltungen teilnehmen. Die Planungen dazu laufen bereits und werden rechtzeitig im Gendertreff Forum angekündigt.

Ein weiterer Höhepunkt wird sicherlich auch die Geburtstagsfeier im Oktober sein. Denn wer einen runden Geburtstag hat, soll diesen schließlich auch ordentlich feiern. Wir finden jedenfalls, dass 10 Jahre ehrenamtliche Arbeit ein guter Grund zum Feiern sind. Denn in diesen 10 Jahren haben wir schon vielen Menschen rund um das komplexe und oftmals schwierige Thema Transidentität helfen können. Für uns ist das ein Ansporn, die nächsten 10 Jahre in Angriff zu nehmen. Ihr alle seid herzlich eingeladen, uns auf diesem Weg zu unterstützen und die Lebenssituation transidenter Menschen nachhaltig zu verbessern.

Euer Team Gendertreff

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Das Ringen um das dritte Geschlecht

Quelle: n24

Mann oder Frau – oder was?

 

Nicht jeder Mensch wird als Mann oder Frau geboren. Rund 80.000 Deutsche leben ohne klar bestimmbares Geschlecht. Die Intersexuellen kämpfen für ihre Rechte und eine stärkere Aufklärung.

Bei der Anrede gerät man ins Stocken. „Ich bin weder Herr noch Frau, sondern irgendwas dazwischen“, erklärt sie und schüttelt die Hand. Die 58-Jährige aus Niedersachsen wurde ohne klar bestimmbares Geschlecht geboren. Man dürfe sie aber mit dem weiblichen Pronomen „sie“ bezeichnen. Sie ist eine von mehr als 80.000 Intersexuellen in Deutschland. Nach wie vor kämpfen die Menschen zwischen den Geschlechtern um Anerkennung in der Gesellschaft.

Auf dem 1. Niedersächsischen Fachtag zur Intersexualität in Hannover beschäftigten sich 90 Teilnehmer mit der Lebenssituation intersexueller Menschen in Deutschland. Es existierten auf der Bandbreite zwischen Mann und Frau 4000 wissenschaftlich anerkannte Variationen. „Intersexuelle werden bundesweit benachteiligt.“ Den Betroffenen geht es um Aufklärung und Gleichberechtigung in Schulen, Behörden und Verwaltung………………………….
Hier weiter lesen.

Hierzu wurde nun ein Gesetz verabschiedet – Siehe hier!

>> www.n24.de

 

Kleine Revolution für Intersexuelle

 

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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 11 u. 12-2013

Autorin: Xenia

Am 14.11. hatte ich meinen ersten "sitzringfreien Tag" 🙂 mit Arbeit, Freizeit und Arztbesuch (Lange Wartezeit) und es ging wunderbar. Es war aber immer noch tagesformabhängig, so dass es ein Tag später, wieder auch mit Sitzring doof war. Zwischendurch musste ich immer mal wieder zu einer leichten Schmerztablette greifen. Aber insgesamt wurde es immer besser auch der "Phantomschmerz" klang immer mehr ab und auch die Körperhaare schienen sich an die neue Situation zu gewöhnen.:-)

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Dezember 2013

Hier führt Marina aus dem Gendertreff ihr Tagebuch weiter und berichtet von Ihren weiteren Erlebnissen in der Heimat und dem Entsorgen Ihrer männlichen Kleidung, sowie dem selbstverständlichen Umgang mit ihrer Transidentität.

Hi,

ich wollte mich mal wieder melden, weil heute Nachmittag etwas passiert ist, dass ich zwar schon lange erwartet habe, aber immer wieder hinausgeschoben hatte.

Zunächst aber möchte ich sagen, dass in den letzten Wochen und Monaten nicht allzu viel passiert ist. Es gab da diese kleine Anekdote am Flughafen Frankfurt, aber sonst „business as usual“ (Für alle die des Englischen nicht mächtig sind: Alles wie immer…).

Die Hormotherapie zeigt auch ihre erwünschte Wirkung. Ich bin inzwischen bei einem B-Cup angelangt. 🙂
Seit meinem 2. Endokrinologen-Termin Ende September nehme ich zusätzlich noch 50 mg Spironolacton und seit Anfang Dezember noch 1,25 mg Finasterid. Ich bin somit in gewisser Weise meinem eigenen Vorsatz untreu geworden keine Blocker zu nehmen. Das muss ich aber insofern einschränken, dass sich die strikte Ablehnung eigentlich nur auf Cyproteron (Androcur) bezog. Wie ich in meinem Artikel Kleines 1×1 der Hormone geschrieben habe, bewirkt Spironolacton eine Reduzierung des Testosteron, jedoch ohne die gravierenden psychischen Nebenwirkungen von Cyproteron (Depressionen). Das Finasterid wollte mir der Endo nicht verschreiben, weil es keine unmittelbare Wirkung bei TS hat. Da es jedoch unter Umständen bewirken kann, dass wieder Haare auf dem Kopf wachsen, wo keine mehr waren, habe ich es mir von meiner Hausärztin auf Privatrezept verschreiben lassen. Schauen wir mal, ob es wirkt…. noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, irgendwann ohne Perücke gehen zu können.

Heute nun habe ich meine Schränke in Fulda ausgeräumt und mich damit der letzten Reste der männlichen Kleidung entledigt. Daran gedacht habe ich schon lange, immerhin lebe ich seit dem 27.02.2013 in Vollzeit. Wie ich jedoch schon an anderer Stelle einmal geschrieben habe, muss ich meiner Mutter alles häppchenweise beibringen. Also habe ich fast ein Jahr lang auch zu Hause aus dem Koffer gelebt. Ich habe mir eben alles, was ich für ein Wochenende so brauche aus MG mitgenommen.

Die ganzen Klamotten daheim habe ich monatelang nicht mehr angerührt. Streng genommen stimmt das aber nicht ganz. Ein paar Sachen habe ich auch weiterhin getragen, bzw. jetzt noch aufgehoben. Aber das sind Teile, die ich als Unisex ansehe: einfache weiße T-Shirts zum Arbeiten, Sport/Wellness Kleidung und Pyjamas. Weiße T-Shirts werde ich auch weiterhin tragen, wenn ich im/am/ums Haus etwas zu arbeiten habe und Sport/Wellness Kleidung trage ich in meiner Freizeit zu Hause. Was die Pyjamas angeht: Nachts sind alle Katzen grau, sagt der Volksmund. Von daher ist es mir egal, es muss nur bequem sein. Insofern habe ich da wohl eine recht pragmatische Einstellung.

Wie es nun dazu kam? Ich hatte für die Weihnachtsfeiertage sehr viel Bekleidung mitgebracht. Viel zu viel (wie immer). Und so sagte ich meiner Mutter, dass ich am besten einen Teil der ganzen Sachen gleich hier lasse. Dazu müsste ich aber erst einmal Platz im Schrank schaffen…. Und so waren innerhalb von wenigen Minuten 4 große Müllsäcke gefüllt und mein Schrank fast leer.

Kleine Schritte 2.0 eben….

LG
Marina

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Aus Tom wird Eva

Quelle: spiegel.de

Tom schickte eine Mail an seine Mitarbeiter: „Ich möchte eine Frau sein.“ Er ließ sich operieren. Fortan erschien nicht mehr Tom in der Firma, sondern Eva. Sie lebt weiter mit ihrer Ehefrau. Warum sie sich für die Geschlechtsangleichung entschied, erzählt sie hier.

Schlank ist sie, sportliche Figur, ihr langes, mittelblondes Haar streicht Eva* sich immer wieder aus dem Gesicht, wenn sie zu ihrem Becher Kaffee greift. Die Fingernägel sind dezent manikürt. Die 42-Jährige sitzt am Esstisch in ihrem Reihenhaus im Hamburger Umland, moderne Möbel, viele CDs, eine giftgrüne Wand, daran Fotos von ihrer Hochzeit.

Auf Evas Handy läuft ein Timer: Er zählt die Tage, Stunden, Minuten, seit sie eine Mail verschickte an alle Kollegen. Seit sie am 8. Oktober 2012 allen sagte, dass sie nicht mehr Tom sein werde. Sondern Eva.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

(…) Ich möchte eine Frau sein. (…) Ich bitte Euch einfach, mich auch als Kollegin zu akzeptieren. Im Privatleben bin ich schon als Eva bekannt und möchte dies nun auch hier sein.

Mir ist bewusst, dass wahrscheinlich nicht jeder von Euch damit umgehen kann. Ich stehe aber jedem einzelnen von Euch gern für ein Gespräch zur Verfügung.

Ich werde ab Montag als Frau zur Arbeit kommen und hoffe auf eine weiterhin angenehme Zusammenarbeit.

Liebe Grüße

Eva

Seitdem kommt sie als Eva zur Arbeit, geht als Eva zum Sport, trifft als Eva Freunde und Familie. Und lebt weiterhin mit ihrer Frau zusammen. In diesem September folgte der nächste Schritt: In einer vierstündigen Operation ließ sie eine Geschlechtsangleichung vornehmen.

SPIEGEL ONLINE: Wie war es, nach der Narkose im Körper einer Frau aufzuwachen?……….Hier weiter lesen…………

* Die Namen Tom und Eva sind von der Redaktion geändert. Ein Interview von Britta Schmeis.

Auf frühe Signale achten

Quelle: n24.de

Schon mit zwei Jahren können Kinder ahnen, dass sie im falschen Körper geboren wurden. Eltern sollten daher frühe Signale nicht abtun, sondern sie ernst nehmen.

Kinder signalisieren früh, ob sie das Gefühl haben, im falschen Körper geboren zu sein. Schon Zweijährige können andeuten, dass ihr eigenes Geschlechterverständnis nicht mit dem übereinstimmt, was die Erwachsenen für sie vorsehen. Das erklärt der Psychologe Peter Keins in der Zeitschrift „Geo“. Ein Anzeichen sei etwa, wenn ein Junge vehement darauf besteht, nur mit Kleidchen rauszugehen…Hier geht es weiter.

>> www.n24.de

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Transgender-Hochzeit in Argentinien – Schwangerer Bräutigam sagt Ja

Quelle: n24.de

Vertauschte Rollen in Argentinien:
Dort hat eine Frau ihren hochschwangeren Freund geheiratet. Auch die Braut entspricht nicht ganz dem traditionellen Rollenbild.

In Argentinien hat erstmals ein Bräutigam hochschwanger den Bund der Ehe geschlossen …….. Mehr lesen …..

30.11.2013 | 14:18 Uhr sst, AFP

>> www.n24.de

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Joselle`s kleiner Urlaubsbericht

Autorin: Joselle aus dem Gendertreff-Forum

Joselle`s kleiner Urlaubsbericht erscheint mit freundlicher Genehmigung von Josi in der heutigen Ausgabe des Gendertreff Blogs:

Was habe ich mir vor der Abreise Gedanken gemacht. Josi sollte, nein wollte ja unbedingt von Anfang an dabei sein.

Was ist passiert? Nichts Unangenehmes. Doch der Reihe nach.

Am Vortag der Abreise wurde der Koffer noch einmal umgepackt und ab 17.oo Uhr habe ich beschlossen, dass alles so bleibt wie es ist. Frau hat natürlich viel zu viel dabei und kann eigentlich gar nicht alles anziehen. Aber es muss alles mit. Ich habe mich geschminkt, umgezogen und auf den Feierabend meiner Frau gewartet. Wir waren uns einig, die Koffer einen Tag vorher aufzugeben – auch weil es uns als Karteninhaber der Fluggesellschaft nichts kostet.

Auf zum Airport und wir haben die Koffer in weniger als 15 Minuten aufgegeben, so dass das Parken auch nichts kostete. Also die Bordkarten in der Hand und der Check in stellte keine Fragen. Wollen wir das denn überhaupt?  Nein, ich möchte das nicht. Sondern so wie jede Frau und jeder Mensch behandelt werden. Den Abend haben wir beide dann ruhig bei einem Gläschen Rotwein verbracht und uns für die kurze Nacht fertig gemacht.
Nach einer sehr kurzen unruhigen Nacht bin ich gegen 01.00 Uhr aufgestanden und habe mich geduscht, rasiert, geschminkt und angezogen. Andrea und ich wurden von einem Freund zum Flughafen gebracht und das Herz klopfte bei der Einlasskontrolle im Securitybereich abermals. Ich wurde freundlich gefragt ob ich von einem weiblichen oder männlichen Uniformierten abgetastet werden möchte und habe mich für den Mann entschieden.
Dieser erklärte hinter meinem Rücken, was er gerade macht und nicht erschrecken solle. Es gibt also doch sehr professionelle Mitarbeiter – Bravo! Beim Boarding in den Flieger und der Flug selbst verliefen wie immer. Alles sehr gelassen und mein Puls reduzierte sich wieder.

Am Ziel angekommen, haben wir uns in die endlose Schlange der Autovermietung eingereiht und brav gewartet. Irgendwie lief die Klimaanlage noch nicht und unter der Perücke wurde es langsam warm. Das war wiederum der Startschuss, dass ich mir die Haare wachsen lasse. Auch hier wurde ich gefragt, welcher Name eingetragen werden sollte und ich entschied mich für den männlichen (Rechtsgeschäft usw.)

An dieser Stelle vorab DANKE an das Forum mit seinen Hilfreichen Stellungnahmen!

Im Ferienhaus angekommen wurden wir gegen Mittag von den Vermietern begrüßt und ich habe mich als Josi vorgestellt und erklärt, dass ich nicht immer eine Frau bin und habe meinen Vorstellungsflyer überreicht.
Wir erkundeten unsere neue Gegend und haben auch sogleich für das Wochenende eingekauft. Das musste natürlich auch erst einmal alles gefunden werden. Nach über 15 Jahren Urlaub auf Menorca, war dies nach über 10 Jahren unser erster Besuch wieder auf Mallorca.
Auch beim Einkaufen lief für uns beide alles so ab, wie gewohnt. Eine schiebt den Einkaufswagen und die andere sagt wo es lang geht.

Unser Haus lag in einer kleinen Wohnanlage mit vier Häusern. Das erste war von den Vermietern bewohnt, das zweite gehörte einem zweiten Vermieter und Haus drei und vier unserem Vermieter. Auch war Haus vier nebenan bewohnt. Zwischendurch gab es doch den ein oder anderen fast schon „ungläubigen Blick“. Auch wenn ich morgens als Mann zum Strand fuhr und als Josi abends zum Essen. Auch auf unseren Ausflügen wurden wir immer stets zuvorkommend und höflich behandelt. Es geht also auch im Ausland.

Witterungsbedingt kam Josi nicht regelmäßig zum Vorschein. Es war für diese Jahreszeit viel zu heiß – Puh.
Den Abflug hat dann aus Zeitmangel und der Witterung wegen nicht Josi angetreten. Wir waren gegen Mittag wieder zu Hause und die 14 Tage vergingen wie im Fluge. Ich kümmerte mich um die Koffer und um Josi, während meine Frau die Einkäufe für das restliche Wochenende erledigte.

Den Abend haben wir ganz langsam ausklingen lassen und unsere Gedanken kreisten immer wieder um diesen Urlaub mit einer komplett neuen Erfahrung. Wir genossen noch die restlichen Urlaubstage und freuen uns auf unseren weiteren……..

Wer weiß was noch alles kommt?

Viele Grüße wünscht
Josi

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Der Ergänzungsausweis für Transgender

Wozu überhaupt ein Ergänzungsausweis?

Im Alltag eines Transgender – am Flughafen, bei einer Verkehrskontrolle oder einfach nur beim Urlaub im Ausland, häufig braucht man Papiere, die einen eindeutig ausweisen. In der Phase des Alltagstests, Transition oder anderen Lösungen, stimmen jedoch die Personalpapiere und das äußere Erscheinungsbild häufig nicht überein, was unangenehme Nachfragen zur Folge haben kann und belastend sein kann. Abhilfe schafft hier ein Dokument, der „dgti-Ergänzungsausweis“. Der dgti-Ergänzungsausweis enthält alle personenbezogenen Daten des Personalausweises. Zudem ist ein Passfoto in den Ausweis eingeschweißt, so dass keine Diskrepanz zwischen den Papieren und der Person bestehen bliebt. Seine Dreisprachigkeit in Deutsch, Französisch und Englisch ermöglicht die Verwendung auf Reisen ins Ausland. Eine Voraussetzung für den Erhalt dieses Dokuments ist das Vorhandensein einer Bescheinigung des behandelnden Arztes bzw. Psychologen über „vermutetes transsexuelles Syndrom“ oder „Erprobung der Lebbarkeit der angestrebten Geschlechtsrolle“.
Vor der Einführung des Ausweises wurde er dem Bundesinnenministerium vorgestellt und es wurde festgestellt, dass man sich damit auf dem Boden geltenden Rechtes befindet.

Auch ich hatte mir diesen dgti-Ergänzungsausweis besorgt, der aber nie zum Einsatz kam. Anders dagegen war es bei Marina, die in Ihrem Blogbeitrag darüber berichtete.

Der Ergänzungsausweis ist ganz allgemein eine große Hilfe im Alltag. Ich habe dieses Dokument schon seit über 2 Jahren. Da ich beruflich relativ viel reisen muss (wenn auch nicht mehr so viel wie früher) war mir der Ergänzungsausweis schon des Öfteren eine Hilfe bei der Einreise in nicht-EU Staaten, bzw. solche die nicht am Schengener Abkommen teilnehmen (wie z.B. Großbritannien und Irland).

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich es gar nicht erst versucht habe, meine Krankenkassen Karte ändern zu lassen. Denn wenn man den Begleitbrief genau liest, wird man sehen, dass das alles nur eine „kann“-Regelung ist. Also „kann“ die Krankenkasse auch ablehnen! Genauso wie es mein Arbeitgeber ablehnt, irgendetwas an meiner Personalakte zu ändern, solange ich noch keine Personenstandsänderung habe. Und die ist bei mir aus bestimmten persönlichen Gründen noch sehr weit entfernt.

Aber mal zu den positiven Seiten des Ganzen:

Ich bin gestern mal wieder nach Großbritannien gereist. Da bei Lufthansa ja inzwischen sowohl der Check-In als auch die Gepäckaufgabe voll automatisiert ist (zumindest am Flughafen Frankfurt), habe ich das erste Mal bei der Sicherheitskontrolle einen Menschen gesehen. Natürlich ging prompt der Piepser los bei mir. Alles kein Thema… ich wurde eben von einer Sicherheitsbeamtin mit dem Handscanner abgetastet. Alles völlig normal.

Auf dem Weg zum Gate musste ich durch die Passkontrolle, den GB ist nicht-Schengen. Als ich der dort sitzenden Zollbeamtin sowohl meinen Personalausweis als auch meinen Ergänzungsausweis gab, sagte sie: „Ich wollte sie schon fragen, ob sie vielleicht versehentlich den Ausweis ihres Mannes mitgenommen haben“. Ich sagte „Nein, dafür ist ja der Ergänzungsausweis gedacht: Um zu erklären, warum ich nicht mehr so aussehe wie auf meinem Passfoto“. Sie sagte noch: „Also so etwas habe ich noch nicht gesehen, lassen sie mich mal genauer lesen“. Einen Moment später sagte sie „Aha, alles in Ordnung. Wohin fliegen sie denn?“ „Manchester“ „In Ordnung, guten Flug“. Mit diesem letzten Satz gab sie mir meine Dokumente zurück.

Bei der Einreise am Flughafen Manchester dann noch einmal das Gleiche. Der Zollbeamte schaute zuerst etwas verwirrt. Dann sagte ich ihm (auf Englisch natürlich) dass da auf der Rückseite auch ein Text in Englisch ist. Nachdem er diesen gelesen hatte, sagte er nur „OK, Ma’m“ und gab mir die Dokumente zurück.

Wie man sieht, alles kein wirkliches Problem. Der Ergänzungsausweis ist meiner Meinung nach das Beste, was wir Transgender haben können, solange wir noch zwischen den Welten leben müssen.

Liebe Grüße
Marina

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Kaylas GaOP im Frankfurter Krankenhaus

Mit freundlicher Genehmigung erzählt hier Kayla kurz und knapp ihre GaOP-Erfahrung im Frankfurter Krankenhaus:

Meine GaOP liegt fünf Monate zurück, war in Frankfurt, Markus-Krankenhaus, Prof. Sohn.
Die OP dauerte vier Stunden, anschließend fünf Tage absolute Bettruhe. Am sechsten Tag Verbandswechsel und Begutachtung. Sah gut aus. Hat der Prof. auch selbst untersucht. Der einoperierte Bougy kam raus. Wie das mit dem Bougieren funktioniert, hat mir dann eine Ärztin erläutert. Das sollte ich ab dann 4x am Tag für min. 20 Minuten jeweils tun. Anschließend immer Ausspülen mit Kamille-Sitzbädern.

Schmerzen nach der OP hatte ich keine, klar Scherzmitteltropf und Antibiotika-Tropf immer abwechselnd. Tägliche Begutachtung meiner OP. Die Schwestern und Pfleger waren immer nett zu mir und haben sich um mich gekümmert, konnte sie ständig anklingeln, wenn ich was hatte oder haben wollte. Für die Dauer meines 12tägigen Aufenthaltes immer Thrombosestrümpfe getragen. Ab dem sechsten Tag viel unterwegs gewesen und Bewegung gesucht. Ins Gespräch gekommen mit anderen. Zimmernachbarin war auch MzF – Fall, zwei Zimmer weiter lagen drei FzM – Fälle. Erfahrungsaustausch.

War dann drei Wochen nach Entlassung nochmal für sechs Tage im Krankenhaus, wegen Wundheilungsstörungen und Nekrose (Abgestorbenes Fleisch), kam aber ohne erneute OP aus. Antibiotikum und Braunol – Sitzbäder haben angeschlagen und tägliche Untersuchung und Entfernung des nekrosen Gewebes.

War eine große OP und ich denke, es ist alles gut gelaufen. Ich bin damit und mit dem Ergebnis zufrieden. Bei der Nachuntersuchung Ende September sah alles gut aus. Im Dezember dann noch Halbjahresnachuntersuchung.

Ich persönlich denke, es liegt auch immer an einem selbst, wie die Heilung verläuft. Sitzring ist in den ersten Wochen sehr sinnvoll. Und sich schonen und nicht zu schnell zu viel wollen. Mir wurde ganz klar mit auf dem Weg gegeben, in der Zeit nach der OP kein Sport, keine Dehnübungen, kein Fahrrad fahren, nicht Baden, nicht Schwimmen, viel ruhen. Und das war auch richtig so. Es braucht seine Zeit. Drei Monate hat es gedauert, bis ich für mich selbst das Gefühl hatte, ich bin jetzt wieder fit wie vor der OP.

Ich persönlich würde aufgrund meiner Erfahrungen das Frankfurter Krankenhaus empfehlen. Habe mich da gut aufgehoben gefühlt, man hat sich immer um mich gekümmert, alle waren nett und die GaOP war erfolgreich. Dass das Krankenhaus teilweise umgebaut wird, hat mich nicht gestört.

Kayla

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